Autonomie in der Lernenden-gruppe: Entscheidungsdiskurs und Mitbestimmung in einem DaF-Handyvideoprojekt [Reseña]
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Der Begriff der Lernerautonomie gehört nach wie vor zu den am meisten diskutierten Begrifflichkeiten der Fremdsprachendidaktik. Dieser Diskurs wurde in der Vergangenheit hauptsächlich durch einen individualistischen Ansatz geprägt, der aber eine bestimmte kulturelle Prägung und ein damit einhergehendes Menschenbild voraussetzt. Betrachtet man den Begriff der Lernerautonomie vor dem Hintergrund soziokultureller Lerntheorien, die Lernen als einen sozialen Prozess verstehen, legt dies eine Rekonzeptualisierung des Begriffs nahe. Genau darum geht es auch in dem Buch „Autonomie in der Lernendengruppe. Entscheidungsdiskurs und Mitbestimmung in einem DaFHandyvideoprojekt. “von Diana Feick, das 2016 in der Reihe Giessener Beiträge zur Fremdsprachendidaktik erschienen ist. Es handelt sich um eine Dissertationsschrift, die im Juli 2015 von der Universität Leipzig angenommen wurde. In dieser Arbeit konzeptualisiert die Autorin den Begriff der Lernerautonomie unter einem sozialen Gesichtspunkt, wobei das Soziale durch die Partizipation des Einzelnen an kollektiven Entscheidungsaushandlungsprozessen erreicht wird. Es werden Autonomiepotentiale von Gruppenaushandlungsprozessen anhand eines Handyvideoprojekts im Deutsch-alsFremdsprachenunterricht in Mexiko erforscht, mit dem Ziel das Konstrukt der „sozialen Autonomie“ empirisch zu beschreiben. Das Buch ist in fünf Hauptkapitel gegliedert. Nach der Einleitung und der Erklärung des Erkenntnisinteresses folgt im ersten großen Kapitel die Theoretisierung des Begriffs der Lernerautonomie. Dazu werden zunächst gängige Autonomiemodelle in Hinblick auf soziointeraktionale Aspekte diskutiert. Als leitend wird dafür die Forderung Schmenks (2008)(1) gesehen, einen sozialen Autonomiebegriff zu etablieren.Weiterhin wird das Autonomieverständnis von Little (1991, 1994)(2) herausgestellt, das autonomes Lernen als einen interaktionalen Prozess beschreibt. Im nächsten Schritt wird der Zusammenhang zwischen den Begrifflichkeiten des kooperativen Lernens, der Gruppenarbeit sowie der kollaborativen Interaktion und dem Begriff der Lernerautonomie hergestellt. Mit Hilfe der von Storch (2001a)(3) beschriebenen Interaktionsmuster in dyadischen Interaktionen wird zunächst eine Arbeitsdefinition des Begriffs der „Gruppenautonomie“ herausgearbeitet, die im weiteren Verlauf der Arbeit empirisch belegt und präzisiert wird. Im Anschluss daran werden Aspekte der Projektarbeit und der Arbeit mit Neuen Medien im Hinblick auf das Konzept des autonomen Lernens veranschaulicht. Schließlich wird noch die theoretische Verortung von Mitbestimmung in Entscheidungsaushandlungsprozessen in Fremdsprachenlernprojekten und deren Zusammenhang mit Gruppenautonomie beleuchtet. Nicht zuletzt wird auch das Konzept der Gruppenentscheidung aus linguistischer, kommunikationsund sozialwissenschaftlicher Perspektive heraus beschrieben. Das nächste große Kapitel widmet sich der Darstellung der Forschungsmethodologie und des Forschungsdesigns. Feick entscheidet sich für ein methodentriangulierendes explorativ-interpretatives Verfahren, das als Erhebungsinstrumente Videographie und ein daran anschließendes Videobasiertes Lautes Erinnern verwendet. Zur Datenaufbereitung dient das Verfahren des kombinierten Transkripts und zur Datenauswertung das der Interaktionsund Partizipationsanalyse. Dabei geht sie deskriptiv-rekonstruktiv und komparativfallkontrastierend vor. Die Analyseergebnisse werden in den nächsten beiden Kapiteln dargestellt. Dazu werden die ermittelten Interaktionsstile, die daraus resultierenden Partizipationstypen und schließlich die diskursive Ve r a n k e r u n g e n v o n Aut o n o - miepotenzialen bei Gruppenentschedungsprozessen dargestellt. Diese werden anschließend diskutiert und systematisiert. Dabei kommt Feick zu der Erkenntnis, dass sich soziale Autonomie dann in Gruppen zeigt, (1) Vgl. Feick, 2016: 11 (2) Vgl. Feick, 2016: 11 (3) Vgl. Feick, 2016: 124ff Feick, Diana Autonomie in der Lernendengruppe: Entscheidungsdiskurs und Mitbestimmung in einem DaFHandyvideoprojekt Giessener Beiträge zur Fremdsprachendidaktik, Narr Francke Attempto Verlag GmbH + Co.KG, Tübingen, 2016. Rezesionen / Reseñas [ 32 Magazin 24 Rezesionen / Reseñas, Magazin 24, I.S.S.N. 1136-677X, Invierno 2016 pp 32-42.
wenn Gruppenentscheidungen in diskursiver Konvergenz ausgehandelt werden, d.h. durch Interaktionsmuster, die durch kooperative Partizipation und kollaborative Interaktion gekennzeichnet sind. Der letzte Teil des Buches widmet sich den Schlussfolgerungen aus Forschungsergebnissen, den didaktischen Implikationen sowie der Formulierung neuer Forschungsdesiderata. Diana Feick ist es in ihrer Arbeit gelungen, einen entscheidenden Beitrag im aktuellen Diskurs über das Konstrukt der sozialen Autonomie in projektorientierten Fremdsprachenlernarrangements zu leisten. Ihre Arbeit belegt empirisch sauber, wie sich anhand von Gruppenentscheidungsprozessen bestimmte Interaktionstypen und Partizipationstypen manifestieren und wie diese geartet sein müssen, damit sich soziale Autonomie entfalten kann. Als besonders gelungen ist in diesem Zusammenhang das von ihr gewählte Forschungsdesign zu sehen, das in jeder Hinsicht den aktuellen Anforderungen der empirischen Fremdsprachenforschung entspricht. Die Arbeit verdeutlicht, dass das Videobasiert Laute Erinnern ein ausgezeichnetes Instrument zur Reflexion von kollektiven Lernund Arbeitsprozessen darstellt. Es könnte sogar den Lernenden selbst ein Instrument bieten, ihr eigenes Ve rha lt en i n Gr up pen ar b eit sprozessen zu reflektieren und ggf. zu modifizieren. Daher könnte die Lektüre der Arbeit Feicks für LeserInnen interessant sein, die sich mit Interaktionsmustern der Gruppenarbeit im fremdsprachigen Projektunterricht beschäftigen. Andererseits bietet die Arbeit interessante Anknüpfungspunkte, sowohl inhaltlich als auch methodologisch, für weitere Forschungsarbeiten in diesem Themenbereich. La obra de Bernd F. W. Springer posee sin duda un título claramente sugerente, especialmente porque invita al lector germano e hispanohablante a encontrar la receta, las claves que ayuden a facilitar la que puede ser, en ocasiones, una ardua tarea: la de conseguir una comunicación de éxito con su interlocutor. La monografía se compone de varios bloques integrados por un total de 20 artículos redactados por 18 autores, que abordan el tema de la competencia intercultural y las diferencias culturales entre Alemania y España, desde varios enfoques: primeras experiencias del autor, el aspecto lingüístico, la enseñanza intercultural, historia y memoria, estereotipos, el mundo laboral, el mundo estudiantil y objetivos. En este último, se reflexiona sobre aquellos aspectos que aún quedan por investigar en este campo y se propone cuál sería nuestra postura más idónea, separándonos de la tradición, para poder realizar un estudio contrastivo entre dos culturas. Aunque a simple vista parece que se posee la intención de exponer los motivos de los posibles malentendidos entre ambas culturas, adentrándonos en este ámbito, a través de todo un recorrido por estos diferentes contextos, cada uno de los capítulos no están estrechamente ligados. No se consigue, en este sentido, llevar al lector de lo más general a lo particular para llegar al objetivo. En la introducción, el autor nos anuncia que cuando aprendemos una lengua extranjera, no sólo aprendemos una gramática y un léxico diferente, sino que esta nos permite observar el mundo y entenderlo desde la perspectiva de los individuos de la otra cultura. En este sentido, opino que esta es toda una acertada introspección como punto de partida. En el proceso de enseñanza-aprendizaje de una lengua y en su transferencia en la comunicación intercultural, es de vital importancia aprender a descifrar el código cultural del otro colectivo, porque si bien el plano personal subjetivo o afectivo puede influir en la comunicación con nuestro interlocutor, la capacidad de descodificar el contexto cultural del otro, nos supone una increíble herramienta para solventar posibles incidentes críticos que pudieran surgir en la comunicación. Según el autor, el campo de la investigación en la comunicación intercultural parece no haberse activado mucho en España desde la obra de Alsina (1999). “En comparación con otros países llegamos tarde, muy tarde, pero esperamos estar todavía a tiempo para poder ayudar a comprender y vivir mejor la actualidad de las sociedades alemana y española en su rápido cambio demográfico y cultural hacia una homogeneidad cada vez menor y una diversidad cada vez mayor que multiplican aún más las dificultades de comprender a las personas con las que convivimos.” (pág. 7). Me pregunto si esto último no sería cuestionable, Aurica E. Borszik DAAD-Lektorin Universitat de València Rezesionen / Reseñas, Magazin 24, I.S.S.N. 1136-677X, Invierno 2016 pp 32-42. Magazin 24 33 Bernd F. W. Springer (ed.) La comunicación hispano-alemana. Por qué no nos entendemos y cómo conseguirlo Kassel: Edition Reichenberger 2015. 303 páginas. ISBN-978-3-944844-40-2. [