Lietuvių kalbos intarpinių ir sta-kamienių veiksmažodžių diachroniniai sluoksniai
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Der letzte Mohikaner (1996) Litauische Sprache: Forscher und Forschung DIE DIACHRONISCHEN SCHICHTEN DER INTERPRETATIVEN UND STA-KOMENEN VERBEN IN DER LITAUISCHEN SPRACH Interpretative Verben gibt es in fast allen indoeuropäischen Sprachen — in einigen weniger, in anderen mehr. Ihre Entwicklung ist in den einzelnen Sprachen unterschiedlich: In einigen Sprachen sind die Interjektionsverben aus phonetischen oder anderen Gründen verschwunden (z.B. sind sie in die Klasse der Adverbien übergegangen, vgl. arm. lk®anem "lassen" und lat. linguo, sk. rinakti), in anderen haben sie zugenommen. Am häufigsten sind in den östlichen baltischen Sprachen, insbesondere im Litauischen, interjektive Verben aufgetreten. In diesen Sprachen erhielt der Intars, ebenso wie das Suffix sta, bestimmte Funktionen, die in anderen indoeuropäischen Sprachen nicht vorhanden waren. Eine besonders wichtige Rolle bei der Entstehung der ostbaltischen Interjektive und Stammverben sta spielte die kategoriale Semantik – das Auftreten der Bedeutung der Eigenhandlung, die mit der Bildung von diatesischen oppositionellen Verbenpaaren verbunden ist, z.B. tinka /teikia, rurika /raūkia (Arumaa; Endzelins LVG; Karaliūnas BKSBK; Kazlauskas LKIG; Kglln; Paulauskienė GVK; Stepanov VZP; Temčin RGF u.a.). Daher ist es wichtig, die Beziehungen der litauischen Verben der Interjektionsund Sta-Stämme mit den Stämmen derselben Wurzel (t)a und einigen Verben anderer Strukturen zu analysieren. Nach Angaben verschiedener Quellen sind in der litauischen Sprache 356 Oppositionen von interpositiven bzw. sta Stammen und (7)a Stammen sowie von Verben des gemischten Typs festgestellt worden. Die Analyse der genetischen und funktionalen Beziehungen der verbischen Oppositionen ermöglicht die Bestimmung der diachronen Schichten der litauischen Interjektionsund Stammverben. 1. Für die praindoeuropäische Schicht der Interjektionsverben! Die Einfügung war gewöhnlich mit den Wurzeln des verfallenen Grades verbunden (z.B. lat. linguo "bleibe": skr. Zeile "bleibt": pr. po-linka "bleibt"; lat. rumpėo "zerstören, plündern, zerstören": skr. Lumpdti "bricht". Der Konsonantismus am Ende der Wurzel war eher begrenzt – die Wurzel endete meist mit einem explosiven Konsonanten, seltener mit einem blasenden. Die Bedeutung der frühindoeuropäischen Interjektionsverben war aus der Sicht der kategorischen Semantik nicht differenziert, sie bedeuteten sowohl eine aktive als auch eine spontane Handlung (scheinbar war die Bedeutung der aktiven Handlung häufiger), z.B. das lateinische stringo "schneide", av. mindsti "maschen" (vgl. lat. stringa, mysta für Selbsthandlung) und lat. ninguit (=lat. schneien). Aber sie unterschieden sich von anderen 1 Unseren Daten zufolge sind 12 litauische intarpinische Verben aus der frühindoeuropäischen Epoche geerbt (sninga, skinda, limpa, stringa, dial. linka "bleibt", mysta, bunda, dunsa, kunka, munka, rumpa, senka (Pečiulevičiūtė VEIK). 83
Verben einen Aspekt der kategorischen Semantik — die Art der Aktion, das heißt, die Terminativ-Aktion (siehe. Kuiper IN; Kglln: Marstrander NIC u. a. ). 2. Die baltische Ursprache müsste sich in demselben Zustand erhalten haben! Das zeigen die interjektiven Verben der baltischen Sprachen mit der relativen Bedeutung der aktiven Handlung, die offenbar aus der frühindoeuropäischen Epoche geerbt wurde, z.B. pr. po-linka "lässt", die gemeinsamen litauisch- -lettischen Ableitungen brenda und briedu, čiumpa und čūpu, randa und rūodu usw. ; Litauisch renda "ridena", brunka "bruka, terpia, spaudžia, kiša“ usw. 3. In der Ostbaltischen Epoche finden zahlreiche Veränderungen statt. Es beginnt der Prozess der Verzweigung der verbalen Wurzeln mit qualitativer Vokalveränderung – es bildet sich die semantische morphologische Opposition causativa / resultativa (z.B. kėlia / kijla: la. celu | cilstu, krėčia | krinta: la. krešu /kritu usw.). Dieser Prozess findet auch außerhalb der ostbaltischen Sprachen statt – viele litauische Oppositionen haben keine Entsprechungen im Lettisch. In den ostbaltischen Sprachen tritt neben dem Intarsien der sta Stamm in Kraft, die phonetischen Möglichkeiten der Verben mit Intarsienund sta Stamm erweitern sich — die Wurzel kann nicht nur mit Explosiv-, Blasvokalen, sondern auch mit Sonaten, Halbvokalen 4, u enden. Der Konsonantismus des Wurzelendes führt zu einer unterschiedlichen morphologischen Struktur der Gegenwart in der litauischen und lettischen Sprache, z.B. Verben mit dem sonantischen ausAautu haben im Litauischen Intarsienformen der Gegenwart (z.B. ljja, griūva, bila), während sie im Lettisch sta kamenes (listu, grūstu, balstu) oder a kamenes (liju) haben. Neben den intermittierenden Formen der Gegenwartsform nehmen sowohl im Litauischen als auch im Lettischen die sta Stammformen zunehmend Einzug (besonders vor den blasenden Konsonanten am Ende der Wurzel, \ Sonaten, z.B. dūžta || dunža, birsta || bjra). Intarsie und sta Stamm erlangen eine spezifische Selbsthandlungsbedeutung, die mit der Bildung von diatesischen oppositionellen Verbpaaren verbunden ist: baltische Wurzeln trennen sich mit dem Vokalwechsel in einzelne Lexika, die die diatesische Opposition bilden, z.B. baltisch *vert-/*virt-> lie. übersetzen, übersetzen, übersetzt und umgewandelt, umgewandelt, umgewandelt. Die Entstehung der Opposition causativa/resultativa inspirierte auch andere Prozesse der Stammumgruppierung: Wurzelverben, die aus der Sicht der Diathese eine undifferenzierte Bedeutung hatten, erhielten neue Präsensformen, die die Natur der Handlung, die Tätigkeit des Akteurs und die Beziehung zum Objekt betonen, z.B. das Verb dága "brennt, heizt" hat in den Dialekten die Stammund Interjektionsformen der Präsens: dágia, vgl. la. dedzu (kausalisch) und deriga (mutativa). 4.1. In der litauischen Sprache beginnt sich neben den oben genannten Prozessen, die in der östlichen baltischen Epoche begonnen haben und sich fortsetzen, auf der Grundlage der Opposition causativa/resultativa eine neue semantische aktive Opposition durativa- /terminativ a zu bilden, deren Mitglieder sich in ihrer kategorischen Semantik nach der Art der Handlung differenziert haben (Verben mit unbestimmter und bestimmter Dauer). Früher scheint sich eine aktive Opposition zwischen den Verben mit den Stammstammen sta und ia gebildet zu haben, die der Oppositi84
on resultativa/causativa formal adäquat ist, z.B. spiriga | spiégia, -virksta | verkia, -šurika /šaūkia. Später entstehen aus Verben des gemischten Typs intarsive bzw. sta Stammbildungen, z.B. tjla / tyli, -ėti; Atmen, atmen, atmen. Die Semantik dieser Verben mit Interjektionsund Sta-Stämmen wird sehr definiert – sie alle bezeichnen den Übergang von einem Zustand zum anderen. Die meisten Terminiven werden mit Präfixen verwendet, wodurch sie die Bedeutung eines Handlungsbeginns erhalten. : Die Verbindung zwischen zwei unterschiedlichen Oppositionen (resultativa /causativa und terminativa /durativa) könnten offenbar bestimmte Verben "Brücken" zeigen, deren kategorische semantische Beziehungen zwischen beiden Oppositionen liegen, wie z.B.: švirita /šviččia, rykšta | réiskia, gilsta | gėlia. Aus der Sicht der modernen Sprache bilden diese Verben die Opposition terminativa/durativa, aber es ist auch leicht, einen kausativen Zusammenhang zwischen den oppositionellen Lexika zu erkennen (scheinen verursacht das Verb scheinen usw.). 4.2. Nachdem die Formanten der Gegenwartsform eine differenzierte kategoriale Bedeutung erlangt haben, beginnen im Litauischen direkte imitative Konstruktionen zu entstehen, die einen Klang oder eine Strukturänderung bezeichnen. Die imitativen Wurzeln erwerben eine entsprechende morphologische Struktur, die die kategoriale und konkrete Semantik der Verben verwirklicht, z.B. bliurbti, -ia, -ė (Durativ, Lautbedeutung) — bliurbėti, bliūrba, bliurbėjo (Vibrativ mit Iterativ-- Nuance, Lautbedeutung) —bliūrbti, -sta, -o (Mutativ, Bedeutung der Strukturänderung). Die kategoriale Semantik der selbsterzeugten Intraund Sta-Stammimitativen ist unbestimmt – sie sind alle Mutative, die gewöhnlich eine Strukturveränderung bezeichnen (Verschwinden, Verschwinden, Zusammenziehen oder Ausdehnen), die manchmal in die Sphäre physiologischer oder psychischer Prozesse übergeht. Die phonetischen Möglichkeiten der Imitative sind im Grunde unbegrenzt — die Wurzel kann mit jedem Konsonanten oder einer Konsonantenkombination beginnen und enden, der Vokalismus ist sehr vielfältig, aber meist von vergänglichem Grad (z.B. plürti, blöukti, čipti usw.). Arumaa P. 1957: Von der Eigenhart des Ablauts un der Diathese im Baltischen. —Zeitschrift fūr slavische Philologie 26, Heidelberg, 118—149. Wörterbuch der deutschen Sprache. Rot. München: Verlag der Deutschen Akademie der Wissenschaften, 1972. 1951: Grammatik der deutschen Sprache. 1987: Die Entstehung der baltischen Sprachen. 1968: Geschichte der Litauischen Sprache. Kglln H. 1969: Sprachgegensätze im Griechischen, Slawischen und Baltischen. In: Zeitschrift der Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften. Hamburg. Kuiper F.B. J. 1937: Die Indogermanischen Nasalprasentia, Amsterdam. LKZ 1 —Litauisches Wörterbuch I, Vilnius, 1968. LLKZ —Balkevičius J., Kabelka J. Lettisch- -Litauisches Wörterbuch. Vilnius, 1977. Marstrander Carl J. S. 1924: Beobachtungen über indo-europäische Präsente mit Nasal-Infektion in Keltischer Sprache, Christiania. Z Es ist schwer zu glauben, dass eine solche Entstehung von Überschneidungen zwischen den interund sta-Stammessprachen in der gemeinsamen Epoche der östlichen baltischen Sprachen begonnen haben könnte. In der lettischen Sprache gibt es mehrere Dutzend solcher Verbpaare, aber zwischen ihnen bildet sich nicht nur keine adverbiale Opposition terminativa/durativa, sondern es scheint auch keine deutliche semantische Unterscheidung zu geben, vgl. Quiz || - Ich bin da. 85
1979: Die deutsche Sprache im 20. Jahrhundert. ; Peciuleviciute V. 1994: Etymologien der litauischen Interjektive und Sta Stammverben in den indoeuropäischen Sprachen (Dipl. Arbeit, Manuskript), Klaipėda. Stepanov J. S.: —Crenanos O. C. Bua, 3ajstor, nepexoanocts (Baaro-caaBanckas npo6aema). —Hssecmus AH CCCP. Kopfhörer. Gold. ux 3. Auflage. 1976, 35. P. 408—420 (1 1977, 36. P: 135—152'(2 1978, 37. S. 344–355 (4). In: J. C. J. Thomson. O pacnpenesenun raaroabHbX GOPMaHTOB -nu -sta B npaGaatuiickom. —Arbeiten junger Philologen, Vilnius. DIACHRONISCHE SCHICHTEN DER INFIX-UND sta-STAMMIGEN VERBEN IM LITAUISCHEN Zusammenfassung In diesem Artikel ist es festgestellt, dal die Bedeutung der Infixverben in Hinsicht der Kategoriesemantik im Urbaltischen wie auch im Indoeuropaischen zuerst undifferenziert war. Diese Verben bedeuteten sowohl aktive (vgl. apreu. polinka „bleibt“, lat. linguo „bleibe“, ai. rindkii „verlašt“), als auch unabhangige Handlung (vgl. lit. sniiga „es schneit“ und lat. ninguit). Im Urbaltischen bildet sich morphologische Opposition der causativa /resultativa (vgl. lit. kélia /kila "hebt /sich erhebt", lett. celu /cilstu). In ostbaltischen Sprachen entsteht die Wortbildungsopposition der durativa /terminativa (vgl. spiriga /spiegia”gellt /kreischt”). ks raidai sind nur der litauischen Sprache eigen (vgl. lit. bliurbsta "sich argert"). 86
