Morphologische und semantische Analyse der Gewässernamen des westlichen Südaukštaiten (Teil 2)
Full text
HARALD BICHLMEIER
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig Arbeitsstelle Jena
Forschungsrichtungen: Aliranistik, Mykenologie, alermanische/altkeltische/alteuropäische Toponomastik, Indogermanistik.
DOI
MORPHOLOGISCHE UND SEMANTISCHE ANALYSE DER GEWÄSSERNAMEN DES WESTLICHEN SÜDAUKŠTAITEN (TEIL 2)
Morfologinė ir semantinė vakarinių pietų aukštaičių vandenvardžių analizė (2 dalis)
ANNOTATION
Der Artikel schließt inhaltlich und strukturell an den ersten Teil an und behandelt die im ersten Teil nicht untersuchten Gewässernamen (Seenamen und Fließgewässernamen) im Landkreis/Rayon (lit. rajōnas) Alytus auf dem Gebiet der Gemeinde (lit. seniūnija) Simnas (Si) und im Landkreis Lazdijai auf dem Gebiet der Gemeinden Kapčiamiestis (Ka), Kučiūnai (Ku), Noragėlis (No) und Šventežeris (Šv). Seenamen und Fließgewässernamen werden dabei getrennt untersucht, um mögliche Unterschiede in den Bildweisen beider Arten von Namen herausarbeiten zu können. Insgesamt werden 120 Namen (75 Seenamen, 45 Fließgewässernamen) untersucht. Die Endauswertung der 43 Namen beider Teile ergibt, dass zwar die Hierarchie der verschiedenen Bildweisen fast identisch ist, aber bei Seenamen die Suffixableitungen einen etwa eineinhalb mal so großen Anteil wie bei den Fließgewässernamen darstellen, während umgekehrt bei Fließgewässernamen der Anteil von Endungsableitungen und Konversionen jeweils mehr als eineinhalb mal so groß ist wie bei den Seenamen.
SCHLÜSSELWÖRTER: litauische Seenamen, litauische Fließgewässernamen, Morphologie der Hydronyme, baltische Hydronyme
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Harald Bichlmeier
ANNOTATION
The article is contentwise and structurally the continuation of the first paper dealing with the hydronyms of Western South Aukštaitija (Dzukija). It contains the analyses of 120 hydronyms (75 lake-names and 45 river-names) for the bodies of water in the county (Lith. rajonas) Alytus (municipality [Lith. seniūnija] Simnas [Si]) and in the county Lazdijai (municipalities Kapčiamiestis [Ka], Kučiūnai [Ku], Noragėlis [No] and Šventežeris [Šv]). Lake-names and river-names are analyzed separately in order to find possible differences in their structures. The final analysis of the total of 423 names shows that, on the one hand, the hierarchies of the structural types are very similar, but there are also significant differences. In lake-names suffix derivatives have a share, which is about 50 % bger than in river-names, whereas, on the other hand, in river-names denominal derivatives and conversions each have a share, which is more than 50 % bigger compared to their numbers in lake-names.
KEYWORDS: Lithuanian lake-names, Lithuanian river-names, morphology of hydronyms, Baltic hydronyms
1. EINLEITUNG
In dem von Grasilda Blažienė und Laimutis Bilkis herausgegebenen Sammelband Litauische Orts-, Flur- und Gewässernamen im europäischen Kontext wurden die verschiedensten Arten von Toponymen im weiteren Sinne in der Region westliches Südaukštaiten (Dzukien/Džūkija) behandelt. Im Rahmen dieser Beiträge wurde auch die Gewässernamen behandelt (Bichlmeier 2019a). Jedoch konnte dies nur zum Teil geschehen, da eine vollständige Behandlung in der dortigen Art und Weise jenen Beitrag etwa um ein Drittel verlängert und so den Rahmen des Sammelbandes gesprengt hätte. Auch den anderen Beiträge-rInnen des Sammelbandes war eine vollständige Behandlung der Vertreter der jeweiligen Namenart nicht durchweg möglich.
Das Untersuchungsgebiet von Bichlmeier 2019a umfasst im Landkreis/ Rayon (lit. rajonas) Alytus die Gemeinden (lit. seniūnija) Alytus (A), Krokialaukis (Kr) und Miroslavas (Mr), im Landkreis Lazdijai die Gemeinden Lazdijai (Lz), Seirijai (Se), Šeštokai (Še), Šlavantai (Šl), Teizai (Te) und Veisiejai (Ve) und im Landkreis Druskininkai die Gemeinde Leipalingis (Lp). In Bichlmeier 2019a nicht behandelt wurden die Gewässernamen der Gemeinde Simnas im Rayon Alytus und die der Gemeinden Kapčiamiestis, Kučiūnai, Noragėlis und Šventežeris im Rayon Lazdijai.
Diese in jenem Beitrag fehlenden Gewässernamenbelege sollen nun im Folgenden in paralleler Weise behandelt werden. Es handelt sich dabei um 120 Namenformen (75 Seenamen [SeeNN], 45 Fließgewässernamen [FließgewNN]).
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Von diesen wurde ein Teil (etwa ein Drittel) bereits im Rahmen der Auswertung der 332 Namenbelege (182 SeeNN, 150 FließgewNN) in Bichlmeier 2019a behandelt. Es verbleiben mithin etwa 80 neue Namenformen.
Artikel bereits behandelter Namen werden im Folgenden mit den notwendigen Ergänzungen und ggf. Verbesserungen wiederholt; noch nicht behandelte Namen werden im Stil jenes Beitrages dargestellt. Konsequent wird weiterhin eine getrennte Behandlung von FließgewNN und SeeNN vorgenommen. Bereits in Bichlmeier 2019a konnten deutliche Unterschiede in der Frequenz der verschiedenen Bildetypen für die beiden Namenklassen aufgezeigt werden. Es erfolgt am Ende dieses Abschnitts wieder eine tabellarische Auswertung der behandelten Namen.
Um die Erstellung der Gesamtzusammenfassung zu erleichtern, werden im Folgenden auch mehrfach Bildmuster bei beiden Namenarten angeführt, die im vorliegenden Korpus bei keinem Namen vorliegen. Da das Gesamtkorpus hier mit 120 Namenformen nur etwas über ein Drittel des Korpus in Bichlmeier 2019a ausmacht, war nicht zu erwarten, dass sich Belege für alle der insgesamt über 60 differenzierten Bildarten würden finden lassen.
Den Abschluss dieses Beitrages bildet eine tabellarische Gesamtauswertung der Namenbelege aus Bichlmeier 2019a und dem vorliegenden Beitrag.
1.1. Untersuchungsgebiet und Datenbasis
Das Untersuchungsgebiet liegt im Dreiländereck Litauen-Weißrussland/Belarus-Polen. Dialektal wie ethnographisch gehört es zum westlichen südöstaitischen (lit. vakarinių pietų aukštaičių) bzw. westdzükischen (lit. vakarinių dzūkų) Areal. Es umfasst im Landkreis (Rayon; lit. rajonas) Alytus die Gemeinde (lit. seniūnija) Simnas (Si), im Landkreis Lazdijai die Gemeinden Kapčiamiestis (Ka), Kučiūnai (Ku), Noragelis (No) und Šventežeris (Šv). Die Gewässernamen der übrigen Gemeinden wurden in Bichlmeier 2019a behandelt.
Das Untersuchungsgebiet befindet sich in einer ausgeprägten Kontaktzone zwischen der ostbaltischen Sprache Litauisch, der westslawischen Sprache Polnisch und der ostslawischen Sprache Weißrussisch. Dies spiegelt sich in gewissem Maße auch in den GewNN wider, in denen vereinzelt sla wische Basen und sla wische Suffixe bzw. aus einer slawischen Sprache übernommene Namen begegnen. Zudem liegt das Untersuchungsgebiet auf nach allgemeiner Ansicht vormals jatwingischem (und damit sprachlich westbaltischem) Territorium, was mehrmals in der lautlichen Gestalt von Namen reflektiert sein dürfte, wenn diese statt standartl. š, ž die Laute s, z aufweisen.
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Die Daten der im Rahmen des Projekts ausgewerteten Geoinformationellen Ortsnamendatenbank Litauens (http://kiis.lki.lt/lietu-vos-vietovardziu-geoin-formacine-duomenu-baze)1 kann man grosso modo als synchron auffassen, das älteste Material für den hier untersuchten Teil Südwestlitauens beruht auf Erhebungen der 1930er Jahre.
Das Gesamtkorpus dieser Untersuchung umfasst 120 GewN für gut 100 Gewässer; für einige Gewässer wurden neben dem offiziellen Namen auch ein, in Ausnahmefällen auch einmal zwei oder drei nichtoffizielle, umgangssprachliche Namen aufgezeichnet.
2. DIE GEWÄSSERNAMEN DES WESTLICHEN SÜDAUKŠTAITEN
2.1. Bildarten
Die GewN lassen sich hinsichtlich ihrer morphologischen Bildung in verschiedene Unterklassen einteilen:
Es gibt grundsätzlich derivierte, komponierte und zusammengefügte/syntagmatische Gewässernamen.
Bei den derivierten Namen ist zwischen zwei Gruppen zu unterscheiden, den appellativischen und den deonymischen.
Bei den deonymischen Bildungen handelt es sich in den seltensten Fällen um suffixlose (Quasi)Konversion eines anderen Namens in einen Gewässernamen, in der Regel erfolgt die Bildung mittels Suffigierung, wobei die Abhängigkeit der Benennung der Ableitung vom Grundwort gewöhnlich entweder durch ein possessisches oder ein diminutivisches Suffix zum Ausdruck kommt.
Bei den derivierten appellativischen Namen ist oft nicht zu entscheiden, ob der Derivationsvorgang (in der Regel eine Suffigierung) bereits auf der voronymischen appellativischen Stufe oder erst im Rahmen des Onymisierungsprozesses erfolgte. Dies ist etwa besonders der Fall, wenn mit gängigen Diminutivsuffixen abgeleitete Wörter sowohl appellativisch als auch onymisch verwendet werden (können). Wenn die Suffigierung bereits auf der Stufe des Appellativums erfolgte, hat bei der Onymisierung nur mehr der Übergang des Worts von der Klasse der Appellativa in die der Onyme stattgefunden. Dieselbe
1 Auf einen Verweis auf die Herkunft von Daten aus dieser Datenbank wird im Weiteren verzichtet; diese Herkunft ist vorauszusetzen.
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Situation ergibt sich auch in den Fällen, in denen Appellativa ohne erkennbare zusätzliche Suffixe onymisiert werden.
Mithin dürfte sich für die litauischen GewNN dieselbe Situation ergeben, wie sie auch für die (freich insgesamt eher fern stehende) Klasse der mit Suffixen abgeleiteten slawischen FamNN festgestellt wurde (vgl. Bichlmeier 2019b): Es gibt wohl im Litauischen kein Suffix, das als echtes onymisches Suffix, also als Suffix, das ausschließlich zur Bildung von Namen (jeder Art) verwendet wird, bezeichnet werden könnte; es gibt allenfalls diverse Suffixe, die bevorzugt bei der Bildung von Namen Verwendung finden.
Eine Besonderheit der litauischen Wort- und Namenbildung stellen die sogenannten ‚Endsbilungen‘ dar. Bei diesen handelt es sich synchron um einen Suffixtausch; aus diachroner Perspektive handelt es sich hingegen meist um eine Suffigierung mit einem j-haltigen Suffix. Eine der ältesten Funktionen dieser Suffixe, die sich auch schon für das Urindogermanische nachweisen lässt und etwa auch in den archaischen Schichten slawischer Ortsnamen (ONN) gut bezeugt ist, ist die Ableitung von Zugehörigkeitsbildungen: eine j-Ableitung vom Appellativum oder Onym XY bedeutet also ‚zu/dem XY gehörig‘.
Komponente Namen können nach den im Kompositum zusammengefügten Bestandteilen klassifiziert werden; dabei ist das Hinterglied in der Regel ein Substantiv (meist mit der Bedeutung ‚See‘ wie lit. ėžeras, Dim. ežerėlis oder ‚Teich‘ wie lit. prūdas etc.), das Vorderglied kann ein Substantiv, Adjektiv oder selten auch ein Verbstamm sein. Normalerweise findet im Zuge der Komposition dann auch noch eine Veränderung des Suffixes des Hinterglieds/Grundworts statt.
Zusammengefügte/syntagmatische SeeNN lassen sich in zwei Hauptgruppen einteilen: die aus kongruierendem Adjektiv + Substantiv und die aus regiertem Substantiv im Genitiv + Substantiv. Letztere Gruppe kann nach der semantischen Zugehörigkeit des abhängigen Genitivs in Untergruppen eingeteilt werden; der Genitiv kann ein PN, ein ON (im weiteren Sinne) oder ein anderes Substantiv sein.
In der Darstellung werden im Weiteren bei den einzelnen Namen jeweils immer auch der Landkreis bzw. die Gemeinde, in dem bzw. der der Name bezeugt ist, und der sogenannte (im Rahmen der ausgewerteten Datenbank vergebene) Geocode des Namens angegeben, um sicherzustellen, dass in zwei oder mehr Landkreisen bzw. Gemeinden gleichzeitig liegende (und damit in der nach Landkreisen und Gemeinden gegliederten Datenbank folglich zwei- der mehrfach angeführten) Gewässer samt ihren Namen nicht mehrfach angeführt bzw. gezählt werden. Umgekehrt bietet der Geocode die Gewähr, dass verschiedene gleichnamige Gewässer als solche erkannt werden.
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2.2. Seenamen
Der Begriff Seen ame wird in dieser Untersuchung im weiteren Sinne verstanden. Es werden hier alle im Untersuchungsgebiet angetroffenen Benennungen stehender Gewässer, die nicht als Sümpfe, Moore etc. klassifiziert worden sind, untersucht. Es wird hinsichtlich der Gewässer selbst nicht unterschieden, ob es sich um natürliche oder künstliche handelt, da diese Unterscheidung aufgrund der Daten der der Untersuchung zugrundeliegenden o.g. Datenbank nicht möglich ist. Davon unberührt bleibt die einer genaueren Untersuchung harrende Annahme, dass sich möglicherweise durchaus Unterschiede in der Frequenz der einzelnen Bildweisen zwischen den Namen für natürliche und solche für künstliche Seen finden lassen.
2.2.1. Derivierte Seenamen
Wie oben 2.1. schon ausgeführt, ist eine Unterscheidung zwischen bereits vor der Onymisierung erfolgter und erst im Rahmen der Onymisierung erfolgter Suffigierung oft nicht möglich. Diese Unterscheidung wird deshalb im Folgenden nicht vorgenommen. Die Namen werden sortiert nach den der Derivation beteiligten Suffixen dargestellt; innerhalb der jeweiligen Gruppe wird eine Unterteilung nach semantischen Kriterien vorgenommen. Dasselbe gilt für die Fälle, in denen der GewN ohne zusätzliches erkennbares Suffix aus einem Appellativum entstanden ist, also letztlich nur eine Art Konversion Appellativum > Onym vorliegt.
Potentielle vor-/urbaltische Bildungen werden nicht gesondert behandelt, sondern im Rahmen ihrer jeweiligen morphologischen Strukturklasse.
2.2.1.1. Ableitungen ohne (zusätzliches) Suffix (Konversionen)
Bei den Ableitungen ohne (zusätzliches) Suffix (Konversionen) lassen sich vier Typen unterscheiden:
a) ‚Einfache‘ Konversionen, bei denen ein appellativisches Substantiv in ein onymisches Substantiv überführt wird,
b) ‚doppelte‘ Konversionen, bei denen neben der Konversion Appellativum > Onym auch noch eine Konversion Adjektiv > Substantiv stattfindet,
c) ‚Pseudokonversionen‘, die wie einfache Konversionen aussehen, aber Rückbildungen o. ä. sind,
d) ‚onymische Konversionen‘, Überführung eines Namens aus der einen in eine andere Namenklasse.
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2.2.1.1.1. ,Einfache‘ Konversionen
Baladīs m. (2) Ku (40169): aus lit. balādīs m. ,Taube (Columba):² Gālstas m. (1) Ku, Lz, Ve (43067): Etymologie letztlich unklar; der Name beruht vielleicht auf einer st-Erweiterung entweder zu der Wurzel in lit. gālas m. ,Ende, Rand‘ oder mit zusätzlichem Ablaut zu der in lit. gelmė f. ,Tiefe, tiefe Stelle‘, lett. dzelme f. ,dass.‘.³ Das es sich bei dem st-haltigen Suffix um ein Überbleibsel des im Urindogermanischen zur Bildung von Superlativen verwendeten Suffixkonglomerats uridg. *-is-th₂o- handelt, ist theoretisch möglich, wenngleich unwahrscheinlich. Sollte dies trotzdem der Fall sein, müsste man mit einer sehr archaischen Bildung rechnen, da dieses Suffixkonglomerat in den baltischen Sprachen sonst nicht bewahrt ist. Anzusetzen wäre eine Bildung vorbalt. *gʷol-st-h₂o-,tief‘ oder ,peripets, dem Ende am nächsten‘. Der Akzent müsste aber dann noch erklärt werden.
Gāstas m. (1) Ku, Lz, Ve (43067): dialektale Variante mit velarisiertem -l- des Sees Gālstas (s. o.).⁴
Līnarka f. (1) Ka (40253): aus lit. līnamka, līnarkā f. ,Flachsroste, Stelle, wo der Flachs eingeweicht wird‘.⁵ Der Name ist auffällig, da ausgehend vom zugrundeliegenden Appellativ wohl eher mit der Entwicklung zu einem Flurnamen oder Wiesennamen (so auch belegt, vgl. Mickienė 2019) als zu einem SeeN zu rechnen ist.
Pastovīs m. (³ᵇ) Ka (42941): aus lit. pastovīs (³ᵇ) m. ,Stehplatz, Stellplatz, Unterstand für Kühe an heißen Tagen‘; es wird erwogen, dass das Wort auch einmal stehendes Wasser bezeichnet haben könnte. Daneben hat der See den nichtoffiziellen Seenamen Pastovėlis (2) m. Ka (42941) (s. u. 2.2.1.3.10.2.).⁶ Auch bei diesem Namen ist die Verwendung als SeeN auffällig und eher die Verwendung als Flurname zu erwarten.
2 Vgl. LitEW 31; Savukynas 1961: 219; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 12; Vanagas 1970: 31; nicht in Vanagas 1981a; Vanagas 1981b: 39, 77; ALEW 88; LVŽ 1: 32f.
3 Vgl. LitEW 130, 151; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 42, 44; Savukynas 1966a: 187; Vanagas 1981a: 105; Vanagas 1981b: 68; LEV 253; ALEW 284–286, 309, 324; LVŽ 3: 61.
4 Vgl. Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 42, 44; Savukynas 1966a: 187; nicht in Vanagas 1970; Vanagas 1981a: 105; LVŽ 3: 61.
5 Vgl. LitEW 373, 440; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 93; Vanagas 1970: 41; Vanagas 1981a: 192; Vanagas 1981b: 22; ALEW 589, 617f.
6 Vgl. LitEW 915f.; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 119; Vanagas 1970: 41; Vanagas 1981a: 248; Vanagas 1981b: 37; ALEW 981f.
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Ragõžė f. (2) Ku (40168): aus lit. ragõžė, Typha latifolia‘ (daneben auch lit. ragazis m., ragazė f., ragožis m., alle entlehnt aus russ. rahóz, dass.).⁷ Neben dem offiziellen Namen hat der See auch den Namen Ragõžis m. (s. u.).
Ragõžis m. (2) Ku (40168): aus lit. ragõzis m., Typha latifolia‘ (daneben auch lit. ragazis m., ragazė f., ragožė f., alle entlehnt aus russ. rahóz m., dass.).⁸ Der offizielle Name des Sees ist Ragõžė f. (s. o.).
2.2.1.1.2. „Doppelte“ Konversion
Bedùgis m. (2) Ka (40254, 42932), Ku (40174): zu lit. bedùgis, -ė, sehr tief, bodenlos.⁹
Dubòji f. (?) Šv (13483), Te (12785, 12793): aus der bestimmten Form des Adjektivs lit. dubùs, tief.¹⁰
Giliojà f. (1) Si (4271, 13123): aus der dialektalen bestimmten Form des Adjektivs lit. gilùs, tief.¹¹ Im Falle von Giliojà Si (4271) nichtoffizieller Name für Gilõjis (s. u.).
Gilõjis f. (1) Si (4271): aus der dialektalen bestimmten Form des Adjektivs lit. gilùs, tief.¹² Offizieller Name für Gilõjis (s. o.).
Ìlgis m. (1) Ka (4024), Ve (4306): zu lit. ìlgas, lang.¹³ Zum gleichlautenden FIN Ìlgis m. (1) Se (35930) s. Bichmeier 2019a: 2.2.1.2.1.
Veisėjis m. (2) Ka, Ku, Ve (43069): wohl umgebaute Form zu jatwing./sud. *Veisija zu einem Adj. *veisija-, Smpf‘, zu ur balt. *veisa f., Smpf‘,
7 Vgl. eLKŽ s.v. ragožė; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 131; Vanagas 1970: 191; Vanagas 1981a: 271; Vanagas 1981b: 93.
8 Vgl. eLKŽ s.v. ragožis; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 131; Vanagas 1970: 191; Vanagas 1981a: 271; Vanagas 1981b: 93.
9 Vgl. LitEW 38, 108; Savukynas 1961: 221; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 16; Vanagas 1970: 44; Vanagas 1981a: 60f.; ALEW 101, 238; LVŽ 1: 414. – Vgl. auch den SeeN Bedùgnė f. (2) Al (42731) in Bichlmeier 2019a: 2.2.1.1.
10 Vgl. Savukynas 1962: 196; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 33; Vanagas 1970: 51, 108; Vanagas 1981a: 93; Vanagas 1981b: 67; LVŽ 2: 354f.
11 Vgl. LitEW 151; nicht in Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963; nicht in Savukynas 1966a; nicht in Vanagas 1970; nicht in Vanagas 1981a; ALEW 324; LVŽ 3: 169ff., bes. 169 (nur Form Gilõja).
12 Vgl. LitEW 151; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 48; Savukynas 1966a: 189; Vanagas 1970: 51, 96, 145; Vanagas 1981a: 115; Vanagas 1981b: 109; ALEW 324; LVŽ 3: 169ff., bes. 169.
13 Vgl. LitEW 183f.; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 56; Vanagas 1970: 64; Vanagas 1981a: 129; Vanagas 1981b: 108; ALEW 392f.
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das wiederum zu einer Wz. uralt./uridg. *ḱeis- ‚fließen‘ zu stellen sein dürfte.
2.2.1.1.3. Pseudokonversionen
Solche Ableitungen sind bei SeeNN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.2.1.1.4. ‚Onymische‘ Konversionen
Gadekà f. (2) Šv (4299): identisch mit dem PN Gadeka15. Die bisweilen erwogene Herleitung des Namens aus dem Urbaltischen erscheint demgegenüber sehr bemüht.
2.2.1.2. ‚Endungsableitungen‘
Bei den sogenannten ‚Endungsableitungen‘ handelt es sich synchron gesehen um Ableitungen mittels Suffixtausch. Grundwörter können dabei Appellativa (Adjektive, Substantive) und Onyme (meist Ortsnamen, Hofnamen) sein.
Hierher können auch die vergleichsweise seltenen Ableitungen gezählt werden, die direkt von einer Wurzel erfolgen und keine (nominalen) Bildungen mit der Wurzel in derselben Ablauftufe neben sich haben.
Einen Sonderfall der Endungsableitung stellen Bildungen dar, die unter gleichzeitigem Antritt einer Präposition bzw. eines Präfixes gebildet werden. In der litauischen Sprachwissenschaft werden solche Bildungen meist als Präfigierungen oder Präfixableitungen bezeichnet. Letztlich ist es aber wohl sinnvoller, sie als Zirkumfigierungen zu bezeichnen. Sie entsprechen strukturell genau dem zur Bildung von Kollektiva dienenden Typ nhd. Berg m. → Gebirge n. (urgerm. *berg-a- → *ga-berg-ia-) sowie strukturell und etymologisch genau dem slavischen Typ zur Bildung von Gebiets- bzw. Örtlichkeitsbezeichnungen serb.-kroat. Dunav m. ‚Donau‘ → Podunavlje n. ‚Gebiet an/entlang der Donau‘, tschech. břeh m. ‚Ufer‘ → po-břež-í n. ‚Ufergebiet‘, ná-břež-í n. ‚Lände, Uferpromenade‘ (< urslaw. *berg-a- : *pa-/nā-berg-ia).
2.2.1.2.1. Deappellativische ‚Endungsableitungen‘
Áncia f. (1) Ka, Ve (43028): Der Name ist sonst auch als FlN bezeugt: Juodži/Baloži Áncia (s. u. 2.3.3.1.). Wahrscheinlich handelt es sich hier um
14 Vgl. LitEW 114; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 189; Savukynas 1966b: 170; Vanagas 1970: 143, 167; Vanagas 1981a: 369; ALEW 1208 (*ḱeis-, sprießen gedeihen).
15 Vgl. Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 41; Savukynas 1966a: 185, 186; Vanagas 1970: 107, 108, 134; Vanagas 1981a: 102; Vanagas 1981b: 32; Zinkevičius 2008: 281; LVŽ 3: 7.
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einen auf einem Tiernamen beruhenden GewNN; Grundlage ist dann lit. ántis ‚Ente‘.16 Von diesem Appellativum ist der Name mit dem Zugehörigkeitsbildungen ableitenden Formans uralt. *ia/ā- ableitet: uralt. *ánt-iā-. – Nicht zuletzt aufgrund des Akzents weniger wahrscheinlich ist eine Verbindung mit lit. antìs ‚Busen, Brust, Brustasche‘, lett. ots, ote ‚Abflussrinne; Höhlung; Röhre in der Mauer, im Ofen‘.17
Ángė f. (1) Si (4269): zu lit. angis f. (4) ‚Schlange, Otter (Vipera berus)‘.18 Nichtoffizieller Name des Ángininkų ežeras (s. u. 2.2.3.2.1.). Daneben gibt es für den See den Namen Angÿs m. (s. u.).
Angÿs m. (4) Si (4269): zu lit. angis f. (4) ‚Schlange, Otter (Vipera berus)‘.19 Nichtoffizieller Name des Ángininkų ežeras (s. u. 2.2.3.2.1.). Daneben gibt es für den See den Namen Ángė f. (s. o.).
Dumblis m. (2) Ka (4290), Ka (4295), Lz (4051): zu lit. dùblas m. ‚Schlamm, Moor auf dem Grund eines Teichs‘.20 Im Falle von Ka (4290) und Lz (4051) Variante zu Dumblÿs (s. u.), im Falle von Ka (4290) gibt es auch die nichtoffizielle Variante Dumblis (s. u. 2.2.1.3.7.1.2.). Im Falle von Ka (4295) offizielle Variante zu Dumblinis (ežeras).
Dumblÿs m. (4) Ka (4290), Lz (4051): zu lit. dùblas m. ‚Schlamm, Moor auf dem Grund eines Teichs‘.21 Variante zu Dumblis (s. o.).
Niedis m. (2) Ka (4307): möglicherweise archaische Bildung auf der Grundlage der Wz. uridg. *neid- ‚fließen‘, vgl. ai. nédati ‚strömt, fließt‘.22 Ansetzen ist vielleicht eine Form uralt. *neid-iā-/*neid-iā-, falls der
16 Vgl. Savukynas 1960: 295; Būga 1961: 450f.; Otresbki 1962b: 265f.; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermantė 1963: 6; Vanagas 1970: 59; Toporov 1973: 38; Vanagas 1981a: 42; Vanagas 1981b: 77, 118; Pupkis 2002: 21; LVŽ 1: 122f. – Zum Grundwort: LitEW 11f.; SEJL 17f.; ALEW 45.
17 Vgl. LitEW 12; LEV 94f.; SEJL 18; ALEW 44f.
18 Vgl. LitEW 10; nicht in Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermantė 1963; nicht in Savukynas 1960; nicht in Vanagas 1970; Vanagas 1981a: 42 (Ángė lt. Būga apud Vanagas s.v. Anginas); ALEW 40f.; LVŽ 1: 98f.
19 Vgl. LitEW 10; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermantė 1963: 6; nicht in Savukynas 1960; nicht in Vanagas 1970; Vanagas 1981a: 42; Vanagas 1981b: 77; ALEW 40f.; LVŽ 1: 98f.
20 Vgl. LitEW 108; Savukynas 1962: 197; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermantė 1963: 35; Vanagas 1970: 11, 65, 148; Vanagas 1981a: 96; Vanagas 1981b: 65; ALEW 243; LVŽ 2: 386–388.
21 Vgl. LitEW 108; Savukynas 1962: 197; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermantė 1963: 35; Vanagas 1970: 11, 148; Vanagas 1981a: 96; Vanagas 1981b: 65; ALEW 243; LVŽ 2: 386–388.
22 Nicht in Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermantė 1963; vgl. Vanagas 1970: 69; Vanagas 1981a: 230; Vanagas 1981b: 86; EWia 2: 55; LIV² 449.
204
Acta Linguistica Lithuanica LXX
Morphologische und semantische Analyse
der Gewässernamen des westlichen Südostasiens (Teil 2)
Name nicht eine Endungsableitung von der offiziellen Namenform Nies m. (s. u.) oder vom FIN Niedā f. (4) Ka (37154) ist.
Niedūs m. (2) Ka (43070): möglicherweise archaische Bildung auf der Grundlage der Wz. urd. *neid- ‚fließen‘, vgl. ai. néḍati ‚strömt, fließt‘.²³ Anzusetzen ist vielleicht eine Vorform urbalt. *neid-u-/*naid-u-. Daneben existiert die nicht offizielle Namenform Nies m. (s. o.). Vgl. auch den FIN Niedā f. (4) Ka (37154)
Samānius m. (2) Ka (42923): zu lit. sãmana, samana f. ‚Moos‘.²⁴
Zapsýs m. (4) Ku, Ve (40167): wohl Jatwingismus und vielleicht mit lit. zapsėti ‚tröpfeln‘ zu verbinden.²⁵
2.2.1.2. Deonymische ‚Endungsableitungen‘
Atesýs m. (3ᵇ) Al, Mrs, Si (42705): Der SeeN lit. Atesýs (3ᵇ) kann auf eine Vorform urbalt. *at-es-ig- zurückgeführt werden. Der Name steht nach verbreiteter Ansicht in weiteren europäischen Zusammenhängen und wird gewöhnlich mit dem antiken Namen der Etsch zusammengestellt bzw. mit deren antik überlieferter Form At(h)esis gleichgesetzt.²⁶ – Die GewN können zur Wurzel uridg. *h₂et(h₂)- ‚gehen, wandern‘ gestellt werden.²⁷ Es handelt sich dann bei den GewN um Weiterbildungen vom s-Stamm uridg. *h₂et(h₂)-es- ‚Gehen, Wandern, Wanderung‘. – Problematisch bleibt aber die Semantik: Für einen See ist die Benennung als ‚Wanderer‘ (→ ‚Fließender‘ [→ ‚Fluss‘]) untypisch. Die traditionell in onomastischer Literatur seit Hans Krahe und Wolfgang P. Schmid angeführte Gleichung lit. Atesýs : At(h)esis/Etsch könnte eine Scheinbleichung sein bzw. es könnte sich einfach um unabhängige Parallelbildungen handeln (zumal weder die sprachliche Zuordnung der Vorform des FINs Etsch noch die Stammbildung [i-Stamm, io-Stamm?] alles andere als klar ist). Vielmehr erscheint eine innerlitauische Bildung dieses Namens wahrscheinlicher: Neben dem SeeN Atesýs gibt es auch den FIN
²³ Vgl. Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 110; Vanagas 1970: 69; Vanagas 1981a: 230; Vanagas 1981b: 86; EWAia 2: 55; LIV² 449.
²⁴ Vgl. LitEW 761; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 142; Vanagas 1970: 69, 220; Vanagas 1981a: 289; Vanagas 1981b: 93.
²⁵ Vgl. Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 201; nicht in Vanagas 1970; vgl. Vanagas 1981a: 292f.; Vanagas 1981b: 73, 135.
²⁶ Vgl. Savukynas 1960: 298; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 9; Schmid 1971: 41f. mit Anm. 20; Schmid 1972: 7; Vanagas 1970: 137; Vanagas 1981a: 50; Vanagas 1981b: 74, 96, 131; Kühbacher 1995: 65f.; Pukis 2002: 29; LVŽ 1: 201.
²⁷ Vgl. LIV² 273; IEW 69.
Straipsniai / Articles
205
HARALD BICHMEIER
Atesē f. (³ᵇ) Si (34967; s. u. 2.3.1.3.13.): < ur balt. *at-es-i̯ā-, da bei einem FIN die Ableitung von einer ‚Bewegungswurzel‘ unbedenklich ist, dürfte der SeeN wohl eine innerlitauische ‚Endungsableitung‘ vom FIN sein. – Weiteres zur Etymologie s. u. beim FIN Atesē (2.3.1.3.13.). – Daneben hat der See den nichtoffiziellen Namen Atesnīkų ežeras m. Si (s. u. 2.2.3.2.1.).
Daunōris m. (1) Šv (42825): vom PN Daunōris, Daunōras, Daunōrius28
2.2.1.2.3. Zirkumfigierungen
Prūntas m. (1) Šl, Šv (43017): mit Präfix pra- gebildet zu lit. pūsti, pūnta, ‚anschwelllen, sich aufblähen, dick werden‘, puntùs, ‚blähend‘.29
2.2.1.2.4. Deradikale Bildungen
Diese Ableitungen erfolgen nicht ausgehend von einem bereits bestehenden Appellativum oder Onym, sondern sind Bildungen direkt von der Wurzel. Möglicherweise ist aber ein entsprechendes Appellativum/Onym auch nur nicht belegt. Diese Unschärfe kann nicht beseitigt werden.
Dusìa f. (2) Se, Si, Šl, Te (43042): Der SeeN Dusìa30 ist wohl zu lit. dūsti, ‚ersticken, nach Luft schnappen, dürsten, verlangen‘31 oder zu dūsas, ‚ein Sumpfvogel; Atemnot, Asthma, Dunst, Seufzer, Apoplexie‘32 zu stellen. Möglicherweise handelt es sich um einen See mit Wasser mit geringem Sauerstoffgehalt und deshalb geringem Fischbestand? Eine weitere Anknüpfungsmöglichkeit ergibt sich möglicherweise an den FIN Daūsinas33, der zu von derselben Wurzel abgeleitetem lit. dausà, dāusios, ‚Paradies, Tropen‘, daũngas, ‚tropisch‘ gestellt werden kann.
28 Vgl. Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 28; Vanagas 1970: 48; Vanagas 1981a: 82; Vanagas 1981b: 32; Zinkevičius 2008: 82, 122, 199.
29 Vgl. LitEW 668, 67f.; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 127; Vanagas 1970: 223; Vanagas 1981a: 265; ALEW 83f.
30 Vgl. Savukynas 1962: 198; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 37; Vanagas 1970: 28, 29, 155, 183; Vanagas 1981a: 98 [s. v. Dusà]; Vanagas 1981b: 101; Pukis 2002: 94; LVŽ 2: 45.
31 Vgl. LKŽ 2: 922f.; LitEW 115f.; SEJL 137; ALEW 250f.
32 Vgl. LitEW 115.
33 Vgl. Savukynas 1962: 193; Vanagas 1970: 155; Vanagas 1981a: 82; Vanagas 1981b: 101; LVŽ 2: 165.
206
Acta Linguistica Lithuanica LXX
Morphologische und semantische Analyse der Gewässernamen des westlichen Südostens (Teil 2)
2.2.1.3. Suffixableitungen
Suffixableitungen werden durch Antritt eines weiteren Suffixes an eine Wurzel bzw. einen Stamm gebildet. Die Abgrenzung zu Konversionen von erweiterten Stämmen (z. B. Diminutiven) kann im Einzelfall schwierig sein.
2.2.1.3.1. Ableitungen mit dem Suffix lit. -aitė sind im Untersuchungsgebiet bei SeeNN nicht bezeugt.
2.2.1.3.2. Ableitungen mit dem Suffix lit. -aitis34
Das Suffix lit. -aitis leitet Zugehörigkeitsbildungen, darunter auch Patronyme von (Ruf-)Namen ab. Ableitungen von Adjektiven modifizieren das Adjektiv.
2.2.1.3.2.1. Deadjektivische Bildungen sind bei SeeNN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.2.1.3.2.2. Desubstantivische Ableitungen sind bei SeeNN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.2.1.3.2.3. Deonymische Ableitungen
Selovinaitis m. (1) Ku (40194): Ableitung vom SeeN Selovinis m. (2) Ku (40192)35 (s. u. 2.2.1.3.24.).
2.2.1.3.3. Ableitungen mit dem Suffix lit. -alis36 sind bei SeeNN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.2.1.3.4. Ableitungen mit dem Suffix lit. -aas sind bei SeeNN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.2.1.3.5. Ableitungen mit dem Suffix lit. -ėkė sind im Untersuchungsgebiet bei SeeNN nicht bezeugt.
2.2.1.3.6. Ableitungen mit dem Suffix lit. -elė
Das Suffix lit. -elė leitet Diminutiva und Zugehörigkeitsbildungen ab.37
34 Vgl. Skardžius 1943/1996: 358–360; Vanagas 1970: 161; Vanagas 1981b: 47, 96.
35 Vgl. Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 143; Vanagas 1970: 76; Vanagas 1981a: 304.
36 Vgl. Skardžius 1943/1996: 174f.; Vanagas 1970: 85–90; Vanagas 1981b: 47, 96.
37 Vgl. Skardžius 1943/1996: 175–177; Vanagas 1970: 113–124; Vanagas 1981b: 47, 96.
Straipsniai / Articles
207
Harald Bichmeier
2.2.1.3.6.1. Desubstantivische Bildungen
Duobėlė f. (?) Ka (40210): zu lit. duobė f. ‚Höhlung, Vertiefung‘.38 Da das Diminutivum lit. duobėlė f. bereits im Alt litauischen appellativisch belegt ist, kann es sich bei dem SeeN im Prinzip auch um eine ‚einfache Konversion‘ (im Sinne von 2.2.1.1.) des Appellativums in ein Onom handeln.
2.2.1.3.6.2. Deverbale Bildungen bzw. Bildungen von einer Wurzel sind bei SeeN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.2.1.3.7. Ableitungen mit dem Suffix lit. -ėlis
Das Suffix lit. -ėlis leitet Diminutiva und Zugehörigkeitsbildungen ab.39
2.2.1.3.7.1. Deadjektivische Bildungen
2.2.1.3.7.1.1. Deadjektivische Bildungen
Deadjektivische Bildungen sind meist Benennungen nach Eigenschaften des Wassers bzw. des Sees.
Ylėlis m. (2) Si (42694): zu nicht bezeugtem lit. *ýlas, das genau lett. īls ‚dunkel, schwarz, schwärzlich‘ entspricht, bzw. zu vom lett. Wort vorausgesetztem uralt. *īla-40 Vgl. auch u. 2.3.1.3.15.1 den FIN Ylyd f. (4) Si (3928).
Plakėlis m. (2) Ka (40198): zu dem slawischen Lehnwort lit. plākis ‚flach‘.41
2.2.1.3.7.1.2. Desubstantivische Bildungen
Blūdėlis m. (2) Ka (13516), Ka (12237), Ku (4019), Ve (13025): zum slaw. Lehnwort lit. blūdās m ‚Schüssel‘.42 Im Falle von Ka (12237) hat der See auch den nicht offiziellen Namen Ežerėlis m. s. u. 2.2.1.3.10.1.
38 Vgl. LitEW 108; Savukynas 1962: 197; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 36; Vanagas 1970: 118 (Duobėlė); Vanagas 1981a: 97; Vanagas 1981b: 68; LVŽ 2: 39ff., bes. 399; ALEW 245.
39 Vgl. Skardžius 1943/1996: 175–178; Vanagas 1970: 113–124; Vanagas 1981b: 96.
40 Vgl. Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 56; Vanagas 1970: 114, 117; Vanagas 1981a: 129; Vanagas 1981b: 68; LEV 341.
41 Vgl. eLKŽ s.v. plāks2; nicht in Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963; nicht in Vanagas 1970; nicht in Vanagas 1981a.
42 Vgl. LitEW 50; Savukynas 1961: 224; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 20; Vanagas 1970: 67, 116, 148; Vanagas 1981a: 68; Vanagas 1981b: 64, 125; ALEW 124; LVŽ 1: 517f.
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Acta Linguistica Lithuanica LXX
Morphologische und semantische Analyse der Gewässernamen des westlichen Südostens (Teil 2)
Bonēlis m. (2) Ku (40173): zu lit. bonì, bónia f. „große geflochtene Flasche, Ofen zum Teekochen oder Kalkbrennen“.⁴³
Dubēlis m. (2) Ka (40197), Se (12081): zu lit. dùbė f. „Grube, Vertiefung, Eintiefung“.⁴⁴
Dumbrēlis m. (2) Ka (42940), Ve (4293): zu lit. dùmblas m. „Schlamm, Moor auf dem Grund eines Teichs“.⁴⁵ Im Falle von Ka (42940) nichtoffizielle Variante des SeeNs Dūmbis (s. o. 2.2.1.2.1.).
Markēlis m. (2) Ku (4015): aus lit. markà f. „Flachsreste, Stelle, wo der Flachs eingeweicht wird“.⁴⁶
Šūrēlis m. (2) Ka (4055): In diesem Falle scheint die dialektale Form zum offiziellen Namen geworden zu sein. Die standardisierte Form wäre *Šūrēlis. Der Name gehört zu lit. šùrti, šùra, šùro „sich sträuben, scheuern, zittern“, šùris m. „Feuerwisch“, šùrė f. „Scheuer, Schafstall, Schachtelhalm“.⁴⁷ Eine Ableitung vom vorgenannten Pflanzennamen erscheint am wahrscheinlichsten.
2.2.1.3.7.1.3. Deverbale Bildungen bzw. Bildungen von einer Wurzel sind bei SeeN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.2.1.3.7.2. Deonymische Bildungen:
Zapsēlis (2) m. Ku (4016): Ableitung vom SeeN Zapsys m. (4) Ku, Ve (4017) (s. o. 2.2.1.2.1.).⁴⁸
2.2.1.3.8. Ableitungen mit dem Suffix lit. -el̃s
Das Suffix lit. -el̃s leitet Diminutiva und Zugehörigkeitsbildungen ab.⁴⁹ Solche Ableitungen sind bei SeeN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
⁴³ Vgl. LitEW 52; nicht in Savuknas 1961; nicht in Savuknas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermantė 1963; nicht in Vanagas 1970; nicht in Vanagas 1981; ALEW 127; LVŽ 1: 537.
⁴⁴ Vgl. LitEW 108f.; Savuknas 1962: 196; Savuknas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermantė 1963: 33; Vanagas 1970: 118; Vanagas 1981a: 93; Vanagas 1981b: 67; ALEW 237; LVŽ 2: 346ff.
⁴⁵ Vgl. LitEW 108; Savuknas 1962: 197; Savuknas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermantė 1963: 35; Vanagas 1970: 114; Vanagas 1981a: 96; Vanagas 1981b: 65; ALEW 243; LVŽ 2: 386–388.
⁴⁶ Vgl. LitEW 440; Savuknas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermantė 1963: 98; Vanagas 1970: 118, 146, 167; Vanagas 1981a: 205; ALEW 617f.
⁴⁷ Vgl. LitEW 995; Savuknas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermantė 1963: 168; Vanagas 1970: 121, 207; Vanagas 1981a: 332, 336; Vanagas 1981b: 88; ALEW 1038f.
⁴⁸ Vgl. Savuknas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermantė 1963: 201; Vanagas 1970: 115; Vanagas 1981a: 392f.
⁴⁹ Vgl. Skardžius 1943/1996: 175–178; Vanagas 1970: 113–124.
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HARALD BICHLMElER
2.2.1.3.9. Ableitungen mit dem Suffix lit. -ėlė sind bei SeeNN im Untersuchungsgebiet nicht belegt.
2.2.1.3.10. Ableitungen mit dem Suffix lit. -ėlis
Das Suffix lit. -ėlis leitet Diminutiva und Zugehörigkeitsbildungen ab.50
2.2.1.3.10.1. Deappellative Ableitungen
Ėžėris m. (2) Ka (40261), Ka (4293), Ka (12237), Ku (13291), Lp, Lz, Se (9756, 12149, 12525), Te (42759): diminutivische Ableitung von lit. ėžeras m. ‚See‘.51 Der Name ist im Falle von Te (42759) auch eine andere Benennung des Bakšių ėžeras (s. Bichlmeier 2019a: § 2.1.3.2.1.). Im Falle von Ka (12237) liegt ein inoffizieller Name für Bliūdėlis m. vor (s. o. 2.2.1.3.7.1.2.).
2.2.1.3.10.2. Deonymische Ableitungen
Pastovėlis (2) m. Ka (4294): Ableitung vom SeeN Pastovys m. (³ᵇ) Ka (4294) (s. o. 2.2.1.1.) und nichtoffizieller Name desselben Sees.52
2.2.1.3.11. Ableitungen mit dem Suffix -ėna
Ableitungen mit dem Suffix -ėna sind Konkreta oder Abstrakta.53 Solche Ableitungen sind bei SeeNN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.2.1.3.12. Ableitungen mit dem Suffix -ėnis
Ableitungen mit dem Suffix -ėnis sind gewöhnlich denominale Bildungen.54 Solche Ableitungen sind bei SeeNN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.2.1.3.13. Ableitungen mit dem Suffix -esė sind im Untersuchungsgebiet bei SeeNN nicht bezeugt.
2.2.1.3.14. Ableitungen mit dem Suffix lit. -ica sind bei SeeNN im Untersuchungsgebiet nicht belegt.
50 Vgl. Skardžius 1943/1996: 178–181; Vanagas 1970: 124–130.
51 Vgl. LitEW 125; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 40; Savukynas 1966a: 184f.; Vanagas 1970: 128; Vanagas 1981a: 101; ALEW 271; LVŽ 2: 498ff.
52 Vgl. Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 119; Vanagas 1970: 126; Vanagas 1981a: 248.
53 Vgl. Skardžius 1943/1996: 228–232; Vanagas 1970: 131f.
54 Vgl. Skardžius 1943/1996: 238f.; Vanagas 1970: 134.
210
Acta Linguistica Lithuanica LXX
Morphologische und semantische Analyse
der Gewässernamen des westlichen Südskaiten (Teil 2)
2.2.1.3.15. Ableitungen mit dem Suffix lit. -y̆ia sind bei SeeNN im Untersuchungsgebiet nicht belegt.
2.2.1.3.16. Ableitungen mit dem Suffix lit. -(i)kas
Das Suffix -(i)kas bildet gewöhnlich Konkreta.55 Solche Ableitungen sind bei SeeNN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.2.1.3.17. Ableitungen mit dem Suffix lit. -ietis
Das Suffix -ietis bildet gewöhnlich Einwohnernamen bzw. Nomina agentis.56 Solche Ableitungen sind bei SeeNN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.2.1.3.18. Ableitungen mit dem Suffix lit. -ija
Das Suffix -ija bildet gewöhnlich Abstrakta, Kollektiva, Länder/Gebietsnamen u. ä.57
Obelijā (2) No, Mrs, Se (43012): zu lit. obelis m., obelė f., ‚Apfelbaum‘.58
2.2.1.3.19. Ableitungen mit dem Suffix lit. -ijis
Das Suffix -ijis bildet nur sehr wenige Ableitungen, meist Toponyme.59 Solche Ableitungen sind bei SeeNN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.2.1.3.20. Ableitungen mit dem Suffix -ylis
Das Suffix -ylis bildet Substantive und war wenig produktiv.60 Solche Ableitungen sind bei SeeNN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.2.1.3.21. Ableitungen mit dem Suffix -yna
Ableitungen mit dem Suffix -yna sind denominal und bringen in der Regel zum Ausdruck, dass das von dem als Ableitungsbasis dienenden Wort Bezeichnete in größerer Menge vorhanden ist.61 Solche Ableitungen sind bei SeeNN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
55 Vgl. Skardžius 1943/1996: 125f.; Vanagas 1970: 144.
56 Vgl. Skardžius 1943/1996: 360f.; Vanagas 1970: 144f.
57 Vgl. Skardžius 1943/1996: 80–83; Vanagas 1970: 145–148.
58 Vgl. LitEW 515; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 111; Vanagas 1970: 146; Vanagas 1981a: 23f.; Vanagas 1981b: 92; ALEW 719f.
59 Vgl. Skardžius 1943/1996: 80; Vanagas 1970: 148.
60 Vgl. Skardžius 1943/1996: 183; nicht in Vanagas 1970.
61 Vgl. Skardžius 1943/1996: 268–270; Vanagas 1970: 166.
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211
HARALD BICH LMEIER
2.2.1.3.22. Ableitungen mit dem Suffix -ynas
Ableitungen mit dem Suffix -ynas sind denominal und bringen in der Regel zum Ausdruck, dass das von dem als Ableitungsbasis dienenden Wort Bezeichnete in größerer Menge vorhanden ist.62 Solche Ableitungen sind bei SeeNN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.2.1.3.23. Ableitungen mit dem Suffix -inė
Das Suffix -inė bildet gewöhnlich desubstantivische Ableitungen, meist Stoffadjektive und Zugehörigkeitsbildungen, substantivische Bildungen sind oft Ortsangaben.63 Zu -inė gehört als maskuline Form -inis (s. u.).
Kemsinė f. (2) Šv (13483): zu lit. kėmas m. ‚moosbewachsener Hügel‘.64
Meškinė f. (2) Šv (42795): zu lit. meška m. ‚Bär‘.65
2.2.1.3.24. Ableitungen mit dem Suffix -inis
Das Suffix -inis bildet gewöhnlich desubstantivische Ableitungen, meist Stoffadjektive und Zugehörigkeitsbildungen.66 Zu -inis gehört als feminine Form -inė (s. o. 2.2.1.3.23.).
Dumblinis67 m. (?) Ka (4294): Ableitung von lit. dūblas m. ‚Schlamm, Moor auf dem Grund eines Teichs‘.68
Gudinis m. (2) Ka (4297): wohl aus dem Ethnonym lit. gūdas m. ‚Weißrusse‘ (selten auch ‚Pole, Russe‘).69
Krakinis m. (2) Ka (4023): aus lit. krakė f. ‚Schwarzspecht; Kausche (Carassius carassius)‘.70
62 Vgl. Skardžius 1943/1996: 266–268; Vanagas 1970: 166f.; Vanagas 1981b: 96.
63 Vgl. Skardžius 1943/1996: 263–266; Vanagas 1970: 156–164; Vanagas 1981b: 47, 96.
64 Vgl. LitW 239; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 72; Vanagas 1970: 159; Vanagas 1981a: 152; Vanagas 1981b: 69.
65 Vgl. LitW 443; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 102; Vanagas 1970: 158; Vanagas 1981a: 212; Vanagas 1981b: 80; ALEW 641.
66 Vgl. Skardžius 1943/1996: 245ff.; Vanagas 1970: 156–164; Vanagas 1981b: 47.
67 Der Name ist in der Denenbank unakzentuiert.
68 Vgl. LitW 108; nicht in Savukynas 1962; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 35 (Dumblinis, Dumblinis); Vanagas 1970: 54, 160; Vanagas 1981a: 96; Vanagas 1981b: 65; ALEW 243; LVŽ 2: 386–388, bes. 387.
69 Vgl. LitW 174; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 54; Savukynas 1966a: 193; Vanagas 1970: 163; Vanagas 1981a: 125; Vanagas 1981b: 115; LVŽ 3: 331–337, bes. 331; zu weiteren etymologischen Vorschlägen s. 334f.
70 Vgl. LitW 287; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 77; Vanagas 1970: 103, 131, 152, 158; Vanagas 1981a: 163; Vanagas 1981b: 79.
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Acta Linguistica Lithuanica LXX
Morphologische und semantische Analyse
der Gewässernamen des westlichen Südostens (Teil 2)
Seloịnis m. (2) Ku (40192): aus lit. šliōva, šliōva f. ‚Fisch aus der Familie der Lachsartigen (Coregonus albula). Dazu gehört als Ableitung der Seen Seloịnitīs m. (1) Ku (40194; s. o. 2.2.1.3.2.3.).71
Vadinis m. (2) Ka (40258): zu lit. vadė f. ‚austrocknender Fluss, von Wasser überschwemmter Ort‘, vadà f. ‚Lichtung‘.72
2.2.1.3.25. Ableitungen mit dem Suffix lit. -(i)nyčia
Das Suffix lit. (i)nyčia ist entweder aus poln. nica bzw. russ. nyča entlehnt oder es ist erbt und setzt dann uralt. *-inìa/ā- fort. Es bildet meist Örtlichkeiten und Kollektiva.73 Solche Ableitungen sind bei SeeNN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.2.1.3.26. Ableitungen mit dem Suffix -ìškē
Das Suffix -ìškē f. bildet gewöhnlich desubstantivische Ableitungen, meist Zugehörigkeitsbildungen u. ä.,74 bisweilen aber auch deadjektivische. Bei den desubstantivischen kann zwischen deappellativischen und denymischen unterschieden werden. Die maskuline Form dazu lautet -ìškis (s. u. 2.2.1.3.27.).
2.2.1.3.26.1. Desubstantivische Bildungen von Appellativen
Bedanìškē f. (1) Šv (13397): von lit. bedantìs ‚zahnlos‘ – wohl metaphorisch in Bezug auf ein harmonisch geformtes Ufer o. ä.75
2.2.1.3.26.2. Desubstantivische Bildungen von Onymen sind bei SeeNN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.2.1.3.27. Ableitungen mit dem Suffix -ìškis
Das Suffix -ìškis bildet gewöhnlich desubstantivische Ableitungen, meist Zugehörigkeitsbildungen u. recte,76 bisweilen aber auch deadjektivische. Bei
71 Vgl. LitEW 774; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 143; Vanagas 1970: 158; Vanagas 1981a: 295; Vanagas 1981b: 81.
72 Vgl. eLKŽ s.v. vadà, vadė; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 182; Vanagas 1970: 107, 129, 161; Vanagas 1981a: 357.
73 Vgl. Skardžius 1943/1996: 357f.; Vanagas 1970: 142f.; Vanagas 1981b: 96.
74 Skardžius 1943/1996: 150–158; Vanagas 1970: 172–178; Vanagas 1981b: 47.
75 Vgl. LitEW 38, 82; nicht in Savukynas 1961; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 16; Vanagas 1970: 176; Vanagas 1981a: 60; Vanagas 1981b: 54; ALEW 101, 174f.; LVŽ 1: 412.
76 Skardžius 1943/1996: 150–158; Vanagas 1970: 172–178; Vanagas 1981b: 47.
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213
Harald Bichmeier
den desubstantivischen kann zwischen deappellatischen und deonymischen unterschieden werden. Die weibliche Form dazu lautet -iškė (s. o. 2.2.1.3.26.).
2.2.1.3.27.1. Desubstantivische Bildungen von Appellativen sind bei SeeNN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.2.1.3.27.2. Desubstantivische Bildungen von Onymen Kāu̯kis m. (1) ka (4303): wohl zum PN lit. Kāvis m. oder einem ON Kāl-viai oder zum Appellativum lit. kālvis m. ‚Schmied‘, kalvė f. ‚Schmiede‘ mit dialektalem Schwund von velarem l vor v77
2.2.1.3.27.3. Deadjektivische Bildungen sind bei SeeNN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.2.1.3.28. Ableitungen mit dem Suffix -ytė sind bei SeeNN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.2.1.3.29. Ableitungen mit dem Suffix -ka sind bei SeeNN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.2.1.3.30. Ableitungen mit dem Suffix -ys sind bei SeeNN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.2.1.3.31. Ableitungen mit dem Suffix lit. -nas Das Suffix bildet wenige substantivische Ableitungen, darunter häufiger onymische als appellativische.78 Žūvintas m. (3ᵇ) Si (4263): zu lit. žūvis f. ‚Fisch‘.79 Daneben hat der See den nichtoffiziellen Namen Žūintų ežeras (s. u. 2.2.3.2.1.).
2.2.1.3.32. Ableitungen mit dem Suffix lit. -oris80 Die Stellung der nachfolgenden Bildung ist hinsichtlich der Suffixgestalt unklar. Solche Ableitungen sind bei SeeNN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
77 Vgl. LitEW 211f.; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 71; Vanagas 1970: 177; Vanagas 1981a: 150; ALEW 443f.; Zinkevičius 2008: 543, 618.
78 Vgl. Skardžius 1943/1996: 374; Vanagas 1970: 93.
79 Vgl. LitEW 132; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 207; Skardžius 1973: 39, 43, 47; Vanagas 1970: 93, 155; Vanagas 1981a: 406; Vanagas 1981b: 83; ALEW 131f.
80 Nicht bei Skardžius 1943/1996; dort nur 307 das Lehnsuffix lit. -orius; Vanagas 1970: 189.
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Acta Linguistica Lithuanica LXX
Morphologische und semantische Analyse der Gewässernamen des westlichen Südküsta (Teil 2)
2.2.1.3.33. Ableitungen mit dem Suffix lit. -orius
Ableitungen mit dem aus gemeinslav. *-arjb entlehnten Suffix lit. -orius sind meist Nomina agentis.81 Die Stellung der nachfolgenden Bildung ist hinsichtlich der Suffixgestalt unklar. Solche Ableitungen sind bei SeeN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.2.1.3.34. Ableitungen mit dem Suffix -otis
Das seltene Suffix lit. -otis dient v. a zur Bildung von desubstantivischen und deverbalen Substantiven.82
Dabōtis m. (1) Ku (40183): vielleicht zu lit. dobā f., dobas m., dobė f., Grube (mit Dach), um flachs zu trocknen, Grube‘ bzw. daburys m. ‚Kreis, Wasserudel‘.83
2.2.1.3.35. Ableitungen mit dem Suffix -tē
Solche Ableitungen sind bei SeeN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.2.1.3.36. Ableitungen mit dem Suffix -uīsis
Das sehr seltene Suffix lit. -uīsis dient v. a zur Bildung von Diminutiva bzw. Pejorativa und Onomen.84
Solche Ableitungen sind bei SeeN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.2.1.3.37. Ableitungen mit dem Suffix -uitis
Das sehr seltene Suffix lit. -uitis ist eine v.a. ostukštaitische Variante des Suffixes -uotas und dient wie dieses v. a zur Bildung von desubstantivischen und deadjektivischen Adjektiven.85
Glūitis m. (1) Si (4304): zu lit. glūs ‚tief‘.86
81 Vgl. Skardžius 1943/1996: 307; Vanagas 1970: 189.
82 Vgl. Skardžius 1943/1996: 351f.; Vanagas 1970: 190f.
83 Vgl. LKŽ 2: 599; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 26 (Dabōtis); Savukynas 1966a: 192 (Dabōtis); Vanagas 1970: 190; Vanagas 1981a: 78; Vanagas 1981b: 67; LVŽ 2: 90.
84 Vgl. Skardžius 1943/1996: 319; Vanagas 1970: 193.
85 Vgl. Skardžius 1943/1996: 349; Vanagas 1970: 51, 193.
86 Vgl. LitEW 151; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 48; Savukynas 1966a: 189; Vanagas 1970: 51; Vanagas 1981a: 115; Vanagas 1981b: 109; ALEW 24; LVŽ 3: 176–178, bes. 176.
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HARALD BICHMEIER
2.2.1.3.38. Ableitungen mit dem Suffix -kas
Das Suffix lit. -kas dient v. a. zur Bildung von Diminutiva und Hypokoristika.87
Die Diminutiva können dabei grundsätzlich deappellativisch oder deonymisch sein.
2.2.1.3.38.1. Deappellative Bildungen
Dėliūkas m. (2) Si (13243): Ableitung von der Tierbezeichnung lit. dėlė f. , Blutegel (Hirudo medicinalis).88
2.2.1.3.38.2. Deonimische Bildungen
Sperniūkas m. (2) Si (13365): Ableitung vom FN Spernė f. (4) Si (38103)89 (s. u. 2.3.1.3.45.).
2.2.1.3.39. Ableitungen mit dem Suffix -ulis
Das Suffix lit. -ulis dient v. a. zur Bildung von Nomina agentis, seltener auch von Diminutiva.90 Solche Ableitungen sind bei SeeN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.2.1.3.40. Ableitungen mit dem Suffix -uonis
Das Suffix lit. -uonis dient v. a. zur Bildung von Nomina agentis.91 Solche Ableitungen sind bei SeeN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.2.1.3.41. Ableitungen mit dem Suffix lit. -ūtas
Das seltene Suffix lit. -ūtas bildet Konkreta.92
Mėkšrūtas m. (1) Ka (4029): zu lit. mėkšras m. , karpfenartiger Fisch, Plötze (Leuciscus rutilus).93
2.2.1.3.42. Ableitungen mit dem Suffix -utė sind bei SeeN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
87 Vgl. Skardžius 1943/1996: 136–139; Vanagas 1970: 193–197; Vanagas 1981b: 47, 96.
88 Vgl. LitEW 87; Savukynas 1962: 194; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 29; Vanagas 1970: 193, 195; Vanagas 1981a: 84; Vanagas 1981b: 78; ALEW 19; LVŽ 2: 198f.
89 Vgl. Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 153; Vanagas 1970: 194; Vanagas 1981a: 311.
90 Vgl. Skardžius 1943/1996: 186–188; Vanagas 1970: 200.
91 Vgl. Skardžius 1943/1996: 284f.; Vanagas 1970: 205.
92 Vgl. Skardžius 1943/1996: 364; Vanagas 1970: 211.
93 Vgl. LitEW 425; Skardžius 1943/1996: 364; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 100; Vanagas 1970: 211; Vanagas 1981a: 209; Vanagas 1981b: 80; ALEW 631.
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Acta Linguistica Lithuanica LXX
Morphologische und semantische Analyse
der Gewässernamen des westlichen Südostens (Teil 2)
2.2.1.3.43. Ableitungen mit dem Suffix -ūtis
Das Suffix lit. -ūtis dient v. a. zur Bildung von Nomina agentis, seltener von Diminutiva.94 Die Diminutiva können dabei grundsätzlich deappellativisch oder deonymisch sein.
Senūtis m. (2) Šv (4285): entweder abgeleitet vom PN lit. Senka, Sėnkus oder zu lit. sėti, sėka, ‚weniger werden (vom Wasser)‘.95
2.3.1.3.44. Ableitungen mit dem slawischen Suffix -ika sind im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.2.1.3.45. Nicht klar kategorisierbare suffixale Ableitungen
Akunučias m. (2) Ka (4026): Die Bildung des Sees bleibt letztlich sowohl hinsichtlich der Wurzel als auch hinsichtlich des Suffixes unklar. Das Suffix ist kaum zu greifen.96 Die Wurzel hat offenbar im Litauischen bzw. im Baltischen keine Anschlussmöglichkeiten. Vielleicht liegt eine frühe und nur dialektale Entlehnung von urs. ok̑no ‚Fenster‘ zugrunde? Oder eine bereits im Altrussischen erfolgte Ableitung *ok̑nъtbjь ‚mit einem Fenster versehen, fensterartig‘, die in einer Verwendung in übertragener Bedeutung als SeeN genutzt wurde?
2.2.2. Komponierte Seenamen
Komponierte SeeNN lassen sich hinsichtlich ihrer morphologischen Struktur in mehrere Typen unterteilen. Am häufigsten sind dabei solche aus Substantiv + Substantiv mit zusätzlicher Stammklassenänderung. Diese lassen sich weiter unterteilen, in solche aus Appellativum + Appellativum und solche aus Onym + Appellativum.
2.2.2.1. Appellativum + Appellativum
2.2.2.1. Substantiv + Substantiv
Bužėris m. (1) Ku (40175): aus lit. buzà ‚dünnflüssiger Brei, Mehlbrei, matschiger Sumpf‘ und ėžeras ‚See‘.97
⁹⁴ Vgl. Skardžius 1943/1996: 362f.; Vanagas 1970: 209–211; Vanagas 1981b: 96.
⁹⁵ Vgl. LitEW 772f.; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 144; Vanagas 1970: 48; Vanagas 1981a: 295f.; ALEW 899f.
⁹⁶ Vgl. Skardžius 1943/1996: 353f.; nicht in Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963; Otrebski 1965: 265; nicht in LVŽ 1?
⁹⁷ Vgl. LitEW 63, 125; nicht in Savukynas 1961; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 23; Vanagas 1970: 238; Vanagas 1981a: 73; Vanagas 1981b: 67; ALEW 271.
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Harald Bichlmeier
2.2.2.1. Adjektiv + Substantiv
Báltable f. (1) Šv (42792): aus lit. báltas ‚weiß‘, glänzend‘ und lit. bal̃ f. ‚Sumpf‘.98
Šventaduõnis m. (2) Ka (42930): aus lit. šventas ‚heilig‘ und duõna f. ‚Brot‘.99
2.2.2.1.3. Adjektiv + Adjektiv
Solche Ableitungen sind bei SeeNN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.2.2.1.4. Verb + Substantiv
Solche Ableitungen sind bei SeeNN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.2.2.1.5. Onym + Appellativum
Cijūnãmiškis m. (1) Ku (13243): Erster Bestandteil ist wahrscheinlich ein PN lit. *Cijūnas, man vgl. den FamN Cijūnãitis etc. das Hinterglied beruht auf lit. miškas m. ‚Wald‘.100
2.2.3. Zusammengesetzte/syntagmatische Seenamen
2.2.3.1. Kongruierende Namen aus Adjektiv + Substantiv
Báltas Kaũkūris m. Ka (40205): aus lit. báltas ‚weiß‘ + ein Substantiv lit. kaũknoris m., das im Vorderglied entweder aus lit. kaũkas m. ‚Kobold‘ oder kaũti ‚rufen, kreischen‘ und im Hinterglied aus einem Nomen agentis zu lit. nar̃inti ‚ertauchen, versenken‘ oder zu lit. norė́ti ‚wollen‘ besteht.101
Juõdas Kaũknoris m. Ka (40217): aus lit. juõdas ‚schwarz‘ + Substantiv lit. kaũknoris m. (s. o. Báltas Kaũknoris).102
2.2.3.2. Relationale Seenamen
98 Vgl. LitEW 30f., 32; nicht in Savukynas 1961; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 13; Vanagas 1970: 251, 252, 254; Vanagas 1981a: 56; ALEW 87, 89f.; LVŽ 1: 338.
99 Vgl. LitEW 111, 104f.; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 169; Vanagas 1970: 252, 256; Vanagas 1981a: 337; Vanagas 1981b: 111; ALEW 245f., 1060–1062.
100 Vgl. LitEW 460f.; nicht in Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963; nicht in Vanagas 1970; nicht in Vanagas 1981a; Vanagas 1985: 391; ALEW 663.
101 Vgl. LitEW 230, 495, 507; nicht in Savukynas 1961; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 71; Vanagas 1970: 275 (im Register S. 298 Druckfehler Kaũknoris); Vanagas 1981a: 56, 150; Vanagas 1981b: 118; ALEW 467, 697, 709–711; nicht in LVŽ 1?.
102 Vgl. LitEW 197; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 71; Vanagas 1970: 275; Vanagas 1981a: 150; Vanagas 1981b: 118; ALEW 419f.
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Acta Linguistica Lithuanica LXX
Morphologische und semantische Analyse der Gewässernamen des westlichen Südostens (Teil 2)
2.2.3.2.1. Rektionale Seenamen mit onymischem Erstglied
Akmēnių ėžeras m. Ku, Lz (4305): aus dem ON Akmeniai (2) und lit. ėžeras m. ‚See‘.103 Bei diesem ON handelt es sich um die kollektive Pluralform des FamNs Akmēnis104 Ableitungsgrundlage ist lit. akmuõ (³ᵇ) ‚Stein‘.105
Ángininkų ėžeras m. Si (4268): aus dem ON Ánginiai und lit. ėžeras m. ‚See‘.106 Daneben hat der See den nicht offiziellen Namen Ángė f. (1) (s. o. 2.2.1.2.1.).
Arãdninkų ėžeras m. Ku (4019): aus dem ON Arãdninkai und lit. ėžeras m. ‚See‘.107
Atesninkų ėžeras m. Si (4205): aus dem ON Atesnėnai und lit. ėžeras m. ‚See‘.108 Daneben hat der See den offiziellen Namen Atesỹs m. (³ᵇ) Al, Mrs, Si (s. o. 2.2.1.2.2.).
Babrų ėžeras m. Šv (4305): aus dem ON Babrai und lit. ėžeras m. ‚See‘.109
Černiuškės ėžeras m. Si (133683): aus dem ON Černiuškė und lit. ėžeras m. ‚See‘.110
Šimno ėžeras m. Si (4263): aus dem ON Šimnas m. (der selbst auf einem ursprünglichen SeeN *Šim̃nas beruhen dürfte, der wiederum als jatwinisch einzustufen ist, wenn er etymologisch mit lit. šìmšà f. ‚feuchte Wiese, Sumpf‘ zu verbinden sein sollte) und lit. ėžeras m. ‚See‘.111
Šventėžerio ėžeras m. Šv (4276): aus dem ON Šventėžeris m. (der selbst auf einem SeeN beruht) und lit. ėžeras m. ‚See‘.112
103 Vgl. LitEW 125; Savukynas 1960: 293; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 3; Vanagas 1970: 260; Vanagas 1981a: 37; Pukis 2002: 14; ALEW 271; LVŽ 1: 44.
104 Vgl. Vanagas 1985: 72.
105 Vgl. LitEW 5; SEJ 7f.; ALEW 28f.; IEW 19; NIL 287; LVŽ 1: 37ff.
106 Vgl. LitEW 125; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 6; Vanagas 1970: 260; Vanagas 1981a: 42; ALEW 271; LVŽ 1: 99.
107 Vgl. LitEW 125; nicht in Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963; nicht in Vanagas 1970; nicht in Vanagas 1981a; ALEW 271; LVŽ 1: 169.
108 Vgl. LitEW 125; nicht in Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963; Vanagas 1970: 260; Vanagas 1981a: 42; ALEW 271; LVŽ 1: 99.
109 Vgl. LitEW 125; Savukynas 1961: 219; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 11; Vanagas 1981a: 55; ALEW 271; LVŽ 1: 288.
110 Vgl. LitEW 125; Savukynas 1962: 191; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 25; Vanagas 1970: 261; Vanagas 1981a: 77; ALEW 271; LVŽ 2: 54.
111 Vgl. eLKŽ s.v. šìmšà, šìmšė; LitEW 125; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 146; Vanagas 1970: 265; Vanagas 1981a: 299; ALEW 271.
112 Vgl. LitEW 125; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 169; Vanagas 1970: 265; Vanagas 1981a: 337f.; ALEW 271.
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Žuvintų ežeras m. Si (42635): wohl zu einem sonst nicht bezeugten ON *Žu-vintai113. Daneben hat der See den offiziellen Namen Žuvintas m. (3b (s. o. 2.2.1.3.31.).
2.2.3.2. Rektionale Seenamen mit appellativischem Erstglied
Kūnigo valkā f. Ka (13398): aus lit. kūnigas m. ‚Priester, Geistlicher‘ und valkā f. ‚Lache, Pfütze, mit Regenwasser gefüllte Vertiefung auf einer Wiese, einem Weg‘.114
2.2.3.3. Leh(n)namen?
Da das Untersuchungsgebiet im Dreiländereck Litauen-Polen-Weißrussland liegt, ist es grundsätzlich möglich, dass vereinzelt Namen aus einer slawischen Sprache ins Litauische übernommen worden sind.
Mūčelninkas m. (1) Ku (4017): wohl zu wruss. mačýlnja f. ‚Stelle, wo (Flachs) eingeweicht wird‘, mačýc’ ‚feucht, nass machen‘. Die Substitution lit. ū für wruss. a erscheint ungewöhnlich, wird aber wohl allgemein akzeptiert. Vorgeschlagen sei, ob nicht eine Ableitung wruss. *mačýlnik ‚Arbeiter, der (Flachs) einweicht‘ (wruss. -nik zur Bildung von Nomina agentis) oder verdeutliches *mačýlnik ‚Stelle, wo (Flachs) eingeweicht wird‘ (wruss. -nik zur Bildung von Nomina loci) durch Suffixersatz mit lit. ninkas lithuanisiert wurde.115
2.3. Flussnamen
Für die FlN gilt im Prinzip dieselbe Einteilung wie für die SeeN, die Darstellung erfolgt analog zu diesen, die Numerierung der Unterabschnitte läuft weitestgehend parallel.
2.3.1. Derivierte Flussnamen
Wie bei den SeeN werden bei den derivierten FlN Konversionen (also ‚Null‘-Ableitungen), Endungsableitungen und Suffixableitungen unterschieden.
2.3.1.1. Konversionen
Zu den Typen von Konversionen s. o. 2.2.1.1.
113 Vgl. Skardžius 1973: 39, 43, 47; Vanagas 1970: 93, 155; Vanagas 1981a: 406.
114 Vgl. LitEW 310, 1191; nicht in Vanagas 1970; nicht in Vanagas 1981a; ALEW 538f., 1180.
115 Vgl. Vanagas 1970: 169 (Mūčelninkas Ve); Vanagas 1981a: 200, 220; Vanagas 1981b: 117.
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Acta Linguistica Lithuanica LXX
Morphologische und semantische Analyse der Gewässernamen des westlichen Südostens (Teil 2)
2.3.1.1.1. ‚Einfache‘ Konversionen
Brādas m. (4) Ka (35210): aus lit. brādas (4) m. ‚große Pfütze, feuchter Weg, nasse Stelle‘.116 Nichtoffizieller Name für Bradelis m. (2) Ka (35210; s. u. 2.3.1.3.7.1.2).
Brastā f. (4) Ka (35214): Der FIN Brastā beruht auf dem Appellativum lit. brastā (4) ‚Furt, feuchter, sumpfiger Weg, feuchte Wiese‘.117 Die Bezeichnung beruht somit entweder auf einem Flurnamen oder ist nach einer charakteristischen Furt o. ä. benannt. Das Appellativum ist eine Bildung zum Verb lit. bìsti, bràsti, ‚waten‘,118 geht also auf uralt. *brad- + *-tō- zurück,119 ursprüngliche Bedeutung dürfte mithin ‚Waten, durchwatbare Stelle (in einem Gewässer)‘ o. ä. gewesen sein.120
Salotē f. (2) Ka (37853): aus lit. salotē f. (2) ‚kleine Insel im Sumpf, seichte Stelle im Fluss‘.121
Ūpē f. (2) Lz (12543), Si (35062): zu lit. ùpē f. ‚Fluss‘.122 Im Falle von Si (35062) ist der Name eine nicht offizielle Benennung der Bambē (s. u. 2.3.1.3.11.).
2.3.1.1.2. ‚Doppelte‘ Konversionen
Kreivāji f. (?) Si (13328): pronominalisierte Form zu lit. kreivas ‚schief, krumm, gebogen‘.123
Nēmunas m. (3ᵇ) Al, Ka, Lp, No (37080): nach verbreiteter Ansicht beruht der FIN Nēmunas auf einem Adj. uralt. *nemu- ‚gebogen‘. Dieses wiederum gilt als eine Ableitung mit dem Suffix uralt. *-na- (< urg. *-nō-) von dem u-stämmigen Substantiv uralt. *nemu- ‚Biegung‘ zur Wurzel urg. *nem- ‚(sich) biegen‘. Diese Wurzel wird nun gewöhnlich mit der Bedeutung ‚sich neigen‘ angesetzt, was diese Etymologie etwas
116 Vgl. LitEW 58; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 21; Vanagas 1970: 34, 99, 108, 136, 216; Vanagas 1981a: 69; ALEW 128; LVŽ 1: 542f.
117 Vgl. LKŽ 1: 1005; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 21; Vanagas 1970: 34; Vanagas 1981a: 69; LVŽ 1: 547ff.
118 Vgl. LitEW 58; SEJL 68f., 73f.; ALEW 128, 135f.; LIV² 91.
119 Vgl. Skardžius 1943/1996: 325.
120 Vgl. auch den FIN Brastā f. (4) Lz (35219, 124685) in Bichlmeier 2019a: § 2.2.1.1.1.
121 Vgl. LitEW 758; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 141; Vanagas 1970: 144, 190; nicht in Vanagas 1981a; Vanagas 1981b: 61; ALEW 887f.
122 Vgl. LitEW 1169; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 178; Vanagas 1970: 38, 87; Vanagas 1981a: 354f.; ALEW 1155f.
123 Vgl. LitEW 292; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 78; Vanagas 1970: 51; Vanagas 1981a: 164; Vanagas 1981b: 57; ALEW 522.
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weniger glatt erscheinen lässt. Sie bleibt aber wohl weiterhin möglich. Im Lituaischen sind daneben noch davon vielleicht nicht zu trennende Etyma wie lit. dial. nėmógė f., ‚Heidelbeere‘ und nemūnė f., ‚in sumpfigen Gegenden wachsender Pilz‘ bezeugt. Die in der Literatur angestellten Überlegungen, um die Pflanzenbezeichnungen und den FIN unter einer Etymologie zusammenfassen zu können, sind recht gezwungen und gehen ungefähr so:
‚Biegung‘ → ‚Biegung habend‘ = ‚neben seiend‘ → ‚höhere/tiefere Stellen habend‘ →
a) ‚höhere Stellen habend‘ → ‚trocken seiend‘ → ‚trockenen Boden habend‘ → ‚Wald‘ → ‚Kiefernwald‘ (nėm-uoɡė, ‚Wald-Beere‘ > ‚Heidelbeere‘);
b) ‚tiefere Stellen habend‘ → ‚feucht seiend‘ → ‚Sumpf‘ (nemùnė, ‚Sumpfpilz‘).
Dabei wird auch lat. nemus n. ‚(heiliger) Hain (‚wo den Göttern ihre Opfer zugeteilt werden)‘ in die Diskussion mit eingebracht. Dieses ist aber kein u-Stamm, sondern ein s-Stamm (Gen. nemoris); neben dem im Baltischen fortgesetzten uridg. *nem-u- steht also im Lateinischen (und Indoiranischen etc.) fortgesetztes uridg. *nem-e/os-124. Ob dieses Wort mit ai. námas- n. ‚Verehrung‘, av. namah- n., dass. identisch ist, hängt letztlich davon ab, ob für das Urindogermanische zwei Wurzeln *nem-1 ‚zuteilen‘ und *nem-2 ‚sich beugen‘ (so LIV2 453f.) anzusetzen sind oder nur eine Wurzel uridg. *nem- ‚tribute‘ (so EDIL 405). In letzterem Fall kann es freilich notwendig sein, eine neue Herleitung für Nėmunas zu entwerfen, da dann eine Etymologie ‚der Gebogene, der mit Windungen‘ kaum mehr statthaft ist. Möglicherweise muss man dann auch hier gleich eine Entwicklung vergleichbar der im Lateinischen annehmen, wo aus ‚Ort, wo (den Göttern) zugeteilt wird‘ ein Wort für ‚Wald‘ entsteht. Falls das stimmt, könnte uralt *nem-na- auch ‚der mit Wald versehene‘ bedeutet haben, worauf dann eben auch lit. dial. nemógė und nemùnė deuten würden. Eine eindeutige Entscheidung ist vorläufig nicht möglich.
Rūdė f. (2) Al, Kr (37767), Si (3770), Si (13368): zu lit. rūdas, ‚dunkelgelb, fuchsrot, braunrot‘.125
124 Vgl. LitEW 492f.; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 109; Vanagas 1970: 28, 29, 180, 202; Vanagas 1981a: 227; Vanagas 1981b: 106, 131; PKEŽ 3: 174–178; LIV2 453f.; PKEŽ 630–633.
125 Vgl. LitEW 745; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 137; Vanagas 1970: 62, 98, 112, 146, 154, 177; Vanagas 1981a: 281f.; Vanagas 1981b: 99; ALEW 875f.
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Acta Linguistica Lithuanica LXX
Morphologische und semantische Analyse der Gewässernamen des westlichen Südostäïens (Teil 2)
2.3.1.1.3. Pseudokonversionen sind im Untersuchungsgebiet bei FINN nicht belegt.
2.3.1.1.4. ‚Onymische‘ Konversionen
Igar f. (4) Ka (5925): zum PN Įgaris m.126
2.3.1.2. ‚Endungsableitungen‘
2.3.1.2.1. Deappellivische ‚Endungsableitungen‘
Glūosnė f. Si (35785): aus lit. glūosnis m. ‚Weide (Salix)‘.127
Marā f. (4) Ka (36857): wohl eher Endungsableitung zu lit. mãrės, mãrios f. Pl. ‚Haff, Meer‘ als volkstümliche Bildung.128 Das Gewässer hat auch den nichtoffiziellen Namen Marikā f. (2) (s. u. 2.3.1.3.44.).
Niedā f. (4) Ka (3714): möglicherweise archaische Bildung auf der Grundlage der Wz. uridg. *neid- ‚fließen‘; vgl. ai. nēdati ‚strömt über, fließt‘.129 Anzusetzen ist vielleicht eine Vorform uralt. *neid-ō-/*naid-ō-.
Zapsā f. (2) Ka, Ku (39300): wohl Jatwingismus und vielleicht mit lit. zapsėti ‚tröpfeln‘ zu verbinden.130 Andere Namenform von Zāpsē (s. u.).
Zāpsē f. (2) Ka, Ku (39300): wohl Jatwingismus und vielleicht mit lit. zapsėti ‚tröpfeln‘ zu verbinden.131 Andere Namenform von Zapsā (s. o.).
2.3.1.2.2. Deonymische ‚Endungsableitungen‘
Nemajūnė f. (?) Lz, Šv (3717): wohl zum ON Nemajūnai m. Pl.132 Künstliche standardsprachliche Form für Nemajūnka (s. u. 2.3.1.3.29.).
126 Vgl. Savuknas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 55; Vanagas 1970: 94; Vanagas 1981a: 128; Vanagas 1981b: 32; nicht in Zinkevičius 2008.
127 Vgl. LitW 158; Savuknas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 50; Vanagas 1970: 63; Vanagas 1981a: 118; Vanagas 1981b: 91; ALEW 346; LVŽ 3: 228.
128 Vgl. LitW 403f.; Savuknas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 98; Vanagas 1970: 192; Vanagas 1981a: 204; Vanagas 1981b: 70; ALEW 617.
129 Vgl. Savuknas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 110; Vanagas 1970: 199; Vanagas 1981a: 230; Vanagas 1981b: 86; EWAia 2: 55; LIV² 449.
130 Vgl. eLKŽ s.v. zapsėti; Savuknas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 201; Savuknas 1966b: 170; nicht in Vanagas 1970; vgl. Vanagas 1981a: 392f.; Vanagas 1981b: 73.
131 Vgl. eLKŽ s.v. zapsėti; Savuknas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 201; Savuknas 1966b: 170; nicht in Vanagas 1970; vgl. Vanagas 1981a: 392f.; Vanagas 1981b: 73, 135.
132 Vgl. Savuknas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 108; nicht in Vanagas 1970; Vanagas 1981a: 226.
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HARALD BICHMEIER
2.3.1.2.3. Zirkumfigierungen
Neviedis m. (1) Ka (40259): Traditionell wird der Name zu lit. atsivedėti, išsivedėti ‚aufglänzen‘, also letztlich wohl ‚der nicht aufbildende, der nicht glänzende‘.133
2.3.1.2.4. Deradikale Bildungen sind im Untersuchungsgebiet bei FINN nicht belegt.
2.3.1.3. Suffixableitungen
2.3.1.3.1. Ableitungen mit dem Suffix lit. -aitē
Das Suffix lit. -aitē leitet Zugehörigkeitsbildungen, darunter auch Patronyme von (Ruf-)Namen ab. Ableitungen von Adjektiven modifizieren das Adjektiv.134 Solche Ableitungen sind bei FINN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.3.1.3.2. Ableitungen mit dem Suffix lit. -aitis sind im Untersuchungsgebiet bei FINN nicht bezeugt.
2.3.1.3.3. Ableitungen mit dem Suffix lit. -alis sind im Untersuchungsgebiet bei FINN nicht bezeugt.
2.3.1.3.4. Ableitungen mit dem Suffix lit. -avas sind im Untersuchungsgebiet bei FINN nicht bezeugt.
2.3.1.3.5. Ableitungen mit dem Suffix lit. -ėkė
Das Suffix lit. -ėkė leitet Substantive ab.135
Perskė f. (1) Al, Kr, Mrs, Si (37409): wohl zu lit. pra-pėš f., ‚nicht zugefrorene Stelle in einem sonst zugefrorenen Fluß‘, pró-pėš f., ‚dass‘.136
2.3.1.3.6. Ableitungen mit dem Suffix lit. -elė
Das Suffix lit. -elė leitet Diminutiva und Zugehörigkeitsbildungen ab.137
133 Vgl. eLḰŽ s.v. atsivedėti, išsivedėti; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 110; Vanagas 1970: 218; Vanagas 1981a: 230; Vanagas 1981b: 111.
134 Vgl. Skardžius 1943/1996: 358–360; Vanagas 1970: 75f.; Vanagas 1981b: 96.
135 Vgl. Skardžius 1943/1996: 127; Vanagas 1970: 112.
136 Vgl. LitEW 578; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 123; Vanagas 1970: 99, 112, 121, 132, 187; nicht in Vanagas 1981a; Vanagas 1981b: 70.
137 Vgl. Skardžius 1943/1996: 175–177; Vanagas 1970: 113–124; Vanagas 1981b: 96.
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Acta Linguistica Lithuanica LXX
Morphologische und semantische Analyse
der Gewässernamen des westlichen Südostens (Teil 2)
2.3.1.3.6.1. Desubstantivische Bildungen sind bei FINN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.3.1.3.6.2. Deverbale Bildungen bzw. Bildungen von einer Wurzel sind bei FINN im Untersuchungsgebiet nicht belegt.
2.3.1.3.6.3. Deadjektivische Bildungen sind bei FINN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.3.1.3.6.4. Deonymische Bildungen
Spernė f. (2) Si (38103): Ableitung vom FIN Spernė f. (4) Si (38103; s. u. 2.3.1.3.45.), zu dem der Name eine nichtoffizielle Variante darstellt.138
2.3.1.3.7. Ableitungen mit dem Suffix lit. -ėlis
Das Suffix lit. -ėlis leitet Diminutiva und Zugehörigkeitsbildungen ab.139
2.3.1.3.7.1. Deappellativische Bildungen
2.3.1.3.7.1.1. Deadjektivische Bildungen
Solche Bildungen sind bei FINN im Untersuchungsgebiet nicht belegt.
2.3.1.3.7.1.2. Desubstantivische Bildungen
Bradėlis m. (2) Ka (35210): aus lit. brādas (4) m. ‚große Pfütze, feuchter Weg, nasse Stelle‘.140 Daneben hat das Fließgewässer den nichtoffiziellen Namen Brādas m. (4) Ka (35210; s. o. 2.3.1.1.1.).
2.3.1.3.7.1.3. Deverbale Bildungen bzw. Bildungen von einer Wurzel sind bei FINN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.3.1.3.7.2. Deonymische Ableitungen sind im Untersuchungsgebiet bei FINN nicht belegt.
2.3.1.3.8. Ableitungen mit dem Suffix lit. -ėlys sind im Untersuchungsgebiet bei FINN nicht belegt.
138 Vgl. Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 153; Vanagas 1970: 117; Vanagas 1981a: 311; Vanagas 1981b: 71.
139 Vgl. Skardžius 1943/1996: 175–178; Vanagas 1970: 113–124; Vanagas 1981b: 96.
140 Vgl. LitW 58; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 21; Vanagas 1970: 108, 136; Vanagas 1981a: 69; ALEW 128.
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HARALD BICHMEIER
2.3.1.3.9. Ableitungen mit dem Suffix lit. -ėlė
Das Suffix lit. -ėlė leitet Diminutiva und Zugehörigkeitsbildungen ab.141 Solche Ableitungen sind bei FINN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.3.1.3.10. Ableitungen mit dem Suffix lit. -ėlis
Das Suffix lit. -ėlis leitet Diminutiva und Zugehörigkeitsbildungen ab.142 Solche Ableitungen sind bei FINN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.3.1.3.11. Ableitungen mit dem Suffix -ėna
Bambėna f. (³ᵇ) Si (3502): Der Name ist abgeleitet von lit. bambì, heranwachsen, dick werden; bambà f. ‚Kugel, Ball, Schlägel‘ oder bambėti ‚murren, brummen‘.143 Neben dieser offiziellen Benennung hat der Fluss noch den nichtoffiziellen Namen Ūpė f. (2) Si (3502; s. o. 2.3.1.1.1.).
2.3.1.3.12. Ableitungen mit dem Suffix -ėnis
Solche Bildungen sind im Untersuchungsgebiet bei FINN nicht bezeugt.
2.3.1.3.13. Ableitungen mit dem Suffix -ėsė
Atešė f. (³ᵇ) Si (34967): Der FIN lit. Atešė kann auf eine Vorform uralt. *at-es-i̯ā- zurückgeführt werden. Der Name steht nach verbreiteter Ansicht in weiteren europäischen Zusammenhängen und wird gewöhnlich (mehr noch als für Atešė gilt dies aber für den SeeN Atešys! [s. o. 2.2.1.2.2.]) mit dem antiken Namen der Etsch zusammengestellt bzw. mit deren antik überlieferter Form At(h)esis gleichgesetzt.144 – Weiter angeschlossen wird gewöhnlich thrak. (*)at(u)-, ‚Wasserung‘,145 wobei es sich bei der Beleglage des Thrakischen hierbei um kaum mehr als eine Vermutung hinsichtlich der Bedeutung des thrakischen Worts handeln dürfte. – Die GewN können zur Wurzel uridg. *h₂et(h₂)-, ‚gehen, wandern‘146 gestellt werden. Eine Verbindung mit der theoretisch ebenfalls in Frage kommenden, aber nur im Anatolischen fortgesetzten Wurzel uridg.
141 Vgl. Skardžius 1943/1996: 180f.; Vanagas 1970: 124–130; Vanagas 1981b: 47.
142 Vgl. Skardžius 1943/1996: 180; Vanagas 1970: 124–130.
143 Vgl. LitEW 33f.; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 14; Vanagas 1970: 131, 219; Vanagas 1981a: 57f.; Vanagas 1981b: 54.
144 Vgl. Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 9; Vanagas 1970: 137, 205; Schmid 1971: 4f. mit Anm. 20; Schmid 1972: 7; Vanagas 1981a: 50; Vanagas 1981b: 74; Küh ebacher 1995: 65f.; Pukis 2002: 29; LVŽ 1: 201, 204.
145 Vgl. Duridanov 1969: 90.
146 Vgl. LIV² 273; IEW 69.
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Acta Linguistica Lithuanica LXX
Morphologische und semantische Analyse der Gewässernamen des westlichen Südaukštaiten (Teil 2)
*h₂et- ‚ein Loch machen‘147 ist auch aus semantischen Erwägungen zunächst unwahrscheinlich(er). Es handelt sich dann bei den GewNN um Weiterbildungen vom s-Stamm uridg. *h₂et(h₂)-es- ‚Gehen, Wandern, Wanderung‘. Zusammen mit thrak. (*)at(u)- und lat. annus ‚Jahr‘ < uridg. *h₂et(h₂)-no- wird hier der Teil einer Gruppe von Derivaten mit dem Caland-Wackernagelschen Suffixsystem sichtbar.148 – Auszuschließen ist die in älterer Literatur (Schmid 1971: 41, Anm. 20, Schmid 1972: 7 und im Gefolge davon Vanagas 1981a: 50 und LVŽ 1: 201 [in beiden Fällen mit Übernahme des Tippfehlers „av. aḍu-“, ‚Bach‘ aus Schmid 1971 für korrektes jav. aḍu- ‚Bach, Kanal‘ [zur Etymologie von Letzterem vgl. Bichlmeier 2014b]) angesetzte Verbindung mit jav. aḍu- ‚Bach, Kanal‘ ? (und nicht erwähntem apers. adu-), da es den für eine solche Verknüpfung notwendigen und auch in Anschlag gebrachten „d/t-Wechsel“ nie gegeben haben dürfte. – Es erscheint eine innerlitauische Bildung dieses Namens durchaus wahrscheinlich: Neben dem FIN Atesė < ur-balt. *at-es-i̯ā- gibt es auch den SeeN Atesỹs (s. o. 2.2.1.2.2.), wobei der SeeN wohl eine innerlitauische ‚Endungsableitung‘ vom FIN darstellt, da aufgrund der o.a. Etymologie wohl nur die Bildung eines Flussnamens primär gewesen sein kann. Einen See würde man wohl kaum als den ‚Wandernden, Fließenden‘ bezeichnen, es sei denn, er besäße tatsächlich eine auffällige Strömung (zwischen Zu- und Abfluss). – In Litauen finden sich offenbar keine anderen GewNN mit dem Suffix -esė, nur wenige zeigen das Suffix -esys. Letztere weisen keinerlei außerlitauische bzw. außerbaltische Bezüge auf und sind aufgrund der zugrundeliegenden Ableitungsgrundlagen klar innerbaltische Bildungen, wie etwa lit. Eglesỹs (zu lit. ẽglė ‚Fichte‘), Žalesỹs (zu lit. žalias ‚grün‘) etc.149 – Litauische GewNN mit dem suffixalen Element -es- sind v. a. in Ostlitauen verbreitet.150 – Die ebenfalls erwogene Herleitung des SeeNs von lit. atis ‚Scholle, Steinbutt; Rhombus maximus‘ (als Variante von ōtas m. ‚dass.‘)151 scheitert an der fehlenden dialektalen Verbreitung des Fischnamens ebenso wie noch mehr daran, dass der Steinbutt ein Meerfisch ist. – Oder sollte die Form des Fisches ausschlaggebend gewesen sein?
147 Vgl. LIV2 274.
148 Vgl. dazu Bichlmeier 2014a mit weiterer Literatur.
149 Vgl. Vanagas 1970: 137f.; Vanagas 1981a: 99, 397; Vanagas 1981b: 91.
150 Vgl. Skardžius 1943/1996: 311–313; Vanagas 1970: 136–138.
151 Vgl. LitEW 21, 518.
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2.3.1.3.14. Ableitungen mit dem Suffix -ica sind bei FlNN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.3.1.3.15. Ableitungen mit dem Suffix lit. -yčia
Das Suffix lit. -yčia leitet in der Regel Konkreta ab.152 Die Bildungen können selten auch deonymisch sein.
2.3.1.3.15.1 Deappellativische Bildungen
Kiaŭlyčia f. (1) und Kiaulyčià (3ᵇ) Si, Še (36305): zu lit. kiaulė f. ‚Schwein‘.153 Ylyčia f. (4) Si (39287): zu nicht bezeugtem lit. *ýlas, das genau lett. īls ‚dunkel, schwarz, schwärzlich‘ entspricht, bzw. zu vom lett. Wort vorausgesetztem urbalt. *īla-154. Vgl. auch o. 2.2.1.3.7.1.1. den SeeN Ylėlis m. (2) Si (42694).
2.3.1.3.15.2 Deonymische Bildungen
Atešyčia f. (1) Si (34967): Ableitung vom FlN Atešė f. (3ᵇ) Si (34967) und zugleich anderer Name für diesen.155
Gluosnyčià f. (4) Si (35785): Ableitung vom FlN Glúosnė f. (1) Si (35785) und zugleich anderer Name für diesen.156
Simnyčià f. (2) Si (37951): Ableitung vom SeeN Sìmno ežeras m. Si (42693) bzw. dem diesem wohl letztlich zugrunde liegenden ursprünglichen SeeN *Sìmnas (s. o. 2.2.3.2.1.).157
2.3.1.3.16. Ableitungen mit dem Suffix lit. -(i)ekas sind bei FlNN im Untersuchungsgebiet nicht belegt.
2.3.1.3.17. Ableitungen mit dem Suffix lit. -ietis sind im Untersuchungsgebiet bei FlNN nicht bezeugt.
152 Vgl. Skardžius 1943/1996: 357; Vanagas 1970: 141f.
153 Vgl. LitEW 249; Savukynas/Vanagas/Vitkaukas/Vosylyvtė/Ermanytė 1963: 73; Vanagas 1970: 131, 142; Vanagas 1981a: 155; Vanagas 1981b: 79; ALEW 485.
154 Vgl. Savukynas/Vanagas/Vitkaukas/Vosylyvtė/Ermanytė 1963: 57; Vanagas 1970: 114, 117; Vanagas 1981a: 129; Vanagas 1981b: 68; LEV 341.
155 Vgl. Savukynas/Vanagas/Vitkaukas/Vosylyvtė/Ermanytė 1963: 9; Vanagas 1970: 141; nicht in Vanagas 1981a; Vanagas 1981b: 96; LVŽ 1: 204.
156 Vgl. Savukynas/Vanagas/Vitkaukas/Vosylyvtė/Ermanytė 1963: 50; Vanagas 1970: 142; Vanagas 1981a: 119; LVŽ 3: 228.
157 Vgl. Savukynas/Vanagas/Vitkaukas/Vosylyvtė/Ermanytė 1963: 146; Vanagas 1970: 141; Vanagas 1981a: 299.
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Acta Linguistica Lithuanica LXXX
Morphologische und semantische Analyse der Gewässernamen des westlichen Südaukštaiten (Teil 2)
2.3.1.3.18. Ableitungen mit dem Suffix -ija sind bei FlNN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.3.1.3.19. Ableitungen mit dem Suffix lit. -ijis sind im Untersuchungsgebiet bei FlNN nicht bezeugt.
2.3.1.3.20. Ableitungen mit dem Suffix lit. -ylis sind im Untersuchungsgebiet bei FlNN nicht bezeugt.
2.3.1.3.21. Ableitungen mit dem Suffix lit. -yna sind im Untersuchungsgebiet bei FlNN nicht bezeugt.
2.3.1.3.22. Ableitungen mit dem Suffix lit. -ýnas
Ableitungen mit dem Suffix -ýnas sind denominal und bringen in der Regel zum Ausdruck, dass das von dem als Ableitungsbasis dienenden Wort Bezeichnete in größerer Menge vorhanden ist.158 Solche Ableitungen sind bei FlNN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.3.1.3.23. Ableitungen mit dem Suffix lit. -inė
Das Suffix -inė bildet gewöhnlich desubstantivische Ableitungen, meist Stoffadjektive und Zugehörigkeitsbildungen, substantivische Bildungen sind oft Ortsangaben.159 Zu -inė gehört als maskuline Form -inis (s. u. 2.3.1.3.24.).
Dóvinė f. (1) Šv (35433): ein innerlitauischer oder innerbaltischer Anschluss erscheint nicht möglich; es könnte eine sehr archaische Bildung bzw. eine sekundäre Ableitung zu einer sehr archaischen Bildung vorliegen. Der Name wird gewöhnlich zu einer Wurzel uridg. *dʰeu- ‚laufen eilen‘, ai. dhavati, jünger durchweg dhāvati ‚eilt, läuft, strömt‘, gr. θοός ‚Fluss(lauf)‘ gestellt.160 Allerdings bleibt dabei der Vokalismus problematisch: Lit. Dóvinė setzt urbalt *dāu- voraus, das nicht direkt ausgehend von uridg. *dʰeu- (→uridg. *dʰōu- > urbalt. *dōu- > lit. **duov-) entstanden sein kann. Zusatzannahmen sind hier nötig (ggf. urbalt. *ō > ā im Nebenton?). Eine Bildung zu der sekundär zu lit. duóti ‚geben‘ entstandenen Form dóvana f. ‚Geschenk, Gabe‘161 scheidet aus semantischen Gründen
158 Vgl. Skardžius 1943/1996: 266–268; Vanagas 1970: 166f.; Vanagas 1981b: 96.
159 Vgl. Skardžius 1943/1996: 263–266; Vanagas 1970: 156–164; Vanagas 1981b: 47, 96.
160 Vgl. Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 31; Vanagas 1970: 162; Vanagas 1981a: 89; Vanagas 1981b: 84; LIV2 147f.; EWAia 1: 789f.; GEW 1: 668f.; EDG 544f.
161 Vgl. LitEW 112; ALEW 218f.
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aus. – Da bereits bei der traditionellen Herleitung damit gerechnet wurde, dass der Name nicht mit baltischem Material zu verbinden ist, seien hier zwei weitere Vorschläge unterbreitet, die ebenfalls unabhängig von baltischem Material argumentieren, dafür aber lautlich unproblematisch sind: Vorliegen könnte 1) eine Ableitung von der Wurzel uridg. *deh₂(i)- ‚teilen‘: uridg./vorurbalt. *déḱ₂-u̯o- ‚geteilt, mit Teilung versehen, Teilung‘, vielleicht auch > uridg./vorurbalt. *deh₂-u̯ó- ‚teilend, Teiler‘ (> urbalt. *dā́ua- > lit. *dóva-), womit der Fluss vielleicht in seiner Funktion als eine Art Grenze bezeichnet wurde; oder (deutlich weniger wahrscheinlich) 2) eine Ableitung von der Wurzel uridg. *deh₂u- ‚in Brand geraten‘: uridg./vorurbalt. *deh₂u-o- ‚brennend‘ (> urbalt. *dā́ua- > lit. *dóva-) entweder metonymisch in der Bedeutung ‚glänzend‘ oder als Übertragung eines Flurnamens auf eine Fließgewässer oder man fasst Dóvinė als deonymische als Ableitung von einem Flurnamen lit. *dova- auf. Hingewiesen sei hier auch noch auf lit. dōvyti ‚plagen, quälen, belästigen‘, lit. dōvytis ‚ausgelassen sein, herumtollen, sich balgen‘, wobei es sich wahrscheinlich um ein slaw. Lehnwort handelt (vgl. russ. davit’ ‚drücken, drängen, pressen, zerquetschen, würgen‘), aber eine Herkunft aus uridg./vorurbalt. *deh₂u- wohl trotz des ‚falschen‘ Akzents nicht völlig ausgeschlossen werden kann’.162
Lydėkinė f. (1) No, Se (36796): zu lit. lydeka f. ‚Hecht (Esox lucius)‘.163
Siūklinĕ f. (2) Si (131533): zu lit. siūklis, siūklỹs ‚Schachtelhalm (Equisetum)‘.164
2.3.1.3.24. Ableitungen mit dem Suffix lit. -inis
Das Suffix -inis bildet gewöhnlich desubstantivische Ableitungen, meist Stoffadjektive und Zugehörigkeitsbildungen.165 Zu -inis gehört als feminine Form -inė (s. o. 2.3.1.3.23.). Ableitungen mit diesem Suffix sind bei FINN im Untersuchungsgebiet nicht belegt.
2.3.1.3.25. Ableitungen mit dem Suffix -(i)nyčia
Das Suffix lit. -(i)nyčia ist entweder aus poln. nica bzw. wruss. -nyca entlehnt oder es ist ererbt und setzt dann urbalt. *-in̄t́ia/ā- fort. Es bildet meist
162 Vgl. LitEW 100.
163 Vgl. LitEW 364; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 91; Vanagas 1970: 158; Vanagas 1981a: 188; Vanagas 1981b: 80; ALEW 577.
164 Vgl. eLKŽ s.v. siūklis; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 146; Vanagas 1970: 157; Vanagas 1981a: 299.
165 Vgl. Skardžius 1943/1996: 245ff.; Vanagas 1970: 156–164.
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Morphologische und semantische Analyse der Gewässernamen des westlichen Süda ukštaiten (Teil 2)
Örtlichkeitsbezeichnungen bzw. Kollektiva.166 Solche Ableitungen sind bei FINN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.3.1.3.26. Ableitungen mit dem Suffix lit. -iškė sind bei FINN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.3.1.3.27. Ableitungen mit dem Suffix -iškis sind im Untersuchungsgebiet bei FINN nicht bezeugt.
2.3.1.3.28. Ableitungen mit dem Suffix lit. -ytė
Das Suffix lit. -ytė bildet Diminutiva und Patronyme.167 Solche Ableitungen sind bei FINN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.3.1.3.29. Ableitungen mit dem Suffix lit. -ka
Das Suffix lit. -ka ist bildet Konkreta und Nomina agentis und ist im modernen Litauischen weitgehend unproduktiv.168
Nemajūnka f. (1) Lz, Šv (37117): wohl zum ON Nemajūnai m. Pl.169 Daneben existiert die künstliche standardsprachliche Form Nemajūnė (s. o. 2.3.1.2.2.).
Spernénka f. (1) Si (38103): Ableitung vom FIN Spernià f. (4) Si (38103; s. u. 2.3.1.3.45.), zu dem der Name eine nichtoffizielle Variante darstellt.170 Möglicherweise erfolgte die Ableitung über eine nicht belegte Zwischenstufe *Spernenė/is.
2.3.1.3.30. Ableitungen mit dem Suffix lit. -lys
Das Suffix lit. -lys bildet in erster Linie Nomina agentis.171 Solche Ableitungen sind bei FINN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.3.1.3.31. Ableitungen mit dem Suffix -ntas
166 Vgl. Skardžius 1943/1996: 357f.; Vanagas 1970: 142f.; Vanagas 1981b: 96.
167 Vgl. Skardžius 1943/1996: 355f.; Vanagas 1970: 179f.; Vanagas 1981b: 96.
168 Vgl. Skardžius 1943/1996: 121–123; Vanagas 1970: 180–182; Vanagas 1981b: 47f.
169 Nicht in Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylvytė/Ermanytė 1963; vgl. Vanagas 1970: 181; Vanagas 1981a: 226; Vanagas 1981b: 47.
170 Nicht in Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylvytė/Ermanytė 1963; nicht in Vanagas 1970; nicht in Vanagas 1981a.
171 Vgl. Skardžius 1943/1996: 166–168; Vanagas 1970: 182f.
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2.3.1.3.31.1. Ableitungen mit dem Suffix -antas
Das Suffix bildet wenige substantivische Ableitungen, häufiger liegen ony-mische als appellativische Bildungen vor.172 Für das Untersuchungsgebiet sind solche F1NN nicht bezeugt, sonst begegnen sie in Litauen durchaus (ebenso wie Bergnamen, SeeNN).
2.3.1.3.31.2. Ableitungen mit dem Suffix lit. -entas
Das Suffix bildet wenige substantivische Ableitungen, häufiger liegen ony-mische als appellativische Bildungen vor.173 Solche Ableitungen sind bei F1NN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.3.1.3.32. Ableitungen mit dem Suffix -oris sind im Untersuchungsgebiet bei F1NN nicht belegt.
2.3.1.3.33. Ableitungen mit dem Suffix -orius sind im Untersuchungsgebiet bei F1NN nicht belegt.
2.3.1.3.34. Ableitungen mit dem Suffix -otis sind im Untersuchungsgebiet bei F1NN nicht belegt.
2.3.1.3.35. Ableitungen mit dem Suffix lit. -tė
Das Suffix lit. -tė leitet meist Konkreta, seltener Abstrakta ab.174 Solche Ableitungen sind bei F1NN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.3.1.3.36. Ableitungen mit dem Suffix -uišis sind im Untersuchungsgebiet bei F1NN nicht belegt.
2.3.1.3.37. Ableitungen mit dem Suffix -uitis sind im Untersuchungsgebiet bei F1NN nicht belegt.
2.3.1.3.38. Ableitungen mit dem Suffix -ukas sind im Untersuchungsgebiet bei F1NN nicht belegt.
2.3.1.3.39. Ableitungen mit dem Suffix -ulis sind im Untersuchungsgebiet bei F1NN nicht belegt.
172 Vgl. Skardžius 1943/1996: 374; Vanagas 1970: 93.
173 Vgl. Skardžius 1943/1996: 374f.; Vanagas 1970: 135.
174 Vgl. Skardžius 1943/1996: 38f.; nicht in Vanagas 1970.
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Morphologische und semantische Analyse der Gewässernamen des westlichen Südaukštaiten (Teil 2)
2.3.1.3.40. Ableitungen mit dem Suffix -uonis sind im Untersuchungsgebiet bei FINN nicht belegt.
2.3.1.3.41. Ableitungen mit dem Suffix lit. -utas
Das Suffix lit. -utas leitet Diminutiva ab.175 Solche Ableitungen sind bei FINN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.3.1.3.42. Ableitungen mit dem Suffix lit. -utė
Das Suffix lit. -utė leitet Diminutiva ab.176 Solche Ableitungen sind bei FINN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.3.1.3.43. Ableitungen mit dem Suffix -utis sind im Untersuchungsgebiet bei FINN nicht belegt.
2.3.1.3.44. Ableitungen mit dem slawischen Suffix -ika
Marikà f. (2) Ka (36857): deonymische (und slawisierende) Ableitung vom GewNN lit. Marà177 (s.o. 2.3.1.2.1.).
2.3.1.3.45. Nicht klar kategorisierbare suffixale Ableitungen
Zwei FINN lassen keine eindeutige Kategorisierung in die o. g. Gruppen zu, weshalb sie gesondert aufgeführt werden.
Alnà f. (4) Ku, Ve (34884): Andernorts gibt es noch die GewNN lit. Aļņas, Aļņe178. – Es existieren zwei grundsätzlich verschiedene etymologische Vorschläge: Der erste verbindet die GewNN mit der Tierbezeichnung lit. élñias, álnis ‚Hirsch‘,179 was aber angesichts des Akzents ein eher fragwürdiger Vorschlag bleiben muss; die andere rechnet mit einer Bildung von einer ‚Gewässerwurzel‘ lit. *al- bzw. uridg. (in veralteter Schreibung) *el-/*ol- ‚fließen‘.180 Eine Wurzel mit dieser Bedeutung kann freilich für das Urindogermanische nicht angesetzt werden, da es schlicht keinen einzigen Fortsetzer einer Wurzel der Struktur (in heute üblicher Schreibung) uridg. *Hel(H)- in einer indogermanischen Einzelsprache
175 Vgl. Skardžius 1943/1996: 361–363; Vanagas 1970: 209.
176 Vgl. Skardžius 1943/1996: 364; Vanagas 1970: 209f.
177 Nicht in Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963; nicht in Vanagas 1970; nicht in Vanagas 1981a.
178 Vgl. Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 5; Savukynas 1966b: 167f.; Vanagas 1981a: 40; Vanagas 1981b: 84; Pupkis 2002: 18; LVŽ 1: 76.
179 Vgl. Gerullis 1922: 9; Jonikas 1950/51: 16; Otrębski 1959: 25; Savukynas 1960: 294; Vanagas 1970: 31 [zu Álnis], 62 [zu Álnė]; Vanagas 1981b: 77 [Álnis].
180 Vgl. Krahe 1964: 36; Savukynas 1966b: 168; Kuzavinis 1966; Skardžius 1973: 12f.
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che gibt, der diese Bedeutung notwendig erfordern würde. 181 In Frage kommen hingegen die Wurzeln uridg. *h2elh2– ‚ziellos gehen‘182 in der e– oder der o-Stufe und *h1elh2– ‚wohin treiben (trans.)‘183 in der o-Stufe. Im Falle des Ansatzes einer o-Stufe *h1/2olh2-no/eh2- ist der Schwund des mittleren Laryngals nach der de Saussureschen Regel und damit die Entstehung der zirkumflektierten Wurzelform in Alnà (4), Akk. Ālną lautgesetzlich. Welche der beiden Wurzeln dem GewN zugrunde liegt, kann nicht sicher entschieden werden, uridg. *h2elh2– ‚ziellos gehen‘ erscheint als Grundlage wahrscheinlicher, zumal Flüsse in flacheren Gebieten zur Ausbildung von Mäandern neigen. Letztlich können aber Ableitungen von den Wurzeln uridg. *h1el– ‚rotbraun‘ oder *Hel– ‚bitter‘ nicht definitiv ausgeschlossen bleiben.
Spernià f. (4) Si (38103) ist hinsichtlich seiner Bildung nicht eindeutig geklärt. Semantisch am überzeugendsten erscheint eine Erklärung als Ableitung von der auch apr. sparyus ‚Wiese, Weide‘ (auch im ON apr. Sparroth) zugrundeliegenden Wurzel. In diesem Falle läge wohl eine Jatwingismus vor. Nicht auszuschließen ist auch eine Verbindung mit lit. spérus, sperùs ‚schnell gehend, rasch fliegend, eilend, rasch‘. Nichtoffizielle Namenformen für den Fluss sind Spernėlė f. (2) Si (38103; s. o. 2.3.1.3.6.4.) und Spernénka f. (1) Si (38103; s. o. 2.3.1.3.29.), die zugleich auch Ableitungen vom FIN Spernià sind.184
2.3.2. Komponierte Flussnamen
Komponierte FlNN lassen sich hinsichtlich ihrer morphologischen Struktur in mehrere Typen unterteilen.
Am häufigsten sind dabei solche aus Substantiv + Substantiv mit zusätzlicher Stammklassenänderung. Diese lassen sich weiter unterteilen, in solche aus Appellativum + Appellativum und solche aus Onym + Appellativum.
2.3.2.1. Appellativum + Appellativum
2.3.2.1.1. Substantiv + Substantiv
181 Zu den inhaltlich abwegigen Einlassungen Udolphs (2011) vgl. Bichlmeier 2013.
182 Vgl. LIV2 264; IEW 27f.
183 Vgl. LIV2 235; IEW 306f.
184 Vgl. LitEW 865; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylyvtė/Ermanytė 1963: 153; nicht in Vanagas 1970; Vanagas 1981a: 311; Vanagas 1981b: 71, 135; PKEŽ 4: 142; PKEŽ2 873.
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Pečiagrinda185 f. (?) Šv (37415): Das Erstglied ist entweder der PN lit. Pěčis m. oder das slawische Lehnwort lit. pěčius m. ‚Ofen‘, das Hinterglied gehört zu lit. grindis f. ‚Pflaster, Estrich‘, grindà f. ‚Steinpflaster, Streu‘.186
2.3.2.1.2. Adjektiv + Substantiv
Senāupis m. (1) Si (133679): aus lit. sēnas ‚alt‘ und lit. ùpė f. ‚Fluss‘.187
2.3.2.1.3. Adjektiv + Adjektiv
Solche Bildungen sind bei FINN im Untersuchungsgebiet nicht belegt.
2.3.2.1.4. Verb + Substantiv
Zūrzaupe f. (1) Si (133303): entweder aus lit. zūr̄zti ‚summen, surren, brummen, knarren, wimmern‘ oder dem PN Zūrza und lit. ùpė f. ‚Fluss‘.188 Anderer Name für Zūrzaupis (s. u.).
Zūrzaupis m. (1) Si (133303): entweder aus lit. zūr̄zti ‚summen, surren, brummen, knarren, wimmern‘ oder dem PN Zūrza und lit. ùpė f. ‚Fluss‘.189Anderer Name für Zūrzaupė (s. o.).
Zūrzupė f. (1) Si, Te (39310): entweder aus lit. zūr̄zti ‚summen, surren, brummen, knarren, wimmern‘ oder dem PN Zūrza und lit. ùpė f. ‚Fluss‘.190
2.3.2.1.5. Onym + Appellativum
Solche Ableitungen sind bei FINN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.3.3. Zusammengefügte/syntagmatische Flussnamen
2.3.3.1. Kongruierende Namen aus Adjektiv + Substantiv
Baltōji Ánčia f. (1) Ka, Lp, Ve (35048): Der erste Teil des Namens ist die pronominalisierte Form des Adjektivs lit. báltas ‚weiß‘,191 der zweite Teil
185 Der Name ist in der Datenbank unakzentuiert.
186 Vgl. LitEW 170f.; nicht in Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylyvtė/Ermanytė 1963; nicht in Vanagas 1970; nicht in Vanagas 1981a; ALEW 367f.; Zinkevičius 2008: 416.
187 Vgl. LitEW 775, 1169; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylyvtė/Ermanytė 1963: 144; Vanagas 1970: 248, 252; Vanagas 1981a: 296 (s.v. Senūtė); Vanagas 1981b: 71; ALEW 901f., 1155f.
188 Vgl. LitEW 1169, 1280f.; nicht in Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylyvtė/Ermanytė 1963; Vanagas 1970: 240; Vanagas 1981a: 395; ALEW 1155f.; Zinkevičius 2008: 582.
189 Vgl. LitEW 1169, 1280f.; nicht in Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylyvtė/Ermanytė 1963; nicht in Vanagas 1970; nicht in Vanagas 1981a; ALEW 1155f.; Zinkevičius 2008: 582.
190 Vgl. LitEW 1169, 1280f.; Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylyvtė/Ermanytė 1963: 201; Vanagas 1970: 240; Vanagas 1981a: 395; ALEW 1155f.; Zinkevičius 2008: 582.
191 Vgl. LitEW 32; ALEW 89f.
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des Namens ist sonst auch als SeeN bezeugt: Áńcia (s. o. 2.2.1.2.1.)192 Wahrscheinlich handelt es sich hier um einen auf einem Tiernamen beruhenden GewN; Grundlage ist dann lit. ántis ‚Ente‘.193 Von diesem Appellativum ist der Name mit dem Zugehörigkeitsbildungen ableitenden Formans urbalt. *-ia̯/ā̯ abgeleitet: urbalt. *ánt-iā̯. – Nicht zuletzt aufgrund des Akzents weniger wahrscheinlich ist eine Verbindung mit lit. ańtis ‚Busen, Brust, Brusttasche‘, lett. õts, õte ‚Abflussrinne; Höhlung; Röhre in der Mauer, im Ofen‘.194
Juodóji Áńcia f. (1) Ka (36027): Der erste Teil des Namens ist die pronominalisierte Form des Adjektivs lit. júodas ‚schwarz‘,195 der zweite Teil des Namens ist sonst auch als SeeN bezeugt: Áńcia (s. o. 2.2.1.2.1.)196 Wahrscheinlich handelt es sich hier um einen auf einem Tiernamen beruhenden GewN; Grundlage ist dann lit. ántis ‚Ente‘.197 Von diesem Appellativum ist der Name mit dem Zugehörigkeitsbildungen ableitenden Formans urbalt. *-ia̯/ā̯ abgeleitet: urbalt. *ánt-iā̯. – Nicht zuletzt aufgrund des Akzents weniger wahrscheinlich ist eine Verbindung mit lit. ańtis ‚Busen, Brust, Brusttasche‘, lett. õts, õte ‚Abflussrinne; Höhlung; Röhre in der Mauer, im Ofen‘.198
2.3.3.2. Rektionale Flussnamen
2.3.3.2.1. Rektionale Flussnamen mit onymischem Erstglied
2.3.3.2.1.1. Rektionale Flussnamen mit einem Anthroponym als onymischem Erstglied sind bei FINN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
192 Vgl. Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 6; Vanagas 1970: 275; Vanagas 1981a: 42.
193 Vgl. Savukynas 1960: 295; Būga 1961: 450f.; Otrębski 1962b: 265f.; Vanagas 1970: 59; Toporov 1973: 38; Vanagas 1981a: 42; Vanagas 1981b: 77, 118, 119; Pupkis 2002: 21; LVŽ 1: 91. – Zum Grundwort: LitEW 11f.; SEJL 17f.; ALEW 45.
194 Vgl. LitEW 12; LEV 94f.; SEJL 18; ALEW 44f.
195 Vgl. LitEW 197; ALEW 419f.
196 Vgl. Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963: 6; Vanagas 1970: 275; Vanagas 1981a: 42.
197 Vgl. Savukynas 1960: 295; Būga 1961: 450f.; Otrębski 1962b: 265f.; Vanagas 1970: 59; Toporov 1973: 38; Vanagas 1981a: 42; Vanagas 1981b: 77, 118, 119; Pupkis 2002: 21; LVŽ 1: 91. – Zum Grundwort: LitEW 11f.; SEJL 17f.; ALEW 45.
198 Vgl. LitEW 12; LEV 94f.; SEJL 18; ALEW 44f.
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Morphologische und semantische Analyse der Gewässernamen des westlichen Südaūkštaiten (Teil 2)
2.3.3.2.1.2. Rektionale Flussnamen mit einem Toponym als onymischem Erstglied
Bagdononių upėlis m. Šl, Šv (35026): Erster Bestandteil ist der ON Bagdonónys m. Pl., zweiter Bestandteil das Diminutivum upėlis m. zu lit. ùpė f. ‚Fluss‘.199
Rūdinų revas200 m. Si (132461): Erster Bestandteil ist der WiesenN Rūdinės f. Pl., zweiter Bestandteil lit. rėvas m. ‚Graben‘.201
Sirguškės upėlis m. Ka (37952): Erster Bestandteil ist der ON Sirguškė m., zweiter Bestandteil das Diminutivum lit. upėlis m. zu lit. ùpė f. ‚Fluss‘.202
Šaltinabalės revas203 m. Si (132897): Erster Bestandteil ist das sonst nicht belegte Toponym *Šaltinabalės f., zweiter Bestandteil lit. rėvas m. ‚Graben‘.204
2.3.3.2.2. Rektionale Flussnamen mit appellativischem Erstglied sind bei FINN im Untersuchungsgebiet nicht bezeugt.
2.3.3.2.3. Lehnnamen?
Da das Untersuchungsgebiet im Dreiländereck Litauen-Polen-Weißrussland liegt, ist es grundsätzlich möglich, dass vereinzelt Namen aus einer slawischen Sprache ins Litauische übernommen worden sind.
Nodavėlta f. (1) Si (37161): wohl sekundär slawisierte bzw. umstrukturierte Form zu einer Bildung lit. *Nodelaitė, die zu wruss. nadźél m. ‚ein Flächenmaß, Landfläche‘ zu stellen ist. Möglicherweise handelt es sich um eine onymische Konversion eines Wiesennamens.205
199 Vgl. LitEW 1169; Savukynas/Vanagas/Vitkaukas/Vosylyvytė/Ermanytė 1963: 12, 144; Vanagas 1970: 260; Vanagas 1981a: 55; ALEW 1155f.
200 Der Name ist in der Datenbank unakzentuiert.
201 Vgl. LitEW 709; nicht in Savukynas/Vanagas/Vitkaukas/Vosylyvytė/Ermanytė 1963; nicht in Vanagas 1970; nicht in Vanagas 1981a.
202 Vgl. LitEW 1169; nicht in Savukynas/Vanagas/Vitkaukas/Vosylyvytė/Ermanytė 1963; nicht in Vanagas 1970; nicht in Vanagas 1981a; ALEW 1155f.
203 Der Name ist in der Datenbank unakzentuiert.
204 Vgl. LitEW 709; nicht in Savukynas/Vanagas/Vitkaukas/Vosylyvytė/Ermanytė 1963; nicht in Vanagas 1970; nicht in Vanagas 1981a.
205 Vgl. Savukynas/Vanagas/Vitkaukas/Vosylyvytė/Ermanytė 1963: 110; nicht in Vanagas 1970; vgl. Vanagas 1981a: 231; Vanagas 1981b: 28.
Straipsniai / Articles
237
HARALD BICH LMEIER
3. AUSWERTUNG
3.1. Zur Erweiterung des Korpus
Die Untersuchung der GewNN des westlichen Südaukštaiten auf der Basis der Geoinformationellen Ortsnamendatenbank Litauens (http://lkiis.lki.lt/lietuvos-vietovardziu-geoinformacine-duomenu-baze) hat in jedem Falle die Kenntnisse um die dort vorhandenen Namen und deren systematische Zusammenhänge deutlich erweitert. In erster Linie deshalb, weil nun ein größeres, d. h. wohl vollständigeres Korpus ausgewertet werden konnte. Gegenüber den beiden abgeschlossenen, die Hydronymie ganz Litauens auswertenden Standardwerken Vanagas 1970 und Vanagas 1981a konnten im vorliegenden Beitrag mehr Namen besprochen werden, als es dort der Fall war. Gleiches gilt für Savukynas/Vanagas/Vitkauskas/Vosylytė/Ermanytė 1963, in dem 18 der 120 in diesem Beitrag behandelten Namen nicht erfasst sind (das sind 15 %). Von den in diesem Beitrag behandelten 120 GewNN finden sich 22 nicht in Vanagas 1970. 13 dieser Namen finden sich zudem nicht in Vanagas 1981a. Insgesamt 17 der 120 Namen sind nicht in Vanagas 1981a aufgenommen, es gibt also 9 Namen in Vanagas 1970, die nicht in Vanagas 1981a vorkommen:
insges. nicht in Vanagas 1970 | davon ausschl. nicht in Vanagas 1970 | weder in Vanagas 1970 noch in Vanagas 1981a | insges. nicht in Vanagas 1981a | ausschl. nicht in Vanagas 1981a | absolut | 22 | 9 | 13 | 17 | 4 | anteilig | 18,33 % | 7,5 % | 10,83 % | 14,17 % | 3,33 %
Es ergibt sich so das zunächst erstaunliche Bild, dass 18,33 % des Korpus im Untersuchungsgebiet nicht in Vanagas 1970 und 14,17 % nicht in Vanagas 1981a erfasst worden zu sein scheinen. Ein Blick auf die Belege zeigt aber schnell, was die Gründe sein könnten: Einerseits handelt es sich in einer gewissen Zahl der Fälle um Namen, die einen Graben o. ä. bezeichnen und eines der litauischen Wörter für ‚Graben‘ enthalten, also lit. rãvas, rėvas, grãbė, gr(i)ovà, griõvis u. a. Möglicherweise spielte hier der zwitterige Status von Gräben eine Rolle, die ja nicht notwendigerweise der Wasserführung dienen müssen, sodass ihre Benennungen eine Stellung im Übergangsbereich von Gewässer- und Flurnamen einnehmen. Ein Ausschluss dieser Namengattung mit dem Ziel, ein nur eindeutige Gewässerbezeichnungen enthaltendes Korpus zur Bearbeitung zu schaffen, ist durchaus zu rechtfertigen – ebenso freilich auch deren Aufnahme, da Gräben
238
Acta Linguistica Lithuanica LXXX
Morphologische und semantische Analyse der Gewässernamen des westlichen Südaškštaiten (Teil 2)
potentiell wasserführend sind. Andererseits stellen unter diesen Namen solche aus ON + ‚Fluss‘ (lit. ùpė, upėlis etc.) einen großen Anteil: Diese sind aufgrund ihrer durchsichtigen Struktur sprachwissenschaftlich gesehen ‚langweilig‘ und vielleicht einfach deshalb nicht vollständig erfasst worden. Zudem lag bei den beiden o. g. Arbeiten der Schwerpunkt eindeutig auf den standardsprachlichen Namenformen, weshalb nichtstandardsprachliche Namen(formen) oft nicht berücksichtigt wurden.
3.2.
Gegenüberstellende Zusammenfassung der Bildweisen der See- und Fließgewässernamen des Untersuchungsgebiets
In der nachfolgenden Tabelle werden sämtliche oben vorgestellten GewNN erfasst. Die Nennung erfolgt gemäß der oben erfolgten Einordnung. Alternative Erklärungen können nicht berücksichtigt werden.
Die bei einzelnen Bildungen oben vorgenommene Einteilung in deonymische und deappellativische Bildungen bzw. bei letzteren auch noch die in desubstantivische, deadjektivische, deverbale, deradikale konnte in der Tabelle ebenfalls der Übersichtlichkeit halber nicht beibehalten werden.
Neben der absoluten Zahl der Belege wird auch jeweils noch der prozentuelle Anteil (aus Platzgründen gerundet auf zwei Stellen nach dem Komma) an der jeweiligen Gesamtzahl der See- bzw. FließgewNN angegeben, um die Vergleichbarkeit der jeweiligen Anteile einfacher gewährleisten zu können.
Typ
Untertyp
Anzahl (Anteil)
Seenamen
Anzahl (Anteil)
Fließgewässernamen
Konversion
einfache Konversion
7 (9,33 %)
2.2.1.1.1. Balandis, Gálstas, Gáustas, Lìnamarka, Pastoỹs, Ragožė, Ragožis
4 (8,89 %)
2.3.1.1.1. Brādas, Brastā, Salòtė, Ùpė
‚Doppelte‘ Konversion
6 (8,0 %)
2.2.1.1.2. Bedùgnis, Dubióji, Gilìojà, Gilióji, Ìlgis, Veisiejis
3 (6,67 %)
2.3.1.1.2. Kreivójì, Nẽmunas, Rūdė
Pseudo-konversion
0
2.2.1.1.3. –
0
2.3.1.1.3. –
Straipsniai / Articles
239
HARALD BICH LMEIER
Typ
Untertyp
Anzahl (Anteil)
Seenamen
Anzahl (Anteil)
Fließgewässernamen
‚Onymische‘ Konversion
1 (1,33 %)
2.2.1.1.4. Gadeikà
1 (2,22 %)
2.3.1.1.4. Igarà
gesamt:
14 (18,67 %)
8 (17,78 %)
‚Endungsableitungen‘ (EA)
Deappellativische EA
9 (12,0 %)
2.2.1.2.1. Ânčia, Ângė, Angÿs, Dumblis, Dumblÿs, Niėdis, Niedùs, Samānius, Zapsÿs
5 (11,11 %)
2.3.1.2.1. Glúosnė, Marà, Niedà, Zapsà, Zāpsė
Deonymische EA
2 (2,67 %)
2.2.1.2.2. Atesÿs, Daunòris
1 (2,22 %)
2.3.1.2.2. Nemajūnė
Zirkumfigierungen
1 (1,33 %)
2.2.1.2.3. Prapùntas
1 (2,22 %)
2.3.1.2.3. Neviedis
Deradikale Bildungen
1 (1,33 %)
2.2.1.2.4. Dusià
0
2.3.1.2.4. –
gesamt:
13 (17,33 %)
7 (15,56 %)
Suf-fixableitungen
mit lit. –aitė
0
2.2.1.3.1. –
0
2.3.1.3.1. –
mit lit. –aitis
1 (1,33 %)
2.2.1.3.2. Seliovināitis
0
2.3.1.3.2. –
mit lit. –alis
0
2.2.1.3.3. –
0
2.3.1.3.3. –
mit lit. –avas
0
2.2.1.3.4. –
0
2.3.1.3.4. –
mit lit. –ekė
0
2.2.1.3.5. –
1 (2,22 %)
2.3.1.3.5. Peršėkė
mit lit. –elė
1 (1,33 %)
2.2.1.3.6. Duobelė
1 (2,22 %)
2.3.1.3.6. Spernėlė
mit lit. –elis
9 (12,0 %)
2.2.1.3.7. Bliūdėlis, Bonėlis, Dubėlis, Dumblėlis, Ylėlis, Markėlis, Plaskėlis, Šūrelis, Zapsėlis
1 (2,22 %)
2.3.1.3.7. Bradėlis
240
Acta Linguistica Lithuanica LXXX
Morphologische und semantische Analyse der Gewässernamen des westlichen Südauкštaiten (Teil 2)
Typ
Untertyp
Anzahl (Anteil)
Seenamen
Anzahl (Anteil)
Fließgewässernamen
mit lit. -elỹs
0
2.2.1.3.8. –
0
2.3.1.3.8. –
mit lit. -ėlė
0
2.2.1.3.9. –
0
2.3.1.3.9. –
mit lit. -ėlis
2 (2,67 %)
2.2.1.3.10. Ežerėlis, Pastovėlis
0
2.3.1.3.10. –
mit lit. -ena
0
2.2.1.3.11. –
1 (2,22 %)
2.3.1.3.11. Bambenà
mit lit. -ėnis
0
2.2.1.3.12. –
0
2.3.1.3.12. –
mit lit. -esė
0
2.2.1.3.13. –
1 (2,22 %)
2.3.1.3.13. Atesė
mit lit. -ica
0
2.2.1.3.14. –
0
2.3.1.3.14. –
mit. lit. -yčia
0
2.2.1.3.15. –
5 (11,11 %)
2.3.1.3.15. Atesỹčia, Kiaũlyčia, Gluosnyčia, Ylyčia, Simnyčia
mit lit. -(i)ėkas
0
2.2.1.3.16. –
0
2.3.1.3.16. –
mit lit. -ietis
0
2.2.1.3.17. –
0
2.3.1.3.17. –
mit lit. -ija
1 (1,33 %)
2.2.1.3.18. Obelijà
0
2.3.1.3.18. –
mit lit. -ijis
0
2.2.1.3.19. –
0
2.3.1.3.19. –
mit lit. -ylis
0
2.2.1.3.20. –
0
2.3.1.3.20. –
mit lit. -yna
0
2.2.1.3.21. –
0
2.3.1.3.21. –
mit lit. -ýnas
0
2.2.1.3.22. –
0
2.3.1.3.22. –
mit lit. -inė
2 (2,67 %)
2.2.1.3.23. Kemsinė, Meškinė
3 (6,67 %)
2.3.1.3.23. Dóvinė, Lydėkinė, Siūklinė
Straipsniai / Articles
241
HARALD BICH(L)MEIER
Typ
Untertyp
Anzahl (Anteil)
Seenamen
Anzahl (Anteil)
Fließgewässernamen
mit lit. -inis
5 (6,67 %)
2.2.1.3.24. Dumblinis, Gudìnis, Krakinis, Selioninis, Vadinis
0
2.3.1.3.24. –
mit lit. -(i)nyčia
0
2.2.1.3.25. –
0
2.3.1.3.25. –
mit lit. -iškė
1 (1,33 %)
2.2.1.3.26. Bedanìtìškė
0
2.3.1.3.26. –
mit lit. -iškis
1 (1,33 %)
2.2.1.3.27. Kàviškis
0
2.3.1.3.27. –
mit lit. -ytė
0
2.2.1.3.28. –
0
2.3.1.3.28. –
mit lit. -ka
0
2.2.1.3.29. –
2 (4,44 %)
2.3.1.3.29. Nemajùnka, Spernénka
mit lit. -lys
0
2.2.1.3.30. –
0
2.3.1.3.30. –
mit lit. -ntas
1 (1,33 %)
2.2.1.3.31. Žùvintas
0
2.3.1.3.31. –
mit lit. -oris
0
2.2.1.3.32. –
0
2.3.1.3.32. –
mit lit. -orius
0
2.2.1.3.33. –
0
2.3.1.3.33. –
mit lit. -otis
1 (1,33 %)
2.2.1.3.34. Dabòtis
0
2.3.1.3.34. –
mit lit. -tė
0
2.2.1.3.35. –
0
2.3.1.3.35. –
mit lit. -uišis
0
2.2.1.3.36. –
0
2.3.1.3.36. –
mit lit. -uitis
1 (1,33 %)
2.2.1.3.37. Gilùitis
0
2.3.1.3.37. –
mit lit. -ukas
2 (2,67 %)
2.2.1.3.38. Dėlìukas, Sper-niùkas
0
2.3.1.3.38. –
mit lit. -ulis
0
2.2.1.3.39. –
0
2.3.1.3.39. –
242
Acta Linguistica Lithuanica LXXX
Morphologische und semantische Analyse der Gewässernamen des westlichen Süda ukštaiten (Teil 2)
Typ | Untertyp | Anzahl (Anteil) | Seenamen | Anzahl (Anteil) | Fließgewässernamen
| mit lit. -uonis | 0 | 2.2.1.3.40. – | 0 | 2.3.1.3.40. –
| mit lit. -ūtas | 1 (1,33 %) | 2.2.1.3.41. Mekšrūtas | 0 | 2.3.1.3.41. –
| mit lit. -utė | 0 | 2.2.1.3.42. – | 0 | 2.3.1.3.42. –
| mit lit. -utis | 1 (1,33 %) | 2.2.1.3.43. Senkūtis | 0 | 2.3.1.3.43. –
| mit slaw. -ika | 0 | 2.2.1.3.44. – | 1 (2,22 %) | 2.3.1.3.44. Marikà
| nicht klar kategorisierbar | 1 (1,33 %) | 2.2.1.3.45. Akunuočias | 2 (4,44 %) | 2.3.1.3.45. Alnà, Spernià
gesamt: | | 31 (41,33 %) | | 18 (40,0 %) |
Komposita | Appellativum + Appellativum | 1 (1,33 %) | 2.2.2.1.1. Substantiv + Substantiv Buižėžeris | 1 (2,22 %) | 2.3.2.1.1. Substantiv + Substantiv Pečiagrinda
| | 2 (2,67 %) | 2.2.2.1.2. Adjektiv + Substantiv Báltbalė, Šventaduõnis | 1 (2,22 %) | 2.3.2.1.2. Adjektiv + Substantiv Senãupis
| | 0 | 2.2.2.1.3. Adjektiv + Adjektiv – | 0 | 2.3.2.1.3. Adjektiv + Adjektiv –
| | 0 | 2.2.2.1.4. Verb + Substantiv – | 3 (6,67 %) | 2.3.2.1.4. Verb + Substantiv Žūrzaupė, Žūrzaupis, Žūrzupis
| Onym + Appellativum | 1 (1,33 %) | 2.2.2.1.5. Cijūnamiškis | 0 | 2.3.2.1.5. –
gesamt: | | 4 (5,33 %) | | 5 (11,11 %) |
Straipsniai / Articles
243
HARALD BICHlMEIER
Typ
Untertyp
Anzahl (Anteil)
Seenamen
Anzahl (Anteil)
Fließgewässernamen
syntagmatische Namen
Kongruierende Namen
2 (2,67 %)
2.2.3.1. Báltas Kaũknoris, Júodas Kaũknoris
2 (4,44 %)
2.3.3.1. Baltóji Ánčia, Juodóji Ánčia
Rektionale Namen mit ony-mischem Erstglied
9 (12,0 %)
2.2.3.2.1. Akmėnių ežeras, Ángininkų ežeras, Arãdninkų ežeras, Atesinìnkų ežeras, Babrų̃ ežeras, Černìukiškės ežeras, Sĩmno ežeras, Šventėžerio ežeras, Žuvintų̃ ežeras
4 (8,89 %)
2.3.3.2.1. Bagdononių upėlis, Rūdinių rev̇as, Širguškės upėlis, Šaltinabalės rev̇as
Rektionale Namen mit appellativischem Erstglied
1 (1,33 %)
2.2.3.2.2. Kùnigo valkà
0
2.3.3.2.2. –
gesamt:
12 (16,0 %)
6 (13,33 %)
Lehnnamen?
1 (1,33 %)
2.2.3.2.3. Mũčel ninkas
1 (2,22 %)
2.3.3.2.3. Nodavėlta
Gesamt:
75
45
Aufgrund der teils sehr geringen Belegzahlen für manche Erscheinungen sind über weite Strecken keine sicheren Aussagen möglich. Recht eindeutig sind jedoch für das Untersuchungsgebiet folgende Erscheinungen:
Beide Namentypen weisen einen gleich großen Anteil an Konversionen von knapp 18,67 % bzw. 17,78 % des Gesamtkorpus auf.
Die ‚Endungsableitungen‘ sind unter den SeeNN mit 17,33 % geringfügig stärker vertreten als bei den FlNN mit 15,56 %, wobei in beiden Fällen die deappellativischen Bildungen jeweils gut 2/3 ausmachen.
Auch die Suffixableitungen sind bei SeeNN im Untersuchungsgebiet nur geringfügig häufiger als bei den FließgewNN (41,33 % : 40,0 %), und es werden um die Hälfte mehr verschiedene Suffixe verwendet als bei den FließgewNN (15 : 10). Insgesamt sind in der Untersuchung 24 verschiedene Suffixe bei der
244
Acta Linguistica Lithuanica LXXX
Morphologische und semantische Analyse der Gewässernamen des westlichen Südaukštaiten (Teil 2)
Bildung von GewNN nachweisbar (3 davon mit unklarem Status). 12 Suffixe sind nur bei den SeeNN bezeugt, 6 Suffixe nur bei den FließgewNN, 3 Suffixe bei beiden Namenarten.
Komponierte Namen sind bei den FließgewNN gut doppelt so häufig wie bei den SeeNN (11,11 % : 5,33 %).
Bei den syntagmatischen Namen weichen die beiden Namenarten kaum voneinander ab.
Erstellt man eine Häufigkeitshierarchie für beide Namenarten, so ergibt sich für die SeeNN:
Suffixableitungen (41,33 %)
> Konversionen (18,67 %)
> Endungsableitungen (17,33 %)
> syntagmatische Namen (16,0 %)
> Komposita (5,33 %)
und für die FließgewNN:
Suffixableitungen (40,0 %)
> Konversionen (17,78 %)
> Endungsableitungen (15,56 %)
> syntagmatische Namen (13,33 %)
> Komposita (11,11 %)
Für SeeNN und FließgewNN sind in dem hier vorgestellten Teil des Untersuchungsgebiets die Suffixableitungen die häufigste Bildeweise, während Konversionen, Endungsableitungen und syntagmatische Namen beinahe gleich häufig sind. Lediglich die Komposita fallen in beiden Namenarten demgegenüber ab.
Fasst man die traditionell in der litauischen Sprachwissenschaft als eigene Kategorie begriffenen Endungsableitungen indes als Sonderfall der Suffixableitungen (was sie aus sprachgeschichtlicher Perspektive zweifelsohne sind), ergibt sich folgendes Bild für die SeeNN:
Suffixableitungen incl. Endungsableitungen (58,66 %)
> Konversionen (18,67 %)
> syntagmatische Namen (16,0 %)
> Komposita (5,33 %)
und für die FließgewNN:
Suffixableitungen incl. Endungsableitungen (57,78 %)
> Konversionen (17,78 %)
> syntagmatische Namen (13,33 %)
> Komposita (11,11 %)
Straipsniai / Articles
245
HARALD BICHlMEIER
Die Hierarchien sind recht gleichartig, wenngleich natürlich die prozentualen Anteile durchaus verschieden sein können. Hauptunterschied sind die Anteile der Komposita.
Fasst man schließlich noch die Konversionen letztlich als im Rahmen der Onymisierung erfolgte Null-Ableitungen auf, ergibt sich folgendes Ergebnis für die SeeNN:
Suffixableitungen incl. Endungsableitungen und Konversionen (77,33 %)
> syntagmatische Namen (16,00 %)
> Komposita (5,33 %)
und für die FließgewNN:
Suffixableitungen incl. Endungsableitungen und Konversionen (75,56 %)
> syntagmatische Namen (13,33 %)
> Komposita (11,11 %)
Die Hierarchien sind dann noch gleichartiger, nur die Anteile noch unterschiedlich hoch. Größter Unterschied ist der etwa doppelt so große Anteil an Komposita (11,11 %) bei den FließgewNN gegenüber dem bei den SeeNN (5,33 %).
3.3. Gegenüberstellende Zusammenfassung der Bildweisen der See- und Fließgewässernamen des gesamten westlichen Südaukštaiten
Da eine Auszählung des gesamten litauischen Gewässernamenschatzes bislang in dieser Weise nicht erfolgt ist, kann hier keine Aussage darüber gemacht werden, inwieweit die im Untersuchungsgebiet angetroffenen Verhältnisse ‚normal‘ sind oder aber vom litauischen Durchschnitt abweichen.
In der nachfolgenden Tabelle werden sämtliche SeeNN und FließgewässerNN des westlichen Südaukštaiten einander gegenübergestellt, es werden also die Daten aus Bichlmeier 2019a und dem vorliegenden Beitrag zusammengefasst. Da aufgrund der geografischen Verteilung manche Namen in beiden Artikeln zu nennen waren, handelt es sich bei den Zahlen der nachfolgenden Zusammenfassung nicht einfach um die Summe der Belegzahlen der Namen aus beiden Beiträgen, sondern um eine etwas geringere Anzahl.
Das Gesamtkorpus beträgt 422 (332 vs. 120) Namen, 240 (182 vs. 75) Seenamen und 183 (150 vs. 45) Fließgewässernamen:
246
Acta Linguistica Lithuanica LXXX
Morphologische und semantische Analyse der Gewässernamen des westlichen Südu kustaiten (Teil 2)
Typ
Unter–typ
Anzahl (Anteil)
Seenamen
Anzahl (Anteil)
Fließgewässernamen
Kon-version
einfache Konversion
24 (10,00 %)
Akis, Apýdemė, Arielýnas, Aviris, Azãgis, Balãndis, Bedùgnė, Dublìa, Gálstas, Gáustas, Į́uodas, Klõnis, Krãštas, Lìnamarka, Lapū̃kas, Pastovỹs, Ragõžė, Ragõžis, Pẽlekas, Skùistas, Stìrtos, Teirùs, Trikõjis, Vĩlkas
27 (19,57 %)
Brãdas, Bẽndrė, Brastà, Brastvà, Dùisakis, Grãbė, Grovà, Gulʹbė, Kirmýnas, Kraus̃ius, Kriaus̃iùs, Ravaĩ, Salõtė, Sánt aika, Skar̃džiai, Spãrtas, Stelérnia, Stìrta, Stìrta, Sutra, Upẽlis, Ùpė, Upẽsnis, Varputỹs, Vìlkė, Vilkinỹčia, Vodà
‚Doppel-te‘ Kon-version
12 (5,00 %)
Bałtajis, Bedùgnis, Dubióji, Dùlgas, Giliójà, Gilióji, Gìlujis, Ìlgis, Skãistis, Skuñdis, Spãrtas, Veisìėjis
4 (2,19 %)
Išilgìnis, Kreivóji, Nẽmunas, Rùdė
Pseudo-konversion
1 (0,42 %)
Šaulỹs
0
–
‚Ony-mische‘ Konversion
6 (2,50%)
Antòkolis, Aukštãkalnis, Dailìdė, Gadeikà, Vidùgašlis, Zuokas
1 (0,55 %)
Gailiūniškė
gesamt:
43 (17,92 %)
32 (17,49 %)
Endungsableitungen
Deappellativische ‚Endungsableitungen‘
16 (7,50 %)
Ánčia, Ángė, Angỹs, Dùmblis, Dumblỹs, Kavalỹs, Krùglis, Lapū̃kis, Niẽdis, Niedùs, Sãknas, Saknius, Samãnis, Samãnius, Tabãlis, Zapsỹs
25 (13,66 %)
Avirė, Bìlsa, Degùtė, Glúosnė, Gumbrė, Ìlgis, Marà, Niedà, Rùčiõjus, Saknà, Seirà, Sidãbris, Sùtrė, Trùmpė, Ùidė, Ùpis, Vardžius, Vĩlka, Zapsà, Zãpsė, Zebriùs, Žebriùs, Zembrė, Žembrė, Žilvià
Straipsniai / Articles
247
HARALD BICH LMEIER
Typ
Untertyp
Anzahl (Anteil)
Seenamen
Anzahl (Anteil)
Fließgewässernamen
Deonymische, ‚Endungsableitungen‘
3 (1,25 %)
Atešys, Daunōris, Liškiavis
4 (2,19 %)
Igarà, Mikasà, Nemajūnė, Senkonė
Zirkumfigierungen
2 (0,83 %)
Pamelnyčys, Prapūntas
4 (2,19 %)
Neviedis, Paežerėlė, Pāgeležnyčė; Pakrošklė
Deradikale Bildungen
4 (1,67 %)
Dusià, Pluvijā, Skirziùs, Straužais
0
–
gesamt:
25 (10,42 %)
33 (18,03 %)
Suffixableitungen
mit lit. -aitė
0
–
1 (0,55 %)
Dumblaitė
mit lit. -aitis
6 (2,50%)
Juodáitis, Selio-vináitis, Sidabrináitis, Skirzáitis, Varnenáitis, Vilkái-tis
0
–
mit lit. -alis
1 (0,42 %)
Drapālis
0
–
mit lit. -avas
2 (0,83 %)
Mõrkavas, Šagavas
0
–
mit lit. -ėkė
0
–
1 (0,55 %)
Peršėkė
mit lit. -elė
3 (1,25 %)
Duobelė, Dubėlė, Dusėlė
4 (2,19 %)
Dulgėlė, Rynėlė, Rudėlė, Spernėlė
248
Acta Linguistica Lithuanica LXXX
Morphologische und semantische Analyse der Gewässernamen des westlichen Südaukštaiten (Teil 2)
Typ
Untertyp
Anzahl (Anteil)
Seenamen
Anzahl (Anteil)
Fließgewässernamen
mit lit. -elis
23 (9,58 %)
Aklėlis, Bliūdėlis, Bonėlis, Dubėlis, Dumblėlis, Ylėlis, Ilgėlis, Juodėlis, Kiepėlis, Krugėlis, Liubėlis, Liūnėlis, Lukštėlis, Lu(o)bėlis, Markėlis, Mašnėlis, Maušėlis, Mažėlis, Plaskėlis, Prūdėlis, Šūrėlis, Varėlis, Zapsėlis
3 (1,64 %)
Bradėlis, Krokšėlis, Varėlis
mit lit. -elỹs
1 (0,42 %)
Metelỹs
0
–
mit lit. -ėlė
0
–
1 (0,55 %)
Dubenėlė
mit lit. -ėlis
7 (2,92%)
Drapalėlis, Ešernėlis, Ežerėlis, Ežerynėlis, Pastovėlis, Šlavantėlis, Tabelėlis,
1 (0,55 %)
Malūnėlis
mit lit. -ena
0
–
1 (0,55%)
Bambenà
mit lit. -enis
1 (0,42 %)
Lukšnėnis
0
–
mit lit. -ėnis
1 (0,42 %)
Lukšnėnis
0
–
mit lit. -esė
0
–
1 (1,09 %)
Atesė
mit lit. -esỹs
1 (0,42 %)
Atesỹs ?
0
–
mit lit. -ica
0
–
1 (0,55 %)
Metėlīca
mit. lit. -yčia
0
–
5 (2,73 %)
Atesỹčia, Kiaūlyčia, Gluosnyčia, Ylyčia, Simnyčia
mit lit. -(i)ekas
1 (0,42 %)
Gáiliekas
0
–
Straipsniai / Articles
249
HARALD BICH LMEIER
Typ
Untertyp
Anzahl (Anteil)
Seenamen
Anzahl (Anteil)
Fließgewässernamen
mit lit. –ietis
1 (0,42 %)
Rìmietis
0
–
mit lit. –īja
1 (0,42 %)
Obelijà
2 (1,09 %)
Kirmijà, Uosijà
mit lit. –ijis
3 (1,25 %)
Pālazdijis, Seirijis, Vernijis
0
–
mit lit. –ylis
1 (0,42 %)
Zervýlis
0
–
mit lit. –yna
2 (0,83 %)
Ežerýnos, Zervýna
0
–
mit lit. –ýnas
3 (1,25 %)
Ežerýnas, Snaigýnas, Zervýnas
1 (0,55 %)
Snaigýnas
mit lit. –inė
4 (1,67 %)
Kemsinė, Mekšrinė, Meškinė, Pālšinė
6 (3,28 %)
Balìne, Dóvine, Gervinė, Kárvinė, Lydėkinė, Siūklinė
mit lit. –inis
14 (5,83 %)
Dėlinis, Dielìnis, Dumblinis, Gervinis, Gudinis, Krakinis, Pālšinis, Purvinis, Salinis, Seliovinis, Vadinis, Vidutinis, Vilkiniai, Vilkinys
0
–
mit lit. –(i)nyčia
1 (0,42 %)
Anglinyčia
2 (1,09 %)
Aviérnyčia, Biłsinyčia
mit lit. –iškė
3 (1,25 %)
Bedañtiškė, Melešiškė, Melešiškės
3 (1,64 %)
Baliūniškės, Daunkiškė, Maneliškė
mit lit. –iškis
4 (1,67 %)
Juodiškis, Kāviškis, Ônči(u)škis, Purviškis,
0
–
mit lit. –ytė
0
–
1 (0,55 %)
Metelytė
mit lit. –ka
0
–
6 (3,28 %)
Dubénka, Nemajūnka, Saltonkà, Smenči-onkà, Spernénka, Ziželka
mit lit. –lys
0
–
2 (1,09 %)
Kriokšlys, Krokšlys
250
Acta Linguistica Lithuanica LXXX
Morphologische und semantische Analyse der Gewässernamen des westlichen Südaukštaiten (Teil 2)
Typ
Untertyp
Anzahl (Anteil)
Seenamen
Anzahl (Anteil)
Fließgewässernamen
mit lit. -ntas
3 (1,25 %)
Šlavañtas, Térmentas, Žuvintas
1 (0,55 %)
Térmentas
mit lit. -oris
1 (0,42 %)
Naudõris
0
–
mit lit. -orius
1 (0,42 %)
Naudõrius
0
–
mit lit. -otis
1 (0,42 %)
Dabótis
0
–
mit lit. -tė
0
–
1 (0,55 %)
Laikštė
mit -uišis
1 (0,42 %)
Gilùšis
0
–
mit lit. -uitis
1 (0,42 %)
Gilùitis
0
–
mit lit. -ukas
7 (2,92 %)
Deliùkas, Delinùkas, Gervinùkas, Maušiùkas, Pirčiùkas, Šauliùkas, Sperniùkas
0
–
mit lit. -ulis
1 (0,42 %)
Naujùlis
0
–
mit lit. -uonis
1 (0,42 %)
Veliuõnis
0
–
mit lit. -ūtas
1 (0,42 %)
Mekšrūtas
0
–
mit lit. -utis
2 (0,83 %)
Menkùtis, Senkùtis
0
–
mit slaw. -ika
0
–
1 (0,55 %)
Marikà
nicht klar kategorisierbar
1 (0,42 %)
Akunuõčias
2 (1,09 %)
Alnà, Spernià
gesamt:
105 (43,75 %)
48 (26,23 %)
Straipsniai / Articles
251
HARALD BICHlMEIER
Typ
Untertyp
Anzahl (Anteil)
Seenamen
Anzahl (Anteil)
Fließgewässernamen
Komposita
Appellativum + Appellativum
11 (4,58 %)
Substantiv + Substantiv Buižėzeris, Ežėrebale, Ežerėliabalė, Galādusis, Galadusỹs, Gėdavardỹs, Giedavardỹs, Gùdežeris, Pelialapùkas, Šikinėzeris, Vil̃ kežeris
11 (6,01 %)
Substantiv + Substantiv Beržavietis, Pečiagrinda, Perceležia, Rūdupė, Snaigupėlė, Vaišupis, Varnalėšupis, Vilkupis, Vilkotakis, Viñkšnupis, Žirgupė
4 (1,67 %)
Adjektiv + Substantiv Báltabalė, Jūodažeris, Jūodežeris, Šventaduōnis
6 (3,28 %)
Adjektiv + Substantiv Giliagrabė, Dùlpis, Gilrevis, Raišupis, Senāupis, Šventupė
1 (0,42 %)
Adjektiv + Adjektiv Lapōčiažalis
0
Adjektiv + Adjektiv –
2 (0,83 %)
Verb + Substantiv Skinežeris, Tulupis
7 (3,83 %)
Verb + Substantiv Kvirabalis, Šliaužupis, Ūrkupis, Žurzaupė, Žurzaupis, Žuržupė, Žuržupis
Onym + Appellativum
2 (0,83 %)
Cijūnamiškis, Dap-kėvičiabalė
3 (1,64 %)
Alītupis, Račkūpỹs, Stasiūpė
gesamt:
20 (8,33 %)
27 (14,75 %)
synt agmatische Namen
Kongruierende Namen
5 (2,08 %)
Báltajis Bīlsas, Báltas Kaūknoris, Gilūlis nendryn̄as, Jūodajis Bīlsas, Jūodas Kaūknoris
3 (1,64 %)
Baltoji Ānčia, Juodōji Ānčia, Smalinis Pėčius
252
Acta Linguistica Lithuanica LXXX
Morphologische und semantische Analyse der Gewässernamen des westlichen Südaukštaiten (Teil 2)
Typ
Untertyp
Anzahl (Anteil)
Seenamen
Anzahl (Anteil)
Fließgewässernamen
Rektionale Namen mit onymischem Erstglied
38 (15,83 %)
Akių ežerėlis, Akmenių ežeras, Angininkų ežeras, Aniškio ežeras, Antokolio ežeras, Aradininkų ežeras, Atesnininkų ežeras, Aukštakalnių ežeras, Babrų ežeras, Bakšių ežeras, Černiukiškės ežeras, Dailidės ežerėlis, Gudelių ežeras, Jonkiškės ežeras, Kanaukų ežeras, Lėipalingio ežeras, Likiškėlių ežeras, Luksnėnų ežeras, Norūnų ežerėlis/ežeras, Pãlazdijų ežeras, Pãserninkų ežeras, Radžiūnų ežeras, Ročkių ežerėlis, Rolių ežeras, Sabališkių ežerėlis, Simno ežeras, Smalinių ežeras, Šventežerio ežeras, Tãlokių ežeras, Teizinininkų ežeras, Teizų ežeras, Tolkūnų ežeras, Ūdininkų ežeras, Ūdrijos ežeras, Užubalių ežerėlis, Verstaminų ežeras, Žagarių ežerėlis, Žuvintų ežeras
30 (16,39 %)
Bagdononių upėlis, Dubėlio upė, Galinaraiščio ravėlis, Gardinų rāvas, Gáusto rāvas, Geištariškių upėlis, Giedavardžio upėlis, Giraitės upėlis, Gõjaus upėlis, Grigo rāvas, Gudiniškių upė, Juralēvičiaus rāvas, Jurčiūnų rāvas, Kampinės upėlis, Lankõs rāvas, Maišymų upėlis, Márgio rāvas, Maslaūčiškių upėlis, Morkavo upėlis, Pãbilsio upėlis, Paũkščiarevo upėlis, Rūdinių revas, Sãgavo upėlis, Strãigių upėlis, Šinkaus upėlis, Širguškės upėlis, Šaltinabalės revas, Šventõ Jõno upėlis, Tarpūoežerės upėlis, Vernijo upėlis
Straipsniai / Articles
253
HARALD BICH LMEIER
Typ
Untertyp
Anzahl (Anteil)
Seenamen
Anzahl (Anteil)
Fließgewässernamen
Rektionale Namen mit appellativischem Erstglied
2 (0,83 %)
Kūnigo valkà, Ravo duobė
9 (4,92 %)
Gluosnių griovis, Kreisòs upėlis, Kròkšlio upėlis, Lazdynų griovis, Liepos ùpė, Liūno rāvas, Mùrgų upėlis, Vaĩto Gõjus, Vúodos ùpė
gesamt:
45 (18,75 %)
42 (22,95 %)
Lehnnamen?
2 (0,83 %)
Bezdankà, Mūčėlininkas
1 (0,55 %)
Nodavėlta
2 (0,83 %)
Gesamt:
240
(darunter 4 SeeteilNN)
183
Beide Namentypen weisen einen gleich großen Anteil an Konversionen von knapp 18 % des Gesamtkorpus auf, bei den FließgewNN ist der prozentuale Anteil der einfachen Konversionen jedoch um mehr als die Hälfte höher als bei den SeeNN, umgekehrt sind bei SeeNN die ‚doppelten‘ Konversionen mehr als doppelt so häufig wie bei den FließgewNN.
‚Endungsableitungen‘ sind unter den FließgewNN mit 18,03 % anteilig fast doppelt so stark vertreten wie bei den SeeNN mit nur 10,42 %, wobei in beiden Fällen die deappellativischen Bildungen die Mehrheit (ca. 2/3 bei SeeNN, ca. 3/4 bei FließgewNN) stellen.
Suffixableitungen sind bei SeeNN im Untersuchungsgebiet anteilig um etwa die Hälfte häufiger als bei den FließgewNN (43,75 % : 26,23 %), und es werden etwa um die Hälfte mehr verschiedene Suffixe verwendet als bei den FließgewNN (34 : 23). Insgesamt sind im Untersuchungsgebiet im Rahmen der Suffixableitungen synchron 48 verschiedene Suffixe bei der Bildung von GewNN nachweisbar: 25 Suffixe sind nur bei den SeeNN bezeugt, 14 Suffixe nur bei den FließgewNN, 9 Suffixe begegnen bei beiden Namenarten. Da es sich bei den einzelnen Bildungen meist um sehr niedrigfrequente Erscheinungen handelt, ist deren Verhältnis in der Regel nicht als sonderlich aussagekräftig anzusehen.
Folgende Verhältnisse sind aber so auffällig, dass sie vielleicht auch für Litauen allgemein Aussagekraft besitzen:
254
Acta Linguistica Lithuanica LXXX
Morphologische und semantische Analyse der Gewässernamen des westlichen Südau(k)štaiten (Teil 2)
Suffix | Seenamen mit dem Suffix | Fließgewässernamen mit dem Suffix
−aitis | 6 | 0
−elis | 23 | 3
−ėlis | 7 | 1
−inis | 14 | 0
−ka | 0 | 6
−ukas | 7 | 0
Zwei suffixal gebildeter Namen erscheinen als SeeN (Snaigýnas m. [1] Ve [38087], Varėlis m. (2) Lp [42873]) und als FließgewN (Snaigýnas m. [1] Mrs [42899], Varėlis m. (2) Kr [38600]).
Komponierte Namen sind wiederum bei den FließgewNN anteilig fast doppelt so häufig wie bei den SeeNN (8,33 % : 14,75 %).
Bei den syntagmatischen Namen weichen die beiden Namenarten nur bei den rektionalen mit appellativischem Erstglied deutlich voneinander ab: zwei SeeNN (0,83 %) stehen 9 FließgewNN gegenüber (4,92 %). Insgesamt sind syntagmatische Namen bei FließgewNN aber um etwa ein Viertel häufiger als bei SeeNN (22,95 % : 18,75 %).
Erstellt man eine Häufigkeitshierarchie für beide Namenarten, so ergibt sich für die SeeNN:
Suffixableitungen (43,75 %)
> syntagmatische Namen (18,75 %)
> Konversionen (17,92 %)
> Endungsableitungen (10,42 %)
> Komposita (8,33 %)
und für die FließgewNN:
Suffixableitungen (26,23 %)
> syntagmatische Namen (22,95 %)
> Endungsableitungen (18,03 %)
> Konversionen (17,49 %)
> Komposita (14,75 %)
Für SeeNN sind mithin also Suffixableitungen klar die häufigste bildeweise, während für FließgewNN Suffixableitungen nur wenig häufiger sind als
Straipsniai / Articles
255
HARALD BICHlMEIER
syntagmatische Namen. Insgesamt zeigen die FließgewNN eine gleichmäßigere Verteilung der Namen auf die Bildearten als die SeeNN. Bei den FließgewNN liegt der Anteil von Endungsableitungen und Komposita jeweils um gut 2/3 höher als bei den SeeNN.
Fasst man die traditionell in der litauischen Sprachwissenschaft als eigene Kategorie begriffenen Endungsableitungen indes als Sonderfall der Suffixableitungen auf (was sie aus sprachgeschichtlicher Perspektive zweifelsohne sind), ergibt sich folgendes Bild für die SeeNN:
Suffixableitungen inkl. Endungsableitungen (54,17 %)
> syntagmatische Namen (18,75 %)
> Konversionen (17,92 %)
> Komposita (8,33 %)
und für die FließgewNN:
Suffixableitungen inkl. Endungsableitungen (44,26 %)
> syntagmatische Namen (22,95 %)
> Konversionen (18,67 %)
> Komposita (14,75 %)
Die Hierarchien sind dann schon gleichartig, wenngleich natürlich die prozentualen Anteile durchaus verschieden sein können.
Fasst man schließlich noch die Konversionen letztlich als im Rahmen der Onymisierung erfolgte Null-Ableitungen auf, ergibt sich folgendes Ergebnis für die SeeNN:
Suffixableitungen inkl. Endungsableitungen und Konversionen (72,09 %)
> syntagmatische Namen (18,75 %)
> Komposita (8,33 %)
und für die FließgewNN:
Suffixableitungen inkl. Endungsableitungen und Konversionen (62,91 %)
> syntagmatische Namen (22,95 %)
> Komposita (14,75 %)
SeeNN zeigen also eine deutlich höheren Anteil an derivationellen Bildungen (Suffixableitungen inkl. Endungsableitungen und Konversionen), während
256
Acta Linguistica Lithuanica LXXX
Morphologische und semantische Analyse der Gewässernamen des westlichen Südaukštaiten (Teil 2)
bei den FließgewNN der Anteil der Komposita deutlicher ausgeprägt ist, er ist etwa eindreiviertelmal so groß wie bei den SeeNN. Da eine Auszählung des gesamten litauischen Gewässernamenschatzes bislang in dieser Weise nicht erfolgt ist (also mit Aufteilung in SeeNN vs. FließgewNN), kann vorläufig keine Aussage darüber gemacht werden, inwieweit die im Untersuchungsgebiet angetroffenen Verhältnisse ‚normal‘ sind oder aber vom litauischen Durchschnitt abweichen.
3.4. Ausblick
Ein Forschungsdesiderat bleibt sowohl für das Untersuchungsgebiet als auch für ganz Litauen die Erstellung eines historischen Gewässernamenbuchs (wie natürlich auch eines historischen Ortsnamenbuchs).
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Acta Linguistica Lithuanica LXXX
Morphologische und semantische Analyse der Gewässernamen des westlichen Südukäštaiten (Teil 2)
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ABKÜRZUNGEN
Adj. – Adjektiv
Al – Alytaus seniūnija
dial. – dialektal
Dimin. – Diminutiv
f. – feminin
FamN(N) – Familienname(n)
FließgewN(N) – Fließgewässername(n)
germ. – germanisch
GewN – Gewässername
Ka – Kapčiamiestis (Rayon Lazdijai)
No – Noragelis (Rayon Lazdijai)
Straipsniai / Articles
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HARALD BICH LMEIER
Kr – Krokialaukis (Rayon Alytus)
Ku – Kučiūnai (Rayon Lazdijai)
Lp – Leipalingi (Rayon Druskininkai)
Lz – Lazdijai (Rayon Lazdijai)
m. – maskulin
Mrs – Miroslavas (Rayon Alytus)
ON(N) – Ortsname(n)
poln. – polnisch
Pl. – Plural
PN(N) – Personenname(n)
russ. – russisch
Se – Seirijai (Rayon Lazdijai)
Si – Simnas (Rayon Alytus)
slaw. – slawisch
Še – Šeštokai (Rayon Lazdijai)
Šl – Šlavantai (Rayon Lazdijai)
Šv – Šventežeris (Rayon Lazdijai)
Te – Teizai (Rayon Lazdijai)
Ve – Veisiejai (Rayon Lazdijai)
ukr. – ukrainisch
wruss. – weißrussisch
Morfologinė ir semantinė vakarinių pietų aukštaičių vandenvardžių analizė (2 dalis)
SANTRAUKA
Šis straipsnis savo turiniu ir struktūra siejasi su autoriaus jau aptartais vakarinių pietų aukštaičių vandenvardžiais. 2019 m. bus išleistas kolektyvinis rinkinys, skirtas kalbamojo regiono onimijai. Pateiktame straipsnyje nagrinėjami dar autoriaus netyrinėti Alytaus rajono Simno seniūnijos ir Lazdijų savivaldybės Kapčiamiesčio, Kučiūnų, Noragėlių ir Šventežerio seniūnijų vandenvardžiai (ežerų vardai ir upėvardžiai). Pastarieji vandenvardžiai aptariami atskirai, siekiant atskleisti jų darybos skirtumus. Iš viso morfologiniu ir semantiniu aspektais aptariama 120 vardų (75 ežerų vardai ir 45 upėvardžiai). Atlikus išsamią
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Acta Linguistica Lithuanica LXXX
Morphologische und semantische Analyse der Gewässernamen des westlichen Südaukštaiten (Teil 2)
jau kolektyviniame rinkinyje aptartų 303 vandenvardžių ir šiame straipsnyje pateiktų dar 120 vandenvardžių (iš viso 423 vandenvardžių) analizę, paaiškėjo, kad skirtingų darbų būdų hierarchija yra beveik identiška. Tačiau pabrėžtina, kad ežerų vardų priesaginiai vediniai beveik 50 procentų dažnesni nei upėvardžių, o galūninių ir konversinių upėvardžių vediniai 50 procentų dažnesni nei ežerų vardų vediniai. Nagrinėjant kalbamojo regiono vandenvardžius pasitelkiami ir kitų baltų kalbų bei indoeuropeistikos faktai.
Įteikta 2019 m. kovo 6 d.
HARALD BICHlMEIER
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Orientalisches Institut Seminar für Indogermanistik und Allgemeine Sprachwissenschaft Ludwig-Wucherer-Str. 2 D-06099 Halle (Saale) [email protected]
Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig Arbeitsstelle Jena: Etymologisches Wörterbuch des Althochdeutschen Zwätzengasse 12a D-07743 Jena [email protected]
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