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Profesinio rengimo terminų aiškinamasis anglų–lietuvių kalbų žodynėlis praktikams

Palmira Zemlevičiūtė

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ENGLISCH-LITAUISCHES ERLÄUTERNDES WÖRTERBUCH DER BERUFSBILDUNGSTERMINOLOGIE FÜR PRAKTIKER Vilnius, 1998, 112 S. Dies ist ein kleines Büchlein (112 S.), erstellt vom Koordinierungszentrum des PHARE-Programms zur Reform der Berufsbildung. Das Wörterbuch wurde von Violeta Rimkevičienė, Aurimas Juozaitis, Aldona Puteikienė und Aldona Vosyliūtė zusammengestellt. Im Vorwort werden die Ziele des Wörterbuchs genannt: eine „einheitliche Auslegung der grundlegenden Berufsbildungskonzepte“ anzustreben und „sicherzustellen, dass die bei der Durchführung des PHARE-Programms zur Reform der Berufsbildung in Litauen geleistete Arbeit auf einer soliden Grundlage zur Lösung von Übersetzungsproblemen weitergeführt werden kann“ (S. 3). Es ist bedauerlich, dass die Herausgeber einige für die Leser wichtige und notwendige Aspekte außer Acht gelassen haben – eine Erläuterung des Aufbaus des Wörterbuchs und ein litauisches Stichwortregister. Beim Durchblättern des Wörterbuchs fallen einige ungewöhnliche Merkmale ins Auge. Erstens sind die Begriffe auf den ungeraden Seiten gedruckt, während die jeweils andere Seite desselben Blattes leer bleibt. Zweitens sind die Begriffe in beiden Sprachen in unterschiedlichen Farben gedruckt (englische Begriffe rosa, litauische schwarz). Die Begriffe werden auf zwei Arten angeführt – alphabetisch in Nestern (die Nester sind jedoch grafisch nicht hervorgehoben) und als Verweise. Auf den englischen Begriff folgt ein Gedankenstrich und die litauische Entsprechung (ein großer Mangel des Wörterbuchs ist, dass die litauischen Begriffe nicht mit Akzenten versehen sind), danach folgt eine Bedeutungserklärung. Die meisten Unterbegriffe werden außerdem an ihrer jeweiligen alphabetischen Stelle separat als Verweisbegriffe aufgeführt, z. B.: diagnostic assessment – diagnostinis vertinimas (siehe assessment) (vgl. assessment – vertinimas <…>, diagnostic assessment – diagnostinis vertinimas <…>). Es gibt jedoch auch Unterbegriffe, die nicht separat als Verweisbegriffe aufgeführt werden. So werden beispielsweise im Nest des Begriffs leadership – vadovavimas die Unterbegriffe action-centred leadership – į veiklą orientuotas vadovavimas; educative leadership – ugdomasis vadovavimas; situational leadership – situacinis vadovavimas aufgeführt, separat als Verweisbegriffe erscheinen jedoch nur die Begriffe action-centred leadership – į veiklą orientuotas vadovavimas (siehe leadership) und educative leadership – ugdomasis vadovavimas (siehe leadership) usw. Außerdem finden sich Verweisbegriffe, die im Nest des Hauptbegriffs fehlen, z. B.: active learning – aktyvus 159 mokymasis (siehe learning); forms of learning – mokymosi formos (siehe learning); individual project/assignment – individualus projektas/užduotis (siehe project). Nicht selten stimmen die als Verweise aufgeführten Unterbegriffe nicht mit denen im Nest des Hauptbegriffs überein, z. B.: action plan – veiksmų planas (siehe plan), action planning – veiksmų planavimas (siehe planning) (vgl. jedoch action plan/planning – veiksmų planas/planavimas; common skills – bendrieji gebėjimai (siehe core skills) (vgl. jedoch core/key skills – pagrindiniai gebėjimai); distance learning – distancinis, nuotolinis, neakivaizdinis mokymasis (siehe learning) (vgl. jedoch distance learning – distancinis, nuotolinis, neakivaizdinis mokymasis/mokymas; individualised learning – individualizuotas mokymasis (siehe learning) (vgl. jedoch individualised learning – individualizuotas mokymas); in-service education and training (INSET) – kvalifikacijos kėlimas/tobulinimas (siehe education) (vgl. jedoch in-service education and training (INSET) – kvalifikacijos tobulinimas/kėlimas); job profile – profesijos paveikslas, profesinė charakteristika, kvalifikaciniai reikalavimai (vgl. jedoch job profiling – kvalifikacinių reikalavimų, profesinių charakteristikų/paveikslų rengimas); peer tutoring – mokymas poroje (siehe tutorial) (vgl. jedoch peer tutoring – mokymasis poroje). Auch die Wiedergabe einiger weiterer Begriffe variiert, z. B.: management by objectives (MBO) – vadyba, orientuota į uždavinius (= į uždavinius orientuota vadyba) (vgl. jedoch student-centered learning – į studentą orientuotas mokymas; action-centred leadership – į veiklą orientuotas vadovavimas); pilot – bandyminis, eksperimentinis, pvz., projektas, institucija (vgl. jedoch writer – „rašytojas“, rengėjas (pvz., mokymosi medžiagos)). Eine solche Uneinheitlichkeit und Variation bei der Wiedergabe der Begriffe kann Leser verwirren und die Benutzung des Wörterbuchs erschweren. Im betreffenden Wörterbuch finden wir häufig nach einem Bindestrich oder Schrägstrich zwei, drei, mitunter vier, fünf oder sogar sechs Wörter mit völlig unterschiedlichen Bedeutungen (es ist unklar, ob sie alle als Synonyme gelten) (zu beachten ist, dass ihnen nur eine englische Entsprechung zugeordnet ist), während für alle Wörter nur eine einzige Definition gegeben wird, z. B.: acceptability – tinkamumas, priimtinumas „die Anerkennung eines Gegenstands, einer Handlung oder einer ausgeführten Arbeit als angemessen, geeignet und den Anforderungen entsprechend“; design – projektavimas, kūrimas, modeliavimas, sumanymas, planas „allgemeine Planung oder Gestaltung“; development – plėtra, plėtojimas, plėtotė, rengimas, kūrimas, raida „der Vorgang oder Prozess des Wachstums oder der Weiterentwicklung; der Übergang von einem weniger vollkommenen Zustand zu einem vollkommeneren“ 160 sas; der Übergang von einem weniger vollkommenen Zustand zu einem vollkommeneren“; fairness – teisingumas, nešališkumas, garbingumas „Gewährleistung der Bedingungen für einen unparteiischen und gerechten Bewertungsprozess auf der Grundlage nationaler Standards“; response – atsakas, reakcija, atsakymas, atsakinėjimas „eine verbal oder durch Körpersprache ausgedrückte Reaktion“; videotapes/films – vaizdajuostės/filmai „visuelle Vorträge“, deren bewegte Bilder und dramatische Elemente die Motivation steigern können. Es ist hilfreich, sie vor Beginn der Diskussionen vorzuführen; man kann jederzeit anhalten und anschließend weiterdiskutieren“; workshop – pratybos/seminaras/praktinis mokymas dirbtuvėse „eine Lehrstrategie, bei der den Studierenden Gelegenheit gegeben wird, praktische Fertigkeiten in einer realen oder simulierten Situation zu üben“ usw. Mitunter werden auch mehrere Definitionen angegeben, die mit den Buchstaben a, b, c gekennzeichnet sind; dennoch muss man wieder raten, ob sie für alle aufgeführten Begriffe gelten, z. B.: education – švietimas, mokslas, ugdymas, išsilavinimas a) „ein zielgerichteter Prozess, der einer Person Bedingungen und Möglichkeiten bietet, durch Lehr- und Lernaktivitäten in Bildungseinrichtungen systematisch Wissen, Fertigkeiten und Werte zu erwerben“; b) „ein Studienbereich, der viele Disziplinen umfasst, darunter Lehren/Lernen, Andragogik, Didaktik, Pädagogik und verwandte sozialwissenschaftliche Disziplinen“; c) „die Tätigkeit des Bildungseinrichtungssystems, die einer Person Möglichkeiten zur Weiterentwicklung bietet“; objective – uždavinys, tikslas a) „eine spezifische Aussage zur Festlegung der Ergebnisse, die eine Person zu erreichen plant“; b) „ein Verhaltens- (Produkt-) oder Ausdrucks- (Prozess-)Ergebnis; in beiden Fällen geht es darum, was der Studierende ausführen können muss“; c) „eine Aussage, die die erwarteten und angestrebten Ergebnisse in Form von Wissen, Fertigkeiten und Einstellungen festlegt“; portfolio – aplankas/portfelis a) „Belege, die über einen bestimmten Zeitraum aus verschiedenen Quellen gesammelt und als Nachweise von Leistungen vorgelegt werden; der Begriff wird mitunter auch für den Behälter verwendet, in dem die Belege gesammelt werden“; b) „eine von einem Studierenden oder einer Lehrkraft zusammengestellte Sammlung von Dokumenten, die dazu dient, deren Leistungen und Fähigkeiten nachzuweisen“. In einigen Fällen wird zwar angegeben, auf welchen Begriff sich eine der mit Kleinbuchstaben gekennzeichneten Definitionen bezieht – der Begriff wird vor der Definition nochmals genannt, z. B.: attendance – lankymas, lankomumas a) lankymas – <…>; b) lankomumas – <…>; management – vadyba, valdymas, vadovybė a) vadyba, valdymas – <…>; b) vadovybė – <…>. Hier ist die Unterscheidung der Bedeutungen bereits gelungen; ungeeignet ist lediglich, am Anfang beide Entsprechungen anzuführen. 161 Auch zu den Begriffen selbst sind einige Anmerkungen angebracht. Obwohl im Literaturverzeichnis L. Jovaišas Pedagogikos terminų žodynas (im Folgenden – PT) aufgeführt ist, waren die Autoren offenbar unachtsam; andernfalls hätten sie dort für den Begriff verifikation (=verification) – verifikavimas das litauische Äquivalent tikrinimas finden können (vgl. tikrinimas, verification, Kontrolle, проверка PT). Warum muss man ein internationales und ein litauisches Wort nebeneinander anführen, wenn ein einziges, das eigene Wort, ausreichen würde, z. B.: communication – komunikavimas, bendravimas, perdavimas; distance learning – distancinis, nuotolinis, neakivaizdinis mokymasis; learning contract/agreement – mokymosi kontraktas/sutartis; pilot – bandyminis, eksperimentinis, z. B. Projekt, Institution (übrigens ist das Wort bandyminis nicht zu empfehlen und durch das Wort bandomasis zu ersetzen – siehe Terminologijos taisymai, Vilnius, 1992); validation – validumo/patikimumo patikrinimas; validity – validumas/patikimumas. Manchmal fehlt neben einem Lehnwort oder an dessen Stelle ein litauisches Äquivalent, z. B.: ipsative assessement – ipsatyvus vertinimas, ipsative evaluation – ipsatyvus įvertinimas (geriau savęs vertinimas/saviverta); mentor – mentorius (geriau patarėjas); monitoring – monitoringas (es gibt das litauische Wort stebėsena). Es gibt zahlreiche Begriffe mit zwei oder mehr Bestimmungswörtern; doch sind sie alle erforderlich? Zum Beispiel: summative assessment – suminis, visuminis, baigiamasis, apibendrinamasis vertinimas; attainment – galutinis, baigiamasis pasiekimas; summative evaluation – suminis, visuminis, baigiamasis, apibendrinamasis įvertinimas; interpersonal skills – tarpasmeniniai/tarpusavio bendravimo gebėjimai. Im Glossar finden sich grammatisch korrekturbedürftige Begriffe, zum Beispiel: group work – darbas grupėje (=grupinis darbas); peer tutoring – mokymas poroje (=porinis mokymas); team teaching – mokymas komandoje (=komandinis mokymas); group tutorial – mokymasis grupėje (=grupinis mokymasis). Die Definition des Begriffs governance – eine bestimmte Form der Leitung einer Schule oder Hochschule ähnelt eher einer Erläuterung. Einige Begriffe sind überhaupt nicht definiert, zum Beispiel: LEA (local educational authorities) – regionale Bildungsverwaltungsbehörde; entry – Aufnahme- (z. B. Prüfung, Anforderungen); school governors – Schulrat (der Schulträger); grading – Bewertung mit Noten; inspection servi- 162 ce – Inspektionsdienst; inspection guidelines – Inspektionsrichtlinien; occupational mapping – Erstellung einer Berufelandschaft, Gruppierung von Berufen; pack, package – Paket, Zusammenstellung; pilot – versuchsweise, experimentell, z. B. Projekt, Institution; support – Unterstützung, Hilfe, Zustimmung. Manchmal stimmt die Definition nicht mit dem Begriff überein, zum Beispiel: internal client – interner Kunde „das sind in der Organisation tätige Personen (=tätige Person), <…>“; subject – Fach (Unterrichtsfach) (=Unterrichtsfach), „die wichtigsten Lehr- und Studienfächer, in die das Bildungs-/Studienprogramm unterteilt ist <…>“. Es finden sich stilistische Unebenheiten, Interpunktions- und Korrekturfehler. Weder unter den Helfern, die „wertvolle Ratschläge und Vorschläge“ beigesteuert haben (S. 4), noch unter den Verfassern des Glossars selbst befindet sich auch nur ein Terminologe oder Sprachwissenschaftler. Übrigens ist das rezensierte Glossar auch von der Staatlichen Kommission für die litauische Sprache nicht genehmigt worden. Aus den in dieser Rezension erwähnten wenigen Mängeln des Glossars lässt sich schließen, dass das Glossar zwar schön herausgegeben, aber dennoch verantwortungslos erstellt wurde; daher ist es kaum „für alle – sowohl Theoretiker als auch Praktiker – nützlich“ (S. 3), eher das Gegenteil. Palmira ZEMLEVIČIŪTĖ, Institut für Litauische Sprache, P. Vileišio g. 5, LT-2055 Vilnius, E-Mail: [email protected] Eingegangen am 30.09.2002 163