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Jono Jaknavičiaus „Evangelijos“ XVIII a. pabaigoje

Zigmas Zinkevičius

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ZIGMAS ZINKEVIČIUS JONAS JAKNAVIČIUS EVANGELIEN AM ENDE DES 18. JAHRHUNDERTS Bei der Durchsicht der kürzlich von der Litauischen Katholischen Akademie der Wissenschaften veröffentlichten Visitationsakten der Dekanate Breslauja, Pabaiskas und Ukmergė aus den Jahren 1782–1784, die auf Anweisung des Wilnaer Bischofs Ignoto Jokūbo Masalskio durchgeführt wurden, treten zahlreiche interessante Informationen über die Verwendung von Jono Jaknavičiaus Evangelien in den damaligen Kirchen zutage. Wie damals üblich, wird der Titel der Evangelien in den Visitationsakten verkürzt und ungenau wiedergegeben, was eine gewisse Unklarheit und Zweifel hervorruft. Die annähernd vollständige, wenn auch ungenaue Titelangabe Ewange(i)eliczka polska i litewska findet sich in den Visitationsakten folgender Orte: Alanta, Apytalaukis, Balninkai, Daugėliškis, Šešuoliai, Tauragnai, Žeimiai und Žemaitkiemis. Daneben gibt es die Variante Ewangeliczka polska z litewską: Kuktiškės, Vidžiai, Zarasai (Filiale Suvieko). Warum die Verkleinerungsform ewangeliczka verwendet wird, lässt sich nur vermuten. Besonders häufig findet sich jedoch der einwortige Eintrag Ewang(i)eliczka oder im Plural Ewang(i)eliczki: Adutiškis, Anykščiai, Apsas (3 Exemplare), Breslauja (sogar 5 Exemplare), Čiobiškis, Deltuva, Drūkšiai (2 Exemplare), Dubingiai, Gelvonai (2 Exemplare), Giedraičiai, Ikaznė, Inturkė, Joniškis (Dekanat Pabaiskas), Kavarskas (2 Exemplare), Kuktiškės, Kurkliai (2 Exemplare), Labanoras, Lyduokiai, Miorai, Musninkai, Molėtai, Naujamiestis, Palūšė, Pasaminė (Dekanat Breslauja), Pumpėnai, Račkiškė (Dekanat Breslauja), Raguva, Ramygala (2 Exemplare), Salakas (2 Exemplare), Senasis Panevėžys (Dekanat Ukmergė), Skiemonys, Šėta, Smalvos, Strūnaitis (2 Exemplare), Širvintos, Taurapilis (Dekanat Breslauja), Tverečius, Ukmergė (2 Exemplare), Upininkai, Vadokliai, Vidiškiai (Dekanat Ukmergė) und Zarasai. Bei einigen Einträgen ist vermerkt, dass es sich um ein neues Buch handelt (z. B. in Skiemonys) oder dass das Buch alt ist (Čiobiškis, Giedraičiai, Salakas u. a.). Schwer zu sagen ist, ob damit der Abnutzungsgrad des Buches oder das Alter der Ausgabe gemeint war. Aus der angeführten Ortsliste geht hervor, dass Jaknavičiaus Evangelien auch dort verwendet wurden, wo sich später die polnische Sprache durchsetzte (z. B. Dubingiai, Giedraičiai, Inturkė), und sogar außerhalb der Grenzen der Republik Litauen (Apsas, Breslauja – jeweils mehrere Exemplare, Drūkšiai, Ikaznė, Miorai...). An all diesen Orten kamen die Priester offenbar ohne sie nicht aus. Die Tradition, den Titel von Jaknavičiaus Evangelien mit dem Wort Ewangeliczka (Ewangeliczki) abzukürzen, könnte aus älterer Zeit übernommen worden sein. Vor hundert Jahren hatte der Bischof von Žemaitija Pastabos / Notes 167 ZIGMAS ZINKEVIČIUS Auch in den Visitationsakten von Kazimieras Pac finden wir häufig den Eintrag Evangeliczki (z. B. Alsėdžiai, Betygala, Kelmė – 2 Exemplare), einmal Ewangelijki małe (Radviliškis), neben längeren Bezeichnungen wie Ewangeliczka polska i litewska (Žeimiai), Ewangeliczki polskie y litewskie (Tryškiai), Ewangeliczki polskie z litewskim (Baisogala) und Ewangelijki polskie y litewskie (Žagarė), außerdem auf Latein Liber evangeliorum, idiomate polonico et samogitico (Lygumai). Zu diesem letzten Eintrag kommt noch ein weiterer hinzu: Rosarium idiomate samogitico – vermutlich zu übersetzen mit Rosengarten in samogitischer Sprache. Was für ein Buch ist das? Mit dem Wort samogitica wurde offenbar jene Variante der litauischen Schriftsprache bezeichnet, die damals für die Belange Samogitiens verwendet wurde und ihren Ursprung im heutigen Dialekt des mittellitauischen Tieflands hatte. Schwer zu sagen, ob die Kurzform Ewangeliczka (Ewangeliczki) in allen genannten Fällen tatsächlich Jaknavičius’ Ewangelijas bezeichnet. Bei den frühen Visitationsakten des Bistums Samogitien ist dies zweifelhaft, denn dort findet sich auch Ewangeliczki polskie – i litewskie wurde ausgelassen: Handelt es sich um ein polnisches Evangelienbuch? (In Užventis.) Anstelle von Ewangeliczki kommt auch Ewan(g) elijki vor (in Pakruojis, Pušalotas). Ein lateinisches oder polnisches Evangelienbuch wird ansonsten als Liber evangeliorum bezeichnet (z. B. in Smilgiai, Vilkija). Wie dem auch sei, es besteht kein Zweifel, dass Jaknavičius’ Ewangelijos Ende des 18. Jahrhunderts noch immer ein sehr notwendiges und weithin verwendetes Buch war. Ohne es konnten die Priester, insbesondere jene, die nur schlecht oder gar kein Litauisch beherrschten, nicht auskommen. Das zeigen die eingesehenen Visitationsakten. Ein noch klareres Bild ergäbe sich bei der Durchsicht der handschriftlichen Visitationsakten, von denen viele erhalten sind. Dem Autor dieses Artikels waren sie jedoch aus gesundheitlichen Gründen nicht zugänglich. Dies müssen künftige Forschende übernehmen. Erfreulich ist, dass die LKMA die Veröffentlichung der Dokumente der von Bischof Ignoto Masalskis organisierten Visitationskampagne fortsetzt. Der Dokumentenband zum Dekanat Kaunas wird bereits gedruckt. Geplant ist auch die Herausgabe weiterer Dokumente, nicht nur jener von Bischof Masalskis. ŠALTINIAI Breslaujos dekanato vizitacija 1782–1783 m., atlikta Vilniaus vyskupo Ignoto Jokūbo Masalskio parėdymu (Lietuvos istorijos šaltiniai 7), par. Romualdas Firkovičius. Vilnius: Katalikų akademija, 2008. Pabaisko dekanato vizitacija 1782–1784 m., atlikta Vilniaus vyskupo Ignoto Jokūbo Masalskio parėdymu (Lietuvos istorijos šaltiniai 9), par. Algirdas Antanas Baliulis. Vilnius: Katalikų akademija, 2010. Ukmergės dekanato vizitacija 1784 m., atlikta Vilniaus vyskupo Ignoto Jokūbo Masalskio parėdymu (Lietuvos istorijos šaltiniai 8), par. Sigitas Jegelevičius. Vilnius: Katalikų akademija, 2009. Žemaičių vyskupo Kazimiero Paco 1675–1677 m. sudaryti vizitacijų aktai (Lietuvos istorijos šaltiniai 10), par. Mindaugas Paknys. Vilnius: Katalikų akademija, 2011. 168 Acta Linguistica Lithuanica LXIV–LXV