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Dėl Mažosios Lietuvos vietovardžių su „-kehmen“ / „-keimen“ ir „-lauken“

Daiva Deltuvienė

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ACTA LINGUISTICA LITHUANICA LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI XLI (1999) Daiva DELTUVIENĖ Vilnius Universität ÜBER DIE LITAUISCHEN ORTSNAMEN MIT -KEHMEN | -KEIMEN UND -LAUKEN In letzter Zeit richtet sich die Aufmerksamkeit von Wissenschaftlern aus verschiedenen Bereichen immer öfter auf Klein-Litauen. Gegenstand der toponymischen Untersuchung sind die zahlreichen litauischen (teilweise baltischen) Ortsnamen dieses Gebietes. Der Ursprung und die Entstehung der Ortsnamen in Kleinlitauen wurden von F. Hoppe (Hoppe 1877), O. Natau (Natau 1937), W. Fenzlau (Fenzlau 1936), V. Pėteraitis (Pėteraitis 1997) und anderen untersucht. Das in diesem Artikel verwendete Material stammt aus ostpreußischen Folianten, die sich im Geheimen Preußischen Archiv in Berlin befinden. Die betreffenden Ortsnamen konnten in keiner ostpreußischen Ortsnamenliste oder in Verzeichnissen gefunden werden. Es ist ein einzigartiges Material, das viele Informationen über die Litauer, ihre Sprache, ihr damaliges Leben und ihre Beziehungen zu anderen dort lebenden Völkern liefern kann. Der Artikel behandelt die im 16.-17. Jh. zusammengesetzten Oikonimen, deren zweiter Satz -kehmen /-keimen (lat. kiēmas „einzelner Bauernhof, Bauernhof; kaimas, sodžius“ LKŽ V 748; kaimas „Bauernsiedlung; sodžius“ LKŽ V 54) und -lauken (lat. laukas, flacher, baumloser Ort; Ackerland; Land, Gärten“ S. 177.) Nach dem Ursprung des ersten Sandes sind die Dürener, deren zweiter Sande -kehmen/- -keimen ist, in mehrere Gruppen einzuteilen. 1. Litauischer Personenname + Hof / Dorf: Drut3keimenn (Amt Insterburg) 1564 (Ostpr. Fol. 4599 99), Drudtschkehmen 1642-1664 (Ostpr. Fol. 4610 66), Dru3kehmen 1642-1664 (Ostpr. Sprechen Sie. 4610 81): Vermutlich litauisch *Druckiemiai /*Druckiemis oder *Druckaimiai /*Druckaimis. Aus dem Dt. Drūčas oder Drūčkus: drūčkis „dicker Mensch, Tier“ (LPZ I 529). Vgl. auch vv. Drutschellen, Drutschlauken (Goldbeck II 44). Gerkischkeinenn (Amt Insterburg) 1564 (Ostpr. Fol. 4599 55): Das litauische Geschlecht wäre *Gerkiškaimis /*Gerkiškaimiai. Der erste Satz ist eine Ableitung des Suffixes -avd. Gėrkis, Gėrkė (LPZ I 656) oder von pr. avd. Gerke, Gerko (Trautmann 1925: 31). Es ist aber auch möglich, dass der Name deutschen Ursprungs ist. 1642–1664 (Ostpr. Fol. 4610 6): *Kostankiemis | *Kostankiemiai. Aus dem Dt. 222) und der Kapelle (St.-Georgs-Kirche). Ja, ich bin da! Plg. und Vok. Abt. Gerke, Gehrke (Bach 1974: 71). 101 Am Anfang eines Wortes kann a durch 0 ersetzt werden (Fenzlau 1936: 22-23), z.B. Korallischken, Kollaten. Kurschkehmen (Amt Insterburg) 1642-1664 (Ostpr. Fol. 4610 172): vermutlich lit. vv. *Kurškiemis /*Kurškiemiai. Aus dem Dt. Kurszus, Kurszys, Kurszaitis, Kurszatis, Kurszis (Kalwaitis 1910: 13). E. Hoppe leitet Ortsnamen mit der Wurzel Kurszar Kursch auch von Personennamen Kurszus, Kurszies, Kurszat, Kurschat (Hoppe 1877: 407-408). Meschkakehmen (Amt Insterburg) 1642–1664 (Ostpr. Fol. 4610 148): lit. vv. *Meskakiemis | *Meskakiemiai. Möglicherweise ist es eine Ableitung aus dem althochdeutschen. Bär: Bär „lokys; „ein ungeschickter, schwerfälliger, schwerer, schwerfälliger Mann“ (LPZ II 212) und der Berufungshof. Siehe auch Avd. Meszka, Meszkatis, Meszkis, Meszkys (Kalwaitis 1910: 14). PluBkehmen (Amt Insterburg) 1642-1664 (Ostpr. Fol. 4610 58): *Pliuskkiemis /*Pliuskkiemiai or *Pliuškkiemis /*Pliuškkiemiai. Aus dem Dt. Pluuskis, Pluuskys, Pliuska, Pliūskus: pluūskė „Plüsche, Späne, Späne; was abgeflacht, flach“ oder Pluūškis, Pliuskys, Pliūškus: pluūškis „schmückt, zieht an; eine unseriöse, leichtfertige, nachlässige Person; Wer Unsinn schleudert, schleudert alles aus, Unsinn, Unsinn“ (LPZ II 479). Siehe auch Avd. 1910 (S. 15) Kalligraphie: 1910 (S. 15). Hrsg. von V. V.. Pluselawken 1419, dessen Herkunft er so erklärt: lit. pliūšė + pr. laucks (Gerullis 1922: 216). F. Hoppe hält auch den ersten Sand für litauischen Ursprungs — von plusze, pluszis „Schnittgras“ (Hoppe 1877: 411). Man sollte jedoch auch die Möglichkeit des Personennamen-- Ursprungs des ersten Sandes nicht ausschließen, da die meisten zusammengesetzten Ortsnamen Kleinlitauens nach den Namen der Einwohner gebildet wurden (Pėteraitis 1997: 15). PruBelkehmen (Amt Insterburg) 1642-1664 (Ostpr. Fol. 4610 57), PruBelkehmen 1687 (Ostpr. Fol. 4627 14): *Pruselkiemis /*Pruselkiemiai. In: Avd. Prusditis, Priisditis, Prūsas, Prusėlis, Prūsėlis (LPZ II 519). Skahnkehmen (Amt Insterburg) 1642-1664 (Ostpr. Fol. 4610 106): litauisches Geschlecht wäre *Skankiemis | *Skankiemiai. Aus dem Dt. Geschmack: lecker „lecker; der gut schmeckt, lecker ist“ (LPZ II 730). Stulkehmen (Amt Insterburg) 1642-1664 (Ostpr. Fol. 4610 57): *Stulgkiemis / *Stulgkiemiai. Aus dem Dt. Stulga, Stulgas, Stulgys, Stulgis: Stulga, Stulgas, Stulgys, Stulgis (Tringa ochropus); rēksnys- “; stumpf "länglich abgerundet, oval; Stolz, iSpuikes“ (LPZ II 845-846). Siehe auch Avd. Stulgies, Stulgait, Stulgeries (Hoppe 1877: 417) und Stulgys (Kalwaitis 1910: 17). Schmiilkehmen (Amt Insterburg) 1642-1664 (Ostpr. Fol. 4610 59), Ssmulkehmen 1642-1664 (Ostpr. Fol. 4610 65), Smulkehmen 1642-1664 (Ostpr. Fol. 4610 79): *Smulkkiemis | *Smulkkiemiai. Aus dem Dt. Smulkys (Kalwaitis 1910: 17), Smulka, Smulkis, Smulkys: fein „bestehend aus kleinen Teilchen, Körnchen; der kleinen Augen, kleine Abmessungen; dünner usw.“ (LPZ II 772) oder Šmūlis, Šmuilys, die aus dem hebräischen stammen. Der christliche Vorname Samuel, vgl. dt. Schmuel: Samuel, Schmu(h)- l: Samuel (LPZ II 963). In: vv. Schmulkehlen, Schmulken (Goldbeck II 144). In den Varianten S3mulkehmen und 102 Schmiilkehmen wird das lit. s durch das lit. š ersetzt. W. Fenzlaus Meinung nach wird dies durch die Besonderheit der deutschen Sprache (sowohl der Semgallen als auch der Hochdeutschen) beeinflusst, [š] vor anderen Konsonanten auszusprechen. Seiner Meinung nach behalten die deutschen Hochdeutschen meist das litauische [s], während die deutschen Semgallen es in [š] ändern (Fenzlau 1936: 80). Es gibt noch weitere Varianten: Schmeilen —Smailen, Schmaleduhmen —Smalleduhmen, Smilgen —Schmilgen usw. (Petersdorf) 1997: 360-361). Es gibt auch eine andere Version der Herkunft des Ortsnamens —von Adjektiv smulkūs + kiémas, vgl. lit. vv. Schwentakemen 1590 (Barkowski 1928: 34): Hebel + Hof, Szemkehmen 1785 (Goldbeck II 211): Feld + Hof. Diese Ortsnamensbildung ist dem litauischen und lettischen Namensbuch bekannt, vgl. lit. vw. Hochstuhl, Hochstuhl (17. Auflage). 2. Deutscher Personenname + Hof: Bernigkehmen (Amt Insterburg) 1642-1664 (Ostpr. Fol. 4610 149): *Bernikiemis /*Bernikiemiai. Der erste Sand stammt aus der Woke. Abt. Bernick(- e) (Forstemann 1900: 259; Heintze 1933: 136). Auch die polnische Herkunft des Namens ist nicht ausgeschlossen. Dedekehmen (Amt Insterburg) 1642–1664 (Ostpr. Fol. 4610 124): *Dedekiemis | *Dedekiemiai. Aus dem Wörterbuch. Abt. Dede (: Theodulf) (Gottschald 1954: 232). Vgl. auch vv. 1557 (Barkowski 1928: 232). Verbindung mit der Lit. avd. Dédys (LPZ I 478) ist ebenfalls möglich. 3. Polnischer Personenname + Hof: Wallnigkehmen (Amt Insterburg) 1642-1664 (Ostpr. Fol. 4610 41): *Valnikiemis | *Valnikiemiai. Der erste Sand besteht aus Polen. Abt. 1991 (= Die Lieder des Jahres 1991, S. 174). Valnik-(: valnas frei, los, ledig® LEW II 1192). 4. Allgemeines Wort + Hof: GroB SzirBkehmen (Amt Insterburg) 1642-1664 (Ostpr. Fol. 4610 92): *Sirskiemis | *Sirskiemiai. Die Art gehört zur Familie der Schmetterlinge (Cetoniidae). Wespen; Wer sehr wütend ist, wird sofort gestolpert, jSirsta“ (LKZ XIV 906) + Hof. 5. Unklare Fälle: Jellic3kehmen (Amt Insterburg) 1687 (Ostpr. Fol. 4627 11): *Jelickiemis / *Jelickiemiai oder *Jeliskiemis | *Jeliskiemiai. Die Etymologie des Wortes kann auf zwei Gründe zurückgeführt werden: aus dem Polnischen. Abt. Jalec 1383 (Rymut 1991: 136) oder aus dem Deutschen. Abt. Jellies (: Vigelius) (Gottschald 1954: 610)*, obwohl beide Interpretationen einer genaueren Analyse bedürfen. Schulckemeij (Amt Insterburg) 1642-1664 (Ostpr. Fol. 4610 13). Wenn die Buchstabenverbindung sch mit š übereinstimmt, dann könnte das litauische Geschlecht *Sulkiemiai sein. Dann * Plg. avd. 2. Auflage (Berlin 1939). 3 Bde. auch Bach 1952: 168. 103 Der erste Sand stammt aus der Wehrmacht. Abt. Schule (: mitteldeutsch schulen „heimlich schauen, lauschen- “) (Heintze 1933: 433) oder aus dem litauischen avd. Pfosten: Pfosten „eingegrabener Pfosten für die Verlegung von Türen, Brunnenrahmen aus Holz, Toren, Brücken usw.; Seitentafel für Holzeimer, Fass“ (LPZ II 989)*. Die Buchstabenkombination sch kann mit sk übereinstimmen, dann wäre das litauische Äquivalent *Skulkiemiai. Dann stammt der erste Satz von einem möglichen Vornamen *Skulis oder *Skulys. Nach W. Fenzlaus Ansicht kann die Buchstabenverbindung sch in einigen Fällen das ž widerspiegeln (Fenzlau 1936: 87), dann wäre das litauische Geschlecht *Žulkiemiai. In diesem Fall ist der erste Satz aus dem Litauischen abgeleitet. Žulys: žulys „stačiažožuvis“, žuliai „Stačiokas, nemandagus“ (LPZ II 1348) oder Zulka, *Žulkys, Žulkus (mit dem Suffix -kiš aus der Wurzel žul-) (LPZ II 1348). Die Dürers, deren zweiter Satz -lauken ist, können auch in mehrere Gruppen unterteilt werden: 1. Litauischer Personenname + Feld: Kiegstlaugken (Amt Insterburg) 1642-1664 (Ostpr. Fol. 4610 143): *Kėkštlaukis | *Keékstlaukiai. Aus dem Dt. 1967: Die weiße Katze (Die blaue Katze, 1967) 1967: Die weiße Katze (Die blaue Katze, 1967) 1967: Die weiße Katze. Plg. dar Kiegskehmen oder Kdgsten (Goldbeck II 69). Der Ursprung des ersten Sandes (aus dem altnordischen Kėkštas) erfordert allerdings eine genauere Untersuchung, da W. Fenzlau der Meinung ist, dass die Litauischen é und ie im Deutschen e übertragen, z.B. Bittehnen = Bitėnai, Szardwethen = Zardvieciai (Fenzlau 1936: 37-40). Einen ähnlichen Fall nennt auch O. Barkowski: Pietzschlaucken gleich Petzlaucken 1584 (Barkowski 1928: 228). Kirkutlauck (Amt Ragnit) 1549 (Ostpr. Fol. 9392 51), Kirkuttlaugk 1556 (Ostpr. Fol. 9396 41): *Kirkutlaukis. Aus dem Dt. Kirkutis: kirkutis „das erste junge Hühnerei“ (LPZ I 1000), Kirkutis (Kalwaitis 1910: 12). Kugstlaugken (Amt Insterburg) 1642-1664 (Ostpr. Fol. 4610 20): *Kukstlaukis | *Kukstlaukiai. Aus dem Dt. Kuksta, Kukstas, Kukstys: kuksta, kūkštas „Strauch, Faser; ein verdorbener Haufen; Baumkranz“ (LPZ I 1109). Die deutschen Hochdeutschen ersetzen das litauische [š], das zwischen zwei Konsonanten steht, durch [s], z.B. Birstonischken = Birštoniškiai, Bersteningken = Berštininkai (Fenzlau 1936: 83-88). Padtlaugken (Amt Insterburg) 1642-1664 (Ostpr. Fol. 4610 171): *Puodlaukis | *Puodlaukiai. Der erste Sands von avd. Pot, Pots: Pot „metallisches Gefäß zum Kochen von Speisen; Tongefäß, Töpferei“ (LPZ II 533-534). Nach W. Fenzlau wird im Deutschen das litauische [uo] gewöhnlich durch | [0] ersetzt (Fenzlau 1936: 40-46), z.B. Kooden = liet. 1936: Fenzlau (1936). Vgl. auch vv. Jodeglienen, Jodschen, Jodlaucken (Goldbeck II 76, 77). Der Vokal [a] entstand wahrscheinlich unter dem Einfluss des deutschen Semgallen (Ziesemer 1924: 128). PruBlaucken (Amt Insterburg) 1642-1664 (Ostpr. Fol. 4610 85): *Pruslaukis / *Pruslaukiai. Ein Ortsname aus dem avd. 2, S. 518, 519 (PDF; 1,5 MB) P. S.: Die Prüfung. Schulkeim (Goldbeck I 170), Schulen, Schulkeim, Schulstein (Verzeichnis 1906: 247), Schulwiese (Verzeichnis 1939: 132). 104 (Kalwaitis 1910: 15), Prussas, Prusseit, Pruszatis (Hoppe 1877: 411) + laukas. Vgl. auch vv. Prusgirren, Prussellen, Prussen (Goldbeck II 126). Rugelaucken (Amt Taplaucken) 1534 (Ostpr. Fol. 11181 9): *Rugialaukis / *Rugialaukiai. Aus dem Dt. Roga, Rugis, Rugys (LPZ II 633-634), Rugys (Kalwaitis 1910: 16) oder aus dem litauischen Appellativ rugys,rawnis (z. B. winterliches) Getreide, aus dem Getreidemehl Brot gebacken wird“ (LKŽ XI 890). Schuslaucken (Amt Labiau) 1591 (Ostpr. Fol. 5277 37), SchuBlauckenn 1615 (Ostpr. Fol. 5301 44): *Šiušlaukis /*Šiušlaukiai. Aus dem Dt. Šiuša, Šiūšas, Šiūšė, Šiūšė, Šiūšis, Šiušys, Šiūšis: šiuša, šiūša „Schütteln“, šiūšas, šiūšas „Schütteln, Angst, Entsetzen“ (LPŽ II 943), Szusza (Kalwaitis 1910: 18). 2. Deutscher Personenname + Feld: Alt /Neu Baderlaugken (Amt Insterburg) 1642-1664 (Ostpr. Fol. 4610 127): *Baderlaukis | *Baderlaukiai. Aus dem Wörterbuch. Abt. Bader (Heintze 1933: 126). Vgl. auch die in Sachsen befindlichen vv. Badersleben (Meyers 1935: 29). Magerlaucken (Amt Taplaucken) 1534 (Ostpr. Fol. 11181 6): *Magerlaukis / *Magerlaukiai. Aus dem Wörterbuch. Abt. Mager (Heintze 1933: 334). In: vv. Magerguth (Goldbeck I 108). 3. Allgemeines Wort + Feld: Biberlauck (Amt Ragnit) 1549 (Ostpr. Fol. 9392 5): *Bebralaukis | *Bebralaukiai. Aus dem Wörterbuch. Adjektiv Biber (: Bieber,biber®) + Feld, vgl. auch wv. Bieberstein, Bieberswalde, Bieberthal (Verzeichnis 1906: 22). Gerschlaugken (Amt Insterburg) 1642-1664 (Ostpr. Fol. 4610 124): *Gerslaukis | *Gerslaukiai. Aus dem Appellativ gérse (: Reh LEW I 148) + Feld. 4. Unklare Fälle: Woimelaucken (Amt Labiau) 1574 (Ostpr. Fol. 5267 26), Woimelaugken 1574 (Ostpr. Fol. 5267 51), Woijmlauchken 1615 (Ostpr. Fol. 5301 48), Woimlaucken 1626 (Ostpr. Fol. 5312 46). Überzeugende Erklärungen für den Ursprung des ersten Sandes dieses Ortsnamens konnten nicht gefunden werden, möglicherweise aus dem litauischen *Vaimys. Im Artikel werden 28 Ortsnamen aus dem 16.-17. Jh. in Kleinlitauen vorgestellt und diskutiert. 19 davon sind beide Sätze litauischen (baltischen) Ursprungs. Bei 5 Namen ist der erste Satz ein deutscher Personenname oder Anrede, bei 1 ein polnischer Personenname. Die Herkunft der drei Ortsnamen ist nicht ganz klar. Erhalten am 03.05.1999 Bach A. 1952: Deutsche Namenkunde 1(1), Heidelberg: Carl Winter, Universitatsverlag. Bach A. 1974: Deutsche Namenkunde 3, Heidelberg: Carl Winter, Universitatsverlag. Barkowski O. 1928/1930: Die Besiedlung des Hauptamtes Insterburg 1525-1603, Konigsberg: Nachdruck Hamburg 1993. Fenzlau W. 1936: Die deutschen Formen der litauischen Ortsund Personennamen des Memelgebietes, Halle /Scale: Max Niemeyer Verlag. 105 Fėrstemann E. 1900: Altdeutsches Namenbuch. Personennamen, Bonn: Hanstein, Nachdruck 1966. Gerullis G. 1922: Die altpreupischen Ortsnamen, Berlin und Leipzig: Vereinigung wissenschaftlicher Verleger, Walter de Gruyter u. - Was? Goldbeck J. FE I —Volstūndige Topographie des Konigreichs Preussen. Erster Teil welcher die Topographie von Ostpreussen enthält, Volstandige Topographie vom Ostpreussischen Cammer-Departement, Königsberg und Leipzig. Goldbeck J. E. II —Voistindige Topographie des Kėnigreichs Preussen, Volstandige Topographie vom Litthauischen Cammer=- Departement, Königsberg und Leipzig. Gottschald M. 1954: Deutsche Namenkunde, Berlin: Verlag Walter de Gruyter u. Co. Heintze —Cascorbi 1933: Die deutschen Familiennamen, Halle /Saale, Berlin. Hoppe E. 1877: Ortsnamen der Provinz Preussen. —Altpreussische Monatsschrift 14, Konigsberg i. P. Kalwaitis W. 1910: Lietuwiskų wardų klėtele su 15000 wardų, Tilžėje: Druusdinta Otto v. Mauderodės. LAŽ: Lietuvos TSR administracinio —teritorinio suskirstymo žinynas 2, Vilnius: Mintis. LEW —Fraenkel E. Litauisches etymologisches Worterbuch 1, Heidelberg-Gėttingen: Carl Winter, Universitatsverlag, 1962; 2, Heidelberg-Gėttingen: Carl Winter, Universitatsverlag, LKŽ —Lietuvių kalbos žodynas 5, Vilnius: Valstybinė politinės ir mokslinės literatūros leidykla, 1959; 1965. 7, Vilnius: Mintis, 1966; 11, Vilnius: Mokslas, 1978; 14, Vilnius: Mokslas, LPŽ —Lietuvių pavardžių žodynas 1, Vilnius: Mokslas, 1985; 2, Vilnius: Mokslas, 1989. 1986. 1994: Wörterbuch der deutschen Sprache, 2. Auflage. Meyers 1935: Ortsund Verkehrslexikon des Deutschen Reiches, Leipzig. Natau O. 1937: Mundart und Siedelung im nordostlichen Ostpreussen, Konigsberg und Berlin: Ost —Europa Verlag. Ostpr. Sprechen Sie. —Ostpreussische Folianten, Geheimes Staatsarchiv „Preussischer Kulturbesitz“, Berlin (skliausteliuose nurodomas dokumento numeris ir puslapis). 1997: Kleinlitauische Ortsnamen, Vilnius: Kleinlitauische Stiftung, Institut für Wissenschaft und Enzyklopädie. 1991: Nazwy Polakéw, Breslau-- Warschau-Krakau: Zaktad Narodowy im. Ossolinskich — Verlag. Trautmann R. 1925: Die altpreuflischen Personennamen, Göttingen: Vandenhoeck u. Ruprecht. Verzeichnis 1906: Verzeichnis samtlicher Ortschaften in der Provinz Ostpreussen, Berlin. Verzeichnis 1939: Neues Ortsnamenverzeichnis von Ostpreussen mit den alten und neuen Ortsnamen, Konigsberg. Ziesemer W. 1924: Die ostpreussischen Mundarten, Breslau: Ferdinand Hirt. Abkürzungen —asmenvardis hebr. —hebräisch lit. —Litauisch poln. —polnische Wörter. —Deutsch Vv. – Ortsname 106 ZU DEN ZUSAMMENGESETZTEN ORTSNAMEN KLEIN-LITAUENS MIT -KEHMEN | -KEIMEN UND -LAUKEN Zusammenfassung Im Artikel werden zusammengesetzte Ortsnamen mit -kehmen / -keimen (lit. kiėmas „Hof“, kūimas „Dorf“) und -lauken (lit. laūkas „Feld“) strukturell und etymologisch untersucht. Das verwendete Material ist aus den Ostpreussischen Folianten des Geheimen Staatsarchivs „Preussischer Kulturbesitz“ in Berlin eingesammelt worden. Die erwahnten Ortsnamen sind in keinem Verzeichnis der Ortschaften Ostpreussens zu finden. Dieser einzigartige Stoff kann viele Informationen über die Litauer, ihre Sprache, ihr damaliges Leben, Beziehungen zu anderen Völkern und Kulturen enthalten. Volkern erteilen. In dem Artikel sind 28 zusammengesetzte Ortsnamen Klein-Litauens des 16.—17. Jahrhunderts vorgestellt. In 19 Fallen sind beide Komponenten des Kompositums litauischer (oder wenigstens baltischer) Herkunft. Die erste Komponente von 5 Ortsnamen ist ein deutscher Personenoder Gattungsname, in einem Fall —ein polnischer Personenname. In 3 Fallen gelang es nicht, die Herkunft endgiiltig festzustellen. 107