Der Nominativ in Zeitadverbialen im Litauischen
Full text
ACTA LINGUISTICA LITHUANICA
LII (2005), 41 – 58
Der Nominativ in Zeitadverbialen im Litauischen
Markus Roduner
Lietuvių kalbos institutas
This paper deals with the nominative in temporal adverbials (mainly durative) in Lithuanian. On the basis of an analysis of a text corpus it was established that certain lexemes show a strong tendency to appear in the nominative in adverbial function. Other constructions involving temporal adverbials in the nominative tend to become fixed expressions. We argue that the so-called nominative object could have played, or still plays, a part in generally supporting the use of temporal and spatial adverbials in the nominative case. When describing the occurrence of the nominative in adverbial function at a synchronic level, it can be said that (a) it occurs mostly with quantifying modifiers before the noun and (b) it describes a time space from some fixed (sometimes unfixed) point in the past up to reference time or, in the case of the present, up to speech time (as in English he has been singing for three hours).
0. EINFÜHRENDES
Im vorliegenden Artikel sollen die im Litauischen sporadisch, jedoch in ganz bestimmten Fällen regulär vorkommenden Zeitadverbialen im Nominativ näher beleuchtet werden. Untersucht wurde wo möglich die heutige litauische Schriftsprache (bendrinė kalba), unter Verwendung des Textkorpus der litauischen Gegenwartssprache (KT). Für einzelne, in der Schriftsprache so nicht vorkommende Phänomene wurde auf publizierte Dialekttexte (LKT, LTCH) und die eigene Phonothek¹ zurückgegriffen. Nicht Thema dieses Artikels sind vollständig erstarrte Wendungen und reine Adverben zum Ausdruck der Zeit.
Die Verwendung des Nominativs in adverbialen Zeitbestimmungen ist zunächst einmal, zumindest für Sprecher westeuropäischer Sprachen, eher ungewöhnlich². In denjeni-
1 Die Aufnahmen wurden im Rahmen zweier Forschungsprojekte zusammen mit Mitarbeitern des Instituts für litauische Sprache gemacht und sind teilweise in der Phonothek des Instituts für litauische Sprache in Vilnius zugänglich. Bei der Interpretation der für uns maßgeblichen Stellen waren uns Edmundas Trumpa und Asta Leskauskaitė behilflich, denen an dieser Stelle herzlich dafür gedankt sei.
2 Jablonskis (1957: 560) bemerkt dazu: „Vardininkas kitoms (antrinėms) sakinio dalims, ypač aplinkybėms, reikšti yra ne visai paprastas mūsų gramatikoms dalykas“ („Der Nominativ zur Bezeichnung anderer (sekundärer) Satzteile, besonders von Adverbialen, ist ein nicht allzu gewöhnliches Faktum unserer Grammatiken.“); Valiulytė (1998: 259): „Kaip žinia, vardininkui aplinkybės funkcija nebūdinga. Tačiau turime atvejų, kada šis linksnis vartojamas veiksmo trukmei reikšti“ („Wie allgemein bekannt ist, ist die Verwendung des Nominativs in Adverbialfunktion für diesen nicht typisch. Trotzdem gibt es Fälle, in denen dieser Fall zum Ausdruck der Handlungsdauer Verwendung findet“).
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gen westeuropäischen indogermanischen Sprachen3, die über ein einigermaßen ausgebautes Kasussystem verfügen, kommen zum Ausdruck von adverbialen zeitlichen Verhältnissen (Zeitpunkt, Dauer, Wiederholung) fast ausschließlich oblique Kasus (Akkusativ, Instrumental, Dativ, Genitiv usw.) zum Zuge. Im Deutschen denkt man dabei z. B. an archaische, meist schon zu Adverben erstarrte, Zeitbestimmungen im Genitiv wie morgens, nachts (auch des nachts) oder die vielen akkusativischen wie letzten Monat, nächsten Samstag. Neben diesen reinen kasusbestimmten Nomina funktionieren sehr prominent als Zeitadverbiale auch Nomina mit Präpositionen, vgl. dazu aus dem Deutschen z. B. am Abend, im Sommer. Auch im Litauischen machen präpositionale Konstruktionen einen wesentlichen, jedoch vergleichsweise geringeren Teil der Zeitadverbialen aus4. Von den verschiedenen Kasus wird der in diesem Artikel zu behandelnde Nominativ mit Abstand am seltensten für Zeitbestimmungen verwendet. Im folgenden wird jedoch festgestellt werden können, dass dieser Kasus vor allem in bestimmten Wendungen und in bestimmten Dialektarealen vermehrt für die Bezeichnung vor allem von Zeitdauer und bei ständig wiederholten Handlungen herangezogen wird. Er konkurriert jedoch immer mit dem „grammatischen“ Akkusativ.
1. DER NOMINATIV ZUM AUSDRUCK DER ZEITDAUER
1.1. (jau) + Zeitangabe ‘(schon) seit X Jahren, Monaten, usw.’
Der Nominativ kann eine Zeitdauer nach Šukys (1998: 83) im Prinzip nur in Verbindung mit Ordinalzahlen und bestimmten Pronomen ausdrücken. Valiulytė (1998: 260) führt in diesem Zusammenhang zusätzlich aus, dass der Nominativ die Handlungsdauer meist in Verbindung mit dem Präsens, seltener auch mit dem einfachen Präteritum (būta-sis kartinis laikas) bezeichnet, oft unter Setzung von jau. Ein Beispiel für ein Zeitadverbiale mit beidem ist folgender Satz:
(1)
Mes
kelinti
metai
bendradarbiaujame
su AIDS
centru
wir:Nom5
schon
wievielt: Nom.PL6
Jahr:Nom
zusammenarbeiten: PRAES.1.PL
mit AIDS
Zentrum: Ins.SG
Paulauskienė (1989: 74) schreibt dazu: „Vardininko, kaip aplinkybės, funkcija yra šalutinė. […] Dažniausiai aplinkybių funkciją jis atlieka ne vienas, o sutapęs su kitais žodžiais – skaitvardžiais ir įvardžiais, su jais drauge ir prieveiksmeja“ („Die Adverbialfunktion des Nominativs ist sekundär. […] Meist funktioniert er nicht allein als Adverbiale, sondern zusammen mit anderen Wörtern, Numeralia und Pronomina und erstarrt zusammen mit ihnen allmählich zum Adverb“).
3 Im Baskischen, das als Ergativsprache über keinen Akkusativ verfügt, wird der Nominativ vor allem zum Ausdruck der Zeitdauer herangezogen, nicht jedoch für die Zeitdauer, seit der etwas andauert, die im Inessiv steht (vgl. Lafitte 1978: 429). Zum Ostseefinnischen siehe Abschnitt 4.
4 Diese sind jedoch nicht Thema dieses Artikels und werden folglich hier nicht diskutiert werden.
5 Folgende Abkürzungen werden in den grammatischen Glossierungen verwendet: ADV: Adverb; AKK: Akkusativ; DAT: Dativ; F: Femininum; FUT: Futur; GEN: Genitiv; HPRT: Halbpartizip; IMP: Impersonal; INE: Inessiv; INS: Instrumental; LOK: Lokativ; M: Maskulinum; N: Neutrum; NEG: Negation; NOM: Nominativ; PAR: Partitiv; PL: Plural; PPP: Partizip Perfekt Passiv; PPA: Partizip Präsens Aktiv; PPrP: Partizip Präsens Passiv; PRAES: Präsens; PRAET: Präteritum; REFL: Reflexiv; SG: Singular.
6 Metai ‘Jahr’ ist im Litauischen ein Plurale tantum, deshalb hier am damit kongruierenden kelintas die entsprechende Endung.
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‚Wir arbeiten schon seit vielen Jahren mit dem AIDS-Zentrum zusammen.‘ (KT)
Der Gebrauch der Konstruktion jau + Zahlwort oder Pronomen (kuris ‘welcher’, keleri ‘einige’, keletas ‘eine gewisse Menge, einige’, u. a.) in Verbindung mit dem Nominativ für die Zeitdauer, die eine Handlung nun schon andauert ist auch in normnaher Sprache geläufig. Tabelle 1 vermittelt einen, zugegebenermaßen beschränkten, Einblick in die Häufigkeit7 von Nominativ und konkurrierendem Akkusativ in der hier diskutierten Struktur:
TABELLE 1: JAU + ZEITDAUER
Zeitangabe | Nom: Kardinalzahl | Ordinalzahl kelintas | Akk: Kardinalzahl | Ordinalzahl kelintas
šimtmetis / šimtmečiai ‘Jahrhundert(e)’ | Sg 4 / Pl 11 | 6 | Sg 33 / Pl 36 | 11
metai ‘Jahr(e)’ | 83 | 80 | 76 | 46
jau keleri / kelinti metai ‘schon seit einigen Jahren’ | 61 | 15 | 28 | 1
mėnuo / mėnesiai ‘Monat(e)’ | Sg 24 / Pl 74 | 68 | Sg 14 / Pl 113 | 17
jau keli mėnesiai / kelintas mėnuo ‘schon seit einigen Monaten’ | 57 | 15 | 66 | 1
valanda / valandos ‘Stunde(n)’ | Sg 4 / Pl 4 | — | Sg 25 / Pl 15 | —
Obwohl die (spärlichen) statistischen Daten besonders für die weniger häufig vorkommenden Zeitbezeichnungen kaum eine schlüssige Interpretation zulassen, können wir doch feststellen, dass im Gegensatz zu den bei Ambrazas (1996: 548) gemachten Angabe, der Nominativ bei gewissen Lexemen deutlich überwiegt. Für die Lexeme metai und mėnuo zeigen die Resultate eine in etwa ausgeglichene Verwendung von Nominativ und Akkusativ bei Kardinalzahlen, dafür überwiegt der Nominativ bei den Ordinalzahlen und für jau kelinti metai / kelintus metus ergab die Suche nach festen Verbindungen ein Ver-
7 Analysiert wurden die in Tabelle 1 erwähnten Nomina. Für šimtmetis ‘Jahrhundert’ und valanda ‘Stunde’ wurde aufgrund der wenigen Belege auf eine zusätzliche Aufgliederung verzichtet. Zusätzlich wurden auch minutė und sekundė durchgesehen, die jedoch wegen des (zu erwartenden) äußerst spärlichen Auftretens hier nicht herangezogen werden. Für metai und mėnuo / mėnesiai wurden die zwei Bereiche landesweite und regionale Presse durchgesehen. Zusätzlich wurde für metai die Verlässlichkeit der Resultate durch Suche nach Kombinationen (schon ein, zwei, etliche… Jahre) gegengeprüft.
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hältnis von 254 : 33 zugunsten des Nominativs, was auf eine schon weit fortgeschrittene erstarrte adverbiale Wendung hindeutet. Für die weniger gebräuchlichen Zeitbezeichnungen scheint der Akkusativ die Norm zu sein. Dies bestätigt (wohl wegen der wenigen Belege mit Vorsicht zu bewerten) auch die Zeitadverbiale jau n-ta vasara ‘schon den n-ten Sommer’, wo ebenfalls mit 24 : 6 der Akkusativ überwiegt.
Die Konstruktion seit soundsolange kann auch in die Vergangenheit transponiert werden, wobei sich an der Konstruktion als solche nichts ändert. Beschrieben wird auch hier eine Handlung/ein Zustand, die/der in der Vergangenheit von einem bestimmten Zeitpunkt bis zur Referenzzeit in der Vergangenheit andauert und diese mit erfasst, wobei das Verb meist im einfachen Präteritum erscheint (vorzeitig-gleichzeitig):
(2)
Jau treji metai ji nevaikščiojo nors puikiausiai galėjo eiti.
Schon drei: Jahr:NOM sie laufen:NEG.PRAET.3
NOM.PL
‘Schon seit drei Jahren ging sie nicht mehr zu Fuß, obwohl sie bestens zu gehen vermochte hätte/’ (KT)
In den beiden vorgenannten Beispielen tritt die nominativische Zeitangabe einerseits im Sinne des Nominativs in Verbindung mit gewissen Modifizierern, andererseits zusätzlich verbunden mit dem ominösen jau auf. Der Nominativ kann jedoch auch in einfach markierten Aussagen stehen, wie folgende Beispiele, das erste für eine Einfachmarkierung durch jau, das andere für eine durch ein Zahlwort zeigen.
(3)
… kad jo vairuojamos automašinos jau
dass er: GEN lenken: PPR.P.Gen.Sg.F Auto: GEN.Sg schon
mėnuo ieško Kauno kriminalistai.
Monat:NOM.SG suchen:PRAES.3 Kaunas: GEN Kriminalbeamter: NOM.PL
‘… dass die Kaunasser Kriminalbeamten schon seit einem Monat nach seinem Wagen suchen.’ (KT)
(4)
Trys mėnesiai nesu jam žodžio tarus.
drei:NOM Monat: sein:NEG.PRAES.1.SG er:DAT Wort: spre-
NOM.PL GEN.SG chen
PPP. NOM. SG.F
‘Seit drei Monaten habe ich kein Wort mehr mit ihm gewechselt.’ (KT)
Bei Beispiel (4) könnte man zu Valiulytės Formulierung, dass der Nominativ sowohl mit als auch ohne Attribut vorkomme⁸ hinzufügen, dass zwar formal valanda kein Attri-
8 Valiulytė (1998: 260): „Vardininkas esti be pažyminio ir su pažyminiu arba su valdomu kilmininku“.
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but bei sich hat, dass aber ein solches, nämlich das Zahlwort vienas ‘eins’ (oder hier natürlich die feminine Form viena) impliziert ist. Dies geht insofern von selbst aus den grammatischen Eigenschaften nominaler Zeitbestimmungen im Litauischen hervor, als diese zur Angabe der Zeitdauer nur bestimmte Nomina der Zeitangabe beinhalten können (z.B. diena ‘Tag’, valanda ‘Stunde’, mėnuo ‘Monat’, u.a.), und im Litauischen (wie z. B. auch im Russischen) keine, weder bestimmte noch unbestimmte, Artikel existieren und somit das quantifizierende Zahlwort eins nur gesetzt wird, wenn man es besonders betonen will.
1.1.1. jau + Ordinalzahl
Eine Untergruppe der hier diskutierten nominativischen Zeitangaben stellen die Zeitangaben mit Ordinalzahlen vom Typ jau treti metai ‘schon seit drei Jahren (wörtl. schon das dritte Jahr’⁹) dar. In offizieller Sprache (Dokumente von Staatsstellen) wird fast ausschließlich der Akkusativ verwendet¹⁰. In den entsprechenden Beispielen aus KT fanden sich sowohl nominativische als auch akkusativische Zeitbestimmungen mit Ordinalzahlen.
(5)
Aikštėje šalia fontano jau trečia valanda
Platz:Lok.Sg neben Springbrunnen:Gen.Sg schon dritt:Nom.Sg.F Stunde:Nom.Sg
be perstogės dainavo nacionalinės estrados veteranai
ohne Unterbruch singen:PRAET.3 national U-Musik Veteran:NOM.Pl
‘Auf dem Platz, am Springbrunnen, sangen schon seit drei Stunden ohne Unterbruch die nationalen U-Musik-Veteranen.’ (KT)
Der hier zitierte Satz zeigt ferner, dass auch die Konstruktion jau + Ordinalzahl/kelintas mit dem Präteritum verwendet werden kann. Dabei können wir feststellen, dass die Semantik der in Beispiel (2) entspricht.
Statt einer Ordinalzahl kann das im Nominativ stehende Nomen im Zeitadverbiale auch mit dem Pronomen kelintas ‘der wievielte’ verbunden sein. Sätze vom Typ nuo Verbūnų girininko jau (schon) kelintas (wievielt:Nom.Sg.M) mėnuo (Monat:Nom.Sg) nedvelkia degtine ‘der Förster von Verbūnai verbreitet schon seit Monaten keinen Schnapsgeruch mehr’ (KT) sind auch schriftsprachlich durchaus üblich. Wir können hier, wie oben in den Aussagen mit Ordinalzahl, davon ausgehen, dass die Setzung des Nominativs durch
9 Der Unterschied in der Semantik zwischen jau treji metai ‘schon seit drei Jahren und jau treti metai ‘schon das dritte Jahr’ besteht darin, dass im letzteren Fall die drei Jahre noch nicht ganz vorbei sind.
10 So auch Šukys (1998: 83): „Oficialiuose kalbos stiliuose paprastai vartojami vien trukmės galininkai“. Auch die Analyse der Beispiele aus KT legt dies nahe, für die untersuchten Zeitbezeichnungen wurde kein Beispiel aus staatlichen Dokumenten (LR Valstybiniai dokumentai), die immerhin 8% des Korpus ausmachen, für die beiden in 1.1 und 1.1.1. diskutierten Strukturen gefunden, dagegen etliche aus den Stenogrammen des Seimas, die die mündliche Sprache der Parlamentsmitglieder reflektieren.
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die im Bewusstsein des Sprechers/Schreibers vorhandene Konjunktion von kelintas mit diesem Fall bedingt ist. Ein weiteres Beispiel hierfür ist (1).
1.2. Zwischenfolgerungen
Die in 1. und 1.1. diskutierten Beispiele lassen mich bezüglich dieser Konstruktion folgende Zwischenschlüsse ziehen:
1 Es handelt sich um eine Konstruktion mit der Struktur (jau) + quantifizierendes Pronomen oder Zahlwort + Nomen im Nominativ. Jau kann fehlen, wenn das Nomen durch einen Modifizierer näher bezeichnet ist¹¹, muss aber stehen, wenn kein Attribut dabei steht (ich habe jedenfalls in KT, soweit durchgesehen, keine Gegenbeispiele gefunden). Über die bei Valiulytė (1998) geäußerten Beobachtungen hinaus können wir feststellen, dass zwar in einigen wenigen Aussagen, nämlich wenn das Zahlwort vienas ‘eins’ impliziert aber nicht gesetzt wird, zwar die oben formulierte Regel der obligatorischen Setzung von jau beachtet wird, dass aber unserer Meinung nach nicht die Setzung oder Nichtsetzung von jau hier entscheidend ist, sondern die Semantik der Quantifizierung den Nominativ begründet.
2 Im Falle dieser Konstruktion könnte die Vermutung¹² Jablonskis (1957: 560) zutreffen, dass diese aus einer Verkürzung einer Zweisatzstruktur entstanden sein kann, dass also jau trys metai nebebuvau gimtinėje als aus jau trys/treti metai (bus: das Verb ist nicht obligatorisch), kai(p) nebebuvau gimtinėje verkürzt zu verstehen ist.
Sätze des letzteren Typs mit kai(p) sind sowohl in gesprochener als auch in geschriebener Sprache belegt und recht häufig, vgl. folgendes Beispiel:
(6)
Jau trys mėnesiai, kai guli partijos valdybos
Schon drei:Nom Monat:Nom.Pl dass liegen:Praes.3 Partei:Gen.Sg Vorstand:Gen.Sg
stalčiuose mano pareiškimas.
Schublade:Lok.Pl mein Antrag:Nom.Sg
‘Es sind schon drei Monate, dass mein Antrag in den Schubladen der Parteileitung liegt.’ (KT)
2. ZEITANGABEN DER STÄNDIGEN WIEDERHOLUNG
2.1. Aussagen vom Typ kas mėnuo ‘jeden Monat’
In weiten Teilen Litauens wird die Zeitangabe einer sich regelmäßig wiederholenden Handlung im Nominativ gesetzt, wobei dem Nomen immer kas ‘jeder’ (in diesem Fall
11 Vgl. Valiulytė (1998: 261): „O prie vardininko su pažyminiu arba su valdomu kilmininku (pvz., šimtas metų) dalelytės jau buvimas yra fakultatyvus arba jos visai gali nebūti“ („Im Falle eines Nominativs mit Attribut oder von ihm regierten Genitiv (z. B. šimtas metų ‘hundert Jahre’) ist die Partikel jau fakultativ oder kann ganz fehlen“).
12 Dass es eine solche ist, zeigt die Verwendung des modalen bus daselbst.
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indeklinabel), neuer auch kiekvienas ‘jeder einzelne’, dialektal statt kas auch das gleichbedeutende, aus dem Slavischen entlehnte kožnas vorangeht.
Die Schriftsprache meidet in der Verbindung kas + Zeitangabe den Nominativ. Die Durchsicht von entsprechenden Beispielen im Textkorpus der heutigen litauischen Sprache (KT)13 ergab größere Schwankungen beim Verhältnis von Nominativ und Akkusativ:
TABELLE 2: KAS + ZEITANGABE
ZEITANGABE
SG
NOM PL
SG
AKK PL
metai (kas metai / kas X metai)
173
49614
-
66
mėnuo
815
105
315
92
valanda
2
26
73
48
minutė
8
45
47
28
Ersichtlich ist, dass der Akkusativ im Singular bei weitem überwiegt. Im Plural ist die Lage von Lexem zu Lexem unterschiedlich, die beiden Kasus sind jedoch einigermaßen ausgewogen vertreten. Völlig aus der Reihe tanzt metai, das dem Nominativ bei weitem den Vorzug gibt.
Die Verbindung von kas mit dem Nominativ, besonders in verallgemeinernden Aussagen wie Sprichwörtern beschränkt sich im Litauischen nicht auf Zeitadverbialen, sondern gelangt auch bei Adverbialen mit örtlicher Bedeutung zur Anwendung:
(10)
Kas
was:NOM
namai
Haus:Nom.Pl
—
tai
das:ADV
dūmai.
Rauch:Nom.Pl
‘Wo ein Haus ist, da ist auch Rauch.’ (Zit. nach Paulauskienė 1989: 74.)
Während in letzterem Beispiel die beiden Satzteile noch als autonom betrachtet werden, in denen die jeweils zwei Nominative als Dependentien der vorstellbaren Kopula yra ‘ist’ syntaktisch verständlich sind, so ist dies in Beispiel (9), wo kas metai vollständig als Zeitadverbiale in den Satz integriert ist, eher problematisch. Es stellt sich die Frage, ob der Nominativ nicht einfach durch das Pronomen kas hervorgerufen wird? Kas ist zunächst einmal das Fragepronomen für Personen wie Dinge im Nominativ (‘wer / was’), dann aber auch Relativpronomen sowie verallgemeinernd (kas nors ‘irgendjemand’). In
13 Es wurden exemplarisch vier Zeitbestimmungen in der Verbindung mit kas überprüft, nämlich mėnuo ‘Monat’, metai ‘Jahr’, valanda ‘Stunde’ (mit Ausnahme des Plurale tantum metai jeweils Singular und Plural) und minutė.
14 Gezählt wurden nur die Belege, für die im Akkusativ mindestens 5 Belege vorhanden waren. Die Übermacht des Nominativs ist hier sehr deutlich.
15 Für mėnuo wurden nur die Belege aus der nationalen und regionalen Presse geprüft, da die Verhältnisse klar ersichtlich sind.
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allen diesen Funktionen ist es deklinierbar. Zuletzt wird es vor allem in gesprochener Sprache für ‘jeder’ gebraucht, wobei das Pronomen selbst nicht dekliniert wird. Wir sagen also kas (Nom.Sg) metai (Nom.Pl) ‘jedes Jahr’ ohne Kongruenz im Numerus zwischen kas und dem Nomen. Gegen eine kausale Verbindung von kas und Nominativ spricht aber nun, dass das Nomen, bei dem kas steht, in verschiedenen Kasus auftreten kann, wie in: kas trečiame (dritter:Lok.Sg) posėdyje (Sitzung:Lok.Sg) nedalyvauja ‘er nimmt an jeder dritten Sitzung nicht teil’16.
2.1.1. Zwischenfolgerungen
Fraenkel (1928) meint in Bezug auf die hier diskutierte Struktur, dass diese eigentlich ein „aus Pronomen und Substantiv bestehender Relativsatz“ sei, der „vom Sprechenden als adverbiale Bestimmung des regierenden Satzes betrachtet werden kann“ und führt zur Untermauerung seiner Theorie Parallelen aus dem Polnischen wie co raz (= lit. kas kartas) ‘jedes Mal’, co rok (= lit. kas metai) ‘jedes Jahr’17 an. Wenn ich diese Hypothese Fraenkels richtig verstehe, müsste man von einer zugrundeliegenden korrelativen Struktur des Typs kas metai, tas... ‘was Jahr <ist>, das ...’ ausgehen18. Diese müsste allerdings schon in einer früheren Phase der Sprachentwicklung fast durchgängig als Adverbiale in den Satz integriert worden sein, da im heutigen Litauischen kaum Beispiele für die Zwe Satzstruktur existieren.
2.2. Zeitadverbialen des Typs visas laikas ‘die ganze Zeit’
Zeitadverbialen, in denen das Nomen durch visas ‘ganz, (Pl) alle’ modifiziert ist, können in drei Gruppen aufgeteilt werden, von denen die erste in einer direkten Beziehung zu den im Abschnitt 1.1. diskutierten Aussagetypen steht, die zweite zu denen in Abschnitt 2.1. und die dritte zu denen in Abschnitt 3.
a. Die erste Gruppe bilden Aussagen vom Typ jog mokyklos nelankęs jau visas (ganz:Nom.Sg.M) mėnuo (Monat:Nom.Sg) ‘dass er die Schule schon seit einem Monat nicht besuche’ (KT). Solche Sätze kann man aufgrund ihrer Struktur und Semantik oben in Abschnitt 1.1. behandelten gleichsetzen, wobei die Zeitangabe hier zusätzlich durch visas modifiziert wird. Statt jog mokyklos nelankęs jau mėnuo ‘dass er die Schule schon seit einem Monat nicht besuche’ heißt es nun jog mokyklos nelankęs jau visas mėnuo ‘dass er die Schule schon seit einem ganzen Monat nicht besuche’. Beide Sätze sind wohl in
16 Auch hier ist jedoch in umgangssprachlicher bzw. dialektaler Rede Nominativ möglich: kas trečias posėdis nedalyvauja.
17 Genauer zu untersuchen wäre hier die Möglichkeit einer Entlehnung der Struktur aus dem Polnischen.
18 Entsprechende Aussagen sind mir im Litauischen in Zeitbezeichnungen nicht begegnet. Hingegen passt das Beispiel kas namai – tai dūmai (Bsp. 10) gut hierher. Ebenso zitiert Fraenkel (1928: 32) ein Beispiel aus dem Polnischen mit korrelativer Zwe Satzstruktur: co (was:Nom) autor (Autor:Nom.Sg), to (das:Nom) osobna (besonderer:Nom.Sg.F) metoda (Methode:Nom.Sg) ‘jeder Autor hat seine eigene Methode’.
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ihrer Aussagestruktur kaum voneinander zu trennen, womit das oben in Abschnitt 1.1. Gesagte sinngemäß auch hier gilt. Das Verb steht hier wie dort meist im Präsens; somit wird hier ebenfalls eine Handlung / ein Zustand beschrieben, die / der zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit beginnt und sich über die ganze Zeitspanne bis zum jetzigen Zeitpunkt (bzw. im Falle eines Verbs im Präteritum bis zur Referenzzeit in der Vergangenheit) erstreckt, bzw. im Falle von Handlungen über den ganzen Zeitraum wiederholt ausgeführt wird 19.
b. Die zweite, meiner Meinung nach davon zu trennende Gruppe, bilden Aussagen der folgenden Art (Aufnahmen aus Musteika, Varėnos rajonas):
(11) Visas laikas sėjom.
ganz:NOM.SG.M Zeit säen:PRAET.1.PL
‘Wir säten die ganze Zeit über.’
Im vorangehenden Beispiel wird die litauische Entsprechung des deutschen die ganze Zeit mit dem Präteritum verwendet. Semantisch ist dieser Aussage nicht zu entnehmen, ob die langandauernde Handlung (visas laikas) noch andauert oder nicht. Es ist jedoch aufgrund des Gesprächsverlaufs anzunehmen, dass damit eine lange Zeitspanne bis zu einem nicht näher bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit gemeint ist, denn die Aussage ist als Antwort auf die vorangehenden Fragen des Befragers zu verstehen (nämlich ob man denn früher Roggen gesät habe). Von den unter 1.1. diskutierten Strukturen und dort besonders von Beispiel (2), das mit den hier genannten Beispielen hinsichtlich des Tempus übereinstimmt, unterscheiden sie sich dadurch, dass hier kein Anfangspunkt genannt wird und auch nicht klar ist, ob die Handlung evtl. nicht bis zur Sprechzeit wiederholt wird. Auch zum weiter unten zitierten Beispiel (12) können wir sie nicht stellen, da dort ein, wenn auch nicht klar lokalisierter, abgeschlossener Zeitraum in der Vergangenheit beschrieben wird, während wir es hier mit einer nach zwei Seiten offenen Zeitspanne in der Vergangenheit (evtl. bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt andauernd) zu tun haben. Hingegen passen diese Beispiele mit ihrer Semantik eines langen, unabgeschlossenen Zeitraums gut zu den in 2.3. behandelten Temporaladverbialen des Typs dieną naktis ‘Tag und Nacht’.
Die zuletzt diskutierte Konstruktion kommt fast ausschließlich mit dem Nomen laikas ‘Zeit’ (oder dem Lehnwort česas ‘dass.’) vor, was auf eine bereits erstarrte Wendung hindeutet. Außerdem konnte ich in KT kein Beispiel aus der Schriftsprache finden, nur ein einziges, eindeutig dialektales: Dainavau (singen:PRAET.1.SG) visas laikas per visų (ganz:AKK.SG) gyvenimų (Leben:AKK.SG) ‘ich habe das ganze Leben lang gesungen’.
c. In LKT (199) findet sich auch ein Beispiel für eine Aussage in der Vergangenheit, die einen definierten Zeitraum umfasst:
19 Für solche Aussagen mit dem Präteritum vergleiche: jau visas mėnuo neĮjo ‘es hatte schon seit einem ganzen Monat nicht mehr geregnet’.
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(12) ji sirgo visà naktis –
sie krank sein:Praet.3 ganz:Nom.Sg.F Nacht:Nom.Sg
nuomerali turi
Epilepsie:Akk.Sg haben:Praes.3
‘Sie war die ganze Nacht krank – sie hat die Epilepsie.’
Das Beispiel stammt aus dem Dorf Žalioji (Vilkaviškio r.) in SW-Litauen, unweit der Grenze zur Kaliningradskaja Oblast’ und zu Polen20. Aufgrund seiner Struktur kann der hier zitierte Satz zu den in Abschnitt 3. behandelten Aussagen gestellt werden.
2.2.1 Parallelen aus russischen Dialekten
Nominativische Zeitadverbialen kommen auch in manchen nord- und einigen mittel- und südrussischen Dialekten vor. Auch hier treten Zeitadverbialen in Verbindung mit ves’ ‘ganz’ im Nominativ auf, vgl. dazu die bei Kuz’mina (1993: 14–15) diskutierten Beispiele. Öfters kongruiert dabei im Mittel- und Südrussischen ves’ ‘ganz’ im Kasus nicht mit dem Nomen, ves’ steht im Akkusativ, das Nomen im Nominativ, wie in vsju (ganz:Akk.Sg.F) zima-to (Winter:Nom.Sg.F-verallgem.) delal sanki ‘Den ganzen Winter hindurch machte ich Schlitten’ (Beispiel aus Kuz’mina 1993: 15). Dies lässt auf eine allmähliche Akkusativierung schließen, hin zum heutigen schriftsprachlichen Standard von in diesem Zusammenhang nur akkusativischen Zeitadverbialen vom Typ vsju zimu ‘den ganzen Winter’. Allerdings sind diese Wendungen schon so stark lexikalisiert (so Kuz’mina das.), dass der ursprüngliche Nominativ zima dialektal als Adverb (winters) verwendet wird.
2.2.2. Zwischenfolgerungen
Als problematisch stellt sich hier der Versuch einer Deutung der Motivation für die Setzung des Nominativs dar. Eine Interpretation im Sinne der oben umrissenen Eingliederung eines Nominalsatzes kommt hier kaum in Frage21. Ich sehe jedenfalls keinen Anlass, einen Satz wie visas laikas bičių laikėm ‘wir hielten die ganze Zeit über Bienen’ auf **visas laikas buvo (toks), kad bičių laikėm ‘es war die ganze Zeit (so), dass wir Bienen hielten’ o. ä. zurückzuführen. Aussagen des letzteren Typs als Grundlage zu postulieren ist auch insofern ein fragliches Unternehmen, als solche im Gegensatz zu den oben im Abschnitt 1.1. diskutierten, häufig zu findenden, später verkürzten Sätze nicht zu belegen sind.
2.3. Zeitbestimmungen vom Typ diena naktis ‘Tag und Nacht’
Eine weitere Gruppe von Zeitadverbialen im Nominativ bilden Aussagen, die eine Handlung beschreiben, die die ganze Zeit über habituell ausgeführt wird oder ausgeführt wer-
20 Dass es kein Einzelbeispiel ist, zeigt folgender Satz aus der gleichen Dialektgruppe: sėdėjom visą (ganz:Nom.Sg.F) naktis (Nacht:Nom.Sg) ‘Wir saßen dort die ganze Nacht’.
21 Fraenkel (Kapitel 5) erwähnt in seinen Ausführungen über eingeschobene Nominalsätze, die als Adverbiale ins Satzganze integriert werden, die Struktur visas vakaras nicht. Somit ist es nicht klar, ob er sie auch für aus einem ursprünglich selbständigen Nominalsatz entstanden hält.
Der Nominativ in Zeitadverbialen
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den soll und meist aus zwei Zeitbezeichnungen (z. B. ’Tag und Nacht’, ’Morgen und Abend’, u. a.) bestehen. Dieser Aussagetyp ist von seiner Semantik her in engem Zusammenhang mit dem unmittelbar vorangehenden (visas laikas ‘die ganze Zeit’) zu sehen. Bei beiden handelt es sich um verallgemeinernde Zeitangaben, die mit gewohnheitsmäßigen Handlungen verbunden sind. Bei Zeitadverbialen dieser Struktur handelt es sich wohl bereits um feste Wendungen, die so auch in der Schriftsprache durchaus üblich sind:
(13) … kad rytas vakaras kasdien jis praeinąs ta Veronikos gatve į darbą ir namo dass Morgen: Abend:NOM.SG täglich erNOM hindurchgehen:PPRA.NOM.SG.M dies:INS.SG.F Veronika:GEN Straße:INS.SG zur und von der Arbeit … ‘dass er jeden Morgen und Abend die Straße der Veronika zur und von der Arbeit durchschreite’ (KT)
Es kann durchaus sein, dass diese Ausdrücke letztlich auf parataktische Sätzchen vom Typ buvo rytas, buvo vakaras, ir jis vis miegojo ‘es war Morgen, es war Abend, und er schlief dauernd’ zurückgehen, die dann als feste Wendungen ins Vokabular der Sprecher eingingen.
3. ZEITADVERBIALEN DER ZEITDAUER IN VERBINDUNG MIT ABGESCHLOSSENEN HANDLUNGEN
In LKT (263) finden wir eine interessante Aussage, die zeigt, dass der Nominativ auch in Zeitbestimmungen stehen kann, die eine Zeitdauer in der Vergangenheit in Verbindung mit einer telischen Verbaläußerung ausdrücken:
(14) kariumenė(je) prabuvau trys metai Armee:Lok.Sg verbringen:PrAET.3 drei:Nom.Pl Jahr:Nom.Pl ‘In der Armee habe ich drei Jahre verbracht.’
Der Nominativ in dieser Aussage lässt sich weder mit Šukys’ Formulierung der Möglichkeit von nominativischen Zeitadverbialen in Verbindung mit gewissen Pronomen und besonders verstärkt mit jau, noch mit Jablonskis’ Deutung von nominativischen Zeitbestimmungen als Verkürzungen, d. h. Integrierung eines Appositionalsatzes unter Weglassung der Verbaläußerung, in befriedigender Weise erklären. Auch Valiulytė führt keine Beispiele vom Typ in Bsp. (14) an, ja sie verneint (vgl. Valiulytė 1998: 262) sogar die Möglichkeit der Existenz solcher Zeitadverbialen im Nominativ22. Hingegen würde
22 So schreibt sie dort, dass in einer Aussage laukia jau valanda (Nom) / valandą (Akk) ‘er wartet schon seit einer Stunde’ sowohl Nominativ als auch Akkusativ möglich sind, wobei der Nominativ die vorherrschende Form darstellt. Eine Verbindung einer telischen Verbaläußerung in der Vergangenheit ist nach Valiulytė (daselbst) nur mit dem Akkusativ (pralauke valandą (Akk) ‘er wartete eine Stunde (lang)’), nicht aber mit dem Nominativ (*pralauke valanda (Nom)) möglich. Dem widerspricht jedoch das oben beigebrachte Beispiel.
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hier eine Begründung des Nominativs durch die Quantifizierung gut passen. Da der Nominativ hier anders kaum erklärt werden kann, müssen wir wohl davon ausgehen, dass bestimmte, quantifizierende Modifizierer das Auftreten dieses Kasus’ hervorrufen bzw. begünstigen. Als Stütze für diese Theorie können anders auch kaum zu erfassende Beispiele direkter Objekte im Nominativ beim Verb kainuoti ‘kosten’ dienen:
(15) Vienkartinis apsilankymas suaugusiems kainuoja 7 litai
einfach:NOM.SG Besuch:NOM.SG Erwachsene:DAT.PL kosten:PRAES.3 Litas:NOM.PL
‘Ein Einzeleintitt für Erwachsene kostet sieben Litas.’ (KT)
Während unserer Feldforschungsunternehmungen nahmen wir neben kainuoti + NOM, das so in großen Teilen Litauens zu hören und wie das nicht alleinstehende Beispiel aus KT belegt, auch in der Schriftsprache durchaus üblich ist, in Smarliūnai (Lazdijų r.) auch folgende Aussage auf:
(16) Tris litai mokėjo dabar
drei:AKK Litas:NOM.PL bezahlen:PRAET.3 jetzt
‘Drei Litas zahlte man jetzt.’
Hier ist der Bezug von Nominativ und Akkusativ völlig durcheinander geraten, indem das Zahlwort trys zwar im schriftsprachlich zu erwartenden Akkusativ steht, aber nicht mit dem Nomen kongruiert, das hier in Übereinstimmung mit unserer Hypothese von der Nominativsetzung nach bestimmten quantifizierenden Modifizierern im Nominativ erscheint23.
4. NOMINATIVISCHE NOMINALE ZEITADVERBIALEN IN UNPERSÖNLICHER UMGEBUNG
Zeitadverbialen im Nominativ die in Verbindung mit einer infiniten Verbalform auftreten, stellen eine eigene Kategorie dar, da hier der Nominativ in direktem Zusammenhang mit der systematisch unpersönlichen Satzstruktur24 steht, die auch das Auftreten von Nominativobjekten25 bedingt26. Auch Jablonskis (1957: 559–560) führt zwar einerseits die nominativischen Zeitadverbialen als selbständige Kategorie an, gibt aber weiter unten (1957: 562) nebeneinander Beispiele für den von ihm als Subjektsnominativ
23 Das Phänomen der Nichtkongruenz im Kasus in diesem litauischen Beispiel steht zwar, soweit ich das sehen konnte, im Litauischen alleine da, hat aber in gewissen russischen Dialekten eine Parallele in Zeitadverbialen, wie das weiter oben genannte Beispiel všju zima ‘den ganzen Winter hindurch’. Zu Beispielen mit Nominativ bei Mengenangaben aus der lettischen Umgangssprache siehe Abschnitt 7.
24 Zum Begriff vgl. Timberlake (1974).
25 Zum Begriff NOMINATIVOBJEKT vgl. Timberlake (1974), Ambrazas (2001) mit weiterführender Literatur.
26 Zum Zusammenhang zwischen Nominativobjekten und nominativischen Zeitadverbialen in russischen Dialekten, wo die beiden Phänomene ebenso wie im Litauischen in einem weitgehend
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(veiksnio vardininkas)27 bezeichneten Fall (nach heutigem Verständnis Nominativobjekte in Verbindung mit infiniten Verbalformen (Infinitiv, Partizipien)) – als auch solche in denen bei denselben infiniten Verbalformen eine nominale Zeitbestimmung steht. So ist daselbst (1958: 562, Bsp.1) neben: teko (zufallen:PRAET.3) pagaliau arkliui griežtas (ernst:NOM.SG.M) žodis (Wort:NOM.SG) tarti ‘schließlich musste ich mit dem Pferd doch ein ernstes Wörtchen reden’; mums teks (zufallen:FUT.3) ištisi (ganz:NOM.PL) metai (Jahr:NOM) drauge gyventi ‘Wir werden ein ganzes Jahr zusammen leben müssen’.
Die Nähe von Adverbialen der Zeitdauer und direkten Objekten (vgl. dazu Holvoet u. Semėnienė 2004: 21–22) lässt plausibel werden, dass die Nominativobjekte mit eine Stütze für die Erhaltung von nominativischen Zeitadverbialen waren / sind. Negierte Angaben der Zeitdauer stehen wie negierte direkte Objekte im Genitiv:
(17) Nemačiau nė vieno dramblio. sehen:NEG.PRAET.1.SG nicht ein:GEN.SG.M Elefant:GEN.SG ‘Ich habe nicht einen einzigen Elefanten gesehen.’
(18) Nelaukiau nė vienos dienos. warten:NEG.PRAET.1.SG nicht ein:GEN.SG.F Tag:GEN.SG ‘Ich habe nicht einen einzigen Tag gewartet.’ (Beide Beispiele aus Holvoet u. Semėnienė 2004: 21.)
Ebenso verhält es sich nun aber auch mit Adverbialen der Zeitdauer und direkten Objekten im Hinblick auf unpersönliche Umgebungen. Hier erscheinen beide in den Dialekten, die sie kennen, im Nominativ (vgl. Bsp. Oben). Ähnlich funktionieren Objekte / Angaben der Zeitdauer auch im Finnischen, das, besser gesagt das Ostseefinnische, des öfteren (vgl. Timberlake 1974, Ambrazas 2001) mit Nominativobjekten im Litauischen und auch russischen Dialekten in Zusammenhang gebracht wurde:
(19) Olen Suomessa viikon sein:PRAES.1.SG Finnland:INE.SG Woche:GEN/AKK ‘Ich bin eine Woche in Finnland.’
En ole Suomessa viikkoa sein:NEG.PRAES.1.SG Finnland:INE.SG Woche:PAR.SG ‘Ich bin keine Woche in Finnland.’
identischen Dialektgebiet vorkommen, vgl. Kuz’mina (1993: 15): „Očen’ verojatno, čto vremennye konstrukcii, vključajuščie v svoj sostav im. padež ed. čisla suščestvitel’nyx žen. roda, genetičeski svjazany s ob”ektnymi, odnako v nastojaščee vremja territorii rasprostranenija étix dvux tipov konstrukcij sovpadajut liš’ častično“ („Es ist sehr wahrscheinlich, dass die temporalen Konstruktionen, die einen Nominativ Singular femininer Nomina beinhalten, genetisch mit den Objektkonstruktionen [d. h. Nominativobjekt – Anm. d. Verfassers] zusammenhängen, zumal zur heutigen Zeit die Verbreitungsgebiete dieser zwei Konstruktionen in der Mehrzahl der Fälle zusammenfallen“).
27 Auf Seite 560, § 6 schreibt Jabl1: „Veiksnio vardininką (§ 1, sak. 4, 5) vartojame savo kalboje dažnai ir ne visai paprastai: sudedame jį sakinyje su tam tikromis bendratimis ir, rečiau, padalyviais“ („Den Subjektsnominativ verwenden wir in unserer Sprache oft auch in nicht ganz gewöhnlicher Weise: wir setzen ihn im Satz verbunden mit gewissen Infinitiven und, seltener, Gerundien“).
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Suomessa ollaan viikko
Finnland:INE.SG sein:IMP Woche:NOM
‘Man ist eine Woche in Finnland.’ (Bsp. aus Karlsson 2000: 125.)
5. DER NOMINATIV ZUM AUSDRUCK DES ZEITPUNKTS / ZEITRAUMS, WANN ETWAS GESCHIEHT
Ein bemerkenswertes Beispiel für die Angabe eines Zeitraums, zu dem etwas geschieht, im Nominativ findet sich bei Jablonskis (1957: 559):
(20) Šie metai mažą tebus šieno.
dies:NOM.PL Jahr:NOM wenig:NOM.SG.N sein:FUT.3 Heu:GEN.SG
‘Dieses Jahr wird es nur wenig Heu geben.’
In den Grammatiken der litauischen Sprache, bei Šukys (1998) und Valiulytė (1998) wird das Nomen metai in temporaler Funktion nur in zwei Kasus, dem Instrumental (auf die Frage ‘wann?’) und dem Akkusativ (auf die Frage ‘wie lange?’) angeführt. Jablonskis (1957: 560) versucht das von ihm selbst beigebrachte, bemerkenswerte Beispiel als eingeschobenen Satz zu erklären:
šie metai negeri, mažą tebus šieno. ‘Dies ist kein gutes Jahr, es wird nur wenig Heu geben.’
> šie metai mažą tebus šieno. ‘Dieses Jahr wird es nur wenig Heu geben.’
Es bleibt mir allerdings schleierhaft, weswegen eine Aussage šie metai negeri, mažą tebus šieno zu šie metai mažą tebus šieno verkürzt werden sollte. Durch die Verkürzung geht eine wesentliche Teilaussage, nämlich, dass das Jahr nicht gut (miserabel) ist verloren. Natürlich impliziert šie metai mažą tebus šieno, dass dies ein schlechtes Jahr ist, weshalb aber sollten wir annehmen, dieser Satz sei durch Verkürzung entstanden? Der einzige Grund, den ich dafür sehe, ist das so auf einfachstem Weg “erklärte”, sonst nicht einzuordnende nominativische Zeitadverbiale28.
6. X METAI PRIEŠ / PO… ‘SOUNDSOVIELE JAHRE VOR / NACH…’
Eine letzte, gesondert zu behandelnde Gruppe bilden Aussagen vom Typ du metai prieš karą ‘zwei Jahre vor dem Krieg’, vgl. dazu folgendes Beispiel:
(21) … kad sužadėtinis kelios valandos prieš pasipiršdamas
dass Verlobte:NOM.SG einige:NOM.PL.F Stunde:NOM.PL vor Antrag machen:HPRT
28 Dass dieses šie metai nicht einfach in der Luft hängt, belegt das Adverb šiemet nach LKŽe auch šiemetai, wie in šiemetai mirė (Dusetos, Zarasų r.). Dazu gibt Šukys (1998: 84) noch folgendes Beispiel für einen Nominativ in temporaler Adverbialfunktion: Kiti (ander:NOM.PL) metai (Jahr:NOM) irgi nesušalsim, turėsim kuo kūrent ‘Nächstes Jahr werden wir auch nicht erfrieren, wir werden genug zum Heizen haben’. Daneben existiert auch hier das zum Adverb erstarrte kitimet (siehe LKŽe).
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mylėjos su kita moterimi lieben:PRAET.3.REFL mit einer anderen Frau ‘… dass ihr Verlobter einige Stunden vor seinem Heiratsantrag mit einer anderen Frau Sex hatte.’
Im Falle dieser Konstruktion bleibt hingegen der Status als Zeitadverbiale fraglich. Zwar muss kelios valandos prieš pasipiršdamas als Ganzes als Zeitadverbiale verstanden werden, doch bezieht sich kelios dienos allein nicht auf eine allfällige Verbalaussage sondern erläutert prieš pasipiršdamas. Der Nominativ als Modifizierer innerhalb einer Temporaladverbiale ist auf jeden Fall erklärungsbedürftig. In der Schriftsprache würde man auch hier eher einen Akkusativ setzen, vgl.:
(22) Kelerius metus prieš lėktuvo pagrobimą einige:AKK.PL.M Jahr:AKK.PL vor Flugzeug:GEN.SG Kidnapping:AKK.SG P. Brazinskas įvairiais kanalais rinko informaciją.
‘Einige Jahre vor dem Flugzeug-Kidnapping sammelte P. Brazinskas über verschiedene Kanäle Informationen.’ (KT)
Auffällig ist auch hier die erneute Verbindung von Quantifizierung mit dem Nominativ.
7. NOMINATIVISCHE ZEITADVERBIALEN IM LETTISCHEN?
Da auch im Lettischen, wenn auch viel seltener als im Litauischen, Nominativobjekte vorkommen (vgl. Ambrazas 2001) sind auch Spuren von nominativischen Zeitbestimmungen dort zu erwarten. Bei Sokols, red. (1962) wird die Möglichkeit von Zeitadverbialen im Nominativ nicht erwähnt. Dagegen bringt Gāters (1993) einige Beispiele hierfür, die er wie Jablonskis (1957) und Fraenkel (1928) als in den Satz integrierte Einschübe auffasst. Eines der Beispiele ist folgendes:
(23) Jāni, tava zāle Brīži stāvu brīži gulu Jānis:Vok dein:Nom.Sg.F Gras:Nom Augenblick:Nom.Pl aufrecht ‘Jānis, dein [in der Johannisnacht zu pflückendes] Gras [= Penis] <ist> zuweilen [wörtl. ‘Augenblicke’] aufrecht, zuweilen erschlafft.’ (Gāters 1993: 73)
Hier steht der Nominativ allerdings anstelle eines Instrumentals29. Ein weiteres daselbst erwähntes interessantes Faktum ist, dass das Pronomen kas ‘wer, welcher’ in adverbialen Gefügen auch im Lettischen mit dem Nominativ verbunden sein kann (vgl. Abschnitt 2.1). Er bringt dafür u. a. folgendes Beispiel: kas svādine (Sonntag:Nom), gonūs gōju ‘jeden Sonntag weidete ich die Herde’ (Gāters 1993: 241) und vergleicht
29 Dies passt seinerseits wieder zu Beispiel 19 oben.
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es mit den litauischen Aussagen des Typs kas vakaras ‘jeden Abend’. Diese könnten jedoch ihrerseits eine Nachbildung einer entsprechenden Wendung im Polnischen sein (vgl. Fußnoten 17 und 18).
Nau (1998: 15) erwähnt, dass im Lettischen in der Umgangssprache von den Numeralia 2-9 modifizierte Nomina im Nominativ statt im aufgrund ihrer syntaktischen Funktion erforderlichen Kasus stehen können:
(24)
Četri gadi mēs tikai no tiem desmit
vier:NOM Jahr:NOM.PL wir:NOM nur von dies:DAT.PL zehn
nodzīvojām tur; tad mēs atlaida mājās
leben:PRAET.1.PL dort dann wir:AKK gehen lassen:PRAET.3 nach Hause
‘Wir verbrachten nur vier von diesen zehn Jahren dort, dann ließ man uns gehen.’ (Nau, daselbst.)
8. SCHLUSSFOLGERUNGEN
Im Laufe der Diskussion der verschiedenen Aussagearten, in denen nominativische Zeitadverbiale auftreten, wurden drei verschiedene Lösungen angesprochen, wie der Nominativ in Adverbialfunktion begründet oder zumindest motiviert werden könnte. Es sind dies:
a. Der Nominativ war ursprünglich Teil eines eigenen Nominalsatzes oder Subjekt eines parataktischen Satzes, der dann als Adverbiale in den Hauptsatz integriert wurde.
b. Der Nominativ ist durch das Nomen modifizierende bestimmte Pronomina motiviert (möglicherweise als Teil einer festen Wendung).
c. Der Nominativ tritt in quantifizierenden Angaben (vor allem aber nicht nur mit Zahlen) auf.
Der erste Lösungsweg wird u. a. von Jablonskis und Fraenkel beschritten. So meint Jablonskis (1957: 560) in Bezug auf den Nominativ in Zeitadverbialen im Litauischen:
„Toji vardininko aplinkybė arba šiaipjau antrininė sakinio dalis bus atsiradusi kalboje daugiausia trumpinimo ar išleidimo keliu – iš viso tam tikro sakinio, kuriame tas vardininkas galėjo eiti veiksniu, arba iš įterptinio sakinio: iš šie metai negeri, maža tebus šieno...; brolis, bus jau visi metai, serga (kaip serga)...; jis, jau kelinti metai baigiasi, kai ją lankauja...“
(„Dieses nominativische Adverbiale oder dieser sonstige sekundäre Satzteil wird wohl meistens durch Verkürzung oder Auslassung entstanden sein – aus einem ganzen Satz, in dem dieser Nominativ Subjekt sein konnte, oder aus einem eingeschobenen Satz: aus šie metai negeri, maža tebus šieno...; brolis, bus jau visi metai, serga (kaip serga)...; jis, jau kelinti metai baigiasi, kai ją lankauja...“.)
Dieselbe Hypothese wird auch von Fraenkel (1928, Kap. 5, 30ff.) vertreten, wo er den Nominativ in eingeschobenen, ursprünglich selbständigen Sätzen behandelt.
Eine plausible Erklärung bildet sie für die in 1.1. und 1.1.1. diskutierten Aussagen, vgl. dazu die Zwischenfolgerungen in 1.2. Die Aussagen vom Typ jau trys mėnesiai bzw. jau trečias mėnuo bezeichnen beide wie die zusätzlich noch durch visas modifi-
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zierten Aussagen (jau visas mėnuo) eine Zeitspanne von einem Punkt A in der Vergangenheit bis zur Referenzzeit bzw. im Falle des Präsens bis zur Sprechzeit und darüber hinaus, nicht einen abgeschlossenen Zeitraum. Diese besondere Semantik mag neben der Quantifizierung zusätzlich den Nominativ stützen.
Einige Wendungen wie šìe / kiti metai sind wohl schon völlig erstarrt, da sie nicht mehr produktiv von anderen Zeitbezeichnungen gebildet werden können. Die Beschränkung auf gewisse Lexeme deutet auf eine Lexikalisierung hin, wie sie in Russisch dialektal zima ‘winters’ beobachtet werden kann. Ebenso verhält es sich wohl mit visas laikas und rytas vakaras.
Für die anderen Gruppen von nominativischen Zeitadverbialen ist die Erklärungslage etwas schwieriger, da dort zumindest in heutiger Sprache kaum mehr Reste der postulierten parataktischen Struktur existieren. In der Diskussion unter den einzelnen Punkten stellte sich heraus, dass sich die Aussage karīuomeneje prabuvau trys metai in Bsp. 14 und die Aussagen vom Typ visas laikas sėdavom ‘wir säten die ganze Zeit’ (dies wie oben erwähnt wohl schon erstarrte Wendung) dem Ansatz der Integration eines parataktischen Satzes entzieht. Wir müssen davon ausgehen, dass die quantifizierenden Modifizierer hier den Nominativ begünstigen, was von den umgangssprachlichen Beispielen aus dem Lettischen bestätigt wird.
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Markus Roduner
Lietuvių kalbos institutas
P. Vileišio g. 5, 10308 Vilnius, Lietuva
markus@spl ius.lt
Gauta 2005 06 01