Ökonomik der Familie: Patriarchalismus in China
Abstract
EconStor is a publication server for scholarly economic literature, provided as a non-commercial public service by the ZBW.
Full text
Krug, Barbara; Frey, Bruno S. Article Ökonomik der Familie: Patriarchalismus in China Zeitschrift für Wirtschaftsund Sozialwissenschaften (ZWS) - Vierteljahresschrift der Gesellschaft für Wirtschaftsund Sozialwissenschaften, Verein für Socialpolitik Provided in Cooperation with: Duncker & Humblot, Berlin Suggested Citation: Krug, Barbara; Frey, Bruno S. (1987) : Ökonomik der Familie: Patriarchalismus in China, Zeitschrift für Wirtschaftsund Sozialwissenschaften (ZWS) - Vierteljahresschrift der Gesellschaft für Wirtschaftsund Sozialwissenschaften, Verein für Socialpolitik, ISSN 0342-1783, Duncker & Humblot, Berlin, Vol. 107, Iss. 1, pp. 67-84, https://doi.org/10.3790/schm.107.1.67 This Version is available at: https://hdl.handle.net/10419/291656 Standard-Nutzungsbedingungen: Die Dokumente auf EconStor dürfen zu eigenen wissenschaftlichen Zwecken und zum Privatgebrauch gespeichert und kopiert werden. Sie dürfen die Dokumente nicht für öffentliche oder kommerzielle Zwecke vervielfältigen, öffentlich ausstellen, öffentlich zugänglich machen, vertreiben oder anderweitig nutzen. Sofern die Verfasser die Dokumente unter Open-Content-Lizenzen (insbesondere CC-Lizenzen) zur Verfügung gestellt haben sollten, gelten abweichend von diesen Nutzungsbedingungen die in der dort genannten Lizenz gewährten Nutzungsrechte. Terms of use: Documents in EconStor may be saved and copied for your personal and scholarly purposes. You are not to copy documents for public or commercial purposes, to exhibit the documents publicly, to make them publicly available on the internet, or to distribute or otherwise use the documents in public. If the documents have been made available under an Open Content Licence (especially Creative Commons Licences), you may exercise further usage rights as specified in the indicated licence. https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
Zeitschrift für Wirtschaftsu. Sozialwissenschaften (ZWS) 107 (1987), S. 67 - 84 Duncker & Humblot, Berlin 41 Ökonomik der Familie: Patriarchalismus in China* Von Barbara Krug und Bruno S. Frey Das Verhalten einer patriarchalischen Familie wird analysiert, indem dem Oberhaupt ein eigennutzorientiertes Handeln innerhalb eines durch die Familienmitglieder und das Budget eingeschränkten Möglichkeitsraumes unterstellt wird. Hypothesen hinsichtlich des Arbeitseinsatzes, der Familiengröße, der Amtsdauer und des Lebensstandards während der Pensionierung des Patriarchen sowie der Umverteilung (Besteuerung) zwischen den Familienmitgliedern werden abgeleitet. Beobachtungen für China (vor und nach 1949) unterstützen die ökonomischen Hypothesen. I. Die Bedeutung der Familie in China Seit dem Beginn der wirtschaftlichen Liberalisierung beschäftigen sich Nationalökonomen verstärkt mit den Problemen der Volksrepublik China. Die wissenschaftliche (und auch die populäre) Literatur befaßt sich hauptsächlich mit den makroökonomischen Aspekten. Im Zentrum stehen Probleme hinsichtlich des Verhältnisses von Plan und Markt1, der Finanzpolitik2, des Außenhandels3, sowie der Beschäftigung und der Inflation4. Mikroökonomische Themen haben, von einzelnen Aspekten abgesehen5, demgegenüber nur wenig Aufmerksamkeit gefunden. In diesem Aufsatz soll gezeigt werden, daß die MikroÖkonomie, insbesondere die Familie als Konsumund Produktionseinheit, von großer Bedeutung für das Verständnis der vergangenen und zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung Chinas ist. Die Familie ist aber nicht nur wichtig für die interne Wirtschaft, sondern sie spielt auch eine erhebliche Rolle bei den * Für hilfreiche Diskussionen danken wir Elisabeth Croll (St. Antony's College, Oxford), Heinz Buhofer und Reiner Eichenberger (Universität Zürich), Rudolf Richter (Universität des Saarlandes), Wang Chengjia (Zhongguo Shihui Kexueyuan Jingji Yanjiusuo: Ökonomisches Forschungsinstitut der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften, Beijing), Wei Yong (Xingzhengyuan Yuanjiu Fazhan Kaohe Weiyuanhui: Vorsitzender des Planungsstabes beim Premierminister, Taipei). Der zweite Autor ist der Fritz Thyssen Stiftung für ihre Unterstützung dankbar. 1 z.B. Kloten (1985), Prybyla (1985). 2 Louven (1985). 3 Krug (1986). 4 Lardy (1983), Kraus (1985). s z.B. Wiens (1983), Kosta (1984). ZWS 107 (1987) 1 5* OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.107.1.67 | Generated on 2023-04-04 12:09:58
68 Barbara Krug und Bruno S. Frey Beziehungen Chinas zu den Industriegesellschaften. Angesichts der zunehmenden Liberalisierung und Verwendung von Marktelementen in China werden in Zukunft westliche Unternehmen nicht mehr ausschließlich mit Staatsbetrieben innerhalb des staatlichen Außenhandelsmonopols zu tun haben, sondern auch mit privaten Firmen. So wird berichtet, daß es in der Volksrepublik Ende 1985 schon mehr als 11,9 Millionen Privatunternehmen gab, in den 17,6 Mill. Bauern beschäftigt waren. Außerdem ist anzunehmen, daß die meisten neu gegründeten Kollektivbetriebe in der Landwirtschaft von Familien oder Sippen errichtet werden6. In China, wie auch in Japan und den anderen asiatischen Schwellenländern, sind private Firmen weit mehr als im Westen mit der patriarchalischen Familie verknüpft. Eine Kenntnis der Funktionsweise dieser patriarchalischen Familie unter den in China herrschenden Bedingungen ist somit auch für die wirtschaftliche Praxis wichtig. Die patriarchalische Familie hat in China Jahrtausende überdauert. Die Anfänge sind bis 2000 Jahre v. Chr. nachweisbar7. Im Reich der Mitte, aber auch während der ersten Phase der Industrialisierung Anfang des 20. Jahrhunderts, war die Familie unter der Führung eines Patriarchen die dominierende wirtschaftliche Einheit, in der sich der Konsum und die Produktion vollzog. Mit der kommunistischen Machtübernahme 1949 wurde die patriarchalische Familie scheinbar durch die neugeschaffenen Kollektive verdrängt. In Wirklichkeit ist jedoch diese unterste Organisationsform der Individuen erhalten geblieben und hat nach wie vor einen wesentlichen Teil auch der produktiven Aktivitäten insbesondere in der Landwirtschaft geleistet. Die Kollektive konnten die patriarchalischen Familieneinheiten nicht völlig verdrängen8, sondern diese haben sich an die von der Kommunistischen Partei Chinas gesetzten Bedingungen bestmöglich angepaßt. Auch wenn z.B. Familienmitglieder in den Kollektiven arbeiteten (oder zu arbeiten gezwungen wurden), ging die Entlohnimg an den Patriarchen, der sie dann auf die Familienmitglieder verteilte9. Bemerkenswert ist auch, daß die Arbeitsplätze in den Fabriken im Familienbesitz waren; sie wurden vom Vater auf den Sohn und von der Mutter auf die Tochter10 vererbt. Im Zuge der Liberalisierung hat sich der Möglichkeitsraum der patriarchalischen Familie in China wieder erweitert. So können schon heute im Familienverband kleine Firmen gegründet werden. Von entscheidender 6 china aktuell, Juli 1985, 428; Croll (1983), 28. 7 Grämt (1976), 19. 8 In einem Bericht des Volkssenders der Provinz Shaanxi (21.11.1984, 11.30 Uhr Lokalzeit) wird berichtet, daß diese Provinz „konservativ, schlecht informiert und selbstzufrieden sei, weil sie über Jahre hinaus durch die Ideologie einer kleinbürgerlichen Wirtschaft und patriarchalisches Denken beeinflußt war". 9 Parish / Whyte (1978), 207, 238. Shirk (1981), 593; Croll (1983), 43. ZWS 107 (1987) 1 OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.107.1.67 | Generated on 2023-04-04 12:09:58
Ökonomik der Familie: Patriarchalismus in China 69 Bedeutung ist die Familie im landwirtschaftlichen Bereich, in dem über 80 % der Erwerbstätigen Chinas (über 300 Millionen Menschen) beschäftigt sind. Im folgenden Abschnitt II wird eine Theorie der patriarchalischen Familie mit dem Instrumentarium der Wirtschaftstheorie entwickelt. In Abschnitt III werden testbare Hypothesen über das Verhalten der patriarchalischen Familie abgeleitet, wobei sowohl das Innenwie auch das Außenverhältnis betrachtet wird. Die abgeleiteten ,ökonomischen' Hypothesen werden »soziologischen4 Hypothesen gegenübergestellt. Die aus der einschlägigen Literatur gesammelte illustrative Evidenz spricht für die ökonomischen Hypothesen. Abschließende Bemerkungen werden in Abschnitt IV gemacht. II. Ein Modell der patriarchalischen Familie In der ökonomischen Literatur über Entwicklungsländer11 wird die Familie unzureichend in die Analyse einbezogen. Entweder wird angenommen, daß sie ökonomisch keine Rolle spielt, da sie nicht für einen Markt produziert,12 oder es werden soziologische Erklärungen für ihr Verhalten13 wie ,Werte' oder ,Tradition4 verwendet. Einschränkungen des Möglichkeitsraumes der Familie und des Patriarchen oder gar relative Preise werden kaum zur Erklärung des Verhaltens der Familie herangezogen. In diesem Aufsatz wird auf die Ökonomische Theorie der Familie zurückgegriffen, die maßgeblich durch Becker14 entwickelt und geprägt wurde. Diese Theorie befaßt sich entweder abstrakt mit dem Verhalten dieser Organisationsform von Individuen oder wendet die Erkenntnisse auf die Verhältnisse in Industriegesellschaften an15. Eine ausführliche Darlegung des Ansatzes und des Standes der Ökonomischen Theorie der Familie erübrigt sich an dieser Stelle, insbesondere weil soeben ein Überblick16 erschienen ist. Noch bei Samuelson17 wird die Familie als eine black box behandelt. Den Familienmitgliedern werden die gleichen Nutzenfunktionen und die gleichen Einschränkungen unterstellt. Der Haushalt wird nur als Konsumeinheit angesehen, der Präferenzaspekt wird damit als allein wichtig betrachtet. Das interne Zusammenspiel zwischen den Familienmitgliedern ist ausgeklammert. Erst Becker18 berücksichtigt explizit den Haushalt 11 Vgl. z.B. die Übersichten von Hoffmann / Sanders (1980), Knall (1980), Bender (1981). 12 Eckstein (1968), 40. 13 Vgl. dazu Kirchgässner (1980), Opp (1985), Lindenberg (1985). 14 Becker (1982), vgl. auch den Sammelband von Schultz (1974). 15 Eine Ausnahme bildet Sen, der die Verhältnisse indischer Familien untersucht, vgl. Sen (1981, 1983). 16 Aus der Sicht der Theorie der Transaktionskosten; Pollak (1985). 17 Samuelson (1956). 18 Zuerst in seiner ,Theory of marriage', Becker (1973). ZWS 107 (1987) 1 OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.107.1.67 | Generated on 2023-04-04 12:09:58
70 Barbara Krug und Bruno S. Frey als Produktionsstätte. Der Altruismus der Familienmitglieder bewirkt, daß das Oberhaupt handelt, als ob es die Interessen aller berücksichtigen würde. Das Verhalten der Familie nach außen kann auf diese Weise auf der Grundlage der Präferenzen des Oberhauptes analysiert werden. Neuerdings ist die Interaktion zwischen den Familienmitgliedern schließlich explizit mit Hilfe eines Verhandlungsmodells untersucht worden19. In der patriarchalischen Familie ist das (männliche) Oberhaupt (jiazhang) dominant. Es muß (1) die Aufgaben innerhalb der Familie zuweisen (Allokation), (2) die Verteilung des Familieneinkommens zwischen den Mitgliedern mittels - impliziter oder expliziter - Steuern und Transfers vornehmen20 und (3) die Größe des Haushalts bestimmen. Das innere und äußere Verhalten der Familie läßt sich analysieren, indem die Nutzen und Kosten unterschiedlicher Handlungen des Familienoberhauptes betrachtet werden. Der ökonomischen Theorie menschlichen Verhaltens21 folgend, werden Änderungen im Verhalten auf empirisch erfaßbare Änderungen von Einschränkungen zurückgeführt und nicht auf empirisch kaum erfaßbare Änderungen in den Präferenzen. Abweichend von Beckers Analyse der Familie wird für das Familienoberhaupt unterstellt, daß es seinen Eigennutz verfolgt. Das Verhalten der patriarchalischen Familie in China wird somit zu erklären versucht, ohne auf - schwer unabhängig erfaßbare - Gefühle des Altruismus zurückzugreifen. Der dem patriarchalischen Familienoberhaupt offenstehende Entscheidungsraum wird durch zwei Gruppen von Einschränkungen bestimmt: Die Familienorganisation und die wirtschaftlichen Gegebenheiten. Die Familienorganisation schränkt in China den Möglichkeitsraum des Patriarchen in viererlei Weise ein: (1) Ist der Familienverband insgesamt zu wenig produktiv, wird die Familie durch kollektiven Beschluß seiner Mitglieder aufgelöst (fenjia), wodurch das Oberhaupt seine Stellung einbüßt. Die Analogie zu einer Firma, die Verluste erwirtschaftet und aufgelöst wird (Konkurserklärung), ist offensichtlich. (2) Erscheint den Söhnen die durch das Oberhaupt erzielte Produktivität der Familie (wesentlich) geringer als was die Familie bei guter Allokation erwirtschaften könnte, wird das Oberhaupt durch kollektiven Beschluß vorzeitig pensioniert. 19 Mauser / Brown (1980). 20 Die familieninterne Umverteilung durch Abgaben wird nachfolgend als .Besteuerung" bezeichnet. 21 Stigler / Becker (1977); Frey / Foppa (1986). ZWS 107 (1987) 1 OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.107.1.67 | Generated on 2023-04-04 12:09:58
Ökonomik der Familie: Patriarchalismus in China 71 (3) Empfinden die Söhne die vom Familienoberhaupt erzwungene Besteuerung als zu belastend, und dessen Konsum als zu hoch, werden sie den Generationenvertrag (ebenfalls) brechen und die Altersversorgung des Vaters gering ansetzen. Die Söhne nehmen somit nachträglich eine Umverteilung des Konsums vor. (4) Einzelne Mitglieder können den Familienverband, insbesondere durch Wegzug vom Land in die Stadt, verlassen, wenn sie die Besteuerung durch das Oberhaupt im Vergleich zum Nutzen einer Familienzugehörigkeit als zu belastend ansehen. Die ersten drei Einschränkungen des patriarchalischen Möglichkeitsraumes werden durch kollektiven Widerstand der Familienangehörigen, die vierte Einschränkung durch individuelle Verweigerung begründet22. Der Möglichkeitsraum des Patriarchen wird schließlich (5) durch die wirtschaftlichen Verhältnisse beschränkt: Der Konsum darf - längerfristig - nicht das erzielte Einkommen überschreiten (Budgetbeschränkung). Die Einschränkungen sind nicht völlig unabhängig voneinander. Auch bei einer getrennten Behandlung ist es jedoch möglich, inhaltlich gehaltvolle und empirisch prüfbare Hypothesen über das Verhalten der patriarchalischen Familie abzuleiten. Im folgenden wird der Reihe nach gezeigt, wie sich die auf die fünf Restriktionen zurückführbaren Veränderungen des Möglichkeitsraumes auswirken. Eine stärkere Einschränkung des Patriarchen durch die Familienorganisation oder durch die wirtschaftlichen Bedingungen läßt sich wie in der MikroÖkonomik üblich als eine Veränderung der relativen Preise interpretieren. Dieser Zusammenhang ist in Figur 1 vereinfacht dargestellt. Die Möglichkeiten der Ausübung der zwei Aktivitäten I und II (z.B. der Arbeit im Haushalt oder auf dem Felde) werden durch die zwei Mengen von Einschränkungen AA' (Familienorganisation) und BB' (Budgetgerade) bestimmt. Der Möglichkeitsraum ist OBCA'. Eine (implizite) Verteuerung von Aktivität II durch die Familienorganisation dreht die beschränkende Gerade um den Punkt A nach links. Die relative Preisänderung führt zum kleineren Möglichkeitsraum OBDA". Eine Aktivität im Bereich A"DCA' ist damit verwehrt; der Pfeil in der Figur deutet an, daß tendenziell die Aktivitäten II abnehmen und die Aktivitäten I zunehmen. 22 Vgl. die Reaktionsmechanismen von Abwanderung und Widerspruch bei Hirschman (1974). ZWS 107 (1987) 1 OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.107.1.67 | Generated on 2023-04-04 12:09:58
72 Barbara Krug und Bruno S. Frey Aktivität I Figur 1: Verhaltensänderung infolge Veränderung einer Einschränkung III. Theoretische Hypothesen und empirische Evidenz 1. Gesamtproduktivität der Familie Der Patriarch weiß, daß seine Familie durch kollektiven Beschluß seiner Söhne aufgelöst wird, wenn es ihm nicht gelingt, durch einen geeigneten Einsatz der Produktionsfaktoren (Arbeitskraft der Familienmitglieder) eine genügend hohe Produktivität zu erreichen. Wenn die Söhne im Alleingang - mit ihren jeweiligen Frauen und Kindern - wesentlich mehr erwirtschaften können als im Rahmen des bestehenden patriarchalischen Familien Verbandes, verlieren die Funktionen des Familienoberhaupts ihre Berechtigung. Der scheinbar allmächtige Patriarch ist somit zu einer effizienten Allokation der Ressourcen seiner Familienmitglieder gezwungen. Daraus folgt unmittelbar: Hypothese 1: Die familiären Produktionsfaktoren (Arbeit) werden gemäß ihrer relativen Produktivität in unterschiedlichen Beschäftigungen eingesetzt. ZWS 107 (1987) 1 OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.107.1.67 | Generated on 2023-04-04 12:09:58
Ökonomik der Familie: Patriarchalismus in China 73 Aus Hypothese 1 folgt, daß bei einer Veränderung der relativen Produktivitäten von Familienmitgliedern (d.h. des Möglichkeitsraums des Patriarchen) der Einsatz der Familienmitglieder systematisch verändert wird, weil sich das Verhältnis der Nutzen und Kosten alternativer Arbeitstätigkeiten verändert. Bei einer soziologischen Betrachtung der patriarchalischen Familie in China folgt hingegen die konkurrierende Hypothese: Antithese 1: Der wirtschaftliche Einsatz der Familienmitglieder vollzieht sich gemäß der in der Tradition festgelegten Rollenaufteilung. Aus Antithese 1 folgt, daß bei einer Veränderung der relativen Produktivitäten der Familienmitglieder die Arbeitsteilung unverändert bleibt - zumindest kurzoder mittelfristig. In der soziologischen Betrachtung wird zwar durchaus zugestanden, daß Traditionen langfristig auch durch wirtschaftliche Einflüsse geprägt sind. Solche Änderungen in der Tradition lassen sich aber nicht durch kurzfristige Änderungen von Nutzen und Kosten erklären. Die ökonomische Hypothese 1 wird durch empirische Evidenz aus der einschlägigen Literatur sowohl für das klassische wie auch für das moderne China gestützt. Beispielhaft seien hier drei Reaktionsmuster aufgeführt: (a) In der bäuerlichen Familie arbeiten in China die Männer wegen ihrer größeren physischen Stärke (höhere Arbeitsproduktivität) auf den Feldern, die Frauen sind im Haushalt tätig, wo sie relativ produktiver sind. Als sich im 18. Jahrhundert eine lukrative landwirtschaftliche Nebenerwerbsmöglichkeit in Form der Seidenraupenzucht und der Produktion von Rohseide eröffnete, wurde diese Arbeit den Frauen zugewiesen, weil sie auf diesem Gebiet leistungsfähiger als die Männer waren23. Die angestammte Rolle, die Frauen immobil machte, indem sie sie an Haus und Hof band, wurde aufgegeben. Die Anpassung an die veränderten relativen Produktivitäten wurde kurzund mittelfristig vorgenommen, obwohl die Frauen damit das Haupteinkommen für die Familie erwarben24 und damit an Einfluß gewannen25. 23 Raupenzucht und Herstellung von Seide erfordern weniger Kraft als vielmehr Fingerfertigkeit, die die Frauen in dieser Beschäftigung im Vergleich zum Ackerbau relativ produktiver macht. So stellten Frauen nur 16% der Arbeitskraft im Getreideanbau auch in Gebieten, wo es keine Nebenerwerbsmöglichkeiten gab (Buck (1937), 303). 24 Während ursprünglich der von Männern durchgeführte Getreideanbau zum Zweck des Verkaufs auf dem Markt das alleinige monetäre Einkommen darstellte (vgl. Myers (1970), 184 und Tabelle 40, 190), trug er nach der Einführung der Rohseidenproduktion im Süden Chinas nur noch 10% zum Haushalteinkommen bei (Fei (1939), 202). - Als nach der Liberalisierung 1979 in der Volksrepublik der Nebenerwerb wieder zugelassen wurde, trat die alte Arbeitseinteilung wieder in Kraft: Frauen zogen sich von der (kollektiven) Feldarbeit zurück und konzentrierten sich auf den Gemüseanbau oder Heimindustrie (Croll (1983), 33 - 36). 25 Topley (1975), 72 - 84; Stacey (1983), lOOf. ZWS 107 (1987) 1 OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.107.1.67 | Generated on 2023-04-04 12:09:58
74 Barbara Krug und Bruno S. Frey (b) Mit der aufkommenden Industrialisierung werden vornehmlich die Töchter zur Fabrikarbeit abgeordnet, wiederum weil sie in dieser Tätigkeit relativ (wenn auch nicht absolut) mehr Einkommen in die Familie einbringen können. Mit der bisherigen Rollenvorstellung wird radikal gebrochen; die Töchter müssen meist sogar den gemeinsamen Wohnort mit der Familie aufgeben. Sie bleiben aber im Familienverband; vor allem müssen sie einen großen Teil ihres Verdienstes dem Oberhaupt zur Verteilung an die übrigen Familienmitglieder aushändigen. Eine weitere Konsequenz der neuen Arbeitseinteilung besteht darin, daß der Patriarch und seine Frau sich vermehrt auf die Hausarbeit verlegen, indem sie die Kinder der arbeitenden Töchter und Schwiegertöchter aufziehen26. (c) Der talentierteste - und nicht etwa der erstgeborene - Sohn27 wird durch die Familie unterstützt, um eine bessere Ausbildung zu erwerben und damit später in höherem Maße zum Familieneinkommen beizutragen. Insbesondere wird innerhalb der gesamten Sippe durch die Patriarchen entschieden, welcher Sohn in eine Lehre geht oder die Beamtenlaufbahn ergreift28 und welchen Grad er anstreben soll29. An diesen Beispielen wird deutlich, daß die Rollen innerhalb der patriarchalischen Familien keineswegs durch die Tradition festgeschrieben wird. Vielmehr wird die Arbeitsteilung zwischen Familienmitgliedern vom Patriarchen gemäß den sich ändernden relativen Arbeitsproduktivitäten in der Weise festgelegt, daß das Gesamtprodukt der Familie (inklusive Hausarbeit) maximiert wird. Neben einer bestmöglichen Allokation der gegebenen Familienmitglieder im Arbeitseinsatz muß das Oberhaupt auch die Größe der Familie derart festlegen, daß der größtmögliche Konsum pro Kopf erreicht wird. 26 Wolf (1975), 126 f. 27 Die optimale Bildungsinvestition bezog sich lange Zeit hindurch nur auf männliche Nachkommen. Sobald jedoch Frauen auch außerhalb der Landwirtschaft tätig werden konnten, begann sich auch eine Ausbildung der Töchter zu lohnen. Ein berühmtes Beispiel sind die drei Sung-Töchter, die zwischen 1906 und 1917 sogar eine Universitätsausbildung in den Vereinigten Staaten erhielten. Es gelang ihnen anschließend, sich mit einem der reichsten Bankiers in Shanghei (Kung), mit dem Volkshelden SunYatsen und mit dem zukünftigen Generalissimus Chiang Kai-shek zu verheiraten (Seagrave (1985), 109 - 139). 28 Die Beamtenkarriere stand in China im Prinzip allen Bauernfamilien offen, und sie lohnte sich finanziell (vgl. Marsh (1961), 80 mit Daten über die Aufstiegsmobilität für die Periode 1796 - 1908). Auf die Gleichschaltung westlicher mit klassischer Ausbildung reagierten vor allen Dingen die chinesischen Kaufmannsfamilien, indem sie westliche Schulen gründeten und somit in den Ausbau des Bildungssystems investierten. Da Händler (shang) von der Zulassung zur Beamtenprüfung im alten System ausgeschlossen waren, lohnten sich solche Investitionen. Vorher hatten Händler erst Land erwerben müssen, um in der dritten Generation Söhne zur Beamtenlaufbahn ausbilden lassen zu können. (Bergère (1968), 246 - 248). Rozman (1981), 165f.; Loewe (1973), 149; Freedman (1966), 74 - 76. ZWS 107 (1987) 1 OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.107.1.67 | Generated on 2023-04-04 12:09:58
Ökonomik der Familie: Patriarchalismus in China 81 IV. Abschließende Bemerkungen Die patriarchalische Familie war nicht nur in der Vergangenheit die dominante Organisationsform der Individuen, sondern ist auch heute noch in der Volksrepublik China von großer Bedeutung. Im Zeichen der wirtschaftlichen Liberalisierung ist zu erwarten, daß patriarchalischen Familien vermehrt eigene Betriebe gründen und damit auch wieder als Produzenten tätig werden. Die von einem Patriarchen geführte Familie wird in diesem Aufsatz mit Hilfe der Wirtschaftstheorie analysiert. Dem Patriarchen wird ein eigennutzorientiertes Verhalten unterstellt. Sein Möglichkeitsraum wird durch die Familienmitglieder (vor allem durch die Söhne) mittels Widerspruch und Austritt, sowie durch die Budgetrestriktion eingeschränkt. Die Theorie der patriarchalischen Familie erlaubt fünf Hypothesen abzuleiten: (1) Der Einsatz der Familienmitglieder erfolgt gemäß ihrer relativen Produktivität. (2) Die Familiengröße wird begrenzt, um das Prokopfeinkommen in der Familie zu maximieren. (3) Ein im Vergleich zu seinen Söhnen wenig effizienter Patriarch wird zum Rücktritt gezwungen. (4) Der Lebensstandard des pensionierten Patriarchen wird durch seine Nachkommen gesenkt, wenn er den impliziten Generationenvertrag nicht eingehalten hat, indem er während seiner aktiven Zeit seine Familie hoch besteuert und viel selbst konsumiert hat. (5) Familienmitglieder, die sich der Familienbesteuerung leicht entziehen können und damit eine hohe Angebotselastizität haben, werden nur gering besteuert. Umgekehrt werden Familienmitglieder mit tiefer Angebotselastizität hoch besteuert. Diese Hypothesen werden anhand von in der Literatur erwähnten Beobachtungen über Verhaltensänderungen der patriarchalischen Familie aufgrund von Änderungen im Möglichkeitsraum belegt. Es läßt sich zeigen, daß systematische Reaktionen in die theoretisch erwartete Richtung stattfinden. Diese Verhaltensänderungen entsprechen hingegen nicht den auf den Konzepten der Rolle und der Tradition aufbauenden »soziologischen' Thesen. Die ökonomische Verhaltenstheorie, die auf der Verfolgung des Eigennutzes der Individuen und den Einschränkungen des Möglichkeitsraumes aufbaut, erweist sich als sinnvoller Beitrag zum Verständnis der chinesischen Familie und der chinesischen Wirtschaft. ZWS 107 (1987) 1 6 OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.107.1.67 | Generated on 2023-04-04 12:09:58
82 Barbara Krug und Bruno S. Frey Zusammenfassung Das nach innen und außen gerichtete Verhalten einer patriarchalischen Familie wird analysiert, indem dem Patriarchen ein eigennutzorientiertes Handeln innerhalb eines durch die Familienmitglieder (vor allem durch die Söhne) und das Budget eingeschränkten Möglichkeitsraumes unterstellt wird. Es werden Hypothesen hinsichtlich (1) des Arbeitseinsatzes der Familienmitglieder, (2) der Familiengröße, (3) der Amtsdauer und (4) des Lebensstandards während der Pensionierung des Patriarchen, sowie (5) der Umverteilung (Besteuerung) zwischen den Familienmitgliedern abgeleitet und ,soziologischen', auf den Konzepten der Rolle und der Tradition gründenden Antithesen entgegengesetzt. Die der Literatur entnommenen Beobachtungen für China (vor und nach 1949) unterstützen die ökonomischen Hypothesen. Summary The inward and outward directed behaviour of a patriarchal family is analyzed by assuming self-interested behaviour of the patriarch, subject to the constraints imposed by the members of the family and by the budget. Hypotheses are derived concerning (1) the allocation of labour within the family, (2) family size, (3) the length of time in office and (4) the consumption standard after retirement of the patriarch, and (5) the redistribution (taxation) among the family members. They are confronted with 'sociological' antitheses based on role and tradition. The evidence from the literature on China tends to support the economic hypotheses. Literatur Atkinson, A. B. / Stiglitz, J. E. (1980), Lectures on public economics. New York und London. Becker, G. S. (1982), Eine Theorie der Heirat, in: G. S. Becker, Der ökonomische Ansatz zur Erklärung menschlichen Verhaltens. Tübingen, 225 - 281. Bender, D. (1981), Entwicklungspolitik, in: Vahlens Kompendium der Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik, Bd. 2. München, 455 - 491. Bergère, M. C. (1968), The Role of the Bourgeoisie, in: M. C. Wright, China in Revolution: The First Phase 1900 - 1913. Yale, 229 - 296. Bradford, D. F. / Rosen, H. S. (1976), The Optimal Taxation of Commodities and Income. American Economic Review, Papers and Proceedings 66, 94 - 101. Buck, J. L. (1937), Land Utilization in China. Chicago. Cooter, R. / Helpman, E. (1974), Optimal Income Taxation for Transfer Payments and Different Welfare Criteria. Quarterly Journal of Economics 88, 656 - 670. Croll, E. (1983), Chinese Women since Mao. New York. Eckstein, A., The Economic Heritage, in: A. Eckstein, W. Galenson und Liu Ta-chung (eds.), Economic Trends in Communist China. Chicago. Fei, Hsiao-tung (1939), Peasant Life in China: A Field Study of Country Life in the Yangtze Valley. New York. Fitzgerald, S. (1972), China and the Overseas Chinese. Cambridge. ZWS 107 (1987) 1 OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.107.1.67 | Generated on 2023-04-04 12:09:58
Ökonomik der Familie: Patriarchalismus in China 83 Freedman, M. (1966), Chinese Lineage and Society: Fukien and Kwangtung. London School of Economics Monographs on Social Anthropology No. 33. London. Frey, B. S. / Foppa, K. (1986), Human Behaviour: Possibilities Explain Action. Journal of Economic Psychology 7, 137 - 160. Granet, M. (1976), Die chinesische Zivilisation. München. Hirschman, A. O. (1974), Abwanderung und Widerspruch. Tübingen. Hoffmann, L. / Sanders, H. (1980), Entwicklungspolitik I: Strategien, in: Handwörterbuch der Wirtschaftswissenschaften, Bd. 2. Stuttgart, 393 - 407. K'ang Yu wei / Ta Tung Shu, Das Buch von der großen Gemeinschaft, Ed. by Bauer, W. Düsseldorf, Köln. 1974. Kirchgässner, G. (1980), Können Ökonomie und Soziologie voneinander lernen? Kyklos 33, 420 - 448. Kloten, N. (1985), Der Plan-Markt-Mechanismus in der Volksrepublik China. Europa-Archiv 13, 391 - 400. Knall, B. (1980), Entwicklungstheorien, in: Handwörterbuch der Wirtschaftswissenschaft, Bd. 2. Stuttgart, 421 - 435. Kosta, J. (1984), Entscheidungspartizipation in sozialistischen Wirtschaftssystemen. Wirtschaft und Gesellschaft 1, 79 - 96. Kraus, W. (1985), Wirtschaftsreformen in der Volksrepublik China. Politik und Zeitgeschichte 39, 3 - 29. Krause-Junk, G. / von Oehsen, J. (1982), Besteuerung, Optimale, in: Handwörterbuch der Wirtschaftswissenschaft, Bd. 9. Stuttgart, 706 - 723. Krug, B. (1986), China's Foreign Trade: Socialist Construction, Profit and Rent. Issues and Studies 7, 94 - 128. Lang, O. (1968), Chinese Family and Society. Yale. (1946 Nachdruck). Lardy, N. R. (1983), Agricultural Prices in China. World Bank Staff Working Papers 606. Washington. Lindenberg, S. (1985), Rational Choice and Sociological Theory: New Pressures on Economics as a Social Science. Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft 141, 244 - 255. Loewe, M. (1973), Imperial China, the Historical Background to Modern Age. Nachdruck Taipei. Louven, E. (1985), Die Außenund finanzwirtschaftliche Position der VR China gegen Ende des 6. Fünf jahresplanes, china aktuell. Manser, M. / Brown, M. (1980), Marriage and Household Decision Making: A Bargaining Analysis. International Economic Review 21, Nr. 1, 31 - 44. Marsh, R. M. (1961), The Mandarins, The Circulation of Elites in China, 1600 - 1900. New York. Mirrlees, J. A. (1971), An exploration in the theory of optimum income taxation. Review of Economic Studies 38,175 - 208. Myers, R. H. (1970), The Chinese Peasant Economy. Cambridge. Opp, K.-D. (1985), Sociology and Economic Man. Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft 141, 213 - 243. ZWS 107 (1987) 1 6* OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.107.1.67 | Generated on 2023-04-04 12:09:58
84 Barbara Krug und Bruno S. Frey Parish, W. L. / Whyte, M. K. (1978), Village and Family in Contemporary China. Chicago / London. Platte, E. (1984), China's Fertility Transition: The One-Child Campaign. Pacific Affairs 57, 4, 646 - 671. Pollack, R. A. (1985), A Transaction Cost Approach to Families and Households. Journal of Economic Literature 23, 581 - 608. Prybyla, J. S. (1985), The Chinese Economy: Adjustment of the System or Systemic Reform? Asian Survey 23, 5, 553 - 586. Ramser, H.-J. (1982), Optimale Einkommenssteuer, in: Gottfried Bombach, Bernhard Gahlen und Alfred E. Ott (Hrsg.), Grenzen und Möglichkeiten der Staatstätigkeit. Tübingen: Mohr (Siebeck), 171 - 223. Ramsey, F. (1927), A Contribution to the Theory of Taxation. Economic Journal 37, 47-61. Rozman, G. (1981), The Modernization of China. New York / London: Macmillan. Samuelson, P. A. (1956), Social Indifference Curves. Quarterly Journal of Economics 70,1,1 - 22. Sandmo, A. (1976), Optimal taxation - an introduction to the literature. Journal of Public Economics 5, 37 - 54. Schultz, T. W. (1974), Economics of the Family. Chicago / London. Seagrave, S. (1985), The Soong Dynasty. London. Sen, A. K. (1981), Ingredients of Famine Analysis: Availability and Entitlements. Quarterly Journal of Economics 95, 433 - 464. — (1983), Economics and the Family. Asian Development Review 1,14-26. Shirk, S. (1981), Recent Chinese Labour Policies and the Transformation of Industrial Organization in China. China Quarterly 88,575-593. Stacey, J. (1983), Patriarchy and Socialist Revolution in China. Berkeley / Los Angeles. Stigler, G. / Becker, G. S. (1977), De Gustibus Non Est Disputandum. American Economic Review 67, 76 - 90. Tai Yen-hui (1959), Zhongguo shenfen shi (History of Status Law in China, im Original chinesisch), hrsg. vom Justizministerium, Taipei. Topley, M. (1957), Marriage Resistance in Rural Kwangtung, in: M. Wolf und R. Witke (Hrsg.): Women in Chinese Society. Stanford, 66 - 88. Tuomala, M. (1984), On the Optimal Income Taxation. Journal of Public Economics 23,351 - 366. Wiens, T. B. (1983), Price Adjustment, The Responsibility System, and Agricultural Productivity. American Economic Review 73, Papers and Proceedings, 319 - 324. Wolf, M. (1975), Women and Suicide in China, in: M. Wolf und R. Witke (Hrsg.), Women in Chinese Society. Stanford, 111-142. Yang, C. K. (1959), The Family and the Village. Cambridge. ZWS 107 (1987) 1 OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.107.1.67 | Generated on 2023-04-04 12:09:58