Lithuanian incantation in Arabic script from a Tatar manuscript
Full text
11 S aipsniai A ikel
MichaiL a eLka
Zen um ü bela ussische Kul u , Sp ache und
Li e a u o schung de Na ionalen Akademie de
Wissenscha en on Bela us Fo schungsbe eiche:
o ien alische und slawische S udien.
Se gejus eMČinas Ins i u ü die
li auische Sp ache Fo schungsbe eiche:
slawische und bal ische S udien.
Li auische
Beschwö ung in
a abische Sch i aus einem a a ischen Manusk ip
Lie u iškas užkalbėjimas, už ašy as a abiškais ašmenimis o o ių ank aš yje anno a ion De
A ikel p äsen ie den e s en bekann en li auischen Manusk ip ex , de in a abische Sch i
on Ta a en des ehemaligen G oßhe zog ums Li auen gesch ieben wu de. De Tex wu de kü zlich
in einem Chamail iden i izie , das Ende des 19. bis An ang des 20. Jah hunde s gesch ieben wu de
und je z in eine p i a en Sammlung in Minsk au bewah wi d. die Handsch i wa zu o in de
S ad Pas a y und ielleich in Myadzyel in Weiß ussland, in unmi elba e Nähe de li auischen
G enze, im Geb auch. De li auische Tex is ein ku ze Zaube sp uch gegen Schlangenbisse. Die
Au o en e ö en lichen es in la einische T ansk ip ion (zusammen mi einem Fo o des
en sp echenden Manusk ip agmen s) und schlagen seine In e p e a ion au de G undlage
ex uell ähnliche li auische Folklo e-Beschwö ungen gegen Schlangenbisse o . Die aus dem
einziga igen a a ischen Manusk ip bekann e li auische Beschwö ung muss meh ode wenige in
de selben Region Os li auen und Wes ebelo ussland (i gendwo zwischen den Siedlungen Dysna,
T e ečius, Miela gėnai, adu iškis in Li auen und Pas a y in Bela us) en s anden sein, wo sie
höchs wah scheinlich spä e on Ta a en in a abische Sch i gesch ieben wu de.
Schlüsselwö e : Li auische Ta a en, Manusk ip e, Li auische Sp ache, Folklo e, Beschwö ungen.
esMiniai Žodžiai: Lie u os o o iai, ank aščiai, lie u ių kalba, au osaka, užkalbėjimai. Es is ein Wo aus dem Li auischen.
12 ac a
MichaiL a eLka, se gejus eMČinas
Linguis ica Li huanica LXXI
ano acija Šiame s aipsnyje ap a iamas e s e žinomas a abiškais ašmenimis už ašy as eks as.
ihn už ašė Lie u os didžiosios kunigaikš ys ės o o iai. neseniai eks as wa en ap ik as XiX a. Ende
XX a. p adžios chamaile, šiuo me u saugomame p i ačioje kolekcijoje Minske. ank aš is anksčiau
bu o naudojamas Pas o io a ba Medilo mies ų egione bal a usijoje, esančiuose isai ne oli
Lie u os sienos. Lie u iškas eks as ai umpas užkalbėjimas nuo gy a ės įgėlimo. Au o iaią eks
už ašė lo yniškais ašmenimis (ka u pa eikdami a i inkamą ank aščio agmen o kopiją) bei
o geschlagen jo in e p e aciju, pa em ą panašiais lie u ių liaudies užkalbėjimais. Lie u iškas
užkalbėjimas o o iškame ank aš yje g eičiausiai bus kilęs iš be eik o pa ies Lie iai, naudodami
a abiškus ašmenis.
u os y ų i bal a usijos aka ų egiono (maždaug a p dysnos, e ečiaus, Mielagėnų, adu-
iškio gy en iečių Lie u oje i Pas o io gy en ie ės bal a usijoje), ku ėliau jį i už ašė o o-
Das on Ta a en des ehemaligen G oßhe zog ums Li auen (heu zu age Weiß ussland,
Li auen und die ös lich polnische Region Podlasze) gescha ene manusk ip ische E be
is sei dem 19. Jah hunde Gegens and wissenscha liche Fo schung. Dennoch sind
diese S udien noch im An angss adium, da Fo sche s ändig neue Manusk ip e inden.
Bis heu e sind meh als 300 a a ische Handsch i en, die Ende des 16. bis An ang des 21.
Jah hunde s gesch ieben wu den, in bes imm en s aa lichen Biblio heken und Museen
on Bela us, Li auen, Polen, Russland, G oßb i annien, Deu schland, de Uk aine,
Le land sowie in zahl eichen p i a en Sammlungen in Bela us, Polen und Li auen
au bewah . Die a a ische Manusk ip -T adi ion is meh sp achig und en häl Tex e
in slawischen (Bela usisch, Polnisch und in einigen spä en Manusk ip en Russisch),
a abischen und einigen ü kischen Sp achen, die alle (einschließlich slawische Tex e) in
a abischen Sch i zeichen gesch ieben we den. Da iele a a ische Handsch i en den
Geleh en noch öllig unbekann sind, is es du chaus möglich, dass einige zukün ige
En deckungen Tex e in ande en Sp achen wie Pe sisch, Uk ainisch ode Li auisch
o enba en. Die Exis enz bes imm e a a ische Handsch i ex e, die in li auische
Sp ache mi a abische Sch i gesch ieben wu den, schein du chaus plausibel zu
sein, da sich die e hnische G enze zwischen Li auen und Bela us im 16. und 17.
Jah hunde on de heu igen G enze wei e nach Süden und Os en e s eck e. Im 14.
bis 16. Jah hunde gingen die ös lichen G enzen de e hnisch und sp achlich li auischen
Lände nich nu unge äh an den heu igen bela ussischen Siedlungen G odno,
Shchuchyn, Na ah udak, Valozhyn, Sma hon, Pas a y, B aslaw und D uya mi
zahl eichen li auischen Siedlungen nach Os en, sonde n auch an einigen slawischen
Siedlungen nach Wes en on diese Linie (Gau as 1988; Zinke ičius 1993: 31 […] 39; Gaučas
2004: 8 […] 20). Es bedeu e , dass ein g oße Teil de a a ischen Siedlungen in
13 S aipsniai A ikel
Li huanian incan a ion in a abic sc ip
om a a a manusc ip
übe wiegend li auischen ode zumindes gemisch en li auisch-weiß ussischen
e hnischen und sp achlichen Umgebungen exis ie en muss en.
In de E inne ung, die ein jesui ische P o inzial on Li auen 1611 an seinen Gene al
Claudius Aqua i a ich e e, hieß es ausd ücklich, dass die lokale muslimische
Be ölke ung polnisch, ussisch ( a sächlich u henisch) und li auisch sp echen
könne (Lebedys 1976: 217). Ta a ische Manusk ip e un e scheiden sich in ih em
Inhal und ih em p ak ischen Geb auch: Es gib Kopien des Qu 'an, Ta si 1, Ki abs2,
Chamails3 usw. Einige Chamails en hal en Beschwö ungen, die in de Regel aus eine
Anweisung und einem ich igen apo opaischen Tex bes ehen. Die Anweisung is
no male weise in slawische Sp ache (weiß ussisch, polnisch ode sel en ussisch)
gesch ieben, abe de apo opaische Tex is seh o in a abische Sp ache, die
die sak ale Sp ache des Islam wa und imme noch is . Das kann ein Zi a aus dem
some imes i can be a se o a abic cha ac e s wi h no clea meaning o jus an
Ko an ode eine muslimische eligiöse Fo mel sein. manchmal kann de
apo opaische Tex in ü kische ode slawische Sp ache4 sein; ab acadab a.
Einige Ab acadab a-Tex e ähneln a abisch (sind Pseudo-a abisch) ode soga
la einisch (sind Pseudo-la einisch). ein Zaube sp uch gegen Schlangenbisse (Schlangen ode G asschlangen) 5 zog unse e Au me ksamkei au sich, da es scheinba und a sächlich au Li auisch gesch ieben wa .
Li auische Beschwö ung in a abische Sch i und ih e Folklo e Pa aLLeLs de Tex
is au Sei e 37b in einem Chamail gesch ieben, de je z in eine p i a en Sammlung in
Minsk au bewah wi d. Das Handsch i ohne Deckel bes eh aus 44 Blä e n on 175
× 110 mm. Leide gib es kein Kolophon in de Handsch i . sein Papie en häl kein
Wasse zeichen, abe es en häl eine B ie ma ke mi dem Bild eines Adle s und dem
olgenden Tex : Кн[язя] Паске[вича] […](p oduzie on) dem Fü s en Paskie ich[…] ( ol.
5a usw.). Dahe kann es nich o 1872 da ie we den - dem Jah , in dem die
Papie ab ik des Fü s en Paskie ich in de S ad Dob ush (heu e in Weiß ussland) in
Be ieb genommen wu de. De Mann...
1 aus dem A abischen
ήϴδϔΗΏΎΘϛϞΎϤΣΏΎΑ
[Ta sī ] Kommen a . Es bes eh aus dem Tex des Qu 'an in a abische Sp ache mi
einem Kommen a ode eine Übe se zung in eine ande en Sp ache ( ü kisch, polnisch, weiß ussisch).
2 aus dem A abischen
ήϴδϔΗΏΎΘϛϞΎϤΣΏΎΑ
[Ki ab] Buch. Es is eine Sammlung on Kommen a en zu einigen F agmen en des
Ko an, didak ischen Geschich en usw. in weiß ussische ode polnische Sp ache.
3 aus dem A abischen
ήϴδϔΗΏΎΘϛϞΎϤΣΏΎΑ
[ḥamāil] ‚Amule en. Es handel sich um eine Sammlung on Gebe en, die haup sächlich au A abisch
gesch ieben sind, mi einigen Kommen a en au Weiß ussisch ode Polnisch, beglei e on Kalende -,
as ologischen und ande en Tex en. 4 ü Beispiele on a a ischen Manusk ip beschwö ungen in
slawische Sp ache siehe (Сынкова 2012). 5 Die G asschlange wi d o ensich lich als gi ig
angesehen, wie eine Schlange. Es is e wähnenswe , dass jede gi ige Schlange in de li auischen
Folklo e und gesp ochenen T adi ion als G asschlange und jede G asschlange als Schlange bezeichne we den kann (dundulienė 2005: 13).
14 Ac a
MichaiL a eLka, se gejus eMČinas
Linguis ica Li uanica LXXI
Das Susk ip , das Ende des 19. bis An ang des 20. Jah hunde s gesch ieben wu de,
wu de spä e in den S äd en Pas a y und ielleich Myadzyel in unmi elba e Nähe
de li auischen G enze e wende . Die Beschwö ung wi d mi eine Anweisung in
slawische Sp ache e so g : bāb6 i ṭo ṭože āmāwlāc hāiná ilī ūžā p ed āḥodām
ṣloncā i dūc nāḥlinu ein Kapi el [beginn ], das auch gegen eine Schlange ode eine
should] blow on he umo ’. Wha ollows is a Li huanian apo opaic ex : žemā
žimā ’ab iwā peḳ ibā ẓāmān ġūṣ ʒewā ġe ibā. he Li huanian ex is singled ou
G asschlange7 o Sonnenun e gang gesch ieben we den soll und [du mi eine Zeile oben.
Es gib eine ganz ähnliche li auische Beschwö ung gegen
Schlangenbisse: Žeme žemybe, ‘oh, E de, g oße E de, Dangaus
gė ybe, oh, Himmels Gü e, Ta a pik ybį, deine Böse, Ta a pik ybį
deine Böse
Bisumuž Go es galybė! wi d du ch die Mach Go es ze s ö we den […] A aduok gė ybę
[…] […] geben Sie die Gü e zu ück […] Žmogaus bal ybę. die menschliche Weißhei [z. B.
gesunde Fa be] (Vai ke ičienė 2008: 217, N . 280; gl. auch N . 279). In de a a ischen
Handsch i is im G unde de gleiche Tex in eine kü ze en Ve sion da ges ell , an de
die Zeilen 2 und 4 sowie die beiden abschließenden Zeilen ehlen. Es sind auch kü ze e Tex e
diese A bekann ( gl. Žeme žemybė, a o pik ybė, mano Die as duos man ge ybį. Amen.
Ich bin oh. ‚O E de, g oße E de, deine Böse, mein Go wi d mi [seine] Gü e geben. Amen
(Vai ke ičienė 2008: 216, N . 277).
6 a abisch
ήϴδϔΗΏΎΘϛϞΎϤΣΏΎΑ
[bāb] Kapi el.
7 De o he ige Tex in de Handsch i is ein wei e e Zaube sp uch gegen Schlangenbisse (in slawische Sp ache).
15 S aipsniai A ikel
Li huanian incan a ion in a abic sc ip
om a a a manusc ip
de obige olklo is ische Zaube sp uch is de nächs gelegene (wenn auch nich
ganz iden ische) Pa allel zu dem, de in de a a ischen Handsch i ge unden wu de, den wi iden i izie en konn en.
eX uaL und linguis ische In e p e a ion Diese li auischen Pa allelen e möglichen die
olgende In e p e a ion des a a ischen li auischen Zaube s: žemā žimā ab iwā pe ibā
āmān ġūš ewā ġe ibā *Žeme žemybe, a ą pik ybą ažumuž dzie a ge yba! Die genaue
sp achliche In e p e a ion is unmöglich, da de in a abische Sch i gesch iebene
li auische Zaube sp uch die Un e scheidung zwischen den phone isch und seman isch
ähnlichen Dialek o men pik ybą und pik ybę ode soga ge ybą, gė ybą, ge ybę und
gė ybę nich zuläss . Sie sind alle in diesem Zusammenhang gleiche maßen möglich. es
gib mindes ens zwei wesen liche Disk epanzen zwischen dem a sächlichen Tex und
seine o geschlagenen In e p e a ion:
1) žimā ab iwā žemybe, a ą g oße E de, deine;
2) […]āmān ġūṣ […] ažumuš […][e ] wi d ö en[…].
Sie sind schwe zu e klä en. Es is du chaus möglich, daß sie lediglich das E gebnis eine
ex lichen Ko up ion sind, die im Ve lau eine bes imm en (nich unbeding seh langen)
ex lichen Übe agung au ge e en is . Die Möglichkei eine ande en Auslegung kann
jedoch nich gänzlich ausgeschlossen we den.
Zum Beispiel könn e žimā ab iwā pe ibā al e na i als žeme e s anden we den, pe a a pik ybę ‘oh, E de,
wegen deine Bösehei , c . pe a o pik ybę weil deine Bösehei in einem ex uell ähnlichen li auischen
Zaube sp uch (Vai ke ičienė 2008: 216, n 278). Al e na i ähnel die Lesung […]ab iwā i gendwie de li auischen
bjau ybė […]c eep, oad[…], die in li auischen Beschwö ungen gegen Schlangenbisse8 ziemlich e b ei e is ,
abe meh ode wenige kla e ex liche Pa allelen zum aglichen Tex , die dieses Lexem en hal en wü den,
sind in de li auischen T adi ion unbekann . die Lesung āmān ġūṣ könn e auch als eine e do benen Sequenz
man duos (e ) wi d mi geben e s anden we den, c . die olgenden Beispiele aus zwei ex uell ähnlichen 8 gib
es eine ganze G uppe on abs ak en Subs an i en in -ybė häu ig in li auischen Beschwö ungen e wende :
žemy bėg ea ea h, gė ybė goodness, pik ybė e ilness, galybė migh , bal ybė whi eness, bjau ybė c eep,
oad usw. (c . Zaвьялова 2006: 87).
16 Ac a
MichaiL a eLka, se gejus eMČinas
Linguis ica Li huanica LXXI (Li wische Sp ach e zeichnis)
Li auische Beschwö ungen: mano Die as duos man ge ybį Mein Go wi d mi [seine]
Gü e geben und Die as duos man sa o ge ybę Go wi d mi seine Gü e geben
(Vai ke ičienė 2008: 216, n 277 und 278). Diese In e p e a ion scha ein neues
P oblem, da es nom b auch . Das is sg. Die as, und nich gen. sg. Die o, das
a sächlich im Tex (in seine dialek alen Fo m […]ewā) da ges ell wi d. Al e na i
könn e man e mu en, dass hie de a a isch-li auische Zaube sp uch "man bus"
lau e : "Es wi d mi gegeben", was das Wo Die as "Go " in seinem Gen. sg.
benö ig . Fo m, genau wie es im Tex is , abe diese Reihen olge is nich aus den
ex uell ähnlichen li auischen Beschwö ungen bekann . In beiden Fällen bleib das
an ängliche Segmen […]ā de Sequenz […]āmān ġūṣ une klä lich.
T o z diese kleine en P obleme is die ex liche A des a a isch-li auischen
Zaube s und sein allgemeine Sinn ziemlich kla . Die oben als Pa allelen zu de
a a ischen Handsch i e wähn en li auischen Beschwö ungen wu den in den
Bezi ken Ignalina und U ena (dem ös lichen Teil Li auens) in unmi elba e Nähe de
Siedlung Pas a y (Bela us) au gezeichne , wo dieselbe a a ische Handsch i
zumindes sei einige Zei unk ionie . in jedem Fall we den die Vokale [e] und [i], die
in de li auischen Aussp ache ziemlich un e schiedlich sind, beide un e schiedlich
ansk ibie , indem die a abischen diak i ischen Vokalisie ungsma kie ungen ü [e]
und [i] e wende we den, c .: žemā žimā *Žeme žemybe; Pe ibā *pik ybą. Dies können
ge ing ügige E gebnisse eine ex uellen Ko up ion sein, die du ch eine spezi isch
slawische (weiß ussische) Aussp ache mi ih e Vokal eduk ion (und Neu alisie ung)
e u sach wi d, die egelmäßig in den unbe on en Silben au i . Wenn dies wi klich
de Fall is , muss die Ko up ion diese A sekundä sein, die on einem spä e en
slawischsp achigen Absch eibe mi unzu eichenden ode keine p ak ischen
Kenn nis des Li auischen o genommen wu de9. in diesem Fall muss de Tex einem Tex übe agungsp ozess un e zogen wo den sein.
Die Sp ache de a a ischen li auischen Beschwö ung kann als Dialek iden i izie we den, de sich
deu lich om li auischen S anda d un e scheide . mindes ens zwei dialek ale Me kmale können es ges ell
we den: a) südliche und ös liche li auische Pala alisie ung on ( )¢, d( )¢ → c( )¢, dz( )¢ 1966: 518, Ka e N . 73),
c . ewā *Dzie a (nich *Die a); b) zen al- und nö dlich-li auische uns essed nom. Das is sg. -a de
be o e he on owels o i- ype, e.g. he so called dzūka imas (zinke i čius
männlichen Subs an i en in -as, was dem S anda d-Nom en sp ich . Das is sg. Endung -o (zinke ičius 1966:
477, Ka e N . 32), c . ewā *Dzie a (nich *Dzie o). Es is wah , dass a a ische Sch eibe no male weise
nich mi ähnlichen P oblemen mi den Vokalisie ungszeichen ü [e] und [i] kon on ie wa en, wenn sie
slawische (weiß ussische ode polnische) Tex e in a abische Sch i sch ieben ode kopie en, abe dies
wa au ih e Fähigkei zu ückzu üh en, den Tex du ch sein ollkommenes Ve s ändnis zu kon ollie en. die
Si ua ion muss ganz ande s gewesen sein, als sie sich mi einem Tex auseinande se zen muss en, de in
eine Sp ache gesch ieben wa , die sie nich leich e s ehen konn en.
17 S aipsniai A ikel
Li huanian incan a ion in a abic sc ip
om a a a manusc ip
Es is zu beach en, dass die Lesung pe ibā nich no wendige weise das gleiche
E gebnis de Pala alisie ung (*pecibā) en häl , das als Pa allele zu ewā *Dzie a (nich
*Die a) e wa e we den könn e. Das a abische Zeichen Tā ( ), das ü den d i en
Konsonan en in pe ibā e wende wu de, spiegel egelmäßig ein pala alisie es [ ¢]
(es gib ein ande es Zeichen ü ela [ ]), abe manchmal auch das E gebnis des
Klangwechsels on [ ¢] → [c¢] (An ono ich 1968: 256, 258). Dahe is es nich unmöglich,
dass in pe ibā dasselbe a abische Zeichen [c¢] wide spiegel , z. B. das E gebnis des
li auischen dzūka imas.
die Ve wendung des a abischen Sch i zeichen
Tā ü [ ¢] und sein E sa z [c ¢] is ypisch ü weiß ussische Tex e in a abisch, die in
lokalen a a ischen Manusk ip en des 17. Jah hunde s ge unden we den, können im 18.
Jah hunde spo adisch ge unden we den und we den im 19. Jah hunde äuße s
sel en (An ono ich 1968: 250 […] 261). Wenn wi eine Pa allele zwischen den
weiß ussischen und li auischen Tex en zulassen, die au A abisch gesch ieben sind,
wä e es möglich, die hypo he ische P o og aphie des li auischen Zaube sp uchs au
A abisch (die heu e aus eine Handsch i des 19. Jah hunde s bekann is ) au das 17.
Jah hunde zu ückzu üh en. in diesem Fall kann die Lesung […]ewā […] *Dzie a als
E gebnis eine spä e en o hog aphischen Mode nisie ung besse e klä we den
(wenn wi zus immen, dass es ü einen Sch eibe na ü lich is , mi eine
sys ema ischen O hog aphie zu sch eiben, die konsequen das li auische Dzūka imas
wide spiegeln wü de)10. Theo e isch könn e man e mu en, dass die beiden oben
genann en phone ischen Me kmale nich in e s e Linie im li auischen Tex in
a abische Sp ache o ges ell wu den, sonde n lediglich das E gebnis spä e e
Modi ika ionen sind, die on einem weiß ussischsp achigen a a ischen Sch eibe
einge üh wu den, da es in Weiß ussisch ziemlich ähnliche phone ische Phänomene on
sekannie/dzekannie und akannie gib . Es bes eh jedoch keine a sächliche
No wendigkei , spä e e Modi ika ionen ü die in einem li auischen Tex ollkommen
angemessenen Me kmale zu pos ulie en ( gl. das P inzip on Ockhams Rasie messe ).
Die phone ischen Isoglosse de beiden Dialek me kmale spiegeln sich ausd ücklich in den Na und Adu iškis
a a Li huanian incan a ion o e lap in a qui e es ic ed a ea in he eas e n pa
o Li huania – be ween he se lemen s o kal anėnai, Mielagėnai, e ečius, dys-
(diese sind en lang des ös lichen Segmen s de G enze zwischen den li auischen Bezi ken Ignalina und
Š enčionys e s eu ), z. B. in de Nähe de weiß ussischen Siedlung Pas a y, wo die a a ische Handsch i
mi de li auischen Beschwö ung sei einige Zei unk ionie . Es soll e da an e inne we den, dass die
e hnischen Li aue in den bela ussischen Siedlungen Pas a y, H uzdaw, Kamai, Lyn upy und Zhukoini in den
Jah en 1920 bis 1939 e wa 10% de gesam en lokalen Be ölke ung ausmach en (zinke ičius 1993: 178-179). 10
Diese Annahme is nich obliga o isch, da selbs p o essionelle Folklo eau nahmen manchmal in de
Übe agung on Dzūka imas wide sp üchlich sind: c . beispielsweise das Vo handensein on pa allelen
Fo men on Dzie o (zweimal) und Die o (zweimal) in de selben li auischen Beschwö ung, die on V. Mansikka
und a. bielinis in de Nähe on Aly us im südlichen Teil Li auens au gezeichne wu de (Vai ke ičienė 2008: n 454,
1057).
18 Ac a
MichaiL a eLka, se gejus eMČinas
Linguis ica Li huanica LXXI (Li wische Sp ach e zeichnis)
es is ganz kla , dass de li auische Zaube sp uch in einem Manusk ip Chamail
u sp ünglich in a abische Sch i in einem Gebie gesch ieben wu de, in dem li auische
Zaube sp üche (und die li auische Be ölke ung als unmi elba e Quelle) den lokalen
Ta a en zu Ve ügung s anden. man kann zu dem Schluss kommen, daß es meh ode
wenige in de selben Region Os li auen und Wes -Bela us en s anden sein muß, in de
diese a a ische Handsch i zi kulie e. Obwohl de genaue U sp ungso de
Handsch i unbekann bleib , läss uns diese geog aphische Zu all denken, dass es
wah scheinlich die gleiche Region wa , in de de li auische Zaube sp uch zue s on
Ta a en in a abische Sch i (das hypo he ische O iginal des 17. Jah hunde s)
gesch ieben wu de und wo seine e hal ene Kopie des spä en 19. bis ühen 20. Jah hunde s en s and (und spä e in Geb auch wa ).
C oss-Cul u aL con eX Beschwö ungen gegen Schlangenbisse e en o in Chamails au , abe ande e
Manusk ip e en hal en apo opaische Tex e in ande en Sp achen als Li auisch. de oben e ö en lich e Tex
is einziga ig und aus einem einzigen Manusk ip bekann (ohne ande e Kopien, mi denen e e glichen we den
kann), was seine genaue ex liche und sp achliche In e p e a ion na ü lich ech schwie ig mach .
Nich sdes o o z p äsen ie es ein aszinie endes und bishe unbekann es (wobei nich ganz une wa e es)
kul u elles Phänomen als li auische Tex , de on Ta a en des ehemaligen G oßhe zog ums Li auen in
a abische Sch i gesch ieben wu de. Die Zaube sp üche gegen Schlangenbisse bilden die g öß e G uppe de
li auischen Folklo e-Zaube sp üche11 und haben auch einen p ominen en Pla z in de bela ussischen Folklo e
(Завьялова 2006: 161). Dies kann als ein egionales Me kmal e s anden we den (mi einem wah scheinlichen
bal ischen Subs a -Hin e g und im Weiß ussischen), das im scha en Kon as zu ussischen Folklo e s eh ,
wo die Beschwö ungen gegen Schlangenbisse iel sel ene o kommen (Завьялова 2000: 197). Es is ielleich
keine g oße Übe aschung, einen li auischen Zaube sp uch genau diese A in eine a a ischen Handsch i
zu inden. Das Vo handensein de li auischen Beschwö ung in eine a a ischen Handsch i deu e nich
unbeding da au hin, dass de a a ische Sch eibe , de den Tex u sp ünglich in a abische Sch i
au gesch ieben ha , gu in Li auisch e se z wa - e könn e einen Tex , de on jemand ande em ü ihn
ausgesp ochen wu de, meh ode wenige mechanisch ansk ibie haben. Es is eine bekann e Ta sache,
dass Zaube sp üche o als e ek i e angesehen wu den, wenn sie aus eligiösen ode kul u ellen
Hin e g ünden s amm en. Dies kann beispielsweise das Vo handensein einige ka elisch- epsische
Beschwö ungen e klä en (beglei e on ussischen Anweisungen), und somi spiegel diese Ta sache die
äuße s wich ige Rolle wide , die die Schlange im adi ionellen li auischen Glauben spiel e (Dundulienė 2005).
u e ed in a mo e o less “exo ic” language and/o by a pe son wi h an “exo ic”
19 S aipsniai A ikel
Li huanian incan a ion in a abic sc ip
om a a a manusc ip
die zusammen mi zahl eichen ussischen Beschwö ungen in de Olone s-Handsch i
des zwei en Vie els des 17. Jah hunde s gesch ieben wu den (Топорков 2010: 46[…]54,
286[…]310). Einige li auische Zaube e sch ieben Zaube sp üche in meh e en Sp achen
Li auisch, Polnisch und Russisch; Sel enen Zaube sp üche in La ein, Le isch und
Deu sch sind auch in de li auischen T adi ion bekann (Vai ke ičienė 2008: 1721, 53,
611710). Es is in e essan zu beme ken, dass ein einzige au A abisch
ausgesp ochene Zaube sp uch in Š enčionys (im ös lichen Teil Li auens) on V.
Mansikka An ang des 20. Jah hunde s au gezeichne wu de: A uzi-i bie-la-hi-i bez
me-la-hi a-cha-li- a-chim (Mansikka 1929: 27, Anme kung 1). Dies is eine e do benen
Ve sion de be ühm en muslimischen Fo mel a‘ūzu billahi min aš-šajṭāni- - aīm
bismi-llahi- - aḥmāni- - aḥīm ‘ich suche Schu z on Allah gegen den Teu el; im Namen
Allahs, des Ba mhe zigen, des F eundlichs en, das in zahl eichen A es a ionen in
Chamails und sel ene in Ki abs zu inden is (siehe zum Beispiel: Jankowski, Łapicz).
Leide ha V. Mansikka nich angegeben, ob e den a abischen "Zung" on eine
2000: 110).
ch is lichen Pe son ode on einem lokalen Ta a gehö ha . die zwei e Va ian e is
du chaus möglich, da es zu diese Zei eine a a ische Gemeinde in Š enčionys gab. Es
gib einen Miza (muslimische F iedho ) in Š enčionys (buino ska 2014: 11). Es is
bekann , dass mindes ens eine a a ische Handsch i (Ki ab on Aleksand
Chasenewi sch on 1868) im Ujezd on Š enčionys An ang des 20. Jah hunde s im
Geb auch wa (Miškine, in dem Ausmaß, das kaum mi seine möglichen a a ischen
мавичюте, Покровская 2005: 62–64).
ne e heless, he a abic “incan a ion” eco ded in Š enčionys is co up ed o
He kun kompa ibel is , da on jedem Ta a , unabhängig on seinem
Alphabe isie ungs- und Bildungsni eau, e wa e wi d, dass e mindes ens die Basmala
(die Wö e bismi-llahi- - aḥmāni- - aḥīm ähnlich im Namen Allahs, de Ba mhe zigen,
de Zwei en A , die den g öß en Teil des a abischen Tex es un e Diskussion s ellen)
kenn , sowie keine Fehle zu machen. es schein plausible , dass de Tex on eine
ch is lichen (li uanesisch- ode slawischsp achigen) Pe son au gezeichne wu de, die
die a abische Fo mel on einem einheimischen Ta a gele n ha e. Wenn es wi klich so
is , e schein Š enčionys als ein wei e e Be eich, in dem ein gegensei ige
ch is lich-muslimische Aus ausch on ech en ode konzep ionellen Beschwö ungen
s a and. Dies is in unmi elba e Nähe de Siedlungen Dysna, T e ečius, Mielagėnai,
adu iškis in Li auen und Pas a y in Bela us, wo de li auische Zaube sp uch, de aus
einem a a ischen Manusk ip bekann is , zue s im li auischen Milieu en s and, dann
mi de a abischen Sch i in einem a a ischen Chamail ansk ibie wu de und
spä e in de o handenen Kopie e wende wu de.
Unse e Un e suchungen haben gezeig , dass die wah scheinlichs e Region ü
einen kul u übe g ei enden Aus ausch diese A als Os li auen und Wes belo ussland iden i izie we den kann. Das is