New Trends in Lithuanian Dialectology: Multimodal Research Model
Abstract
The modern trend of dialectology recognizes the shift and vitality of traditional dialects. The aim of this study is to submit a new dialect research model for modern language variations used by the researchers of the Centre of Geolinguistics in the Institute of the Lithuanian Language in the context of traditional and contemporary (multidimensional) Lithuanian dialectology.
Full text
DANGUOLĖ MIKULĖNIENĖ
Institut für die litauische Sprache
ORCID-ID: https://orcid.org/0000-0001-7781-7236
Forschungsgebiete: Geolinguistik, baltische Dialektologie, synchrone und diachrone Akzentologie, Morphologie, Sprachgeschichte, Geschichte der litauischen Linguistik.
DOI: https://doi.org/10.35321/all82-01
NEUE TRENDS IN DER LITAUISCHEN DIALEKTOLOGIE: MULTIMODALES FORSCHUNGSMODELL
Neue Richtungen der modernen litauischen Dialektologie: multimodales Forschungsmodell
ANNOTATION
Der moderne Trend der Dialektologie erkennt den Wandel und die Vitalität traditioneller Dialekte an. Ziel dieser Studie ist es, ein neues Dialektforschungsmodell für moderne Sprachvarianten vorzustellen, das von den Forschenden des Zentrums für Geolinguistik am Institut für die litauische Sprache im Kontext der traditionellen und zeitgenössischen (multidimensionalen) litauischen Dialektologie verwendet wird.
SCHLÜSSELWÖRTER: litauische Dialektologie, traditioneller Dialekt, neue dialektale Varianten, soziokulturelles Netzwerk, linguistische Landschaft, mentale Karte, multimodales Forschungsmodell.
ANMERKUNG
Die zeitgenössische Dialektologie erkennt den Wandel und die Vitalität traditioneller Dialekte an. Ziel dieses Artikels ist es, mit einem Modell zur Erforschung traditioneller Dialekte und neuer dialektaler Bildungen vertraut zu machen, das von den Forschenden des Zentrums für Geolinguistik am Institut für die litauische Sprache im Kontext der traditionellen und zeitgenössischen (multimodalen) Dialektologie angewandt wird.
SCHLÜSSELWÖRTER: litauische Dialektologie, traditioneller Dialekt, neue dialektale Variante, soziokulturelle Netzwerke, sprachliche Landschaft, mentale Karte, multimodales Forschungsmodell.
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DANGUOLĖ MIKULĖNIENĖ
0. EINLEITUNG
Eine systematische Analyse der litauischen Dialekte hebt in allen Entwicklungsperioden der litauischen Dialektologie dauerhafte Aspekte hervor, nämlich: 1) die Verbreitung der regionalen Sprachvarietät, mit anderen Worten – den territorialen Aspekt; 2) ihre Abgrenzung von anderen Sprachvarietäten bzw. ihre Markiertheit; 3) das Verhältnis zwischen der sprachlichen (regionalen) Varietät und der im 20th. Jahrhundert als Standardsprache bezeichneten Schriftsprache, d. h. die Standardisierung (Mikulėnienė 2018: 20).
Bei dem Versuch, die allgemeinen Hauptrichtungen der Erforschung der litauischen Dialektologie zu betrachten, müssen sowohl synchrone als auch diachrone Aspekte berücksichtigt werden. Die Dialektologie war jedoch stets im Wesentlichen eine diachrone Disziplin. Daten zuerst, Theorien später (Kretzschmar, Schneider 1996: 14) – das ist das Motto der Disziplin. Dennoch verändert sich das Leben. Wenn wir nicht hinter der Zeit zurückbleiben wollen, muss sich auch unsere Dialektologie verändern.
Ziel dieser Studie ist es, ein neues Dialektforschungsmodell vorzustellen, das von den Forschenden des Zentrums für Geolinguistik am Institut für die litauische Sprache verwendet wird.
Zur Erreichung dieses Ziels wurden folgende Aufgaben festgelegt: 1) die Besonderheiten der traditionellen und zeitgenössischen litauischen Dialektologie systematisch zu erörtern; 2) ein Modell zur Erforschung moderner Dialekte und neuer dialektaler Varianten vorzustellen; 3) die Anwendungsmöglichkeiten dieses Modells zu beschreiben.
Die Forschungsmethodik basiert auf der zeitgenössischen Forschung in der (Sozio-)Geolinguistik und baut auf Studien zur Theorie sozialer Netzwerke, zu modernen Tendenzen der linguistischen Landschaft und zur perzeptiven Dialektologie auf, vor allem in Japan (Inoue 1993; 1997; 1998; 1999; 2012), den Niederlanden (Taeldeman 2005; Goeman 2000; Heeringa, Hinskens 2014), Deutschland (Auer 2018; Auer, Hinskens 1996), den Vereinigten Staaten von Amerika (Kretzschmar, Schneider 1996; Labov 1972; Preston 2018), Kanada und Großbritannien (Chambers 1980; Chambers, Trudgill 2004).
1. KURZER ÜBERBLICK ÜBER DIE GESCHICHTE DER LITAUISCHEN DIALEKTFORSCHUNG
Zwei Hauptdialektgruppen – die Niederlitauer (oder Žemaiten) und die Oberlitauer – wurden von August Schleicher (1856; 1856₁) und 20 Jahre später von Friedrich Kurschat (Kurschat 1876; Kuršaitis 1876) bestimmt. Schleichers Litauische Grammatik machte die litauische Sprache weltweit bekannt, da das Litauische die wichtigsten indoeuropäischen Merkmale am besten bewahrt hat. Das 19th. Jahrhundert bescherte uns die erste Karte des litauischen Sprachgebiets, den ersten Fragebogen, die erste
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Dialektklassifikation von Antanas Baranauskas und die ersten Beschreibungen der Dialekte durch Kazimieras Jaunius (Mikulėnienė 2018: 142–156). Am Ende des 19th. Jahrhunderts übernahm Litauen ebenso wie andere europäische Länder die Tradition der deutschen Dialektologie und die junggrammatische Methodik. Phonetische und phonologische dialektale Merkmale sind seit dem 19th. Jahrhundert die wichtigsten Charakteristika bei der Klassifizierung und Kartierung litauischer Dialekte (Mikulėnienė 2018: 140–141).
Zu Beginn des 20th. Jahrhunderts war die späte vorgeolinguistische Periode durch den Beginn der Sprachgeografie (oder Wortgeografie) in Litauen gekennzeichnet. Hauptziel dieser Studien war es, verschiedene Formen und Wörter für das umfassende Wörterbuch der litauischen Sprache zu sammeln (Lietuvių kalbos žodynas (LKŽ, Bd. 1–20), das über 100 Jahre hinweg von 1902 bis 2002 verfasst wurde). Der Hauptgrund für die Hervorhebung des deutschen Einflusses war jedoch Prof. Jurgis Gerulis (Georg Gerullis), der seine Ideen durch Bücher und Lehre vermittelte (Gerullis 1930; Gerullis, Stang’as 1933). Die folgenden zwei Jahrzehnte in der Mitte des 20th. Jahrhunderts (1930–1944) waren das goldene Zeitalter der litauischen Geolinguistik. Es wurde von Prof. Antanas Salys geprägt (der sein Aufbaustudium in Deutschland abschloss) und seinen Arbeiten: wissenschaftliche Dialektklassifikation, Fragebogen zur Wortgeografie und die erste Netzkartierung Litauens (Salys 1933; 1935; 1946; 1985; 1992), siehe ausführlicher (Mikulėnienė 2013).
Während der sowjetischen Besatzungszeit war eine Phase der wissenschaftlichen Dialektologie erneut durch die Klassifizierung und Kartierung der Dialekte gekennzeichnet. Am Ende des Zweiten Weltkriegs emigrierten Salys und andere bekannte Linguisten aus Litauen, hinterließen jedoch einige Schüler, die versuchten, die dialektologische Richtung in der litauischen Linguistik fortzuführen. In den späten sechziger Jahren erschienen neue Fragebögen und Dialektatlanten. Insgesamt wurden drei Bände mit 376 Karten des Atlas der litauischen Sprache (im Folgenden ALL, Lietuvių kalbos atlasas (LKA) 1–3, 1977–1991) veröffentlicht, die mehr als 750 verschiedene Sachverhalte abdecken (Morkūnas 1977: 11, 1980: 46). Die historisch-vergleichende Dialektologie wurde von Prof. Zigmas Zinkevičius (1966; 1996; 2002; 2004; 2006; usw.) erweitert. Phonetische und phonologische Dialektstudien wurden von Prof. Aleksas Girdenis und seinen Doktoranden weiterentwickelt. Während der letzten Jahrzehnte des 20th. Jahrhunderts erforschten Girdenis’ Schüler alle litauischen Dialekte und nahezu alle Subdialekte mithilfe der Methoden der experimentellen Phonetik und der strukturellen Phonologie (Girdenis 1981; 2000–2001; 2003; 2014; Mikulėnienė 2016).
Obwohl viel wichtige Arbeit geleistet wurde, hinterließ auch die sowjetische Ideologie ihre Spuren: Das offene Modell (Forschende – Forschungsobjekt – Forschungsinstrument) wurde auf ein geschlossenes Modell (einheimische Forschende – einheimischer Dialekt – einheimische Sprache als Instrument) reduziert, siehe ausführlicher (Mikulėnienė 2018: 252). Artikel und andere Arbeiten konnten nur selten im Ausland veröffentlicht werden. Während der Sowjetzeit
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und später wurde große Sorgfalt auf die Veröffentlichung dialektaler Quellen verwendet: Linguisten wurden dazu angehalten, Lehrbücher und Wörterbücher¹ zu verfassen.
Die jüngste Phase der litauischen Dialektologie und Geolinguistik begann zu Beginn des 21st. Jahrhunderts. Die Dialektologen untersuchten das gesamte Gebiet Litauens (insgesamt 735 Orte als Punkte des ALL-Netzes und erfassten alle dort verwendeten möglichen Sprachvarianten)². Zur Erreichung dieses Ziels wurden folgende Aufgaben festgelegt: 1) neues Material zu den zentralen und peripheren litauischen Dialekten zu sammeln und vorzulegen; 2) die Grenzen der litauischen Dialekt- und Subdialektgebiete zu präzisieren oder neu zu bestimmen; 3) die wichtigsten soziolinguistischen Daten aus dem gesamten litauischen Sprachgebiet zu sammeln und einer ersten Analyse zu unterziehen. Das während dieses Projekts gesammelte Material wurde zum Gegenstand der modernen Dialektforschung.
Die Linguisten fanden nicht nur traditionelle Dialekte und Subdialekte, sondern identifizierten auch neue dialektale Bildungen – fünf Regiolekte und die Zone des Standardlitauischen (die im Zentrum Litauens rund um die ehemalige zeitweilige Hauptstadt Kaunas für den Zeitraum zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg liegt), siehe ausführlicher Aliūkaitė, Mikulėnienė 2014: 257–262; Geržotaitė, Mikulėnienė 2014). Sie stellten verschiedene Fälle fest, die durch Sprachwandelprozesse entstanden waren und in den einheimischen litauischen Sprachvarianten unter dem Einfluss von Konvergenz- und Divergenzprozessen auftraten: 1) zwischen dialektalen Varianten und der Standardsprache, 2) zwischen einheimischen litauischen und einheimischen polnischen, lettischen, belarussischen oder russischen Varianten und 3) zwischen den einheimischen dialektalen litauischen Varianten selbst (Mikulėnienė, Rutkowska 2013; Geržotaitė, Meiliūnaitė 2014).
2. ENTWICKLUNG DER TRADITIONELLEN DIALEKTOLOGIE
Zwei Richtungen – die traditionelle (konservative) und die neue (dynamische oder progressive) Dialektologie – wurden zu Beginn des 21st. Jahrhunderts deutlicher unterscheidbar, und beide existieren seit dem späten 20th. Jahrhundert nebeneinander.
¹ Bisher wurden 15 Dialektwörterbücher veröffentlicht, die sich geringfügig unterscheiden und jeweils nur einen Dialekt oder mehrere benachbarte Dialekte darstellen. Mehr als 20 Bände mit Dialekttexten wurden vorbereitet. Bisher wurden zwei Reihen veröffentlicht: „Tarmės mokyklai“ (Dialekte für die Schule) und „Tarmių tekstynas“ (Dialektale Textbücher). Alle Bände werden von CDs begleitet.
² Das Projekt mit dem Titel Moderne geolinguistische Forschung in Litauen: Optimierung der Netzpunkte und interaktive Verbreitung von Informationen (Projekt Nr. VP1–3.1–ŠMM–07–K–01–028) wurde vom Institut für die litauische Sprache in den Jahren 2010–2013 durchgeführt. Weitere Informationen sind unter http://www.tarmes.lt/images/Veikla/SANTRAUKA_0112.pdf; verfügbar; siehe auch (Mikulėnienė, Meiliūnaitė 2014).
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Die traditionelle Dialektologie vermittelt ein statisches, eindimensionales Bild eines Dialekts: zentrale und periphere Zonen können voneinander getrennt werden (Morkūnas 1993: 4–7); das geschlossene phonologische System des (Sub-)Dialekts kann erkannt werden; die auf Deskriptivismus beruhende atomistische Analyse bevorzugte qualitative Methoden und war auf die Vergangenheit ausgerichtet (Chambers 1980: 47–65; Labov 1972: 268, usw.). Dies führte zur Wahl der NORM-Kriterien (nicht mobil, alt, ländlich, männlich) und beschränkte sich auf die Anwendung diagnostischer Tests, d. h. auf die Ansammlung von Material (Chambers, Trudgill 2004: 28; Aliūkaitė, Mikulėnienė 2014: 32).
Offensichtlich erkannten Forschende im 20th. Jahrhundert den Dialektwandel nicht an und nahmen daher an, traditionelle Dialektvarianten seien ausgestorben. Die Dialektgrenzen waren statisch und unveränderlich (Aliūkaitė, Mikulėnienė 2014: 33).
Die zeitgenössische (oder progressive) Richtung der Dialektologie eröffnet eine andere Möglichkeit – den Wandel und die Vitalität traditioneller Dialekte anzuerkennen (Trudgill 1983: 87). Dialekte verändern sich; infolgedessen können aus traditionellen Dialekten neue Varianten entstehen – Geolekte, regionale Dialekte (oder Regiolekte) und sogar regionale Standardvarietäten (Auer, Hinskens 1996: 7, 11; Taeldeman 2005: 233–248), siehe Abbildung 1.
Abbildung 1. Multidimensionales Modell der Ebenen des Dialektismus (Auer, Hinskens 1996: 7, 11)
Es ist wichtig hervorzuheben, dass nicht alle neuen dialektalen Bildungen unmittelbar mit dem Gebiet verbunden sind, dem der traditionelle Dialekt zugeordnet wurde, da dieser in einem horizontalen und vertikalen Kontinuum mit ihnen und in Beziehung zu einer gemeinsamen (oder Standard-)Sprache durch Konvergenz, Divergenz oder Ausgleichsprozesse steht.
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Die meisten Merkmale des traditionellen Dialekts bleiben im Geolekt erhalten, die wenigsten in der regionalen Standardvariante (Aliūkaitė, Mikulėnienė 2014: 37–45; Mikulėnienė 2019: 51–62).
Der Wandel traditioneller Dialekte führt auch zum Verschwinden differenzierender Dialektmerkmale: Frühere Primärmerkmale können aus der Sprache vieler Informanten verschwinden, während in den meisten Fällen jene Merkmale erhalten bleiben, die von den Informanten nicht als dialektal wahrgenommen werden. Daher sind beispielsweise Regiolekte hinsichtlich ihrer Eigenschaften im Allgemeinen schwer zu beschreiben, weil sie nicht stabil sind: Variable Marker müssen in ihrer Gesamtheit bestimmt werden (Mikulėnienė 2019: 56–61).
Aus diesem Grund besteht für die Dialektologie ein Bedarf an soziolinguistischer Analyse; mit anderen Worten ist es wichtig, die soziolinguistische Perspektive der Befragten zu berücksichtigen: ihr Alter und Geschlecht sowie ihre Bildung zu erfassen und ihre Einstellungen zur Verwendung des Dialekts zu klären. In diesem Fall basiert die Dialektforschung auf soziolinguistischer Arbeit. Da der Schwerpunkt nicht nur auf den älteren Einheimischen, sondern auch auf den Jüngeren liegt, nicht nur auf Männern, sondern auch auf Frauen, setzt sich das YUMF-Kriterium (jung, städtisch, mobil, weiblich) durch (Goeman 2000).
Je größer die Zahl der Befragten, desto genauer sind die Ergebnisse. Deshalb setzen sich nicht nur qualitative, sondern auch quantitative bzw. statistische Methoden durch, siehe ausführlicher (Aliūkaitė, Mikulėnienė et al. 2017: 24–26; Mikulėnienė, Čepaitienė et al. 2019: 65–92).
Die Sprachdaten mehrerer Generationen der Bevölkerung ermöglichen es, die Zukunft der lokalen Sprachvariante vorherzusagen oder zumindest die Richtung ihres Wandels abzuschätzen. Dialektologen können somit durch die Ergebnisse ihrer Sprachforschung zu den wirtschaftlichen und soziokulturellen Politiken der Regionen beitragen. Es versteht sich von selbst, dass diese Trends nicht notwendigerweise aufeinanderfolgende Entwicklungsstufen der Dialekte in der Zeit darstellen, sondern vielmehr Dialektklassifikationen sind, die auf den ideologischen Standpunkten und methodischen Ansätzen der Forschenden beruhen.
3. MULTIMODALES DIALEKTFORSCHUNGSMODELL
Wie sich zeigt, erzeugt die veränderte Einstellung zur dialektalen Variabilität eine wesentlich detailliertere und umfassendere Untersuchung. Daher schlagen die Dialektologen des Instituts für die litauische Sprache ein dynamisches soziogeolinguistisches und multidimensionales Bild der dialektalen Bildung vor. Dieses Modell wird seit 2015 in der Erforschung lokaler Sprachen und Dialekte in verschiedenen Regionen Litauens verwendet, siehe Abbildung 2.
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Abbildung 2. Ziele der regionalen Dialektologie im 21st Jahrhundert
Das Modell für regionale Sprachvariation umfasst drei Ebenen: (1) die selektive Untersuchung der Sprachdaten traditioneller Dialekte; (2) die Untersuchung des sprachlichen Umfelds (oder der sprachlichen Landschaft) und der soziokulturellen Netzwerke des Ortes; (3) die Untersuchung der Einstellung der Versuchspersonen zur lokalen Sprachvariante und die Erhebung der öffentlichen Meinung. Jede Untersuchungsstufe wird nun ausführlicher erörtert.
3.1. FORSCHUNG AUF EBENE 1. Die erste Ebene ist die selektive Untersuchung der traditionellen Sprachdaten der Dialekte. Es wird eine selektive Analyse der Dialektdaten vorgenommen; die Forschung basiert auf Tonaufnahmen, und die Häufigkeit unterscheidender phonetischer Dialektmerkmale wird erfasst.
Es wurden spezielle Matrizen erstellt, die die Überprüfung der Merkmale hervorheben – ihre Stärke (+), ihren Verlust (+/−) oder ihr Erlöschen (−), siehe Abbildung 3.
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Abbildung 3. Beispiel einer Matrix (nicht)dialektaler Merkmale (Aliukaitė, Jaroslavienė, Meiliūnaitė, Mikulėnienė 2014: 75)
Wenn ein phonetisches Merkmal in der Sprache mehrerer oder zumindest eines Informanten der älteren Generation aufgezeichnet wird, sollte es als vorhanden gelten, wird von den Dialektologen jedoch als verschwindend betrachtet. Das in der lokalen Sprachvariante aufgezeichnete Merkmal ist jedoch von horizontaler Konvergenz betroffen (V – Stärke, v – Verlust, v₀ – Erlöschen), siehe Abbildung 4.
Abbildung 4. Horizontale Relevanz dialektaler Merkmale (erstellt von D. M.)
Es lohnt sich, die Korrelation zwischen der horizontalen Relevanz dialektaler Merkmale und der vertikalen Relevanz des Alters der Befragten hervorzuheben, siehe Abbildung 5.
Abbildung 5. Vertikale Relevanz dialektaler Merkmale (erstellt von D. M.)
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In den meisten Fällen repräsentieren Angehörige der älteren Generation die einheimischen (Sub-)Dialekte konservativer (mit einem hohen Grad an unterscheidenden Merkmalen), die mittlere Generation ist zurückhaltender, während die jüngsten Informanten nicht notwendigerweise einen abnehmenden Grad widerspiegeln: Sie sagen, dass sie ihren einheimischen Dialekt gern verwenden, und tun dies auch. Jüngere Befragte verwenden entweder den sprachlichen Code, der die stärksten markierten dialektalen Merkmale bewahrt, oder jenen, der die abgeschwächten Merkmale des betreffenden Dialekts aufweist (Aliūkaitė 2019: 74–76). Ihre Sprache ist jedoch nicht so traditionell, sondern moderner (oder modischer) – die Primärmerkmale verschwinden tendenziell, während sichtbare tertiäre Merkmale in den Vordergrund treten und die Rolle der Hauptmerkmale übernehmen (Mikulėnienė 2019: 56–57), siehe Abbildung 6.
Abbildung 6. Wandel und Verschiebung dialektaler Merkmale 1 (erstellt von D. M.)
Somit besteht ein auffälliger Unterschied in der Sprache dieser Generation von Menschen, die im selben Gebiet leben und eine ähnliche Bildung haben: Ein ausgeprägtes Merkmal in der Sprache einer Person kann sich zuweilen in der Sprache einer anderen wiederholen oder auch nicht. Das Hauptergebnis des Wandels des traditionellen Dialekts ist, dass das primäre Dialektmerkmal abgeschwächt oder tertiär wird.
Tertiäre Merkmale, die von den Informanten nicht erkannt werden, werden zur Grundlage neuer dialektaler Bildungen. In den ersten Jahrzehnten des 21st. Jahrhunderts, als Regiolekte und andere größere Bildungen entstanden, wird der Begriff dialektale Merkmale in der traditionellen Dialektologie allmählich durch den ihm entsprechenden Begriff dialektaler Marker ersetzt (Mikulėnienė 2019: 61), siehe Abbildung 7.
Diese Begriffe sind keine Synonyme – ein dialektales Merkmal ist stabil, während ein dialektaler Marker ein fluktuierendes Element einer lokalen Sprache ist. Außerdem ist er phonologisch weniger markiert.
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Abbildung 7. Wandel und Verschiebung dialektaler Merkmale 2 (Mikulėnienė 2019: 61)
Daher muss für jede von den Forschenden ausgewählte neue Ableitung (Regionaldialekt oder Regiolekt) ein Set dialektaler Marker zusammengestellt werden. Falls sich diese Sets unterscheiden, besteht die Möglichkeit mehrerer verschiedener Regiolekte. Wenn sich die Sets dagegen nicht wesentlich unterscheiden, deutet dies darauf hin, dass eine regionale dialektale Variation homogen ist.
Die ersten Forschungsergebnisse zeigen, dass die auditive Erkennung phonetischer (phonologischer) Dialektmerkmale die Identifizierung einer neuen dialektalen Variante nicht erleichtert (Aliūkaitė, Mikulėnienė 2019). Aus diesem Grund bleiben phonologische Marker (oder genauer: ihre vollständige Menge) wichtige Differenzierungselemente, doch der Wert morphologischer und derivativer Marker nimmt zusätzlich zu den phonologischen deutlich zu (Mikulėnienė 2019: 60–61).
Obwohl dialektale Marker die heterogene und vielschichtige Natur der litauischen Sprachlandschaft des 21st. Jahrhunderts zeigen, können sie nicht mechanisch aus dem Gebiet entfernt werden, in dem sie vorkommen.
Daher müssen soziogeolinguistische Methoden angewandt werden, um eine detailliertere Analyse durchzuführen.
3.2. FORSCHUNG AUF EBENE 2. Die zweite Stufe ist die Untersuchung des sprachlichen Umfelds (oder der sprachlichen Landschaft) und der soziokulturellen Netzwerke.
Die Kartierung der Mobilität der lokalen Bevölkerung und ihrer Bewegungsrichtungen zu Schulen, Märkten, Ärzten usw. ermöglicht es, bestimmte Zentren der lokalen Sprachvarianten zu identifizieren und die Richtung des Dialektwandels und der Dialektverschiebung vorherzusehen, siehe Abbildungen 8–9.
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Abbildung 8. Soziokulturelle Netzwerke der Westoberlitauer von Kaunas (Čepaitienė 2018: 52)
Die Karte der soziokulturellen Netzwerke hebt Anziehungszentren und Vitalitätsgebiete hervor. Im westoberlitauischen Gebiet von Kaunas (kauniškiai) konzentriert sich die Bewegung der lokalen Bevölkerung in der Nähe von Marijampolė, Vilkaviškis, Jurbarkas und Prienai (siehe Abbildung 8). Dies ermöglicht die Identifizierung regiolektaler und geolektaler Zonen. Gegenwärtig werden im westoberlitauischen Regiolekt von Kaunas die Geolektzonen Šakiai, Jurbarkas und Prienai unterschieden (Čepaitienė 2016: 142, 144).
Die Situation bei den peripheren Dialekten ist jedoch anders, siehe Abbildung 9.
Abbildung 9. Bewegungsrichtungen der lokalen Litauer in der Region Punsk (Mikulėnienė, Leskauskaitė et al. 2016: 282)
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Abbildung 9 zeigt die Peripherie der lokalen Litauer in der Region Punsk–Sejny: Die Bewegungsrichtungen zu den Städten Litauens und Polens sind ungefähr gleich verteilt (Mikulėnienė, Leskauskaitė et al. 2016: 276–299).
Der multimodale Ansatz zum Dialektismus misst insbesondere den Daten der sprachlichen Landschaft einen hohen Wert bei (Inoue 2012: 88–94). Das sprachliche Umfeld (oder die sprachliche Landschaft) und die soziokulturellen Netzwerke heben bestimmte Anziehungskomponenten hervor (die für die lokale Bevölkerung wichtig sind: Schule(n) und Kindergarten(-gärten), Märkte und Cafés, Gesundheitseinrichtungen, Bibliotheken, Gemeindehäuser, touristische Sehenswürdigkeiten usw.), siehe Abbildung 10.
Abbildung 10. Sprachliches Umfeld und soziokulturelle Netzwerke: Anziehungskomponenten (Mikulėnienė, Meiliūnaitė 2017: 187)
Die Einbeziehung dieser Komponenten in den sprachlichen Diskurs ist nicht neu: Japanische Dialektologen tun dies seit den letzten Jahrzehnten (Inoue 2012: 96–104). Die Studien zur sprachlichen Landschaft stehen in gewisser Verbindung zu Marken und Namen lokaler Unternehmen, lokalen Medien, kulturellem, historischem, ethnografischem und sprachlichem Erbe usw., siehe Abbildung 11. Als eigenständige Richtung wird in Japan auch die sogenannte Souvenir-Dialektologie untersucht (Inoue 2012: 107–117).
Abbildung 11. Sprachliches Umfeld und soziokulturelle Netzwerke: Anziehungselemente (Mikulėnienė, Meiliūnaitė 2017: 188)
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Auf diese Weise ist für moderne Dialektologen alles wichtig: nicht nur das Bewusstsein für den Wert der Sprache, sondern auch alles, was mit dem historischen und kulturellen Erbe zusammenhängt, siehe Tabelle.
Tabelle. Bewusstsein für den Wert der Sprache.
Sprachlicher Wert | Historischer und kultureller Wert Alte Dokumente und Quellen | Sammeln und Bewahren des lokalen kulturellen Erbes Handbücher mit Dialekttexten (mit CDs) | Erforschung und öffentliche Vermittlung des lokalen kulturellen Erbes Dialektwörterbücher | Bewahrung der Erinnerung an berühmte Persönlichkeiten der Region Monografische Beschreibungen | Förderung der Aktivitäten lokaler Forschender
Im Allgemeinen ermöglicht dies, eingehender über den Wert eines Dialekts zu sprechen. Die genannten Elemente werden als objektiv wahrgenommen, was wiederum die Manifestation eines objektiven Dialektwerts ermöglicht.
3.3. FORSCHUNG AUF EBENE 3. Die dritte Ebene ist die Einstellung der Versuchspersonen zur lokalen Sprachvariante und die Erhebung der öffentlichen Meinung. Die moderne soziolinguistische Forschung verwendet Methoden der perzeptiven Dialektologie (Preston 1999: xxiii–xl).
Bei der Bestimmung des dialektalen Selbstwertgefühls ist es unerlässlich, persönliche und öffentliche Meinungen über einen lokalen Dialekt zu ermitteln. Alter, Geschlecht und Bildung müssen berücksichtigt werden, da soziale Vielfalt in jeder Variante einer lokalen Sprache besteht. Es ist sehr wichtig, auch die junge Generation zu befragen. Nur so lässt sich die Zukunft einer Sprachvariante vorhersagen, siehe Abbildung 12.
Abbildung 12. Erhebung der Meinung der einheimischen Bevölkerung und der Öffentlichkeit (Mikulėnienė, Meiliūnaitė 2017: 181)
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Die vorliegende Analyse der litauischen Sprachvarianten basiert auf einem komplexen Fragebogenmodell, das sowohl Verbalisierung als auch Visualisierung integriert. Dadurch hatten die Befragten die Möglichkeit, eigene Einsichten zu entwickeln (siehe ausführlicher Aliūkaitė, Mikulėnienė et al. 2017: 50–59).
Die Meinung der jungen Generation wird anhand von Fragebögen und mentalen Karten untersucht (siehe Aliūkaitė, Mikulėnienė et al. 2017: 50–59, 103–160, 224–272).
Der objektive Wert eines Dialekts oder einer neuen dialektalen Variante und ihr Selbstwertgefühl tragen dazu bei, ihren Mehrwert hervorzuheben, der die Kreativität der einheimischen (lokalen) Bevölkerung bezeichnet und mit ihr zusammenhängt, da das komplexe dialektale Erbe heutzutage neu entwickelt wird, siehe Abbildung 13.
Abbildung 13. Komponenten des Dialektwerts (Mikulėnienė, Meiliūnaitė 2017: 194)
Dialektale Feste und andere Veranstaltungen zeigen, dass der traditionelle Dialekt den Übergang auf eine andere – regiolektale – Ebene vollzieht.
3.4. PROGNOSTISCHES FORSCHUNGSMODELL. Zusammenfassend wurde ein prognostisches Forschungsmodell für regionale Sprachvarianten entwickelt, das alle in dieser Arbeit erörterten Komponenten umfasst. Dieses Modell ist in die „Blase“ der öffentlichen Meinung eingeordnet, siehe Abbildung 14.
Daher bedeutet das Verschwinden traditioneller Dialekte nicht den Tod des Dialekts, sondern lediglich seinen Wandel. Dies eröffnet den litauischen Dialektologen einen völlig neuen Weg und setzt die dynamische multidimensionale Dialektologie als Priorität.
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Abbildung 14. Prognostisches Forschungsmodell (erstellt von D. M.)
4. PRAKTISCHE ANWENDUNG DES MODELLS
Das multimodale Modell lässt sich leicht an die Bedürfnisse regionaler Studien anpassen. Es funktioniert besonders gut, wenn ein Untersuchungsgebiet nicht nur eine, sondern mehrere Varianten einer Sprache (oder sogar Varianten verschiedener lokaler Sprachen) aufweist; siehe dazu (Mikulėnienė, Rutkowska 2013, Mikulėnienė, Meiliūnaitė 2017: 169–195; Mikulėnienė 2018, Mikulėnienė, Pocevičiūtė 2019). Dadurch werden neue dialektale Bildungen davon befreit, auf traditionelle Weise klassifiziert zu werden.
Diese Methodik ermöglicht es, mehrere Schichten lokaler Sprache(n) zu identifizieren, selbst wenn sie in unterschiedlichen Zeiträumen entstanden sind. Beispielsweise unterschieden die Forschenden im Gebiet der heutigen litauischen Standardsprache (im Bezirk Kaunas) anhand dieses Modells nicht weniger als fünf verschiedene lokale Zonen: 1) dialektal, 2) dialektal–nichtdialektal, 3) standardsprachlich, 4) standardsprachlich–dialektal, 5) nichtdialektal.
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Das multimodale Modell erweitert die Anwendung dialektometrischer Methoden und der quantitativen Analyse, siehe dazu (Mikulėnienė, Čepaitienė et al. 2019). Dialektometrische Methoden und quantitative Analysen beseitigen die Subjektivität der Forschenden, d. h. ihre archivarische Tendenz und ihre Versuche, die untersuchte Variante der lokalen Sprache zu „bewahren“, was zur Schaffung eines standardisierten Dialekts führt.
Dialektale Varianten sollten nicht in die traditionelle Klassifikation „hineingezogen“ werden: Die Unterscheidung zwischen Materialien des 20.th und 21.st Jahrhunderts muss eindeutig sein. Schließlich muss der Konflikt zwischen der Objektivität der Forschenden und ihrer Liebe zum heimischen Dialekt in der eigenen Heimat überwunden werden. Nach Kaj Syriänen aus Finnland (er verwendet den Ausdruck fennophile movement) könnte man sagen, dass dialectophilia keine wissenschaftliche Methode der zeitgenössischen Dialektologie ist (Syriänen 2012: 7).
SCHLUSSFOLGERUNGEN
Das Verschwinden traditioneller Dialekte stellt nicht den Tod eines Dialekts dar, sondern lediglich seinen Wandel, wenn es im Rahmen der zeitgenössischen multimodalen Dialektologie betrachtet wird. Daraus lässt sich schließen:
1. Die vorgeschlagene Methodik eignet sich für die Untersuchung des gesamten litauischen Sprachraums. Die multidimensionale Dialektologie ermöglicht die Entwicklung neuer Modelle des Sprachwandels und der Sprachentwicklung. 2. Das veränderte Raum- und Zeitkonzept reduziert nicht nur die Möglichkeit einer deskriptiven und atomistischen Analyse. Es ermöglicht ganzheitliche Untersuchungen lokaler sprachlicher Varianten. 3. Der Ansatz der multidynamischen Dialektologie offenbart die Bedingtheit der Dialektklassifikation. 4. Auch (sozio-)geolinguistische Studien müssen besonderen Anforderungen genügen – sie müssen nicht nur qualitative, sondern auch quantitative Methoden nutzen. 5. Mithilfe dieses multimodalen Modells können der natürliche Verlauf der Entwicklung einer Sprachvarietät sowie ihr Wandel und ihre Verschiebung angesichts veränderter wirtschaftlicher, demografischer oder anderer Umstände prognostiziert werden.
LITERATUR
Aliūkaitė Daiva 2019: Objektyvusis tarmiškumas: požymiai ir vertė. — Respectus Philologicus 35(40), 63–91. Verfügbar unter: https://www.zurnalai.vu.lt/respectus-philologicus/article/view/12717/11397.
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Aliūkaitė Daiva, Jaroslavienė Jurgita, Meiliūnaitė Violeta, Mikulėnienė Danguolė 2014: Tarminių duomenų analizės principai. Tarmių aprašo metodika. – XXI a. pradžios lietuvių tarmės: geolingvistinis ir sociolingvistinis tyrimas (žemėlapiai ir jų komentarai), hrsg. von Danguolė Mikulėnienė, Violeta Meiliūnaitė, Vilnius: Briedis, 63–75.
Aliūkaitė Daiva, Mikulėnienė Danguolė 2014: Geolinguistik: Ideologie, Theorie und Methoden. Grundbegriffe. – Die litauischen Dialekte zu Beginn des 21. Jahrhunderts: eine geolinguistische und soziolinguistische Untersuchung (Karten und ihre Kommentare), herausgegeben von Danguolė Mikulėnienė, Violeta Meiliūnaitė, Vilnius: Briedis, 29–47.
Aliūkaitė Daiva, Mikulėnienė Danguolė 20141: Besonderheiten der Herausbildung von Geolekten und Regiolekten in Litauen. – Die litauischen Dialekte zu Beginn des 21. Jahrhunderts: eine geolinguistische und soziolinguistische Untersuchung (Karten und ihre Kommentare), herausgegeben von Danguolė Mikulėnienė, Violeta Meiliūnaitė, Vilnius: Briedis, 257–262.
Aliūkaitė Daiva, Mikulėnienė Danguolė 2019: Paprastojo kalbos bendruomenės nario naratyvas: kur ir kodėl (su)kuriamas vietos tarmiškumas. – Lietuvių kalba 13, [1–22]. Online verfügbar: http://www.lietuviukalba.lt/index.php/lietuviu-kalba/article/view/291/214.
Aliūkaitė Daiva, Mikulėnienė Danguolė, Čepaitienė Agnė, Geržotaitė Laura 2017: Kalbos variantiškumas ir jo vertinimas perceptyviosios dialektologijos požiūriu: variantų ir vietų vaizdiniai, Vilnius: Verlag der Universität Vilnius.
Auer Peter 2018: Dialektwandel in Europa – Ausgleich und Konvergenz. – The Handbook of Dialectology. Erste Ausgabe, hrsg. von Charles Boberg, John Nerbonne, Dominic Watt. Hoboken, NJ: John Wiley & Sons, Inc., 159–176.
Auer Peter, Hinskens Frans 1996: Konvergenz und Divergenz von Dialekten in Europa. Neue und nicht so neue Entwicklungen in alten Gebieten. – Sociolinguistica, Band 10, Heft 1, 1–30.
Chambers Jack K. 1980: Geolinguistik einer variablen Regel. – Toronto Working Papers in Linguistics 1, 47–65.
Chambers Jack K., Trudgill Peter 2004: Dialectology. Zweite Ausgabe, Cambridge: Cambridge University Press.
Čepaitienė Agnė 2016: Vakarų aukštaičių kauniškių ir rytų aukštaičių panevėžiškių sociokultūriniai tinklai. – Taikomoji kalbotyra 8, 136–159. Online verfügbar: https://taikomojikalbotyra.lt/ojs/index.php/taikomoji-kalbotyra/article/view/95/86.
Čepaitienė Agnė 2018: XXI a. pradžios aukštaičių patarmių kaita: gretinamasis geolingvistinis aspektas. Doktorarbeit, Vilnius: Institut für die litauische Sprache.
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DANGUOLĖ MIKULĖNIENĖ
Gerullis Georg 1930: Litauische Dialektstudien von Georg Gerullis, Leipzig: Markert & Petters.
Gerullis Georg, Stang’as Christian 1933: Lietuvių žvejų tarmė Prūsuose, surašė J. Gerullis ir Chr. Stangas. Reihe Lietuvių kalbos tarmės, Bd. 1, Kaunas: Druckerei der Gesellschaft „Spindulys“.
Geržotaitė Laura, Meiliūnaitė Violeta 2014: Kitų kalbų vietiniai variantai Lietuvoje: žemėlapis ir komentarai. – XXI a. pradžios lietuvių tarmės: geolingvistinis ir sociolingvistinis tyrimas (žemėlapiai ir jų komentarai), hrsg. von Danguolė Mikulėnienė, Violeta Meiliūnaitė, Vilnius: Briedis, Karte XIV und Kommentar (Beilage).
Geržotaitė Laura, Mikulėnienė Danguolė 2014: Geolektų ir regiolektų formavimasis Lietuvoje: žemėlapis ir komentarai. – XXI a. pradžios lietuvių tarmės: geolingvistinis ir sociolingvistinis tyrimas (žemėlapiai ir jų komentarai), hrsg. von Danguolė Mikulėnienė, Violeta Meiliūnaitė, Vilnius: Briedis, Karte XIII und Kommentar (Beilage).
Girdenis Aleksas 1981: Fonologija, Vilnius: Mokslas.
Girdenis Aleksas 2000–2001: Kalbotyros darbai, Vilnius: Institut für Wissenschafts- und Enzyklopädieverlagswesen, Vilnius.
Girdenis Aleksas 2003: Teoriniai lietuvių fonologijos pagrindai, Vilnius: Institut für Wissenschafts- und Enzyklopädieverlagswesen.
Girdenis Aleksas 2014: Theoretical Foundations of Lithuanian Phonology, Vilnius: Eugrimas.
Goeman Ton 2000: Neben NORMS auch MYSFS in der sich wandelnden Dialektlandschaft und im Regiolekt, Taal en tongval [De Toekomst van de Variatielinguïstiek. Bundel artikelen aangeboden aan Jo Daan bij gelegenheid van haar negentigste verjaardag], hrsg. von Hans Bennis, Hugo Ryckeboer, Jan Stroop, Amsterdam: MI, 87–100.
Heeringa Wilbert, Hinskens Frans 2014, Konvergenz zwischen Dialektvarietäten und Dialektgruppen im niederländischen Sprachraum, – Aggregating Dialectology, Typology, and Register Analysis: Linguistic Variation in Text and Speech, hrsg. von Benedikt Szmrecsanyi, Bernhard Wälchli, New York: Walter de Gruyter, 26–52, 452–453.
Inoue Fumio 1993: Die Bedeutung neuer Dialekte. – Dialectologia et Geolinguistica 1, 3–27. Verfügbar unter: https://www.degruyter.com/view/j/dig.1993.1993.issue-1/dig.1993.1993.1.3/dig.1993.1993.1.3.xml.
Inoue Fumio 1997: Marktwert von Sprachen in Japan. – Japanese Linguistics 2, 40–61.
Inoue Fumio 1998: Sprachmarkt und seine grundlegenden Mechanismen. – Area and Culture Studies 57, 83–103.
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Acta Linguistica Lithuanica LXXXII
New Trends in Lithuanian Dialectology: Multimodal Research Model
Inoue Fumio 1999: Klassifikation von Dialekten nach ihrem Image: Englisch und Japanisch. Handbook of Perceptual Dialectology 1, hrsg. von Dennis R. Preston, Amsterdam, Philadelphia: John Benjamins Publishing Company, 147–160.
Inoue Fumio 2012: Verbesserungen des soziolinguistischen Status von Dialekten, beobachtet anhand von Linguistic Landscapes – Nutzung von Google Maps und Google Insights. – Dialectologia 8, 85–132.
Kretzschmar William A., Schneider Edgar W. 1996: Introduction to Quantitative Analysis of Linguistic Survey Data: An Atlas by the Numbers, Thousand Oaks, CA: Sage.
Kurschat Friedrich 1876: Grammatik der litauischen Sprache: mit einer Karte des litauischen Sprachgebiets und einer Abhandlung über litauische Volkspoesie nebst Musikbeilage von 25 Dainosmelodien, von Friedrich Kurschat, Halle: Buchhandlung des Waisenhauses.
Kuršaitis Frydrichas 1876: Frydrichas Kuršaitis, Lietuvių kalbos gramatika, 1876, bearbeitet von Birutė Kabašinskaitė, Noten und Texte litauischer Lieder transkribiert von Eligija Garšvienė, aus dem Deutschen übersetzt von Alfonsas Tekorius, Vilnius: Verlag der Universität Vilnius, 2013.
Labov William 1972: Sociolinguistic Patterns, Philadelphia: University of Pennsylvania Press.
LKA 1–3: Lietuvių kalbos atlasas 1: Leksika, verantwortlicher Redakteur Kazys Morkūnas, Vilnius: Mokslas, 1977; Lietuvių kalbos atlasas 2: Fonetika, verantwortlicher Redakteur Kazys Morkūnas, Vilnius: Mokslas, 1982; Lietuvių kalbos atlasas 3: Morfologija, verantwortlicher Redakteur Kazys Morkūnas, Vilnius: Mokslas, 1991.
LKŽ 1–20: Lietuvių kalbos žodynas 1–2, Vilnius: Mintis, 1968–1969; 3–6, Vilnius: Verlag für staatliche politische und wissenschaftliche Literatur, 1956–1962; 7–9, Vilnius: Mintis, 1966–1973; 10–15. Vilnius: Mokslas, 1979–1991; 16–17, Vilnius: Verlag für Wissenschaft und Enzyklopädie, 1995–1996; 18–20, Vilnius: Institut für Wissenschafts- und Enzyklopädieverlagswesen, 1997–2002.
Mikulėnienė Danguolė 2013: Das Netz der litauischen Dialekte: seine Ursprünge und Optimierung. – Acta Linguistica Lituanica 68, 70–91.
Mikulėnienė Danguolė 2016: Strukturalismus in der litauischen Dialektforschung: die phonologische Schule von Aleksas Girdenis. – Tarptautinė mokslinė konferencija profesoriaus Alekso Girdenio (1936–2011) 80 metų sukakčiai paminėti „Dabartinių baltų kalbų ir tarmių transformacijos“ (“Transformations of Contemporary Baltic Languages and Dialects”). Institut für die litauische Sprache, Vilnius, 19.–21. Oktober 2016. Thesen der Vorträge, Vilnius: Institut für die litauische Sprache, 47–48 (http://lki.lt/wp-content/uploads/2017/06/A.Girdenio_KONFERENCIJOS_TEZES_2016.pdf).
Straipsniai / Articles
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DANGUOLĖ MIKULĖNIENĖ
Mikulėnienė Danguolė 2018: Lietuvių tarmėtyra: genezė, raida ir paradigminiai lūžiai 1: Ikitarmėtyrinis laikotarpis. Lietuvių tarmėtyros pradžia: tarmių skyrimas, tyrimų perspektyvų užuomazgos ir jų tipai, Vilnius: Zentrum für Wissenschafts- und Enzyklopädieverlagswesen.
Mikulėnienė Danguolė 2018: Multimodales Modell der Dialektforschung: Möglichkeiten zur Untersuchung der Variabilität des lokalen Polnischen in Litauen. Online verfügbar: http://www/lenkutarmes.flf.vu.lt/files/mikuleniene_%20tarmetyros_modelis.pdf.
Mikulėnienė Danguolė 2019: Nomenklatur der Merkmale der Dialektalität: von dialektalen Merkmalen zu Kennzeichen der Dialektalität. – Respectus Philologicus 35(40), 51–62. Online verfügbar: https://www.zurnalai.vu.lt/respectus-philologicus/article/view/12716/11395.
Mikulėnienė Danguolė, Čepaitienė Agnė, Bakšienė Rima, Geržotaitė Laura, Kardelytė-Grinevičienė Daiva, Leskauskaitė Asta, Meiliūnaitė Violeta, Vyniautaitė Simona 2019: Dialektometrinis lietuvių tradicinių tarmių klasifikacijos pjūvis: žvalgomasis tyrimas. Kollektivstudie, Vilnius: Institut für die litauische Sprache.
Mikulėnienė Danguolė, Leskauskaitė Asta, Ragaišienė Vilija, Geržotaitė Laura, Birgelienė Nijolė 2016: Lietuvių tarmių kaita XXI a. pradžioje: Lenkijos lietuvių šnektos, Vilnius: Institut für die litauische Sprache.
Mikulėnienė Danguolė (Hrsg. und Autorin), Meiliūnaitė Violeta (Hrsg. und Autorin) 2014: XXI a. pradžios lietuvių tarmės: geolingvistinis ir sociolingvistinis tyrimas (žemėlapiai ir jų komentarai). Vilnius: Briedis.
Mikulėnienė Danguolė, Meiliūnaitė Violeta 2017: Die Dimension der Dialektalität in der Struktur der ethnografischen Regionen Litauens. – Naujos regionų tapatybės konstravimas. Integralumas, sumanumas, konkurencingumas, hrsg. von Arūnas Augustinaitis, Jolanta Zabarskaitė, Danguolė Mikulėnienė, Violeta Meiliūnaitė, Liutauras Labanauskas, Austė Kiškienė, Remigijus Venckus, Kastytis Rudokas, Vilnius: Institut für die litauische Sprache, 169–195.
Mikulėnienė Danguolė, Pacevičiūtė Aušra 2019: Sprachwechsel: Der Fall des Žemaičiai-Gebiets in der Region Kaunas–Jonava. – Acta Baltico-Slavica 43, 42–58. Verfügbar unter: https://ispan.waw.pl/journals/index.php/abs/article/view/abs.2019.008/5333.
Mikulėnienė Danguolė, Rutkowska Kristina 2013: Die gegenwärtige Sprachsituation in Litauen: geolinguistischer Aspekt und neue Beschreibungsmöglichkeiten. – Acta Baltico-Slavica 37, 459–471.
Morkūnas Kazys 1976: Linguistische Geografie und der Atlas der litauischen Sprache. – Lietuvių kalbos atlasas 1: Leksika, verantwortlicher Redakteur Kazys Morkūnas, Vilnius: Mokslas, 1977, 7–12.
Morkūnas Kazys 1980: Pažintis su lietuvių kalbos tarmėmis, Vilnius: Mokslas.
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New Trends in Lithuanian Dialectology: Multimodal Research Model
Morkūnas Kazys 1993: Zur Bedeutung des Begriffs periferinės tarmės. – Lietuvių kalbotyros klausimai 30, 4–7.
Preston Dennis R. 1999: Einleitung. – Handbook of Perceptual Dialectology 1, hrsg. von Dennis R. Preston, Amsterdam, Philadelphia: John Benjamins Publishing Company, xxiii–xl.
Preston Dennis R. 2018: Perzeptive Dialektologie. – The Handbook of Dialectology. Erste Ausgabe, hrsg. von Charles Boberg, John Nerbonne, Dominic Watt. Hoboken, NJ: John Wiley & Sons, Inc., 177–203.
Salys Antanas 1933: Einige Bemerkungen zur Geschichte der Dialekte. – Archivum Philologicum 4, 21–34.
Salys Antanas 1935: Lietuvių kalbos tarmės (als Manuskript), Kaunas.
Salys Antanas 1946: Lietuvių kalbos tarmės (als Manuskript), Tübingen.
Salys Antanas 1985: Raštai III: Įvairūs straipsniai, Rom: Litauische Katholische Akademie der Wissenschaften.
Salys Antanas 1992: Raštai IV: Lietuvių kalbos tarmės, Rom: Litauische Katholische Akademie der Wissenschaften.
Schleicher August 1856: Handbuch der litauischen Sprache: Litauische Grammatik, Bd. 1, Prag: J. G. Calve’sche Verlagsbuchhandlung. – Lituanistinis Augusto Schleicherio palikimas, t. 1, sud. Ilja Lemeškin, Jolanta Zabarskaitė, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 2008, 150–508.
Schleicher August 18561: Lietuvių kalbos vadovas: Lietuvių kalbos gramatika, Bd. 1, aus dem Deutschen übersetzt von Alfonsas Tekorius, Prag, 1856. – Lituanistinis Augusto Schleicherio palikimas, Bd. 2, hrsg. von Ilja Lemeškin, Jolanta Zabarskaitė, Vilnius: Institut für die litauische Sprache, 2014, 15–33.
Syrjänen Kaj 2012: Die Geschichte der dialektologischen Forschung in Finnland nachgezeichnet. – DOSSIERS D’HEL 2012©SHESL. Verfügbar unter: http://htl.linguist.univ-paris-diderot.fr/_media/num5/articles/syrjanen_2012.pdf.
Taeldeman Johan 2005: Polarisierung erneut betrachtet. – Language Variation – European Perspectives: Selected Papers from the Third International Conference on Language Variation in Europe (ICLaVE 3), hrsg. von Frans Hinskens, Amsterdam: Benjamins, 233–248.
Trudgill Peter 1983: On dialect: Social and Geographical Perspectives, Oxford: Basil Blackwell.
Zinkevičius Zigmas 1966: Lietuvių dialektologija: lyginamoji tarmių fonetika ir morfologija, Vilnius: Mintis.
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DANGUOLĖ MIKULĖNIENĖ
Zinkevičius Zigmas 19961: Dialektale Differenzierung und sprachliche Integration. The History of the Lithuanian Language, Vilnius: Verlag für Wissenschaft und Enzyklopädie, 192–226.
Zinkevičius Zigmas 2002: Rinktiniai straipsniai 1, Vilnius: Litauische katholische Akademie der Wissenschaften.
Zinkevičius Zigmas 2004: Rinktiniai straipsniai 4, Vilnius: Litauische katholische Akademie der Wissenschaften.
Zinkevičius Zigmas 2006: Lietuvių tarmių kilmė, Vilnius: Institut für die litauische Sprache.
Neue Tendenzen der modernen litauischen Dialektologie: multimodales Forschungsmodell
ZUSAMMENFASSUNG
Die moderne Dialektologie erkennt den Wandel und die Vitalität der traditionellen Dialekte an. Ziel dieser Untersuchung ist es, ein neues Modell zur Erforschung der in der modernen Sprache verwendeten Dialektvarianten vorzulegen, das von den Forschenden des Zentrums für Geolinguistik am Institut für die litauische Sprache im Kontext der traditionellen und modernen (multimodalen) litauischen Dialektologie verwendet wird. Zur Erreichung dieses Ziels wurden folgende Aufgaben formuliert: 1) die Merkmale der traditionellen und modernen litauischen Dialektologie systematisch zu erörtern; 2) ein Forschungsmodell für moderne Dialekte und neue dialektale Bildungen vorzulegen; 3) die Anwendungsmöglichkeiten dieses Modells zu beschreiben. Die Forschungsmethodik beruht auf modernen (sozialen) geolinguistischen Untersuchungen sowie auf der Theorie sozialer Netzwerke und multidirektionalen Studien der modernen Dialektologie, die in Japan, den Vereinigten Staaten und den Niederlanden durchgeführt wurden.
Das Modell des regionalen Sprachwandels besteht aus drei Schichten: 1) einer selektiven dialektalen Untersuchung traditioneller Sprachdaten; 2) einer Untersuchung der sprachlichen Umwelt (oder der Sprachlandschaft) und der lokalen soziokulturellen Netzwerke; 3) einer Untersuchung der Einstellungen der Befragten zur lokalen Sprache und der öffentlichen Meinung. Jede Untersuchungsphase wird ausführlicher erörtert.
Das multimodale Modell lässt sich leicht an die Bedürfnisse des Untersuchungsgebiets anpassen. Dies zeigt sich besonders deutlich, wenn dort nicht nur eine, sondern mehrere Varianten einer Sprache (oder sogar verschiedener lokaler Sprachen) verwendet werden. Der dynamische Ansatz offenbart die Bedingtheit der Dialektklassifikation. Neue dialektale Bildungen – Geolekte, Regiolekte – müssen nicht nur mithilfe moderner qualitativer, sondern auch quantitativer Methoden erkannt und identifiziert werden. Dialektale (oder lediglich dialektal geprägte) Varianten dürfen nicht in die Klassifikation der traditionellen litauischen Dialekte gezwängt werden: Dies erfordert nicht nur die Verschiedenheit der im 20. und 21. Jahrhundert gesammelten Materialien, sondern auch das erheblich erweiterte Forschungsfeld,
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Acta Linguistica Lithuanica LXXXII
New Trends in Lithuanian Dialectology: Multimodal Research Model
die Methoden der Theorie sozialer Netzwerke und der perzeptiven Dialektologie auszuwählen und an die Dialektologie anzupassen.
Das auf die moderne Dialektforschung zugeschnittene multimodale Forschungsmodell eignet sich nicht nur zur Untersuchung dialektaler oder dialektal geprägter lokaler Varianten der litauischen Sprache, sondern auch der sprachlichen Variabilität im Allgemeinen. Die multidimensionale Dialektologie ermöglicht die Entwicklung neuer Theorien des Sprachwandels und der Sprachentwicklung, während das veränderte Raum- und Zeitverständnis die Möglichkeit einer deskriptiven und atomistischen Analyse verringert.
Eingereicht am 16. Januar 2020.
DANGUOLĖ MIKULĖNIENĖ
Institut für die litauische Sprache, Petro-Vileišio-Straße 5, LT–10308 Vilnius, Litauen danguole.mikulėnienė@lki.lt
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