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Lietuvių fonologijos terminų sandara ir kilmė

Gita Kazlauskaitė

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Gita KAZLAUSKAITĖ Vilniaus pedagoginis universitetas STRUKTUR UND HERKUNFT DER LITAUISCHEN PHONOLOGIETERMINI Der Artikel behandelt die heutigen litauischen phonologischen Termini unter dem Gesichtspunkt ihrer Struktur und Herkunft. Das Untersuchungsmaterial wurde den Arbeiten von A. Girdenis „Fonologija“ (1981) und „Teoriniai fonologijos pagrindai“ (1995) entnommen. Alle behandelten Termini lassen sich in zwei Gruppen einteilen: Einworttermini und Mehrworttermini. Bei den Einworttermini sind einfache Wörter und Ableitungen zu unterscheiden; die Ableitungen können je nach Wortbildungsart Suffigierungen, Endungsableitungen, Präfixableitungen oder Zusammensetzungen sein. Die Behandlung internationaler Termini unter wortbildungsmorphologischem Gesichtspunkt wirft viele Probleme auf, da sich die Struktur des einen oder anderen Terminus nicht immer synchronisch motiviert erklären lässt. Termini dieses Typs gelangen bereits fertig gebildet ins Litauische und sind kein Ergebnis der litauischen Wortbildung. Daher ist ihre Zerlegung und die Abgrenzung von Affixen teilweise formal und bedingt. Manchmal lässt sich nur von morphämischer, nicht aber von wortbildungsmorphologischer Segmentierbarkeit sprechen. Als echte Ableitungen gelten hier jene internationalen Termini, die im Litauischen ein funktionierendes Basiswort haben. Bei der Erörterung internationaler Termini stellt sich außerdem die Frage nach gebundenen und scheinbaren Stämmen. In der Wortbildung bezeichnet man als gebundenen oder unselbständigen Stamm einen Stamm, der „sich von einem selbständigen (freien) dadurch unterscheidet, dass er für sich allein keinen Wortstamm (auch keinen Flexionsstamm) bildet und stets (als primärer Stamm) zusammen mit einem Suffix, Präfix oder einem anderen Stamm auftritt. Ein gebundener Stamm kommt in mindestens zwei Wörtern vor: Er wird anhand ihrer Flexionsstämme deutlich, wobei nicht übereinstimmende Affixe und Bestandteile außer Betracht bleiben“1. Scheinbare Stämme werden in solchen Wörtern angesetzt, in denen „sich zwar ein Affix abtrennen lässt (aufgrund dessen, dass das Segment formal mit einem anderen bekannten Affix übereinstimmt und die Bedeutung des untersuchten Wortes einen Vergleich mit anderen Wörtern zulässt, die ein solches Affix enthalten), die verbleibende Einheit aber sonst nicht als Stamm bekannt ist (weder als selbständiger noch als mit anderen Wortbildungsaffixen verbundener)“ 1 Urbutis V. Žodžių darybos teorija. V.: Mokslas, 1978. P. 121. 51 2. In der litauischen Terminologie sind die meisten litauischen Wortbildungsprodukte Substantive mit Suffixableitung3. Diese Tendenz ist auch bei der Bildung phonologischer Termini zu beobachten. Bei verbalen Ableitungen sind die Suffixe zur Bildung von Verbalabstrakta am produktivsten -imas (Akzentuierung, Palatalisierung, Entstimmung, Zusammenfall) und das internationale Suffix -(i)acija (Artikulation, Aspiration, Dominanz, Defonologisierung, Pharyngalisierung, Phonologisierung, Glottalisierung, Implikation, Intonation, Kommutation, Korrelation, Labialisierung, Monophthongierung, Neutralisierung, Palatalisierung, Rephonemisierung, Transphonologisierung, Velarisierung). Mit anderen Suffixen ist jeweils nur eine Ableitung gebildet worden, z. B.: -ymas (Aussage), -tis (Aussprache), -cija (Reduktion), -muo (Silbe), -ata (Aspirata). Bei nominalen Ableitungen ist das produktivste Suffix zur Bildung von Nominalabstrakta -umas (Stimmhaftigkeit, Stimmlosigkeit, Härte, Weichheit, Stimmhaftigkeitslosigkeit, Unpalatalisiertheit, Nichtkontinuität, Relevanz, Stimmhaftigkeit, Tautosilbizität, Kontinuität, Geräuschhaftigkeit, Einphonemigkeit, Rauheit). Ableitungen mit anderen Suffixen sind selten, z. B.: -atika (Phonematik), -oidas (Diphthongoid), -ikas (Enklitiker, Proklitiker). Neben den eigentlichen wortbildenden Suffixen sind Endungen zu unterscheiden, die keine Wortbildungsfunktion erfüllen. Termini mit diesen Endungen haben gewöhnlich gebundene (1) oder scheinbare (2) Stämme, z. B.: -ija: 1) Exklusion, Prosodie, Position; -cija: 1) Distribution; 2) Extension, Koaleszenz, Koreption; -ema: 1) Expression, Phonem, Prosodem; 2) Cenem, Dialem, Syndem, Soziolem; -ata: 2) Affrikate, Geminate. Endungsableitungen sind in der phonologischen Terminologie äußerst selten. Mit den Endungen -as und -is ist jeweils nur eine oder zwei Ableitungen gebildet: -as (Laut), -is (Akzent, Vokal). Für Präfixableitungen sind internationale Präfixe charakteristischer: meta- (Metaallophon, Metaphonem, Metalaute, Metatonie, Metavariante), archi- (Archiphonem, Archiprosodem, Architonem), ante- (Antepenul- 2 Ebenda. S. 112. 3 Ke inys S. Priesaginė lietuviškų terminų daryba // Lietuvių kalbotyros klausimai. V: Mokslas, 1975. T. XVI. P. 7. 52 tima). Ableitungen mit litauischen Präfixen sind nicht häufig: prie- (Konsonant, Akzent), ne- (kein Vokal, kein Konsonant). Als Zusammensetzungen gelten die phonologischen Termini pusfonemė, dvibalsis, vienabalsis // vienbalsis. In der litauischen phonologischen Terminologie finden sich auch Elemente internationaler Termini, die nicht als selbstständige Wörter auftreten, aber auch nicht als echte Affixe gelten. Häufiger sind präpositionale internationale Elemente, die nicht selten als Bestandteile zusammengesetzter Wörter oder als Präfixoide angesehen werden: bi- (bifonema), fono- (fonotaktika, fonostatistika, fonostilistika), hiper- (hiperfonema), kvazi- (kvazifonema, kvazihomonimas), morfo- (morfosilabema). Einen beträchtlichen Teil der phonologischen Termini bilden internationale Lehntermini: akūtas, apofonija, cirkumfleksas, diftongas, emfaze, finalė, formantė, glaidas, gravis, inicialė, medialė, mora, polifongas, sonantas, tonas. Zweigliedrige zusammengesetzte Termini werden in der Terminologie nach dem Verhältnis zwischen dem Haupt- und dem Nebenbestandteil üblicherweise in drei Gruppen eingeteilt: 1) mit kongruierendem Attribut, 2) mit regiertem Attribut, 3) mit angefügtem Attribut4. Für die Belange der phonologischen Wissenschaft werden nur Termini der ersten und zweiten Gruppe verwendet. Bei Termini des Typs mit kongruierendem Attribut wird das Attribut meist durch ein relationales oder qualitatives Adjektiv ausgedrückt. Relationale Adjektive sind gewöhnlich litauische denominale (1), deadjektivische (2), partizipiale (3), adverbiale (4) oder fremdsprachlichen Ursprungs (5) stammende Adjektive mit dem Suffix -inis: 1) dentale // palatale // labiale // präfrontale Artikulation, labiale // nasale // laterale Affrikate, diphthongischer // labialer // nasaler // vorderer // hinterer Vokal, Grundfrequenz, simultaner Diphthong, Lautsegment, vokalisches // diphthongisches // gruppenbildendes // konsonantisches // halbvokalisches // zusammengesetztes Phonem, gutturaler // obstruenter // lingualer // frikativer // konsonantischer // pharyngealer // silbischer // intermediärer Laut, Vokalgruppe, lautliche Eigenschaft, initiale // konsonantische Verbindung, finaler // initialer // sekundärer Akzent usw.; 4 Gaivenis K. Dvižodžiai sudėtiniai terminai dabartinėje lietuvių kalboje // Lietuvių kalbotyros klausimai. V.: Mokslas, 1975. T. XVI. P. 61. 53 2) steigend-akutisch; 3) kontinuierlicher Zirkumflex, fallender // brechender // ziehender Akzent; 4) inhärente Prosodie; 5) phonetisches Alphabet, faukalische Affrikate, phonologische // spektrale Analyse, akzentologischer Archaismus, phonologisches Argument, alveolare // heterosilbische // retroflexe Artikulation, bémolischer // kreuztoniger // diffuser // kompakter Vokal, kontrastive // oppositionelle Distribution, Korrelationsreihe, phonologisches // prosodisches // suprasegmentales Element, phonologische Evolution, periphere // funktionale // historische Phonetik, autosegmentale // autonome // diachrone // dichotomische // generative // klassische // metrische // prosodische Phonologie, diphthongischer // diffuser // pharyngaler // kompakter // laryngaler // mekelischer // musikalischer // palataler // uvularer // velarer Laut usw. Eine kleine Gruppe von Termini des Typs mit kongruierendem Attribut hat als Attribut ein Adjektiv mit dem Suffix -utinis (1) oder ein zusammengesetztes Adjektiv (2): 1) hoher // tiefer Vokal, letzte Silbe; 2) fallender Zirkumflex, „zweigipfliges“ Phonem, mehrfach geschlagener Laut, zweiphonemige Gruppe, einteiliges Mediale, mehrgliedrige // mehrseitige // zweiseitige Opposition, mehrsilbiges // zweisilbiges // viersilbiges // dreisilbiges Wort. Die kongruierenden Attribute zweigliedriger Termini werden auch durch einfache qualitative Adjektive (1) oder durch attributive Adjektive (2) ausgedrückt: 1) defektive Distribution, instabiles // potenzielles // selbstständiges Phonem, kommutabler Laut, gleichbleibender Akzent, proportionale Opposition, fakultative Realisierung usw. 2) stimmloser Affrikat, stimmlos // weich artikuliert, offener // hoher // langer // kurzer // einfacher // konstanter // schwacher // starker // kurzer // geschlossener // tiefer Vokal, gemischter Diphthong, allgemeine Phonetik, allgemeine Phonologie, schwaches Phonem, stimmhafter // sonorer // harter // deutlicher // resonanter // tiefer Laut, freier Akzent, leeres Feld, fakultative Neutralisierung, potenzielle // virtuelle Pause, Minimalpaar, schwache // starke Position, hoher // stimmhafter // sonorer // stimmloser // harter // weicher // stimmloser // nichtweicher // nichtstimmloser // nichtkontinuierlicher // deutlicher // einfacher // vorsichtiger // stimmhafter // lateraler // kontinuierlicher // plosiver // tiefer // rau- 54 er Konsonant, raue // sanfte Intonation, offener // geschlossener Übergang, lange Silbe, freie Variante, universelle Markiertheit. Häufige kongruierende Attribute, ausgedrückt durch Partizipien des Passivs (1) oder des Aktivs (2): 1) frikative // vibrierende Artikulation, gespannter // variabler // murmelnder // ungespannter // unveränderlicher // unbetonter Vokal, komplementäre Distribution, nicht realisiertes Phonem, pharyngalisierter // gespannter // labialisierter // ungespannter // velarisierter Laut, aspirierter // pharyngalisierter // glottalisierter // labialisierter // nicht aspirierter // unmotivierter // nicht frikativer // palatalisierter // frikativer // plosiver // vibrierender Konsonant, betonte // unbetonte Silbe usw.; 2) kommutierender Laut, steigender // fallender Ton, steigende // fallende Intonation. Die Bezugswörter von Termini des Typs mit regiertem Attribut regieren ein im Genitiv ausgedrücktes Attribut; daher stützt sich die weitere Untergliederung auf die Art des Genitivs. Das Attribut wird somit durch einen beschreibenden (1) oder Zugehörigkeitsgenitiv (2) ausgedrückt: 1) Akzentnachhall, Vokal- // Lautkombination, Phonemdistribution, Kette des Vokalharmonismus, Laut- // Konsonantengruppe, Vokalharmonie, Phoneminventar, Phonem- // Laut- // Konsonantenverbindung, Quantität der Stimme // des Konsonanten, Qualität des Phonems // der Silbe, Lautkomplex, Korrelation von Aspiration // Reihen // Palatalität // Stimmhaftigkeit // Rauheit, Klasse der Vokale // Phoneme // Laute // Konsonanten // Halbvokale // Sonanten, Phonemmatrix, Korrelationsbündel, Neutralisierungsposition, äußerer Übergang, Grenzsignal, System der Vokale // Akzentuierung // Konsonanten, Lautstilistik, Akzenttyp, Akzentstelle, Palatalisierungs- // Aussprachereiz; 2) Silbenakzent, Vertreter des Archiphonems, Allophon des Phonems, Silbenzentrum, Stimmlosigkeit des Konsonanten, Zweiphonemigkeit des Lautes, Phonem-Standard, Funktion des Lautes, Aussprachestärke, Silbenintonation, Lautmerkmal, Härte des Konsonanten, Weichheit des Konsonanten, Phonemnorm, Silbengrundlage, Merkmal des Allophons // der Stimmhaftigkeit // des Lautes // der Intonation // der Korrelation // des Tons, Prinzipien der Phonologie, Silbengrenze, Stimmhaftigkeit des Konsonanten, Systemlücke, Stärke der Stimme // des Lautes // der Aussprache, Surrogat des Phonems, Timbre des Konsonanten, Ausspressedauer, Einphonemigkeit des Diphthongs. 55 Gesondert zu erwähnen sind die Termini mit einem regierten Attribut, deren Bezugswort ein deverbal gebildetes Substantiv ist. Nach ihrer Bedeutung sind Termini zu unterscheiden, die Objektbeziehungen (1) und Subjektbeziehungen (2) ausdrücken: 1) Vokalakkommodation, Vokalassimilation, Aspiration eines Konsonanten, Zurückziehung des Akzents, Identifikation // Identifizierung von Phonemen, Manifestation des Phonems, Lautmodulationen, Nasalierung des Vokals, Nivellierung der Tonakzente, Bestimmung von Phonemen, Realisierung des Phonems // des Akzents; 2) Evolution der Akzentuierung, Verkörperung von Phonemen, Kombination von Phonemen, Wechsel von Vokalen // Konsonanten, Hebung der Vokale, Konsonantenhäufung, Ansammlung von Vokalen // Phonemen, Rückverlagerung der Vokale. Zusammengesetzte dreigliedrige Termini werden in der litauischen phonologischen Terminologie in drei Typen verwendet: 1) an das Bezugswort und das Attribut (den zusammengesetzten Terminus) wird ein weiteres Attribut angeschlossen, 2) das an das Bezugswort angeschlossene Attribut wird durch eine Genitiv-Wortgruppe (einen zusammengesetzten Terminus) ausgedrückt, 3) das Bezugswort hat zwei selbstständige, ihm zugeordnete Attribute. Bei Termini des ersten Typs wird das erste Attribut gewöhnlich durch den Genitiv eines Substantivs ausgedrückt, das zweite durch ein Adjektiv mit dem Suffix -inis, z. B.: regressive Vokalassimilation, erweitertes Silbenzentrum, phonologisches Wortzentrum, anfängliche // innere Konsonantengruppe, zentrales // peripheres Silbenelement, phonologisches Wortelement, positionsbedingte // inhärente Silbenlänge, artikulatorische // inhärente // spektrale Lautmerkmale, heterosilbische Lautverbindung, anfängliche Konsonantenverbindung, synchrone Lautveränderung, syntagmatische Phonem- // Konsonantenklasse, tautosilbischer // heterosilbischer Lautkomplex, nichtphonemische Grenzsignale, Hauptvariante des Phonems u. a. Bei Termini des zweiten Typs steht das Hauptglied der Genitiv-Wortgruppe, die das Attribut bildet, stets im Genitiv eines Substantivs; das abhängige Glied kann im Genitiv eines Adjektivs mit dem Suffix -inis (1), eines Substantivs (2), eines Adjektivs (3) oder eines Partizips Passiv (4) stehen, z. B.: 1) Höhe des Grundtons, Distribution der Vokalphoneme, Akzent auf der vorletzten Silbe, Kriterium der Lautähnlichkeit, Klasse der suprasegmentalen Elemente, Grad der artikulatorischen Merkmale, Manifestation des phonologischen Akzents, Peripherie des phonologischen Systems, 56 Realisierung des phonologischen Elements, Verdichtung von Konsonantenphonemen, Zeichen der phonetischen Transkription; 2) Anlautverbindung der Silbe // des Wortes, Wechsel der Akzentstelle, Mechanismus der Lautveränderung, Intonationskomponente der Phrase, Methodik der Identifizierung // Bestimmung von Phonemen, Realisierung einer Phonemverbindung, Technik der Phonemidentifizierung; 3) Charakteristik der individuellen Stimme, Laut mit stabiler // beweglicher Artikulation, System des freien Akzents; 4) Laut mit veränderlicher Artikulation, Sprache mit festem Akzent, Dehnung betonter Vokale, System mit festem Akzent. Bei dreigliedrigen Termini des dritten Typs ist das erste Attribut gewöhnlich ein Adjektiv mit dem Suffix -inis, -ė, das zweite ein Adjektiv mit dem Suffix -inis, -ė (1), ein Substantiv im Genitiv (2), ein Partizip (3) oder ein Adjektiv (4) im Nominativ, z. B.: 1) phonologisches auditives Experiment, suprasegmentales phonologisches Element, Übergangs-Nasalelement, d positive? 2) posteriore Zungenaffrikate, phonologische Analyse der Sprache, posteriore Zungenartikulation, Lautaspekt der Sprache, nichtvorderer // vorderer // posteriorer Konsonant, phonetische Realisierung der Akzentuierung // des Akzents, phonologisches System der Sprache // des Dialekts, phonologische Struktur der Intonation // des Wortes u. a.; 3) nach vorn verlagerte posteriore Artikulation, nach vorn verlagerter hinterer Vokal, murmelndes // „reduziertes“ Vokalphonem, pränasalisiertes // velarisiertes Konsonantenphonem; 4) reiner Diphthong, langes // kurzes Vokalphonem, hartes // weiches // einfaches Konsonantenphonem, zweigliedrige Explosivgruppe, zweigliedrige Explosivverbindung, dreigliedrige innere Verbindung. Da zusammengesetzte viergliedrige Termini nur einen kleinen Teil aller phonologischen Termini ausmachen, ist auch ihre Ausdrucksweise nicht sehr vielfältig. Am häufigsten ist eine Konstruktion, bei der an das Grundwort eine Gruppe aus zwei Attributen und ein einzelnes Attribut angeschlossen wird: relative Höhe des Grundtons, implosiver Teil der inneren Verbindung, silbischer Anteil des Murmeltons 57 // Äquivalent des reduzierten Stimmtons, phonologisches Kriterium der syntagmatischen Identifikation, planimetrisches Modell des phonologischen Systems, phonetische // „äußere“ Reduktion eines phonologischen Elements, segmentale // silbische Realisierung des reduzierten Stimmtons, lateinisches Zeichen der phonetischen Transkription. Hinsichtlich ihrer Herkunft können Termini litauisch sein, d. h. Termini, die mit den inneren Mitteln der eigenen Sprache gebildet wurden, aus anderen Sprachen entlehnt, sogenannte internationale Termini, sowie gemischte Termini – Hybride. Den größten Teil der einwortigen phonologischen Termini bilden internationale Termini – 70,8%, z. B.: Artikulation, Aspiration, Aspirata, Biphonem, Defonologisierung, Diphthong, Exklusion, Expresem, Emphase, Phonotaktik, Geminata, Hyperphonem, Intonation, Kommutation, Labialisierung, Metatonie, Prosoidem, Rephonemisierung, Synharmonismus, Sonant, Ton, Velarisierung usw. Die übrigen einwortigen phonologischen Termini verteilen sich wie folgt: litauische – 24,5%, z. B.: Vokal, Sonorität, Stimmlosigkeit, Diphthong, Laut, Härte, Akzentuierung, Akzent, Palatalisierung, Weichheit, Nichtsonorität, stimmloser Laut, Unweichheit, Nichtkonsonant, Äußerung, Konsonant, Intonationsakzent, Stimmhaftigkeit, Silbe, Entstimmung, Verschmelzung, Aussprache, Kontinuität, Explosivität, Monophthong // Einzellaut; hybride – 4,7%, z. B.: Metaton, Halbphonem, Relevanz, Tautosilabizität, Einphonemigkeit. Tabelle 1. Einwortige phonologische Termini nach ihrer Herkunft. Termintyp | Anzahl (St.) | Prozent (%) 1. Internationale Termini | 75 | 70,8 2. Litauische Termini | 26 | 24,5 3. Hybride Termini | 5 | 4,7 Insgesamt | 106 | 100 Zusammengesetzte Termini werden nach dem Vorbild von Wortverbindungen der eigenen Sprache gebildet, ihre Bestandteile können jedoch unterschiedlicher Herkunft sein. In der Phonologie werden vor allem solche zweigliedrigen zusammengesetzten Termini verwendet, die aus zwei litauischen Bestandteilen bestehen – 32,6%, z. B.: diphthongischer // finaler // labialer // nasaler // vorderer // hinterer Vokal, gemischter Diphthong, Stimmlosigkeit des Konsonanten 58 keit, kehlig // hindernd // palatal // frikativ // konsonantischer Laut, Lautmerkmal, Lautverbindung, nichtfinale Betonung, nichtfinaler Akzent, hoher // sonorer // dumpfer // stimmloser // harter // weicher // stimmhafter // nichtweicher // nichtschmerzhafter // nichtkontinuierlicher // markanter Konsonant, steigender // fallender // rauer // sanfter Intonationsakzent, lange // betonte Silbe, mehrsilbiges // zweisilbiges // viersilbiges Wort. Am seltensten sind solche zusammengesetzten zweigliedrigen Termini, deren beide Bestandteile international sind – 4,6%, z. B.: Allophon eines Phonems, defekte // Distribution eines Phonems, Phonemreferenz, potenzielles Phonem, Phonemgruppe, Phonemidentifikation, Klasse der Phoneme // Sonanten, Phonemkombination, Aspirationskorrelation, Manifestation eines Phonems, Phonemmatrix, individuelle Modifikationen, Phonemnorm, Neutralisierungsposition, Realisierung eines Phonems, Textsegmentierung, Phonemsurrogat, Substitutionstest. Die übrigen Typen zweigliedriger Termini verteilen sich annähernd gleichmäßig: ein litauischer und ein internationaler Bestandteil – 22,3%, z. B.: spirantische // vibrative Artikulation, komplementäre Distribution, Vokal- // Diphthong- // Konsonanten- // Halbvokalphonem, Vokalharmonie, Laut- // Lautkomplex, Reihen- // Weichheits- // Rauigkeitskorrelation, Klasse der Vokale // Laute // Konsonanten // Halbvokale, Distributionstabelle, Korrelationsbündel, Merkmal der Allophon- // Intonations- // Korrelations- // Tonhöhe, Akzentrealisierung, Phonemanhäufung; ein hybrider und ein litauischer Bestandteil – 21,4%, z. B.: phonetisches Alphabet, b-Vokal // kreuz-Vokal // diffuser Vokal // pharyngealer // kompakter // laryngaler // palataler Laut, dynamischer // phonologischer // monotonischer // musikalischer // tonischer Akzent, abruptiver // zerebraler // glottaler // intervokalischer // kakuminaler // kompakter // palataler // retroflexer Konsonant, hyperdaktylisches // orthotonisches Wort; ein hybrider und ein internationaler Bestandteil – 19,1%, z. B.: phonologische // spektrale Analyse, phonologisches // paralinguistisches // prosodisches // segmentales // simultanes Element, autonome // diachrone // dichotomische // klassische // metrische // prosodische Phonologie, assimilatorische // fakultative // kontextuelle // strukturelle Neutralisierung, phonologische Opposition, akustisches Signal, phonologisches // phonotaktisches System, implosiver Sonant, phonetische // phonologische Transkription, fakultative // kompositionelle // positionelle Variante. 59 Tabelle 2. Zweigliedrige phonologische Termini nach ihrer Herkunft. Termintyp Anzahl (Stück) Prozent (%) 1. Zwei litauische Bestandteile 169 32,6 2. Ein litauischer und ein internationaler Bestandteil 116 22,3 3. Ein hybrider und ein litauischer Bestandteil 111 21,4 4. Ein hybrider und ein internationaler Bestandteil 99 19,1 5. Zwei internationale Bestandteile 24 4,6 Insgesamt 519 100 Die Kombinationen der Bestandteile zusammengesetzter dreigliedriger Termini sind hinsichtlich ihrer Herkunft sehr vielfältig. Diese Termini können aus litauischen und internationalen Bestandteilen bestehen – 30,1%, z. B.: postalveolare Affrikate, postalveolare Artikulation, erweiterter Silbenkern, Laut mit konstanten // gleitenden Artikulationen, artikulierter Lautkomplex, Mechanismus des Lautwandels, System des freien Akzents; ein hybrider, ein internationaler und ein litauischer Bestandteil – 25,6%, z. B.: regressive Vokalassimilation, phonetisches Wortzentrum, zentrales Silbenelement, heterosilbischer // tautosilbischer Lautkomplex, syntagmatische Beziehungen der Phoneme, syntagmatische Eigenschaften der Phoneme, phonologische Wortstruktur, Zeichen der phonetischen Transkription; hybride und litauische Bestandteile – 15,8%, z. B.: positionelle Silbenlänge, artikulatorische // inhärente // spektrale Lauteigenschaften, heterosilbische Lautverbindung, synchrone Lautvariation, Grad der artikulatorischen Eigenschaften, relevantes phonologisches Merkmal, Voraussetzung phonologischer Untersuchungen, qualitatives phonetisches Phänomen; drei litauische Bestandteile – 14,3%, z. B.: vordere gerundete Hinterzungenvokal, reiner zusammengesetzter Diphthong, velarer Nasallaut, natürliche Silbenlänge, initiale Konsonantenverbindung, Silbenanlautverbindungen, vorletzter Silbenakzent, Nebenakzent: sekundärer // tertiärer Akzent, nichtvorderer // vorderer // hinterer Zungenkonsonant, äußere // wortinterne offene Fuge; hybride und internationale Bestandteile – 13,5%, z. B.: phonologisches auditives Experiment, klassische synchrone Phonologie, paradigmatische // syntagmatische Phonemidentifi- 60 kation, syntagmatische Phonemklasse, Klasse suprasegmentaler Elemente, Klassifikation phonologischer Elemente, syntagmatische Klassifikation von Phonemen, Methodik der Phonemidentifizierung, Peripherie des phonologischen Systems, Realisierung eines phonologischen Elements, phonologische Struktur der Intonation; drei internationale Bestandteile – 0,7%, z. B.: Intonationskomponente der Phrase. Tabelle 3. Dreigliedrige phonologische Termini nach ihrer Herkunft. Termintyp Anzahl (St.) Prozent (%) 1. Litauische und internationale Bestandteile 40 30,1 2. Ein hybrider, ein internationaler und ein litauischer Bestandteil 34 25,6 3. Hybride und litauische Bestandteile 21 15,8 4. Drei litauische Bestandteile 19 14,3 5. Hybride und internationale Bestandteile 18 13,5 6. Drei internationale Bestandteile 1 0,7 Insgesamt 133 100 Zusammengesetzte viergliedrige Termini werden in der Phonologie nur spärlich verwendet. Termini, die aus litauischen, hybriden und internationalen Bestandteilen bestehen, machen 37,5% aus, z. B.: silbisches Äquivalent des reduzierten Vokals, Grundlage der Klassifikation phonologischer Elemente, segmentale // silbische Realisierung eines reduzierten Vokals, lateinisches Zeichen der phonetischen Transkription; litauische und hybride Bestandteile – 25%, z. B.: relative Höhe des Grundtons, implosiver Teil einer Binnenverbindung, einsilbiger explosiver Silbenteil, simultanes Timbremerkmal von Konsonanten; hybride und internationale Bestandteile – 18,75%, z. B.: phonologisches Kriterium der syntagmatischen Identifikation, planimetrisches Modell des phonologischen Systems, phonetische Reduktion eines phonologischen Elements; litauische und internationale Bestandteile – 18,75%, z. B.: silbisches Äquivalent eines murmelnden Vokals, Phonem vor Vokal mit eingeschränkter Distribution, Sprache mit offener Silbenstruktur. 61 Tabelle 4. Viergliedrige phonologische Termini nach ihrer Herkunft. Termintyp Anzahl (St.) Prozent (%) 1. Litauische, hybride und internationale Bestandteile 6 37,5 2. Litauische und hybride Bestandteile 4 25 3. Hybride und internationale Bestandteile 3 18,75 4. Litauische und internationale Bestandteile 3 18,75 Insgesamt 16 100 Somit handelt es sich bei der Mehrheit der in der litauischen Phonologie verwendeten einwortigen Terminusbildungen um Substantive, die durch Suffigierung gebildet wurden. Ableitungen mit anderen Wortbildungsverfahren sind vergleichsweise selten. Den größten Teil der mehrgliedrigen Termini bilden zweigliedrige Termini (mit kongruierendem oder regierendem Attribut). Hinsichtlich ihrer Herkunft überwiegen in der Gruppe der einwortigen Termini die internationalen Termini, bei den zweigliedrigen Termini diejenigen, deren beide Bestandteile litauisch sind, und bei den dreigliedrigen Termini diejenigen, die aus litauischen und internationalen Bestandteilen bestehen. Diese Daten sind natürlich nicht absolut (dafür wäre eine größere Anzahl von Arbeiten zur Phonologie unter terminologischem Gesichtspunkt zu analysieren), doch lassen sich Tendenzen erkennen. Eingegangen am 29.09.1999 TERMINI DER LITAUISCHEN PHONOLOGIE: STRUKTUR UND HERKUNFT Zusammenfassung Dieser Beitrag analysiert moderne Termini der litauischen Phonologie hinsichtlich ihrer Struktur und Herkunft. Alle Termini werden in zwei Strukturtypen eingeteilt: einwortige und zusammengesetzte Termini. Einwortige Termini der litauischen Phonologie sind ihrer Herkunft nach 1) litauisch, d. h. mit sprachinternen Mitteln des Litauischen gebildet, 2) aus anderen Sprachen übernommen, die sogenannten internationalen Termini, und 3) Mischformen – hybride Termini. Die Herkunftsstruktur der zusammengesetzten Termini ist vielfältig. 62