V. Mykolaičio-Putino literatūrologijos terminai su „-inis“, „-ė“ formos dėmenimis
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Alvydas UMBRASAS
Institut für Litauische Sprache
LITERATURWISSENSCHAFTLICHE TERMINI V. MYKOLAITIS-PUTINAS MIT BESTANDTEILEN DER FORM -INIS, -Ė
In diesem kurzen Beitrag soll ein von Terminologen weitgehend vernachlässigter Bereich betrachtet werden – die Terminologie der Literaturwissenschaft, genauer gesagt eine Art von Termini dieses Bereichs: zusammengesetzte Termini, deren kongruierender Bestandteil durch ein Adjektiv mit -inis, -ė ausgedrückt wird. Das Material für die Untersuchung wurde aus literaturwissenschaftlichen Texten von V. Mykolaitis-Putinas1 gesammelt. Die Wahl des Autors ergab sich aus dem Wunsch, ein begrenztes Untersuchungsmaterial zu verwenden und Texte aus der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts in den Blick zu nehmen; V. Mykolaitis-Putinas ist einer der bedeutendsten Literaturwissenschaftler dieser Zeit. Da das Material nicht aus Wörterbüchern, sondern aus den Texten eines einzelnen Autors gesammelt wurde, ist es nicht besonders umfangreich. Es wurden 191 zusammengesetzte literaturwissenschaftliche Termini gefunden, in denen ein oder zwei abhängige Bestandteile durch Adjektive mit -inis, -ė ausgedrückt werden. Diese Zahl bezeichnet die Gesamtzahl der Wortverbindungen; die Zahl der Wörter, die als Grund- oder abhängige Bestandteile auftreten, ist geringer, da sich einige Bestandteile in den Termini wiederholen. Ein variierender abhängiger Bestandteil bei gleichbleibendem Grundbestandteil verweist auf spezifische Termini (er spiegelt die Arten des Denotats wider). Z. B.: egozentrische (NLL 41, R VIII 356) // natürliche (R VIII 444) // ideelle (R VIII 344) // individuelle (NLL 41, R VIII 356) // bekenntnishafte (NLL 41) // patriotische (NLL, LE 86, R VIII 325) // pseudoenthusiastische (R VIII 362) Lyrik. Aus diesen Termini lässt sich auch vom Grundbestandteil ein Ableitungswort mit -inis, -ė bilden, das zum abhängigen Bestandteil anderer Termini wird und die spezifischen Begriffe dieser Denotate bezeichnet. Z. B.: lyrische Beschreibung NLL 36, lyrisches Lied LE 113, lyrischer Dialog VD 39, lyrisches Gedicht R VIII 11, lyrischer Held R VIII 310, lyrischer Eindruck LE 213, lyrisches Erleben R VIII 11, lyrischer Auftakt NLL 269, lyrisches Werk R VIII 206, lyrisches Schaffen R VIII 356, lyrische Stimmung VD 43, lyrische
1Die Abkürzungen der Quellen werden am Ende der Arbeit erläutert; arabische Ziffern neben Abkürzungen im Text bezeichnen Seiten, römische Ziffern neben NLL verweisen auf Seiten der Einleitung (so im Original). Es wurde versucht, jeweils einen Beleg (in der Regel den ersten) für die Verwendung eines Terminus im Buch zu erfassen.
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Poesie R VIII 321, lyrische Prosa LE 213. Solche Termini unterscheiden sich von anderen (freien) Wortverbindungen insbesondere dadurch, dass sie die kommunikative Funktion völlig selbstständig erfüllen können; anders gesagt: Das als Terminusbestandteil fungierende Adjektiv ist semantisch stärker festgelegt als ein frei verwendetes Adjektiv.
Hinsichtlich ihrer Struktur sind die vorliegenden Termini mit -inis, -ė in zwei Gruppen einzuteilen: zweigliedrige und dreigliedrige Termini (Termini mit mehr als zwei Attributen der Form -inis, -ė wurden im Untersuchungsmaterial nicht gefunden). Zweigliedrige Termini bilden die Mehrheit: Es gibt 175 davon, gegenüber nur 16 dreigliedrigen (hier werden minimale Termini behandelt, die zwei Adjektive der Form -inis, -ė enthalten; zusammengesetzte Termini mit abhängigen Bestandteilen der Form -inis, -ė sowie anderer Formen werden nicht behandelt, da ihre Struktur anders ist und sie anders untersucht werden müssen).
Die Bildungsweise der Terminusbestandteile mit -inis, -ė ist sehr vielfältig. Ein großer Teil dieser Ableitungen mit dem Suffix -inis, -ė wurde von eingliedrigen Termini abgeleitet. Eingliedrige literaturwissenschaftliche Termini sind meist nichtlitauischen Ursprungs (die vorliegenden Daten zeigen, dass etwa 70% der eingliedrigen literaturwissenschaftlichen Termini von V. Mykolaitis-Putinas nichtlitauischen Ursprungs sind); daher überrascht es nicht, dass bei 150 zweigliedrigen Termini der Stamm des als Attribut fungierenden Wortes mit -inis, -ė nichtlitauisch ist. Diese Grundstämme lassen sich in drei Arten einteilen: nicht abgeleitete, suffixale und präfixale. Leider ist es nicht immer leicht festzustellen, ob ein Stamm suffixal oder nicht suffixal ist. Es lassen sich sogar besondere Wortbildungsweisen erkennen (siehe unten).
Bei einem Teil der nichtlitauischen Attribute mit -inis, -ė ist der Grundstamm eindeutig nicht abgeleitet (genauer gesagt fungiert er im Litauischen als Primärstamm, kann aber in der Herkunftssprache ein Ableitungswort sein). Meist liegt ein Substantiv zugrunde. Z. B.: choreische (: Choreus) Verszeile R VIII 177, daktylische (: Daktylus) Endung NLL 306, dramatisches (: Drama) Werk R VIII 336, episches (: Epos) Lied LE 158, feuilletonistisches (: Feuilleton) Gedicht R VIII 450, ideelle (: Idee) Lyrik R VIII 344, individualistische (: Individuum) Lyrik NLL 41, R VIII 444, jambische (: Jambus) Skandierung R VIII 180, kantatenartige (: Kantate) Form NLL 252, metaphorischer (: Metapher) Stil R VIII 468, patriotische (: Patriot) Lyrik NLL 5, LE 86, R VIII 325, proletarische (: Proletarier) Poesie R VIII 446, satirisches (: Satire) Bild NLL 316, symbolisches (: Symbol) Drama
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R VIII 400, Strophenform NLL 252, tonisches Metrum R VIII 346.
Einige litauische Ableitungen mit den Elementen -inis, -ė beruhen auf einem Adjektiv. Z. B.: abstraktinė (: abstrakti) kūryba VD 40, kryžminis (: kryžmas2) sąskambis R VIII 175.
Ein nichtlitauisches Wort mit -inis, -ė muss im Litauischen auch kein Grundwort haben. So beruht in den Termini silabische Versifikation NLL 173, silabische Metrik R VIII 345 das Glied silabisch auf gr. syllabe (Silbe), doch eine litauisierte Variante dieses Wortes gibt es heute nicht. Daher ist silabinis, -ė als ein durch Suffigierung litauisiertes Wort anzusehen.
Ne visai įprastas yra ir neišvestinį pamatinį kamieną turintis priklausomasis dvižodžių terminų dėmuo dramатinis, -ė. Formaliai sinchroniškai lietuvių kalboje jis laikytinas vediniu iš drama, bet dramat- yra graikų kalbos žodžio kamienas (gr. drama, dramatos). Pvz.: dramatinis konfliktas VD 27, dramatinė literatūra NLL 411, LE 161, dramatinė trilogija LE 200, VD 47. Tai rodo, kad vedinys nėra tiesiogiai padarytas lietuvių kalboje, o yra perimtas iš kitos kalbos. Lietuviškas variantas yra draminis, -ė.
Ypač saviti yra nelietuviško būdvardžio su -inis, -ė formos priklausomieji terminų dėmenys, turintys priesaginį pamatinį kamieną. Šių terminų darybos analizė yra kiek neįprasta, nes ne visada pamatinio kamieno priesaga pereina į vedinį. Pavyzdžiui, visose išsamiose gramatikose yra minima, kad, darant priesagos -inis, -ė būdvardžius iš tarptautinių žodžių su formantais -ij-, -ik-, šie formantai dažniausiai praleidžiami (pvz., DLKG, 210; LKG I, 573). Šis reiškinys yra aktualus terminijoje. Tiriamojoje medžiagoje turima nemažai dvižodžių terminų, kurių priklausomasis dėmuo yra netekęs minėtų formantų. Pavyzdžiui, netekęs formanto -ij-: agitacinė (: agitacija) literatūra LE 124, alegorinis (: alegorija) atvaizdavimas VD 20, biblinė (: biblija) apysaka LE 214, emocinė (: emocija) lyrika R VIII 344, filosofinis (: filosofija) aforizmas NLL 129, istorinė (: istorija) tragedija LE 211, religinė (: religija) giesmė NLL 135, R VIII 252.
2 Als Grundwort kann man auch das Substantiv kryžma ansehen.
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Zahlreiche Glieder weisen auch den ausgelassenen Formanten -ik- auf, zum Beispiel: analytische (← Analytik³) Beschreibung NLL 32, didaktische (← Didaktik) Prosa NLL 46, klassische (← Klassik) Form NLL 252, lyrischer (← Lyrik) Held R VIII 310, rhetorischer (← Rhetorik) Stil R VIII 143, romantische (← Romantik) Poesie NLL5, LE 74, politische (← Politik) Satire NLL 162, LE 213 usw.
Manchmal wird auch ein anderer Formant ausgelassen, zum Beispiel: dekadente (← Dekadentismus) Literatur R VIII 446. Das Glied romantinis, -ė lässt sich formal und semantisch ebenfalls sowohl von romantika als auch von romantizmas ableiten.
Die mit einer solchen Kürzung verbundene Arbeit kann als eigenständige Variante der Wortbildung betrachtet und als Desintegration⁴ bezeichnet werden. V. Urbutis zufolge sollte man dieses Phänomen jedoch am besten nicht als spezifisches Wortbildungsverfahren ansehen, sondern es lediglich den Nebenerscheinungen der Wortbildung zuordnen und nicht von einem Wortbildungstyp, sondern von desintegrierten Grundstämmen sprechen (Urbutis V. 1978, 206).
Bei der Erörterung dieser literaturwissenschaftlichen Termini ist es sinnvoll, auch den Begriff des gebundenen Stamms⁵ zu erwähnen. Offensichtlich wird bei manchen Adjektiven mit -inis, -ė der Grundstamm nicht ohne Suffixe verwendet; daher kann man unter anderem die gebundenen Stämme alegor-, bibl-, emoc-, lyr-, polit-, romant-, traged- anführen. Als Primärstämme fungieren sie im Litauischen nicht selbstständig.
Ein Teil der -inis, -ė-Ableitungen mit suffigiertem Grundstamm ist etwas anders beschaffen: In der Ableitung behalten sie das Suffix des Grundstamms (oder eines von zwei Suffixen) bei. Eine beträchtliche Gruppe bilden -inis, -ė-Ableitungen, die das aus dem Grundstamm übernommene Suffix -ist- enthalten. Zum Beispiel: belletristisches Werk R VIII 49, humoristischer Feuilletontext R VIII 450, publizistische Polemik LE 211, stilistisches Mittel NLL 36. Doch auch sie alle haben einen desintegrierten Grundstamm, dem der Formant -ik- fehlt, vgl.: belletristinis – beletris-
³ Wortbildungsmäßig lässt es sich auch mit analizė verbinden, doch der untypische Wechsel z:t zeigt, dass analitinis unmittelbar aus einer anderen Sprache übernommen und erst später mit dem Wort analizė in Verbindung gebracht wurde.
⁴ Žr. Urbutis V. 1978, 125. V. Urbutis sutinka ir su P. Zvolinskio siūlymu dez integracinės (dez integralinės) derivacijos terminu (ten pat, p. 204–205).
⁵ Als gebundener (oder assoziierter) Stamm wird ein Stamm bezeichnet, der sich vom selbstständigen (freien) dadurch unterscheidet, dass er allein keinen Wortstamm (auch keinen Flexionsstamm) bildet und stets (als Primärstamm) zusammen mit einem Suffix, Präfix oder einem anderen Stamm auftritt (Urbutis V. 1978, 121).
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tik, humoristisch – Humoristik. Die Ableitung von beletristas, humoristas ist hinsichtlich der Wortbildungsbedeutung zweifelhaft.
Die Interpretation einiger Adjektive mit -ist- ist erheblich schwieriger. Z. B.: impresionistinis stilius LE 213, pozityvistinis realizmas NLL 382, realistinis veikalas VD 45, socialistinė poezija R VIII 446. Formal betrachtet haben diese Adjektive einen Grundstamm von Substantiven, die Personenbezeichnungen ausdrücken (impresionistas, pozityvistas), semantisch sind sie jedoch von impresionizmas, pozityvizmas. abzuleiten. Nicht zu vergessen ist, dass auch das gegenseitige Ableitungsverhältnis von Wörtern des Typs impresionizmas – impresionistas nicht völlig klar ist; bisweilen wird eine wechselseitige Motivation angenommen (Urbutis V. 1978, 127). Aus Sicht des Litauischen lässt sich nur schwer erklären, woher in einem Adjektiv mit -inis, -ė das Element -ist- stammt, zumal Adjektive mit dem Suffix -inis, -ė nicht von Substantiven mit ausgeprägter Wortbildungsstruktur (ein Hindernis) gebildet werden, die Personen- und Tätigkeitsbezeichnungen (ein weiteres Hindernis) ausdrücken (Kniūkšta P. 1976, 19–20). Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass diese Adjektive direkt aus anderen Sprachen übernommen wurden (grammatisch durch das Suffix -inis, -ė an das Litauische angepasst) und die Suche nach einem Grundwort lediglich eine formale Angelegenheit ist.
Bei zwei Ableitungen auf -inis, -ė weisen die Grundstämme die Suffixe -acija, -encija auf (solche Suffixe werden unter anderem in DLKG, 99, unterschieden), z. B.: dedikacinis (: dedikacija) eilėraštis R VIII 449, korespondencinis (: korespondencija) stilius NLL 163. In den Ableitungen bleiben die Elemente -ac-, -enc- erhalten. Dies gibt Anlass zu der Überlegung, ob man im Grundstamm nicht zwei Suffixe ansetzen oder -acija, -encija als erweiterte (oder zusammengesetzte) Suffixe auffassen sollte⁶. In diesem Fall müssten wir wohl feststellen, dass in der Ableitung auf -inis, -ė infolge der Desintegration die Hälfte des Suffixes verschwindet. Das würde die Annahme bestätigen, dass -ij- (ebenso -ik-) nicht so sehr als morphologisches, sondern vielmehr als phonetisches Element ausgelassen wird, das schwer artikulierbare Lautverbindungen bildet (Kniūkšta P. 1976, 21).
Kad tiriamosios medžiagos terminuose nelietuviškas priklausomasis dėmuo su -inis, -ė turėtų nedезинтегruotą pamatinį kamieną, yra reta. Tai tik gana dažni dėmenys klasikinis, -ė (: klasika), literatūrinis, -ė (: literatūra), turintys ir priesagas -ūr-, -ik-. Pvz.: klasikinė
6 Apie tokias priesagas yra užsiminęs V. Urbutis (1978, 216–219).
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Literatur R VIII 245, klassische Poesie R VIII 425, literarischer Brief NLL 7, literarische Romantik LE 72, literarische Skizze NLL V, literarische Gattung LE 47.
Gesondert zu erwähnen sind Ableitungen mit den Elementen -inis, -ė, deren Basisstamm ein suffixales Adjektiv ist. In die Ableitung geht das Formans des nichtlitauischen Adjektivs -al-⁷. Z. B.: muzikalinė (: muzika) pjesė NLL 415, originalinė (: originali) literatūra R VIII 403, sentimentalinė (: sentimentali) melodrama LE 30. Heute gelten diese Bildungen als nicht gebräuchlich (KPP, 18–19, 96–97).
Unter den zweigliedrigen literaturwissenschaftlichen Termini von V. Mykolaitis-Putinas mit einem nichtlitauischen Bestimmungselement auf -inis, -ė bildet eine kleine Gruppe die Termini, deren Ableitung auf -inis, -ė8 auf einem nichtlitauischen Wort beruht, das Präfixableitungen (oder Komposita) ähnelt. Z. B.: autoanalitinis eilėraštis R VIII 328, autobiografinis veikalas R VIII 420, egocentrinis eilėraštis R VIII 334, pseudoentuziasinė lyrika R VIII 362, pseudoklasinė poezija NLL 5. Doch auch alle diese Ableitungen auf -inis, -ė haben einen desintegrierten Grundstamm.
Zweigliedrige Termini des Untersuchungsmaterials mit litauischen Bestimmungselementen auf -inis, -ė gibt es nur wenige – gerade einmal 25 Termini mit einem solchen Bestimmungselement (bei nichtlitauischen waren es 150). Die meisten litauischen Ableitungen auf -inis, -ė in den Texten von V. Mykolaitis-Putinas sind von Substantiven gebildet. Die Grundsubstantive sind unterschiedlich. Es überwiegen Suffixbildungen, z. B.: kūrybinis (: kūryba) metodas VD 48, tarybinė (: taryba) literatūra R VIII 374, visuomeninė (: visuomenė) lyrika NLL 292, gamtinė (: gamta) lyrika R VIII 444, išpažintinė (: išpažintis) lyrika NLL 41, R VIII 356, sowie primäre Bildungen, z. B.: skiemeninė (: skiemuo) eilėdara R VIII 176, tautinis (: tauta) epas LE 151. Außerdem sind durch Endungen gebildete Grundsubstantive zu unterscheiden. Z. B.: grožinė (: grožis) literatūra
7 Man könnte von einem zusammengesetzten Suffix -alinis, -ė sprechen, doch in diesen Fällen gehört das Formans -al- eher zum Grundwort. Nur teatrinė dramaturgija LE 222 ist offenbar von teatras und nicht von teatralus ar teatralas abgeleitet.
8Diese Elemente als Präfixableitungen zu betrachten, wäre unlogisch, denn sie werden nur sehr selten von abgeleiteten Adjektiven gebildet; außerdem wird die gewählte Wortbildungsweise auch durch die Wortbildungsbedeutung gestützt.
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R VIII 393, Hauptfigur (: Grundlage) R VIII 202. Die Basis einiger Ableitungen auf -inis, -ė ist ein präfigiertes Substantiv (Weltliteratur (: Welt) NLL III, R VIII 42) oder ein Kompositum (Versbausystem (: Versbau) R VIII 140, Folkloreelement (: Folklore) R VIII 527).
Litauische Ableitungen auf -inis, -ė, die aus anderen Wortarten gebildet sind, sind im untersuchten Material äußerst selten. Es gibt jeweils nur einen Terminus, dessen abhängiges Glied auf einem Partizip Passiv Präteritum, einem Pronomen oder einem Infinitiv beruht: Übersetzungsschriften (: übersetzt) R VIII 164, Universalliteratur (: alle) R VIII 426, Lesedrama (: lesen9) LE 222. Bei den beiden letztgenannten Termini ist jedoch nicht mehr das Suffix -inis, -ė anzusetzen, sondern seine Varianten -uotinis, -ė, -tinis, -ė.
Unter den dreigliedrigen literaturwissenschaftlichen Termini (mit zwei Adjektiven auf -inis, -ė) fanden sich im untersuchten Material nur 16. Als Terminusglieder treten im Wesentlichen dieselben Adjektive wie in den zweigliedrigen Termini auf (viele nichtlitauische, dieselben Wortbildungsprobleme). Am häufigsten (10 Fälle) haben beide Attribute einen nichtlitauischen Grundstamm. Zum Beispiel: agitatorisches revolutionäres Lied NLL 202, dialogisch-dramatische Form LE 112, emotionaler rhetorischer Stil NLL47, epische dramatische Szene NLL 39, historische patriotische Tragödie NLL 415, literarische dramatische Gattung VD 77, metrische klassische Verskunst NLL 173, oppositionelles politisches Gedicht R VIII 432, propagandistische patriotische Literatur NLL 366, tonischer trochäischer Metrus R VIII 177. Viel seltener hat ein Attribut einen litauischen und das andere einen nichtlitauischen Grundstamm (5 Fälle), z. B.: naturhafte-patriotische Allegorie NLL 39, Liebeslyrik erotische Lyrik NLL 212, R VIII 356, nationale patriotische Ideologie NLL 3, tonische silbische Verskunst R VIII 140, gesellschaftliches patriotisches Lied LE 10. Nur in einem Fall sind beide Attribute litauisch: buchmäßige Versmetrik R VIII 369.
Über die Bedeutung der Glieder mit -inis, -ė in V. Mykolaitis-Putinas literaturwissenschaftlichen Termini zu sprechen, ist ziemlich problematisch. Obwohl Adjektive mit
9 Es ist nicht auszuschließen, dass skaitytinė auf einem Partizip beruht (skaitytas), doch der Wortbildungsbedeutung nach scheint der Infinitiv – „zum Lesen bestimmt“ – plausibler.
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-inis, -ė sind in ihrer Bedeutung recht gründlich untersucht worden; meistens werden Adjektive litauischen Ursprungs analysiert, während Adjektive mit nichtlitauischem Grundstamm häufig unerwähnt bleiben und man sich auf ein oder zwei Beispiele beschränkt. Es ist bekannt, dass die Bedeutung von Adjektiven auf -inis, -ė aus dem Grundwort der Ableitung hervorgeht, zugleich aber auch eng mit dem Wort verbunden ist, zu dem das Adjektiv gehört10 (hier wäre dies das Hauptglied des Terminus) (Kniūkšta P. 1976, 56–59). Wenn diese Glieder konkrete Dinge bezeichnen, lässt sich leichter über ihre Bedeutungen sprechen. Die literaturwissenschaftlichen Termini von V. Mykolaitis-Putinas sind jedoch meist nichtlitauischen Ursprungs und bezeichnen abstrakte Begriffe; deshalb ist es schwierig, die Bedeutung der Glieder auf -inis, -ė anhand des Verhältnisses der Ableitung zu ihrem Grundwort und ihrem Bezugswort zu bestimmen; klare semantische Typen sind nicht erkennbar. Bei abstrakten und strikt nicht definierten Begriffen zu operieren, macht auch eine klare Abgrenzung der funktionalen und lexikalischen Bedeutungen schwierig. Dennoch lassen sich im untersuchten Material einige Bedeutungstypen von Gliedern auf -inis, -ė unterscheiden, nämlich:
1. Adjektive, die die Zusammensetzung, Struktur oder das Konstruktionsprinzip des durch das Hauptwort des Terminus bezeichneten Gegenstands angeben – „aus dem gebildet (nach dem Prinzip gebildet), worauf das Grundwort verweist“. (Diese Adjektive kommen der typischen verallgemeinerten stofflichen Bedeutung von Adjektiven auf -inis, -ė etwas nahe.)
Zum Beispiel: trochäisch „aus Trochäen gebildet“ Verszeile R VIII 177, daktylische Kadenz NLL 306, jambischer Vierzeiler NLL 255, paarweise „nach dem Paarprinzip gebildet“ Gleichklang R VIII 175, silbische Metrik R VIII 370, tonische Verskunst R VIII 140.
Auch adjektivische Adjektive können sich diesem Typ annähern – kreuzweise „kreuzförmig, kreuzweise gebildet“ Reim R VIII 12.
Semantisch lassen sich diesem Typ auch die Termini silbische Verskunst NLL 173, R VIII 140, silbische Metrik R VIII 345 zuordnen, obwohl sich über eine Wortbildungsbedeutung nicht sprechen lässt, da das Glied silabinė im Litauischen kein Grundwort hat. Die Zuordnung wäre auf lexikalischer
10 Im Wesentlichen beruhen alle Klassifikationen der Bedeutung von Adjektiven auf -inis, -ė auf diesen Beziehungen. Zum Beispiel: Skardžius P. 1943, 246–253; Valeckienė A. 1957, 257–270; LKG I, 568–571; Gaivenis K. 1975, 70–85; Kniūkšta P. 1976, 59–85; DLKG, 210–215.
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Bedeutung; da wir erkennen, dass silabinis = skiemeninis, greift das Analogieverfahren.
2. Adjektive, die den Zweck des durch das Grundwort des Terminus bezeichneten Sachverhalts angeben – „für das bestimmt, was das Grundwort aussagt“.
Z. B.: agitacinė „der Agitation dienend“ literatūra LE 124, dedikacinis eilėraštis R VIII 498, didaktinis eilėraštis R VIII 133, svobdinė daina R VIII 23.
3. Adjektive, die das Objekt des durch das Grundwort bezeichneten Sachverhalts angeben – „beschreibend, Motive aufgreifend, auf das gerichtet, was das Grundwort aussagt“.
Z. B.: gamtinė „die Natur betreffend“ poezija NLL 31, R VIII 239, istorinė „mit geschichtlichen Motiven“ drama NLL 17, LE 9, politinė satyra NLL 162, LE 213, visuomeninė lyrika NLL 292.
4. Adjektive, die die Zugehörigkeit des durch das Grundwort bezeichneten Sachverhalts angeben – „zu dem gehörend, was das Grundwort aussagt“.
Die typische Ausdrucksform der Zugehörigkeit ist der Genitiv. Mit einem Adjektiv auf -inis, -ė wird ein schwächeres Zugehörigkeitsverhältnis ausgedrückt; manchmal ist dieses Zugehörigkeitsverhältnis nicht sehr eindeutig. In den eindeutigsten Fällen lässt sich das Adjektiv in einen Genitiv umwandeln. Die Bedeutung bleibt, könnte man sagen, unverändert. Zum Beispiel: literatūrinis žanras LE 140 = literatūros žanras.
Im untersuchten Material wird mit einem Adjektiv dieses Typs häufig die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Bereich oder einer Gattung ausgedrückt, z. B.: beletristinis stilius NLL 46 (vgl. beletristikos stilius), biblinis stilius R VIII 535, eilėdarinė sistema R VIII 140, folklorinis elementas R VIII 449, kantatinė forma NLL 252, klasikinė literatūra R VIII 245, korespondencinis stilius NLL 163, kūrybinis metodas VD 48, literatūrinis kūrinys VD 40, pasaulinė literatūra NLL III, R VIII 42, poetinė priemonė R VIII 189, stilistinė priemonė NLL 36, tautosakinis elementas R VIII 527.
In der Literaturwissenschaft wird mit einem Adjektiv auf -inis, -ė recht häufig auch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Strömung oder Richtung angezeigt, z. B.: dekadentinė lyrika LE 216 (vgl. dekadentizmo lyrika), impresionistinis stilius LE 213, realistinis veikalas VD 45, romantinė poezija NLL 5, LE 74, socialistinė poezija R VIII 446, tarybinė literatūra R VIII 374.
Die Zugehörigkeit kann auch mit einer Person oder einem Kollektiv verbunden sein, zum Beispiel tautinis epas LE 151.
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5. Adjektive, die Besitz ausdrücken – „etwas besitzen, das durch das Grundwort bezeichnet wird“.
Z. B.: emocinė „Emotionen besitzende“ lyrika R VIII 344, idėjinė lyrika R VIII 344.
6. Adjektive, die eine Ähnlichkeit mit dem durch das Hauptwort bezeichneten Sachverhalt ausdrücken. In diesem Fall wird Ähnlichkeit nicht nur als Vergleich zweier Entitäten verstanden, sondern auch als Besitz eines Merkmals – „ähnlich, mit dem Merkmal dessen, was durch das Grundwort bezeichnet wird“ (damit nähert man sich der Bedeutungsvariante des Besitzes sehr stark an). Am besten lässt sich diese Bedeutung bei der Wechselwirkung bestimmter Gattungen erkennen.
Z. B.: epinė „mit Merkmalen des Epos, einem Epos ähnlich“ baladė R VIII 558, epinė poezija NLL 32, LE 158, R VIII 335, feljetoninė poema R VIII 450, filosofinis aforizmas NLL 129, filosofinė alegorija VD 96, humoristinis feljetonas R VIII 450, lyrinė proza LE 213, satyrinis feljetonas R VIII 450.
7. Adjektive, die die Bezeichnung des durch das Hauptwort ausgedrückten Sachverhalts angeben – „das sein, was durch das Grundwort bezeichnet wird“. Dies ist eine recht spezifische Bedeutungsart; in diesen Adjektiven liegt im Wesentlichen die Bedeutung des gesamten zusammengesetzten Terminus.
Z. B.: dramatinė kūryba VD 12 (= Drama), lyrinė kūryba R VIII 356 (= Lyrik), poetinė kūryba VD 12 (= Poesie).
8. Zahlreiche Adjektive haben eine spezifische, unklare Bedeutung. Das Verhältnis des Adjektivs zu Haupt- und Grundwort ist unbestimmt und wird lediglich als eine bestimmte Verbindung aufgefasst.
Z. B.: egocentrinė elegija NLL 212, grožinė kūryba R VIII 460, hiperbolinis paralelizmas NLL 397, lyrinė impresija LE 213, literatūrinis laiškas NLL 7, pagrindinis veikėjas R VIII 202, retorinis hiperbolizmas R VIII 143, simbolinė drama R VIII 400.
Selbst in Wörterbüchern (z. B. DŽ₃) wird die Bedeutung dieser Adjektive nicht klar angegeben; es wird lediglich auf den Zusammenhang zwischen Wortbildung und Bedeutung einerseits und dem Grundwort andererseits hingewiesen, z. B.: lyrinis – „mit der Lyrik verbunden“, pagrindinis → pagrindas, simbolinis → simbolis.
Spezifisch sind auch die Fälle, in denen das Hauptglied eines zusammengesetzten Terminus durch ein Verbalnomen ausgedrückt wird, z. B.: analitinis aprašymas NLL 32, alegorinis atvaizdavimas VD 20, alegorinis trak-
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lavimas NLL 27, emotionale Beschreibung NLL 36, epische Erzählung R VIII 558, LE 158, lyrisches Erleben R VIII 11. Das Grundglied dieser Termini kann sowohl als Bezeichnung der Handlung selbst als auch ihres Ergebnisses aufgefasst werden. Da die Bedeutung einer Handlungsbezeichnung spürbar ist, lässt sich die Bedeutung des Adjektivs mit -inis, -ė nur schwer bestimmen. Man kann sagen, dass das Adjektiv eine bestimmte Art der Handlung oder des Prozesses ausdrückt, doch lässt sie sich nicht durch eine Beziehung zum Grundwort beschreiben.
Gesondert zu erwähnen sind denominale Adjektive. Sie haben keine konkreten Wortbildungsbedeutungen und stehen ihrer Bedeutung nach den Grundwörtern nahe (Kniūkšta P. 1976, 87). Lediglich die Bedeutung wird im Vergleich zur Bedeutung des Grundworts leicht modifiziert und stärker terminologisiert (Adjektive mit -inis, -ė können als Merkmal der Terminologie gelten). Zum Beispiel: abstraktes Schaffen VD 40, individuelle Poesie R VIII 27, musikalisches Stück NLL 415, sentimentale Poesie NLL 5.
Es ist festzustellen, dass in den Texten von V. Mykolaitis-Putinas vergleichsweise wenige zweigliedrige literaturwissenschaftliche Termini gefunden wurden, deren abhängiges Glied durch einen Genitiv ausgedrückt wird (42). Weniger als die Hälfte dieser Genitive könnte teilweise mit Adjektiven auf -inis, -ė konkurrieren. Zum Beispiel: Volksdichtung VD 9, Meisterwerk der Lyrik R VIII 424, Literaturströmung VD 8, Propagandawerk VD 42, Folklorepoesie R VIII 22, Kunst des Wortes LE 26, R VIII 20. Die Verwendung dieser Genitive ist jedoch nicht typisch, wie das Verhältnis von Adjektiven auf -inis, -ė zu Genitiven in Termini zeigt: V. Mykolaitis-Putinas verwendet eher Adjektive, mitunter auch in Fällen, in denen ein Genitiv passender wäre. Fälle, in denen ein Adjektiv auf -inis, -ė und ein Genitiv mit demselben Grundwort synonym verwendet würden, wurden nicht gefunden.
Aus heutiger Sicht sind die untersuchten literaturwissenschaftlichen Termini von V. Mykolaitis-Putinas nicht veraltet; fast alle werden auch heute noch verwendet (bei einigen ist die morphologische Form zu ändern). V. Mykolaitis-Putinas war seinerseits wahrscheinlich ebenfalls nicht der Urheber dieser Termini (möglicherweise war er ihr Übersetzer). Nicht umsonst heißt es bisweilen, dass es in der Literaturwissenschaft fast keine veralteten, durch andere ersetzten Theorien gebe; daher funktionieren die Termini weiterhin (ESJL, 357; LES, 439).
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Wie zu sehen ist, ist der größte Teil der Adjektive mit -inis, -ė im untersuchten Material nichtlitauischen Ursprungs und von recht komplexer Wortbildung. Dies belegt, dass dieser Teil der literaturwissenschaftlichen Terminologie meist entlehnt ist. Die Suche nach einem Grundwort für ein nichtlitauisches Adjektiv ist häufig nur eine formale Angelegenheit, da viele Adjektive mit -inis, -ė unmittelbar aus anderen Sprachen gebildet werden können (durch Anfügung eines Suffixes litauisiert), insbesondere wenn ein zusammengesetzter Terminus übersetzt wird. Daher bleibt manchmal nur, einen assoziierten Stamm zu erkennen.
Eingegangen am 01.10.1999
Šaltiniai
LE – Mykolaitis-Putinas V. Literatūros etiudai. Kaunas, 1937.
NLL – Mykolaitis-Putinas V. Naujoji lietuvių literatūra. T. 1. Kaunas, 1936.
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TERMS HAVING COMPONENTS WITH THE SUFFIX -INIS, -Ė IN MYKOLAITIS-PUTINAS TEXTS ON LITERARY SCIENCE
Summary
This article is devoted to terms of literary science, a field of the Lithuanian language which has not been widely analysed from the linguistic point of view. Subordinate term components of adjectives with the suffix -inis, -ė have been discussed in this study. The research material has been collected from the literary texts by Mykolaitis-Putinas. The number of examples presented in the article amounts to 191 compound terms, of which one or two subordinate components are expressed by adjectives with the suffix -inis, -ė (175 of two-word and 16 of three-word terms).
Adjectives with the suffix -inis, -ė have been divided into adjectives of Lithuanian and non-Lithuanian word-building focusing on the issues of their word-building. Non-Lithuanian adjectives having a disintegrated (abbreviated) underlying stem have been analysed most deeply. The hypothesis that they are not formed in the Lithuanian language but are adopted ready-made from other languages (which causes various word formation difficulties) by adding only a Lithuanian suffix has been introduced in the present study.
The article analyses the problems of meaning of literary term components of adjectives with the suffix -inis, -ė; classification of types of meanings is presented herein as well.
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