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R. Eckert. „Baltistische Studien“

A. Sabaliauskas

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Die Verwendung von Material aus den Dialekten der litauischen Sprache, alten Schriften, lettisch, preußisch und anderen indoeuropäischen, insbesondere slawischen Sprachen, die Stützung auf statistische Daten ermöglichte dem Autor, ein neues, sehr argumentiertes Wort über die Entstehung des gegenwärtigen litauischen Aussprachesystems, die Entwicklung des Ursprungs ir vieler grammatischer Formen zu sagen. J. Das ko Kazlausknyga ist nicht nur ne für die litauische Sprachwissenschaft, sondern auch für die baltische, indoeuropir äische und allgemeine Sprachwissenschaft von Bedeutung. K. Möhre R. Eckert Studien, Berlin, Deutschland 1971, 102 p. Professor Rainer Eckert von der Universität Leipzig ist für die Sprachwissenschaftler unserer Republik „ein eigener Mann“: Wir treffen ihn oft su auf verschiedenen Konferenzen, Beratungen, lesen oft interessante Artikel, die sowohl in jo Deutsche Demokratie Die Republik, sowohl In den Publikationen der Sowjetunion (vor allem natürlich unserer ir Republik) und anderer jo Länder finden wir den Namen von Zeit zu Zeit in den Informationen über Die Aktivitäten der DDR-Balten, Übersetzungen der litauischen į Belletristik in die ir deutsche Sprache usw. Kürzlich Leipzig Sächsisch Die Akademie der Wissenschaften veröffentlichte in ihrer Berichtsreiga he eine eigenständige Sammlung von Artikeln dieses Linguisten unter dem Titel „Baltische Studien“. Die Veröffentlic- — hung eines solchen Buches ist ein frohes Ereignis, allein schon deshalb, weil es die erste Ein in der DDR herausgegebenes Buch, das sich rein baltischen Problemen widmet. Ji Die Leipziger Baltistik ist wie ein fernes Echo tų der schönen Tradition der ir Leipziger Universität in der deutsch-baltischen Allgemeinwissenschaft, die bereits im letzten Jahrhundert von berühmten deutschen Wissenschaftlern gegründet wurde. Der Pionier dieser Traditionen, August Schleicher, wird in einer eigens für dieses Buch geschriebenen Im Vorwort des DDR-Slavist Rudolf Fischer, der unter anderem daran be erinnert, dass das Interesse an den baltischen Sprachen in letzter Zeit wieder zugenommen hat. ; Wenn man A. sich an Schleicher erinnert, kann man die erfreuliche Tatsache feststellen, dass in den letzten Jahren über den deutschen šį Linguisten — „Helden der Geschichte- “, wie ihn jį jemand da nannte, veröffentlichte Friedrich Kuršaitis, besonders viele interessante Arbeiten (Jg. Dycės (Hrsg.): R. Die ir Fischerei. )?. R. Ekerts Buch beginnt auch mit einem Artikel über A. Schleicher „Zu August Schleichers „Litauischer Grammatik'“ (S. 10) 9—20). Der Autor des Artikels charakterisiert treffend die berühmte Schleicher-Grammatik, stellt die interessante Entstehungsgeschichte dieses Buches dar, erinnert an seine Bedeutung für die Geschichte der Erforschung der litauischen Sprache, für die Entwicklung unserer literarischen Sprache. ir t. t. Natürlich wird auf die ir SchwachsteA. llen von Schleichers Werk hingewiesen, die vor allem dem Autor, aber auch dem ne damaligen Sprachniveau zuzuschreiben sind. Vielleicht nur eine R. Eckarts Vorwurf an A. Schleicher ein bisschen zu weit „streng“. Der Verfasser des Artikels erinnert viele Balten, die schon,,,geflügelt®“ sind, an ir Schleichers Ausspruch, A. dass die lettische Sprache ,.eine in Laut und deutlich Grammatik jūngere Sprache (ist), die sich zum Litauischen etwa verhilt wie das Italienische zum Latein“ (Bd. p. 13). Teisus R. Eckert, mit der Begründung, dass zu dieser Zeit latviy Sprache noch nicht ausreichend erforscht wurde, dass nur J. Das Werk von Angelus füllte diese Lücke. Allerdings, auch wenn ir po J. Endze- * Die Amerikaner haben vielleicht einen der interessantesten Artikel über A. Schleicher als Wissenschaftler des ir Menschen nachgedruckt, der vor mehr als einem Jahrhundert jo von seinem berühmten Schüler Johann Schmidt geschrieben wurde, vgl. Portraits of SprachwissA enschaftler, Biografie und Biografie Quelle Buchen Sie für die Geschichte of Western Linguistik, 1746—1963, herausgegeben von by Thomas A. Sebeok, I, Bloomington und London, 1967, p. 374-395. 16* 243 Leinenarbeiten, scheint uns, das bildhafte Sprichwort von A. Schleicher, dass, wenn man die Phonetik und Morphologie der litauischen und lettischen Sprachen im Auge behält, seine Relevanz nicht verloren hat. Es stimmt, dass R. Ekert, der sich seit einigen Jahren intensiv mit den Problemen der Heteroklise der indoeuropäischen, insbesondere baltischen und slawischen Sprachen beschäftigt, dazu neigt, Spuren der Heteroklise in der lettischen Sprache mehr zu finden als in der litauischen. Einige Beispiele von Herrn Ekert scheinen jedoch ziemlich verdächtig. Zum Beispiel neben lit. sdulė, lat. safile, altpr. saule, weist er auf lat. sauls hin (diese Form wäre seiner Meinung nach ein Überrest des /stamm). Hier wird wohl zu viel auf die Fakten aus Wörterbüchern vertraut. So wird das lateinische Wort sauls einmal in den Ergänzungen von J. Endzelynas und E. Hauzenberga zum Wörterbuch von K. Mühlenbach erwähnt. Sie wurde in der Beschreibung des schönen Dialekts von L. Latkovskij? verwendet. Eines der charakteristischsten Merkmale der Morphologie dieses Dialekts ist die Tendenz der Substantive mit -ė-Stammbaum zu -ikamien. In diesem Dialekt finden wir anstelle von apse, upe, apss, ups usw. * Auf ähnliche Weise scheint neben lat. zeme, lit. žemė, altpr. semmé („auf der Erde“) auch lat. zems entstanden zu sein. Natürlich können solche Fakten keine archaischen Merkmale in der Morphologie der lettischen Sprache aufzeigen. Eine ganz andere Sache ist der Wortschatz der lettischen Sprache, der tatsächlich eine Menge der alten Tatsachen bewahrt hat, die im Litauischen verschwunden sind. Der Verfasser des Artikels hat vielleicht nicht ganz richtig das von A. Sleicher gegebene Beispiel der Vokalwechsel i: e: a: o (S. 15) gewählt, da lit. mérai kein Eigenwort ist, sondern eine Lehnwort aus slawischen Sprachen. Bei der Aufzählung der von A. Schleicher begonnenen Tradition der Lehrbücher der deutsch-litauischen Sprache hätte man wohl auch auf die 1929 in Heidelberg erschienene „Kleine litauische Sprachlehre“ von A. Sen hinweisen müssen. Der umfangreiche Artikel „Slawismen mit i-Stamm im Litauischen“ (S. 21-55) enthält eine äußerst sorgfältige morphologische und derivative Analyse der i-Stamm-- Slawismen der litauischen Sprache. Hier vielleicht nur an einer anderen Stelle zweifeln die Hinweise an den litauischen Wörtern Lit. (= litauische Sprache), Lit. dial. (= Dialekt), Alit. (=altes, alte Schriften). In diesem Fall wäre es wahrscheinlich besser gewesen, sowohl Slawismus mit dem Hinweis Lit. als auch Slawismus mit dem Hinweis Lit. dial zu verwenden. als eine einzige Gruppe vorzulegen. Außerdem sind lit. kūtis, lat. kūts wohl Germanismen? Ist es nicht eher möglich, dass dieses Wort in die litauische Sprache aus der lettischen Sprache gekommen ist, und man könnte versuchen, lat. kiits als eigenes baltisches Wort mit entsprechenden slawischen Wörtern in Verbindung zu bringen? Natürlich ist es auch unmöglich, dies kategorisch zu sagen. In dem Artikel „Altpreussisch brendekermnen und seine Teilentsprechungen im Slawischen“ (S. 56—59) werden dem zweiten Bestandteil dieses altpreußischen Wortes semantische Parallelen zu slawischen Sprachen gegeben (vgl. altslawisch črėvo „Leib“, slowenisch črevata „Mist“ usw.). Interessanterweise hat, wie der Autor des Artikels in der entsprechenden Anmerkung bemerkt, bereits F. Nesselmann versucht, den Ursprung des preußischen Wortes ähnlich zu erklären. In späteren preußischen Werken wurde dieser Interpretation jedoch nicht ausreichend Rechnung getragen. Besonders interessant ist der letzte Artikel des Buches, „Zur ir Heteroklisie im Baltischen und Slawischen“ (S. 60—74), in dem der Autor die Skeptiker der Heteroklisie-Theorie sehr argumentiert zu bekämpfen scheint, indem er neue interessante Fakten der Heteroklisie in den baltisch-- slawischen Sprachen findet. * L. Latkovsks, Schöne Aussprache,,,Arbeiten der Philologen-Gesellschaft“, XV, Riga, 1935, S. 37. 3 L. Latkovsks, ibid., S. 38; vgl. auch M. Rudzite, Latviešu dialektoloģija, Riga, 1964, S. 337—2339. ' 244 Am Ende des Buches finden Sie eine breite 1948 — 1968 m. Deutsche Demokratie In der Republik wurde eine baltische Bibliographie gedruckt, die auch von Wissenschaftlern dieses Landes in der Presse anderer Länder veröffentlicht wurde und in der Positionen 249 festgehalten wurden, die verschiedenen Problemen der baltischen Sprachwissenschaft, der ir litauisch-lettischen Literatur, der Volkserzählung, der baltischen Geschichte gewidmet sind. Weitere 52 bibliografische Positionen betreffen die Lausitzer (Sorbisch) i ir Die litauischen kulturellen Beziehungen. Diese umfangreiche Bibliographie su zusammen mit Professor R. Ekertu wurde von einem anderen aufrichtigen Freund, einem aktiven Förderer der litauischen Kultur, vorbereitet DDR-Doktor Frido Wild. Wie die Autoren der Bibliographie selbst sagen, wäre es sehr schwierig, be eine vollständige iš Bibliographie auf einmal zu erstellen, deshalb bitten sie ihre Leser um Hilfe, um sie zu ergänzen. ir Als Antwort į šį auf Ihre Anfrage möchten wir Ihnen einige Dinge nennen, die in dieser Bibliographie enthalten tų sein sollten, į nämlich: Ambr. Jonynas, Der Kampf der Fronbauern gegen die Gutsherrschaft im Spiegel der litauischen Mérchen, Schwanke und Schwankmūžrchen, „Deutsches Jahrbuch fiir Volkskunde“, Bd. VII, Berlin, Deutschland 1961, p. 205—214. ~ K. Korsakas, Bericht iiber die Folklorerforschung in Litauen, „Deutsches Jahrbuch fiir Volkskunde“, Bd. VI, T. 2, Berlin, 1960, p. 451 — 453. Ein paar Korrekturhilfen: K. Mühlenbach ir J. Das Wörterbuch des Evangeliums wird 1923—1932 veröffentlicht in., o J. Die Grammatik der deutschen Sprache — 1956 m. (Dieser Band wurde vor anderen už Bänden veröffentlicht). Ich wünschte, dieser Professor R. Ekerts Werk wäre nur ein ne schönes Echo der deutschen baltischen Traditionen, aber neue ir bedeutende Deutsche Demokratie Beginn der baltischen Forschungen in der Republik. R. Eckert šį widmet sein Werk einem ehemaligen Freund aus der Schulzeit, — einem russischen Linguisten V. M. Ilič-Svityčius, wodurch er gleichsam noch einmal daran erinnerte, dass die ir Baltistik durch den tragischen Tod dieses Wissenschaftlers schmerzlich berührt wurde. A. Sabaliauskas JlinrsicTeiunas reorpadis i rpynoyka Geaapyckix rasopak, Minck, [Izoglosy 1968 Interpretation], S.; 318 Jlinrsicteiunas reorpadis i rpynoy ka Geaapyckix Rassepack, Nerz, 1969 [80 Zemélapiy]* Die weißrussische Sprachgeographie ist in ihren Anstrengui ngen weit ir fortgeschritten und hat mit ihrer wertvollen Produktion andere Sprachgeographien weit übertroffen. Sowjetunion Unionsrepubliken, die ähnliche Dialektforschung betreiben. Ein großer wissenschaftlicher Erfolg auf diesem Gebiet war die erste monumentale Veröffentlichung, die von einem Autorenkollektiv ir 1963 m. vorbereitet wurde Dialektologischer Atlas der weißrussischen Sprache (JlsisiJiekraJiariunbi aTJiac 6eaapycKali MOBH), auf dessen 338 Karten Die jų Kommentare (größtenteils ir jų farbig) spiegeln die typischen Merkmale der phonetischen Morphologie, der syntaktischen ir Konstruktion, der dialektischen und lexikalischen Vielfalt und ir Verbreitung einzelner Phraseologismen der weißrussischen Dialekte wider. Auf der Grundlage dieser Latlas, belarussische Dialektolo- — * Eudarė Autorenkollektiv: Mitglied der Akademie MA der Wissenschaften der UdSSR R. In: Philosophical Transactions. m. Kand. A. In: Philosophical Transactions, Vol. m. Dr. M. In: Philol. m. Dr. N. A. Wöhler, Philosoph. m. Dr. A. Grucas j. m. b. I. In: Philosophical Transactions. m. Kand. A. Korrespondierendes Mitglied der BFSU. MA m. Dr. J. Mackewitz, Philosoph. m. Kand. J. Ramanovič, j. m. b. A. Hut. Bearbeitet von Mitglied der MA Akademie der Wissenschaften der UdSSR R. Avanesov, Akademiker MA der BSSR K. Astrachowitsch (Hrsg.): Philosophisch. m. Dr. J. Mackewitz. 245