Sinonimai latvių kalbos terminų žodynuose
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IŠ UŽSIENIO TERMINOLOGIJOS
Regina KVAŠYTĖ
Institut für lettische Sprache, Riga
SYNONYME IN LETTISCHEN TERMINOLOGIEWÖRTERBÜCHERN
Die in der Terminologietheorie verschiedener Sprachen erhobene Forderung, dass Termini eindeutig sein und keine Synonyme haben sollen, lässt sich in der terminologischen Praxis nur schwer verwirklichen. Dies gilt für viele Sprachen. In der Anfangsphase der Herausbildung der Fachterminologie ist Synonymie ein unvermeidliches Phänomen, denn nicht nur die Termini, sondern auch die Begriffe selbst und ihr Umfang sind noch nicht hinreichend klar. Das Vorhandensein (Entstehen) synonymischer Termini wird meist durch zahlreiche Faktoren bestimmt: „a) der Wunsch, einen Begriff wesentlich rationaler als bisher zu benennen; b) die Bildung eines neuen Terminus ohne Rücksicht auf bereits bestehende Bezeichnungen; c) das Vorschlagen eigener Termini durch verschiedene terminologische Schulen oder Richtungen; d) Folgen sprachlicher Interferenz usw.“1 Synonyme entstehen sowohl aus objektiven (mögliche Sprachmodelle, Veränderungen von Begriffen) als auch aus subjektiven Gründen (Persönlichkeit des Terminologen, sein Sprachgefühl, die Auffassung eines kleineren oder größeren Fachleutekreises usw.). Häufig ist die Wahl des einen oder anderen Synonyms allein durch die Übereinkunft einer bestimmten Gruppe, d. h. durch eine konventionelle Norm, bedingt. Auch in der lettischen Terminologie lassen sich Synonyme nicht vermeiden; sie finden sich in Fachtexten und Wörterbüchern verschiedener Bereiche. Anhand der Terminologiewörterbücher zu den mit Wirtschaft, Finanzen und Unternehmertum verbundenen Bereichen (alle Termini dieser verwandten Bereiche werden hier bedingt als Sachtermini bezeichnet) werden die Wiedergabe von Synonymen und ihre Veränderungen in den zu unterschiedlichen Zeiten erschienenen lettischen Terminologiewörterbüchern seit Beginn der Herausgabe normativer Terminologiesammlungen untersucht.
1 Kaulakienė A. Fizikos ir technikos terminų sinonimijos vertinimas // Lietuvių kalbotyros klausimai: Kalbos normalizacijos klausimai. Vilnius, 1991. T. 31. P. 53.
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Das erste auf wissenschaftlicher Grundlage erarbeitete Wörterbuch der lettischen wissenschaftlichen Terminologie2 erschien 1922. Mit der Gründung der Republik Lettland im Jahr 1918 wurde es notwendig, die nationale Wissenschaft und Kultur zu entwickeln; daher wurde 1919 auf Initiative des Bildungsministeriums eine Terminologiekommission gegründet, deren Aufgabe es war, eine einheitliche Terminologie zu schaffen. An der Arbeit der Kommission beteiligten sich auch die bedeutenden lettischen Sprachwissenschaftler Janis Endzelynas (Jānis Endzelīns), Pēteris Šmitas (Pēteris Šmits), Ernestas Blesė (Ernests Blese) und Jėkabas Dravniekas (Jēkabs Dravnieks). Das Wörterbuch fasst die Ergebnisse der Arbeit dieser Kommission zusammen: Es enthält lettische Termini und ihre russischen und deutschen Entsprechungen aus 19 Bereichen: Sprachwissenschaft; Philosophie; Musik; Malerei, Bildhauerei und Bauwesen; Naturwissenschaften; Forstwirtschaft; Chemie und chemische Technologie; Mathematik; Geometrie und Zeichnen; Physik; Mechanik; Maschinen und Metallverarbeitung; Bauwesen; Elektrizität und Elektrotechnik; Militärwissenschaften; Seefahrt; Buchindustrie sowie die dem Untersuchungsgegenstand entsprechenden Termini aus Volkswirtschaft, Finanzwesen und Recht. Im April 1921 wurde die Tätigkeit der Terminologiekommission wegen fehlender Haushaltsmittel eingestellt. Viele Arbeiten blieben unvollendet, doch wurde auch beträchtliche Arbeit geleistet. Die Abschnitte zu Finanz- und Wirtschaftswesen sowie Recht gelten als die am besten ausgearbeiteten; ihr Umfang ist ebenfalls beachtlich (31 Seiten von insgesamt 162 Wörterbuchseiten – insgesamt 1346 Termini).3 Da die damalige Terminologiekommission dem Bildungsministerium unterstand, spiegelte sich die terminologische Arbeit jener Zeit in der vom Bildungsministerium herausgegebenen Monatszeitschrift4 wider. Dort wurden verschiedene Vorschläge, darunter zahlreiche synonymische Termini aus bestimmten Fachgebieten, zur allgemeinen Diskussion veröffentlicht und Rückmeldungen erbeten.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erschienen mehrere lettische Terminologiewörterbücher, und in allen finden sich verschiedene synonymische Termini – ein Teil davon ist bis heute als Synonyme erhalten geblieben, andere sind im Laufe der Zeit verschwunden oder haben Bedeutungsunterschiede entwickelt. Si
2 Zinātniskās terminoloģijas vārdnīca. Rīgā, 1922 (toliau tekste ZTV).
3 Blinkena A. 1922 gada „Zinātniskās terminoloģijas vārdnīca“ mūsdienu skatījumā // Nacionālā terminoloģija: vēsture, tagadne un perspektīvas: Referātu tēzes. Rīgā, 1996. Lpp. 37.
4 Izglītības Ministrijas Mēnešraksts (toliau tekste IMM).
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Synonyme spiegeln die Entwicklung der Terminologie jedes Wissenschaftsgebiets wider, doch erst der praktische Gebrauch von Termini hilft, den geeignetsten auszuwählen. „Synonymie in der terminologischen Praxis zeigt, dass das Terminsystem (meist auch das Begriffssystem) des betreffenden Fachgebiets noch nicht gefestigt ist, sondern sich noch im Aufbau befindet und der Terminologisierungsprozess andauert. Für wissenschaftlich fundierte Terminsysteme ist Synonymie untypisch, da man bereits bei ihrer Ausarbeitung bemüht ist, sie so weit wie möglich zu vermeiden“5. Dieser Prozess spiegelt sich auch in terminografischen Quellen wider, wenn in Wörterbüchern derselben Fachgebiete, die zu verschiedenen Zeiten erschienen sind, unterschiedliche Bezeichnungen und Definitionen für denselben Begriff anzutreffen sind. Dahinter stehen Bemühungen, möglichst rationale und zweckmäßige Bezeichnungen für neue oder veränderte Begriffe zu finden. Häufig setzt sich aus mehreren Synonymen oder Varianten ein normierter Terminus durch und etabliert sich. Dies gilt auch für den Entstehungsprozess standardisierter Terminologie.
Die Fachterminologie hebt sich in dieser Hinsicht besonders hervor, denn gerade in ihren Anwendungsbereichen hat es in verschiedenen Zeitabschnitten zahlreiche Veränderungen gegeben (und gibt es auch in jüngster Zeit weiterhin), weshalb wesentlich mehr Synonyme verwendet werden. Da viele neue Erscheinungen und ihre Bezeichnungen aus dem Ausland kommen, begegnen Terminologen immer häufiger Fällen von Synonymie zwischen Termini der eigenen Sprache und internationalen Termini oder absoluter Synonymie. Dies ist wohl die verbreitetste Form der Synonymie in der Terminologie; die Art und Weise, wie solche Synonyme in verschiedenen Wörterbüchern aufgeführt werden, ist jedoch unterschiedlich. Am häufigsten wird zuerst der fremdsprachige Terminus genannt und daneben, durch ein Komma abgetrennt, sein lettisches Synonym /in jüngerer Zeit gilt in Terminologiewörterbüchern der allgemeine Grundsatz, dass der gebräuchlichere Terminus an erster Stelle steht, unabhängig von seiner Herkunft; es ist jedoch schwer zu sagen, ob dieser Grundsatz auch bei der Erstellung früherer Terminologiewörterbücher galt/: protests, iebildums „Einwand“6 (IMM 1920, IX);7 reklamacija, iebildums „Einwand“ (IMM 1921, IV; ZTV 30); kompensacija, atlīdzināšana „Ausgleich“ (IMM 1921, IX); referents,
5 Skujiņa V. Latviešu terminoloģijas izstrādes principi. Rīgā, 1993. Lpp. 49. 6 Latviško termino vertimas į lietuvių kalbą apytikris, tai gali nebūti terminas. 7 Skliausteliuose po atitinkamos santrumpos minimi metai bei leidinio numeris (romėniškais skaitmenimis) arba puslapis (arabiškais skaitmenimis).
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priekšačelējs „pristatytojas“ (IMM 1920, II) /plg. latviškas sinonimas – žodžių junginys priekšā cēlējs (ZTV 4)/; paritate, vienvērte „vienavertiškumas“ (IMM 1920, XI; ZTV 22) /tiek tarptautinis, tiek latviškas gimininis terminas įeina ir į rūšinio termino sudėtį – naudas paritate, naudas vienvērte „pinigų vienavertiškumas“ (ZTV 16)/; maklers, starpnieks „tarpininkas“ (VLT 22)8 /vok. Makler/; cirkulārs, apkārtraksts „aplinkraštis“ (VLT 34); akreditīvs, pilnvara „įgaliojimas“ (VLT); konfiskacija, atjemšana „atėmimas“ (VLT); rabats, atlaids „nuolaida“ (IMM 1920, XI; ZTV 31); memorands, ielāde „atmintinė“ (ZTV 16). Būtina taip pat paminėti, jog terminų žodynuose atsispindi ir savo laiko rašybos normos – dabar remiantis dabartinės latvių kalbos normomis kai kurie tarptautiniai (o kartais ir latviški) terminai rašomi kitaip. Ypač dažnai keitėsi tarptautinių žodžių rašybos reikalavimai latvių kalba.9
Es finden sich auch umgekehrt angeordnete Termini: Zuerst wird der lettische Terminus genannt, danach sein synonymischer internationaler Terminus: izredze „Perspektive“, vakance (VLT 31); lietpratis „Experte, Sachkundiger“, eksperts (ZTV 6) (vgl. eksperts, lietpratējs VLT); pārvede „Übertragung“, indosaments (VLT) /im zuvor erschienenen Wörterbuch fehlte der internationale Terminus – vgl. pārvedu uzraksts, pārvede „Übertragungsvermerk, Übertragung“ (ZTV 22)/; pirmteksts, oriģināls „Urtext“ (ZTV 5) /russ. podlinnik/; piemaksa „Zuschlag“, adžio (VLT) usw.
Eine solche absolute Synonymie zwischen internationalen und lettischen Termini ist begründet. Häufig möchte man sie jedoch vermeiden: „Die allgemeine Tendenz, absolute Synonyme zu vermeiden, zeigt sich, wenn auch eingeschränkt …, auf zweierlei Weise: 1) durch semantische Differenzierung solcher Paare; 2) durch die vollständige Verdrängung des Lehnworts aus dem Sprachsystem.“10 Es können für die Terminologie unerwünschte Erscheinungen auftreten, zum Beispiel die Nichtäquivalenz des einheimischen und des internationalen Terminus …
8 Dravnieks E. Vācu–latviešu tirdznieciskā terminoloģija. Rīgā, 1935. Lpp. 35 (toliau tekste VLT).
9 Unterstrichen sind Buchstaben, die nicht der heutigen lettischen Rechtschreibung entsprechen – heute sind dies meist Langvokale.
10 Klimavičius J. Synonymie internationaler und litauischer Termini in der Terminografie // Lietuvių kalbotyros klausimai: Lietuvių terminologija. Vilnius, 1975. Bd. 16. S. 92.
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…ivalenz. Häufig werden in Wörterbüchern unterschiedliche lettische Termini aufgeführt, die einem internationalen Terminus synonym sind, oder ein lettischer Terminus hat verschiedene internationale Synonyme; Beispiele dafür sind die bereits genannten reklamacija, iebildums und protests, iebildums. Ähnliche Verhältnisse zeigen sich auch in anderen Fällen: galvojums „Bürgschaft“, garantija (VLT) /dt. Garantie/ und drošības nauda „Kaution“, galvojums (VLT) /dt. Kaution/. In einigen Terminologiewörterbüchern sind auch der Form nach unterschiedliche lettische Entsprechungen des internationalen Terminus kalkulācija verzeichnet: ein einwortiger Terminus, die präfigierte Ableitung aplēsums „Berechnung“ /im ZTV lautet der internationale Terminus kalkulācija (16) – vgl. dt. Kalkulation, Berechnung/ sowie ein zweiteiliger spezifischer Terminus, der eine Ableitung mit Endung enthält: aplēse: kalkulācija, iepriekšēja aplēse „Vorberechnung“ (VLT). Einst wandte sich J. Endzelīns gegen das nichtlettische Lehnwort aus dem Deutschen rēķins und schlug vor, stattdessen gerade den alten Baltismus lēse11 zu verwenden. Dies schlug sich auch in den Terminologiewörterbüchern nieder – lēse (rēķins) (IMM 1920, IX; ZTV 34); in der heutigen Sprache setzte sich jedoch rēķins mit seinen Ableitungen durch, obwohl lēse gelegentlich auch in einigen amtlichen Texten, etwa Gesetzestexten, verwendet wird – Kapitelüberschrift „Nodokļa aplēse un maksāšanas kārtība“ „Steuerberechnung und Zahlungsverfahren“12.
Die Beziehungen zwischen den Elementen eines Synonympaars können sich verändern – einige verschwinden, andere erhalten eine differenzierte Bedeutung oder werden determinologisiert. Besonders deutlich zeigt sich dies bei der Untersuchung der Veränderungen der Termini imports und eksports. Beide hatten von Anfang an lettische Entsprechungen: ievedums „Einfuhr“ und izvedums „Ausfuhr“, die in Wörterbüchern sowohl als spezifische Termini als auch als Bestandteile zusammengesetzter Gattungsbezeichnungen oder als Glieder von Komposita aufgeführt werden: izvedtirdzniecība „Ausfuhrhandel“, eksports (VLT) /dt. Ausfuhrhandel/; ievedtirdzniecība „Einfuhrhandel“, importtirdzniecība (VLT 17) /dt. Importhandel/. Im Wörterbuch sind außerdem Bezeichnungen für Personen verzeichnet: eksportiers, izvedējs „Ausführer“ (VLT 13) /dt. Exporteur/; importiers, ievedējs „Einführer“ (VLT 17) /dt. Importeur/. Später jedoch
Valodas prakses jautājumi / red. J. Endzelīns. Sakārt. P. Ozoliņš. Rīgā, 1935.
Par uzņēmuma ienākumu nodokli // Diena. – 1995, kovo 8.
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In Wörterbüchern erscheinen diese lettischen Entsprechungen bereits nur noch als Erläuterungen in Klammern – vgl. eksports (arī izvedums) (ETV 72)13; eksports (izvedums) (ETSV 77)14; imports (ievedums) (ETSV 90) /Im Wörterbuch von 1975 fehlt der Terminus imports – es gibt nur zwei Termini mit dem Bestandteil import-: importmuita „Einfuhrzoll“ und importprece „Importware“ (ETV 95)/. In jüngerer Zeit sind die Bestandteile ieved- und izved- nur noch in den zusammengesetzten Termini ievedmuita „Einfuhrzoll“ (ELDO 237) und izvedmuita „Ausfuhrzoll“ (ELDO 237) sowie in zusammengesetzten Termini erhalten, in denen sie die Funktion von Attributen übernehmen. Wie die lettische Lexikologin A. Laua feststellt, haben internationale Wörter bisweilen terminologische Bedeutung, während ihre lettischen Entsprechungen keine Termini sind, und sie verweist genau auf diese Termini.15
Neben einem einwortigen internationalen Terminus wird in Terminologiewörterbüchern häufig auch ein zusammengesetzter Terminus angeführt, der sowohl einen lettischen als auch einen internationalen Bestandteil enthält: testators, testamenta taisītājs „Testamentverfasser“ (IMM 1920, II); trasants, vekseļa devējs „Wechselgeber“ (IMM 1920, XI; ZTV 35); trasats, vekseļa maksātājs „Wechselzahler“ (IMM 1920, XI); skonts, konta atlaids „Kontorabatt“ (IMM 1920, XI) /darin spiegelt sich auch ein grammatischer Wandel wider – in der heutigen Sprache wird anstelle des Terminus atlaids (siehe auch rabats, atlaids) die feminine Form atlaide/ verwendet; kurtāža, maklera atlīdzība „Maklervergütung“ (ZTV 15) /zuvor war die lettische Entsprechung im Wörterbuch in Klammern angegeben – kurtāža (māklera atlīdzība) (IMM 1920, XI)/; obligācija, ķīlu zīme „Pfandbrief“ (IMM 1920, IX); adopcija, pieņemšana bērna vietā „Annahme an Kindes statt“ (IMM 1921, IV) /es wird empfohlen, den einwortigen internationalen Terminus durch ein dreigliedriges lettisches Synonym zu ersetzen (in einem späteren Wörterbuch erscheinen internationale Termini doppelt: adopcija (ZTV 6) und adoptēšana (sulatyvinta forma su priesaga -šana), pieņemšana bērna vietā (ZTV 7)/; averss, monētas priekšpuse „Vorderseite der Münze“
13 Ekonomikas terminu vārdnīca. (Sēr. Terminoloģija. Nr. 11.). Rīgā, 1975 (im Folgenden ETV).
14 Ekonomikas terminu skaidrojošā vārdnīca (red. prof. A. Moisejeva). Rīgā, 1981 (im Folgenden ETSV).
15 Laua A. Latviešu leksikoloģija. Rīgā, 1980. Lpp. 200.
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(ZTV 7); revers, monētas mugurpusē „Rückseite der Münze“ (ZTV 30) – beim internationalen Terminus könnte ein Druckfehler vorliegen – in der heutigen Sprache lautet die Form reverss /später reverss (monētas mugurpusē) (JTV 142)16 /. Außerdem muss erwähnt werden, dass Synonyme helfen, mehrere Bedeutungen dieses internationalen Terminus wiederzugeben, die mit lat. reversus „rückwärts gerichtet, zurückgegeben“17 verbunden sind und im Wörterbuch der heutigen lettischen Sprache erfasst werden – insgesamt werden fünf genannt – „2. Im Handelsrecht eine Verpflichtung, ein Versprechen, das unterzeichnet wird, wenn jemand etwas verpfändet. 3. Eine Garantieurkunde, die der Absender einer Ladung dem Schiffskapitän ausstellt“ (LLVV 634)18 – vgl. garantijas vēstule „Garantieschreiben“, reverss (TSV 4, 497).19 Im Wörterbuch der Sachtermini der heutigen lettischen Sprache ist der internationale Terminus nur in einer Bedeutung verzeichnet; die lettische Wortverbindung steht in Klammern als Erläuterung (anders als im Wörterbuch gesetzte Schriftart: kursiv) – reverss (monetas mugurpusē) (ELDO 353).
Synonymie findet sich sowohl zwischen einwortigen Termini als auch zwischen Bestandteilen zusammengesetzter Termini. In diesem Fall kann jeder Bestandteil eines zusammengesetzten Terminus Synonyme haben – sowohl der Oberbegriff als auch das Attribut eines Unterbegriffs – meist ein Substantiv im Genitiv, seltener ein Partizip oder Adjektiv: tranzīta, caurvedu muita „Durchfuhrzoll“ (IMM 1920, XI); prioritātes, priekšrocības akcijas „Vorzugsaktien“ (ZTV 27); komisijas (starpniecības) darījums „Vermittlungsgeschäft“ (ZTV 14); galvota (garantēta) akcija „garantierte Aktie“ (IMM 1920, IX); galvota (garantēta) obligācija (ZTV 19). Solche synonymischen Bestandteile werden in Klammern oder nach einem Komma angegeben, ohne den übergeordneten Terminus zu wiederholen. Bei mehreren lettischen Bestandteilen kann ein Unterbegriff sowohl einen internationalen Terminus als auch ein älteres Lehnwort oder ein lettisches Wort enthalten, z. B.: atvieglots (priekšrocības) tarifs „ermäßigter (Vorzugs-)Tarif“ (JTV 22), sakarīgas, atkarīgas cenas „verbundene, abhängige Preise“
Juridisko terminu vārdnīca. Rīgā, 1942 (im Folgenden JTV).
Tarptautinių žodžių žodynas. Vilnius, 1969. P. 661.
Latviešu literārās valodas vārdnīca. Rīgā, 1987. Sēj. 6(2) (toliau tekste LLVV).
Tautsaimniecības vārdnīca. Rīgā. 1943–1944 (im Folgenden TSV).
Ekonomikas, lietvedības un darba organizācijas termini. Rīgā, 1995 (im Folgenden ELDO).
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dieser Preise“ (ZTV 12); iepriekšēja kontrole (revizija) „Vorabkontrolle“ (ZTV 25) usw.
Das in Klammern nach dem internationalen Terminus angegebene lettische Äquivalent wird auch als synonymischer Terminus verstanden dublikāts (divotnis) „Doppelter“ (ZTV 12); taksātors (novērtētājs) „Schätzer“ (JTV 159); magnāts (lielmanis) „Magnat“ (JTV 92), aber auch als Erläuterung, insbesondere wenn es sich um eine mehrgliedrige Fügung handelt: koncesija (tirgošanas atļauja) „Handelserlaubnis“ (IMM 1920, XI; ZTV 15); remedijs (pielaižamā starpība) „zulässige Differenz“ (IMM 1920, XI) /vgl. später remedijs, pielaižamā starpība (ZTV 30)/; majorats (mantojums pēc pirmdzimtības) „Erbschaft nach dem Erstgeburtsrecht“ (IMM 1920, XI); embargo (apkļāšana, aizliegums) „Beschlagnahme, Verbot“ (ETV 78). Seltener wird der lettische Terminus zuerst angeführt und sein internationales Äquivalent in Klammern gesetzt: pirmtiesība (prioritāte) „Vorrecht“ (JTV 133); pirmraksts (oriģināls) „Urschrift“ (JTV 133) /vgl. pirmteksts, oriģināls (ZTV 5)/; piekritība (kompetence) „Zuständigkeit“ (JTV 128) /deutsch Zuständigkeit, Kompetenz; russ. podsudnostj, vedomstvo/; drošības skapītis (arī a. seifs) „Sicherheitsschließfach“ (TSV 370).
Seltener werden synonymische Termini in Wörterbüchern mit der Konjunktion jeb „oder“ verbunden – dies bezeugt, dass ihre Bedeutungen übereinstimmen, denn im Lettischen verbindet diese Konjunktion Wörter mit völlig identischer Bedeutung: klienta jeb pienāksnieka iraidība „Vorhandensein des Kunden“ (IMM 1921, IX) /russ. naličnosti po ščetu klienta – später im Wörterbuch ohne Konjunktion: klienta, pienāksnieka iraidība (ZTV 17)/; formulāri jeb veidlapas „Formulare“ (TSV 4, 497); grāmatvešana jeb grāmatu vēšana (arī grāmatošana vai iegrāmatošana) „Buchführung“ (TSV 4, 542). Später wurde dies in lettischen Terminologiewörterbüchern nicht beobachtet; meist wird der Verweis skat. /žr./: tālrunis sk. telefons (JTV 159) verwendet und entsprechend telefons (tālrunis) „Telefon“ (JTV 160). Der Sprachgebrauch des heutigen Lettischen zeigt, dass der lettische Terminus tālrunis (Lehnübersetzung des deutschen Fernsprecher) recht geläufig ist, beispielsweise in offiziellen Bekanntmachungen, die in verschiedenen Zeitungen abgedruckt werden, und andernorts. In heutigen Fachwörterbüchern bleiben sie Synonyme: tālrunis sk. telefons (ELDO 407) und telefons, tālrunis (ELDO 411).
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Manchmal werden in Wörterbüchern auch mehrere lettische Termini als Synonyme angegeben. Dabei kann es sich sowohl um einwortige als auch um zusammengesetzte Termini handeln, doch solche Fälle sind nicht zahlreich (vielleicht etwas häufiger in der heutigen Fachterminologie): aizbildnis, aizgādnis, pārvaldītājs „Vormund, Betreuer, Verwalter“ (VLT) /deutsch Kurator/; atzinums „Gutachten, Meinung“, atsauksme „Rückmeldung“ (IMM 1921, VII) /im heutigen Sprachgebrauch sind die Bedeutungen dieser Termini differenziert/; iejūkums, iestrādāšanās „Einarbeitung“ (ZTV 16); piedāvājums, piesolījums „Angebot, Versprechen“ (ZTV 25); dieninieks, dienas strādnieks, algadžis „Tagelöhner, Tagesarbeiter“ (ZTV 23) /algadžis – ein altes indoeuropäisches Erbwort²¹; pārvedu uzraksts, pārvede „Überweisungsvermerk“ (ZTV); uzziņa „Information“, norāde „Hinweis“ (ZTV 6; 33) /die Bedeutungen sind in der heutigen Terminologie differenziert/; galvotājs, galvinieks „Bürge“ (VLT) /die unterschiedlichen lettischen Suffixe – sowohl -tājs als auch -nieks – eignen sich zur Bildung von Personenbezeichnungen/; līgumdarbinieks, darbņēmis „Vertragsarbeiter, Arbeitsnehmer“ (ZTV 23); vērtības krišanas, vērtības zudums „Wertminderung, Wertverlust“ (TEV 134)²²; ielīgšana, ievilcināšana „Verzögerung, Hinauszögerung“ (TEV 40) /differenzierte Bedeutungen/; strādājošie, strādātāji „Beschäftigte“ (TEV 123); naudas iztērēšana, naudas izdošana „Geldausgabe, Geldausgeben“ (ELDO 164).
In zu verschiedenen Zeiten erschienenen Terminologiewörterbüchern spiegeln sich auch weitere Fälle von Synonymie wider, zum Beispiel die Synonymie zusammengesetzter und einwortiger Termini, eine besonders produktive Art der Terminusbildung im heutigen Lettischen: muitnīca, muitas valde „Zollamt“ (IMM 1920, XI); laika strādnieks, laikstrādnieks „Zeitlohnarbeiter“ (TEV 123); caurlaides spēja, caurlaidspēja „Durchlässigkeit“ (TEV 122); īpatsvars, īpatnējais svars „spezifisches Gewicht“ (ELDO 404); saskarīgas piegādes, saskarpiegādes „verbundene Lieferung“ (ELDO 309); galarādītāji, galīgie rādītāji „Endkennzahlen“ (ELDO 340) /ein zusammengesetzter Terminus ist ein Kompositum und ein aus zwei Wörtern bestehender Terminus, dessen Bestandteil das Prä-
21 K. K a r u l i s K. Latviešu etimoloģijas vārdnīca. Rīgā, 1992. Sej. 1. Lpp. 66.
22 Handelswirtschaftliche, Organisations- und Verwaltungsbegriffe. Riga, 1992 (im Folgenden TEV).
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Das Lemma ist ein Adjektiv; pilnvarotājs, pilnvaras devējs „Bevollmächtigender, Vollmachtgeber“ (ELDO 317). Synonymisch können elliptische Termini sein, bei denen ein Bestandteil ausgelassen wird und dadurch ein Terminus verkürzt wird: gabaldarba strādnieks, gabalstrādnieks „Akkordarbeiter“ (TEV 123); piespiests darba kavējums, piespiedu kavējums „erzwungenes Fernbleiben von der Arbeit“ (ELDO 174).
In Terminologiewörterbüchern finden sich auch derivationelle Synonyme, die mit unterschiedlichen Wortbildungsmitteln gebildet wurden – meist handelt es sich um lettischstämmige (oder alte Lehnwörter betreffende) suffixale und endungsbasierte Ableitungen: uzlē sums, uzlēse „Zurechnung“ (ZTV 18); piekļūšana, piekļuve „Zugang“ (ELDO 309); piedzina, piedzīšana „Eintreibung“ (ELDO 308); samaksas termiņš, makšāšanas termiņš „Zahlungsfrist“ (ELDO 414).
Das Interesse an lettischen Fachtermini war stets beträchtlich und ist in letzter Zeit besonders groß; daher erscheinen Wörterbücher der Terminologie dieser Fachgebiete recht häufig – seit dem 1922 veröffentlichten ersten Wörterbuch der wissenschaftlichen Terminologie sind bereits etwa 40 lettische Terminologiewörterbücher erschienen, und ihre Zahl wächst weiter. Es handelt sich um Wörterbücher, in denen Termini aus verschiedenen Sprachen (Lettisch, Russisch, Englisch, Französisch, Deutsch) in Kombinationen aus zwei, drei oder mehr Sprachen angeführt werden. Sie können unterschiedlicher Struktur und Zweckbestimmung sein (einsprachige, zweisprachige, dreisprachige u. Ä. Übersetzungs- und/oder Bedeutungswörterbücher), doch in allen lassen sich Synonyme finden – sowohl gerechtfertigte als auch ungerechtfertigte (insbesondere wenn die Wörterbücher ohne Zustimmung der Terminologiekommission oder ohne Abstimmung mit deren Beschlüssen und Veröffentlichungen herausgegeben wurden); daher lässt sich sagen, dass sich Synonymie in der lettischen Fachterminologie (wie auch in der Terminologie anderer Bereiche) bislang nicht vermeiden lässt.
Abkürzungen
engl. – englische Sprache lat. – lateinische Sprache vgl. – vergleiche russ. – russische Sprache s. /siehe/ – lesen /sehen/ dt. – deutsche Sprache
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Literatūra
1. Blinkena A. 1922 gada „Zinātniskās terminoloģijas vārdnīca“ mūsdienu skatījumā // Nacionālā terminoloģija: vēsture, tagadne un perspektīvas: Referātu tēzes. Rīgā, 1996. Lpp. 37–38.
2. Dravnieks E. Vācu-latviešu tirdznieciskā terminoloģija. Rīgā, 1935.
3. Ekonomikas, lietvedības un darba organizācijas termini. Rīgā, 1995.
4. Ekonomikas terminu vārdnīca. (Sēr. Terminoloģija. Nr.11.). Rīgā, 1975.
5. Izglītības Ministrijas Mēnešraksts. Rīgā, 1920–1921.
6. Juridisko terminu vārdnīca. Rīgā, 1942.
7. Kaulakienė A. Fizikos ir technikos terminų sinonimijos vertinimas // Lietuvių kalbotyros klausimai: Kalbos normalizacijos klausimai. Vilnius, 1991. T. 31. P. 51–56.
8. Klimavičius J. Tarptautinių ir lietuviškų terminų sinonimija terminografijoje // Lietuvių kalbotyros klausimai: Lietuvių terminologija. Vilnius, 1975. T. 16. P. 91–123.
9. Karulis K. Latviešu etimoloģijas vārdnīca. Rīgā, 1992. Sēj. 1–2.
10. Latviešu literārās valodas vārdnīca. Rīgā, 1972–1996. Sēj. 1–8.
11. Laua A. Latviešu leksikoloģija. Rīgā, 1980.
12. Moisejevs A., Petrošjans K., Pilipenko N. Ekonomikas terminu skaidrojošā vārdnīca / red. prof. A. Moisejeva. Rīgā, 1981.
13. Skujiņa V. Latviešu terminoloģijas izstrādes principi. Rīgā, 1993.
14. Tautsaimniecības vārdnīca. Rīgā, 1943–1944. D. I–IV.
15. Tirdzniecības ekonomikas organizācijas un pārvaldes terminu vārdnīca. Rīgā, 1992.
16. Valodas prakses jautājumi / red. J. Endzelīns. Sakārt. P. Ozoliņš. Rīgā, 1935.
17. Zinātniskās terminoloģijas vārdnīca. Rīgā, 1922.
SYNONYMS IN LATVIAN DICTIONARIES OF TERMS
Summary
It is difficult to implement in practice the theoretical requirement of monosemantics of terms. In the meantime, Latvian terminology has failed to avoid synonymy. This article deals with cases of synonymy in Latvian terminology of economics, finance and business. The first dictionary that included terms of those fields, was published in 1922. Until now about 40 such dictionaries were published.
Terminology of the above-mentioned fields has changed a lot in various periods; therefore its synonymy is abundant. One-word terms and complex terms could both have synonyms. Most frequent is the case of synonymy between Latvian and international words. In recent dictionaries the more frequently used synonym is given first. Sometimes it happens that various dictionaries present different
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Latvian equivalents of the same international term. Synonymy of two Latvian terms is also noticeable. The relationship between components of synonymic couple changes – some of them disappear or acquire a different meaning. There are some cases of derivational synonyms.
Regina KVAŠYTĖ
Gauta 2000 05 31
Latviešu valodas institūts Akademijas laukumā 1 LV-1050, Rīga
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