Žodžių sąsajos žymėjimas „Dabartinės lietuvių kalbos žodyne“ (santrumpos „žr.“ vartojimas)
Full text
LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI XXXIX (1998)
Daiva MURMULAITYTĖ
Lietuvių kalbos institutas, Vilnius
KENNZEICHNUNG VON WORTVERWEISEN IM „WÖRTERBUCH DER GEGENWÄRTIGEN LITAUISCHEN SPRACHE“
(Gebrauch der Abkürzung žr.)
1. In der Einleitung des „Wörterbuchs der gegenwärtigen litauischen Sprache“ (im Folgenden DLKŽ) (S. XII) heißt es: „Mit der Abkürzung žr. (= siehe) werden weiter nördlich gebräuchliche, dialektale, veraltete, entlehnte und ähnliche Wörter oder Wortbildungsvarianten auf in der Standardsprache verbreitetere Wörter verwiesen.“ Das Wörterbuch enthält etwa 2700 Artikel mit dieser Abkürzung; in einigen Artikeln zu polysemen Wörtern wird sie mehrfach verwendet, sodass es insgesamt etwa 2840 Vorkommen der Abkürzung žr. gibt. Auf diese Weise wird also ein beträchtlicher Teil des Wortschatzes des DLKŽ erläutert, der, dem Zitat zufolge, recht vielfältig ist und sich grob in mehrere charakteristische Gruppen einteilen lässt.
1.1. Dialektwörter – etwa 300 Artikel. Die meisten davon sind mit der Kennzeichnung žem. versehen – 105, z. B. bėngti žem. žr. b a i g t i; mit anderen Kennzeichnungen: tarm. – 91, z. B. dubùrkis tarm. žr. d u b u r y s, ryt. – 71, z. B. čižyla ryt. žr. z y l ė 1, vak. – 10, z. B. bamblỹs 8. vak. žr. t r a n a s, dz. – 3, z. B. kiáukė dz. žr. k u o s a, aukšt. – 1: spáugas aukšt. žr. s p u o g a s. Einige Wörter tragen zwei Dialektkennzeichnungen, z. B. lùstas ryt., dz. žr. l u i t a s.
Manchmal kommt auch der umgekehrte Fall vor – das Dialektwort ist das Wort, auf das verwiesen wird, z. B. búolis, -ė dkt. žr. b a u ž i s 1 – baũžis, -ė dkt. ryt. 1. „gehörntes Tier“; 2. „Glatzkopf“; dieninga bdv. m. 1. žr. d i e n i – dienì bdv. m. žem. „die trächtig sein, werfen wird (von Tieren)“. Ebenso kommt es vor, dass ein Dialektwort durch ein Wort aus einem anderen Dialekt erläutert wird, z. B. werden die samogitischen Adjektive škùlas, -à ir šmùlas, -à auf das ostlitauische Wort baũžas, -à verwiesen, die Substantive škùlis, -ė ir šmùlis, -ė hingegen auf das bereits erwähnte baũžis, -ė.
1.2. Archaismen und andere veraltete Wörter – etwa 50 Artikel, z. B.: ãšmas, -à klnt. sktv. psn. žr. a š t u n t a s, ceratà psn. žr. k l i j u o t ė 2, driežãgvviai dgs. psn. žr. d r i e ž a i, įtekmė psn. žr. į t a k a und andere.
1.3. Entlehnungen (internationale Wörter) und Hybride – etwa 180 Artikel, z. B.: diãmetras žr. s k e r s m u o, gazifikãcija žr. d u j o f i k a c i j a 1, 2, gazifikúoti žr. d u j o f i k u o t i 1, 2, titulìnis, -ė žr. a n t r a š t i n i s.
Auch der umgekehrte Fall kommt vor – ein einheimisches Wort wird auf ein internationales verwiesen: greitraštis žr. s t e n o g r a f i j a; oder eine Entlehnung wird durch Angabe einer anderen Entlehnung erläutert – filodéndras žr. m o n s t e r a.
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1.4. Derivationsvarianten – Wörter dieser Gruppe werden wohl am häufigsten mit der Abkürzung žr. versehen, z. B. ankštybas, -a žr. a n k š t y v a s, dalinti žr. d a l y t i, galvoviršis žr. v i r š u g a l v i s, kailin(i)ūkai Pl. žr. k a i l i n ė l i a i, prasikaltėlis, -ė Subst. žr. n u s i k a l t ė l i s u. a.
2. Laut dem Vorwort des Wörterbuchs (S. V) hat die Abkürzung žr. eine normierende Funktion; durch sie wird „ein nicht als Sprachfehler geltendes Wort oder eine Wortvariante auf ein geläufigeres, häufigeres Wort verwiesen“. Daher ist es nicht gut, dass dieser Vermerk derart „mehrdeutig“ ist, dass er in normativ so unterschiedlichen Fällen verwendet wird. So werden damit aufgeführt: ein regelwidrig gebildetes, aber sehr geläufiges Kompositum bendrakeleivis, ein Archaismus ašvà, außerdem internationale Verben mit dem Suffix -izuoti (konkretizuoti, populiarizuoti, sistematizuoti), ein Fremdwort mūsas u. a. ähnliche Fälle, die in den „Hinweisen zur Sprachpraxis“ (im Folgenden KPP) nicht als Sprachfehler gelten, deren Verwendung aber nicht empfohlen wird, da es bessere Varianten gibt; daneben stehen Derivationsvarianten, die in keiner Weise gegen die Sprachnorm verstoßen (kirmėlėtas, -a žr. k i r m ė l ė t a s, laistyklė žr. l a i s t y t u v a s) oder schlicht Synonyme (kopūstainis žr. b a l a n d ė l i s 3).
Es ist ausgesprochen problematisch, dass einige Wörter, deren Verwendung die KPP nicht empfiehlt und die n. svet. (nicht zu empfehlende Fremdwörter), n. vert. (nicht zu empfehlende Lehnübersetzungen) markiert und strikt korrigiert werden, im DLKŽ nicht als Sprachfehler gelten – sie sind nicht mit ntk. gekennzeichnet, sondern werden lediglich mit der Abkürzung žr. auf ein anderes Wort verwiesen. Dies betrifft liberāliškas, -a, liū̀kras, merlūza, tūbas, viršpėlnis und zubrāžolė (vgl. KPP – zūbras n. svet.).
Überprüft man allgemein, was in den KPP über Wörter steht, die im DLKŽ mit der Abkürzung žr. versehen sind, so zeigt sich: Einige Wörter (abažūras, buljōnas, propagandistas, ceratà, štābelis, štabeliuoti) haben etwas bessere Varianten, können aber parallel zu diesen verwendet werden; etwa 50 Wörter gelten nicht als Sprachfehler, doch ist es besser, ihre Varianten zu verwenden (z. B. savarankiš, -i, tòpolis, traktoristas, -ė u. a.); die sechs genannten Wörter werden strikt korrigiert. In den KPP werden solche normativ unterschiedlichen Wörter auch unterschiedlich behandelt, vgl.: abažūras ‖ lé mpos gaìbtas, tòpolis – besser tūopa, viršpėlnis n. vert. – aņtpėlnis. Im DLKŽ unterscheidet sich die Darstellung in allen drei Fällen nicht, da jeweils die Abkürzung žr. verwendet wird.
3. Die Abkürzung žr. wird verwendet, um ein vollständiges Stichwort oder einzelne seiner Bedeutungen auf andere Wörter oder einzelne Bedeutungen dieser Wörter zu verweisen. Offenbar verweist das DLKŽ häufiger auf das ganze Wort; sein Artikel ist gewöhnlich kurz und wenig informativ, z. B.: ain||lis, -ė Subst. (2) žr. p a l i k u o n i s, giedr||ūs, -i (4) žr. g i e d r a s, vakar||áuti, -áuja, -ávo žr. v a k a r u o t i u. Ä.
Wenn das Verweiswort die Bedeutung des erklärten Stichworts mehr oder weniger „erahnen lässt“, schlagen viele Wörterbuchbenutzer vermutlich den Artikel des Verweisworts nicht nach. Bei einer oberflächlichen Durchsicht der Artikel der untersuchten Wörter, ohne ihre Semantik näher zu betrachten, könnte es daher scheinen, dass
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die große Mehrheit der mit der Abkürzung žr. aufgeführten Wörter eindeutig ist. Tatsächlich verhält es sich anders.
Manchmal „zeigt die dem Verweiswort hinzugefügte Ziffer an, in welcher Bedeutung das Wort zu verstehen ist, z. B.: padis (2) žr. p a d ė l y s 4 (das heißt, padis hat nur die vierte Bedeutung von padėlio). Ist das angegebene Wort mehrdeutig, aber nicht mit einer bestimmten Bedeutung gekennzeichnet, so ist es in allen Bedeutungen zu verstehen, z. B.: bumbėti, būmba, -jo žr. b a m b ė t i (das heißt, bumbėti hat alle Bedeutungen des Wortes bambėti)“ (Einleitung, S. XII). Diese Darstellungsweise macht die Mehrdeutigkeit des Stichworts offensichtlich nicht deutlich, da nicht unmittelbar ersichtlich ist, wie viele Bedeutungen das Verweiswort hat.
Zugegeben, in 28 Fällen (das sind nur etwa 1% aller Artikel mit der Abkürzung žr.) werden beim Verweis mehrere Bedeutungen des Verweisworts angegeben, z. B.: daubti žr. d u o b t i 1, 2, karščiai 2. žr. k a r š t l i g ė 1, 2, skridulys žr. s k r i d i n y s 1 – 3 u. a.1 Andererseits wird ein vergleichbares Phänomen an anderer Stelle anders dargestellt, vgl.: užkaistis 1. žr. k a i š t i s 1; 2. žr. k a i š t i s 3; 3. žr. k a i š t i s 4. Warum könnte man dann nicht auch in den genannten Fällen schreiben: daubti 1. žr. d u o b t i 1; 2. žr. d u o b t i 2 usw.? So wäre sofort erkennbar, dass das Wort mehrdeutig ist. Das ist im Hinblick auf die computerisierte Version des DLKŽ wichtig. Das Programm sieht vor, Wörter danach zu sortieren, ob sie eindeutig oder mehrdeutig sind. Der Computer kann dies jedoch nicht tun, wenn die Wortbedeutungen nicht nummeriert sind. So gelten sowohl das Verb brukúoti žr. b u r k u o t i (das zweite, das Verweisverb, hat im DLKŽ drei Bedeutungen) als auch das Substantiv šalìdė žr. š a l i n ė 1, 2 als eindeutig (obwohl diese Darstellung auf den ersten Blick akzeptabler erscheinen mag, weil der Benutzer sieht, dass nicht nur auf eine Bedeutung verwiesen wird). Aus diesem Grund sind die vom Computer ausgegebenen statistischen Daten nicht genau.
Noch wichtiger ist, dass dem Stichwort häufig Bedeutungen zugeschrieben werden, die im LKŽ nicht aufgeführt sind2, wenn es mit der Abkürzung žr. auf ein mehrdeutiges Wort verwiesen wird. Meist handelt es sich dabei um übertragene Bedeutungen. So steht im DLKŽ: bamblỹs westl. žr. t r a n a s, trãnas 1. „männliche Biene“; 2. „jemand, der nichts arbeitet, von der Arbeit anderer lebt; Ausbeuter“. Dagegen führt LKŽ I 634 15 Bedeutungen des Substantivs bamblỹs auf; eine Bedeutung „Ausbeuter“ ist darunter nicht. Ein weiteres Beispiel: añtrašas 1. „Aufschrift“; 2. žr. a d r e s a s; das DLKŽ führt für dieses Verweisnomen zwei Bedeutungen an – ãdresas 1. „der Ort, an dem sich jemand befindet, dessen Angabe“; 2. „ein Glückwunschschreiben an eine Person oder Institution“.
1 In einem Fall wird nicht einmal auf einzelne Bedeutungen desselben Wortes verwiesen, sondern auf drei Homonyme – kaipõ žr. 1, 2, 3 k a i p. Es würde also bedeuten, dass in einem Artikel drei Homonyme kaipõ erklärt werden, sie jedoch nicht wie Homonyme üblich gekennzeichnet sind; oder aber das Wort kaipõ hat drei Bedeutungen, die den drei Homonymen kaip entsprechen. In jedem Fall ist offensichtlich, dass diese Darstellung überarbeitet werden muss.
2 In einigen Fällen mag man zwar annehmen, dass ein bestimmter Band des LKŽ schon vor längerer Zeit erschienen ist und das Wort in der Zwischenzeit vielleicht eine neue Bedeutung angenommen hat. Es gibt jedoch zu viele solche Abweichungen, als dass sich alles durch semantischen Wandel erklären ließe; viel einfacher ist die Vermutung, dass den Redakteuren des DLKŽ ein Versehen unterlaufen ist.
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Im Wörterbuch LKŽ I 171–172 fehlt der Eintrag des Wortes ántrašas in dieser letztgenannten Bedeutung. Nach der Überprüfung von 76 mit den Buchstaben a–g beginnenden Wörtern im LKŽ, in deren Artikeln das DLKŽ die Abkürzung žr. verwendet, lässt sich vermuten, dass solche Abweichungen etwa 30% ausmachen können. Es gab noch kompliziertere Fälle – mehrere Homonyme im LKŽ werden im DLKŽ zu einem mehrdeutigen Wort, und das Vorhandensein mehrerer Bedeutungen wird zusätzlich durch die Abkürzung žr. „versteckt“. So führt das DLKŽ auf: griaudùs, -ì žr. g r a u d u s und graudùs, -ì 1. „betrübend, traurig, kläglich, ärmlich“; 2. „zerbrechlich, mürbe, knackig“. Im LKŽ III 575 hingegen gibt es drei Homonyme: 1 griaudùs, -ì „traurig, kläglich, ärmlich“; 2 griaudùs, -ì „grausam, grob“ und 3 griaudùs, -ì „zerbrechlich“.
4. Gelegentlich ist das Verweisstichwort stilistisch gekennzeichnet, z. B.: agurkininkas, -ė Subst. 2. žr. 2 a g u r k i n i s, 2 agurkinis, -ė Subst. umg. „Liebhaber von Gurken“³; greitligė žr. g r e i t o j i, greitoji Subst. umg. „Durchfall“³; dvakinti ostlit. žr. d v o k l i n t i, dvóklinti umg. „ziellos umhergehen, als wäre man benommen, herumtrödeln“; bliūti žr. b l i a u t i, bliáuti 1. „schreien, brüllen“; 2. abwert. „laut weinen“; 3. abwert. „hässlich singen“; 4. umg. „aufweiten (ein Loch)“. Wenn man aus einer solchen Darstellung schließen soll, dass die stilistischen Markierungen umg., abwert. usw. nicht nur für das Verweisstichwort, sondern auch für das erklärende Hauptstichwort gelten, muss man feststellen, dass einigen Wörtern im DLKŽ stilistische Markierungen fehlen. Genaue statistische Daten, auf die sich eine umfassende weitere Analyse stützen könnte, sind auch aus diesem Grund nicht zu erwarten, da der Computer nur anhand formaler Merkmale sucht. Wenn daher alle mit der Markierung umg. versehenen Wörter ermittelt und gezählt werden sollen, finden sich in der erstellten Liste weder agurkininkas, -ė noch greitligė noch dvakinti.
5. Die Verwendung der Abkürzung žr. ist, wie die Verweisungserklärung von Wörtern im Allgemeinen, eine praktische Möglichkeit, im Wörterbuch Platz zu sparen. Doch die Sache hat zwei Seiten – die verschiedenen Verweise zwingen dazu, häufiger im Buch nachzuschlagen; oft muss man, um die Bedeutung eines Wortes zu erfahren, die Artikel mehrerer anderer Wörter aufsuchen, die ihrerseits auf weitere Wörter verweisen können. Das ist für die Wörterbuchbenutzer nicht praktisch. Außerdem ist es nicht verwunderlich, dass sich auf einem so langen Weg vom Wort bis zu seiner Bedeutung verschiedene Unachtsamkeiten, Druckfehler und Ähnliches einschleichen. Manchmal scheint es, als führe ein Umweg wieder zum Ausgangswort zurück, ohne dass dessen genaue Bedeutung klar geworden wäre; im Gegenteil, zuvor klare Sachverhalte werden verwirrend und werfen Fragen auf.
Einige für die Benutzer „unbequeme“ Fälle der Verwendung der Abkürzung žr. lassen sich unterscheiden.
3 In der Umgangssprache wird das Substantiv greitoji vermutlich häufiger als Bezeichnung für einen Rettungswagen verwendet; diese Bedeutung ist im DLKŽ nicht erfasst.
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5.1. Bei der Erklärung eines Wortes wird die Abkürzung žr. mehrmals verwendet, z. B.: 1 gąjus žr. alijošius, alijošius žr. alavijas, alavijas bot. „zimmerpflanze aus der Familie der Liliengewächse, eine Heilpflanze mit fleischigen Blättern (Alöe)“; rūdýmė žr. rūdynė, rūdýne žr. rūdynas 2, rūdynas 2. „nasser Boden mit Torfbeimischung; sumpfige Wiese, Moor“; drunėti žr. drunyti, drunýti 1. žr. trunyti 1, trūnyti 1. „trocken faulen, vermodern, verfallen“ usw.
5.2. Das Verweisstichwort, auf das die Abkürzung žr. verweist, wird seinerseits ebenfalls durch Verweise erklärt und verwendet dabei weitere Abkürzungen – d žn. mžb., įst., prp., prž. usw., z. B.: duodïnėti žr. davinėti, davinėti meist Dim. duoti 1: Davinėti kam pinigų, patarimų, duóti 1. „bewirken, dass jemand etwas erhält; gewähren, zuteilen“; čýpauti žr. cypauti, cýpauti įst. cypti: Mäuse piepsen. Warum piepst du wie ein Hund? Der Schnee quietscht unter dem Schlitten, čýpti „einen hohen, schrillen Ton von sich geben“; 2 báldyti žr. baltinti, báltinti 3. žr. balinti 1, bālïnti 1. prž. balti: Bālinti drobes, bálti „weiß werden, sich weiß färben“. Aus den angeführten Beispielen geht hervor, dass Illustrationen den Benutzern gelegentlich die Orientierung etwas erleichtern. Doch Beispiele für den Gebrauch können, wie zahlreich sie auch sein mögen, eine Definition nicht ersetzen, nach der man noch eine ganze Weile suchen muss.
5.3. Wenn das Verweisstichwort ein Ordinalzahlwort, ein reflexives Verb oder ein Adjektiv mit dem Suffix -inis ist, wird es mit einem Pfeil (→) auf das Grundwort verwiesen, z. B.: dvylikis, -ė Ord.zahlw. ostlit. žr. dvyliktas, dvýliktas, -a Ord.zahlw. → dvylika: Zwölf Uhr. Von der Reise wird er am zwölften November zurückkehren, dvylika Kard.zahlw. „Zahl und Menge 12“; dráik(i)otis žr. draikytis, draikýtis 1. → draikyti (...), draikyti meist. dreikti 2: Der Wind verstreut das Stroh über den Hof. Fäden zerfasern. || refl.: Die Spinnweben breiteten sich ohne Wind aus, driekti 2. „ausbreiten, sich erstrecken“; preventyvinis, -ė žr. prevencinis, prevencinis, -ė → prevencija: Präventive Arbeit, prevencija „Beseitigung durch Vorbeugung“ (vgl. preventyvus, -i „präventiv“ – hier wird das Wort schlicht mit demselben Adjektiv definiert, auf das das zuvor genannte Adjektiv lediglich verweist: preventyvinis).
5.4. Das Verweisstichwort wird mit einem Wort definiert. Eine solche Definition ist für den Benutzer (besonders für jemanden, der weniger gut Litauisch spricht) im Grunde nichts anderes als ein weiterer Verweis, gleichbedeutend mit der Abkürzung žr., da er weiter im Wörterbuch nachschlagen muss, wenn ihm dieses einzige Wort unklar ist. Z. B.: gribštūkas, -ė Subst. žr. grabštukas, grabštūkas, -ė Subst. „Dieb“, vagilius, -ė Subst. „Dieb kleiner Gegenstände“; gurulys žr. gurinys, gurinys „Krümel“: Brotkrümel. Ein Käsekrümel. || übertragen. Erdkrümel (ein kleines Grundstück) (...), trupinys 1. „abgebrochenes oder abgebrochenes kleines Stück“; 2. „kleines Stück“. Übrigens kann es auch vorkommen, dass ein solches Wort, das allein die Definition eines anderen Wortes bildet, im DLKŽ keinen eigenen Artikel hat und nicht erklärt wird.
5.5. Man könnte auch auf die Definitionen von Zusammensetzungen hinweisen, die häufig tautologisch sind und für deren Verständnis man ebenfalls in mehreren anderen Wörterbuchartikeln nachschlagen muss, z. B.: dumblãžemis žr. dumblė 1, dumblė 1. „Schlammboden“; žiedkopūstis žr. kalafioras, kalafioras bot. „Blumenkohl“ (Brassica oleracea var.
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botrytis); ãngtarpis siehe t a r p a n g i s, tãrpangis „Zwischenraum“, tarpùangis stat. „Raum zwischen Öffnungen“; galvõviršis siehe v i r š ū g a l v i s, viršùgalvis „Oberseite des Kopfes“ usw.
Um herauszufinden, was ein Wort bedeutet, stößt man manchmal auf mehrere der aufgezählten „Unannehmlichkeiten“ und muss vier oder sogar noch mehr Wörterbuchartikel aufschlagen, z. B. gribštauti siehe g r a b š t a u t i, grabštauti „stehlen“, vagineti džn. mžb. v o g t i, võgti „heimlich und unrechtmäßig eine fremde Sache an sich nehmen, sich aneignen“.
Wichtigste Schlussfolgerungen
1. Wörterbuchartikel im DLKŽ, in denen die Abkürzung žr. verwendet wird, sind wenig informativ und führen nicht selten auch in die Irre (im Hinblick auf Sprachnormen, die Mehrdeutigkeit von Wörtern usw.). Im neuen „Wörterbuch der litauischen Standardsprache“ (im Folgenden BLKŽ), das systematisch redigiert werden sollte, müsste klar festgelegt werden, welche Wortgruppen auf diese Weise erklärt werden sollen.
1.1. Solche Gruppen sollte es nicht viele geben, etwa weniger gebräuchliche Wortbildungsvarianten und vielleicht noch veraltete Wörter (die unbedingt mit psn. zu kennzeichnen wären).
1.2. Dialektwörter, sofern sie überhaupt ins BLKŽ aufgenommen wurden, sind offenbar keine einfachen Ersatzwörter oder Varianten von Wörtern der Standardsprache, sondern bezeichnen ein bestimmtes Phänomen oder Ding, das nur für die Angehörigen des betreffenden Dialekts charakteristisch ist; daher sollten ihre Definitionen ausführlicher sein. Werden Dialektwörter häufig in der schönen Literatur verwendet und sind sie für die Sprache bekannterer Schriftsteller charakteristisch, sollten sie mit entsprechenden Belegen versehen werden. Wie dem auch sei, ein bloßer Verweis mit žr. reicht hier eindeutig nicht aus.
1.3. Bezeichnet ein Fremdwort (Internationalismus) einen Begriff, für den es keine gute litauische Bezeichnung gibt, muss dieser selbstverständlich ausführlich definiert und durch Beispiele veranschaulicht werden. Unerwünschte Fremdwörter (biznesmenas, daidžestas, ofisas und ähnliche Wörter aus der Liste der großen Sprachfehler) sollten mit der Abkürzung ntk. gekennzeichnet werden, falls sie überhaupt ins BLKŽ aufgenommen werden sollten.
2. Es ist völlig klar, dass sich hinter der Abkürzung žr. keine Wörter „verbergen“ sollten, von deren Gebrauch abgeraten wird, weil es bessere Varianten gibt, ebenso wenig wie Wörter, die parallel zu ihren besseren Varianten verwendet werden können. Oder solche Fälle müssten durch zusätzliche Kennzeichnungen oder Zeichen voneinander unterschieden werden.
3. Man sollte stets im Hinterkopf behalten, dass es für die Benutzer unpraktisch ist, von einem Wörterbuchartikel zum nächsten geschickt zu werden; daher sollte die Verwendung der Abkürzung žr. und anderer verweisender Erläuterungen von Wortbedeutungen im BLKŽ deutlich reduziert werden. Auf diese Methode ganz zu verzichten wäre jedoch nicht sinnvoll, denn beispielsweise eignet sich der Pfeil (→) dazu, transpositionelle Ableitungen ohne besondere Bedeutungen auf ihre Grundwörter zu verweisen und Ähnliches.
Aus demselben Grund sollte man es vermeiden, Begriffe mit nur einem Wort zu definieren, denn im Grunde ist das nichts anderes als dieselbe Abkürzung žr. – wenn der Benutzer dieses einzige
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Wenn man die Bedeutung eines Wortes nicht kennt oder nur ungenau kennt, muss man den entsprechenden Wörterbuchartikel aufschlagen und sich vergewissern.
4. Die Abkürzung žr. „verbirgt“ häufig ein polysemes Wort, in seltenen Fällen sogar Homonyme, denn über die Polysemie oder Homonymie des fraglichen Wortes kann man nur anhand des Artikels zum Verweisstichwort etwas erfahren. Mitunter werden dem Wort auf diese Weise Bedeutungen zugeschrieben, die im LKŽ nicht angegeben sind. Außerdem werden beim Verweis auf ein polysemes Wort die einzelnen Sememe nicht nummeriert; deshalb kann der Computer keine genauen statistischen Daten liefern, und das genaue Verhältnis ein- und mehrdeutiger Wörter im Wörterbuch lässt sich nicht ermitteln.
5. Mitunter enthält das Verweisstichwort stilistische Angaben (šnek., menk. ir kt.), Fachgebietsangaben (bot., zool., tech. usw.) und andere Kennzeichnungen. Nicht immer ist klar, ob sie auch für das Hauptstichwort gelten, auf das mit der Abkürzung žr. verwiesen wird. Falls ja, wenn beide Wörter hinsichtlich Stil, Fachgebiet oder Bedeutungsübertragung übereinstimmen, müssten folglich beide entsprechend gekennzeichnet sein. Derzeit ist jedoch nur eines von ihnen markiert, sodass das Wörterbuch nicht erkennen lässt, wie viele umgangssprachliche Wörter, übertragene Bedeutungen usw. es tatsächlich gibt.
Der Artikel behandelt keineswegs alle Aspekte, die bei einer kurzen Untersuchung des Gebrauchs der Abkürzung žr. im DLKŽ aufgefallen sind. Mit diesem kurzen Überblick sollte lediglich die Aufmerksamkeit auf einige Unstimmigkeiten und korrekturbedürftige Fälle gelenkt werden.
Eingegangen am 23.02.1998
ABKÜRZUNGEN
BLKŽ – Wörterbuch der litauischen Standardsprache.
DLKŽ – Wörterbuch der modernen litauischen Sprache, Vilnius: Verlag für Wissenschaft und Enzyklopädien, 1993.
KPP – Kalbos praktikos patarimai, Vilnius: Mokslas, 1985.
LKŽ – Wörterbuch der litauischen Sprache 1, Vilnius: Mintis, 1968; 3, Vilnius: Staatlicher Verlag für politische und wissenschaftliche Literatur, 1956.
DIE KENNZEICHNUNG DER WORTVERBINDUNG IM WÖRTERBUCH DER MODERNEN LITAUISCHEN SPRACHE
(Zur Verwendung der Abkürzung žr. (siehe))
Zusammenfassung
Im Wörterbuch der modernen litauischen Sprache gibt es etwa 2700 Einträge, in denen die Abkürzung žr. (siehe) verwendet wurde; insgesamt kommt dieser Querverweis 2840-mal vor. Die Stichwörter solcher Einträge werden nicht definiert, sondern mit einem Verweis auf geläufigere Wörter versehen
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Wörter. Eine solche Darstellung der Bedeutungen ist für die Benutzer nicht praktisch, da sie Informationen an mehreren Stellen des Wörterbuchs suchen müssen. Andererseits werden bei dieser Darstellungsweise die Mehrdeutigkeit des Wortes sowie seine stilistischen und sonstigen Besonderheiten in vielen Fällen nicht deutlich. Obwohl der Verweis žr. „eine nominative Funktion hat“ (wie es im Vorwort des Wörterbuchs heißt), werden mit dieser Abkürzung gleichermaßen Parallelformen, Wörter mit standardsprachlich besseren Varianten und einige Wörter, deren Verwendung nicht empfohlen wird, aufgeführt.
Im künftigen Wörterbuch der standardsprachlichen litauischen Sprache wäre es sinnvoll, den genannten Querverweis seltener in den Bedeutungsdefinitionen der Stichwörter zu verwenden.
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