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XVII a. anoniminio rankraštinio žodyno „Lexicon Lithuanicum“ sudurtiniai vokiečių kalbos daiktavardžiai

Dalius Jarmalavičius

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DALIUS JARMALAVIČIUS Universität Vilnius Forschungsschwerpunkte: synchrone und diachrone Wortbildung, historische Morphologie der germanischen Sprachen, Untersuchungen zur Wortbildung in baltischen zweisprachigen handschriftlichen Wörterbüchern. DEUTSCHE KOMPOSITA IM ANONYMEN HANDSCHRIFTLICHEN WÖRTERBUCH DES 17. JAHRHUNDERTS LEXICON LITHUANICUM Deutsche Nominalkomposita im anonymen handschriftlichen deutsch-litauischen Wörterbuch Lexicon Lithuanicum aus dem 17th. Jahrhundert ZUSAMMENFASSUNG In diesem Artikel werden die deutschen Nominalkomposita des anonymen handschriftlichen deutsch-litauischen Wörterbuchs des 17. Jahrhunderts Lexicon Lithuanicum erörtert. Die Forschungsdaten werden in folgender Reihenfolge präsentiert: Zunächst werden die Kompositionsmodelle nach der Wortart ihres Erstglieds beschrieben und die Art ihrer Verbindung erörtert; anschließend werden die Nominalkomposita nach der semantisch-syntaktischen Beziehung zwischen ihren Gliedern analysiert, wobei determinative, possessive, kopulative und rektionsbestimmte Komposita unterschieden werden. Abschließend wird die Wortbildungsstruktur der Glieder der Nominalkomposita betrachtet. SCHLÜSSELWÖRTER: Wortbildung, handschriftliches Wörterbuch, Komposita, determinative, possessive und rektionsbestimmte Komposita. ANNOTATION Dieser Artikel untersucht die Zusammensetzung deutscher Substantive im anonymen handschriftlichen deutsch-litauischen Wörterbuch Lexicon Lithuanicum aus dem 17.th Jahrhundert. Die Ergebnisse werden wie folgt präsentiert: Zunächst werden die Typen deutscher Substantive anhand ihrer Erstglieder mit Fugenelement erörtert; anschließend wird eine weitere Klassifikation der 54 Acta Linguistica Lithuanica LXXIV XVII a. anoniminio rankraštinio žodyno Lexicon Lithuanicum sudurtiniai vokiečių kalbos daiktavardžiai Komposita nach der semantischen und syntaktischen Interpretation ihrer Bestandteile, darunter determinative, possessive, kopulative und deverbale Komposita, analysiert. Abschließend wird die Struktur der Komposita im Hinblick auf die Wortbildung ihrer Bestandteile ausführlich beschrieben. SCHLÜSSELWÖRTER: Wortbildung, handschriftliches Wörterbuch, nominale Komposition, determinative, possessive und deverbale Komposita. 0. EINLEITUNG Dieser Artikel behandelt die deutschen Substantivkomposita im anonymen handschriftlichen deutsch-litauischen Wörterbuch Lexicon Lithuanicum, das als erstes Wörterbuch dieser Sprachen in Kleinlitauen gilt. Bevor die Ergebnisse der Analyse deutscher Substantivkomposita vorgestellt werden, empfiehlt es sich, die Hypothesen zur Entstehung des Wörterbuchs kurz zu überblicken. Bemerkenswert ist, dass es den Forschenden bislang weder gelungen ist, den Verfasser des Manuskripts noch das genaue Datum seiner Abfassung zu bestimmen. Lange Zeit wurde zwar angenommen, der Verfasser des erwähnten Wörterbuchs müsse Daniel Klein gewesen sein. Die Befürworter dieser Hypothese begründeten dies damit, dass Klein neben einer Grammatik der litauischen Sprache auch ein zweisprachiges Wörterbuch zusammengestellt hatte, das nicht gedruckt wurde; daher könnte das Lexicon Lithuanicum eine Abschrift des letztgenannten Werkes sein (vgl. Citavičiūtė 2008: 266, 2009: 32–33; Drotvinas 1987: 10). Vincentas Drotvinas neigt dieser Zuschreibung nicht zu und weist darauf hin, dass die Schreibweise derselben Wörter sowohl im Wörterbuch als auch in Kleins Werken unterschiedlich ist. Wäre es Kleins Manuskript, so müsste die Schreibung der Wörter in beiden Werken weit stärker übereinstimmen. Obwohl die Wasserzeichen des Papiers des Lexicon Lithuanicum darauf hindeuten, dass das Wörterbuch zwischen 1632 und 1658 verfasst worden sein könnte, also etwa zur selben Zeit wie Kleins Grammatiken, lässt die Analyse der Handschrift darauf schließen, dass es sich vielmehr um ein von mehreren Personen erarbeitetes Werk handeln dürfte (Drotvinas 1987: 12–15, 18). Vincas Urbutis äußert sich zur Verfasserschaft des handschriftlichen Wörterbuchs weniger kategorisch, denn auch Kleins eigene Wörter werden unterschiedlich geschrieben; daher bedeutet die abweichende Verdoppelung einzelner Konsonanten noch nicht, dass die Verfasserschaft eine andere ist. Andererseits merkt Urbutis an, dass das Lexicon Lithuanicum lediglich eine Abschrift ist, an der mehr als eine Person mitgewirkt hat (Urbutis 1990: 184). Da die Verfasserschaft dieses Manuskripts nicht geklärt ist, ist es laut Drotvinas (1987: 23) angemessen, dieses Wörterbuch als ein anonymes, eigenständiges Denkmal der preußisch-litauischen Schriftkultur der Mitte des 17. Jahrhunderts zu betrachten, das aufgrund des Reichtums an Wörtern der damaligen Umgangssprache sowie der vielfältigen lexikalischen und wortbildnerischen Synonymik des Wörterbuchs wertvoll ist. Straipsniai / Articles 55 DALIUS JARMALAVIČIUS Das Lexicon Lithuanicum, dessen Text 225 Seiten (113 Blätter) und dessen Register 9200 deutsche Wörter sowie 7200 litauische Entsprechungen umfasst, ist unter wortbildungsbezogenem Gesichtspunkt weder weltweit noch in Litauen eingehender untersucht worden. Die deutschen Substantivkomposita darin, von denen eine beträchtliche Anzahl (1170 Wörter) belegt ist, sind bislang überhaupt nicht erforscht worden; deshalb wurde dieses Manuskript als Quelle für die Analyse der Wortbildung von Substantivkomposita ausgewählt. Das handschriftliche Wörterbuch dient auch deshalb als Untersuchungsgrundlage, weil Texte dieser Art reich an umgangssprachlichem, von Korrekturen unberührtem Wortschatz sind, der viele Informationen über die Feinheiten und die Authentizität der in einer bestimmten Zeit verwendeten Sprache liefert. Ein weiterer Hinweis auf die Aktualität dieses Artikels ist das Fehlen systematischer Untersuchungen zur Wortbildung deutscher Komposita in historischer Perspektive; besonders mangelt es an Studien zu den vorherrschenden Typen von Komposita des 17. Jahrhunderts. So beschreibt Eva-Maria Heinle (2000: 1911–1912) die Komposita dieses Jahrhunderts sehr allgemein: Erstens hätten sie eine wichtige Rolle in der Wortbildung gespielt, und zweitens habe sich damals bereits die Tendenz abgezeichnet, Substantivkomposita aus mehr als zwei Bestandteilen zu bilden. Wie sich erkennen lässt, sind diese Aussagen wenig aussagekräftig und vermitteln kein Gesamtbild der in der Kompositionsbildung des 17. Jahrhunderts vorherrschenden Modelle und der strukturellen Merkmale ihrer Bestandteile. Ziel ist es daher, auf Grundlage der Analyseergebnisse nicht nur die vorherrschenden Wortbildungsmodelle der im Wörterbuch belegten deutschen nominalen Komposita, die syntaktisch-semantische Struktur ihrer Bestandteile und die Art ihrer Verbindung zu beschreiben sowie ihre Wortbildungsstruktur zu überblicken, sondern auch das Wortbildungspotenzial von Wörtern zu beurteilen, die eine mehrschichtige Struktur ihrer Bestandteile aufweisen. Im Artikel werden die Untersuchungsergebnisse in folgender Reihenfolge präsentiert: Zunächst werden die Komposita nach der Wortart des Erstglieds betrachtet, um die vorherrschenden Kompositionsmodelle und die Art der Verbindung der Bestandteile zu bestimmen; anschließend werden sie nach der semantisch-syntaktischen Beziehung zwischen den Bestandteilen beschrieben. Abschließend wird die Wortbildungsstruktur der deutschen substantivischen Komposita überblickt. Zur Präzisierung bestimmter Fakten zur Bildung deutscher Substantivkomposita wurden folgende Wörterbücher herangezogen: das Wörterbuch von Hermann Frischbier (1971), das von Richard Pietsch (1991), die elektronische Version des Wörterbuchs von Jacob und Wilhelm Grimm (URL: http://woerterbuchnetz.de/DWB/), und das DUDEN-Etymologiewörterbuch (2001). 1. STRUKTUR DER KOMPOSITUMKONSTITUENTEN NACH DER WORTART DER ERSTEN KONSTITUENTE Im Wörterbuch dominiert das Kompositionsmodell, bei dem beide Konstituenten Substantive sind. Diese Wörter machen 75,7% aller Komposita aus (siehe Diagramm 1), z. B.: 56 Acta Linguistica Lithuanica LXXIV XVII a. anoniminio rankraštinio žodyno Lexicon Lithuanicum sudurtiniai vokiečių kalbos daiktavardžiai Abendstern Wakaro βwaibde1 ‚Abendstern‘ Lex 2a (Abend ‚Abend‘ + Stern ‚Stern‘), Bauchwehe Pilwo Skaudejims, Rûpes Lex 13 (Bauch ‚Bauch‘ + Wehe ‚Schmerz‘), Dachziegel Czerpiczia, Plita ‚Dachziegel‘ Lex 22 (Dach ‚Dach‘ + Ziegel ‚Ziegel‘), Finger Hutt Nopertskas ‚Fingerhut‘ Lex 36 (Finger ‚Finger‘ + Hutt ‚Hut, Mütze‘), Milch Eymer Milßtuw̄e ‚Melkeimer‘ Lex 61a (Milch ‚Milch‘ + Eymer ‚Eimer‘), Schafffleisch Awinczena ‚Hammelfleisch‘ (Schaff ‚Schaf‘ + Fleisch ‚Fleisch‘), Tischtuch Skoterte ‚Tischdecke‘ Lex 88 (Tisch ‚Tisch‘ + Tuch ‚Tuch‘). 1 DIAGRAMM. Komposita nach der Wortart der ersten Konstituente2 Im Wörterbuch finden sich deutlich weniger Komposita mit einer verbalen Erstkonstituente; sie machen 13,6% aller zusammengesetzten Substantive aus, z. B.: Auffwaschtuch Mas-gote ‚Waschlappen, Lappen‘ Lex 10 (auffwaschen ‚waschen, abwaschen‘ + Tuch ‚Tuch, Lappen‘), Backof Peczus ‚Backofen‘ Lex 12a (backen ‚backen‘ + Ofen ‚Ofen‘), Dancklied Dekawones Giesme Lex 22a (dancken ‚danken‘ + Lied ‚Lied, Gesang‘), Findgeld Radybos Lex 36 (finden ‚(auf)finden‘ + Geld ‚Geld‘), Schneidscheer 1 Der Artikel gibt die Originalübersetzung der Komposita des Autors der analysierten Quelle ins Litauische wieder. In einfachen Anführungszeichen stehen Wörter, deren Bedeutung sich in der modernen Sprache unterscheidet oder die für Leser möglicherweise unverständlich sind. 2 Plg. Jarmalavičius, Stundžia 2015: 233. Straipsniai / Articles 57 DALIUS JARMALAVIČIUS Zirkles ‚Schere‘ Lex 76a (schneiden ‚schneiden‘ + Scheer(e) ‚Schere‘), Wetz Stein Tekelas, Galanstuwas ‚Wetzstein‘ Lex 105 (wetzen ‚schärfen‘ + Stein ‚Stein‘). Verglichen mit den Komposita mit einem Verb als Erstkonstituente sind Wörter des Modells Adjektiv + Substantiv fast halb so häufig belegt (~6,9%), z. B.: Baar Geld Penigai ‚Geld‘ Lex 12 (bar ‚bar, in bar‘ + Geld ‚Geld‘), Flachfeld Lyguma Lex 36a (flach ‚flach‘ + Feld ‚Feld‘), Graupferd Szirkiamas ‚Schimmel‘ Lex 44 (grau ‚grau‘ + Pferd ‚Pferd‘), Neumond jaunus ‚Neumond‘ Lex 64a (neu ‚neu‘ + Mond ‚Mond‘), Sauerteig Raugas ‚Sauerteig‘ Lex 73 (sauer ‚sauer‘ + Teig ‚Teig‘), Weiß Brodt Piragas ‚Kuchen, Weißbrot‘ Lex 104a (weiß ‚weiß‘ + Brodt ‚Brot‘). Im Wörterbuch finden sich nur sehr wenige Komposita, deren Erstkonstituente eine Präposition oder ein Zahlwort sein kann; sie machen lediglich 3,8% aller analysierten Substantive aus, z. B.: Auffgeld Ußzylkas ‚Zuschlag‘ Lex 8a (auff ‚an, auf‘ + Geld ‚Geld‘), Nachhochzeit Paswodbis ‚Hochzeitsfeier‘ Lex 63a (nach ‚nach‘ + Hochzeit ‚Hochzeit‘), Vorhauß Buttas ‚Vorhaus‘ Lex 102 (vor ‚vor‘ + Hauß ‚Haus‘), Einhorn Wienraggis ‚Einhorn‘ Lex 28 (ein(s) ‚eins‘ + Horn ‚Horn‘), Nenunaüge Dewinakakis ‚Neunauge‘ Lex 64a (neun ‚neun‘ + Auge ‚Auge‘). 2. ART DER VERBINDUNG DER KOMPOSITIONSGLIEDER Die Komposita des Wörterbuchs mit einem substantivischen und einem verbalen Erstglied können mit oder ohne Fugenelemente gebildet sein. Bei 196 Komposita des untersuchten Manuskripts liegt Interfigierung vor; sie machen etwa 16,8% aller Komposita aus. Fugenelemente können flektierte und nicht flektierte Formen sein (siehe Tabelle 1). 1 TABELLE. Lexicon Lithuanicum Verbindung der Kompositionsglieder Komposita mit einem substantivischen und einem verbalen Erstglied 1045 (100%) Ohne Fugenelement Mit Fugenelement 849 (81,2%) 196 (18,8%) Flektierte Fugenelemente Nicht flektierte Fugenelemente 174 (16,7%) 22 (2,1%) Die Fugenelemente der meisten Komposita mit zwei substantivischen Gliedern kennzeichnen die Kasusform des Erstglieds (siehe Tabelle 2). Die Glieder der Komposita werden durch folgende flektierte Fugenelemente verbunden: 58 Acta Linguistica Lithuanica LXXIV XVII a. anoniminio rankraštinio žodyno Lexicon Lithuanicum sudurtiniai vokiečių kalbos daiktavardžiai TABELLE 2. Fugenelemente der Komposita Modell Fugenelemente (196) (e)s (e)n e er ensSubstantiv + Substantiv 58 103 10 10 2Verb + Substantiv – – 13 – –Anteil 29,6 52,6 11,7 5,1 1 a) –(e)n–, mit dem die meisten Wörter gebildet werden, z. B.: Augenlieder Akkiu Wokekai Lex 10 (Gen. Pl. Augen ‚Augen‘ + Nom. Pl. Lieder ‚Lider‘), Birkenoel Degutas Lex 18 (Gen. Pl. Birken ‚Birken‘ + Nom. Sg. Oel ‚Öl‘), Fliegen Schwarm Mussumarai ‚Fliegenschwarm‘ (Gen. Pl. Fliegen ‚Fliegen‘ + Nom. Sg. Schwarm ‚Schwarm‘), Gerstenstroh Miezenojei ‚Gerstenstroh‘ (Gen. Pl. Gersten ‚Gerste‘ + Nom. Sg. Stroh ‚Stroh‘); b) –(e)s–, mit dem weniger Komposita belegt sind als mit dem Fugenelement –(e)n–, z. B.: Bockshorn Ozo ragas ‚Bockshorn‘ Lex 19 (Gen. Sg. Bocks ‚des Ziegenbocks‘ + Nom. Sg. Horn ‚Horn‘), Bräutigams Mutter Anczyta ‚Schwiegermutter‘ Lex 19a (Gen. Sg. Bräutigams ‚des Bräutigams‘ + Nom. Sg. Mutter ‚Mutter‘), Gottes Hauß Baßnyczia ‚Kirche‘ Lex 43a (Gen. Sg. Gottes ‚Gottes‘ + Nom. Sg. Hauß ‚Haus‘), Kindes Kind Waiku waikai, Annuks ‚Enkelkind‘ (Gen. Sg. Kindes ‚des Kindes‘ + Nom. Sg. Kind ‚Kind‘); c) –e–, das viel seltener ist als –(e)n– und –(e)s–, z. B.: Erndtezeit Pjutes Czesas ‚Erntezeit‘ Lex 32 (Nom. Sg. Erndte ‚Ernte‘ + Nom. Sg. Zeit ‚Zeit‘), Gansestall Zasinyczia ‚Gänsestall‘ Lex 39 (Gen. Pl. Ganse [Gänse] ‚Gänse‘ + Nom. Sg. Stall ‚Stall‘), Kuhe Kalb Telicze ‚Kälbchen‘ Lex 56 (Gen. Pl. Kuhe [Kühe] ‚Kühe‘ + Nom. Sg. Kalb ‚Kalb‘); d) –er–, das 10 Komposita aufweisen, z. B.: Eyer Klar Baltinys ‚Eiweiß‘ Lex 33a (Gen. Pl. Eyer ‚Eier‘ + Klar ‚Eiweiß‘), Hünerstall Laksta ‚Hühnerstall‘ Lex 51a (Gen. Pl. Hüner [Hühner] ‚Hühner‘ + Nom. Sg. Stall ‚Stall‘), Kleiderbürst Drapano Szepetys ‚Kleiderbürste‘ Lex 54a (Gen. Pl. Kleider ‚Kleider‘ + Nom. Sg. Bürst[e] ‚Bürste‘); e) –ens–, mit dem nur wenige Wörter verbunden sind, z. B.: Glaubensgenoß Wenos Wieros ‚Glaubensgenosse‘ Lex 43 (Gen. Sg. Glaubens ‚des Glaubens‘ + Nom. Sg. Genoß [Genosse] ‚Gefährte, Mitglied‘), Herzensfreund ßirdies prietelus ‚Herzensfreund‘ Lex 48a (Gen. Sg. Herzens ‚des Herzens‘ + Nom. Sg. Freund ‚Freund‘). Bei Komposita des Modells Substantiv + Substantiv werden die Bestandteile selten durch nicht flektierte Elemente verbunden, z. B.: Bruderntochter Brolyzce ‚Nichte‘ Lex 20 (Bruder ‚Bruder‘ + n + Tochter ‚Tochter‘), Geburtsstunde Adina Uzgimmimo ‚Geburtsstunde‘ Lex 39a (Geburt ‚Geburt‘ + s + Stunde ‚Stunde‘), Herzeleyed Nekandas, Negandas ‚Unglück‘ Lex 48a (Herz ‚Herz‘ + e + Leyд ‚Leid‘), Liebestrunck Meiles gerimas ‚Liebestrank‘ Lex 59 (Liebe ‚Liebe‘ + s + Trunck ‚Trank‘), Straipsniai / Articles 59 DALIUS JARMALAVIČIUS Paulbekehrungstag Pussiauzėmis, Pauline „Paulinenfest“ Lex 67 (Paulbekehrung „Paulus’ Bekehrung“ + s + Tag „Tag“), Storchen Nest Gandru lizdas „Storchennest“ Lex 84a (Pl. Storche [Störche] „Störche“ + n + Nest „Nest“). Der Großteil der Nominalkomposita mit einem verbalen Erstglied wird gewöhnlich ohne Fugenelement verwendet (siehe Tabelle 2). Im Wörterbuch fanden sich 13 Wörter mit dem unflektierten Fugenelement -e-; sie machen 8,1% dieser Komposita aus, z. B.: Blasebalg Dumples „Orgelbalg“ Lex 18 (blasen „blasen“ + Balg „Balg“), Hebebaum Wiezdas „Hebel“ Lex 46a (heben „heben“ + Baum „Baum, Hebel“), Löse Geld Waddawimas „Lösegeld“ Lex 59a (lösen „freilassen, lösen“ + Geld „Geld“), Näherahmen Spielczus „Stickrahmen“ Lex 64 (nähen „nähen“ + Rahmen „Rahmen“), Pflege Sohn Ißsunis „Stiefsohn“ Lex 67a (pflegen „pflegen“ + Sohn „Sohn“), Sendebrief Gromata „Brief“ Lex 79a (senden „senden“ + Brief „Brief“). Vergleicht man die Daten dieser Untersuchung mit anderen Arbeiten zur historischen Wortbildung, lassen sich bestimmte Tendenzen bei der Verbindung der Kompositionsglieder in deutschen Quellen des 17. Jahrhunderts erkennen. So stellte Daniel Solling fest, dass in Predigttexten des 17. Jahrhunderts die Glieder von Nominalkomposita am häufigsten mit den Elementen -(e)n- (54,1%) und -(e)s- (38,4%) verbunden werden, während die übrigen Fugenelemente weit seltener sind (vgl. Solling 2012: 147–148). Die genannten Tendenzen zur Interfigierung sind auch für die Komposita in Langius’ handschriftlichem Wörterbuch charakteristisch; die Fugenelemente -(e)n- und -(e)s- machen 45,4% beziehungsweise 41,3% aller Interfixe aus (vgl. Jarmalavičius 2014: 125). 3. KOMPOSITA NACH DER SEMANTISCH-SYNTAKTISCHEN BEZIEHUNG DER GLIEDER Bei der Gruppierung der Komposita nach der semantisch-syntaktischen Beziehung ihrer Glieder wurde die von Helena Larsson (2010: 13 ff.) vorgelegte Klassifikation zugrunde gelegt, die determinative, possessive, rektionale und kopulative Komposita unterscheidet. In Lexicon Lithuanicum wurden 1116 determinative, 20 possessive und 34 rektionale Komposita verzeichnet, kopulative dagegen keine (siehe Diagramm 2). 3.1. Determinative Komposita Die Analyse der Wortbildung im Lexicon Lithuanicum zeigt, dass determinative deutsche Komposita am produktivsten sind (siehe Diagramm 2). Von diesem Typ wurden 1116 Komposita verzeichnet (etwa 95,4% aller Komposita). Am häufigsten sind determinative Komposita, deren beide Glieder Simplexwörter sind (simplicia); sie machen 60 Acta Linguistica Lithuanica LXXIV XVII a. anoniminio rankraštinio žodyno Lexicon Lithuanicum sudurtiniai vokiečių kalbos daiktavardžiai DIAGRAMM 2. Komposita nach dem semantisch-syntaktischen Charakter ihrer Glieder3 84,9% der determinativen Komposita aus (siehe Tabelle 3), z. B.: Birckwaßer Sulla „Birkensaft“ Lex 18 (Bircke „Birke“ + Waßer „Wasser“), Fleischwurst Kilbasas („Blutwurst“ Lex 36a (Fleisch „Fleisch“ + Wurst „Wurst“), Glockenthurm Warpnicia „Glockenturm“ Lex 43 (Glocke „Glocke“ + Thurm „Turm“), Kirchhoff Kapai, Kapines, Szwentors „Gräber, Kirchhof“ Lex 54 (Kirch(e) „Kirche“ + Hoff „Hof“), Nordwind ßau-re, Ziemys „Winter“ Lex 65 (Nord „Norden“ + Wind „Wind“), Ochsen Hirt Kerdzus „Rinderhirte“ Lex 66 (Ochse „Ochse“ + Hirt „Hirte“), Zahn Fleisch Dantu Smagines „Zahnfleisch“ Lex 108a (Zahn „Zahn“ + Fleisch „Fleisch“). TABELLE 3. Arbeitsstruktur der Glieder determinativer Komposita Simplexwort + Simplexwort Simplexwort + Derivat Derivat + Simplexwort Derivat + Derivat In absoluten Zahlen 948 115 49 4 In Prozenten 84,9 10,3 4,4 0,4 Das erste oder zweite Glied nominaler determinativer Komposita kann ein Derivat sein. Im Wörterbuch ist diese Struktur durch 168 Wörter (15,1% der Komposita) vertreten. Eine große Gruppe solcher Wörter bilden Substantive, deren zweites Glied ein Derivat oder ein Konversivum, in seltenen Fällen ein Kompositum ist, d. h. einen hinsichtlich der Wortbildung 3 Plg. Jarmalavičius, Stundžia 2015: 240. Straipsniai / Articles 61 DALIUS JARMALAVIČIUS segmentierbaren Stamm aufweist. Es gibt 115 solcher Wörter (siehe Tabelle 3), z. B.: Abenddemmerung apitamse ‚Dämmerung‘ Lex 2 (Abend ‚Abend‘ + Demmer-ung ‚Dämmerung‘ ← demmern [dämmer] ‚dämmern‘), Gö tzen Diener Balwo ‚Diener eines Götzen‘ Lex 44 (Götze ‚Götze‘ + Dien-er ‚Diener‘ ← dienen ‚dienen‘), Eheverb-bindnüß Derrybos ‚Bestätigung der Ehe‘ Lex 26a (Ehe ‚Ehe‘ + Ver-bind-nüß ‚Festlegung, Verpflichtung‘ ← verbinden ‚(ver)binden, (ver)knüpfen‘), Hahnengeschrey Gaidyste ‚Krähen des Hahns‘ Lex 45 (Hahn ‚Hahn‘ + Ge-schrey ← Schrey ‚Geschrei, Ruf‘), Pferd Decke Arklu dekis ‚Pferdedecke‘ Lex 67a (Pferd ‚Pferd‘ + Deck-e ‚Decke, Pferdedecke‘ ← decken ‚(be)decken‘), Apffeltranck Krußinnis ‚Apfelwein‘ Lex 7a (Apffel ‚Apfel‘ + Tranck ‚Getränk‘ ← trinken ‚trinken‘), Halßband Retezes ‚Halstuch‘ Lex 45a (Halß ‚Hals‘ + Bandt ‚Band, Binde‘ ← binden ‚binden‘), Fußfall Paklanas ‚Niederfallen zu Füßen‘ Lex 38a (Fuß ‚Fuß‘ + Fall ‚Fall‘ ← fallen ‚fallen‘), Hammerschlag Gellezūnis ‚Schlacke von geschmiedetem Eisen‘ Lex 45a (Hammer ‚Hammer‘ + Schlag ‚Schlag‘ ← schlagen ‚schlagen, stoßen‘), Mondschein Menesena ‚Mondschein‘ Lex 62 (Mond ‚Mond‘ + Schein ‚Leuchten, Strahlen‘ ← scheinen ‚leuchten, strahlen‘), Erdweyrauch Kodylas ‚Bot. gelbblühender Steinklee‘ (Erd(e) ‚Erde‘ + Weyrauch [Weihrauch] ‚Weihrauch‘ ← weihen ‚weihen‘ + Rauch ‚Rauch‘). XVII a. anoniminio rankraštinio žodyno Lexicon Lithuanicum sudurtiniai vokiečių kalbos daiktavardžiai Auch in anderen von diesem Autor untersuchten Wörterbüchern sind solche Bildungen nicht zahlreich. Im Wörterbuchmanuskript von Langius aus dem 17. Jahrhundert lassen sich etwas mehr als zehn Komposita mit einer ähnlichen Gliederstruktur zählen (vgl. Jarmalavičius 2014, 127–129). Eine sehr kleine Gruppe von Determinativkomposita bilden Komposita, deren beide Glieder keine einfachen Wörter, sondern Derivate oder Konversiva, also Wortbildungen, sind. Von diesen Wörtern sind lediglich vier belegt (siehe Tabelle 3): Gericht Schreiber Sudo Skribele ‚Gerichtsschreiber / Schreiber‘ Lex 41 (Ge-richt ‚Gericht‘ ← richten ‚richten‘ + Schreib-er ‚Schreiber‘ ← schreiben ‚schreiben‘), Hitzkrankheit Karßbligge ‚Fieber‘ Lex 50 (Hietz-e ‚Hitze‘ ← heiß ‚heiß‘ + Kranch-heit ‚Krankheit‘ ← krank ‚krank, siech‘), Lie-bestrunck Meiles gerimas ‚Liebestrank‘ Lex 59 (Lieb-e ‚Liebe‘ ← lieb ‚lieb‘ + Trunck ‚Getränk‘ ← trinken ‚trinken‘), Würffel Spiel Werpeliu Zaislas ‚Würfelspiel‘ Lex 108 (Würff-el ‚Würfel‘ ← Wurff ‚Wurf‘ + Spiel ‚Spiel‘ ← spielen ‚spielen‘). 3.2. Possessivkomposita Ein weiterer Typ von Komposita sind Possessivkomposita. Im Lexicon Lithuanicum wurden 20 Wörter ermittelt, die Personen oder Tiere bezeichnen, d. h. etwa 1,7% aller Komposita. Bei den meisten dieser Wörter ist das erste Glied ein Adjektiv; es dominiert also das Modell Adjektiv + Substantiv: Groß Kopff Didgalwis ‚Großkopf‘ Lex 44a (groß ‚groß‘ + Kopff ‚Kopf‘), Kahlkopff Plikkis Lex 52a (kahl ‚kahl‘ + Kopff ‚Kopf‘), Krumfuß Raißis, Klißis ‚Krummbein‘ Lex 56 (krum ‚krumm‘ + Fuß ‚Bein‘), Rothbart Rutbarýdis ‚Rotbart‘ Lex 71a (roth ‚rot‘ + Bart ‚Bart‘), Rothkelch Rudpilwe ‚zool. Rotkehlchen‘ Lex 71a (roth ‚rot‘ + Kehlch [Kehlchen] ‚Kehle‘). Etwas weniger häufig sind im Wörterbuch Possessivkomposita belegt, deren beide Glieder Substantive sind: Geitz Halb Godas ‚Geizhals‘ Lex 40a (Geiz ‚Geiz‘ + Halß ‚Hals‘), Gefffermaul Seilus ‚Sabbermaul‘ Lex 40a (Geffer ‚Speichel, Schaum‘ + Maul ‚Maul, Mund‘), Milchmaul Pienburnis Lex 61a (Milch ‚Milch‘ + Maul ‚Maul, Mund‘). Fünf Beispiele für Possessivkomposita entsprechen den Modellen Zahlwort + Substantiv und Verb + Substantiv: Dreyfuß Tri Kojis ‚Dreibein‘ Lex 24a (drey ‚drei‘ + Fuß ‚Bein‘), Einhorn Wienraggis ‚Einhorn‘ Lex 28 (ein(s) ‚eins‘ + Horn ‚Horn‘), Neunauge dewindakķis ‚Neunauge‘ Lex 64a (neun ‚neun‘ + Auge ‚Auge‘), Schlaffbauch Maiguns ‚Schlafmütze‘ Lex 75 (Schlaff ‚Schlaf‘ + Bauch ‚Bauch‘), Schrey Hals Reksnys ‚Schreihals‘ Lex 77 (Schrey ‚Schreien‘ + Hals ‚Hals‘). Straipsniai / Articles 63 DALIUS JARMALAVIČIUS 3.3. Rektionale Komposita Im Wörterbuch Lexicon Lithuanicum sind 34 nominale Komposita mit einem verbalen zweiten Bestandteil mit Rektion verzeichnet (2,9%) (siehe Diagramm 2). Die Erstglieder dieser zusammengesetzten Substantive sind einfache Wörter; eine Ausnahme bildet ein Beispiel mit einer anderen Struktur, dessen erstes Glied ein Derivat ist: Seeligmacher Ißganitojis ‘Erlöser’ Lex 79 (seel-ig ‘der Seele’ ← Seele ‘Seele’ + Macher ‘Macher’). Alle Zweitglieder der rektionsalen Komposita sind verbale Suffixderivate, z. B.: Beutelschneid Mazkeninkas ‘Beutelschneider’ Lex 16a (Beutel ‘Beutel’ + Schneid-er ‘Schneider’ ← schneiden ‘schneiden’), Brieffträger Gromatnebis ‘Briefträger’ Lex 20 (Brieff ‘Brief’ + Träg-er ‘Träger’ ← tragen ‘tragen’), Faßbinder Kubillus ‘Fassbinder’ Lex 34a (Faß ‘Fass’ + Bind-er ‘Binder’ ← binden ‘binden, verbinden’), Harpffen Schläger Arpininkas ‘Harfenspieler’ Lex 46 (Harffe ‘Harfe’ + Schläg-er ‘Schläger’ ← schlagen ‘schlagen’), Leinweber Audejus ‘Leinweber’ Lex 58a (Lein ‘Lein’ + Web-er ‘Weber’ ← weben ‘weben’), Teich Gräber Kopczus ‘Teichgräber’ Lex 86a (Teich ‘Teich’ + Gräb-er ‘Gräber’ ← graben ‘graben’), Trummelschläger Bubninks ‘Trommler’ (Trummel [Tromel] ‘Trommel’ + Schläg-er ‘Schläger’ ← schlagen ‘schlagen’), Ziegelbrenner Plitininkas ‘Ziegelbrenner’ (Ziegel ‘Ziegel, Dachziegel’ + Brenn-er ‘Brenner’ ← brennen ‘brennen, verbrennen’). Komposita mit dem verbalen Zweitglied -macher wurden ebenfalls in die Datenbank der zusammengesetzten Substantive dieses Wörterbuchs aufgenommen, obwohl sich die Wortbildungsforscher, insbesondere im Hinblick auf die synchrone Betrachtung, über die Selbstständigkeit des letztgenannten Derivats als Zweitglied von Komposita nicht einig sind. So behandeln Julia Stepan (2009: 107) und Brigita Lawrenz (2006: 113) Bildungen mit -macher als Ableitungen aus verbalen Gruppen, während Solling alle Wörter als Komposita betrachtet, deren Bestandteile in Wörterbüchern als selbstständige Wörter belegt sind (Solling 2012: 227). Aus diachroner wortbildungsmorphologischer Perspektive sollten -macher-Bildungen jedoch weiterhin als selbstständige Kompositabestandteile aufgefasst werden, zumal Macher in deutschen Wörterbüchern als eigenständiges Wort verzeichnet ist. Obwohl es im Lexicon Lithuanicum nicht viele Beispiele mit diesem Bestandteil gibt, sollen einige erwähnt werden: Huttmacher Keppurnins ‘Hutmacher’ Lex 51a, Radmacher Raczus ‘Wagenbauer’ Lex 69a, Siebmacher Rieczus ‘Siebmacher’ Lex 80, Tuchmacher Millninkas ‘Tuch- und Wollstoffhersteller’ Lex 89a, Uhrmacher Siegorninks ‘Uhrmacher’ Lex 97a. 4. SCHLUSSFOLGERUNGEN Die Analyse der deutschen Komposita im Wörterbuch Lexicon Lithuanicum ergab: 64 Acta Linguistica Lithuanica LXXIV XVII a. anoniminio rankraštinio žodyno Lexicon Lithuanicum sudurtiniai vokiečių kalbos daiktavardžiai 1) Den größten Anteil bilden Komposita mit zwei nominalen Bestandteilen (75,7%). Weniger häufig sind Komposita mit einem verbalen beziehungsweise adjektivischen Erstglied (13,6% und 6,9%). Zusammengesetzte Substantive mit Erstgliedern aus anderen Wortarten sind sehr selten und machen nur 3,8% aus; 2) Die meisten Komposita sind ohne Fugenelement belegt (81,2%), während Interfigierung für 18,8% der Wörter kennzeichnend ist. Davon werden 16,7% der Kompositabestandteile durch Flexionselemente verbunden, lediglich 2,1% durch unflektierte Elemente; 3) Determinativkomposita machen 95,4% aller Komposita aus; deutlich seltener sind Rektions- und Possessivkomposita, die mit 2,9% beziehungsweise 1,7% der Wörter belegt sind; 4) Eine Vielfalt wortbildungsmorphologischer Strukturen der Bestandteile ist für Determinativkomposita kennzeichnend, bei denen einer der beiden Stämme wortbildungsmorphologisch transparent ist; die Erstglieder der Rektionskomposita sind dagegen fast immer einfache Wörter, die Zweitglieder verbale Suffixderivate; 5) Im Wörterbuch sind nur wenige Komposita mit mehr als zwei Bestandteilen belegt. Daher lässt sich nicht behaupten, dass sich im 17. Jahrhundert ein deutlicher Trend zur Bildung mehrstämmiger deutscher Substantive herausbildete. Vielmehr bildeten Wörter mit komplexer Struktur wohl nur gewisse Ausnahmen der damaligen Zeit. ŠALTINIAI D r o t v i n a s V i n c e n t a s (red.) 1987: Lexicon Lithuanicum. Rankraštinis XVII a. vokiečių–lietuvių kalbų žodynas. Vilnius: Mokslas. DUDEN 7 – Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: Bibliographisches Institut, 2001. DWB – Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm in 32 Teilbänden (1854–1961). Leipzig, 1972. URL: http://woerterbuchnetz.de/DWB/ (2014 05 25). F r i s c h b i e r H e r m a n n 1971: Preussisches Wörterbuch. Ost- und westpreussische Provinzialismen in alphabetischer Folge. 1–2 Hildesheim, New York: Georg Olms Verlag. P i e t s c h R i c h a r d 1991: Deutsch-kurisches Wörterbuch. Mit einer Einleitung von Friedrich Scholz (= Schriftreihe Nordost-Archiv 33). Lüneburg: Verlag Nordostdeutsches Kulturwerk. Straipsniai / Articles 65 DALIUS JARMALAVIČIUS LITERATŪRA Citavičiūtė Liucija 2008: Lituanistikos paminklų paieškos užsienio archyvuose ir mokslinėse bibliotekose. – Senoji Lietuvos literatūra 25, 251–267. Citavičiūtė Liucija 2009: Įsruties apskrities bažnyčių ir mokyklų vizitacijos potvarkio Recessus generalis (1639) reikšmė lietuvių raštijai ir jo vykdytojas Danielius Kleinas. – Archivum Lithuanicum 11, 9–62. Drotvinas Vincentas 1987: „Lexicon Lithuanicum“ – rankraštinis XVII a. vokiečių-lietuvių kalbų žodynas: 1. „Lexicon Lithuanicum“ autorystė, 2. Grafologinis žvilgsnis į žodyną. – Lexicon Lithuanicum. Rankraštinis XVII a. vokiečių–lietuvių kalbų žodynas, red. Vincentas Drotvinas. Vilnius: Mokslas, 7–23. Heinle Eva-Maria 2000: Wortbildung des Neuhochdeutschen bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. – Werner Besch, Anne Betten, Oskar Reichmann, Stefan Sonderegger (Hrsg.), Sprachgeschichte. Ein Handbuch zur Geschichte der deutschen Sprache und ihrer Erforschung 2 Bd. 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German Nominal Compounds in Manuscript Anonymous German-Lithuanian Dictionary Lexicon Lithuanicum from the 17th Century S U M M A R Y The article describes the German nominal compounds in the manuscript anonymous German-Lithuanian dictionary of the 17th century. The analysis is based on two classifications of compounds. The first classification of German nouns is based on their left-hand members and includes linking elements between them. The second group of the nominal compounds is comprised of words according to the semantic and syntactic interpretation of their constituents. At this point, it is important to determine the detailed word-formation structure of the compositional elements. The word analysis shows that the majority of words make compounds with two nominal components. The nominal compounds with a verbal or an adjectival constituent as the first component seem to be less frequent. Words whose first constituents are presented by other word types belong to the smallest group of compounds. Only 18.8% of all investigated German nominal compounds have a linking element. Regarding the semantic-syntactic characteristics of the constituents, determinatives are most frequent and constitute 95.4%. De-verbal compounds make up 2.9% and possessives occur even more rarely – in 1.7% of the cases. The multi-structural compounds presented by more than two stems make only a minor part of the words under analysis. Įteikta 2016 m. kovo 30 d. D A L I U S J A R M A L A V I Č I U S Vilniaus universitetas Užsienio kalbų institutas Vokiečių kalbos katedra Universiteto g. 5 LT- 01513, Vilnius, Lietuva [email protected] Straipsniai / Articles 67