Untergangsängste und Überfremdungsphobien. Zum völkischen Denkstil in der langen Jahrhundertwende
Abstract
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Full text
Untergangsängste und Überfremdungsphobien. Zum völkischen Denkstil in der langen Jahrhundertwende Uwe Puschner– Freie Universität Berlin ABSTRACT Fears of doom and phobias of foreign infiltration. On the völkisch style of thinking in the long turn of the century The völkisch movement is one of the signatures of the Wilhelmine Empire and the Weimar Republic. Its foundation is agenuine racial ideology, which permeates all ideologems of the Weltanschauung („ideology“) and thus völkisch thinking. With their racial dogma, the Völkisch thought they could explain the past and present and shape the future. Above all, the present, characterised by dynamic political, economic, social and cultural upheavals and crises, was interpreted by the architects of the Weltanschauung and their supporters as atime of fundamental threat, especially to their own, ostensibly superior race. There was talk of ruin and „racial struggle“. The ‘others’, namely Slavs and Jews, who had been declared races, were held responsible. Together with other „races“ declared to be enemies, they were targets of the völkisch Weltanschauungskampf („ideological struggle“). In thou‑ sands of books, pamphlets and articles, Völkische formulated racist enemy images and anti ‑human catalogues of measures, infiltrated German society and stirred up aggression and hatred against perceived internal and external enemies. And not least, they provided National Socialism with the ideological tools and prepared the ground for it. KEYWORDS rassism; anti ‑slavism; anti ‑semitism; völkisch ideology „Gleichwohl muss ich Ihnen gestehen, dass ich, nachdem ich Sie [i.e. den Essai sur l’inégalité des races humaines] gelesen habe […], auf meiner Ablehnung dieser Leh‑ ren beharre. Ich halte sie für höchstwahrscheinlich falsch und gewiss verderblich. […] Sehen Sie nicht, dass aus Ihrer Lehre naturgemäß alle Übel hervorgehen, die nicht überwindbare Ungleichheit hervorbringt, Hochmut, Gewalt, Verachtung des Mitmenschen, Tyrannei und Niedertracht in jeder Form?“ (Alexis de Tocqueville an Arthur de Gobineau, 17. November 1853; Tocqueville 1959: 202f.)1 1 Abgedruckt auch in: Schemann (1908, 190–197); die Textpassagen lauten im französischen Original: „Or, je vous confesse qu’après vous avoir lu [aussi bien qu’avant], je reste placé à l’extrémité opposée de ces doctrines. Je le croix très vraisemblablement fausses et très certainement pernicieuses. […] Ne voyez ‑vous pas que de votre doctrine sortent naturellement tous les maux que l’inégalité permanente enfante, l’orgueil, la violence, le mépris du semblable, la tyrannie et l’abjection sous toutes ses forms?“ Siehe in diesem Zusammenhang auch Campagna/Krause/Hidalgo (2021: 73f.).
18 BRÜCKEN 29/1 Es ist einer der wenigen Fälle, bei dem sich völkische Ideologieproduzenten, kon‑ kurrierende Führungspersönlichkeiten und deren Anhängerschaft einig waren. Sie lehnten den Liberalismus vehement ab und sagten ihm den Kampf an. Max Robert Gerstenhauer (1873–1940) zufolge, einem der einflussreichsten Architekten von völ‑ kischer Weltanschauung und Bewegung, ist nämlich die weltbürgerlich ‑liberale Anschauung von den Zielen der Menschheit, die ‚Hu‑ manitätsidee‘, die sich ganz theoretisch und willkürlich eine Schablone des allge‑ meinen Menschentums zurecht gemacht hat und bloß durch Erziehung und unter Verwischung aller natürlichen Unterschiede die Menschheit jenem vermeintlichen Ziele zuführen will, […] falsch. (Gerstenhauer 1920: 16)2 Gerstenhauer berief sich dabei auf Paul de Lagarde (1827–1891), der neben Houston Stewart Chamberlain (1855–1927) maßgeblichen Referenz für das völkische Denken. Während Chamberlain die zeitgenössische „Humanitätsduselei“ anprangerte (Cham‑ berlain 1904: 324),3 formulierte Lagarde 1884 seine für die Völkischen handlungslei‑ tenden Forderungen: Mit der Humanität müssen wir brechen: denn nicht das allen Menschen gemeinsa‑ me ist unsere eigenste Pflicht, sondern das nur uns Eignende ist es. Die Humanität ist unsere Schuld, die Individualität unsere Aufgabe. (Lagarde 1934: 423)4 Die Völkischen folgten Lagarde, wenn der alldeutsche Meinungsführer Heinrich Claß (1868–1953) „[d]ie sog. ‚Humanität‘“ bis zur „politisch[en], sittlich[en], gesundheit‑ lich[en] und kulturell[en]“ Regeneration der „deutschen Rasse“ ausgesetzt wissen wollte (Frymann [d.i. Claß] 1912: 105).5 Es müsse grundsätzlich– wie der evange‑ lische Pfarrer und Dozent am Leipziger Missionsseminar Hans Hofer (1887–1966) den Völkischen 1933 ins Stammbuch formulierte– der völkischen Bewegung um des „vollen Siege[s]“ willen in dieser „Zeitenwende“, in der die „Zeit der Aufklärung mit ihren Idealen von Freiheit, Gleichheit, Demokratie, mit ihrem Rationalismus, ihrer Menschheitsverbrüderung, ihrer Überschätzung von Wissenschaft, Technik, Wirt‑ schaft, Welthandel […] im Versinken“ sei, darum zu tun sein, „eine Überwindung des Humanismus [zu] wollen“ (Hofer 1934: 456–477).6 Dem völkischen Denkstil ist mit dem Antihumanismus „ein System von Argumen‑ ten“ eingeschrieben, das im Anschluss an Hubert Canciks definitorische Annäherung den Wert der Humanisierung im Prozess der Zivilisation bestreitet und bekämpft. Es betont die wesentliche, unüberwindliche Ungleichheit der Menschen, bestimmt 2 Zu Gerstenhauer siehe Esche (2015: 37–53 u. 2017: 79–87). 3 Mit der völkischen Rezeption von Chamberlain befassen sich Puschner (2001), Lobenstein ‑Reichmann (2008: 43–57 u. passim; zur „Dehumanisierung“ S. 505–512 und 632–638) und Fritz (2022: 335–345 und 361–367). 4 Zu de Lagarde siehe Paul (1996: 74–89), Paul (2018: 102–111), Paul (2020) sowie Sieg (2007). 5 Zu Claß, seinem Antisemitismus u. dem Buch siehe Leicht (2012b: 151–164 u. passim). 6 Auf eine grundsätzlich kritische Haltung Hofers gegenüber der völkischen Bewegung verweist Wall‑ mann (2017: 380f.).
19UWE PUSCHNER Untermenschen, Unmenschen (oft im Vergleich mit unedlen Tieren: Ratten, Un‑ geziefer, Gewürm), spricht ihnen die Würde und Menschenrechte ab, legitimiert Gewalt und Herrschaft der ‚vornehmen Rasse‘, der Arier über die vorarische Be‑ völkerung. (Cancik 2012: 140)7 Der Antihumanismus erfährt seine spezifische Ausprägung infolge des völkischen Rassenparadigmas, dem Fundament der Weltanschauung (Puschner 2001: 15–17). 8 Für den Nationalökonomen Oskar Stillich (1872–1945), dem zeitgenössisch besten Kenner und scharfen Analytiker der ebenso vielgestaltigen wie fragmentierten völkischen Bewegung, deren massenhafter Publizistik und der von konkurrierenden Überzeu‑ gungen gekennzeichneten Weltanschauung, ist der Rassegedanke das verbindende Glied, das trotz mancherlei Differenzen und Unterschieden eine gewisse Einheitlichkeit herstellt, weil sich alle danach orien‑ tieren. Obgleich es kaum einen Begriff gibt, der weniger erforscht und mehr der Tummelplatz des grössten Dilettantismus [ist…], bildet er doch den Kitt, der alle V[ölkischen] zusammen hält […]. In der v[ölkischen] Literatur ist das Wort ‚Rasse‘ der Schlüssel für alles.9 RASSISMUS Das völkische Rassekonzept bewegt sich „zwischen biologistischen und spiritualisti‑ schen Auffassungen“ (Breuer 2008: 46), wobei die biologistische Variante dominant ist. Mit ihrem– biologistisch und kulturalistisch, mitunter auch esoterisch begründeten– Rassendogma, dem sämtliche Ideologeme unterliegen, vermeinten die Völkischen, Vergangenheit und Gegenwart erklären und die Zukunft gestalten zu können (Köck 2015). Das Blut‑ und Boden ‑Ideologem behauptete die Einheit von Rasse und Raum und eine von der „Natur“ vorgegebene körperliche, geistige, seelische und mentale Prägung von Rasseindividuum und Rassekollektiv. Das Germanenideologem, das auf überkommene nationale Denkfiguren des 19. Jahrhunderts zurückgriff und eine vorgeblich historisch ‑anthropologische wie vor allem biologische Abstammungsge‑ meinschaft zwischen (Indo‑)Germanen und Deutschen postulierte (Wiwjorra 2006; Puschner 2020b), begründete das völkische Superioritäts‑ und Prädestinationspara‑ digma und legitimierte damit imperiale Herrschaftsansprüche und die Eroberung neuen Lebensraums. Rasse, Raum, Abstammung, untermauert von sozialdarwinis‑ tischen und rassenhygienischen Theoremen (Breuer 2008: 112–126; Puschner 2014a), waren Richtschnur einerseits für das Inklusionsdenken sowie für die massiven (na‑ mentlich gegen Juden und Slawen gerichteten) Exklusionsforderungen. Sie gaben im völkischen Denken andererseits die Strukturen, Normen und Werte für Staat, Gesell‑ 7 Zur Humanismuskritik siehe auch Wolf (2016). 8 Siehe demgegenüber Breuer (2008: 10), wonach „die Völkischen trotz aller Konzessionen an die Rassen‑ lehren in letzter Instanz stets Volk und Nation den Vorzug gegeben haben“. 9 Stillich, Oskar, [Die Rassenfrage], Archiv des Instituts für Zeitgeschichte München ED 15/2. Das titel‑ lose Manuskript war als Bd. 5 von Stillichs Deutschvölkischen Katechismus geplant und unter dem Titel Die Rassenfrage angekündigt; eine Edition ist in Vorbereitung. Siehe zu ihm Pierenkemper (2013) und zu Stillichs Deutschvölkischem Katechismus Puschner (2020a).
20 BRÜCKEN 29/1 schaft, Geschlechterordnung, Wirtschaft, Recht, Erziehung, Kultur etc. bis hin zum Individual‑ und Kollektivkörper und zur Religion vor, einer sogenannten arteigenen, in der Rasse angelegten und deren „Erscheinungsform“ vorgebenden Religion (Stapel 1932).10 Die Spannbreite der Religionsentwürfe reichte von einem ‚arisierten‘, von sei‑ nen jüdischen Grundlagen gelösten und mithin entchristlichten Deutschchristentum bis hin zu Bestrebungen der Erneuerung vorchristlichen, ‚germanischen‘ Glaubens in Gestalt verschiedener paganer (‚neuheidnischer‘) Religionskonzepte (Puschner 2015).11 Die Formierung der völkischen Bewegung an der Wende zum 20. Jahrhundert hat verschiedene Ursachen. Sie steht zum einen in der Nachfolge der von Mitte der 1890er Jahre an kriselnden antisemitischen Bewegung, sie ist zum anderen Ausfluss der Radikalisierung des Nationalismus. Sie ist zum dritten insbesondere das Produkt jener „gärenden Übergangszeiten“, wie mit Adolf Damaschke (1865–1935), dem Kopf der Bodenreformbewegung, die letzten drei Jahrzehnte vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs charakterisiert werden können (Damaschke 1924: 244). Deutschland kam in dieser Zeit in der Moderne an. Die Industrialisierung hatte sich „sozioökonomisch durchgesetzt“ (Peukert 1987: 11), mit ihr waren Industrie‑ und Massengesellschaft entstanden. Bei Zeitgenossinnen und vor allem Zeitgenossen führte dieser alle Le‑ bens‑ und Gesellschaftsbereiche eruptiv berührende Wandel zu einer tiefsitzenden mentalen Krisengestimmtheit, die durch den Ausgang des Ersten Weltkriegs und seine Folgen neu entfacht und verstärkt wurde. Sie erlebten die ‚lange Jahrhundertwende‘ (Becker 2014: 9–12), das Halbjahrhundert seit 1880, als eine singuläre Zeit der– in den Worten des Nationalökonomen und Soziologen Werner Sombart (1863–1941)– „tota‑ le[n] Umschichtung aller Daseinsform“, in der alles […] in Fluß gekommen [ist]: Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst, Sitte, Religion; alle Vorstellungen davon befinden sich in einem solchen Gährungsprozesse, daß wir schließlich zu dem Wahne gedrängt werden, es gäbe Festes überhaupt nicht mehr. (Sombart 1896: 11) Diese aus Unbehagen, Ängsten und Orientierungslosigkeit resultierende, elementar empfundene Verunsicherung führte zu ebenso „gewagte[n] Zukunftsprojektionen wie […] skeptisch ‑pessimistische[n] Untergangsprophetien“ (Nitschke/Ritter/Peukert/ vom Bruch 1990: 10). Bewegungen mit unterschiedlichen Anliegen erlebten in diesen „entscheidenden Jahren [des Aufbruchs in die Moderne] zwischen 1880 und 1930“ (ebd.) Hochkonjunktur.12 Ausgehend von in düsteren, pessimistischen Szenarien unterlegten Gegenwartsdeutungen und zugleich von einem für die Epoche ebenso charakteris‑ tischen unverbrüchlichen Fortschrittsoptimismus getragen wiesen Kulturkritiker, Weltanschauungsagenten und (mehr oder weniger) „fanatische Propheten“ nicht nur alternative Wege in der Moderne (Halkett 2011: 208; vgl. Linse 1983), 13 sondern wie im Fall der Völkischen in eine „andere Moderne“ (Rohkrämer 1999). 10 Mit Wilhelm Stapels Konzeption befasst sich Vordermayer (2016: passim, bes. 23–26, 38–44, 45–59, 150–170). 11 Meyers (2012) stellt die Varianten und Akteure völkischer Religion vor. 12 Siehe hierzu Kerbs/Reulecke (1998), Buchholz/Latocha/Peckmann/Wolbert (2001) und Bollenbeck (2007). 13 Zum Kontext siehe auch Bollenbeck (2001: 203–207), Kraus (2010), Loewenstein (2015: 334–354).
21UWE PUSCHNER Die Völkischen bedienten sich aus dem zeitgenössischen Ideenfundus und inte‑ grierten unterschiedliche Programmatiken und Geschichts‑ und Zukunftsvisionen ebenso in das weiträumige völkische Weltanschauungsgebäude wie sie stetig ver‑ nehmbarer und vernommener in den vielstimmigen „kakophonen […] Krisenchor“ (Grunewald/Puschner 2010: 3) einstimmten.14 Die Gegenwart erschien den Völkischen nicht nur als bedrohlich, sie meinten vielmehr, und potenziert durch ihr genuines Ras‑ sedenken, die Vorzeichen einer nicht mehr fernen– deutschen– Apokalypse erkennen zu können (Vondung 1988; Ley 1997: 11—31). Völkische Auguren sahen überall Anzei‑ chen für eine fortgeschrittene, wenn nicht für eine „Arierdämmerung“ (Berblinger‑ Ammon 1925: 9), dann zumindest für eine „Deutschendämmerung“ (Schoen ‑Hardt [d.i. Wilhelm Schwaner] 1922/23: 107) oder weniger theatralisch für einen beinahe irreversiblen „Rassenverfall“ (Gerstenhauer [1913]: 119), und sie prophezeiten den drohenden Untergang, vereinzelt auch den „Rassentod“ (Reimer 1906: 23), würden nicht rasch eine Kehrtwende erfolgen und nachhaltige Maßnahmen ergriffen. Max Robert Gerstenhauer formulierte diese gleichermaßen pessimistischen wie selbstge‑ wissen völkischen Überzeugungen, wenn er unter Berufung auf Arthur de Gobineau (1816–1882) und dessen trotz mancher Kritik zum völkischen Kanon gehörenden Essai sur l’inégalité des races humaines (1853–1855, dt. 1898–1901) sowie auf Houston Stewart Chamberlain feststellte: Die fortgesetzte Rassenmischung und das schließliche Rassenchaos bedeuten […] den unabwendbaren Untergang jeder Kultur. Die Wahrheit aber zeigt uns […], daß die Vertreter der veralteten human ‑liberalen Anschauungen nicht nur rückständig, sondern auch die schlimmsten Feinde der Kultur unseres Volkes sind, wenn sie durch weitere Vermischung, Verstädterung und Proletarisierung desselben sein höchstes Gut, seine sittlichen Kräfte und seine Rassenwerte vergeuden helfen. Wer dagegen diese erhält und pflegt, ist der wirkliche Wohltäter des Volkes, der Vertreter des Fortschrittes und echter Kultur. Das sind die Nationalgesinnten! (Gerstenhauer 1920: 17) Und dies meinte die Völkischen. Aus diesen Gewissheiten resultierten unterschiedliche gesellschafts‑, kultur‑ und lebensreformerische, zudem und prominent rassenhygienisch und rassenzüchterisch ausgerichtete, durch die Kriegsniederlage und deren innen‑ wie außenpolitische Fol‑ gen nochmals radikalisierte Rettungspläne für das Projekt „völkische Wiedergeburt“ (Völkische Siedelung 1921). In ihrem unerschütterlichen Selbst‑ und religiös über‑ höhten Sendungsbewusstsein sahen Ideologieproduzenten wie der niederdeutsche Heimatschriftsteller und selbsternannte „Art ‑Priester“ Thomas Westerich (1879–1953) die völkische Bewegung als „das Sammelbecken der gesamten deutschen, ja arischen und selbst kosmischen Erneuerungsbewegung“ (Westerich 1926: 173), die sie und mit ihr das „deutscharische Menschentum“ (Westerich 1921: 12) zur Rettung der Mensch‑ heit prädestiniere und zur Weltherrschaft legitimiere (Neufert 2018: 208–254). 14 Hierzu die zahlreichen Hinweise zu Überschneidung und Distanz beider Phänomene in Buchholz/ Latocha/Peckmann/Wolbert (2001).
22 BRÜCKEN 29/1 Dem völkischen Denkstil entsprechend wimmelt es in der dualistisch angelegten Weltanschauung, die auf die „entzauberte Moderne“ (Bollenbeck 2007: 199) mit „Strategien der Wiederverzauberung reagiert[e]“ (Bach/Breuer 2010: 57) und in einem „Lehr‑ und Glaubenssystem [… mit] absoluten Geltungsanspruch“ (Grabner‑ Haider 2015: 41) scharf „das Eigene und das Fremde“ (Sontheimer 1978: 132) schied, von multiplen Bedrohungen und Feindbildern. Sie kommen in für die Völkischen gleichermaßen charakteristischen apokalyptischen Sprachbildern wie in einer denunziatorischen, aggressiven und antihumanistischen Hasssprache zum Aus‑ druck, nicht zuletzt verbunden mit Attacken gegen die wörtlich als „Lügenpresse“ (Biedenkapp 1908: 596) diffamierten liberalen, sozialistischen oder katholischen Medien. In Industrialisierung, Urbanismus, Massengesellschaft, Demokratie, Par‑ lamentarismus, Liberalismus, Individualismus, Kapitalismus, Materialismus, Sozia‑ lismus, Kommunismus, Pazifismus, Kosmopolitismus etc., grundsätzlich in allem Internationalen (etwa der Frauenbewegung) wurden die Zeichen für in bizarren Bedrohungs‑ bis hin zu Untergangsszenarien grell ausgemalte Fehlentwicklungen der jüngeren Vergangenheit und Gegenwart gesehen. Dafür wurden vornehmlich andere, in der völkischen Rassenhierarchie niedriger stehende und deswegen umso gefährlichere vermeintliche Rassen als Urheber, von 1918 an nicht zuletzt für die Kriegsniederlage und deren Folgen, verantwortlich gemacht. Im Zentrum der völkischen Agitation standen neben „den“ Slawen vor allem „die“ Juden. Antislawis‑ mus und mehr noch Antisemitismus sind konstitutive Ideologeme der völkischen Weltanschauung. ANTISLAWISMUS Der Antislawismus hängt unverkennbar mit den Krisen‑ und Konfliktherden im ost‑ und südosteuropäischen Raum, den ethnisch, politisch und insbesondere öko‑ nomisch bedingten Wanderungsbewegungen, den panslawistischen Bewegungen, den Nationalitätenkonflikten insbesondere in der Habsburgermonarchie und des Weite‑ ren mit der Neuordnung Ostmittel‑ und Südosteuropas nach dem Ersten Weltkrieg zusammen. In seiner völkischen Variante wird er infolge der rassenideologischen Begründung eskaliert, wenn in der Weltanschauungspresse in den ostmittel‑ und süd‑ osteuropäischen Regionen der Habsburgermonarchie und des Deutschen Reiches die „völkische Not“ (Völkischer Notruf! 1908) ausgerufen, in den Auseinandersetzungen mit den slawischen Bevölkerungsteilen und deren Organisationen „Vorpostengefechte“ (Pfister ‑Schwaighusen 1893: 586) gesehen, unter Rückgriff auf aus der antisemitischen Agitation geläufigen biologistischen Metaphern vor einem sich immer enger um das Deutschtum schließenden „slawischen Ring“ (Schultheiß 1905/06: 33) und vor „förm‑ lichen Eroberungs ‑Zügen in reichsdeutsche Gaue“ (König 1914) gewarnt und in den polnischen Arbeitern in den schlesischen und westdeutschen Kohlenrevieren eine Vorhut der prophezeiten slawischen Invasion gesehen wurde (Thorismund 1908). Die 1900‑Jahr ‑Feiern der Varusschlacht in Detmold 1909 hatten einem völkische Bericht‑ erstatter zufolge „einen bedenklichen, geradezu schmerzhaften Unterton“ durch die „polnischen Landarbeiterinnen, die aus der nahen Umgebung gekommen waren, um ebenfalls am deutschen Siegesfeste teilzunehmen. Kündigen sich damit gerade auf der Höhe unseres Lebens unsere künftigen Verdränger und Erben an?“– menetekel‑
23UWE PUSCHNER te er (Winterstein 1909: 125).15 Aus dieser Bedrohungsphobie resultierten völkische Forderungen, eine „weitere Einwanderung von Rassefremden wie Slawen, Juden, und Romanen“ zu unterbinden, die im Deutschen Reich lebenden Angehörigen dieser Be‑ völkerungsgruppen unter einen rechtlichen Sonderstatus zu stellen und ihnen u.a. das Wahlrecht, die Bekleidung öffentlicher Ämter und Grundbesitz zu verwehren (Reinecke 1901: 179f.). In einer Erweiterung dieser Bedrohungsikonographie firmierten Slawen und Ju‑ den als unheilvolle Vorboten der sogenannten gelben Gefahr (Hentschel 1906: 194 u. 1924/25‑1: 85–94; Peez 1911), womit die Völkischen sich ein über den deutschen Raum hinaus verbreitetes Schlagwort (péril jaune, yellow peril, pericolo giallo, желтая опасность, peligro amarillo) und Ideologem des ausgehenden 19. Jahrhunderts an‑ eigneten, rassistisch wendeten und damit in seinem Bedrohungspotential ideologisch aufluden, mit dem in Europa und Nordamerika generell eine elementare Bedrohung der westlichen Zivilisation beschrieben und zugleich das imperiale Ausgreifen nach Südostasien gerechtfertigt wurde.16 In seiner völkischen Ausformung bringt der in ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts populäre Balladen‑ und Liederdichter Börries von Münchhausen (1874–1945), ein Protagonist der völkischen (und später der national‑ sozialistischen) Bewegung, diese Überzeugungen zum Ausdruck, wenn er den „Kul‑ turschöpfer[n] in Nord‑ und Mitteleuropa“ die „Kulturzerstörer in den asiatischen Steppen und die semitischen Kulturschmarotzer in Arabien“ entgegenstellt und das völkische Befinden formuliert, wonach es „eine Art Gesetz zu sein [scheint], daß das Schlechte (im rassischen Sinne) das Gute besiegt: […] Diese slawische Mischrasse und ihr Berliner jüdischer Gipfel schlagen uns einfach tot.“ 17 Dieser imaginierten Invasion wollten die Völkischen unter Rückgriff auf das Lebensraum ‑Ideologem– ausgehend von den preußischen Ostprovinzen– mit einem „Eroberungs‑ und Kolonisierungs‑ werk“ (Bartels 1914: 23) begegnen durch eine weiträumige Ostexpansion (teils bis zum Kaukasus und darüber hinaus), durch die Errichtung eines Netzes von Militärkolonien und vor allem durch „rücksichtslos[es] germanisieren“ (Bartels 1914: 5) der zu erobern‑ den Räume mit Hilfe umfangreicher, agrarisch geprägter Ansiedlungsprojekte bei gleichzeitiger Verdrängung der ansässigen, insbesondere der jüdischen Bevölkerung.18 ANTISEMITISMUS Der Antisemitismus ist vor dem Hintergrund der „zentrifugale[n] und heterogenisie‑ rende[n]“ (Breuer 1999: 89) Dynamiken in der völkischen Bewegung das integrierende Ideologem (Breuer 2008: 25–35, bes. 27). Der populäre Literaturhistoriker und stimm‑ gewaltige Bewegungsideologe Adolf Bartels (1862–1945) formulierte diese Bedeutung des völkischen Antisemitismus in einer Auftaktveranstaltung zur „allgemeinen Mobil‑ machung der deutschbewußten Kreise gegenüber fremdvölkischen Herrschaftsbestre‑ 15 Vgl. die Beiträge „19. Jahrhunderts ‑Feier der Armins ‑Schlacht im Teutoburger Walde“ und „Armin, der Befreier Deutschlands“, beide in Heimdall (14 [1909], 17 u. 73f.), sowie Ehrhard (1909) und Langhans (1909). 16 Zur sog. Gelben Gefahr siehe Gollwitzer (1962: 32–46) und Mehnert (1995: 21–59). 17 Börries von Münchhausen an Levin Ludwig Schücking, 27.6.1913 u. 26.3.1913 (Schücking 2001: 236–239 u. 128f., zit. 238 u. 129). Zu Münchhausen siehe Sarkowicz (2015: 95–97). Zur Verschmelzung von Anti‑ semitismus und Antislawismus siehe Wippermann (1996: 512–524). 18 Siehe in diesem Zusammenhang Puschner (2009) sowie für den Kontext Jureit (2012) und Meyer (2021).
24 BRÜCKEN 29/1 bungen“ (Peukert 1912/13: 70),19 als er Ende Januar 1913 seinem zweitausendköpfigen Berliner Publikum, die Hälfte davon Studenten, unter tosendem Beifall zurief: „Wer in unserer Zeit nicht Antisemit ist, der ist auch kein guter Deutscher“ (Bartels 1919: 39). In seinem zweistündigen, in der Folge in drei Auflagen erschienenen Vortrag legte Bartels seiner Zuhörerschaft die vermeintlichen Ursachen des titelgebenden „deutschen Verfalls“ dar und „empfahl“ vor dem Hintergrund seiner, für das völkische Denken typischen pessimistischen Gegenwartsdiagnosen die „Ueberwindung des Liberalismus durch einen entschiedenen Nationalismus“ und die „Ueberwindung des Mammonismus durch Rückkehr zur Religion“ (Bartels 1919: 33). Mit den Stich‑ worten Liberalismus und Mammonismus benennt Bartels zwei Schlüsselbegriffe der völkischen Agitation wie auch des Antisemitismus. Hatte der auch aus anderen Gründen bekämpfte Liberalismus antisemitischem und völkischem Denken zufolge die rechtliche Gleichstellung, den gesellschaftlichen Aufstieg und die partielle Integ‑ ration der jüdischen Deutschen zu verantworten, so galt Antisemiten und Völkischen der in bewusster Wortwahl als Mammonismus bezeichnete Kapitalismus als jüdische „Weltanschauung“ sowie als Instrument jüdischer (Welt‑)Herrschaft. „Heute herrschen die Juden […] in Deutschland“ (Bartels 1919: 15), eiferte er und forderte seine Zuhörer und Leser zum „Kampf gegen das Judentum“ (Bartels 1919: 38) auf. Jenseits von Parolen völkischer Agitatoren des antisemitischen Flügels der Be‑ wegung wie Bartels gibt es unzählige Indizien für die integrierende Rolle des Anti‑ semitismus im völkischen Denken und in der Bewegung. Der Reichshammerbund (gegr. 1912; Lohalm 2012), eine umtriebige Organisation der antisemitischen Teilbewegung, forderte von „Aufzunehmende[n] […] die ehrenwörtliche Versicherung abzugeben, daß nach seinem besten Wissen kein Tropfen jüdischen Blutes in ihm kreist, daß– bei Verheirateten– dasselbe mit der Frau der Fall ist.“ (Stauff 1912: 208) Beitrittskandi‑ daten der neuheidnischen Deutschgläubigen Gemeinschaft (gegr. 1911) und des ihr eng verbundenen Deutschen Ordens (gegr. 1911) und der Deutschen Schwesterschaft (gegr. 1917) etwa mussten „an Eidesstatt versicher[n]“, von „deutscher Abkunft und […] von semitischem und dunkelfarbigem Rasseneinschlag frei“ zu sein und „Nachkommen aus gleichem reinem Blute“ zu haben oder haben zu werden bzw. „empfangen zu wol‑ len“ (alle zitierten Stellen aus Beitrittserklärung der Deutschgläubigen Gemeinschaft 1912: 206f.). 20 Ähnlich lautende formelle „Arierparagraphen“ oder eine entsprechende Praxis kannten alle völkischen Organisationen. Dies dokumentiert die– von der so‑ genannten Sippenforschung forciert begleiteten– grundsätzlichen und mit einem „deutschen Blutsbekenntnis“ über den Antisemitismus hinausgehenden rassistischen völkischen Überzeugungen (Ungewitter 2006 [1919]: 468).21 Einen prominenten Platz hatte der Antisemitismus in der massenhaft publizierten völkischen Weltanschauungsliteratur und in den Programmen der Mehrzahl der völ‑ kischen Organisationen inne, die– und stets in Verbindung mit anderen inneren und 19 Zu Bartels siehe Rösner (1996) und Fuller (1997); einen bibliographischen Überblick zu Bartels Publi‑ zistik bietet Stoppel (2002). 20 Zur Deutschgläubigen Gemeinschaft siehe Meyers (2012: 217–228), zum Deutschen Orden Hufenreuter (2012). Die Beitrittserklärung zur Deutschen Schwesterschaft wurde in Hunkel (1919: 72) abgedruckt. Zur Organisation siehe Nanko (2001: 222f.) und Puschner (2005: 52). 21 Zur „Sippenforschung“ siehe beispielhaft den Fall Bernhard Koerner; hierzu Gerstner (2005 u. 2008: 69–77 u. passim).
25UWE PUSCHNER äußeren rassisch bestimmten Feindgruppen– in den Juden „Erbfeinde des deutschen Volkes und seines Volkstums“ (Deutsche Glaubens‑, Grund‑ und Leitsätze 1896: 2) sahen und deren Bekämpfung zu einem der „Hauptpunkte der gemeinsamen Arbeit“ (Deutsch ‑Völkische Vereinigung 1903: 172) erklärten. Wenn in diesem Zusammen‑ hang der Begriff „Judentum“ (Reinecke 1925: 2) verwendet oder von „semitische[r] Art“ (Deutsche Glaubens‑, Grund‑ und Leitsätze 1896: 2) gesprochen wurde, ging es den Völkischen nicht nur um die einzelne jüdische Person oder das jüdische Kollektiv, sondern zugleich und vor allem um alle jene Kräfte und Symptome, die sie für die jüdische Emanzipation und generell für die Entwicklungen in die und in der Moderne verantwortlich machten. Dem völkischen Antisemitismus war eine fundamentale Zeit‑, Gesellschafts‑ und Kulturkritik eingelagert, aus der heraus die zukunftsorien‑ tierten Menschen‑, Gesellschafts‑ und Staatsentwürfe bis hin zu den europäischen und globalen Ordnungskonzepten formuliert wurden. Die von Akteur zu Akteur und von Organisation zu Organisation variierende Aggressivität des völkischen Antisemitismus beschreiben die Bezeichnungen „Ju‑ dengegner, Judenfeind, Judenbekämpfer oder Judenfresser“ (Engel 1918: 27), die der nationalgesinnte Literaturhistoriker und Sprachreiniger Eduard Engel (1851–1938) als deutsche Synonyme für den Begriff Antisemit vorgeschlagen hat (Sauter 2000). Toleranzbekundungen gegenüber Juden in den eigenen Reihen wurden von den Völkischen nicht geduldet. Als der Gründer und Motor der Volkserzieher ‑Bewegung Wilhelm Schwaner (1863–1944), eine treibende Kraft in der völkischen Bewegung vor dem Ersten Weltkrieg, die mit der Kriegsniederlage und der Gründung der Repub‑ lik zunehmende antisemitische Dominanz im völkischen Lager kritisierte, sich zu seinem „Herzensverhältnis zu den guten Menschen aller Rassen“– namentlich zu Walther Rathenau (1867–1922) wie auch zu Martin Buber (1878–1965)– bekannte und für sich und seine Anhängerschaft in Anspruch nahm, im nicht ‑rassistischem Sinn „‚edelvölkisch‘ sein“ (Schwaner 1926) zu wollen, hatte dies heftige Reaktionen zur Folge (Breuer 2008: 27). Schwaner galt fortan als „jüdisch Beeinflußte[r]“ (Gerstenhauer 1924: 18) und die Völkischen warnten ihre Anhänger vor ihm und seiner Zeitschrift, „dem ‚pazifistisch ‑demokratisch[en] Volkserzieher, der die Juden ‚umwedelt‘“ (zit. nach Hufenreuter/Knüppel 2008: 51). Dabei hatte Schwaner vor seinem Rückzug aus der völkischen Bewegung antisemitisch agitiert und sich zu einem religiös begründeten Antisemitismus bekannt (Hufenreuter/Knüppel 2008: 28f. u. 32f.). Seine völkisch‑ religiösen Anschauungen gingen von der Überzeugung aus, „von der blutgetränkten Geschichte des jüdischen Volkes als der Grundlage des Religionsunterrichts nichts mehr wissen [zu] wollen, weil diese ‚Religion‘ unserm modernen und deutschen Emp‑ finden nicht zusagt“ (Schwaner 1903: 67f.). Als völkisches Gegenmodell propagierte Schwaner in Anlehnung an Lagarde und Chamberlain eine auf dem „Geist und der Größe der deutschen Geschichte“ (ebd.) gründende deutsche Religion. Aus dieser Forderung nach einer spezifisch deutschen, von jüdischen, teils auch gänzlich von christlichen Einflüssen zu lösenden „artgemäß[en]“ (Gerstenhauer 1928:5) Religion resultiert ein für die völkischreligiöse Teilbewegung charakteristi‑ scher Antisemitismus. 22 Während für Neuheiden Christentum und Judentum nicht zu 22 Zu den völkischen Religionsentwürfen und zur völkischreligiösen Teilbewegung siehe Puschner (2006), Meyers (2012) und Puschner/Vollnhals (2012).
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39UWE PUSCHNER Schrader, Stefanie (2015): Vom Partner zum Widerpart. Die Deutschvölkische Freiheitspartei und ihre Wahlbündnisse mit der NSDAP.– In: Schmidt, Daniel/Sturm, Michael/Livi, Massimiliano (Hgg.): Wegbereiter des Nationalsozialismus. Personen, Organisationen und Netzwerke der extremen Rechten zwischen 1918 und 1933 (= Schriftenreihe des Instituts für Stadtgeschichte. Beiträge, 19). Essen: Klartext, 55–69. Schücking, Beate E. (Hg.) (2001): „Deine Augen über jedem Verse, den ich schrieb“. Börries von Münch‑ hausen, Levin Ludwig Schücking. Briefwechsel 1897–1945. Oldenburg: Igel. Sieg, Ulrich (2007): Deutschlands Prophet. Paul de Lagarde und die Ursprünge des modernen Antisemi‑ tismus. München: Hanser. Sontheimer, Kurt (1978): Antidemokratisches Denken in der Weimarer Republik. Die politischen Ideen des deutschen Nationalismus zwischen 1918 und 1933. München: dtv. Stoppel, Manfred (2002): Adolf Bartels. Eine Bio ‑Bibliographie (= Toppenstedter Reihe, 14). Toppen‑ stedt: Uwe Berg. Ulbricht, Justus H. (1996): Das völkische Verlagswesen im deutschen Kaiserreich.– In: Puschner, Uwe/Schmitz, Walter/Ders. (Hgg.), Handbuch zur „Völkischen Bewegung“ 1871–1918. München u.a.: Saur, 277–301. Vondung, Klaus (1988): Die Apokalypse in Deutschland. München: dtv. Vordermayer, Thomas (2016): Bildungsbürgertum und völkische Ideologie. Konstitution und gesell‑ schaftliche Tiefenwirkung eines Netzwerkes völkischer Autoren (1919–1959) (= Quellen und Dar‑ stellungen zur Zeitgeschichte, 109). Berlin, Boston: de Gruyter. Wallmann, Johannes (2017): Luthertum und Zionismus in der Weimarer Republik.– In: Wende‑ bourg, Dorothea/Stegmann, Andreas/Ohst, Martin (Hgg.), Protestantismus, Antijudaismus, Antisemitismus. Konvergenzen und Konfrontationen in ihren Kontexten. Tübingen: Mohr Siebeck, 377–407. Wein, Susanne (2014): Antisemitismus im Reichstag. Judenfeindliche Sprache in Politik und Gesellschaft der Weimarer Republik (= Zivilisationen & Geschichte, 30), Frankfurt/M. u.a.: Lang. Wippermann, Wolfgang (1996): Antislavismus.– In: Puschner, Uwe/Schmitz, Walter/Ulbricht, Justus H. (Hgg.), Handbuch zur „Völkischen Bewegung“ 1871–1918. München u.a.: Saur, 512–524. Wirsching, Andreas (2015): Hitler, Mein Kampf. Eine kritische Edition des Instituts für Zeitge‑ schichte.– In: Aus Politik und Zeitgeschichte 43/45, 9–16. Wiwjorra, Ingo (2006): Der Germanenmythos. Konstruktion einer Weltanschauung in der Altertumsfor‑ schung des 19. Jahrhunderts. Darmstadt: WBG. Wolf, Frieder Otto (2016): Antihumanismus/Humanismuskritik.– In: Cancik, Hubert/Groschopp, Horst/Wolf, Frieder Otto (Hgg.), Humanismus: Grundbegriffe. Berlin, Boston: de Gruyter, 65–75. Zumbini, Massimo Ferrari (2003): „Die Wurzeln des Bösen“. Gründerjahre des Antisemitismus. Von der Bismarckzeit zu Hitler (= Abendland. N.F. 32). Frankfurt/M.: Vittorio Klostermann, 321–422, 605–635.