Zum Wandel der Konzeptualisierung von Zentrum und Provinz in den Zeitschriften Deutsche Arbeit (1901–1914) und Přehled (1902–1914)
Abstract
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Full text
Zum Wandel der Konzeptualisierung von Zentrum und Provinz in den Zeitschriften Deutsche Arbeit (1901–1914) und Přehled (1902–1914) Václav Petrbok– Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik, Prag † Kurt Krolop, in Dankbarkeit zugeeignet ABSTRACT On the Changing Conceptualisation of Centre and Province in the Journals Deutsche Arbeit (1901–14) and Přehled (1902–1914) The paperexplores two leading Prague -based cultural and political magazines prior to World War I–Přehled(1902–1914)andDeutsche Arbeit(1901–39).Specifically, the study analyses their ideas and demands concerning the centre and periphery by studying theireditorial and publishing backgrounds,as well asprogramme essays,reviews and polemics.Přehled, on the one hand, reinforcedthe integrationist efforts of theCzechspeaking intelligentsia,seeking to link local elites in Bohemia and Moravia with the Prague centre. On the other hand,Deutsche Arbeittriedto linktheGerman -speaking areas of Bohemia politically andculturally with the country capital, which was metwith little success.However,from theend of 1912,the idea of cultural and economicintegration with the German Empire was promoted as acounterbalance tothe Czechefforts. This wasaccompaniedwithattempts to fosterthe closest possiblepoliticalorientation towardsastrong neighbouring country,culminating in Naumann’sMitteleuropa project during the war. KEYWORDS Deutsche Arbeit; Přehled; centre; periphery; nationalism; culture; economy; politics; competition; Prague; 1900–1914. Motto: Wo könnte dies für den Tschechen anders sein, als in der Einen großen, schönen Stadt im Zentrum seines Landes! Ganz anders stäubt in Deutschland und selbst in Deutschböhmen schon der gesättigste oder weiterringende Erwerb nach den vielen Mittelstädten auseinander, für den Tschechen ist auch im anderen Sinne Prag sein heiliges Rom. […] Aber darum bleibt uns unser Anteil an der alten Hauptstadt nicht nur geschichtlich gewährt. Prag hört nicht auf, auch Deutschböhmens Hauptstadt zu sein. (Lippert 1908/09: 347; Hervorh. im Original)
14 BRÜCKEN 30/1 VON DER „AKADEMIE ‑ZEITSCHRIFT“ ZUR „NATIONALEN SCHUTZANSTALT“ „Während der Tagespresse sonst überall Revuen ergänzend zur Seite traten, welche die Verhältnisse der Heimat in weiterem Abstande betrachten,“ schrieb der Kunstreferent der Münchner Revue Der Kunstwart und Theatersowie Musikkritiker der Bohemia, Richard Batka, im Oktober 1901, „während Gaue, Kreise und Provinzen in eigenen Blättern die Summe ihres kulturellen Strebens ziehn und die ihnen innewohnenden geistigen Kräfte als geschlossene Einheiten ausspielen, hat den Deutschen Böhmens solch ein allgemeiner Sammelplatz bisher gefehlt“ (Batka 1901/02: 1). Die näheren Umstände versuchte er als verantwortlicher Redakteur der neu entstandenen Zeitschrift Deutsche Arbeit: Monatsschrift für das geistige Leben der Deutschen in Böhmen aufzuklären. Mit gutem Grund führte er dabei mit Blick auf die Lage der „deutschen“ Kultur in Böhmen um die Jahrhundertwende zur inzwischen dominierenden Präsenz der tschechischen Kultur im administrativen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum des Landes– Prag– Folgendes aus: Seit mehr als einem Menschenalter ringt bei uns das Deutschtum mit der wiederum vordrängenden slavischen Macht, nicht nur um politischen Einfluß, sondern um den Vorrang der Kultur. Mit klugem Sinne haben es die Gegner verstanden, einerseits den Deutschen allgemach die Hauptstadt zu verleiden, so daß viele junge Talente und hervorragende Männer der Wissenschaften und Künste außer Landes zogen und für dessen Entwickelung verloren gingen, andererseits ihre eigenen geistigen Kräfte insgesamt zu vereinigen, um bei Fernerstehenden den Eindruck großartiger Fülle zu erzielen. (Batka 1901/02: 1f.; Hervorh. im Original) Es sei daher kein Wunder, folgert Batka im Weiteren, „wenn dann selbst an maßgebenden Stellen des [österreichischen] Reiches die geistige Bedeutung der Deutschen in Böhmen unterschätzt wird und öffentliche Mittel für unsre Bestrebungen immer schwerer zu gewinnen sind!“ Der Bedarf an einer koordinierten Zusammenarbeit, um weiterhin den ersehnten „Vorrang der Kultur“ beizubehalten, hatte auch rein pragmatische, ökonomische Gründe– ohne die proklamierte geistige Einheit in ihren lokalen Unterschieden zu leugnen, sonst hätte den Deutschen in Böhmen Separation und schließlich auch Niedergang drohen können. „Die einfachste Erwägung zeigt“, so Batka weiter, „wie verhängnisvoll es für die Deutschen werden könnte, wenn sie statt sich aller Schwierigkeiten zum Trotz, selbst aneinanderzuschließen, sich gar in ihre Stammeswinkel zurückscheuchen ließen, wo sie in der Vereinzelung um so leichter an die Wand gedrückt werden müßten.“ (Batka 1901/02: 2) Gerade die Redaktion der Deutschen Arbeit, die an den ein Jahr früher erschienenen Sammelband Deutsche Arbeit in Böhmen anknüpfte und dem Muster anerkannter großer, aber auch regionaler deutscher Gesellschaftsrevuen folgte, beabsichtigte, die Bestrebungen „der Deutschen in Böhmen“ auf schöngeistigem, künstlerischem, technischem, geschichtsund naturwissenschaftlichem, landesund volkskundlichem, nationalund staatsökonomischen Gebiet zu verfolgen.1 Was ihre Redaktion 1 Zur „Suche nach dem Zentrum“ im (nicht nur) kulturellen Bereich bei den Deutschböhmen grundlegend Kunštát (2012), zur Sozialgeschichte des Prager deutschsprachigen Bürgertums siehe Cohen (2006).
15VÁCLAV PETRBOK in dieser Phase jedoch entschieden vermeiden wollte, war, „in das wirre Getriebe der wechselnden Tagespolitik hinabzusteigen“ (Batka 1902/03: 2–3). Institutionell war die Monatsschrift Deutsche Arbeit bei der Gesellschaft zur Förderung deutscher Wissenschaft, Kunst und Literatur in Böhmen verankert, finanziell wurde sie auch von ihr unterstützt (Köpplová 1995; Köpplová 2000: 149–153; Mandlerová 1986) und war auch mit den führenden journalistischen Kreisen im Deutschen Reich vernetzt (Mandlerová 1979). Die Mitglieder der Redaktion waren ausschließlich Universitätsprofessoren der Prager deutschen Universität und der Technischen Universität bzw. der Akademie der Bildenden Künste,2 denen die Prager Universität allzu oft als frühe Durchgangsstation auf ihrem Karriereweg diente, was zu hoher Fluktuation in der Redaktion führte. Ihre anfangs proklamierte politische Überparteilichkeit deutschnational liberaler Prägung verbunden mit der Loyalität zum engeren und weiteren Vaterland brachte aber zugleich auch die Vorstellung einer deutschen kulturellen und moralischen Überlegenheit gegenüber den nichtdeutschen Völkern der Habsburgermonarchie zum Ausdruck.3 Als eine der wichtigsten Aufgaben der Gesellschaft wurde in den Statuten (Köpplová 2000: 145) ausdrücklich die „Herausgabe eines Jahrbuches, welches eine Übersicht der Leistungen der deutschböhmischen oder in Böhmen wohnenden deutschen Forscher, Künstler oder Schriftsteller [bietet]“, bestimmt. Diese „Übersicht“ wurde denn auch zu einem unentbehrlichen Teil der neuen Zeitschrift, sie ersetzte die frühere separat erschienene Übersicht der Leistungen der Gesellschaft während des Decenniums 1891–1900. Die ersten drei Jahrgänge erschienen im Münchner Verlag Callwey, dann im Prager Verlag Karl Bellmann. Nach Richard Batka4 übernahm Adolf Hauffen5, außerordentlicher Universitätsprofessor der deutschen Sprache und Literatur, schon im zweiten Jahrgang die Redaktionsstelle, 1905 folgte ihm August Sauer, der die Zeitschrift de facto bis Sommer 1912 leitete. In diesen zehn Jahrgängen der Deutschen Arbeit sind tatsächlich viele Originalbeiträge „heimischer“ Schriftsteller in „Wort, Bild und Notensatz“ mit Essays, Lebensbeschreibungen, Briefwechseln, aufschlussreichen Urkunden und Memoiren zu finden. Besonders die biographischen Aufsätze wurden als Vorarbeiten zu einer „dringend zu wünschenden deutschböhmischen Biographie“ verstanden, deren Wichtigkeit Sauer (1905/06b) in einem besonderen Aufsatz betont hatte.6 Diese und andere „belehrende Artikel“ wurden auch durch „chronistische und bibliographische Notizen“ ergänzt, die eine „möglichst vollständige Uebersicht über 2 Unter ihnen waren u. a. der Literaturhistoriker August Sauer, die Maler August Brömse und Franz Thiele, der Botaniker Hans Molisch, der Musikwissenschaftler und Komponist Heinrich Rietsch, der Geologe Gustav Laube und der Pathologe Hans Chiari. 3 Die relativ oft verbreitete Behauptung, Deutsche Arbeit wirkte „in der utraquistischen Tradition“ (Höhne/Köpplová 2017: 103), scheint mir problematisch, da die Wahrnehmung der tschechischen Realien in den ersten Jahrgängen recht selten vorkommt und wenn schon, dann wird die Stereotype über die „junge“ und nicht „originelle“ tschechische Kultur wiederholt, die ihre Anfänge in der deutschen habe (k.: 1903/04). Zum Autostereotyp der kulturellen Mission und Überlegenheit der Deutschböhmen vgl. Weger (2001), im breiteren Kontext des österreichischen Liberalismus insbesondere Judson (1995), Judson (2017: 406–418). 4 Batka selbst verließ Prag 1908 aufgrund journalistischer Angriffe, wie sie auch aus tschechischen Kreisen, besonders von Zdeněk Nejedlý auf seine Person geführt worden waren (Kopecký/Koptová 2011: 38, 69–79). 5 Zu Hauffen vgl. Lozoviuk (2008: 107–130). 6 Sauer (1905/06b: 115) war sich auch der Wichtigkeit des Informierens „von berufenen Männern unseres eigenen Volkes über die tschechischen Dichter, Schriftsteller und Künstler“ bewusst. Skeptisch
16 BRÜCKEN 30/1 die von den Deutschen Böhmens geleistete Kulturarbeit gewähren“ (Batka 1902/03: 3). Die Vielfältigkeit der „heimischen Kunst“ wurde durch Beiträge mehrheitlich Prager Autorinnen und Autoren gewährleistet; der Bezug auf die kulturpolitische Bedeutung der Landeshauptstadt wurde auch von nicht aus Prag stammenden Autorinnen und Autoren in belletristischen Beiträgen und in populärwissenschaftlichen Aufsätzen aufgegriffen. Aber auch das proklamierte Vorhaben, die „heimische Eigenart der deutschböhmischen Kunst“ stärker zu propagieren, wird deutlich. Es entstanden mehrere „Stadthefte“7 unter Beteiligung mehrerer überregionaler und lokaler Vereine sowie Historiker und Künstler. Man findet auch ein üppiges „Naturkunde -Heft“ zur 74. Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte (Karlsbad, 21.–27.9.1902), ein „Prager Hochschulheft“ (Februar 1908), ein der deutschen „Schutzvereinsarbeit“ (Mai 1911) gewidmetes Heft, bzw. andere themenorientierte Nummern, oft angeregt durch lokale Ereignisse (u.a. die Deutschböhmische Ausstellung in Reichenberg Mai, Juni, August und September 1906) bzw. Hochschulkurse (Spitaler 1911/12).8 Hauffen vermittelte auch Beiträge zu Mundartliteratur (samt einer Studie) und später wurde sogar ein „Mundartheft“ (Juni 1907) veröffentlicht, um das (mögliche) Dilemma „einer Verwischung der Unterschiede, die aus der Mundund Stammesart, aus den vielfältigen Landschaftsund Erwerbsverhältnissen innerhalb unseres Volkstums sich ergeben“ (Batka 1902/03: 3), zu beseitigen. Den anderswo angedeuteten, antimodernistisch geprägten Gegensatz zwischen Stadt und Land, recte auch Zentrum und Provinz, wollte die Redaktion zwar nicht „verschärfen“, aber latent ist er doch ab und zu vorhanden– so im Aufsatz des Literaturhistorikers Adolf Bartels „Die Heimatkunst“, wo der Autor über Naturalismus und Symbolismus behauptet, dass […] um ihr Erbe kämpfen eine freche, großstädtische und dekadente Kunst, die keine andere Aufgabe mehr kennt, als ein überreiztes Publikum immer aufs neue zu kitzeln und zu verblüffen und eben die Heimatkunst, die die Gesundung der Literatur und weiterhin des deutschen Volkes aufstrebt und künstlerisch im allgemeinen auf den Bahnen eines schlichten Realismus geht. (Bartels 1901/02: 136)9 Den von der Redaktion sicher ersehnten Kompromiss versuchte der Mitbegründer des Excursionsclubs (Wandervereins) in Nordböhmen, der Ordensmann, Historiker und setzte er jedoch hinzu, dass die Mitarbeiter dafür sehr „dünn gesät sind“. Vgl. jedoch die zeitgleichen Bemühungen von Sauers Schüler Franz Spina auch in der Deutschen Arbeit (Petrbok 2012a). 7 Ursprünglich geplant war „bei genügender Unterstützung […] alle deutsche[n] Städte in ihrer Sonderart durch Wort und Bild vor[zu]führen“ (Sauer 1905/06a: 2). Verwirklicht wurden jedoch nur einige Zeitschriftennummern: Aussiger Ausstellungsheft (August 1903), W. H. Veit und Leitmeritz (Juli 1904), Egerland (September 1904), Brüx (Dezember 1904), Budweis (Juni 1905), Auscha (August 1907), Prachatitz (Juni 1908), Prag (Februar und März 1909) und Friedland (Juli 1911). 8 Zur Rolle der Prager (deutschen) Hochschulkurse im Bereich der österreichisch -reichsdeutschen Jugendbewegungsbeziehungen vor dem Ersten Weltkrieg vgl. Ulbricht (2022). 9 Aus der anonymen Rezension des damals am weitesten verbreiteten literaturhistorischen Nachschlagewerks Die Deutsche Dichtung der Gegenwart (3. Aufl. Leipzig) von Adolf Bartels geht hervor, dass der Rezensent (wohl A. Hauffen) der Deutschen Arbeit unzufrieden war mit der Präsenz und Aufwertung der österreichischen Literatur in diesem Werk. Diese geringe Kenntnis sei auch Grund für die Notwendigkeit „eines eigenen Organs für deutschböhmische Kunst, Kultur und Wissenschaft“ (Anonym 1901/02: 253f.).
17VÁCLAV PETRBOK Schulmann in Böhmisch Leipa Amand Paudler, im Aufsatz „Gaukunde und Gaukunst“ (Paudler 1901/02) zu finden.10 Eine grundlegende Vertiefung des regionalen Blickwinkels folgte in der Deutschen Arbeit nicht einmal unter der Redaktion von Sauer ab dem fünften Jahrgang, obwohl er die regionale Perspektive in seiner Rektoratsrede „Literaturgeschichte und Volkskunde“ ausdrücklich betont und neue Aufgaben formuliert hatte (Braun 2011; Lozoviuk 2008: 99–104; Lozoviuk 2019). 11 Seine Suche nach einem kulturellen und politischen Zentrum, um damit das Band zwischen dem ersehnten Prager Zentrum und der „deutschböhmischen“ Peripherie zu festigen– versuchte er optimistisch am Anfang des fünften Jahrgangs der Deutschen Arbeit mit der Selbstbehauptung und wiederholten Favorisierung Prags zu überwinden: […] zum erstenmal seit den dreißiger und vierziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts […] besitzt Böhmen wieder eine unabhängige deutsche Revue großen Stils. […] Die Zeitschrift ist ein Mittelpunkt geworden für die vielen im Lande zerstreuten Kräfte; über den Parteien stehend, vereinigt sie zur Mitarbeit Angehörige aller Parteien; frei von der wechselnden Tagespolitik hat sie die ersehnte politische Einigung aller Deutschen in Böhmen auf geistigem Gebiet vorweggenommen. (Sauer 1905/06: 1) Dabei erwähnte er wieder das Bemühen „de[r] gut geleiteten und gut ausgestatteten tschechischen Wochenund Monatsschriften, die die Opferwilligkeit einer gemeiniglich zu den kleinen gerechneten Nation in so reicher Zahl erhält“. In diesem Zusammenhang sei „unsere Zeitschrift als die einzige deutsche Revue des Landes bestimmt“. Weiterhin unterstrich er auch seine Vorstellung eines „geistigen Wettkampfs der Völker“, unter Beibehaltung „aller großen Fragen Oesterreichs und Deutschlands“.12 Wenn auch die Kultur weiterhin als symbolische Leistung der deutschen „Kulturnation“ verstanden wurde, wurde die exklusive Stilisierung der Kunst als angeblicher Spiegel des eigenen Volkstums trotz der Mühe des Hauptredaktors Sauer weiter bekräftigt. Die Gründe dazu sind wohl in der verschärften politischen Lage in Böhmen zu finden: Seit den Wahlen von 1908 setzte sich der böhmische Landtag für eine Reform des Wahlrechts und für einen Ausgleich zwischen Deutschen und Böhmen ein,13 wobei die deutschen Abgeordneten die Versammlungen des Landtags von 1909 und 1910 boykottierten und die Tschechen zur selben Zeit den Reichstag. In dieser 10 Dabei entwickelte Paudler seine früheren Gedanken (Paudler 1893) über die „Stammeseigenthümlichkeit“ der „deutschböhmischen“ Literatur insgesamt, sowie ihre Nomenklatur und Stellung zur gesamtdeutschen Literatur. 11 Vgl. auch die dafür von tschechischer Seite (z.B. Jiří Horák) gezollte Anerkennung, die in der Deutschen Arbeit (1909: 794) kommentiert wird. Nicht nur Spina, sondern auch einige weitere Schüler Sauers setzten auf akademischer sowie publizistischer Ebene sporadisch die Arbeit im Bereich einer komparatistischen deutsch -tschechischen Literaturgeschichte fort. Aufgrund der neuen, überarbeiteten Auflage der Přehledné dějiny literatury české [Übersicht der tschechischen Literaturgeschichte, 1912] von Arne Novák kritisiert Demuth (1913/14, 1913) dessen Ausführungen zu Karolina Světlá, deren literarische Bedeutung er für das Jeschkengebirge zwar anerkennt, während er zugleich aber Novák „eine auffällige Unkenntnis der Reichenberger Gegend“, nämlich „d[er] deutschen Gebiete“ attestiert. 12 Zum früheren Programm der Deutschen Arbeit siehe Höhne (2019). 13 Křen (1996: 266–281). Die damit verbundenen finanziellen Fragen beschäftigten auch andere führende Akteure des Prager Universitätslebens (u.a. Jaroslav Goll, František Srdínko). Siehe Anm. 25.
18 BRÜCKEN 30/1 Krisenzeit publizierte Sauer einen Appell an die Leser, in dem er die „Provinz“ für die beginnende Schutzarbeit (wieder)entdeckte: […] nichts hat dem Deutschtum in Österreich mehr geschadet, als die Vernachlässigung und Unterschätzung der in den deutschen Provinzen aufgespeicherten reichen und verheißungsvollen Kräfte; ihren vollen Zweck ferner [kann die Zeitschrift] erst dann [erfüllen], wenn alle Unterschiede zwischen den einzelnen Parteien und Parteiungen im Lande geschwunden sein werden und jeder national denkende und arbeitende bei der nationalen Arbeit ganz gleichmäßig willkommen sein wird, mag er sich etwa liberal oder radikal nennen. (Sauer 1910/11: 4) Aus diesem Kontext heraus ist auch das frühere Engagement Sauers in der Universitätspolitik zu verstehen14, mit dem er versuchte, die Peregrination der Studentenschaft (auch) aus dem Deutschen Reich nach Prag zu unterstützen und damit auch die Stellung Prags, wo „das deutsche Volk seine älteste Hochburg zu verteidigen hat“ (Sauer 1906/07b: 478) als gesellschaftliches und kulturelles Zentrum der Deutschböhmen zu sichern.15 In dem bisher ungewöhnlich kämpferischen Ton des Aufsatzes „In partibus infidelium“ schilderte er auch die Bemühungen „der farbentragenden Verbindungen der Prager deutschen Universität […], die besonders arg bedrängten Orte an der Sprachgrenze mit allen zu Gebote stehenden Mitteln“ zu betreuen, um damit „einen eisernen Ring, einen neuen undurchdringlichen Grenzwall [einzurichten], der das deutsche Volkstum gegen die fremden Völkerfluten zu schützen imstande wäre“ (Sauer 1909/10: 2). Wohl erschüttert von der Straßengewalt in Prag, die mit der Verhängung des Standrechts im Dezember 1909 endete, und enttäuscht von der politischen Stellung der Wiener Regierung, warnte er mithilfe der eindrucksvollen Figur einer imaginierten Gemeinschaft: Jede Beeinträchtigung unserer Volksrechte, jede Zurückdrängung deutschen Wesens, jeder frevelhafte Angriff auf unsere Heimatsgebiete fände in Deutschland einen tausendfach verstärkten Widerhall. Nicht bloß in den Zeitungen, nicht bloß in der sogenannten öffentlichen Meinung, hinter der so oft nur verstopfte Ohren und verschlossene Herzen zu finden sind, sondern bei tausend und abertausend einzelnen, die erst eine wirkliche Gesamtheit bilden. (Sauer 1909/10: 2) Die Tatsache, dass die ursprüngliche Anregung zur Gründung der Deutschen Arbeit von gelehrten Prager Kreisen ausging und wohl damit auch ihre Form als „AkademieZeitschrift“ (Sauer 1910/11: 1) in der neuen Lage als überholt bezeichnet wurde, war die Sammlung der „zusammenhängenden darstellenden Berichte auf dem Gebiet 14 Sauer veröffentlichte mehrere Aufsätze über die Teilung der Prager Universitätsbibliothek, „Prag und seine deutschen Hochschulen“, die Polemiken „Eine notgedrungene Abwehr“ und „Ein tschechisches Kulturdokument in richtiger Beleuchtung“ oder die programmatische Reflexion „Eine deutsche Nationalbibliothek für Böhmen“. Auch sein Appell „Deutsche Studenten– nach Prag“ entstand in diesem Zusammenhang. 15 Der Aufruf– verbunden mit der Propagierung des Tschechischlernens (programmatische Aufforderung „Deutsche, lernt tschechisch!“)– löste erwartungsgemäß eine heftige Polemik aus, an der auch die tschechischen Blätter teilnahmen. Sauer (1906/07a; 1907b) verteidigte seine beiden Vorschläge jedoch– wenn auch ohne großen Erfolg– beharrlich weiter.
19VÁCLAV PETRBOK des wissenschaftlichen und künstlerischen Lebens“ (Sauer 1910/11: 2) und ihre regelmäßige Veröffentlichung höchst erwünscht. Dazu sollten Umfragen bei den „Produzierenden“ selbst dienen. Da diese Umfragen mit keinem besonderen Erfolg gekrönt waren, was aus den Archivalien der Gesellschaft hervorgeht, was aber auch Sauer selbst in seinem Bericht Dem zehnten Jahrgang zum Geleite nicht ohne Bitterkeit eingestand– fasste man den Entschluss, von jeder speziellen Wertung abzusehen und „ein rein bibliographisches und statistisches Verzeichnis vorzulegen“ (Sauer 1910/11: 2). Umso mehr wurde die Ausstattung der Deutschen Arbeit verändert und die bislang nicht bebilderte Zeitschrift in eine üppig illustrierte verwandelt. Damit wurde die Zeitschrift unter Sauer als Hauptredakteur für kurze Zeit zu einer künstlerisch anspruchsvollen Revue ohne besondere Berücksichtigung der Regionen. Der markante Versuch einer inneren Reform– angestoßen auch durch finanzielle Schwierigkeiten bei der Herausgabe– kam mit dem neuen Redakteur Hermann Ullmann, einem Schüler Sauers, geborenen Deutschböhmen, früheren Mitarbeiter der Deutschen Arbeit und der damals in München erscheinenden Zeitschrift Ferdinand Avenarius’ Kunstwart. Unter seiner Leitung sollte die Zeitschrift für die nächsten 25 Jahre stehen (Fielitz 2017: 2066). Die „deutsche“ Kultur wurde nun nicht mehr in ihren mehrfachen Erscheinungsformen– auch nicht in der scheinbaren Dualität von „Stadt versus Land“– gefördert, sondern zunehmend verteidigt, um den politischen und wohl auch kulturellen „status quo ante“ durchzusetzen (Mareček 2009). Eine verstärkte Rolle sollte dabei dem Aufbau der „Mittlerschaft zwischen Sudetendeutschen und Reichsdeutschen“, der Schutzarbeit im „Grenzland“ und der Jugendarbeit zukommen (Schmid -Egger 1965: 62). 16 Die bisher spärlichen Erwähnungen des „Nachbarvolks“ wurden umkodiert– aus „[einem] Teilnehmer im nationalen und kulturellen Wettkampf“ (Sauer) wurde ein „nationaler Gegner“ (Ullmann). Dabei wurde ein komplexes rhetorisches Reservoir vielfältiger Anregungen zum „Wettbewerb in Kulturarbeit“ pro foro interno (für Deutsch -Böhmen und zunehmend auch für -mähren und Österreichisch -Schlesier), aber auch pro foro externo (für Deutschösterreich und das Deutsche Reich) von verschiedenen Autoren und Autorinnen– im Sinne der Schutzarbeit in allen Kronländern der Monarchie– vorgestellt.17 Der Kunstwart -Journalist Wolfgang Schumann („Deutsch -österreichische Dichtung unsrer Zeit“) begründete die „Stärke des neuen literarischen Wachstums“ auch mit den „provinziellen Neubildungen wie d[er] fühlbar abgesonderte[n] Prager Literatur einer Auguste Hauschner oder eines Max Brod“ (Schumann 1912/13: 19). Besonders einflussreich war jedoch der Wanderlehrer und Publizist Franz Jesser mit seinen zwar gemäßigten, jedoch kultu16 Ullmann zufolge (1912/13: 2) soll nämlich nicht „die Trennung, sondern Zusammenwirken“ stattfinden, sonst „wären wir an unsere Gegner ausgeliefert“. Dem „Eindringen der Slawen in deutsche Gebiete“ wird „ein neuer nationaler Geist, ein Nationalismus der Arbeitsgemeinschaft und der gemeinsamen Aufgaben“ entgegengestellt. Das Ziel sei „über alle trennenden Grenzen hinweg [die Vereinigung] [der] Arbeitsfreudigen aller Kreise und [ein Streben nach] eine[r] tiefer begründet[en] und freie[n] Volkseinheit […], als sie einstweilen noch innerhalb der Reichseinheit gedeiht“. Dazu auch Krolop (1967: 82). 17 Das manifestieren u.a. die Leitartikel des Gymnasialprofessors in Landskron Emil Lehmann („Von deutscher und tschechischer Schutzarbeit“, „Ein Gesamtverband der deutsch -österreichischen Verbände“), des Publizisten Leo Freiherr von Eggloffstein („Dorfkultur“), des Publizisten und ehemaligen Geschäftsführers des Alldeutschen Verbandes Paul Samassa („Die Deutschen in Österreich und im Reiche“) oder des Arztes in Nürschan und Landtagsabgeordneten Franz Perko („Die deutsch -tschechische Streitfrage und ihre Bedeutung für das Deutschtum Österreichs“).
20 BRÜCKEN 30/1 rell und wirtschaftlich äußerst hegemonial ausgerichteten Beiträgen zur Rolle der Deutschen in Österreich, in denen er nochmals die ersehnte Überwindung des Gegensatzes von Zentrum und Provinz wie in der tschechischen Öffentlichkeit hervorhob, nämlich die Betonung „de[s] Ideal[s] der nationalen Genossenschaft, des nationalen Sozialismus […]“, da „die Nation mehr als eine durch gemeinsame Sprache und Kultur zusammengehaltene Gemeinschaft von Menschen“ sei (Jesser 1912/13: 590). Ausdrücklich unterstrichen sei dabei, dass nicht nur „der arge [deutsche] Zwiespalt“, sondern auch „jeder Anruf von Gewalt“ (Jesser 1912/13: 393) Jessers entschiedene Ablehnung fand. Die neue Selbstwahrnehmung der Zeitschrift spiegelte sich nun auch in der Veränderung des Untertitels– 1916 lautete er „Monatsschrift“, ab 1918 „GrenzlandZeitschrift“. Schon ein Jahr zuvor hatte August Sauer die Redaktion verlassen.18 EIN „IN FORTSCHRITTLICHEM UND FREISINNIGEM GEIST“ GEFÜHRTES BLATT“? 19 Um die Strategien der Verhandlung des Verhältnisses Prag–Provinz auf der tschechischen Seite zu beschreiben, wähle ich als tschechisches Pendant die Wochenschrift Přehled [Die Übersicht], die den Untertitel „Rychlá orientace ve veřejných věcech“ [Rasche Orientierung in öffentlichen Belangen] bzw. „Týdenník věnovaný veřejným otázkám“ [Wochenschrift zu öffentlichen Fragen] trug20. Přehled konnte– im Gegensatz zur Deutschen Arbeit– an die schon vorher koordinierten Aktivitäten in der überregionalen Tagespresse (u.a. im jungtschechischen Národní listy, realistischen Čas oder in Lidové noviny bzw. im sozialdemokratischen Právo lidu) in Bezug auf den tschechischsprachigen Raum der böhmischen Länder (einschließlich Mähren und Österreichisch Schlesien) anknüpfen. Als Herausgeber von Přehled galt Lidové družstvo tiskařské avydavatelské vPraze, s. r. o[Druckund Verleger -Volksgenossenschaft in Prag]. In der Redaktion war zunächst der Journalist und Volkskundler Augustin Žalud tätig, später der Soziologe und Anwalt Emanuel Chalupný (1905–09) und schließlich der Rechtsanwalt und Wegbereiter einer Pensionsreform Jan Gallas (1910–14). Offiziell vertrat die Zeitschrift ein Geschäftsführer. Dem Literaturkritiker und späteren Hochschullehrer Arne Novák zufolge war Přehled das Presseorgan einer „mladé generace […] vyšedší zrealismu aproti tomu reagující“ [jungen Generation […], die aus der Realistischen Bewegung hervorging und gegen sie reagierte] (Novák 1932). Die Auto18 Von 1918 an wurde die Zeitschrift nicht mehr von der Gesellschaft zur Förderung deutscher Wissenschaft, Kunst und Literatur in Böhmen herausgegeben, mehrmahls wechselte sie Erscheinungsorte und Herausgeber, bis sie 1932 in „Führerzeitschrift des Vereins für das Deutschtum im Ausland“ umgewandelt wurde. 1944 ging sie ein (Fielitz 2017). 19 Zit. nach der Anzeige der Zeitschrift in Česká osvěta 3, 1906/07, Beilage, 20. 20 Köpplová (2000: 150) zufolge „stand [der Deutschen Arbeit] tschechischerseits die Česká revue [Tschechische Revue] am nächsten“. M. E. war Česká revue eher innerparteilich (jungtschechisch) orientiert, erschien nur kurze Zeit und hatte keine besondere integrative Ambition. Zu Česká revue siehe Trochová (1985a). Es mag sein, dass Köpplová die von Sauers tschechischem Universitätskollegen, dem Kritiker Arnošt (Vilém) Kraus, redigierte Čechische Revue meinte. Čechische Revue, ebenfalls eine Art „Professorenzeitschrift“, informierte über das tschechische politische, gesellschaftliche und kulturelle Geschehen in deutscher Sprache (Merhautová 2021: 94–100); dort auch zum komplizierten Verhältnis zwischen der Čechischen Revue und der Deutschen Arbeit, die offensichtlich um einen Teil ihrer Leserschaft wetteiferten.
21VÁCLAV PETRBOK ren und vereinzelt auch Autorinnen– oft Mitglieder der tschechischen fortschrittlichen Studentenbewegung– waren trotz der wachsenden Distanz zur Realistischen Partei ihrem Universitätslehrer Tomáš Garrigue Masaryk weiterhin stets treu. Die Zeitschrift überstand auch mehrere Krisen (1903–05 nach der internen Parteikrise der Realisten), wenngleich das Kollegium der Prager tschechischen Universität und ihre (ehemalige) Studentenschaft sich allmählich nicht nur realistisch, sondern auch immer mehr sozialdemokratisch, radikal -fortschrittlich oder jungtschechisch orientierte (Kučera 1997). Ihr Ziel formulierte die Redaktion in der ersten Nummer Ende November 1902: Úkolem Přehledu je zachycovat apředvádět ve formě stručné, ale jasné všechny význačnější zjevy českého života společenského ipolitického. Vedle četných vlastních prací původních ze všech oborů veřejného života bude „Přehled“ přinášet pravidelnou revue českých icizích listů, vníž se pokusí zhustit ve formě poznámkové vše, co vkterémkoli listě zasluhuje pozornost čtenářovu. Tím Přehled nabude významu zejména pro venkovské čtenáře, kterým není jinak možno sledovat všechnu literární českou produkci; neboť postrádají společných čítáren, ať již městských, veřejných nebo aspoň kavárenských. Leč ipro městského čtenáře „Přehled“ bude stejně vhodný, neboť bude značně přispívat mu krychlé orientaci ve všech veřejných věcech. (Redaktion 1902/03: 1) [Die Aufgabe der Přehled besteht darin, alle wichtigen Manifestationen des tschechischen gesellschaftlichen und politischen Lebens in knapper, aber klarer Form zu erfassen und darzustellen. Neben zahlreichen Originalwerken aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens bringt Přehled regelmäßig Rezensionen tschechischer und ausländischer Zeitungen, in denen versucht wird, alles zusammenzustellen, was die Aufmerksamkeit der Leser in der jeweiligen Zeitschrift verdient. Přehled wird besonders wichtig für ländliche Leser, die sonst nicht der gesamten tschechischen Literaturproduktion folgen können; ihnen fehlen gemeinsame Lesesäle, seien es städtische, öffentliche oder zumindest in Cafés. Aber auch für den städtischen Leser wird Přehled genauso geeignet sein, da es wesentlich zur schnellen Orientierung in allen öffentlichen Belangen beitragen wird.] Die lokale Ausdifferenzierung und zugleich keinesfalls selbstverständliche politische Toleranz waren offensichtlich von der Verhandlungspraxis zwischen Masaryk und den Přehled -Redakteuren beeinflusst. Die freiberuflichen Redakteure konnten dabei neben einer im Grundsatz reformistischen Einstellung zur sozialen, kulturellen und religiösen Problematik der Zeit auch weiterhin eine positive Haltung zur Nationalitätsoder Frauenfrage entwickeln. Schon im Rahmenprogramm der Partei stellte Masaryk nämlich die angebliche „Selbständigkeit des böhmischen Staates“ in Frage und im Gegensatz zu den vorherrschenden Trends in der tschechischen Politik betonte er die wichtige Rolle des ethnisch gerechteren Naturrechts (Hofmann 1988: 215, 414f.; Křen 1996: 201f., 283–285, u.a.; Haslinger 2010: 179–207; Prázný 2017). Für das behandelte Thema ist Masaryks Auffassung der Selbstverwaltung nach dem britischen Model des „selfgovernment“ [of counties]– besonders wichtig. Die Ordnung der Kreise nach nationalen Kriterien als Alternative zu den veralteten und unfruchtba-
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30 BRÜCKEN 30/1 Trochová, Zina (1985b): Česká revue (3) 1907–30.– In: Vladimír Forst (Hg.), Lexikon české literatury 1 (A–G). Osobnosti, díla, instituce [Lexikon der tschechischen Literatur 1. Persönlichkeiten, Werke, Institutionen (A–G)]. Praha: Academia, 481f.; Chiffre zt. Ulbricht, Justus H. (2022): „Prager Frühling 1911“ oder: „Die Grenze lockte zur Überschreitung“.– In: brücken. Zeitschrift für Sprach‑, Literatur und Kulturwissenschaft 29/1, 157–174 Ullmann, Hermann (1912): Unsere Aufgaben.– In: Deutsche Arbeit 12/1 (Oktober 1912), 1–3. Weger, Tobias (2001): Das „deutsche Prag“– von der Beständigkeit eines Mythos.– In: Jahrbuch für deutsche und osteuropäische Volkskunde 44, 135–156.