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Unbekannte baltische Bezeichnungen aus dem Goldaper Kreis im Thorner Nachlass von Martin Gerss

Krystyna Szcześniak

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LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI, XXXII (1993) BALTŲ ONOMASTIKOS TYRINĖJIMAI KRYSTYNA SZCZEŚNIAK UNBEKANNTE BALTISCHE BEZEICHNUNGEN AUS DEM GOLDAPER KREIS IM THORNER NACHLASS VON MARTIN GERSS* Der 130 numerierte handschriftliche Seiten umfassende Thorner Nachlass von Martin Gerss enthält ausser deutschen Amtsnamen Bezeichnungen von Orten und physiographischen Objekten einschliesslich ihre Genitive aus den Gebieten der Masuren, des Warmlandes und des Oppelner Schlesiens aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie wurden, auf Bitte des Masuren Martin Gerss (aus seine Lebenslauf nur die Daten und Orte von Geburt und Tod keiner Diskussion unterliegen) in diesen Gebieten unter den Einheimischen durch evangelische Pastoren gesammelt, die in der Mehrheit durch ihre in den Briefen angebrachte Unterschriften mit Vornamen und Namen bekannt sind. An die Erschliessung dieses Dokumentes erinnerte schon 1948 Professor Ludwik Zabrocki, bisher erfolglos. Der Wert des Nachlasses ist unbestritten. Die Sammlung einer so grossen Anzahl von Bezeichnungen mit ihren im erwähnten Gebiet verwendeten Entsprechungen und ihren Genitiven aus der Mitte des 19. Jahrhunderts darf man nicht übersehen. Diese Bezeichnungen reflektieren nämlich auf widerspruchsfreie Art und Weise das komplizierte Schicksal der Namengebung in Warmland, in den Masuren und im Oppelner Schlesiens auf authentische Art. Den heutigen Vortrag möchte ich auf das Material der Namengebung aus dem in den Masuren liegende Goldaper Kreis beschränken. Er hatte ein ungemein interessantes Schicksal in der Vergangenheit, eine ebenfalls komplizierte Besiedlung, die sich bis heute in den Ortsbezeichnungen niederschlägt, obwohl ihre Spuren etwas durch die Zeit und das bewusste Wirken vieler verschiedenen Nationalitäten und Glaubensmischung angehörenden Generationen verwicht wurden. Im 19. Jahrhundert lebten in diesem Gebiet Litauer, Deutsche und Polen zusammen, die hauptsächlich Masuren waren und deren Vorfahren aus dem benachbarten Mazowsze gekommen waren. Die Predigten in den Kirchen wurden Katholiken und Evangelischen in drei Sprachen gehalten, auf deutsch am Sonntag und Feiertag, auf polnisch alle zwei Wochen und litauisch fünfmal im Jahr und zwar in der Gemeinde von Dubeninki während im Zytkiejmy bis Ende des 18. Jahrhunderts fast ausschliesslich auf litauisch * Čia spausdinamas pranešimas, skaitytas VI Tarptautiniame baltistų kongrese. 166 gepredigt wurden. In der Vergangenheit hatten ihren Anteil an der Kolonisierung ebenfalls die Altpreussen und die Jacwingen. Als Beweis mögen einige gegenwärtig in diesem Kreis funktionierende Ortsnamen: Kalniszki, Garbaś, Wilkasy, Szyliny, Rominta, Mieduniszki, Goldap, Lenkupie, Grabowo oder Jabłońskie, Szczki und Tatary gelten. Der Thorner Nachlass enthält 168 Siedlungsbezeichnungen aus dem Goldaper Kreis, ohne die Gemeinden Goldap und Zabin. Alle Bezeichnungen stammen aus den Jahren 1861 bis 1865 und bilden 8 getrennte Liste, wobei einer nur die Genitive der Namen enthält. Neben deutschen Amtsbezeichnungen zur Festlegung des Charakters der Siedlung (Abbau, Köln. Dorf, Etablissement, Foersterei und diesen vergleichsweise) sind in jedem Fall die im Terrain verwendete Bezeichnung und ihrer Genitiv angegeben. Falls mehr als ein Amts- oder Gebietsname auftritt, findet das im Verzeichnis seinen Niederschlag; ähnlich ist es verfahren, falls im Gebiet mehrere verschiedene Genitive notiert sind. Einige Siedlungen wurden in zwei und sogar in drei Verzeichnissen vermerkt. Ihre Amtsbezeichnungen unterscheiden sich voneinander nicht, dagegen unterscheiden sich die im Terrain auf geschriebenen Versionen durch unterschiedliche Intensität der masurischen Dialekteigenschaften, was ein weiterer Beweis der Authentizität des Thorner Nachlasses ist. Über den Niederschlag der erwähnten masurischen Dialekteigenschaften in den Bezeichnungen dieses Kreises sprach ich während der Mai-Konferenz in Bialystok, über den Einfluss der deutschen Graphie auf die Schreibweise der Gebietsbezeichnungen auf dem unmittelbar vorhergehenden Kongress Colloquium Prutenicum in Warszawa. Heute möchte ich das Augenmerk auf solche Bezeichnungen baltischer Herkunft richten, die in der im Thorner Nachlass geschriebenen Form weder davon noch danach in keiner zugänglichen Quelle notiert wurden. Mein Vortrag wird sowohl Amtsbezeichnungen als auch Gebietsnamen betreffen. A. Unter den 168 Siedlungsbezeichnungen des Kreises Goldap die im Thorner Nachlass erwähnt sind, gibt es 6 bezeichnende Siedlungen, die heute ausserhalb Polens liegen. Sie sind: Czelsnershute zu Rogainen-Kielery, Kielerow, Kelerow, Krageningen (Kraginnen), Kraginy, Kragin, Kruginnen, Ribbenischken, Rybeniski, Rybenisk, do Rybenischk, Sausleszuwen-Sausleziewo, Sausleziewa, do Sauslesziewa, Warlin (Poggenkrug), — do Warlini, na Warline, do Warlina, Wyszuponen-Wyzupony, do Wiszuponen. Sie lenken die Aufmerksamkeit auf sich durch Ersetzung des primären Suffixes -ininkas in Ortsnamen Krageninki (Krageninken) durch das sekundäre -inas in Kraginy, was man in den deutschen Amtsortsnamen bedenken kann. Das wurde, meines Erachtens, auf dem Amtswege ungenommen, während in der Umgangssprache nur die Form mit -inas notiert ist. In den übrigen Gruppen fällt die deutsche Lehnübersetzung der Bezeichnung litauischer Herkunft auf: Warlin-Poggenkrug. Dem litauischen Appellativum varlynė, „ein Ort, wo viele Poggen auftreten“ entspricht der scherzhafte Name Poggenkrug. Auf dem Lande wurde eine polonisierte litauische Form mit der schwanken-den Flexionsgeschlecht aufgeschrieben: do Warlina (männliches Geschlecht). Diese Erscheinung ist für das genannte Gebiet charakteristisch, so dass ich hier am 167 die Schwankung der Flexion im Namen von Goldap erinnere. Während im Nominativ der Goldap oder die Goldap existiert, ist es im Genitiv — nur der Goldap möglich! Ein anderer Name dieser Gruppe, Rybeniski, Rybenisk (In einem anderen Brief wurde das weiche (s) durch (sch) wiedergegeben, daher die Schreibweise Ribenischk). Das Masurieren wurde auch in der Bezeichnung Sausleziewo notiert, die in der im Thorner Nachlass angegebenen Amtsform Sausleszuwen lautet und im Vorschlag von Gustav Leyding durch phon etische Substitution des zweiten Gliedes und durch Weglassen des ersten sich in Leszczowo änderte (mit dem allgemeinpolnischen Suffix -owo anstelle des primären und für das gegebene Gebiet charakterischen Suffixes -ewo). In der genannten Namensgruppe wird auch (vom häufiger auftretenden Typus) abweichend litauische ùpė enthalten, notiert Jodupeny, Wyżupeny, dagegen Bahupiany, Jodupiany. B. Zwei baltische Ortsnamen, die auf dem Lange notiert wurden und sich von den bisher begegneten unterscheiden haben, ihren deutlich litauische Herkunft. Das sind Pablindzie, do Pablindziow, Blindiszki (beide kann man mit dem litauischen blindė “salix caprea” mit den unterschiedlichen Suffixen koppeln). Es lohnt sich auf eine weitere Konsequenz in Bestreben zum Erhalt des baltischen Charakters der Bezeichnungen hinzuweisen: sie enthalten keine Hinwendung zur masurischen Sprache. Etwas anders sieht die Lage aus, wenn es um eine Bezeichnungen geht, die unter Einheimischen registriert wurden als Presławka, Presławki. Hier wurde gut erhalten: pres + lauks altpreußisches, das in der polnischen Sprache systembedingt als ławk angenommen wurde. Die allgemein in den Schreibweisen der Bezeichnungen auf dem Lande auftretende Übernahme in die masurische Sprache erlaubt in diesem konkreten Fall die Rettung des altpreussischen (s) anstelle des litauischen (š). C. Alle übrigen Bezeichnungen, die ich in den bislang bekannten Quellen nicht begegnete, erhalten ihr lesbares Baltentum in all seinen wichtigsten Dialekteigenschaften. Sie sind: 1) Das Masurieren, häufig mit Palatalisierung verbunden. Es tritt in solchen Schreibweisen auf wie Absiermyńki, Absiermyńkow, Absiermyńik; Dobawiski, Dobawisk, Dubawiński, do Dobagiśk, do Dubagiśk (wobei meiner Meinung nach (g) als (j) zu lesen ist) mit der Hand eines Pastors sie wurden, der die deutsche Schrift gewohnt war, Ausführlicher sprach ich über diese Erscheinung auf dem unmittelbar dem Colloquium Prutenicum vorangehenden Kongress. Diese Erscheinung interpretierte ich als Aufzeichnung der Palatalisierung (v) vor vorderen Selbstlauten und des Übergangs der polyphonemischen Gruppe (vi, v’e) in (j) ausdrücken von jemandem, für den die Schreibweise (j) durch (g) etwas völlig normales war. (Diese Schreibweise ist eben aus der deutschen Schrift abgeleitet). Ins Masurische übertragen notiert man auch die Namen: Wielkie i Małe Kalnuśki, do Kalnuśk, Kulsy; Markawiski, do Markogiśk; Mazutki; Miciule; Zitkiemy, do Zitkiem, Zitkiemy Małe und Płockieny. 2) Annäherung von (a) an (o), was augenfällig in solchen Schreibweisen ist: do Uśkolniow (Nom. Uszkalnie do Markogiśk (Nom. Markawiśki). 3) Palatalisierung von Typ: miotła=nietła, im Namen: Nieskrupie, do 168 Nieśkrupih (!) und das bei der Amtsbezeichnung: Meszkrupien (heute Meszno). 4) Auftreten als Kontinuation eines früheren (o) -o was im allgemeinen die Genitive der untersuchten Namen notieren: do Pablindziow, Tuniow, Pablow, do Kepurdegow. 5) Weiche Aussprache (k, g) vor den Selbstlauten vorderer Reihe was die Schreibweisen: Zitkiemy, Plockieny, Skajzgierki, do Skajzgierk beweisen. D. Die Namen von zwei Siedlungen aus dem Goldaper Kreis haben zweifache Amtsbezeichnung. Man schreibt sie als Rominté (Binnenwalde) und Kalweitschen Gross (Miesiszken), wobei für die erste Siedlung drei auf dem Lande notierte Namen angegeben wurden: Rominté, Rominta, Binnewald // Bunnenwalt (Bunnenwaltu) und Tertak (Tertaku), mit dem masurischen Übergang von ar>er. Zum Falle der anderen Siedlung wurde auf dem Lande Kalweycie Duze, Kalweycie Male, Kalweycioa, Kalweyciow Małych notiert. Die zweite Amtsversion war als vermeintlich belegt, weil sie auf dem Lande nicht mehr bekannt war. Bezeichnungen des Thorner Nachlasses im Lichte gegenwärtig gültigen Formen. Die Mehrheit der analysierten Bezeichnungen, insbesondere der auf dem Lande aufgeschriebenen, hat den deutlichen baltischen Charakter. Evidente Beweise dafür sind: Absiernyńki, Absiernyńk, entgegen den heutigen Formen: Obszarniki; Uszkalnie, do Uśkolniow gegen der heutigen Lehnübersetzung Podwyżna. Als interessant kann man hier die Tatsache anführen, dass die seit 1938 gültige deutsche Amtsbezeichnung Bergerode lautete. Ähnlich wie die oben erwähnten Namen stammen von ihren baltischen Wurzeln die heutigen Bledziszki, Pobłedzie, Pełkowo, Dobowo, Markowo, Będzieszewo und Meszno ab, gemäss den noch in Thorner Nachlass notierten: Blindiszki, Pablindzie, Pełkawiszki, Dubawiśki, Markawiśki, Padyniszki und Nieśkrupie. Man muss hier beachten, dass jene baltische Abstammung schon der deutsche Amtsname übertünchte oder verfinsterte, der manchmal als einiger auftrat, manchmal das Double einer anderen Form war. Das notiert bereits der Thorner Nachlass Abschrinen bei den umgangssprachlichen Ortsnamen: Absiernyńki; Dobawen — wobei Dobawski; Markowen — wobei Markowischken. In all diesen Fällen wirkte die deutsche Amtsbezeichnung stark auf die Festhaltung der gegenwärtig gültigen Namen. Was interessant ist, notierte sogar der ein halbes Jahrhundert nach Gerss lebende Masure Gustaw Leyding-Mielecki in seinem Wortschatzmaterial nicht die baltischen Formen, sondern nur Obszarniki, Pełkowo, Dobowo, und bei deutschen Bezeichnungen gibt es keine Spur baltischer Herkunft mehr. Es treten jedoch im Thorner Nachlass solche Amtsbezeichnungen auf wie: Kalckaunen, Macznorkehmen, Matzukehmen, Pauczkehmen, Staczausen, Thewelkehmen—neben in der gleichen Quelle aufgezeichneten Namen: Kalkowo gegen, den heutigen Kolkowo, Mocnarki, do Mocnark, heute Maciejowięta, Mażutki, heute Mażucie, Plockieny, Staciowka oder Bordzie, heute Barcie — die besser die Etymologie der Bezeichnungen und deren ursprüngliche Gestalt gestatten zu entdecken, die sowohl in der Namengebung des 19. Jahrhunderts als im der gegenwärtig gültigen Toponymie vergessen wurde. Es gibt auch eine Siedlung, die in dem Thorner Nachlass zwei Amtsbe- 169 zeichnungen hat, nämlich Klein Jeralischken, Herzogstal, während als in der Umgangssprache Hercogstal, do Hercogstalu verwendet wird. Vielleicht ist mit der neuen Welle der deutschen Besiedlung auf dem gegebenen Gelände verbunden, wo in dieser Zeit sich Deutsche aus Salzburg ansiedelten. Schlussfolgerungen 1. Der Thorner Nachlass von Martin Gerss enthält glaubwürdige toponomastische Angaben aus dem Gebiet des Warmlandes, der Masuren und des Oppelner Schlesiens, welche die Situation in der Namegebung der erwähnten Landstriche durch Nennung der Amtsbezeichnungen (mit ihren Doubles, falls sie existieren) der umgangssprachlichen Namen (die ebenfalls Doppelbegriffe berücksichtigen, falls sie vorkommen) einschliesslich ihrer Genitive, widerspiegeln. 2. Diese Vorstellung des toponomastischen Materials erlaubt auf seiner damaligen Grundlage (des 19. Jahrhunderts) die Sprachsituation festzustellen, und auch mittelbar die der Nationalitäten. Zum Falle des Kreises Goldap lebten dort drei Völker, Litauer, Polen und Deutsche, wobei die Bedeutung und die Anzahl der Litauer abnahm und die der Polen entsprechend zunahm, nämlich der Masuren, was deutlich die auf dem Lande notierten Namen reflektieren, die viele Eigenschaften des Dialektes der Mazowsze enthalten, unter anderen das für ihn so charakteristische Erscheinung des Masurischen und die weit fortgeschrittene Palatalisierung. Es beginnt in diesem Zeitabschnitt eine neue Welle deutscher Besiedlung, wovon die Übernahme einen neuen Ortsnamen zeugt, einer polonisierten deutschen, die nicht der parallel existierenden baltischen Schriftsprache gleicht. 3. Das im Nachlass enthaltene toponomastische Material enthält niemals bisher notierte Bezeichnungen. Dadurch, dass es eine Reihe von Dialekt-Eigenschaften reflektiert und die Genitive der Namen enthält, ist es meiner Meinung nach ein wichtiges Kernstück, das Angaben, die aus örtlichen Dokumenten durch Wojciech Kętrzyński exzerpiert wurden (wie bekannt, die Originale während der Evakuierung des Archivs im Königsberg verlorengingen) mit Materialien, die auch auf dem Lande durch Gustav Leyding-Mielecki gesammelt wurden verbindet, die sowohl für Toponomasten, Historiken-Sprachwissenschaftler und Erforscher der Vergangenheit dieses Landstriches wertvoll sind. 4. Die Mehrheit der untersuchten baltischen Namen verlor auf dem Wege einer komplizierten litauisch-deutsch-polnischen Transposition, die in unterschiedlicher Reihenfolge vorgenommen wurden, ihre Herkunft. An sie erinnern nämlich folgende gegenwärtig existierende Name wie Podwyżna, Kolki, Kolkowo, Markowo, Dobowo, Maciejowięta und Stachowięta, Meszno und Czarne. 5. Die erwähnte Veränderung ereignete sich: a) selbständig – im Gebiet mit vorwiegend litauischer Bevölkerung beginnt sich eine Besiedlung von Mazowsze aus zu entwickeln. Die durch Krankheiten, Epidemien und Kriege dezimierten Dorfeinwohner werden häufig durch Bevölkerung aus Mazowsze oder benachbarten masurischen Kreisen ergänzt. 170 b) bewusst, durch Aktivitäten: 1) deutscher Behörden, beispielsweise Dobauen, während auf dem Lande nur Dobawiski, Dubawiski notiert wurde. 2) der Komission zur Festlegung von Ortsnamen, welche in Polen nach Kriegsende 1945 tätig war. Durch Entscheidung sanktionierte sie Podużyzna, was Gustav Leyding-Mielecki anstelle von Absiernyńki, Uszkalnie vorschlag, obwohl man Užbały liess. So entstanden Kiejsty und Markowo, Dobowo die sich an die deutschen Amtsbezeichnungen Markowen, Dobawen anlehnen. Man muss hier hinzufügen, dass diese Tendenz nicht immer konsequent vorgegangen wurde. Zu Kreis Goldap wurden viele Namen auf -iszki gelassen, also waren die Bezeichnungen Markowo, Dobowo und Pełkowo nicht notwendig. 6. Der Thorner Nachlass und sein Material warnen folglich vor allem unbedachten Ziehen von Schlussfolgerungen zur Thematik der primären Bildung von Namen in sprachlich gemischt bewohnten Gegenden und bestätigt meine bisherige Vorsicht im Gebrauch der Bezeichnungsklassifizierung von Taszycki für die Namensforschung im erwähnten Kreisgebiet. GALDAPĖS SRITIES NEŽINOMI BALTISKI VIETOVARDŽIAI THORNERIO PALIKIME Reziumė Thornerio palikime (XIX a. vidurys) yra 168 gyvenamųjų vietų vardai iš Galdapės srities. Nemaža jų dalis yra aiškūs baltizmai, pvz., Poblindzie, Kalniszki, Wilkasy, Garbas. Dalies oikonimų baltiška kilmė sunkiai atsekama dėl vėlesnių pakitimų, atsiradusių dėl vokiečių ir lenkų kalbų įtakos. Pasitaikantys vertimo atvejai (pvz., Warlin – vok. Poggenkrug) rodo buvus bilingvizmo resp. polilingvizmo situaciją šiuose kraštuose. 171