Analysis of Term Formation in Lithuanian, Russian and English Terminology Works
Full text
Analyse der Wortbildungsweisen in terminologischen Werken auf Litauisch, Russisch und Englisch
LIUDMILA MOCKIENĖ
Mykolas Romeris University
SIGITA RACKEVIČIENĖ
Mykolas Romeris University
SCHLÜSSELWÖRTER: Terminologie, Terminusbildung, Verfahren der Terminusbildung, Mittel der Terminusbildung, Quellen von Termini, kontrastive Analyse
EINLEITUNG
Der Artikel stellt eine kontrastive Untersuchung der Ansätze zur Analyse der Verfahren und Mittel der Terminusbildung vor, wie sie in terminologischen Werken auf Litauisch, Russisch und Englisch erörtert werden. Die Untersuchung konzentriert sich auf einen Überblick über verschiedene Klassifikationen typischer sprachlicher Mittel der Terminusbildung, die in terminologischen Werken auf Litauisch (Keinys 1980, 2005a; Gaivenis 2002, 2014), Russisch (Даниленко 1977; Лейчик 2009; Суперанская, Подольская, Васильева 2005, 2012; Гринев-Гриневич 2008) und Englisch (Sager 1990, 1997, 2004; ISO 704:2009 (E)) dargestellt werden.
Die Terminusbildung als Prozess entspricht gewöhnlich den Wortbildungsprozessen, die in einer bestimmten Sprache verwendet werden. Dennoch unterscheidet sich die Terminusbildung von der Wortbildung insofern, als sie in der Regel eine bewusste und gezielte Tätigkeit und kein spontaner Prozess ist. Außerdem ist der Begriff der Terminusbildung weiter gefasst, da er sowohl die Bildung von Wörtern als auch von Wortgruppen umfasst. Das Ergebnis des erstgenannten Prozesses sind einwortige Termini, während der letztgenannte mehrwortige Termini hervorbringt.
Der litauische Terminologe Stasys Keinys vertritt die Auffassung, dass Termini bewusst gebildet und normiert werden (Keinys 1980: 60). St. Keinys zufolge ist die Terminologie ein Teil der Standardsprache, unterscheidet sich jedoch in mancher Hinsicht von ihr und ist eigenständig. Einerseits entspricht die Terminologie den allgemeinen Entwicklungstendenzen der Sprache; andererseits ist sie durch spezifische Merkmale, bestimmte Anforderungen und eine eigene Entwicklung gekennzeichnet (Keinys 2005g: 231).
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Die Vorstellung, dass die Terminusbildung eine geregelte, kontrollierte und bewusste Tätigkeit ist, wird auch von russischen Linguisten erörtert, etwa von Valerija Danilenko (Даниленко 1977: 91, 93), Vladimir Leitchik (Лейчик 2009: 62), Aleksandra Superanskaja, Natalija Podolskaja und Natalija Vasiljeva (Суперанская et al. 2012: 194). V. Danilenko zufolge stützt sich die Terminusbildung im Bereich der Wissenschaftssprache auf das Wortbildungssystem der russischen Standardsprache. Dennoch gibt es eine Reihe von Merkmalen, die die Terminusbildung in der Wissenschaftssprache von der Wortbildung in der Standardsprache unterscheiden; die Tatsache, dass Termini gezielt und bewusst geschaffen werden, ist eines dieser Merkmale (Даниленко 1977: 90–97). Auch Juan C. Sager vertritt die Ansicht, dass Terminusbildung eine „bewusste menschliche Tätigkeit ist und sich von der Willkürlichkeit allgemeiner Wortbildungsprozesse durch ein stärkeres Bewusstsein für bereits bestehende Muster und Modelle <…>“ unterscheidet (Sager 1997: 25). Dieser Prozess stützt sich nicht nur auf vorhandene lexikalische Elemente und kombiniert sie auf bestimmte Weise, sondern lässt sich auch anhand von Mustern beschreiben, nach denen diese Elemente kombiniert werden und die wiederum für die anschließende Terminusbildung verwendet werden können (ibid).
Da Terminusbildung ein beabsichtigter, bewusster, kontrollierter und geregelter Prozess ist, müssen die typischen Muster und Modelle der Bildung neuer Wörter in einer bestimmten Sprache bekannt sein, um neue Termini schaffen und ihre Systematizität und Korrektheit beurteilen zu können. Ziel der Untersuchung ist es daher, die wichtigsten Ansätze zur Analyse der Wege und Mittel der Terminusbildung im Litauischen, Russischen und Englischen zu untersuchen und diese kontrastiv zu analysieren. Mit dem Begriff Wege der Terminusbildung bezeichnen wir die Verwendung oder Modifizierung interner/externer Quellen der Terminusbildung; der Begriff Mittel der Terminusbildung bezieht sich im Artikel auf bestimmte Arten der Terminusbildung, z. B. Terminologisierung, Transterminologisierung, Affigierung, Zusammensetzung, Konversion, direkte Entlehnung, Lehnübersetzung usw. Der Artikel analysiert und vergleicht die wichtigsten Kriterien, die Terminologen zur Klassifizierung von Terminusbildungsmustern heranziehen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei der Analyse der Terminusbildung in verschiedenen Sprachen aufzuzeigen.
KLASSIFIKATION DER WEGE UND MITTEL DER TERMINUSBILDUNG IN EINIGEN ARBEITEN LITAUISCHER TERMINOLOGEN
Dieser Abschnitt stellt eine Analyse der Arbeiten der beiden bedeutendsten litauischen Terminologen Stasys Keinys und Kazimieras Gaivenis vor, die die Grundlage der modernen litauischen Terminologie geschaffen haben. Außerdem werden
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einige Gedanken aus den Arbeiten von Alvydas Umbrasas vorgestellt, der die litauische Rechtsterminologie und ihre historische Entwicklung untersucht hat.
Die litauischen Terminologen unterscheiden drei Wege der Terminusbildung: 1) die Verwendung des vorhandenen Wortschatzes der Standardsprache und der Dialekte, 2) die Bildung neuer Wörter (Neologismen) und 3) die Entlehnung von Termini aus anderen Sprachen (Gaivenis 2002, 2014; Keinys 2005a). Bemerkenswert ist, dass die ersten beiden Wege der Terminusbildung auf internen Quellen beruhen, während der dritte auf der Verwendung externer Quellen basiert.
Die Verwendung des vorhandenen Wortschatzes der Standardsprache und der Dialekte als Weg der Terminusbildung beruht auf dem Gebrauch des Wortschatzes einheimischen Ursprungs. Das bedeutet, dass entweder ein Wort, das in der Sprache oder ihrem Dialekt bereits existiert, terminologisiert wird oder ein Terminus, der bereits in einem anderen terminologischen Fachgebiet existiert, transterminologisiert wird (Keinys 2005g: 231). Die Terminologisierung eines Wortes aus der Allgemeinsprache oder ihrem Dialekt kann auf zwei Arten erfolgen: Seine lexikalische Bedeutung wird entweder erweitert oder eingeengt (Gaivenis 2002: 52–53). Dabei verändern sich gewöhnlich Inhalt, Gebrauch und Valenz der terminologisierten Wörter. Wenn Wörter der Allgemeinsprache oder ihres Dialekts als Termini verwendet werden, erhalten sie gewöhnlich neue Bedeutungselemente, die sie in der Allgemeinsprache nicht besitzen (ibid), z. B. banga ‘Welle’ (‘Meeres-/Seewellen’ → ‘Radiowellen’).
Die meisten Termini, die aus einem einzigen Wort bestehen und einfach strukturiert sind, sind tatsächlich terminologisierte Wörter der Allgemeinsprache oder ihres Dialekts. Darüber hinaus bedeutet die bloße Tatsache, dass ein Terminus komplex strukturiert ist, nicht, dass er als solcher durch Wortbildung geschaffen wurde. Wie K. Gaivenis behauptet, gibt es Fälle, in denen Termini mit komplexer Struktur (d. h. Bildungen) nicht der Kategorie der durch Wortbildung geschaffenen Termini zugeordnet werden können, weil sie tatsächlich terminologisiert wurden: Das Wort als solches wurde in der Allgemeinsprache (oder ihrem Dialekt) gebildet und anschließend als Terminus verwendet (Gaivenis 2002: 56). Daher kann es recht schwierig sein festzustellen, ob ein Terminus als Ergebnis eines Wortbildungsprozesses gebildet wurde oder ob es sich um ein terminologisiertes oder transterminologisiertes Wort handelt. Eines der Kriterien, das hierbei helfen könnte, ist die Berücksichtigung des Wissenschaftsgebiets und der Geschichte der Terminologieentwicklung in diesem jeweiligen Gebiet. Dennoch ist dieses Kriterium der „Neuheit“ eines Terminus nicht ganz verlässlich, denn dieselben Mittel können dazu verwendet werden, an verschiedenen Orten, an denen die Sprache gesprochen wird, und zu unterschiedlichen Zeiten ein neues Wort zu schaffen. Selbst die Tatsache, dass ein Wort in der Vergangenheit existierte und
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Die Verwendung in einem historischen Dokument bedeutet nicht, dass das Wort aus dieser alten Quelle übernommen und nicht als neue Einheit gebildet wurde (Keinys 2005d). St. Keinys schlägt vor, alle Termini, die synchronisch als Bildungen betrachtet werden können, als Ergebnis der Wortbildung und nicht der Terminologisierung zu behandeln (Keinys 2005d: 22). Für diese Position führt er zwei Argumente an: 1) in vielen Fällen lässt sich nicht feststellen, ob ein Terminus als Neologismus gebildet oder aus der Gemeinsprache übernommen wurde; 2) Termini, die auf der Grundlage gewöhnlicher Wörter gebildet wurden, spiegeln dennoch bestimmte Wortbildungstypen wider; daher wäre es unzutreffend, sie nicht als Vertreter dieser Wortbildungstypen zu betrachten (Keinys 2005d: 22; Keinys 2005e: 113). Alvydas Umbrasas, der die litauische Rechtsterminologie aus dem Zeitraum von 1918 bis 1940 untersuchte, teilt ebenfalls diese Auffassung und unterscheidet nicht zwischen Termini komplexer Struktur als terminologisierten Wörtern und Termini komplexer Struktur, die für bestimmte Zwecke gebildet wurden; sein Ansatz ist formal, und er ordnet alle Termini komplexer Struktur (Derivate und Komposita) derselben Kategorie zu (Umbrasas 2010: 67–68). Daher werden Wörter komplexer Struktur in den Arbeiten von St. Keinys und K. Gaivenis meist der zweiten Kategorie der Terminologiebildung zugerechnet – der Bildung neuer Wörter (Neologismen).
Die Bildung neuer Wörter (Neologismen) auf der Grundlage bereits vorhandener Wörter gemäß allen wichtigen Wortbildungstypen ist eine weitere produktive Methode zur Bildung neuer Termini im Litauischen. Im Litauischen gibt es vier wichtige Mittel der Terminologiebildung: Präfigierung, Suffigierung, Flexionsableitung und Wortzusammensetzung (Gaivenis 2002: 54; Keinys 2005g: 232; EC 2006).
St. Keinys zufolge, der die Mittel der Terminologiebildung in verschiedenen Wissenschaftsbereichen umfassend analysiert hat, wird die Mehrheit der Termini durch Suffigierung gebildet, wobei die meisten davon deverbal sind. Termini, die durch Suffigierung gebildet werden, weisen mehrere charakteristische Merkmale auf: Sie sind gewöhnlich Abstrakta, haben keine emotionale Konnotation, und recht viele von ihnen sind Hybride (Keinys 2005d). Hybride, also Termini, die aus einer fremdsprachigen Basis und einem einheimischen Suffix bestehen, werden als Derivate analysiert und derselben Gruppe wie Bildungen einheimischen Ursprungs zugerechnet (Keinys 2005d: 75). A. Umbrasas hingegen, der das etymologische Kriterium als Ausgangspunkt heranzieht, unterscheidet Hybride als eigene Kategorie, die sich von Termini einheimischen Ursprungs unterscheidet, die durch Suffigierung gebildet wurden (z. B. kontrabandininkas ‚Schmuggler‘ (← kontrabanda ‚Schmuggel‘ + das einheimische Suffix -ininkas)), und behandelt solche Mittel der Terminologiebildung als Untertyp der Terminologiebildung auf der Grundlage fremdsprachiger Elemente (Umbrasas 2010: 132–133).
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Ein weiteres Mittel, das im Litauischen sehr häufig zur Bildung neuer Termini verwendet wird, ist die Zusammensetzung. St. Keinys zufolge ist die Zusammensetzung nach der Suffigierung das zweitproduktivste Mittel der Terminologiebildung und in bestimmten Bereichen der Fachsprache recht verbreitet (Keinys 2005c: 129). Die hohe Produktivität der Zusammensetzung bei der Terminologiebildung lässt sich durch die Notwendigkeit erklären, auf einen komplexen Begriff zu verweisen. Zudem erfüllen Komposita so wichtige Anforderungen an Termini wie Genauigkeit, Klarheit und Kürze. Diese Anforderungen können zwar auch mit einem Mehrwortterminus erfüllt werden, doch sind Einworttermini einfacher zu verwenden und lassen sich als relativ kurze Oberbegriffe ohne Attribute bilden. Die bei der Bildung von Komposita in der Terminologie am häufigsten verwendeten Wortartkombinationen sind zwei Substantive, ein Substantiv und ein Verb sowie ein Adjektiv und ein Substantiv (Gaivenis 2002; Keinys 2005c), z. B. medsraigtis ‚Schraubnagel‘ (medis ‚Holz‘ + sraigtas ‚Schraube‘), vandentiekis ‚Wasserleitung‘ (vanduo ‚Wasser‘ + tiekti ‚liefern‘).
Ein weiteres recht produktives, dem Litauischen eigenes Mittel der Terminologiebildung ist die Flexionsableitung. Im Gegensatz zum Englischen, wo Flexion nur als funktionales Affix dient, kann sie im Litauischen zur Ableitung verwendet werden. Als Mittel der Wortbildung ähnelt die Flexionsableitung der Suffigierung hinsichtlich ihrer Beschaffenheit, ihrer Ableitungsbedeutung und ihrer Form sehr stark (Keinys 2005b). Durch Flexionsableitung gebildete Termini sind aufgrund ihrer einfachen Struktur sehr praktisch. Daher könnte die Flexionsableitung als Mittel der Terminologiebildung stärker genutzt werden (Keinys 2005b). Die meisten durch Flexionsableitung gebildeten Termini sind deverbal oder deadjektivisch, während Substantive, Pronomen und Numerale nur sehr selten als Ableitungsbasis dienen, z. B. sąnaudos ‚Verbrauch, Aufwand‘ (← sunaudojo ‚verwendete‘).
Ein vergleichsweise weniger produktives Mittel der Terminologiebildung im Litauischen ist die Präfigierung, da sie nur zur Bildung denominaler Substantive verwendet wird (Keinys 2005e); Suffigierung und Flexionsableitung hingegen dienen zur Bildung deverbaler, deadjektivischer und denominaler Substantive. Dennoch ist die Rolle der Präfigierung bei der Terminologiebildung recht bedeutend (Keinys 2005e), z. B. įtėvis ‚Adoptivvater‘ (← į + tėvas ‚Vater‘), nedarbas ‚Arbeitslosigkeit‘ (← ne ‚nicht‘ + darbas ‚Arbeit‘).
Die letzte in den Arbeiten litauischer Terminologen erörterte Methode der Terminologiebildung ist die Entlehnung von Termini aus anderen Sprachen. Die Entlehnung eines Begriffs zusammen mit dem Terminus, der diesen Begriff bezeichnet, ist in der Sprache allgemein und in der Terminologiewissenschaft besonders üblich
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specifically (Keinys 2005g). As K. Gaivenis claims, it is rather hard to avoid borrowings in terminology, besides it is not always necessary to do that (Gaivenis 2002: 57). What is necessary is to prevent overuse of borrowings in cases when they may supersede the existing terms of native origin, and, in addition, borrowings should conform to the rules of phonology, morphology and spelling of the Lithuanian language. Borrowed terms can be classified according to the degree of their assimilation into three groups: 1) old borrowings; 2) international words; and 3) barbarisms. Old borrowings have been absolutely assimilated and adapted to the language system, e.g. stiklas ‘glass’ (Gaivenis 2002: 58). In terminology they are not considered as real borrowings, in fact they are terminologized words of general vocabulary. Another category, international words, serve as terms of different fields of science. They have been borrowed into Lithuanian mainly from classical languages, such as Greek and Latin, either directly or through intermediary languages, e.g. hipoteka ‘mortgage’ (from Greek), respublika ‘republic’ (from Latin). The last category, barbarisms, are words which do not comply with the norms of the language (Gaivenis 2002: 57). Barbarisms never become part of standardized lexis. It was also observed that the distribution of borrowings in different fields of terminology is uneven. It is argued that the amount of borrowings in the latest scientific and technical branches of terminology is higher than in fields which have long traditions and rely largely on the indigenous vocabulary (Keinys 2005f).
St. Keinys also discusses loan translations/calques (Keinys 1980: 92–96). Most of such terms do not comply with the norms of the Lithuanian language and are not recommended for usage. Those which conform to the norms of the language and are formed on the basis of a productive model of word-formation are also often problematic as it is often difficult to determine whether a term is a loan translation or a native formation. Similarity of the structure of a word in several languages does not necessarily indicate an instance of loan translation. Most often such terms are perceived as native formations (Umbrasas 2010: 134).
Die litauischen Terminologen klassifizieren Termini nach ihrer formalen Struktur in Einworttermini und Mehrworttermini. Einworttermini können nach ihrer Struktur weiter in einfache Termini und Bildungen unterteilt werden, während Mehrworttermini nach der Anzahl ihrer Bestandteile gruppiert werden (Keinys 1980: 16–17; Gaivenis 2002: 17) und hinsichtlich ihres Ursprungs sowie der syntaktischen Beziehungen der Wörter innerhalb des Terminus analysiert werden (Umbrasas 2010).
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Sowohl einwortige Termini als auch Bestandteile mehrwortiger Termini werden nach denselben Prinzipien gebildet (unter Verwendung interner oder externer Quellen und verschiedener Mittel der Terminologiebildung), die in Schema 1 zusammengefasst sind.
Schema 1. Klassifikation der wichtigsten Wege und Mittel der Terminologiebildung im Litauischen (nach den Arbeiten von K. Gaivenis und St. Keinys)
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass litauische Wissenschaftler wie K. Gaivenis und St. Keinys die Auffassung vertreten, die Hauptquelle für Termini sollte eine interne sein: entweder die eigene Sprache, d. h. der allgemeine Wortschatz oder seine Dialekte, oder die eigenen Wortbildungsmittel. Somit bilden semantische Mittel (Terminologisierung von Wörtern der eigenen Sprache und älteren Entlehnungen), morphologische Mittel (Wortbildung) und syntaktische Mittel (mehrwortige Termini) die Grundlage der Terminologiebildung im Litauischen.
KLASSIFIKATION DER WEGE UND MITTEL DER TERMINOLOGIEBILDUNG IN EINIGEN ARBEITEN RUSSISCHER TERMINOLOGEN
Dieser Abschnitt analysiert die Arbeiten der russischen Terminologen V. Danilenko, M. Leitchik, A. Superanskaja, N. Podolskaja, N. Vasiljeva und Siergiej Grinev-Griniewicz.
Russische Terminologen unterscheiden, ebenso wie die litauischen Terminologen, gewöhnlich drei Hauptwege der Terminologiebildung. Die ersten beiden beruhen auf der Verwendung interner Quellen, nämlich auf der Verwendung eines bereits vorhandenen Wortes der Sprache (d. h. entweder der Terminologisierung eines Wortes des allgemeinen Wortschatzes oder der Trans-
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terminologisierung eines fertigen Terminus aus einem Fachgebiet in ein anderes) sowie auf der Terminologiebildung mit Wortbildungs- und syntaktischen Mitteln; der letzte Weg beruht dagegen auf der Verwendung externer Quellen, nämlich der Entlehnung eines Terminus aus einer anderen Sprache und seiner phonetischen und morphologischen Anpassung an die Normen der Sprache (Лейчик 2009: 81–84; Суперанская et al. 2012: 194, 203).
A. Superanskaja, N. Podolskaja und N. Vasiljeva vertreten die Auffassung, dass zwar in bestimmten Fachgebieten Wörter der Allgemeinsprache zunehmend terminologisiert werden, das dominante Mittel der Terminologiebildung jedoch die Wortbildung ist (Суперанская et al. 2012: 201). Sie schlagen vor, bei der Erstellung einer Klassifikation der Wege der Terminologiebildung zwei Parameter zu kombinieren, nämlich die Ausgangssprache (einheimisch vs. fremd) und das lexikalische Prinzip, das der Bildung eines Terminus zugrunde liegt (ein fertiges Wort vs. ein bewusst geschaffenes Wort) (Суперанская et al. 2012: 196). Daraus ergäbe sich ein Schema der Wege der Terminologiebildung, das den Autoren zufolge sehr allgemein gehalten ist, da es die Transterminologisierung nicht einschließt (siehe Schema 2).
Schema 2. Klassifikation der wichtigsten Wege und Mittel der Terminologiebildung im Russischen (nach den Arbeiten von A. Superanskaja et al.)
Ähnlich unterscheidet auch V. Leitchik drei Wege der Terminologiebildung: die Bildung von Termini auf der Grundlage der Ressourcen der eigenen Sprache mit Wortbildungs- und syntaktischen Mitteln; die Terminologisierung von Wörtern des nichtfachsprachlichen (Standardsprache und Dialekte) und des fachsprachlichen Wortschatzes; sowie die Entlehnung von Termini aus anderen Sprachen, in denen sie als Termini geschaffen wurden, oder die Entlehnung von Wörtern und deren Terminologisierung (Лейчик 2009: 81–84).
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Wie V. Leitchik anmerkt, sind die Modelle der Terminusbildung zwar dieselben wie die Mittel der Wortbildung in der Gemeinsprache, doch sind einige davon produktiver, andere weniger produktiv. Bei der Klassifizierung von Termini unterscheidet er zunächst Einwort- und Mehrworttermini. Obwohl die Komposition als Wortbildungsmittel im Russischen nicht besonders produktiv ist, stellt V. Leitchik einen allgemeinen Trend zur Verwendung zwei- und dreiwortiger Terminusphrasen (insbesondere im Bereich der Informatik) und sogar vier- oder fünfwortiger Termini (insbesondere im Bereich der Philosophie) fest. Die Bestandteile der meisten Mehrworttermini im Russischen sind Substantive und Adjektive. Mehrere Substantive können mit oder ohne Präpositionen kombiniert werden, sodass Substantive von anderen Substantiven abhängig sein können (Лейчик 2009: 48–62).
Schema 3. Klassifizierung der wichtigsten Wege und Mittel der Terminusbildung im Russischen (nach den Arbeiten von V. Leitchik)
Die beiden zuvor erörterten Klassifizierungen unterscheiden sich in ihrer Behandlung von Entlehnungen. Neben dem Prozess der Entlehnung fertiger Wörter unterscheiden A. Superanskaja et al. auch die Terminusbildung auf der Grundlage entlehnter Elemente. Die Stellung der Letzteren ist in der Klassifizierung von V. Leitchik nicht eindeutig. Neben dem Prozess der Entlehnung von Termini unterscheidet er jedoch den Prozess der Terminologisierung entlehnter Wörter aus dem fremdsprachigen Allgemeinwortschatz. Das bedeutet, dass diese entlehnten Wörter in der Ausgangssprache nicht als Termini verwendet wurden und dies erst in der Zielsprache wurden.
Ein weiterer bedeutender russischer Linguist, V. Danilenko, vertritt die Auffassung, dass Termini im Wesentlichen auf der Grundlage von Wörtern des allgemeinen und des Fachwortschatzes gebildet werden, und zwar nach allen Strukturtypen von Wörtern, die für eine bestimmte Nationalsprache charakteristisch sind (einfache Wörter, Ableitungen und Komposita). Sie unterscheidet dieselben Mittel zur Benennung von Begriffen
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in der Terminologie, die in der Gemeinsprache aktiv verwendet werden, nämlich semantische, syntaktische und morphologische Wortbildungsmittel (siehe Schema 4). Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass Wortbildungsmodelle und Morpheme in der Terminologie in der Regel einen höheren Grad an semantischer Spezialisierung aufweisen als in der Gemeinsprache (Даниленко 1977: 89–97, 113–116).
Das semantische Mittel der Terminusbildung ist in der Wissenschaftssprache von zentraler Bedeutung. Historisch gesehen war es eines der ersten Mittel zur Bildung neuer Termini und dient seither als dauerhafte und unverzichtbare Quelle für Termini. Darüber hinaus weist das semantische Mittel der Terminusbildung gegenüber anderen Mitteln eine Reihe von Vorteilen auf, da durch Terminologisierung gebildete Termini gewöhnlich kurz und leicht zu merken sind. Das semantische Mittel der Terminusbildung unterscheidet sich von der semantischen Wortbildung in der Standardsprache, da semantische Veränderungen in Letzterer schrittweise erfolgen und gewöhnlich zu Homonymen führen, während der Bedeutungswandel bei der Terminusbildung nahezu unmittelbar eintritt (Даниленко 1977: 97–103). Wörter werden gewöhnlich durch Erweiterung der lexikalischen Bedeutung terminologisiert, z. B. корень ‚Wurzel‘ (‚Wurzel einer Pflanze‘ → ‚Wurzel in der Mathematik‘) oder durch Metaphorisierung, z. B. кошка ‚eine Katze‘ (‚ein Tier‘ → ‚Klammerhaken‘).
Ein weiteres für das Russische charakteristisches und dort äußerst produktives Mittel der Terminusbildung ist das syntaktische. V. Danilenko zufolge umfasst der Begriff ‚syntaktisches Mittel‘ sowohl die Zusammensetzung (wodurch Einworttermini gebildet werden, indem zwei Stämme zu einem Wort verbunden werden, entweder mit Bindestrich oder zusammengeschrieben, z. B. нефтепровод ‚Ölpipeline‘) als auch die Wortverbindung (wodurch Mehrworttermini gebildet werden, indem mehrere Wörter zu einer Wortgruppe verbunden werden, z. B. ласточкин хвост ‚Schwalbenschwanz‘). Sie weist außerdem darauf hin, dass die produktivsten Modelle zur Bildung von Mehrworttermini die Verbindung eines Adjektivs und eines Substantivs, eines Substantivs und eines Substantivs, dreier Substantive sowie eines Substantivs, eines Adjektivs und eines Substantivs sind (Даниленко 1977:103–107).
Schließlich umfasst das morphologische Mittel der Terminusbildung dasselbe Spektrum an Affixen, die auch zur Bildung von Wörtern der Standardsprache verwendet werden, und zählt zu den vorherrschenden und produktivsten Mitteln der Terminusbildung, z. B. краситель ‚Farbstoff‘ (← красить ‚färben‘ + Suffix -тель), подотряд ‚Unterordnung‘ (← Präfix под + отряд ‚Ordnung‘). Dennoch bestehen beträchtliche Unterschiede zwischen den morphologischen Mitteln der Terminusbildung und der Wortbildung in der Standardsprache. Die für die Terminusbildung verwendeten Quellen werden in zwei Kategorien unterteilt: interne (einheimische) und externe (entlehnte). Letztere umfassen V. Danilenko zufolge ausschließlich terminusbildende Elemente internationaler (griechisch-lateinischer) Herkunft, da Entlehnung
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Die Übernahme fertiger Wörter aus Fremdsprachen zur Bezeichnung spezieller Begriffe bildet eine eigenständige Kategorie der Mittel der Terminologiebildung. In der russischen Sprache sind terminologiebildende Elemente griechischen und lateinischen Ursprungs bei der Bildung der Wissenschaftsterminologie sehr produktiv (z. B. биофизика ‚Biophysik‘).
Schema 4. Klassifikation der wichtigsten Wege und Mittel der Terminologiebildung im Russischen (nach Arbeiten von V. Danilenko)
Der russische Terminologe Siergiej Grinev-Griniewicz schlägt vor, Termini anhand zahlreicher Kriterien zu klassifizieren, etwa nach Form, Geschichte, chronologischem Status und Inhalt (Гринев-Гриневич 2008: 59–66). Hinsichtlich ihrer Struktur werden Termini üblicherweise in Einworttermini (oder mono-lexemische Termini) und Mehrworttermini (Wortverbindungen, polylexemische Termini) eingeteilt. S. Grinev-Griniewicz merkt an, dass der Anteil der Mehrworttermini in den meisten europäischen Sprachen zwischen 60 und 80% liegt. Einworttermini werden nach ihrer Struktur außerdem in einfache (oder Stammwörter), Ableitungen und Zusammensetzungen gegliedert (Гринев-Гриневич 2008: 121–123).
Ein weiterer bei der Klassifikation von Termini zu berücksichtigender Parameter ist der historische Aspekt. So werden Termini in einheimische und entlehnte eingeteilt. Termini einheimischen Ursprungs lassen sich weiter nach ihrer Struktur in einfache (Wurzelwörter) und Bildungen (auf der Grundlage morphologischer und morphologisch-syntaktischer Wortbildungsmittel) unterteilen (Гринев-Гриневич 2008: 60–61). Entlehnte Termini wiederum können nach verschiedenen Kriterien klassifiziert werden, etwa nach dem Zeitpunkt der Entlehnung, der Gebersprache und dem Verwendungsbereich der Entlehnung (Гринев-Гриневич 2008: 153). Der Autor stellt fest, dass der Entlehnung in der Terminologie wenig Aufmerksamkeit gewidmet wurde, weil alles, was auf Entlehnungen im Allgemeinen zutrifft, auch auf die Terminologie zutreffen kann,
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da die meisten entlehnten Wörter Termini sind.
S. Grinev-Griniewicz entwickelte eine verallgemeinerte Klassifikation der Arten der Terminologiebildung, die sich auf die von den bedeutendsten russischen und ausländischen Wissenschaftlern beschriebenen Wege und Mittel der Terminologiebildung stützt und zur Analyse des Fachwortschatzes verschiedener Fachgebiete verwendet wurde. Dabei werden folgende Arten von Terminologiebildungsprozessen unterschieden: semantische, morphologische, syntaktische und morphologisch-syntaktische (Гринев–Гриневич 2008: 123–162). Der Übersichtlichkeit halber haben wir sie in einem Schema zusammengefasst (siehe Schema 5).
Schema 5. Klassifikation der wichtigsten Wege und Mittel der Terminologiebildung im Russischen (nach Arbeiten von S. Grinev-Griniewicz)
Die Autoren der beiden zuvor erörterten Klassifikationen vertreten unterschiedliche Auffassungen zum Status von Zusammensetzungen. V. Danilenko unterscheidet keine morphologisch-syntaktischen Mittel und ordnet die Komposition den syntaktischen Mitteln der Terminologiebildung zu.
Die Klassifikationen von V. Danilenko und S. Grinev-Griniewicz scheinen von einem anderen Ausgangspunkt auszugehen als die von A. Superanskaja et al. und V. Leitchik vorgestellten. V. Danilenko und S. Grinev-Griniewicz stützen ihre Klassifikationen auf die Art des Mittels der Terminologiebildung (semantisch, morphologisch, syntaktisch). Allerdings wird auf jede der beschriebenen Arten von Mitteln der Terminologiebildung auch das etymologische Kriterium angewandt, z. B. bei den semantischen Mitteln der Terminologiebildung
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Die Terminusbildung stützt sich sowohl auf interne Quellen (Terminologisierung einheimischer Wörter, Erweiterung der lexikalischen Bedeutung, Metaphorisierung, Metonymie, Einengung der lexikalischen Bedeutung und Transterminologisierung) als auch auf externe Quellen (Entlehnung aus Fremdsprachen); die morphologischen Mittel der Terminusbildung beruhen auf internen Quellen, während die syntaktischen und morphologisch-syntaktischen Bildungsmittel sowohl auf interne als auch auf externe Quellen zurückgreifen können.
KLASSIFIKATION DER WEGE UND MITTEL DER TERMINUSBILDUNG IN EINIGEN WERKEN VON SAGER UND IN ISO 704:2009
Dieser Abschnitt bietet eine Analyse ausgewählter Arbeiten zur englischen Terminologie. Wir betrachten einige Werke von Juan C. Sager, einem bekannten Terminologen, dem Infoterm 2001 den Eugen-Wüster-Preis in Anerkennung herausragender Leistungen auf dem Gebiet der Terminologie verlieh, sowie die Internationale Norm ISO 704 (Terminologiearbeit – Grundsätze und Methoden) der Internationalen Organisation für Normung (ISO 704:2009 (E)). Die Norm ISO 704 stellt Methoden der Terminusbildung vor, die auf die englische Sprache anwendbar sind. Sie können auch auf andere Sprachen anwendbar sein, jedoch nicht notwendigerweise auf dieselbe Weise, da die Wege und Mittel der Terminusbildung „von den lexikalischen, morphosyntaktischen und phonologischen Strukturen der einzelnen Sprachen abhängen“; daher „sollten sprachspezifische Grundsätze der Terminusbildung nur in nationalen und regionalen Normen beschrieben werden, die sich mit einer bestimmten Sprache befassen, und nicht in Internationalen Normen“ (ISO 704:2009 (E): 38).
Die in der englischen Sprache verwendeten Klassifikationen der Wege und Mittel der Terminusbildung weisen eine ähnliche Besonderheit auf – sie beruhen in erster Linie auf der Unterscheidung zwischen der Verwendung bestehender Formen, der Schaffung neuer Formen und der Nutzung neuer Ressourcen.
Der Terminologe J. C. Sager zufolge entspricht das Spektrum der Strukturen, die zur Bildung von Termini in Fachsprachen verwendet werden, demjenigen, das zur Bildung von Wörtern der Allgemeinsprache dient. Der Unterschied besteht darin, dass der Fachwortschatz „infolge der gezielten und häufig systematischen Verfahren der Terminusschöpfung eine weitaus größere Regelmäßigkeit aufweist“ (Sager 2004: 1924).
In den Werken von J. C. Sager werden Wege und Mittel der Terminusbildung als sprachliche Benennungsmethoden bezeichnet. Sie finden in der Terminologie verschiedener Sachgebiete Anwendung. J. C. Sager betont, dass die von ihm erörterte Klassifikation der Terminusbildungsmethoden „nicht erschöpfend sein soll, sondern vielmehr die Bandbreite der Möglichkeiten aufzeigt“ (Sager 1990: 71–80; Sager 1997; Sager 2004: 1924–1928).
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J. C. Sager unterscheidet folgende Methoden der Terminusbildung:
die Verwendung bestehender Ressourcen,
die Modifikation bestehender Ressourcen,
die Verwendung neuer Ressourcen (Schaffung neuer sprachlicher Einheiten) (siehe Schema 6).
Die Nutzung bestehender Ressourcen umfasst die Erweiterung der Bedeutung eines Wortes der Allgemeinsprache. Die Bedeutungserweiterung erfolgt mittels eines Vergleichs (Benennung eines Konzepts in Analogie zu einem anderen, z. B. an L-shaped room), einer Metapher (Benennung eines Konzepts nach dem Gegenstand, dem es am stärksten ähnelt, z. B. goose-neck clamp) oder durch die Verwendung eines Eigennamens (z. B. watt). J. C. Sager berücksichtigt jedoch nicht die Struktur eines terminologisierten oder transterminologisierten Terminus: ob das Wort strukturell einfach oder eine Ableitung ist. Dies liegt vermutlich daran, dass sich nur schwer feststellen lässt, ob eine Ableitung geschaffen wurde, um ein neues Konzept zu bezeichnen, oder ob sie aus der Allgemeinsprache oder einer anderen Fachsprache übernommen wurde (terminologisiert/transterminologisiert).
Die Modifikation bestehender Ressourcen als Methode der Terminusbildung umfasst Affigierung (oder Derivation), Rückbildung, Komposition, die Bildung von Mehrworttermini, Konversion und Kompression.
J. C. Sager merkt an, dass die Affigierung (Suffixierung und/oder Präfigierung) aufgrund des präzisen Ausdrucks und des systematischen Referenzbezugs von Affixen eine wichtige Rolle für die systematische Strukturierung von Termini spielt. Er stellt außerdem fest, dass das Spektrum der zur Terminusbildung in Fachsprachen verwendeten Affixe wesentlich größer ist als im allgemeinen Englisch, da viele Wörter und Wortelemente aus klassischen Sprachen wie dem Griechischen und dem Lateinischen ins Englische gelangten, insbesondere in den Bereichen Wissenschaft und Technik, z. B. super-elevation ← super + elevation; compaction ← compact + ion.
Ähnlich wie die Affigierung ist auch die Komposition für die Systematik des Fachwortschatzes von großer Bedeutung. Ein Kompositum ist eine neue syntagmatische Einheit, die durch die Verbindung zweier oder mehrerer Wörter gebildet wird und eine von ihren Bestandteilen unabhängige neue Bedeutung hat; als Terminus bezeichnet es ein für ein bestimmtes Sachgebiet relevantes Konzept (Sager 1997: 34). Bei Komposita aus zwei Elementen ist das erste Element gewöhnlich das Bestimmungswort, das das zweite Element modifiziert, welches den Kern des Kompositums bildet, z. B. water load, sight width. Darüber hinaus können Komposita auch aus drei oder vier Elementen gebildet werden, manchmal sogar aus fünf oder sechs.
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J. C. Sager verwendet auch die Bezeichnungen phrasal compounds für Phrasen, deren Wörter durch Präpositionen miteinander verbunden sind (Sager 2004: 1927), sowie compounds of phrases für Phrasen, die Präpositionen, Artikel, Konjunktionen und Adverbien enthalten (Sager 1990: 74); die Abgrenzung der beiden ist in seinen Arbeiten jedoch nicht ganz eindeutig.
Als gesonderte Kategorie der Mittel der Terminologiebildung unterscheidet J. C. Sager die Bildung von phrasal terms (z. B. detection of cracks by dye penetrant method). Ihre Bildung steht in engem Zusammenhang mit der Komposition, und wie J. C. Sager feststellt, „ist die Präferenz für die eine oder andere Methode eine Frage sprachlicher Dispositionen“ (Sager 1997: 36). Die germanischen Sprachen bieten größere Möglichkeiten zur Bildung von Komposita, während die romanischen Sprachen auf die Bildung von Phraseneinheiten angewiesen sind. J. C. Sager zufolge „werden im Englischen Phrasenterme gebildet, wenn ein Kompositum nicht hinreichend klar oder sogar mehrdeutig sein könnte“ (Sager 1997: 36).
Ein weiteres Mittel der Terminologiebildung durch Modifizierung vorhandener Quellen ist die Konversion. Dabei wechselt ein Wort seine grammatische Kategorie, ohne dass sich seine morphologische Form verändert. J. C. Sager merkt an, dass die Konversion häufig dazu dient, Substantive auf der Grundlage von Verben und Adjektiven und umgekehrt zu bilden; die Richtung des Wortbildungsprozesses lasse sich jedoch nicht immer leicht bestimmen (z. B. design, supply). Zudem ist die Produktivität dieses Mittels der Terminologiebildung im wissenschaftlichen Englisch eingeschränkt, da ein hoher Anteil der Termini Elemente lateinischen und griechischen Ursprungs enthält und sich daher nicht für eine Konversion eignet (Sager 2004: 1927).
In den Fachsprachen gibt es außerdem viele Termini, die durch verschiedene Arten der Kürzung bestehender langer Termini gebildet werden. Die produktivsten und häufigsten Kürzungsverfahren sind die Akronymbildung (z. B. FM, DDT) und die Kürzung (z. B. maths, lab) (Sager 1990: 37, 38).
Ein weiteres Mittel der Terminologiebildung, das auf der Modifizierung vorhandener Quellen beruht, ist die Rückbildung. J. C. Sager zufolge ist die Rückbildung im Bereich der Technik produktiver als in der Wissenschaft; sie führt zu komplexen Verben, die nominale Prozesskonzepte bezeichnen, und geht häufig mit Komposition einher (Sager 2004: 1927).
Die letzte von J. C. Sager erörterte Methode der Terminologiebildung ist die Nutzung neuer Ressourcen oder die Schaffung neuer lexikalischer Einheiten (Neologismen). Diese können zwei Arten angehören: der Schaffung völlig neuer Einheiten und der Entlehnung aus anderen Sprachen (direkte Entlehnung und Lehnübersetzung). In Wissenschaft und Technik entspringt dieser Prozess dem Bedarf, einzigartige neue Konzepte zu benennen. In Fachsprachen ist die Schaffung völlig neuer
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Einheiten eher ungewöhnlich, da neue Termini die Beziehungen neuer Konzepte zu bereits bestehenden widerspiegeln müssen; der Prozess der Bildung neuer Termini muss also systematisch sein, was sich durch Affigierung und Komposition leicht erreichen lässt. An dieser Stelle merkt J. C. Sager an, dass es im Englischen oft schwierig ist, zwischen der Schaffung genuiner Neologismen durch Derivation mit lateinischen oder griechischen Wortbildungselementen und der Entlehnung von Termini als fertigen Wörtern aus dem Lateinischen, Griechischen und Französischen zu unterscheiden. Zudem lässt sich die Quelle von Entlehnungen nicht immer bestimmen, denn im Englischen gibt es „eine so lange Tradition der Entlehnung aus allen drei Sprachen, dass es sehr oft unmöglich ist zu sagen, ob ein Wort über das Französische ins Englische gelangt ist oder ob es direkt aus einer der klassischen Sprachen übernommen wurde“ (Sager 1990: 38).
Im Gegensatz dazu sind Entlehnungen aus anderen Sprachen im modernen Englisch recht selten. Üblicherweise ist es das moderne Englisch, das zur Quelle für die Entlehnung neuer Terminologie in andere Sprachen wird. Neben der direkten Entlehnung erörtert J. C. Sager die Lehnübersetzung oder das Kalk, das durch wörtliche Übersetzung entsteht, also durch die wortgetreue Ersetzung der lexikalischen Bestandteile von Komposita. J. C. Sager zufolge „wird die Lehnübersetzung der direkten Entlehnung vorgezogen; keine der beiden Formen der Terminusschöpfung ist jedoch akzeptabel, wenn sie gegen die natürlichen Wortbildungstechniken einer Sprachgemeinschaft verstößt“ (Sager 1990: 87). Das bedeutet, dass sowohl direkte Entlehnungen als auch Lehnübersetzungen den Anforderungen der Zielsprache entsprechen müssen.
Schema 6 fasst die von J. C. Sager in seinen Arbeiten aus den Jahren 1990, 1997 und 2004 beschriebenen Wege und Mittel der Terminologiebildung zusammen:
Schema 6. Klassifikation der wichtigsten Wege und Mittel der Terminologiebildung im Englischen (auf der Grundlage der Arbeiten von J. C. Sager)
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Eine weitere universelle Klassifikation der Wege und Mittel der Terminologiebildung wird in der Internationalen Norm ISO 704 (Terminology work – Principles and methods) der Internationalen Organisation für Normung (ISO 704:2009 (E)) vorgestellt. Die in ISO 704 dargestellten wichtigsten Wege der Terminologiebildung, die auf die englische Sprache anwendbar sind, sind:
• die Bildung neuer Formen,
• die Verwendung bestehender Formen,
• die sprachübergreifende Entlehnung (siehe Schema 7).
Die Bildung neuer Formen umfasst solche Mittel der Terminologiebildung wie die Derivation (Hinzufügen eines oder mehrerer morphologischer Elemente bzw. Affixe zu einer Wurzel oder einem Wort), die Zusammensetzung (durch die komplexe Termini, Wortgruppen oder Wortverschmelzungen entstehen) und abgekürzte Formen (Kurzformen, gekürzte Termini, Abkürzungen, Initialwörter und Akronyme).
Die Verwendung bestehender Formen umfasst solche Mittel der Terminologiebildung wie die Konversion (d. h. den Wechsel der Wortart), die Terminologisierung (die Zuweisung neuer, häufig analoger oder metaphorischer Bedeutungen an bestehende Termini verwandter Fachgebiete oder an Wörter der Gemeinsprache), die semantische Übertragung innerhalb einer Fachsprache und die fachgebietsübergreifende Entlehnung (Metaphern).
Schließlich gibt es zwei Arten der sprachübergreifenden Entlehnung: direkte Entlehnungen und Lehnübersetzungen.
Schema 7. Klassifikation der wichtigsten Wege und Mittel der Terminologiebildung im Englischen (nach ISO 704:2009 (E))
Der Vergleich der beiden obigen Klassifikationen zeigt, dass die Kategorisierung der wichtigsten Wege und Mittel der Terminologiebildung im Englischen recht
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ähnlich. Die Klassifikationen beruhen auf folgender Gegenüberstellung: Der Verwendung oder Modifizierung bestehender (interner) Quellen zur Bildung neuer Termini wird die Nutzung externer Quellen (sprachübergreifende Entlehnung) gegenübergestellt.
Dennoch weisen die Klassifikationen einige Unterschiede auf. Erstens wird der Status solcher Mittel der Terminusbildung wie der Konversion unterschiedlich bewertet. J. C. Sager ordnet die Konversion der Modifizierung bestehender Quellen zu, neben Affigierung und Komposition; in der Norm ISO 704:2009 (E) hingegen wird die Konversion der Verwendung bestehender Formen zugeordnet, neben Terminologisierung und Transterminologisierung. Die unterschiedliche Einordnung der Konversion in diesen Klassifikationen stimmt durchaus mit den unterschiedlichen Auffassungen von Konversion in der Wortbildungstheorie überein. Einige Linguisten betrachten die Konversion als Unterart der Derivation (Plag 2003: 17); andere Linguisten diskutieren sie als eigenständige Kategorie, die sich von Derivation und Komposition unterscheidet (Jackson & Zé Amvela 2012: 100; Šeškauskienė 2013: 123).
Ein weiterer Unterschied liegt in der Auslegung von Neologismen und ihrer Stellung in der Klassifikation. J. C. Sager betrachtet Entlehnungen aus anderen Sprachen als Neologismen (Sager 1997: 38); die neue Definition des Terminus Neologismus durch ISO/TC37 [1087-1:2009] besagt hingegen, dass nur neu geprägte Termini, einfache wie komplexe, die erstmals in einer Sprache auftreten und mithilfe sprachlicher Verfahren wie Derivation, Komposition oder Kontamination gebildet wurden, als Neologismen gelten können (Valeontis, Mantzari 2006). Folglich sollten Entlehnungen aus Fremdsprachen nicht den Mitteln zur Bildung von Neologismen zugerechnet werden. In diesem Zusammenhang ist die Unterscheidung zwischen einheimischen und fremden Quellen der Terminusbildung von entscheidender Bedeutung.
Es ist darauf hinzuweisen, dass die oben dargestellten Klassifikationen der litauischen, russischen und englischen Wege und Mittel der Terminusbildung generell auf Fachsprachen anwendbar sind, d. h. sie legen Wege und Mittel der Terminusbildung dar, die bei der Bildung von Termini in allen Wissenschafts- und Technikbereichen zu befolgen sind. Sie können sich zweifellos je nach Fachgebiet und Struktur der jeweiligen Sprache unterscheiden.
SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die Analyse der Beschreibungen und Klassifikationen der Wege und Mittel der Terminusbildung in den terminologischen Arbeiten auf Litauisch, Russisch und Englisch erlaubt folgende Schlussfolgerungen:
1. In den Arbeiten litauischer Terminologen (St. Keinys, K. Gaivenis) ist das Hauptkriterium für die Klassifikation der Wege und Mittel der Terminusbildung
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die Gegenüberstellung interner und externer Quellen: der Verwendung des bestehenden Wortschatzes der Standardsprache oder der Dialekte sowie der Schaffung neuen Wortschatzes mit einheimischen Wortbildungsmitteln (interne Quellen) steht die Verwendung von Entlehnungen (externe Quellen) gegenüber.
2. Die Ansätze russischer Terminologen lassen sich in zwei Gruppen einteilen. Eine Gruppe (A. Superanskaja, N. Podolskaja, N. Vasiljeva, V. Leitchik) verwendet die Gegenüberstellung interner und externer Quellen von Termini als Hauptkriterium für die Klassifikation der Wege und Mittel der Terminusbildung. Eine andere Gruppe (V. Danilenko, S. Grinev-Griniewicz) geht von einem anderen Ausgangspunkt aus und stützt ihre Klassifikation auf die Art der Mittel der Terminusbildung: semantische, morphologische, syntaktische und morphologisch-syntaktische.
3. In den Arbeiten zur englischen Terminologie (J. C. Sager, ISO 704:2009 (E)) werden bei der Klassifikation der Muster der Terminusbildung mehrere Kriterien herangezogen: die Gegenüberstellung bestehender Formen und Entlehnungen sowie verschiedene Mittel der Terminusbildung. Die Autoren interpretieren jedoch den Prozess der Konversion und der Bildung von Neologismen unterschiedlich; daher stimmen die Kategorien der Terminusbildung in ihren Klassifikationen nicht überein.
Die Ergebnisse der Analyse zeigen, dass die Arbeiten zur litauischen, russischen und englischen Terminologie ähnliche Ansätze zur Analyse der Terminusbildung bieten, ihre Ausgangspunkte jedoch unterschiedlich sein können: Sie beruhen entweder auf dem etymologischen Kriterium oder auf der Art des Terminusbildungsprozesses (morphologisch, syntaktisch, semantisch). Die Wahl der Prinzipien für die Klassifikation von Termini hängt von den vorherrschenden terminologischen Traditionen und der Sprachstruktur ab. Die Klassifikation der Terminologie einer Sprache kann für die Klassifikation der Terminologie einer anderen Sprache ungeeignet oder nur teilweise geeignet sein. Daher erfordert eine kontrastive Analyse der Terminusbildung in mehreren Sprachen die Entwicklung einer spezifischen Klassifikation, die alle Wege und Mittel der Terminusbildung in den untersuchten Sprachen erfasst und als Grundlage für ihren Vergleich dient.
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TERMINŲ KŪRIMO ANALIZĖ LIETUVIŲ, RUSŲ IR ANGLŲ TERMINOLOGIJOS DARBUOSE
Straipsnyje analizuojamos ir gretinamos žymiausių lietuvių terminologų St. Keinio ir K. Gaivenio, rusų terminologų A. Superanskajos, N. Podolskajos, N. Vasiljevos, V. Leitchiko, V. Danilenko ir S. Grinev-Grinevičiaus, terminologo J. C. Sagerio, tyrinėjusio anglų kalbos terminiją, bei Tarptautinės standartizacijos organizacijos pateiktos terminų kūrimo būdų klasifikacijos. Atlikta terminologų darbų analizė leidžia daryti tokias išvadas:
1. Lietuvių terminologų (St. Keinio ir K. Gaivenio) darbuose pagrindinis terminų kūrimo būdų klasifikavimo kriterijus yra opozicija tarp vidinių ir išorinių šaltinių: terminai skirstomi į daromus, panaudojant savąją leksiką (terminologizuojant gatavus žodžius bei kuriant naujadarus, pasitelkus savosios kalbos žodžių darybos inventorių), ir į pasiskolinamus iš kitų kalbų. Pagal formaliąją sandarą terminai skirstomi į vientisinius (vienažodžius) ir sudėtinius (keliažodžius).
2. Rusų terminologai A. Superanskaja, N. Podolskaja, N. Vasiljeva, V. Leitchikas vidinių ir išorinių šaltinių priešpriešą taip pat laiko pagrindiniu terminų kūrimo būdų
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klasifikavimo kriterijumi. Tuo tarpu kiti rusų terminologai V. Danilenko, S. Grinev-Griniewiczius klasifikavimo pagrindu renkasi terminų darybos priemones, skirstydami jas į semantines, morfologines, sintaksines ir morfologines-sintaksines.
3. J. C. Sageris, kuris tyrinėjo anglų kalbos terminiją, bei tarptautinio standarto ISO 704 rengėjai, klasifikuodami terminų kūrimo būdus, sujungia keletą kriterijų: terminų šaltinius bei terminų darybos priemones. Tačiau jie skirtingai interpretuoja konversiją bei neologizmus, todėl terminų kūrimo modeliai jų klasifikacijose nesutampa.
Analizės rezultatai rodo, kad terminologijos darbuose, skirtuose lietuvių, rusų ir anglų terminijai, laikomasi panašių kriterijų, klasifikuojant terminų kūrimo būdus: remiamasi vidinių ir išorinių šaltinių priešprieša bei terminų darybos priemonių tipologija. Tačiau terminologai dažnai renkasi skirtingus klasifikavimo išeities taškus, akcentuodami arba terminų kilmę, arba jų darybą. Neretai jie skirtingai interpretuoja ir tuos pačius terminų darybos procesus. Terminų klasifikavimo principų pasirinkimą lemia tiek vyraujančios terminų kūrimo tradicijos, tiek kalbos, kurios terminai klasifikuojami, struktūra. Vienos kalbos terminų kūrimo būdų klasifikacija gali visai netikti arba tik iš dalies tikti kitos kalbos terminų kūrimo būdų klasifikacijai. Todėl, atliekant gretinamąją kelių kalbų terminų analizę, reikia sudaryti tiriamoms kalboms tinkamą klasifikavimo sistemą, kuri apimtų visus tiriamų kalbų terminų kūrimo būdus ir sudarytų pagrindą jų sugrupinimui.
Gauta 2016-08-22
Liudmila Mockienė Mykolo Romerio universitetas Ateities g. 20, LT-08303 Vilnius E. paštas [email protected]
Sigita Rackevičienė Mykolo Romerio universitetas Ateities g. 20, LT-08303 Vilnius E. paštas [email protected]
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