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Mikalojaus Daukšos raštų ilgosios šaknies „sta“ kamieno veiksmažodžiai

Raimonda Šarkytė

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RAIMONDA ŠARKYTĖ Universität Klaipėda Forschungsschwerpunkte: Baltistik, Geschichte des Verbs. VERBEN DES STASTA-STAMMS MIT LANGER WURZEL IN DEN SCHRIFTEN VON MIKALOJUS DAUKŠA Sta-Stammverben mit langer Wurzel, belegt in den Texten von Mikalojus Daukša Z U S A M M E N F A S S U N G Der Artikel analysiert die Verben des sta-Stamms mit langer Wurzel in den Schriften von Mikalojus Daukša. Die belegten Verben dieses Typs werden unter verschiedenen Aspekten untersucht: Besprochen werden die Morphologie der Verben (die Struktur der Präsens- und Präteritalformen), ihre Morphophonologie (Vokalismus, Konsonantismus, Fälle des Vokalwechsels) sowie Besonderheiten der konstruktiven Kodierung im Hinblick auf die kategorielle Semantik. Die Verben Daukšas werden mit den Verbalsystemen von Martynas Mažvydas und Jonas Bretkūnas sowie mit Daten aus den litauischen Dialekten und der modernen litauischen Sprache verglichen, um die Lokalisierung und Chronologie der Lexeme sowie die Beweggründe für Veränderungen der Struktur zu ermitteln. Z U S A M M E N F A S S U N G Der Artikel untersucht sta-Stammverben mit langer Wurzel, die in den Schriften von Mikalojus Daukša belegt sind. Die betreffenden Verben werden unter verschiedenen Aspekten analysiert: berücksichtigt werden morphologische Aspekte (die Struktur der Präsens- und Präteritalformen), morphonologische Aspekte (Vokalismus, Konsonantismus, Fälle des Vokalwechsels) sowie Besonderheiten der konstruktiven Kodierung im Hinblick auf die kategoriale Semantik. Die in Daukšas Werken verzeichnete Verbstruktur wird ferner mit derjenigen in den alten Schriften von Bretkūnas und Mažvydas sowie in litauischen Dialekten und der modernen litauischen Sprache verglichen. Ziel der Untersuchung ist es, die Lokalisierung und die chronologischen Schichten der belegten Lexeme zu bestimmen und die Beweggründe für den Wandel der betreffenden Verben vorzuschlagen. S C H L Ü S S E L W Ö R T E R: Daukša, Verb, Infix, sta-Stamm, Wurzelstruktur, Dialekte, alte Schriften. S C H L Ü S S E L W Ö R T E R: Daukša, Verb, Infix, sta-Stamm, Wurzelstruktur, Dialekte, alte Texte. Straipsniai / Articles 9 RAIMONDA ŠARKYTĖ 0. EINLEITENDE BEMERKUNGEN 0.1. Gegenstand dieses Artikels sind die Verben mit langem Stammvokal sta, die in den Schriften von Mikalojaus Daukša (sta) belegt sind¹. In den Werken dieses Autors wurden 87 Nasalstammverben und sta-Stammverben gefunden; davon sind 30 Nasalstammverben und 57 sta-Stammverben, von denen 49 einen langen Vokal in der Wurzel haben. Zum Zweck eines breiteren Kontextvergleichs wird Daukšas Verbalsystem mit den Systemen seiner Zeitgenossen Martynas Mažvydas und Jonas Bretkūnas verglichen. In Mažvydas’ Schriften sind 17, in Bretkūnas’ Bibel 43 Verben mit langem Stammvokal sta belegt. Die Besonderheiten der Verbalsysteme dieser Autoren werden im Folgenden mit Daten aus den litauischen Dialekten und dem heutigen Litauisch verglichen. Daukšas Schriften, die die mittlere Variante des Litauischen veranschaulichen, sind unter verschiedenen Gesichtspunkten untersucht worden²; eine umfassende Beschreibung der Verben mit langem Stammvokal sta in den Schriften dieses Autors liegt jedoch bislang nicht vor. Sta-Stammverben bilden eine umfangreiche Verbgruppe, die in den ostbaltischen Sprachen besonders weit verbreitet ist und spezifische Merkmale aufweist, durch die sie sich von anderen strukturellen Typen unterscheidet. Für die Entwicklung der Sta-Stammverben war die kategoriale Semantik von besonderer Bedeutung: Im heutigen Litauisch drückt das Formans sta meist eine inchoative, terminative Handlung sowie eine allmähliche Zustandsveränderung aus. Einige sta-Stammverben bilden eine Opposition causativa / resultativa (vgl. verčia / virsta, gręžia / grįžta, rūgsta / rūgsta, diegia / dygsta usw.) und bezeichnen einen resultativen Prozess (zu sta-Stammverben und ihrer Entwicklung siehe ausführlicher Pakalniškienė 1995, ebenso Kazlauskas 1968: 333, Kuiper 1937: 202–203). Ein beträchtlicher Teil der sta-Stammverben sind Denominativa oder Deadjektiva und bezeichnen daher meist einen durch das Grundwort bedingten Zustandswandel: šilpti, vargti, álkti, il̀gti, kálsti (siehe ausführlicher Pakalniškienė 2000: 71–89). Im heutigen Litauisch (mit seltenen Ausnahmen) setzen sta-Stammformen die Asymmetrie zwischen semantischer und morphologischer Kodierung optimal um und entsprechen dem Prinzip der konstruktionsbedingten Ikonizität, da der sta-Stamm eine inchoative Bedeutung und/oder die Kategorie der Intransitivität markiert³. Hinsichtlich ihrer morphonologischen Struktur können sta-Stammverben in der Wurzel einen kurzen oder langen Stammvokal haben (pas- 1 Die Verben mit kurzer Wurzel, Nasalstammverben und sta-Stammverben, die in den Werken von Mikalojaus Daukša belegt sind, wurden bereits behandelt; siehe Pakalniškienė, Šarkytė 2012. 2 Fragen der Akzentologie Daukšas untersuchte Pranas Skardžius; die Struktur der Pronomina beschrieb Albertas Rosinas (2001); Daukšas Schreibstil, Wortschatz und Merkmale der Übersetzungssprache analysierte Jonas Palionis (1979, 1995); Jurgis Lebedys (1963, 1977) untersuchte die athematischen Verben; Algirdas Sabaliauskas (1957: 77–114) legte eine Analyse der reflexiven Verben in den alten Schriften vor; einzelne Typen von Nasal- und sta-Stammverben beschrieb Vitalija Kapsevičienė (2002, 2003). 3 Nur wenige Verben weisen die Kategorie der Transitivität auf; sie tritt meist in präfigierten Formen auf, vgl.: išvysta, užmiršta, išgirsta, mėgsta. 10 Acta Linguistica Lithuanica LXVII Mikalojaus Daukšos raštų ilgosios šaknies sta kamieno veiksmažodžiai Zu diesem Typ gehören solche sta-Stammverben, deren Wurzelvokalismus unverändert bleibt – die Grundlage bildet ein langer Vokal, ein Diphthong oder ein gemischter Diphthong –, und die im Präteritum Formen mit o-Stamm aufweisen. Sta-Stammverben einer jüngeren Schicht (mit doppelter morphologischer Charakteristik) haben im Präsens in der Wurzel die gelängten Vokale q, ę, y, ū, die durch den Schwund des Infixes n vor s, š, z, ž entstanden sind: mąžta, šąšta, gęsta, vysta, dūžta. Vokalwechsel in den Hauptformen der ursprünglichen sta-Stammverben ist unüblich; meist wird der Vokalismus in allen Hauptformen vereinheitlicht. Die konsonantische Struktur der sta-Stammverben ist sehr vielfältig; komplexere Wurzelstrukturen sind besonders für Verben mit langer Wurzel charakteristisch. 1. VERBEN MIT LANGEM STAMMVOKAL STA BEI MIKALOJAUS DAUKŠA 1.1. In Daukšas Schriften sind 49 Verben mit langer Wurzel belegt; davon haben 25 einen langen Vokal in der Wurzel, bei 4 Verben bildet ein Diphthong das Wurzelzentrum, und 20 Verben haben in der Wurzel einen gemischten Diphthong. Zu diesem strukturellen Verbtyp gehören ausschließlich sta-Stammverben. Tabelle 1 enthält sämtliche Beispiele, die in den Texten von Daukša, Mažvydas und Bretkūnas belegt sind. Die Kennzeichnung der Vokallänge in der Wurzel ist in den Schriften des untersuchten Autors problematisch; in vielen Fällen wird der Vokal mit einem diakritischen Akzentzeichen markiert, das die Vokallänge kaum wiedergeben dürfte. Eine distinktive graphische Kennzeichnung des langen Vokals fehlt daher (vgl. die Formen nulūf-ta DP 213,44, plūfta DP 580,14, užrikbta DP 463,10, wikfta DP 508,46, iždikfta DP 487,11 / iždigfta DP 99,33 usw.). Auch der Vergleich der betreffenden Verben mit den Daten anderer alter Schriften wirft Fragen auf: Weder in Mažvydas’ noch in Bretkūnas’ Schriften gibt es eine konsequente graphische Wiedergabe langer Vokale, mit Ausnahme einiger von Bretkūnas verwendeter Formen, in denen ein langer Wurzelvokal offenbar angedeutet wird, vgl. papijkfti BB12, 6, pakljda BB154, 3 (j ir ij = y), plūfta BB293, 25, įchplūdę BB141, 31⁴. Dass die untersuchten Verben als Verben mit langer Wurzel gelten können, ergibt sich aus ihrem Vergleich mit Daten aus den litauischen Dialekten und dem Standardlitauischen: In den Dialekten und im heutigen Litauisch ist die Struktur dieser Verben stabil; in allen Paradigmen bleibt der lange Vokal erhalten, alternierende Formen gibt es nicht. Daher gibt es keinen Grund zu der Annahme, dass in den von Daukša belegten Formen kurzer Wurzelvokalismus vorherrschte. Im Folgenden wird ein Verzeichnis der Präsensformen in den alten Schriften unter Berücksichtigung des Wurzelvokalismus der Verben präsentiert: 4 Andererseits wird die Länge des Vokals ū in den Schriften dieses Autors sehr inkonsequent gekennzeichnet; vgl. die BB-Formen plu-ftanczę, plūftanczę, plūftanczę, standardlitauisch pakūrti – Präteritum pakūrė; siehe ausführlicher Raudienė 2001: 16. Straipsniai / Articles 11 RAIMONDA ŠARKYTĖ TABELLE 1. Register der Präsensformen in den alten Schriften Daukša Mažvydas Bretkūnas 1 A. VERBEN MIT LANGEM VOKAL IM STAMM užblė̇tancʒėa DK 161,13 – – iždįgłta DP 99,33 iždįkłta DP 487,11 – įſchdigłta BB552, 23 iufſta DP 462,29 iſijūſta DP 312,15 – – ſulįgłta DP 59,28 ſulįgłtame DP 296,5 ſulįgłtancʒius DP 217,27 – – pralobſta DP 4,9 – pralobſta BB326, 47 nuluſta DP 213,44 nulū́ta DP 484,19 – – megſta DP 40,13 mêgſti DP 10,28 [mêgėme DP 110,26] [panegįáma DP 623,50] pamêgſta DP 378,4; DP 435,38 pamêkſta DP 213,48; pamêgſta DP 395,5 megſta GK II 452 mekſta GKII 338 mekſta BB551, 19 panókſta DP 489(490),22 panókſtama DP 406,21 prinókſtami DP 389,47 [nepanókamoy’ DP 46,39] – nokſta BBJoz2,16 – – papijękſti BB12, 6 plūſta DK 180,19 pluſta DP 238(138),48; DP 370,1; DP 580,14 pluſtá DP 580,40 apiplūſta DP 626,23; išplūſta DP 251,2; nūplūſta DP 626,23 – plūſta BB293, 25 [plūduncʒius BB354, 2] užrikſta DP 463,10 – – aprūgſta DP 86,42∞ – – ſprogſta DP 13,1∞ – – praʒókſta DP 104,8 praʒokſta DP 500,17, DK 169,4 praʒókſtu DK 169,3 – [praſchoka BB18, 10] trokſt’ DK 175,16 trokſta DP 36,10 trokſcht GKII 447 – 12 Acta Linguistica Lithuanica LXVII Aus den Schriften von Mikalojus Daukša: Verben mit langem Wurzelvokal sta-Stammverben Daukša Mažvydas Bretkūnas trôkβta DK 104,17; DK 155,22 trôkβtu DK 135,7; DK 140,22 trôkβtamę DK 51,10 trôkβtanti DK 106,4; trôkβtaſis DP 399,20 wikſta DP 508,46 – – iβwſſta DP 287,4 – iſchwilſta BB284, 50 prazílta DP 303,42 – – 1B. VERBEN MIT EINEM GEMISCHTEN DIPHTHONG IN DER WURZEL alkſta DP 533,39, DK 104,16 alkſtáncžius DP 475,29; alkſtancžiam DP 523,5 alkſtat GAm alxtanczus GK I 170 – âlpſta DP 66,11, âlpſtati DK 162,20 – apalpſtant BB544, 32 nugáltáś DP 80,40 nenugſgaſt’ DP 446,37∞ teſſinūſigſt GK II 514 – ižgîrſta DP 248,22 – – grîβta DP 236,4; DP 162,45 griβta DP 236,4 apgrîβta DP 9,16; atgrîβta DP 549,1; nugriβta DP 328,50; pagrîβta DP 382,45; fugriβta DP 120,36; DP 188,32; DP 433,30; DP 477,48; fugriβta DP 206,25; DP 280,2; DP 282,42; fugriβtancžius DP 542a(542),29 sugriſcht GK I 153 tegrîſcht GK II 514 grinſchta BB334, 24 fugrinſchta BB290, 43 tegrinſchta BB529, 11 pailſt DP pailſtamę DP 357,19 – atſilſta BB12, 7 użmirβta DP 560,25, DK 114,9 użmirβta DP 274,35; DP 586,33 użmirβtamę DP 18,37 ußumirſta GK II 522 ußchmirſtam GK II 452 – ſkêſta DP 222,36 skeſtancžia DP 78,20 – – patârpſta DP 61,13 – – ižtirpſtaſis DP 615,40 iſchtirpſt GK II 278 – wârgſtáte DP 32,4 wargſtancziu 136 wargſtanczę GK II 39 pawargſta BB324, 25 pawirſta DP 39,39; DK 12,1 pawirſta DK 11,13; DK 99,3 pawirſti GK II 334 pawirſta BB280, 16 Straipsniai / Articles 13 RAIMONDA ŠARKYTĖ Daukša Mažvydas Bretkūnas 1 C. VERBEN MIT DIPHTHONG IM WURZELSTAMM – – aūfta BB73, 25 aūftant BB73, 24 ižgãiβta DP 582,33 nopgãiβta DP 81,3 – iſchgaiſchtam BB400, 12 paſwēikſta DP 369,45 – – 1.2. In Daukšas Schriften dominieren regelmäßige Paradigmen; die semantische und konstruktionelle Kodierung der untersuchten Verben ist optimal – semantische Verbmerkmale (intransitive / terminative Handlung) werden durch das morphologische Kennzeichen sta verankert. In Daukšas Werken überwiegen stabile Präsensformen des Stammes sta (siehe Tabelle 1), die den Bedingungen der Paradigmenstruktur entsprechen; die meisten vom Autor belegten Verben mit langem Wurzelvokal und dem Stamm sta haben sich auch im heutigen Litauischen etabliert. Nur zwei Verben weisen in den Schriften des untersuchten Autors doppelte Präsensformen auf: pamėgſta DP ‖ mėgeme DP; nepanókſtama „unbegreiflich“ DP ‖ nepanókamoý „unvergleichlich“ DP, was die Annahme nahelegt, dass sich die Ausbreitung des Stammes sta im Litauischen schrittweise vollzog, während mehrere Formen miteinander konkurrierten. Das Verb drįsti war in Daukšas Postilėje noch ein Stamm auf a (vgl. dręſa DP 23,47).5 1.3. Aus den gesammelten Daten geht hervor, dass die Präteritumformen in den Schriften des untersuchten Autors nicht variieren; belegt sind nur Formen mit o-Stamm, die den Paradigmenbedingungen der sta-Stammverben entsprechen (siehe Tabelle 2). Andererseits sind die Präteritumformen eines beträchtlichen Teils der Verben nicht belegt oder lassen den Stamm nicht erkennen. TABELLE 2. Verzeichnis der Präteritumformen Daukša Mažvydas Bretkūnas Áłko DP 242,49, iβálko DP 106,40; iβalkuſi DK 162,18 – iſchalkens BB546, 48 Iβáuβo DP 427,15 – praauſcha BB90, 8 vžáuβuſiu DK 93,2 – – iždĩgo DP 82,35∞; DP 84,13; DP 610,44 iždĩgús DP 97,21∞; iždĩge DP 97,22∞ – iſchdiga BB91, 23 5 In der heutigen litauischen Sprache weist dieses Verb bereits eine neue morphologische Struktur auf. Man kann davon ausgehen, dass die Entwicklung dieses Verbs nicht nur durch die kategoriale Semantik, sondern auch durch das Bestreben, das Paradigma auszugleichen, bestimmt wurde; daher wurde derselbe Vokal auf alle Formen dieses Verbs verallgemeinert und der Übergang zum sta-Stamm vollzogen. 14 Acta Linguistica Lithuanica LXVII Verben mit langem Wurzelvokal und sta-Stamm in den Schriften von Mikalojaus Daukša sta-Stammverben Daukša Mažvydas Bretkūnas ižgandós DP 440,38; ižgándos DP 41,16; ižgandotes DP 194,14∞; nugándos DP 6,36; nugándos DP 337,14; nufigado DP 590,29 nūfiganda GK II 277 įsiganda BB95, 28 nūfsiganda BB101, 3 persiganda BB95, 28 fugėdo DP 576,52 fugigėdes DP 400,25 – – pragido DP 159,2 – – grīmzdo DP 290,3 grīmždo DP 288,3∞ nugrimzdus DP 595,4 nogrimzdij GK II 522 – grīžo DP 179,14 grīžo DP 61,37 pagrīžo DP 189,33; pagrīžo DP 444,53; pagrīžulios DP 393,28; sugrīžo DP 213,1; fugrīžo DP 390,6; fugrižo DP 49,16; DP 65,38; DP 479,47 fugrižo DP 65,38; DP 58,18∞; DP 63,27∞; DP 381,9∞ fugrižo DP 49,16; DK 121,10; DP 122,38; DP 189,38∞; DP 193,50; DP 195,10; DP 302,33; DP 386,22∞; DP 471,23∞; DP 591,4; fugrižo DP 384,13; fugrižo DP 63,11; DP 93,28; DP 185,23; DP 228,42; DP 229,21; DP 229,36; DP 311,35; DP 465,21; fugrižo DP 419,44; fugrižomę DP 282,7; fugrižome DP 58,35; fugrižes DP 149,8; DP 385,24 fugrižes DP 381,22∞; fugrižes DP 274,18∞; fugrižes DP 296,11; DP 496,40; fugrižes DP 391,19; fugrižés DP 385,25; fugrižés DP 204,35; fugriže DP 188,35; fugriže DP 276,54; DP 412,17; fugrižulios DP 180,11; fugrižuliam’ DP 561,43; fugrižuliu DP 280,6 fugrijbai GK II 462 atgriba BB20,10 atgrinba BB20, 9 apsigriba BB142, 6 palsigriba BB95, 24 pailfūju DP 174,33 nūilfau GK II 513 ifchilis GK II 447 apilfa GK II 528 – Straipsniai / Articles 15 RAIMONDA ŠARKYTĖ Daukša Mažvydas Bretkūnas paiúko DP 285,29 paiúk au DP 308,6; paiúkes DP 168a paiunkai GK II 359 paiunkta GK II 481 paiunktojes GK II 501 – nukaltės DP 432,29 – – paklído DP 136,39; DP 136,41; DP 165,39; DP 218,4 paklido DP 469,47; paklìdules DP 246,37; paklìdúlios DP 218,13; DP 232,12 paklìdújus DP 534,16; paklìdúliai DP 441,2 – pakljda BB154, 3 palìnke DP 422,3 palinkus DP 52,21; palìnkusí DP 189,33 – – fulìgo DP 344,2 – – pralòbė DP 290,31; pralòbes DP 579,12 – praloba BB57, 13 Nulūdo DP 359,10∞; nulūdote DP 216,8; nulūde DP 191,11; nulūdúsi DK 106,19; nulūdúsi DP 334,43 – – mego DP 492,42 pamego DP 598,47; pamégo DP 27,5; pamégos DP 625,28; pamêgo DP 28,32; DP 35,5; DP 46,8; DP 280,35; DP 425,35; DP 595,31; pamégau DP 591,42∞; pamégai DP 435,7 pamegau DP 593,8; pamégau DP 432,17; pamęgtąs DP 397,23 pamega GKI 216 – vȝmìrɓo DK 124,16; vȝmîrɓo DP 355,36; DP 602,21 vȝmîrɓome DP 135,2 vȝmîrɓes DK 122,6; vȝmîrɓes DP 77,20; DP 361,4; vȝmîrɓe DP 94,36 vɓmirſcha GK II 525 vɓmirſchau GK II 472 nevɓmirſcha GK II 431 uɓumirſcha BB90, 23 uɓmirſchai BB533, 19 pranóko DP 399,43; 602,33; pranóko DP 602,29; DP 616,25 – nunokens BB566, 14 panoka BB69, 23 panoko BB1Moz31,23 plìɓo DP 288,1∞ perplìɓo 179,1 – perplifcha BB397, 31 plúdo DP 169,2 iɓplúdo DP 176,2; iȝplúdo DK 142,5 – ifchplūde BB141, 31 iɓrîɓko DP 33,8 vȝrîɓko DP 418,23 iffirifka GKII 280 – 16 Acta Linguistica Lithuanica LXVII Mikaloj aus Daukšos raštų ilgosios šaknies sta kamieno veiksmažodžiai Daukša Mažvydas Bretkūnas paſkendo DP 60,48 paſkėdo DP 523,13; DP 418,43 – – užſprīngo DP 140,5 – – paſwėiko 113,36∞ – – praſóko DP 5,2; praſókulius DP 474,25 – – tróbko DP 144,32 troſka GKII 451 itroſchkens BB546, 48 nuwargę DP 8,14 pawargėsis DP 206,30 pawarguſi GK II 524 pawarguſiuu GK II 522 pawargufio BB181, 6 užwėllūsiu DK 93,2; užwėles DP 353,18; užwėluf eis DP 404,26 – – Ißwīdo DP 117,36∞; Ißwīdau DK 144,9; Iß3wide DP 208,13 iſchwida GKII 462 iſchwida BB117,6 iſwjda BB118, 11 iwiko DP 50,31 – – pawirto DP 491,14; pawîrto DP 43,9∞; pérwirtufius DP 416,27 pawirtes GK I 182 pawirta BB42, 26 pawito DP 463,14 pawîte DP 582,39 – – prażīdo DP 398,22 – – 1.4. Die Struktur der Wurzeln von Daukšas Verben ist vielfältig. Vorherrschend sind Verben mit einer recht einfachen konsonantischen Struktur, vgl.: CVC (zwanzig Verben), CCVC (plūdo DP 169,2; paklido DP 469,47; plūpo DP 288,1∞, paſwėiko 113,36∞), zwölf Verben weisen eine zweigliedrige Koda auf (Typ CVCC). Es kommen auch seltenere Strukturen vor, die bei Verben mit einem gemischten Diphthong in der Verbalwurzel häufiger sind, vgl.: CCCVCC (užſprīngo DP 140,5), CCVCCC (grįmždo DP 290,3), VCC (ilg tis DP 454,22, pailfujiu DP 174,33, ãlpfta DP 66,11, Álko DP 242,49), CCCVC (ſprógſta DP 13,1), VC (Ißâußo DP 427,15). In den Hauptformen der belegten Verben ist kein Vokalwechsel verzeichnet⁶. 1.5. Die Verben mit sta-Stamm der Vergleichsautoren – Daukša, Mažvydas und Bretkūnas – weisen keine ausgeprägten strukturellen Unterschiede auf; in den Schriften aller drei Autoren stimmen die Präsens- und Präteritumsformen in den meisten Fällen überein: Durchgängig werden Präsensformen mit sta-Stamm und Präteritumsformen mit o-Stamm verwendet. Erwähnenswert ist lediglich die von Bretkūnas verwendete Form mit a-Stamm praſchoka BB 18, 10, obwohl Daukšas Schrif-stastaoa ⁶ Nur ein Verb, dreſa (historisch mit a-Stamm), illustriert in den Schriften des untersuchten Autors einen qualitativen Vokalwechsel: dreſa DP 23,47 – driffo DP 76,35. Die in Bretkūnas’ Schriften belegte Form drinſa zeigt, dass der Prozess des Paradigmenausgleichs bei diesem Verb bereits begonnen hatte. a Straipsniai / Articles 17 RAIMONDA ŠARKYTĖ Darin kommen Verben mit dem Stamm sta vor: prabõksta DP 104,8. Beide Formen werden mit der Bedeutung einer selbständigen Handlung ‚vorübergehen, vergehen, verschwinden‘ verwendet. Die Konkurrenz dieser Formen zeugt von der Expansion des sta-Stamms und der Etablierung der morphosemantisch transparenten Form hinsichtlich der semantischen Kodierung. „[...] den Übergang zum Typ der sta-Stämme dürfte die semantische Aufspaltung des Lexems bewirkt haben, infolge derer das Verb, nachdem es mutative und intransitive Handlungsbedeutungen angenommen hat, zugleich im Präsens sta-stämmige Formen erhält“ (Kiseliūnaitė 1991: 122). In den Texten von Mažvydas und Bretkūnas sind unter den untersuchten Verben keine Fälle von Vokalwechsel zwischen den Grundformen belegt. Wie Daukša verwendete auch Bretkūnas a-stämmige Formen des Verbs dristi mit dem älteren Vokalwechsel nedrenła BB98, 32 sowie mit ausgeglichenem Vokalismus drinflat BB99, 15. 1.6. In den litauischen Dialekten haben Verben mit langer Wurzel gewöhnlich Präsensformen mit sta-Stamm. Nichtikonische Alternativformen sind unterschiedlich zu erklären: Bei einigen sind ältere Nasalinfixformen erhalten (skẽnda Š, Kz, Aps, Ad, viñta Er, Krk, Kkl, ruñga Glv), möglicherweise auch Formen mit ia-Stamm (mẽgia Ob, V.Krev, Brž, Pš, Slm, Užp, Vaižg, Sv, Všk, Lnkv, SD137, Ds); bei anderen wurde der Wurzelvokalismus des Präsens durch Verallgemeinerung des Vokalismus des Präteritums verändert (príruga Zt); es kommen Kontaminationsformen vor (vỹma Lz). 1.7. Im heutigen Litauischen haben alle Verben mit langer Wurzel Formen mit sta-Stamm; es gibt keine Motive für die Entstehung von Nebenformen. SCHLUSSFOLGERUNGEN 1. In Daukšas Werken überwiegen stabile Präsensformen mit sta-Stamm, die den Bedingungen der Paradigmenstruktur entsprechen; belegt sind nur einige wenige Präsensnebenformen (mẽgsta ‖ mẽgia, nòka ‖ noksta ‚einholen, gleichkommen‘), die die Expansion des sta-Stamms anzeigen. 1.1. Die konstruktive Kodierung der von Daukša belegten Verben ist einheitlich und optimal; die meisten belegten Verben sind morphosemantisch transparent, denn die kategoriale Semantik (Mutativ, Intransitiv, oft Resultativ) wird durch ein morphologisches Kennzeichen – das Formans sta – ausgedrückt. 2. Die in den Schriften von Mažvydas und Bretkūnas belegten Präsens- und Präteritumformen entsprechen den von Daukša verwendeten Formen; ihre Verben weisen keine ausgeprägten strukturellen Unterschiede auf. Lediglich in Bretkūnas’ Biblijoje sind Nebenformen eines Verbs belegt: plūsta ‖ plūdžia. Dieser Autor verwendete die a-stämmige Form prašoka im Sinne von ‚geht vorüber, vergeht‘, die bei Daukša mit derselben Bedeutung sta-stämmig ist. 3. In den litauischen Dialekten werden gewöhnlich Formen mit sta-Stamm von Verben mit langer Wurzel verwendet; nur einige wenige der von Daukša belegten Verben haben Präsensneben- 18 Acta Linguistica Lithuanica LXVII Mikalojaus Daukšos raštų ilgosios šaknies sta kamieno veiksmažodžiai Formen der Vergangenheitszeit; sie sind sämtlich im Gebiet der Aukštaiten belegt, und ihre morphologische Struktur ist recht vielfältig: Es handelt sich um alte Infixformen skėnda Š, Kz, Aps, Ad, vūnta Ėr, Krk, Kkl und rūnga Glv, Formen mit den Stämmen ia und a, sveikia Lz, mėgia Ob, V.Krėv, Brž, Pš, Slm, Užp, Vaižg, Sv, Všk, Lnkv, SD137, Ds, plūdžia, prirūga Zt sowie die kontaminierte Form vỹma Lz. Im heutigen Litauisch werden nur die optimal transparenten und maximal ikonischen Formen mit dem Stamm sta verwendet, die der Asymmetrie der semantischen und morphologischen Kodierung entsprechen. ŠALTINIAI DK – Kathechismas, arba Mokslas kiekvienam krikščioniui privalus. Parasitas per D. Jaku-ba Ledesma Theologa Societaitis Iesu. Ižgulditas iš Liežuvio Lankiškio ing Lietuviška per Kuniga Mikaloju Daukša Kanonika Žemaičiu. Išspaustas Vilniuje Metuose užgimimo Viešpaties 1595. Prieiga per internetą: http://www.lki.lt/seniejirastai/db.php. DP – Postilla Catholicka: Tai esti izguldymas Ewangeliujų kiekvienos nedelos ir szvetes per vissus metus / Per kuniga Mikloiv Davksza Kanonika Mednikų- [Vilnius: Akademijos sp.], 1599. Prieiga per internetą: http://www.lki.lt/seniejirastai/db.php. Mž – D o m i n y k a s U r b a s. Martyno Mažvydo raštų žodynas. Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidykla, 1996. G i e d r ė N o r v i l a i t ė 2004: Intarpiniai ir sta-kamieniai veiksmažodžiai M. Mažvydo raštuose. Magistro baigiamasis darbas. Klaipėdos universitetas. Transliteruotas J. Bretkūno Biblijos (I-oji ir III-ioji dalys) rankraštinis tekstas. – Lina Raudienė 2001: Jono Bretkūno „Biblijos“ šakniniai veiksmažodžiai. Magistro baigiamasis darbas. Klaipėdos universitetas. LITERATŪRA K a p s e v i č i e n ė V i t a l i j a 2002: Morfologinė intarpinių ir sta-kamienių veiksmažodžių (grūva, gyja tipu) struktūra senojoje lietuvių raštijoje. – Vārds un tā pētīšanas aspekti: Rakstu krājums 6. Liepāja. K a p s e v i č i e n ė V i t a l i j a 2003: Morfologinė intarpinių ir sta-kamienių veiksmažodžių (kyla, byra tipų) struktūra senuosiuose lietuvių raštuose. – Vakarų Baltų kalbos ir kultūros reliktai (Tiltai, priedas Nr.14). Klaipėda: Klaipėdos universiteto leidykla. K a r a l i ū n a s S i m a s 1987: Baltų struktūrų bendrybės ir jų kilmė. Vilnius: Mokslas. K a u k i e n ė A u d r o n ė 1994: Lietuvių kalbos veiksmažodžio istorija. Klaipėda: Klaipėdos universiteto leidykla. Straipsniai / Articles 19 RAIMONDA ŠARKYTĖ Kaukienė Audronė 2002: Lietuvių kalbos veiksmažodžio istorija 2. Klaipėda: Klaipėdos universiteto leidykla. Kaukienė Audronė 2006: Sangražinių veiksmažodžių istorija. Klaipėda: Druka. Kazlauskas Jonas 1968: Lietuvių kalbos istorinė gramatika. 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Pakalniškienė Dalia 2008: Lietuvių kalbos intarpinių veiksmažodžių su e šaknyje kilmė. – Baltistikos problemos 3. Vilnius: Lietuvių kalbos instituto leidykla, 250–263. 20 Acta Linguistica Lituanica LXVII Mikalojaus Daukšos raštų ilgosios šaknies sta kamieno veiksmažodžiai P a k a l n i š k i e n ė D a l i a, Š a r k y t ė R a i m o n d a 2012: Mikalojaus Daukšos raštų intarpiniai ir sta kamieno veiksmažodžiai natūraliosios morfologijos požiūriu. – Res humanitariae 11. Klaipėda, 149–170. P a l i o n i s J o n a s 1979: Lietuvių literatūrinės kalbos istorija. Vilnius: Mokslas. P a l i o n i s J o n a s 1995: Lietuvių rašomosios kalbos istorija. Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidykla. R a u d i e n ė L i n a 2001: Jono Bretkūno „Biblijos“ šakniniai veiksmažodžiai. Magistro baigiamasis darbas. Klaipėdos universitetas. R o s i n a s A l b e r t a s 2001: Mikalojaus Daukšos tekstų įvardžių semantinė ir morfologinė struktūra. Vilnius: MELI. S a b a l i a u s k a s A l g i r d a s 1957: Atematiniai lietuvių kalbos veiksmažodžiai. – Kai kurie lietuvių kalbos gramatikos klausimai, 77–114. S k a r d ž i u s P r a n a s 1996–1999: Rinktiniai raštai 1–5. Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidykla (1), Mokslo ir enciklopedijų leidybos institutas (2–5). V i d u g i r i s A l o y z a s 1973: Zietelos tarmės veiksmažodžio kaityba. – Lietuvių kalbotyros klausimai 14, 199–219. Sta Stem Verbs with Long Root Attested in the Texts of Mikalojus Daukša S U M M A R Y The aim of this article was to explore long rooted sta stem verbs attested in the old texts of Mikalojus Daukša. 49 verbs in question have been found, 25 of which have a long vowel, 4 verbs have a diphtong and 20 verbs have tautosyllabic combinations with n in their root. The analysis of attested verbs allowed highlighting the most prominent peculiarities of usage of verbs in the texts of Daukša and his contemporaries Mažvydas and Bretkūnas, also in Lithuanian dialects and contemporary Lithuanian language: 1. In the works of the aforementioned author stable sta stem structures, complying with the paradigm structure requirements, prevail, thus the majority of them correspond to the forms used in the contemporary Lithuanian language. The only complementary forms found in the works of Daukša megsta || megia, noka || noksta testify the expansion of sta stem. Semantic and constructional coding in the majority of attested verbs is optimal, that is, semantic characteristics of verbs in question (namely, spontaneous, reflexive, intransitive, and frequently resultative action) are reinforced by a morphological marker sta. 2. The present and past forms found in the texts of Mažvydas and Bretkūnas in the majority of cases correspond to those attested in Daukša’s texts, the verbs do not have any prominent Straipsniai / Articles 21 RAIMONDA ŠARKYTĖ structural differences in the works of all three authors, the only complementary forms plūsta || plūdžia have been found in the texts of Bretkūnas. This author used a stem verb prašoka differently from Daukša, who preferred sta stem forms for the same meaning. 3. In Lithuanian dialects complementary forms vary in their morphological root structure, that is, several infix forms, a and ia stem forms have been registered in Aukštaitija region as substitutes for stable sta stem forms. In the current Lithuanian language only optimally transparent and iconic sta stem forms, complying with asymmetry of semantic and morphological coding are being used. Įteikta 2012 m. liepos 30 d. RAIMONDA ŠARKYTĖ Klaipėdos universitetas Herkaus Manto g. 84, LT-92294 Klaipėda, Lietuva [email protected] 22 Acta Linguistica Lithuanica LXVII