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Jahresbericht 2019

Abstract

Annual Report 2019

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JAHRESBE ICHT 2019 R 2019 INHALTSVERZEICH N IS 02 EDITORIAL 04 INSTITUTSTHEMEN 06 Baustelle wird zur archäologischen Grabungsstätte 08 Hoch hinaus – die besten Schulbücher für die Oberstufe 10 Eine Welt im Wandel 11 Ein Brückenschlag zwischen Forschung und Praxis 12 Eine starke Forschungspartnerschaft 15 Vernetzung und Zusammenarbeit 16 Wissenschaft und Politik im Dialog 18 Wissen für den Markt 20 Nachwuchs forscht? 21 Gleichstellung bleibt wichtig 22 PUBLIKATIONEN 24 Strategische Leitlinien im neuen Publikationskonzept verankert 26 Neuerscheinungen in 2019 30 FORSCHUNGSBIBLIOTHEK 32 Erstmals aktuelle Schulbücher digitalisiert 34 Schulbuch trifft Tablet 36 Führungen maßgeschneidert 37 Schlaglichter 38 DIGITALE INFORMATIONSUND FORSCHUNGSINFRASTRUKTUREN 40 Ein digitaler Werkzeugkasten für die Bildungsmedienforschung 42 Digitale Transformation der Forschungsprozesse in den Geisteswissenschaften 44 SemKoS – Semantische Konzepte in Schulbüchern 47 Schlaglichter 48 WISSEN IM UMBRUCH 50 Zwischentöne goes European 52 Migration und das deutsch-israelische Verhältnis 54 Transnationale Bildungskurse – Religion im Fokus 56 Deutsch-Polnische Schulbuchkommission 57 Schlaglichter 58 MEDIALE TRANSFORMATION 60 Vergegenwärtigung von Solidarität in transnationalen Zeiten (TransSol) 62 Global Citizen ... sein oder nicht sein? 65 Projektstart: Streitgeschichte im Unterricht 66 Discourse of EdTech 68 Wie lernen Kinder im digitalen Zeitalter? 69 Schlaglichter 70 DOKUMENTATION 2019 72 Das GEI in den Medien 76 GastwissenschaftlerInnen am GEI 77 Wissenschaftlicher Nachwuchs 79 Lehrveranstaltungen 80 Veranstaltungen des GEI 81 Vorträge (Auswahl) 84 Publikationen 90 LEITUNG UND GREMIEN 94 IMPRESSUM LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, was werden wir von 2019 in Erinnerung behalten? Was wird uns nachhaltig prägen? Und wie werden die Ereignisse des Jahres 2019 in Bildungsmedien einfließen und damit das Lernen und Lehren verändern? Schulische Bildung soll junge Menschen befähigen, sich in der Gesellschaft zu orientieren und politische, gesellschaftliche, soziale und wirtschaftliche Themen zu begreifen und zu beurteilen. Sie sollen ermuntert werden, für Freiheit und Gerechtigkeit, Demokratie und Menschenrechte, Sicherheit und Frieden einzutreten. Wissenschaftliche Neugier und aktuelle gesellschaftliche Bedarfe waren daher auch in 2019 wichtige Triebkräfte des GEI und seiner MitarbeiterInnen zur Konzipierung neuer, innovativer Forschungsprojekte. In diesem Jahresbericht wird sichtbar, dass die 2019 abgeschlossene, erfolgreiche Umstrukturierung am Georg-Eckert-Institut vielfältige Impulse setzte, um diese Projekte in den neuen Abteilungen Wissen im Umbruch, Mediale Transformationen und Digitale Informationsund Forschungsinfrastrukturen (DIFI) zu entwickeln. So startete im September mit „Subjekte der Demokratie. Aktuelle Herausforderungen und Potenziale der Demokratiebildung in Deutschland“ die erste umfassende und systematische Bestandsaufnahme zu Demokratiebildung in Deutschland. Und in unserem Leibniz-WissenschaftsCampus – Postdigitale Partizipation – Braunschweig erforschen seit Oktober 2019 WissenschaftlerInnen des GEI, der TU Braunschweig, der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften und des Deutschen Schifffahrts2 Jahresbericht 2019 | Editorial der die Baustelle des neuen Bibliotheksgebäudes für einige Monate in eine Grabungsstätte verwandelte. Erfreulicherweise konnte der Baustopp inzwischen aufgeholt werden und der Fertigstellung des GEICampus im Jahr 2020 steht derzeit nichts mehr im Wege (mehr dazu ab Seite 6). Mein herzlicher Dank gilt allen, die die Arbeit unseres Instituts als Partner und Wegbegleiter unterstützen und fördern. Und ich möchte mich für das Vertrauen und die Wertschätzung bedanken, die mir durch meine Neuberufung als Direktor des Instituts entgegengebracht wurden. Ich bin mir sicher, dass Sie auch in diesem Jahresbericht einige anregende Beiträge finden werden, die zu einer vertiefenden Auseinandersetzung einladen. Und ich bin überzeugt davon, dass unsere Forschungsarbeit Entwicklungen in der Bildung nachhaltig beeinflussen kann. Wir freuen uns wie immer über Ihr Feedback per E-Mail oder über unsere Social-Media-Kanäle. Herzliche Grüße Ihr Eckhardt Fuchs museums in Social Living Labs unter Einbeziehung weiterer Partner und verschiedener Nutzergruppen die Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe in Bildung und städtischem Zusammenleben in einer postdigitalen Welt (mehr dazu ab Seite 12). Mit der neuen Abteilungsstruktur sowie der Einrichtung von Forschungsschwerpunkten und Strategieforen können wir nun noch gezielter und effektiver in einer sich rasant wandelnden Umwelt agieren und mit unserer wissenschaftlichen Arbeit gesellschaftliche Diskurse mitgestalten. Wir freuen uns zudem, dass Ernesto William De Luca, der seit April 2015 die Abteilung DIFI leitet, im Oktober 2019 als Professor für Digital Transformation and Digital Humanities an die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg berufen wurde. Diese aktive Gestaltung kann aber nur gelingen, wenn dem Institut der Transfer seiner Erkenntnisse in praxisrelevante Leistungen und Angebote gelingt. Mit der Frage, welche Werkzeuge, Prozesse und Kompetenzen Geistesund KulturwissenschaftlerInnen dafür benötigen, befasst sich unser neues Projekt „Wissen für den Markt“, das ebenfalls 2019 startete. Politikberatung als Transferfeld steht auch im Fokus der Dialogformate „Leibniz im Landtag“ und „Leibniz im Bundestag“. Unsere Beratungsleistungen für die UNESCO und den Europarat stärken diesen Transfer darüber hinaus auf der internationalen Ebene (mehr dazu ab Seite 16). Ausführlich haben wir im Jahresbericht 2018 über den Ausbau unseres Instituts zu einem modernen GEI-Campus informiert. Doch im Frühjahr 2019 machten Bauarbeiter einen archäologischen Fund, Jahresbericht 2019 | Editorial 3 IN TITUTSTHEMEN S Das Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung (GEI) betreibt Forschungen zu Produktion, Inhalten und Aneignung von schulischen Bildungsmedien in ihren soziokulturellen, politischen, ökonomischen und historischen Kontexten. Darüber hinaus stellt das GEI dem Forschungsbereich der schulischen Bildungsmedien sowie der Bildungspraxis und -politik einzigartige Forschungsinfrastrukturen zur Verfügung. Auch der breiten Öffentlichkeit verschafft es Zugang zu seiner Arbeit und sensibilisiert für seine Themen. Als außeruniversitäre Einrichtung betreibt und ermöglicht das GEI Bildungsmedienforschung und hat sich zu einem internationalen Referenzzentrum in diesem Feld entwickelt. Forschung, Forschungsinfrastrukturen und Wissenstransfer sind in der Arbeit des GEI durchgängig aufeinander bezogen. Mit stark nachgefragten Transferleistungen aus kritischer Forschungsperspektive nimmt es Einfluss auf die Gestaltung didaktischer Praxis im Inund Ausland. Mit seiner weltweit einzigartigen Forschungsbibliothek, seinen digitalen Angeboten, seinen Publikationen, seinem Stipendienund Gastwissenschaftlerprogramm und seinen Veranstaltungen ist das GEI ein internationales Zentrum für den Austausch und die Bereitstellung relevanter Daten, Quellen und Informationen für WissenschaftlerInnen, die sich aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven mit schulischen Bildungsmedien beschäftigen. Wir blicken zurück auf ein weiteres erfolgreiches Jahr am GEI und stellen Ihnen in diesem Jahresbericht Schlaglichter unserer Arbeit 2019 vor. 6 Jahresbericht 2019 | Institutsthemen BAUSTELLE WIRD ZUR ARCHÄOLOGISCHEN GRABUNGSSTÄTTE Nach der Grundsteinlegung für die neue Forschungsbibliothek des GEI ging es mit den Bauentwicklungen gut voran. Bis Bauarbeiter plötzlich einen rätselhaften Fund machten. Bei den Aushebungsarbeiten für das Fundament des neuen Bibliotheksgebäudes stießen sie auf menschliche Überreste, die aller Wahrscheinlichkeit nach dem Friedhof des ehemaligen Kreuzklosters zuzuordnen sind. Danach arbeiteten für mehrere Monate nicht mehr die Bagger auf der Baustelle, sondern ArchäologInnen. In Absprache mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege und der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Braunschweig wurden die Funde, zu denen auch Spuren barockzeitlicher Bauten gehören, sorgfältig dokumentiert. Schnell stand fest, dass sich die Arbeiten am Neubau der Bibliothek um Monate verzögern würden. Durch die archäologischen Funde mussten Stillstandszeiten überbrückt, Sicherungsmaßnahmen entwickelt und letztlich Terminpläne angepasst werden. AUF DEN SPUREN DER „SCHWARZEN SCHAR“? Unter den mehr als 500 menschlichen Überresten befand sich ein Grab mit guterhaltenen Skeletten von acht jungen Männern, die gleichzeitig bestattet worden waren. Dicht dabei fand sich der Schädel eines älteren Mannes mit verheilten Kopfverletzungen, aber auch den Spuren eines tödlichen Säbelhiebs. „Solche Bestattungen sind typisch für militärische Ereignisse und dafür kommt in diesem Fall vor allem das Gefecht bei Ölper am 1. August 1809 infrage“, erklärt Dr. Michael Geschwinde, Bezirksarchäologe des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege. Bei diesem legendären Gefecht waren Soldaten der „Schwarzen Schar“ des Braunschweiger Herzogs Friedrich-Wilhelm auf die französische Armee getroffen. Der erfolgreiche Durchbruch der Braunschweiger Truppen nach Norden wurde von den Zeitgenossen als Auftakt der Freiheitskriege gegen die napoleonische Besetzung Deutschlands empfunden und hat entsprechend in der zeitgenössischen Literatur und Dichtung für weiten Nachhall gesorgt Jahresbericht 2019 | Institutsthemen 7 FUNDE Insgesamt wurden rund 500 menschliche Überreste gefunden, die auf unterschiedliche Weise bestattet wurden. Auffallend sind die vielen Holzsärge, die erst ab ca. 1800 pflichtmäßig eingeführt wurden; zuvor waren sie der sozialen Oberschicht vorbehalten. Gefunden wurden Spuren zahlreicher Kinderbestattungen, die typisch für das Mittelalter und die Frühe Neuzeit sind. Gründe für die hohe Kindersterblichkeit waren die schlechte medizinische Versorgung und mangelnde Kenntnisse über gesunde Ernährung und kindgerechter Erziehung. Es wurden keine Beigaben oder Trachtbestandteile gefunden. Die „Schwarze Schar“ biwakierte in den Nächten vor und nach dem Gefecht zwischen dem Petritor und dem Gasthaus „Weißes Roß“, also dort, wo jetzt das Grab gefunden wurde. Wenige Tage später wurde auf demselben Friedhof Hauptmann Carl von Rabiell beigesetzt, der in dem Gefecht gefallen war. Die Konventualinnen des Braunschweiger Kreuzklosters in der direkten Nachbarschaft des heutigen Instituts widmeten sich der Krankenpflege und nahmen sich vermutlich auch der verwundeten Soldaten an. Vieles spricht dafür, dass das neuentdeckte Grab mit dem Gefecht bei Ölper in Verbindung steht. „Auch wenn sich unsere Baumaßnahme verzögert, verfolge ich als Historiker natürlich auch mit wissenschaftlichem Interesse die Ausgrabungen und freue mich, dass wir mit den unerwarteten Funden einen Beitrag zur Rekonstruktion der Geschichte Braunschweigs leisten können.“ (Prof. Dr. Eckhardt Fuchs, Direktor des GEI) 14 Jahresbericht 2019 | Institutsthemen SPRECHER: Prof. Dr. Eckhardt Fuchs STELLV. SPRECHERIN: Prof. Dr. Felicitas Macgilchrist PROJEKTKOORDINATION: Dr. Martin Streicher NACHWUCHSGRUPPENL.: Dr. Andreas Weich PROMOVIERENDE: Marvin Priedigkeit Philipp Deny FÖRDERUNG: Leibniz-Gemeinschaft, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) LAUFZEIT: 2019-2023 Eines der Promotionsprojekte wird dabei aus informatischer Sicht der Frage nach usable privacy und usable security in den schulischen Medienkonstellationen nachgehen, das andere fragt aus medienwissenschaftlicher Sicht nach dem Zusammenhang von Medienperformanz und Subjektivierung. Das Habilitationsprojekt des Nachwuchsgruppenleiters rückt die Theorieund Methodenentwicklung sowie die übergeordnete Frage nach den medienkulturellen Transformationsprozessen im schulischen Lehren und Lernen ins Zentrum. (Projektleitungen: Prof. Dr. Felicitas Macgilchrist, Dr. Andreas Weich, beide GEI, Prof. Dr. Ina Schiering, Ostfalia) Am 21. November 2019 fand im TRAFO Hub in Braunschweig die feierliche Eröffnung des LWC PdP statt. Gemäß dem Titel „Postdigitale Partizipation“ erfolgte die Vorstellung der Projekte im intensiven Austausch mit Gästen aus Wissenschaft, Politik und relevanten gesellschaftlichen Bereichen. Diese konnten sich über den WissenschaftsCampus informieren, eigene Ideen in die Forschungsvorhaben einbringen und so deren Ausrichtung aktiv mitgestalten. Die hierbei entstandenen Kontakte werden auch perspektivisch die weitere Zusammenarbeit im und mit dem WissenschaftsCampus beeinflussen, nicht zuletzt da die intensive Einbindung der Interessenund Nutzergruppen ein zentraler Bestandteil des LWC PdP ist. Die Bandbreite der präsentierten Projekte zeigte sich nicht allein in den Themen, sondern an der Vielzahl der eingesetzten Medien. Diese reichten von Stift und Papier über beschreibbare Glaswände und wiederverwertete Türen bis hin zu Tablets und Virtual-RealityBrillen. Die facettenreichen Impulse, die partizipativen Projektvorstellungen und auch die Aussicht auf interessante neue Partnerschaften machen neugierig auf die Zusammenarbeit in den kommenden vier Jahren und darüber hinaus. Hierbei bilden die skizzierten Projekte den Ausgangspunkt des LWC PdP. Perspektivisch wird er durch weitere Projekte zu postdigitaler Partizipation ergänzt und ausgebaut. PROF. DR. ECKHARDT FUCHS ERÖFFNET DEN NEUEN LEIBNIZ-WISSENSCHAFTSCAMPUS - POSTDIGITALE PARTIZIPATION IN BRAUNSCHWEIG Jahresbericht 2019 | Institutsthemen 15 Im Rahmen des LFV „Krisen in einer globalisierten Welt“ sind WissenschaftlerInnen des GEI im Anfang des Jahres 2020 erschienen Handbuch Krisenforschung mit einem Kapitel zu „‚Krisen‘ als Seismografen gesellschaftlichen Wandels und Gegenstand schulischer Bildungsmedien“ vertreten. In der Leibniz-Projektgruppe „Karriereförderung“ war das GEI an der im November 2019 von der Mitgliederversammlung verabschiedeten „Leitlinie Karriereentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaft“ mit der Ergänzung zur „Qualifikationsphase Promotion“ beteiligt. Diese Leitlinien bilden einen wichtigen Bezugspunkt für das im Jahr 2020 am Institut zu entwickelnde strukturierte Promotionsprogramm, das DoktorandInnen des GEI auf ihrem Weg zum erfolgreichen Promotionsabschluss bestmögliche Unterstützung bieten wird. Darüber hinaus vertritt das Institut seit 2019 die Sektion A der Leibniz-Gemeinschaft in der Leibniz-Arbeitsgruppe „Pakt-Indikatorik“, die an einer Weiterentwicklung der jährlich an die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz zu berichtenden Kennzahlen aus den Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft arbeitet. Neben der aktiven Teilnahme in zahlreichen Arbeitskreisen der Leibniz-Gemeinschaft übernahmen zudem auch im Jahr 2019 zwei Mitarbeiterinnen des GEI eine Sprecherfunktion in den Arbeitskreisen „Forschungsdaten“ und „Presse“. VERNETZUNG UND ZUSAMMENARBEIT Die Leibniz-Gemeinschaft bietet dem GEI einen zentralen Bezugsrahmen und eröffnet Handlungsspielräume, die die Arbeit des Instituts in vielfältiger Weise sichtbar und für die Gemeinschaft nutzbar machen. Zugleich profitiert das Institut von der Vielfalt der Leibniz-Einrichtungen und den Synergieeffekten. So engagiert sich das GEI in Gremien und Aktivitäten der Leibniz-Gemeinschaft, kann aber auch in erheblichem Maße sowohl auf die Expertise und die strategischen Leitlinien der Gemeinschaft zurückgreifen als auch den Austausch mit einzelnen Instituten gewinnbringend nutzen. Bei vielen Maßnahmen, die das GEI in den letzten Jahren zur strategischen, strukturellen und inhaltlichen Weiterentwicklung ergriffen hat, unterstützte die kollegiale Zusammenarbeit innerhalb der Gemeinschaft deren Umsetzung. Auch 2019 setzten wir unsere Mitarbeit in LeibnizForschungsverbünden (LFV) fort. Als Co-Sprecher des LFV „Historische Authentizität“ waren wir maßgeblich am Antrag zur Einrichtung eines Nachfolgeverbundes zum Thema „Werte der Vergangenheit“ beteiligt. Aus dem LFV „Bildungspotenziale“ entstand das 2019 publizierte Standardwerk Das Bildungswesen in Deutschland – Bestand und Potenziale, in dem das GEI eine Überblicksdarstellung zum Bildungsmedium Schulbuch verfasst hat. Der Vergleich zum Vorjahr zeigt, dass sich das Leibniz-Angebot vergrößert, die Teilnahme der MdBs und die Anzahl der vereinbarten Gespräche aber etwas verringert haben. In Bezug auf das Leibniz-Angebot wurden im Jahr 2019 Höchstwerte erreicht. Die Gespräche verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Sektionen: WISSENSCHAFT UND POLITIK IM DIALOG LEIBNIZ IM BUNDESTAG 16 Jahresbericht 2019 | Institutsthemen Einmal im Jahr informiert das GEI Abgeordnete des Bundestags und des Niedersächsischen Landtags zu Themen rund um Bildungsmedien. Die gesellschaftliche Relevanz von Forschung sowie Strukturen und Formate, die eine Begegnung zwischen Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit fördern, sind der Leibniz-Gemeinschaft ein besonderes Anliegen. Das GEI beteiligte sich wie in den Jahren zuvor mit Gesprächsangeboten zu unterschiedlichen Themen der Schulbuchund Bildungsmedienforschung an dem Dialogformat. Und wieder war die große Resonanz auf die Themenangebote des GEI sehr erfreulich. Themen zur Schule in der digitalen Welt und zum Islamischen Religionsunterricht wurden am häufigsten angefragt. Aber auch das Thema „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ und „Antisemitismus in deutschen Schulbüchern? Darstellung von Juden und Judentum in aktuellen Lehrwerken“ interessierte die Abgeordneten im Bundestag sehr. STATISTISCHE AUSWERTUNG „LEIBNIZ IM BUNDESTAG 2019“ (V.L.N.R.) DR. ANKE HERTLING (GEI), DR. LAMBERT HELLER (TIB), PROF. DR. MIKE MÜLLER-PETKE (LIAG), WISSENSCHAFTSMINISTER BJÖRN THÜMLER, PROF. DR. RAINER DANIELZYK (ARL), PROF. DR. MANFRED FRECHEN (LIAG), STAATSSEKRETÄRIN DR. SABINE JOHANNSEN, PROF. SÖREN AUER (TIB) Quelle: Leibniz-Gemeinschaft Jahresbericht 2019 | Institutsthemen 17 Das breite Themenspektrum der Leibniz-Forschungseinrichtungen Niedersachsens war für das GEI Grund genug, das seit über zehn Jahren erfolgreiche Veranstaltungsformat „Leibniz im Bundestag“ auch auf Landesebene zu etablieren. Die Forschenden der Leibniz-Gemeinschaft stellen dabei aktuelle Forschungstrends und -ergebnisse vor und erhalten die Gelegenheit, mit den politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern die gesellschaftliche Relevanz der eigenen Fragestellungen kritisch zu reflektieren. 2019 hat das GEI den Austausch mit den Landtagsabgeordneten Niedersachsens bereits zum zweiten Mal erfolgreich organisiert. Am 23. und 24. Oktober 2019 trafen WissenschaftlerInnen der Leibniz-Institute aus Niedersachsen die Abgeordneten des Niedersächsischen Landtags und erörterten zentrale Themen mit fachkundigen GesprächspartnerInnen. Gleichzeitig konnten sich die Abgeordneten ein Bild von der Vielfalt der wissenschaftlichen Expertise der Leibniz-Institute aus Niedersachsen machen. Zu den beliebtesten Themen zählten der Klimawandel, die Vielfalt ländlicher Räume in Niedersachsen, Islam im Schulbuch und digitale Bildung sowie Bibliotheken als Instrumente der Kulturund Bildungspolitik. Über 30 Gespräche mit einzelnen Abgeordneten des Landtags und VertreterInnen der Niedersächsischen Leibniz-Institute hat das GEI organisiert und koordiniert, davon rund 10 Einzelgespräche mit GEI-WissenschaftlerInnen. Darüber hinaus konnte ein gemeinsames Treffen mit dem Wissenschaftsminister Björn Thümler realisiert werden. Der Wissenschaftsminister begrüßte den Austausch mit den WissenschaftlerInnen und nannte „Leibniz im Landtag“ „ein vielversprechendes Format“. LEIBNIZ IM LANDTAG NIEDERSACHSEN 18 Jahresbericht 2019 | Institutsthemen Als wissenschaftliche Einrichtung, die Bildungsmedienforschung gleichermaßen betreibt und ermöglicht, will das GEI zur Verbesserung der schulischen Bildung rund um den Globus beitragen. Dazu erbringt es Transferleistungen aus kritischer Forschungsperspektive für die nationale und internationale Bildungspraxis, Bildungsmedienproduktion und Bildungspolitik. Wie aber sehen diese Leistungen konkret aus? Wer sollte wie entscheiden, wann welche Forschungsergebnisse auf welchen Wegen an Zielgruppen aus der außerakademischen Welt herangetragen werden? Welche Mittel, Instrumente und Formate werden dafür benutzt und zukünftig benötigt? Wie können relevante Akteure aus Politik und Bildungspraxis identifiziert und erreicht werden? Wie finden Fragestellungen und Bedarfe aus der Gesellschaft Eingang in die Forschungsarbeit des GEI? Und nicht zuletzt: Welche Möglichkeiten der wirtschaftlichen Verwertbarkeit lassen sich für die auf geistesund kulturwissenschaftlicher Forschung basierenden Ergebnisse realisieren? All diesen Fragen widmet sich das Projekt „Wissen für den Markt. Methoden zur wirtschaftlichen Verwertung digitaler Bildungsmedien“, indem vorhandene Transferleistungen am GEI erfasst, systematisiert und optimiert werden, um schließlich neuen Verwertungsmöglichkeiten den Weg zu ebnen. Mit dem Projekt erschließt das GEI erstmals anwendungsorientiert die Potenziale von (wirtschaftlicher) Verwertung aus geistesund kulturwissenschaftlicher Forschung. Das Projekt verfolgt das Ziel, Verwertungsaktivitäten am Institut zu ermöglichen und trägt damit zum Aufbau neuartiger Kompetenzen bei. MitarbeiterInnen werden sensibilisiert, ermutigt und befähigt, die Möglichkeiten (wirtschaftlicher) Verwertung als Bestandteil ihrer Forschungsarbeit von der ersten Projektidee bis hin zur abschließenden Ergebnispräsentation in sinnvoller Weise mitzudenken. Ausgehend von existierenden Transferleistungen des GEI und neuen Verwertungsideen aus der aktuellen Forschungsarbeit des Instituts entwickelt das Projektteam Prozesse, Leitlinien und Strukturen zur systematischen Integration von Transfer und Verwertung in das Institut. Die Fallgruppen stehen dabei zunächst im Mittelpunkt: FALLGRUPPE 1 Fortbildungen für Lehrkräfte zum Umgang mit digitalen Bildungsmedien FALLGRUPPE 2 Politikberatung FALLGRUPPE 3 Digitale Lehrund Lernmateriallien am Beispiel „Zwischentöne“ „Gottfried Wilhelm Leibniz formulierte das Wissenschaftsideal theoria cum praxi. Die Einrichtungen der LeibnizGemeinschaft haben sich in diesem Sinne das Ziel gesetzt, Wissenschaft zum Wohle und Nutzen der Gesellschaft zu betreiben. Sie nehmen dabei Informationsbedarfe der Gesellschaft auf und reagieren auf aktuelle Fragen.“ (Leibniz-Gemeinschaft: Leitbild Leibniz-Transfer, 2019) WISSEN FÜR DEN MARKT METHODEN ZUR WIRTSCHAFTLICHEN VERWERTUNG DIGITALER BILDUNGSMEDIEN Jahresbericht 2019 | Institutsthemen 19 Transferstrategie Potential Transferweg Gute wissenschaftliche Transferpraxis Instrument Methode Wissenstransfer Verwertung Leistung Beratung Fortbildung Transfererfolg Empfehlung Wissenschaftskommunikation Impact Zielgruppen Nutzergruppen Bedarf Markt Lernmaterialien Wissen Kompetenzen Forschung Forschungsinfrastrukturen Ein Methodenbaukasten „Wissen verwerten“wird entwickelt, um ... ... externe (und interne) Bedarfe zu erkennen, ... Transferund Verwertungspotenziale zu entdecken und zu bewerten, ... Marktmechanismen zu verstehen, ... geeignete Transferund Verwertungswege auszuwählen, ... innovative Transferangebote nutzerorientiert zu entwickeln und optimal zu „vermarkten“. PROJEKTLEITUNG: Dr. Anette Blaschke PROJEKTMITARBEIT: Janina Becker Marjam Diederich Marcelina Kwiatkowski FÖRDERUNG: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) LAUFZEIT: 2019-2022 20 Jahresbericht 2019 | Institutsthemen NACHWUCHS FORSCHT? Junge WissenschaftlerInnen werden als „Nachwuchs“ bezeichnet. Wir finden diesen Begriff fragwürdig, denn die Bezeichnung erinnert an das Eltern-KindVerhältnis im familiären Kontext, in dem der „Nachwuchs“ einerseits Zuneigung und Fürsorge benötigt, andererseits dieses Verhältnis aber auch mit Abhängigkeit und Unreife in Verbindung gebracht werden kann. NachwuchswissenschaftlerInnen haben ein langjähriges Studium hinter sich und erwarten, als vollwertige ForscherInnen akzeptiert zu werden. Der Nachwuchsbegriff wird – auch am GEI – durchaus kontrovers diskutiert. Zwei Promovierende und der Direktor des GEI nehmen dazu Stellung: „Der Begriff ‚Nachwuchs‘ erweckt das Image eines/ einer schutzund betreuungsbedürftigen Wissenschaftlers/ Wissenschaftlerin. Auf dieselbe Art lässt er die wissenschaftliche Arbeit im Vergleich zu derjenigen der ‚Senioren‘ wertloser erscheinen, obwohl es keinen Unterschied gibt – außer teilweise die schlechteren Arbeitsbedingungen, da der ‚Nachwuchs‘ in den meisten Fällen nur für eine befristete Zeit eingestellt wird. Vom ‚Nachwuchs‘ wird Leistung und kreative Forschung erwartet, dennoch weist diese Betitelung immer wieder auf die vorgegeben Grenzen hin, da er ohne die Betreuung der ‚Senioren‘ nicht arbeiten kann. Somit impliziert der Begriff die in den Einrichtungen herrschenden Hierarchien und lässt die erbrachte Leistung des Wissenschaftlers/ der Wissenschaftlerin außen vor. Aus diesem Grund sollte die deutsche Bezeichnung des ‚Nachwuchswissenschaftlers‘ kritisch überdacht und ausgetauscht werden.“ (Kübra Akdemir ist seit Dezember 2018 wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Wissen im Umbruch und forscht derzeit zum Dissertationsprojekt „Islamischer Religionsunterricht: Aushandlung, Vermittlung und Aneignung eines neuen Faches.“) „Der Begriff ‚Nachwuchs‘ ist sowohl in seiner Außenwirkung problematisch als auch nach innen nahezu beleidigend. In der deutschsprachigen Wissenschaftswelt mag er derzeit noch etabliert sein und von seiner Bedeutung verstanden werden. Sobald Personen den gar nicht seltenen Wechsel ins Ausland oder in eine andere Branche wählen, kann diese Bezeichnung karriereoder rufschädigend wirken, auch wenn sie nicht von der/dem Betroffenen im CV aufgeführt wird. Der englische Begriff des ‚Early Career Researcher‘ ist da zutreffender und nimmt statt den Interessen und Hierarchien der Institution die betroffene Person selbst zum Ausgangspunkt der Bezeichnung. Sollte es kein geeignetes deutsches Äquivalent dafür geben, wäre ich wie bei den Begriffen ‚Bachelor‘ und ‚Master‘ für eine Übernahme des englischen Begriffs.“ (Matthias Springborn begann im Juli 2015 sein Dissertationsprojekt im Rahmen der damaligen GEI-Forschungsgruppe „Migration und Bildung in Deutschland seit 1945“. Als Doktorand ist er seitdem mit der Universität Potsdam affiliiert. Daneben ist er seit Januar 2019 als wissenschaftliche Hilfskraft bei der vom GEI koordinierten Deutsch-Israelischen Schulbuchkommission angestellt.) „Eine breite und zunehmend kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff ‚NachwuchswissenschaftlerInnen‘ spiegelt die in der Vergangenheit gewachsene (Selbst-)Wahrnehmung von Promovierenden als bedeutsame Triebkräfte im Forschungsprozess. Längst hat sich die Anzahl betreuter und abgeschlossener Promotionen als wichtige Kennzahl im legitimierenden Leistungsnachweis wissenschaftlicher Einrichtungen etabliert. Lange dominierte die stark personalisierte Einzelbetreuung durch die ‚Doktormutter‘ bzw. den ‚Doktorvater‘, die nicht selten überkommene und asymmetrische Abhängigkeiten und Hierarchien (re-) produzierte. Heute beobachten wir einen Wandel in Verständnis und Praxis der Betreuung von Promovierenden. Neben einer vertrauensvollen und durch konkrete Vereinbarungen strukturierten Beziehung zum/zur ErstbetreuerIn unterstützen für Transparenz und Mediation zuständige Beratungsund Bewertungsgremien sowie Programme für die wissenschaftliche Qualifikation und Karriereförderung die Promovierenden. Darüber hinaus bildet eine starke Interessenvertretung einen wichtigen Eckpfeiler für den erfolgreichen Abschluss von Dissertationen und für einen gelungenen Übergang in die nächste Karrierephase inneroder außerhalb der Wissenschaft. Promovierende sind lernende WissenschaftlerInnen, aber den sich wandelnden Kontexten sollte auch begrifflich Rechnung getragen werden.“ (Prof. Dr. Eckhardt Fuchs, Direktor) Jahresbericht 2019 | Institutsthemen 21 Frauen besetzen mittlerweile mit großer Selbstverständlichkeit Führungspositionen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Mit Ursula von der Leyen als EU-Kommissionspräsidentin und Christine Lagarde als Präsidentin der Europäischen Zentralbank werden seit 2019 zwei zentrale europäische Institutionen von Frauen geleitet. Mit Roula Khalaf wird 2020 erstmals eine Frau Chefredakteurin der traditionsreichen Financial Times. Und an den staatlichen Berliner Hochschulen gingen im ersten Halbjahr 2019 fast die Hälfte, nämlich 48 Prozent, der erteilten Rufe auf Professuren an Wissenschaftlerinnen. Das GEI kann mit diesen Erfolgen gut mithalten. Seit Jahren sind die Leitungspositionen auf der Ebene des Instituts und der Abteilungen zu mindestens 50 Prozent mit Frauen besetzt. 13 von 21 unbefristeten Stellen für WissenschaftlerInnen haben Frauen inne. Aber folgt daraus, dass sich Gleichstellung als Daueraufgabe erledigt hat? Am GEI sind wir dezidiert anderer Meinung. Unsere Gleichstellungsarbeit ist 2019 mit dem Fokus auf Kommunikationsstrukturen ausgeweitet worden. Darüber hinaus haben wir in einem Workshop diskutiert, wie sexuell diskriminierendes Verhalten und Gewaltanwendung unterbunden bzw. abgestellt werden können. Dies entspricht unserem Leitbild, uns dafür zu engagieren, dass zukünftige Generationen zu Weltoffenheit, Selbstreflexion, Verantwortung und Demokratie erzogen werden. Die Regeln und Maßnahmen zum Schutz vor sexualisierter Diskriminierung, Belästigung und Gewalt sind Bestandteil dieser verantwortungsvollen Aufgabe. GLEICHSTELLUNG BLEIBT WICHTIG PU LIKATIONEN B Ein wichtiger Teil der Arbeit des Georg-EckertInstituts ist die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen sowie von methodologischen und theoretischen Studien. Nur wenn die gewonnenen Erkenntnisse veröffentlicht werden, entfalten sie wissenschaftliche Wirkung und gesellschaftlichen Nutzen. Wissenschaftliches Publizieren erfüllt somit am GEI eine grundlegende Transferfunktion. Neben der Bildungsmedienforschung und verwandten Disziplinen ist dem Institut daran gelegen, auch die Bildungspraxis und -politik sowie die breitere Öffentlichkeit über neue Entwicklungen und Ergebnisse zu informieren. Diese Zielstellungen erfordern unterschiedliche Publikationsformate und Sensibilität für die Bedürfnisse der verschiedenen Zielgruppen. Mit seinen wissenschaftlichen Schriftenreihen Eckert. Die Schriftenreihe und Palgrave Studies in Educational Media, der Zeitschrift Journal of Educational Media, Memory and Society (JEMMS) und den unterschiedlichen Formaten von elektronischen Publikationen trägt das Institut den Anforderungen bezüglich Internationalität und hoher Qualität, gesichert durch interne oder externe Begutachtung und fachgerechtes Lektorat, Rechnung. Um international noch sichtbarer zu sein, arbeitet das Institut mit den international renommierten Verlagen Palgrave Macmillan (London) und Berghahn Journals (Oxford/New York) zusammen und besetzt die Beiräte seiner Publikationsorgane mit international anerkannten Fachkolleginnen und -kollegen. Alle Bände der Eckert-Schriftenreihe und die elektronischen Publikationen sowie ausgewählte Publikationen der Palgrave-Reihe erscheinen open access und sind im institutseigenen Repositorium kostenfrei abrufbar. Mit dem weiteren Ausbau seiner Aktivitäten im Bereich Open Access fördert das GEI eine offene, zukunftsgerichtete Publikationskultur. FORSCHUNGSBI LIOTHEK B Ihre weltweit einzigartige internationale Sammlung von Schulbüchern und Curricula macht die Forschungsbibliothek des GEI zunehmend digital verfügbar. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt dabei auf der Digitalisierung der historischen Schulbuchund Lehrplanbestände, dem Zugang zu aktuellen digitalen Curricula und der Integration von digitalen Bildungsmedien in die Sammlung. Wissenschaftliche Literatur wird auch in Form von E-Books, elektronischen Zeitschriften und Open-Access-Publikationen digital und überregional zur Verfügung gestellt. Um der Vielfalt der digitalen Ressourcen gerecht zu werden, treibt die Forschungsbibliothek die Weiterentwicklung der digitalen Infrastrukturen des GEI und die Anpassung ihrer Arbeitsprozesse in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung Digitale Informationsund Forschungsinfrastrukturen (DIFI) weiter voran. In den letzten Jahren wurde eine umfassende Expertise in der Digitalisierung von historischen Beständen aufgebaut und damit die Voraussetzung für Digital-Humanities-Projekte geschaffen. Der von den WissenschaftlerInnen weiterhin geäußerte hohe Bedarf an online zugänglichen Informationen und Ressourcen bestärkt die Forschungsbibliothek in ihrer Strategie, die Digitalisierung der Sammlung zu forcieren und die Erwerbung e-preferred auszurichten. Neben der Weiterentwicklung und dem Ausbau von technischen Infrastrukturen liegen die Herausforderungen u. a. in den Bereichen neue Erwerbungsund Lizenzmodelle für digitale Bildungsmedien, der OCR-Volltexterkennung und der Frage, wie die digitalen Angebote für die internationale Bildungsmedienforschung sichtbarer und besser zugänglich gemacht werden können. 32 Jahresbericht 2019 | Forschungsbibliothek ERSTMALS AKTUELLE SCHULBÜCHER DIGITALISIERT In der digitalen Schulbuchbibliothek GEI-Digital stehen rund 6.700 digitalisierte Schulbücher online zur Verfügung. Lag der Schwerpunkt der Digitalisierung bislang auf historischen, urheberrechtsfreien Beständen, wurden 2019 erstmals Schulbücher digitalisiert, für die besondere Urheberrechtsbestimmungen gelten. Für die digitale und damit automatisierte wissenschaftliche Auswertung von Quellen ist es seit 2019 nach § 60d Urheberrechtsgesetz (UrhG) zulässig, urheberrechtsgeschützte Werke zu vervielfältigen und digitalisiert der Forschung zur Verfügung zu stellen. Auch wenn die digitalisierten Quellen dann nur einem begrenzten wissenschaftlichen Personenkreis sowie einzelnen Dritten zur wissenschaftlichen Überprüfung der Qualität zugänglich gemacht werden können, erleichtert diese neue Urheberrechtsbestimmung die Forschung im Bereich Digital Humanities (DH). Explizit zielt der Paragraf auf die Ermöglichung von Textund Datamining als digitale Analyseverfahren, die in allen Fachdisziplinen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die Neuregelung in der Urheberrechtsgesetzgebung eröffnet auch für die Bildungsmedienforschung die Perspektive, große Mengen an Quellen, die nach 1918 veröffentlicht wurden, mit digitalen Methoden zu untersuchen. Aktuelle deutsche Schulbücher standen im BMBF-geförderten Projekt „Preventing Violent Extremism through Education (PVE-E)“ im Mittelpunkt, das bei der quantitativen und qualitativen Erforschung internationaler Diskurse und Praktiken zur PVE digitale Analysewerkzeuge einsetzte. Als Grundlage diente dem Projekt ein digitales Korpus mit aktuellen Schulbüchern der Sekundarstufe I und II für den Geschichtsund Sozialkundeunterricht aus den 16 Bundesländern sowie Schulbüchern für die berufliche Bildung. Eine der größten Herausforderungen zeigte sich bereits bei den Vorbereitungen zum Projekt. Da deutsche Schulbuchverlage inzwischen zusätzlich zu Printausgaben digitale Versionen anbieten, hat die Bibliothek zunächst geprüft, ob sich die digitalen Versionen für DH-Analysen eignen, wie sie im Projekt vorgesehen waren, und ob diese Form der Weiterverarbeitung Jahresbericht 2019 | Forschungsbibliothek 33 der Quellen erlaubt war. Dabei stellte sich heraus, dass die digitalen Versionen sehr restriktiven Lizenzregelungen unterliegen und DH-Analysen weder möglich noch zulässig waren. Obwohl digitale Versionen der Schulbücher vorhanden waren, musste das Projekt demnach eine Digitalisierung der Quellen nach geltendem Urheberrecht einplanen. Bei der Aushebung der Bestände war die Bibliothek damit konfrontiert, dass die für die Digitalisierung vorgesehenen und durchaus vielfach nachgefragten Quellen zum Präsenzbestand gehören und deshalb für die Zeit der Digitalisierung eine Nutzung der Quellen nicht möglich war. Der Rückgriff auf Dubletten erwies sich nur dann als Alternative, wenn die Bestände nicht ausgeliehen waren. Die Prüfungen, Ausleihvorgänge und intensiven Abstimmungsprozesse umfassten mehrere Monate – ein Zeitraum, der bei DH-Projekten mit aktuellen Schulbüchern miteinkalkuliert werden muss. Neue Erfahrungen wurden auch im Bereich Datenerfassung gemacht. So wurde entschieden, dass keine Strukturdaten erfasst werden, da aktuelle Schulbücher im Vergleich zu historischen ein sehr heterogenes Textbild aufweisen. Zuweilen findet sich auf einer Schulbuchseite die ganze Vielfalt an Textsorten wie Aufgabenstellungen, Abbildungen, Tabellen oder erklärende Passagen, während historische Schulbücher weniger ausdifferenziert sind. Die Entscheidung, im Projekt keine Strukturdaten zu erfassen, machte technische Anpassungen bei der Workflow-Software Goobi notwendig. Wie sich die Vielfalt der Textsorten auf die Qualität der Volltext-Erkennung (OCR) bei aktuellen Schulbüchern auswirkt, ist noch genauer zu prüfen. Die daraus resultierende Zusammenarbeit über Abteilungsgrenzen hinweg erwies sich als sehr konstruktiv, auch wenn die Verständigung über ein gemeinsames Vokabular nicht einfach war, zum Beispiel, wenn von den Begriffen „Korpus“ in der Bibliothek und „Sample“ in der Wissenschaft die Rede war. Diese Erfahrungen führten für die Forschungsbibliothek dazu, an ihrem Verständnis vom „embedded librarian“ weiterzuarbeiten und entsprechend ihre fachliche Expertise und ihre Soft Skills auszubauen. Neben der erfolgreichen Digitalisierung der aktuellen Schulbücher gehörte die Etablierung von neuen Workflows ebenfalls zum Ergebnis des Projekts. Bei der Digitalisierung werden auch zukünftig unterschiedliche Abläufe für historische und aktuelle Korpora sowie der Bedarf von Digitalisierung on Demand, im Rahmen dessen vereinzelte Titel digitalisiert werden, zu berücksichtigen sein. Die damit einhergehenden und bereits eingeleiteten Planungen sind Teil des kleinen strategischen Sondertatbestands „Global Textbook Resource Center (GLOTREC)“, der 2020 seine Arbeit aufnimmt und die Digitalisierung am GEI forcieren wird. 34 Jahresbericht 2019 | Forschungsbibliothek SCHULBUCH TRIFFT TABLET Wenn NutzerInnen in die Bibliothek kommen, finden sie nicht nur Bücher, seit Oktober 2019 können sie auch zum Tablet greifen. Mit bereitgestellten Tablets und einem eingerichteten digitalen Leseplatz macht die Forschungsbibliothek ihre digitalen Angebote sichtbarer und besser zugänglich. Die Erwerbung von digitalen Bildungsmedien gehört inzwischen zum festen Bestandteil der Arbeit in der Forschungsbibliothek. Insbesondere im internationalen Bereich gewähren Bildungsministerien oftmals einen kostenlosen Zugriff auf digitale Lehrmittel. So konnte die Bibliothek 2019 rund 280 digitale Bildungsmedien u. a. aus Tadschikistan, Bahrain und Usbekistan zur Verfügung stellen. Für das Forschungsprojekt „Studies on Palestinian Textbooks (PalTex)“ wurden digitale Bildungsmedien aus den palästinensischen Autonomiegebieten zugänglich gemacht. Digitale Bildungsmedien, die von Bildungsministerien herausgegeben werden, liegen dabei hauptsächlich im pdf-Format vor. Sie werden von der Bibliothek in einem DSpace-Repositorium gesichert und über die Kataloge des GEI wie den International TextbookCat bereitgestellt. Über die an den Bibliotheksregalen angebrachten QR-Codes können sich NutzerInnen auch im Lesesaal über die digitalen Angebote weltweit informieren. Neben Bildungsministerien bieten Schulbuchbzw. Bildungsmedienverlage ebenfalls digitale Quellen an. Die kostenpflichtigen Nutzungsund Lizenzmodelle von den Verlagen sind zumeist ausschließlich auf das Lehrpersonal und Lernende ausgerichtet und als zeitlich befristete oder unbefristete Kollegiumsbzw. Schullizenzen konzipiert. Jeder Bildungsmedienverlag hat dabei eigene Nutzungsbestimmungen und technische Formate. Die Vielfalt umfasst CDund DVDROMs, USB-Sticks, Tablets oder browserbasierte Anwendungen mit jeweils individuellen Zugangsdaten. Im Hinblick auf eine unbegrenzte Nutzung der INTERNATIONL TEXTBOOKCAT digitalen Quellen durch die Forschung, die Speichern, Downloads oder Textund Dataminingmöglichkeiten vorsieht, verhalten sich die kommerziellen Anbieter bislang zögerlich. Für das multimediale Schulbuch mBook Geschichte hat die Bibliothek gemeinsam mit dem Cornelsen-Verlag eine Möglichkeit der „Ausleihe“ über zeitlich befristete Zugangscodes erarbeitet. NutzerInnen bekommen in der Bibliothek diese Codes und erhalten dadurch einen temporären Zugriff auf das mBook. Die Überwachung der Befristung organisiert die Bibliothek über ihr Ausleihsystem. Während das mBook auf mobilen Endgeräten wie den Tablets genutzt werden kann, wurde mit Unterstützung des IT-Teams des GEI für die digitalen Bildungsmedien vom C.C. Buchner-Verlag ein eigener digitaler Leseplatz eingerichtet, um den Bestimmungen des Verlags Rechnung zu tragen. Nur an diesem Arbeitsplatz dürfen NutzerInnen mit den digitalen Quellen arbeiten. Im Interesse der Forschung ist es das Bestreben der Bibliothek, für die digitalen Bildungsmedien möglichst umfassende Nutzungsmöglichkeiten einzuwerben. Hierfür muss sie auch in Zukunft die Verlage für die Bedürfnisse der Forschung sensibilisieren und entsprechende Lizenzen aushandeln. Neben Verlagsgesprächen wird auch die technische Infrastruktur in der Forschungsbibliothek weiterentwickelt. Erste Erfahrungen zeigen, dass v. a. Forschungen, die die Nutzung von digitalen Bildungsmedien durch SchülerInnen untersuchen, auf die in der Bibliothek zur Verfügung gestellten Tablets zurückgreifen. Für die Nachwuchsforschungsgruppe „Postdigitale Medienkonstellationen in der Schule“ im Leibniz-WissenschaftsCampus – Postdigitale Partizipation – Braunschweig hat die Bibliothek eine Ausleihe der Tablets möglich gemacht. 36 Jahresbericht 2019 | Forschungsbibliothek FÜHRUNGEN MASSGESCHNEIDERT Jährlich kommen bis zu 40 Gruppen, um die Forschungsbibliothek zu besuchen: WissenschaftlerInnen sowie Studierende aus aller Welt, Lehrkräfte, SchülerInnen und Interessierte aus der Region. Die KollegInnen aus dem Auskunftsteam der Bibliothek vereinbaren mit den Gästen im Vorfeld gewünschte Schwerpunkte für ihre Führungen in deutscher oder englischer Sprache. Der Rundgang startet im ehemaligen Sommersaal der historischen Villa. Der offene Saal, der als Lesesaal fungiert, ermöglicht einen guten Überblick über die Sammlungen und die technische Ausstattung der Bibliothek. Eine Führung beginnt meistens mit Informationen zur Geschichte der Bibliothek, dem Aufbau der Sammlung und deren Nutzung. Richtig spannend wird es, wenn die Gruppen an die Regale gehen, um sich Schulbücher aus einzelnen Ländern oder Fächern genauer anzuschauen. Dabei steht das Eigene zunächst im Vordergrund: Schulbücher aus dem eigenen Land oder dem eigenen Fachgebiet. Dann öffnet sich der Blick: Wie sehen Schulbücher aus europäischen Nachbarländern oder aus weit entfernten Regionen der Welt aus? Schon äußerlich fallen erhebliche Unterschiede auf. In den Regalen vertreten sind mehrbändige, aufwändig hergestellte Werke mit vielfältigem Begleitmaterial, aber auch bilderlose, auf dünnem Papier gedruckte Hefte. Unterschiede bei den Lerninhalten treten erst bei genauerem Hinsehen hervor. Ähnlich divers sind die Schulbücher aus den verschiedenen Zeiträumen in der umfangreichen historischen Sammlung, von der ein Großteil in Freihand-Regalen genutzt werden kann. Fast alle Besuchsgruppen interessieren sich für digitale Schulbücher bzw. Bildungsmedien. Wie sind sie gestaltet? Wie bewältigt die Forschungsbibliothek den digitalen Wandel mit seinen technischen und besonders den rechtlichen Herausforderungen? NutzerInnen äußern durchweg ein großes Interesse an den Möglichkeiten der Digitalisierung und der Online-Verfügbarkeit von Volltexten. Der Multitouch-Bildschirm im Lesesaal eignet sich dabei optimal, um Datenbankangebote wie die Curricula Workstation gemeinsam auszuprobieren. Auch die digitalen Volltexte aus GEI-Digital lassen sich mit dem Multitouch sehr gut zeigen. Wegen der hohen Qualität der Digitalisate ist GEI-Digital ein Höhepunkt bei Führungen. Im Rahmen von Projekten besuchen immer wieder Schulgruppen die Bibliothek. Der Blick über den Tellerrand der eigenen Schulbücher hinaus sensibilisiert für kritische Betrachtungen. Nicht selten findet eine Schülerin oder ein Schüler mit besonderen, herkunftsbedingten Sprachund Schriftkenntnissen ein entsprechendes Schulbuch und zeigt es den KlassenkameradInnen oder liest stolz daraus vor. Forschende sind zudem an Literatur zur Bildungsmedienforschung und weiterer Sekundärliteratur interessiert. Viele BesucherInnen schätzen das „Stöbern“ an den offenen Regalen und fühlen sich zu neuen Forschungsthemen inspiriert. Für längere Aufenthalte oder größere Gruppen bereiten die BibliothekarInnen eine Buchauswahl vor, anhand derer die ausgewählten Sammlungen erkundet werden können. Auch interaktive, spielerische Formate werden von Besuchsgruppen gern angenommen. Diese Angebote können ausgeweitet werden, wenn zukünftig im neuen Bibliotheksgebäude ein eigener Gruppenraum zur Verfügung steht. CURRICULA WORKSTATION GEI-DIGITAL SCHLAGLICHTER FORSCHUNGSBIBLIOTHEK IN 2019 ERWERBUNG VON DIGITALEN BILDUNGSMEDIEN Lizenzierungsund Sicherungsoptionen bei digitalen Bildungsmedien standen im Mittelpunkt des Vortrags, den Anke Hertling (Leiterin der Forschungsbibliothek) im Rahmen einer vom Verein Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare veranstalteten Fortbildung für die Fachreferate Erziehungsund Bildungswissenschaften, Pädagogik und Psychologie am DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation hielt. Sie berichtete dabei von den Arbeitsergebnissen der Forschungsbibliothek im DFG-Projekt „Fachinformationsdienst (FID) Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung“. Beim anschließenden gemeinsamen Austausch wurde deutlich, dass sich viele Bibliotheken bei der Erwerbung von digitalen Bildungsmedien eine Unterstützung wünschen, um die Versorgung der Fachcommunity mit digitalen Bildungsmedien sicherzustellen. HISTORISCHE SCHULBUCHKARTEN AUF INTERNATIONALEM PORTAL Nachdem die Forschungsbibliothek 2018 mehr als 600 digitale Karten aus historischen deutschen Schulbüchern an das Kartenportal GeoPortOst am LeibnizInstitut für Ostund Südosteuropaforschung Regensburg (IOS) geliefert hat, sind die Karten nun auch über die internationale Plattform Old Maps Online verfügbar. Die Sichtbarkeit und überregionale Zugänglichkeit der digitalisierten Bestände des GEI erhöht sich dadurch und steht in Ergänzung zu den Nachweisen in Portalen wie der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) und Europeana. HANDLUNGSFELDER FÜR BIBLIOTHEKEN IM KONTEXT VON NFDI Bibliotheken treten bei der Etablierung einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) bislang nur vereinzelt aktiv auf. Am Beispiel des FID Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung führte Anke Hertling in ihrem Vortrag bei der Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft der Spezialbibliotheken aus, wie sich Bibliotheken an aktuellen wissenschaftspolitischen Prozessen wie der NFDI verstärkt beteiligen können und sollten. Bibliotheken verfügen dabei nicht nur über eine infrastrukturelle Expertise, vor allem mit ihren Erfahrungen im Bereich der bedarfsorientierten Zusammenarbeit mit der Forschung könnten sie sich verstärkt einbringen. DIGITALE INFORMATIONSUND FO SCHUNGSINFRASTRUKTUREN R Die Abteilung Digitale Informationsund Forschungsinfrastrukturen (DIFI) beforscht und entwickelt digitale Infrastrukturen und Werkzeuge für die internationale Bildungsmedienforschung. Die Entwicklung, Umsetzung und Betreuung von digitalen Angeboten gehört ebenso zu den Aufgaben wie die langfristige Sicherung von Forschungsergebnissen des Instituts und projektbezogene Forschungsleistungen auf dem Gebiet der Digital Humanities. In enger Zusammenarbeit mit den WissenschaftlerInnen werden am GEI generierte und externe Daten aufbereitet und Werkzeuge für die weitere Erschließung und Analyse bereitgestellt. Auf diese Weise schafft die Abteilung DIFI ein Arbeitsumfeld, in dem neue Forschungsfragen gestellt und bearbeitet werden können. Die nachhaltige Sicherung der Forschungsdaten in den Repositorien des GEI gewährleistet deren Transfer und wissenschaftliche Nachnutzung. Jahresbericht 2019 | Digitale Informationsund Forschungsinfrastrukturen 47 SCHLAGLICHTER DIFI IN 2019 KONFERENZ ITBC IN BUENOS AIRES Im Oktober 2019 veranstaltete das GEI in Kooperation mit dem argentinischen Bildungsministerium und der Biblioteca Nacional de Maestros die vierte internationale Konferenz zum International Textbook Catalogue in Buenos Aires. Renommierte ExpertInnen aus den Bereichen Informatikund Bibliothekswissenschaft diskutierten mit BildungsmedienforscherInnen über die Bedarfe von zukunftsfähigen Forschungsinfrastrukturen im Hinblick auf den Ausbau des International TextbookCat. Abschließend wurden Vereinbarungen für die weitere Zusammenarbeit des Kooperationsverbundes in den nächsten Jahren getroffen, die neben dem Ausbau von Infrastrukturen auch gemeinsame Forschungen vorsehen. CLARIN, DARIAH, CLARIAH: METADATENINFRASTRUKTUREN FÜR HISTORISCHE FORSCHUNGSDATEN Die Dokumentation und das zur Verfügungstellen von Forschungsdaten sind eine Herausforderung für historisch arbeitende WissenschaftlerInnen und die sie unterstützenden Forschungsinfrastruktureinrichtungen. Mitglieder der am GEI koordinierten CLARIND Facharbeitsgruppe „Geschichte“ trafen sich deshalb im November 2019 mit ExpertInnen und NutzerInnen entsprechender Angebote CLARINs und DARIAHs zu einem Workshop am GEI. Diskutiert wurden neben den Zielen von CLARIAH-DE auch die Anforderungen der historischen Forschung an eine Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI). INTERNATIONAL CONFERENCE ON METADATA AND SEMANTICS RESEARCH (MTSR‘19) Innovative Forschungsinfrastrukturen entstehen nur durch entsprechende Forschung und fachlichen Austausch. Ernesto William De Luca, Leiter der Abteilung DIFI, organisiert deshalb seit 2016 den Special Track „Digital Humanities & Digital Transformation“ im Rahmen der jährlichen „International Conference on Metadata and Semantics Research” (MTSR). 2019 übernahm er zusätzlich den Gesamtvorsitz der 13. MTSR, die vom 28. bis 31. Oktober an der Guglielmo Marconi Universität in Rom stattfand. 91 Fachleute aus 26 Ländern trafen sich dort, um über Metadaten, Ontologien und Semantik zu diskutieren. WIS EN IM UMBRUCH S Die Abteilung Wissen im Umbruch erforscht in Bildungsmedien dargelegtes Wissen als Indikator und Faktor gesellschaftlichen Wandels. Schulbücher und andere Bildungsmedien sind ein zentrales Instrument, mit dessen Hilfe Gesellschaften als relevant erachtetes Wissen an die nächste Generation zu vermitteln versuchen. Was gilt eigentlich als relevantes schulisches Wissen in der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichem Wandel in unterschiedlichen Weltregionen? Was steht im Schulbuch über gesellschaftliche Pluralisierung, politische Umbrüche, Religion oder Klimawandel? Die Abteilung analysiert das in Bildungsmedien repräsentierte Wissen – sowie die Auslassungen – über Kontinuitäten und Brüche gesellschaftlicher Ordnungen im historischen und internationalen Vergleich. In welchen Prozessen wird dieses Wissen von wem ausgehandelt, bestimmt und gegebenenfalls kontrovers umkämpft? Die Abteilung untersucht die Produktion und Aneignung von in Bildungsmedien dargelegtem Wissen im staatlichen, bildungspolitischen und ökonomischen Kontext. Dabei legt sie den Fokus darauf, wie sich gesellschaftliche Aushandlungen in Prozessen der Produktion und Aneignung von Schulbuchwissen zwischen Curriculum-DesignerInnen, Verlagen, AutorInnen, gesellschaftlichen Interessengruppen sowie Lehrenden und Lernenden niederschlagen. Die Abteilung fragt danach, wie sich Wissensordnungen wandeln, um veränderten Anforderungen und Erwartungen zu begegnen. Damit greift sie wissenschaftliche Debatten aus verschiedenen Disziplinen auf und trägt zu ihnen bei. 50 Jahresbericht 2019 | Wissen im Umbruch ZWISCHENTÖNE GOES EUROPEAN DIE NEUE LEHRMITTELPLATTFORM EDUSKILLS+ Von 2017 bis 2019 beteiligte sich die Webplattform „Zwischentöne: Materialien für Vielfalt im Klassenzimmer” (www.zwischentoene.info) des GeorgEckert-Instituts an dem im Rahmen des Erasmus+- Programms durch die Europäische Union geförderten Transferprojekt „Reflections – Bildung für kritisches Denken, integrative Gesellschaften und dynamisches Engagement“. Ergebnis ist die digitale Lehrmittelplattform „Edu-Skills+“ für Unterrichtsmaterialien, die darauf abzielt, neben dem Erlernen von kritischem Denken die Entwicklung von Fähigkeiten zu unterstützen, die für die aktive Teilnahme an demokratischen Prozessen und das Leben in pluralen Gesellschaften notwendig sind. Das Ziel des Projektes, einem Verbund von Partnern aus verschiedenen EU-Staaten, besteht vor allem darin, vorhandene Bildungsangebote zu vernetzen und sie international zugänglich und bekannter zu machen. „Reflections“ führte dabei unterschiedliche digitale Infrastrukturen und Produkte im Bereich der interkulturellen Bildung zusammen, um damit gemeinsam neue Inhalte und Zugänge zu digitalen Bildungsmedien an der Schnittstelle von Diversity Education, Demokratiebildung, Philosophischer Dialog, Globales Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung zu erschaffen. DIE PLATTFORM EduSkills+ (www.eduskills.plus) ist in derzeit sechs Sprachversionen zugänglich: Deutsch, Englisch, Italienisch, Polnisch, Slowenisch und Slowakisch. Von der Startseite aus gelangt man entweder auf eine Seite mit Unterrichtseinheiten, auf eine mehrsprachige Medienbibliothek oder kann direkt auf Video-Tutorials zugreifen. Die Module sind den verschiedenen Themenfeldern „Die vernetzte Welt”, „Menschen in Bewegung”, „Zusammenleben” und „Gemeinsames Nachdenken” zugeordnet. Sie sind für die Sekundarstufen I und II vorgesehen und ihre Struktur orientiert sich an der Organisation von Unterricht in der Schule. In einem einführenden Teil werden Inhalt und Ziel des Modules erklärt, ein Lehrplanbezug hergestellt und Kompetenzen aufgezählt, die mithilfe des Moduls entwickelt werden sollen. Die Video-Tutorials sind jeweils mit einzelnen Modulen verknüpft. In ihnen werden entweder die Ansätze erklärt, auf denen die Module basieren, oder ein Überblick über die Module und deren Relevanz gegeben. Des Weiteren sind Ablaufpläne für die einzelnen Unterrichtsstunden verfügbar. Multimediale Materialen sind mit der passenden Stelle im Ablaufplan verlinkt. Die gesamten Module lassen sich als PDF-Dateien herunterladen und stehen den NutzerInnen kostenfrei zur Verfügung. ZWISCHENTÖNE UND EDUSKILLS+ EduSkills+ ist eine eigenständige Plattform, die vom Studio Gaus in Berlin betrieben wird. Sie bildet ein komplementäres Angebot zu der am GEI angesiedelten Lehrmittelplattform „Zwischentöne“ und ist mit ihr verlinkt. Während die Zwischentöne-Module gezielt auf den deutschen Schulunterricht ausgerichtet sind und sich an der Lebenswelt von SchülerInnen orientieren, die in Deutschland leben, und sich dadurch in besonderem Maße für den Einsatz in deutschen Schulen eignen, kann EduSkills+ in verschiedenen europäischen Ländern eingesetzt werden. Jahresbericht 2019 | Wissen im Umbruch 51 Erstellung der audiovisuellen Elemente übernahm. Fortbildungen von Lehrkräften wurden von allen ProjektpartnerInnen durchgeführt, die in ihren jeweiligen Ländern sowie in nationalen wie internationalen Netzwerken Öffentlichkeitsarbeit betrieben. AUSBLICK Die verschiedenen Sprachversionen wurden mithilfe eines Übersetzungstools erstellt, das die Erweiterung um zusätzliche Sprachen mit einem minimalen technischen Aufwand ermöglicht. Darüber hinaus ist geplant, die Plattform inhaltlich zu erweitern. EDUSKILLS+ DIE KOOPERATIONSPARTNER Jede Partnerinstitution hatte eine klare Rolle: Das Projektmanagement übernahm die internationale Jugendorganisation Edukácia@Internet in Bratislava, die über langjährige Erfahrungen im Bereich der elektronischen internationalen Bildung und der Entwicklung mehrsprachiger Webangebote verfügt. Die Entwicklung der Plattform wurde von der in Berlin ansässigen Studio Gaus GmbH übernommen, die ein Übersetzungstool in das Projekt einbringen konnte, mit dem die verschiedenen PartnerInnen ihre sprachliche Expertise in das Projekt einfließen ließen. Die Leitung der inhaltlichen Entwicklung teilte sich das GEI mit der Universita degli Studi di Napoli Federico II, die darüber hinaus ihr Curriculum zur Förderung des kritischen Denkens und der Fähigkeit zum Philosophieren mit Jugendlichen und Kindern in das Projekt einbrachte. Die Umsetzung in Form von Modulen übernahm die Österreichische Gesellschaft für Kinderphilosophie in Wien. Das GEI trug auf der Basis der Arbeit mit der Plattform „Zwischentöne” entscheidend zur Konzeption der Unterrichtseinheiten bei und stellte fünf Module aus dem vorhandenen Bestand zur Verfügung. Weitere Module entwickelte die österreichische NGO Südwind Verein für Entwicklungspolitik und globale Gerechtigkeit. Die Mitarbeit der polnischen Fundacja „Krzyz˙owa“ dla Porozumienia Europejskiego (auch bekannt als Internationale Jugendbegegnungsstätte Kreisau) fokussierte vor allem die Fortbildung von Lehrkräften und die Erprobung des Einsatzes der Unterrichtsmodule. Dies stand ebenfalls im Mittelpunkt der slowenischen Organisation Inter-kulturo, die darüber hinaus Aufgaben in der strukturellen Realisierung der Plattform sowie der PROJEKTLEITUNG: Prof. Dr. Riem Spielhaus PROJEKTMITARBEIT: Dr. Imke Rath Dr. Nadin Tettschlag FÖRDERUNG: Erasmus+ LAUFZEIT: 2016-2019 52 Jahresbericht 2019 | Wissen im Umbruch52 Jahresbericht 2019 | Wissen im Umbruch MIGRATION UND DAS DEUTSCH-ISRAELISCHE VERHÄLTNIS Die Deutsch-Israelische Schulbuchkommission (DISBK) beschäftigt sich aktuell in gleich drei Arbeitsfeldern mit Migration im deutsch-jüdisch-israelischen Kontext: bei der Erstellung bilateraler Unterrichtsmaterialien, in der Lehrerfortbildung und in der Schulbuchanalyse. BILATERALE UNTERRICHTSMATERIALIEN Seit dem Frühjahr 2019 sind die Unterrichtseinheiten online, die israelische und deutsche WissenschaftlerInnen, PädagogInnen und VerlagsredakteurInnen im Rahmen der DISBK gemeinsam konzipiert und umgesetzt haben. Unter www.migration.cet.ac.il/de ist die deutsche Homepage des Projekts „Von hier   Dorthin. Hierher   Von dort – Migration aus bilateraler Perspektive“ aufrufbar. Sie bietet Zugang zu bisher sechs Unterrichtseinheiten in deutscher und hebräischer Sprache, die im Geschichtsund Sozialkundeunterricht der Sekundarstufe I eingesetzt werden können. Eine der Geschichtseinheiten beschäftigt sich beispielsweise mit der Einwanderung der vor dem Nationalsozialismus fliehenden deutschsprachigen Juden nach Palästina in den 1930er Jahren. Indem sie den Blick nicht nur auf den Aspekt der Verfolgung richtet, sondern auch Fragen des „Danach“, also der nicht immer einfachen Ankunft und Integration wie auch des Beitrags der sogenannten „Jeckes“ zum jüdischen Leben in Palästina beleuchtet, ergänzt sie den curricularen Unterrichtsstoff auf sinnvolle Weise. Für den Politikunterricht bieten die Unterrichtsmodule zu jüdischer und nichtjüdischer Einwanderung nach Israel auch Informationen und didaktisches Material zur israelischen Gesellschaft und zum Selbstverständnis des Landes als jüdischer und demokratischer Staat. Zwei Geografiemodule, die sich u. a. mit Tel Aviv unter Einwanderungsgesichtspunkten befassen, sind im Entstehen. Die bilateralen Unterrichtseinheiten stehen im Zentrum gemeinsamer Veranstaltungen zur Lehrerfortbildung, aus denen ein deutsch-israelisches MultiplikatorInnen-Netzwerk hervorgehen soll. Ein erster Workshop mit PädagogInnen aus Israel und aus Nordrhein-Westfalen fand im Juli 2019 am Tel Aviver Center for Educational Technology statt. SCHULBUCHANALYSE Welches Bild von Israel und dem Judentum wird Geflüchteten vermittelt, die in den letzten Jahren nach Deutschland kamen und weiterhin kommen? Diese Frage ist angesichts der Herausforderungen von Integration und Antisemitismusprävention von besonderer Relevanz. Die DISBK untersucht aktuell anhand von Schulbüchern und anderen Unterrichtsmaterialien, die in den sogenannten „Orientierungskursen“ des Bundes sowie in anderen Integrationsangeboten eingesetzt werden, ob und wie die genannten Themen hier in Erscheinung treten. Vorgesehen sind auch Befragungen von Lehrkräften sowie Unterrichtsbeobachtungen, um entsprechende Empfehlungen abgeben zu können. DEBATTE Dass die Frage nach den Auswirkungen von Migration auf das deutsch-israelische Verhältnis alles andere als randständig ist, zeigte eine Tagung zu diesem Thema, die die Schulbuchkommission, das GEI und der Lehrstuhl für Geschichtsdidaktik an der Universität Leipzig Ende November am Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig organisierte. Die verschiedenen Panels befassten sich mit den aktuellen Debatten über Einstellungen unter Geflüchteten und Menschen mit Migrationshintergrund gegenüber Israel und Juden, Jahresbericht 2019 | Wissen im Umbruch 53 MIGRANTEN AUF DEM WEG NACH ISRAEL UNTERRICHTSEINHEITEN den Auswirkungen auf die Museumsund Gedenkstättenkultur in Deutschland, der Frage nach geeigneten Strategien für die Integrationspädagogik sowie der israelischen Erfahrung mit jüdischer Einwanderung und nichtjüdischer Migration. Den Keynote-Vortrag hielt der bekannte israelische Fernsehjournalist und Deutschlandexperte David Witzthum, der die Rezeption der „Flüchtlingskrise“ von 2015 in den israelischen Medien rekapitulierte. Zum Abschluss der Tagung wagte sich der israelische Historiker Moshe Zimmermann an eine Prognose über die zukünftige Entwicklung des deutsch-israelischen Verhältnisses unter den sich abzeichnenden politischen und gesellschaftlichen Tendenzen in beiden Ländern, die jedoch nicht allzu optimistisch ausfiel. Die Tagung wurde – wie alle Aktivitäten der Deutsch-Israelischen Schulbuchkommission – vom Auswärtigen Amt gefördert. VORSITZENDER DER DISBK: Prof. Dr. Eckhardt Fuchs PROJEKTKOORDINATION: Dr. Dirk Sadowski FÖRDERUNG: Auswärtiges Amt 54 Jahresbericht 2019 | Wissen im Umbruch TRANSNATIONALE BILDUNGSKURSE – RELIGION IM FOKUS Wie sieht die Zukunft des Themas Religion im Unterricht aus? Bleibt es beim konfessionellen Religionsunterricht als regulärem Schulfach? Welche weiteren Zugänge zu Religion in verschiedenen Schulfächern gibt es? Alle diese Fragen bewegen seit Jahren die Bildungspolitik im nationalen und im globalen Kontext. Bereits seit den 1980er Jahren zeichnete sich in Deutschland eine Trendwende sowohl im konfessionellen Religionsunterricht als auch in den Fächern Geschichte, Geografie und Sozialkunde ab. Damals begann die Debatte um Islam in deutschen Curricula und Schulbüchern – als ein Symbol der gesellschaftlichen Pluralisierung. Die Folge der Trendwende war u. a. die Einführung des Themenkomplexes „Weltreligionen“ in den konfessionellen Religionsunterricht. In anderen europäischen Ländern wie z. B. Großbritannien, Norwegen, Schweden, Kanada (Quebec) und Luxemburg gab und gibt es ähnliche Entwicklungen. Auch in diesen Ländern kam es zu einschneidenden Veränderungen im Bildungsbereich: Bildungsministerien entwickelten neue Konzeptionen für Religion in der Bildung, wandelten die bestehenden konfessionellen Schulfächer in Angebote für alle um oder ersetzten sie komplett durch religionskundliche oder religionsund weltanschauungsübergreifende wertebezogene Ansätze. Gemeinsame ist allen diesen Debatten und Initiativen eine argumentative Linie, die sich einerseits auf die Pluralisierung der Gesellschaft bezieht. Andererseits spielen Menschenrechte, Bildungsrechte und europäische Bildungsstandards in Bezug auf Diversität in ihnen eine herausragende Rolle. Jahresbericht 2019 | Wissen im Umbruch 55 dem Jugendliche ungeachtet des religiösen und weltanschaulichen Hintergrunds gemeinsam Wissen über verschiedene Religionen und Kulturen vermittelt bekommen. Dieses „teaching about“ – wie der Zugang im angelsächsischen Raum genannt wird – steht in der Tradition interkultureller Bildung und entstammt dem angelsächsischen Entwurf zur Multikulturalität. Die im Projekt zu untersuchenden Organisationen liefern dazu eigene Bildungsmaterialien, sie antizipieren die zukünftige Gesellschaft und dienen bereits heute einigen national oder lokal verorteten Bildungsträgern als Orientierung. Im Rahmen des DFG-finanzierten Projektes „Transnationale Bildungsdiskurse – Religion im Fokus“ (2019-2022), werden vor dem Hintergrund dieser Debatten die Entwicklung von Religionsgebegriffen und Religionskonzepten internationaler Organisationen im Bildungsbereich analysiert. Das Projekt fragt nach den Standards – in Form von verbindlichen und unverbindlichen Dokumenten, Bildungsbroschüren und Manuals – die diese Organisationen entwickeln und bereitstellen. Analysiert werden die Dokumente der UNESCO, des Europarates (Council of Europe/ CoE) und der Organisation for Security and Cooperation in Europe/Office for Democratic Institutions and Human Rights (OSZE/ODIHR). Die Entwicklung solcher Standards lässt sich einerseits als eine Verlagerung der Bildungspolitik von nationalstaatlichen Regierungen hin zu internationalen Organisationen und eine Harmonisierung lokaler Bildungswelten durch globale Eliten betrachten. Andererseits sehen KritikerInnen darin eine Fragmentierung des Wissens und die Verbreitung gleicher Denk-, Organisationsund Handlungsschemata. Für die religiösen Akteure spielen diese Entwicklungen eine herausragende Rolle, da sie teilweise darin involviert sind und teilweise starke Kritik an der Homogenisierung der Religionszugänge üben. Dass man hier von transnationalen Bildungsdiskursen sprechen kann, zeigen auch die wichtigsten Schriften der OSZE Toledo Guiding Principles on Teaching about Religions and Beliefs in Public Schools (2008) und des Europarates Signposts (2014). Dadurch machen die genannten Organisationen deutlich, dass sie sich als unübersehbare Akteure im Diskurs um Religion im globalen Bildungskontext verstehen. Außerdem unterbreiten sie Bildungsvorschläge in Richtung eines Unterrichts „für alle“, bei PROJEKTLEITUNG: Dr. Zrinka Štimac FÖRDERUNG: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) LAUFZEIT: Januar 2019 - Februar 2022 62 Jahresbericht 2019 | Mediale Transformation GLOBAL CITIZEN ... SEIN ODER NICHT SEIN? WAS GENAU BEDEUTET GLOBAL CITIZENSHIP UND WIE KÖNNEN WIR ES ERLERNEN, LEHREN UND BEOBACHTEN? Ein multidisziplinäres, abteilungsübergreifendes Team von WissenschaftlerInnen der Abteilungen Mediale Transformationen und Wissen im Umbruch haben sich gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern an der Universität Göttingen mit dieser Frage befasst und lieferten dazu 2019 erste Ergebnisse. Das globalDAS-Projekt war von 2017 bis 2018 Bestandteil einer Reihe von Projekten am GeorgEckert-Institut, die sich mit Deutschen Auslandsschulen (DAS) befasst und wichtige Einblicke in das Lehren und Lernen an deutschen Schulen im Ausland geliefert haben: globalDAS befasste sich konkret mit den Idealen und alltäglichen Praktiken von Global Citizenship Education an sechs Deutschen Auslandsschulen in fünf Regionen der Welt, die mehr oder weniger explizit das Leitbild der „globalen“ BürgerInnen vertreten. Die zentrale Frage war, wie global citizenship in den alltäglichen Praktiken an Deutschen Auslandsschulen in unterschiedlichen Regionen der Welt angeeignet wird. GERMAN INTERNATIONAL SCHOOL OF SILICON VALLEY ST. KILIAN‘S GERMAN SCHOOL DEUTSCHE SCHULE INSTITUTO BALLESTER BEVERLY HILLS CAIRO GERMAN SCHOOL DEUTSCHE INTERNATIONALE SCHULE JOHANNESBURG GERMAN SCHOOL SEOUL INTERNATIONAL Jahresbericht 2019 | Mediale Transformation 63 DAS: TRANSNATIONALE BILDUNGSRÄUME Deutsche Auslandsschulen erweisen sich aufgrund ihrer Lage in so genannten transnationalen Räumen als hervorragender Ort zur Untersuchung von Global Citizenship Education (GCE). Sie vereinen (1) internationale und nationale, öffentliche und private organisatorische Rahmenbedingungen, (2) grenzüberschreitende Bildungspolitik und Bildungsinhalte (Lehrbücher und Lehrpläne, die in einem Land für ein „nationales Publikum” entwickelt und in anderen Ländern umgesetzt werden) und (3) transnational mobile Personen (Lehrende, Lernende, Eltern und MitarbeiterInnen). Die Beziehungen zwischen diesen sind insofern transnational, als dass sie grenzüberschreitende Praktiken wie Auslandsstudienprogramme, grenzüberschreitender Schulaustausch, außerschulische Aktivitäten etc., Symbole (wie „inter- / binationalisierte“ Schullogos, Sprachen) und materiale Objekte (z. B. Lehrbücher und Unterrichtsmaterialien) aufweisen. Die Hauptakteure reflektieren diese Erfahrungen und berufen sich selbst auf ihre „Transnationalität“ und „Weltbürgerschaft“ in ähnlicher Weise wie SchülerInnen an internationalen Schulen weltweit. GCE: „WANN” UND „WO” GESCHIEHT ES? Während der Datenerhebung und -analyse wurde klar, dass neben der Frage nach dem „Was“ und „Wie“ ebenfalls das „Wann“ und „Wo“ der Aneignung und Förderung aber auch Ablehnung der global citizenship mehr Aufmerksamkeit bedarf. Die WissenschaftlerInnen fanden klare Belege dafür, dass GCE eher eine Sammlung von Praktiken darstellt, die in bestimmten zeitlichen und räumlichen Kontexten situiert sind, und nicht als universeller Entwurf in verschiedenen nationalen Zusammenhängen besteht. Während der empirischen Datenerhebung erwies sich der methodischen Zugang, Ort, Zeit und Kontext als Konstrukte zu betrachten, anstatt sie als Selbstverständlichkeiten hinzunehmen, als sehr erfolgreich. Dadurch, dass konkrete Schulpraktiken beobachtetet und diese über verschiedene Zeiträume, Orte, Akteure und Analyseebenen hinweg untersucht wurden, trug das Projekt zur Weiterentwicklung von Methoden im Feld der Forschungsn zu Transnationalismus bei. Die wichtigsten Erkenntnisse dieser Untersuchung: GERMAN SCHOOL SEOUL INTERNATIONAL 64 Jahresbericht 2019 | Mediale Transformation PROJEKTLEITUNGEN: Prof. Dr. Felicitas Macgilchrist Prof. Dr. Riem Spielhaus PROJEKTMITARBEIT: Dr. Annekatrin Bock Dr. Catharina I. Keßler Dr. Simona Szakács-Behling FÖRDERUNG: Auswärtiges Amt LAUFZEIT: 2018-2019 GCE ALS GRENZÜBERSCHREITENDES ENGAGEMENT Die Untersuchung der lokalen Praktiken von GCE bot Einblicke in drei Formen des Engagements, die sich an den verschiedenen Schulstandorten wiederfinden lassen. Diese zeichnen sich durch unterschiedliche, zum Teil auch widersprüchliche Konzepte von global citizenship aus – beispielsweise durch wirtschaftliche, politische, soziale und ökologische Modelle: • Ökologisches Engagement (z. B. ökologische Aktivitäten und Projekte für eine „grüne Schule“, Anbau von Bio-Gemüse, Woche des Umweltbewusstseins): Der neoliberale und ökonomische Sinn, Geld zu sparen und „marktfähige“ Kompetenzen zu erlangen, wurde mit Bedenken zur Umwelt und der Rettung des Planeten für das Wohl aller Menschen verknüpft. • Solidarisches Engagement (z. B. die Aktion „Christmas in a shoebox“, Wohltätigkeitsveranstaltungen, Spendenwettbewerbe, soziale Aktivitäten zugunsten verschiedener „Schutzbedürftiger“): Hier haben sich schulübergreifend zwei Solidaritätsansätze herauskristallisiert. Zum einen besteht ein eher abstrakter, vertikaler und „softer“ Ansatz, der „globales“ Engagement weit über nationale Grenzen hinaus betrachtet und implizite Machtstrukturen zwischen SpenderInnen und EmpfängerInnen von Nächstenliebe in fernen Ländern verstärkt. Zum anderen ein Ansatz, der persönlicher, horizontaler und kritischer ist, da er eher Klassenschichten als Staatsgrenzen überwindet und Verbindungen zwischen den Beteiligten innerhalb eines lokalen Rahmens herstellt, ohne jedoch die „Privilegienblase“ vollständig zu durchstoßen. • Demokratisches Engagement (z. B. die Simulationsspiele Model United Nations (MUN) oder Model EU, die Teilnahme an der JuniorWahl, SchülerInnen Vertretung): Neben einem wirtschaftlichen und kulturellen Modell des global citizenship, bei dem SchülerInnen die Gelegenheit nutzten, sich durch die Teilnahme an Planspielen kulturell zu bereichern und individuell (beruflich) zu qualifizieren, konnten ebenfalls kritisches Denken und demokratisches Engagement bezüglich internationaler und nationaler politischer Fragen beobachtet werden. DIE UNMÖGLICHKEIT, GCE ZU KATEGORISIEREN UND ZU TESTEN Unsere Beobachtungen liefern eine konkrete Erkenntnis: GCE widersetzt sich nicht nur einer einfachen Definition, bedeutet sie doch Unterschiedliches für unterschiedliche Akteure, sondern ist auch nicht leicht zu standardisieren und zu messen. Bestehende Kategorisierungen von Global-citizenship-Modellen, bei denen in der Fachliteratur wirtschaftliche, ökologische, politische, soziale (etc.) Dimensionen unterschieden werden, können nicht ohne weiteres auf GCE-Praktiken übertragen werden. Die Komplexität des alltäglichen Lebens erschwert Standardisierung, wenn sie sie nicht sogar unmöglich macht. Der Mehrwert internationaler Tests, die Globalcitizenship-Konzepte aufgreifen (wie die PISA-Skala für „globale Kompetenz“), gilt es daher zu hinterfragen. Wenn jede Form der lokalen Umsetzung von global citizenship unterschiedlich ausfällt und viele verflochtene, teils widersprüchliche Konzepte an verschiedenen Standorten mobilisiert werden, können dekontextualisierte Testergebnisse kaum produktive Schlussfolgerungen für die Bildung liefern – außer dass sie bestehende Strukturen, die einer gewissen organisatorischen Agenda zugrunde liegen, institutionalisieren. PROJEKTVIDEO PROJEKTSEITE „DAS“ Jahresbericht 2019 | Mediale Transformation 65 PROJEKTSTART: STREITGESCHICHTE IM UNTERRICHT Welche Geschichte ist heute für uns relevant und welchen Sinn sollen wir ihr zuschreiben? Welche Deutungen werden als kulturell selbstverständlich akzeptiert, welche stoßen auf Unverständnis und welche werden kontrovers diskutiert? Diesen Fragen geht ein 2019 gestartetes Projekt anhand unterschiedlicher Themen, die vom Zweiten Weltkrieg bis zur Geschichte des Umbruchs in den 1990ern reichen, nach. 2019 lag der Fokus auf dem Vietnamkrieg und dabei auf Szenen wie dieser: Die Historiografie, die deutschen Schulbücher, Annas Lehrer und mit ihm natürlich alle „kompetenten“ Mitglieder der deutschen Erinnerungskultur „wissen“ natürlich, wie man „richtig“ über den Vietnamkrieg spricht. Sie „wissen“, dass es in Vietnam um einen Stellvertreterkrieg zwischen der Sowjetunion und den USA ging. Warum scheitert Anna, die „eigentlich“ eine gute Schülerin ist, an der Reproduktion dieser Binsenwahrheit? Das Projekt stellt genau diese Art von Fragen. Es nimmt Situationen im Geschichtsunterricht unter die Lupe, in denen die Dinge vermeintlich aus dem Ruder laufen; Momente, in denen etwas Unerwartetes geschieht; Momente, in denen Deutungen, die lange Zeit unwidersprochen hingenommen wurden, auf einmal entweder für Kontroversen oder für Missverständnisse sorgen. Aus Annas Fehlleistung kann man viel lernen. Sie verweist auf mindestens zwei Schwachstellen in der konventionellen Deutung des Vietnamkriegs als Stellvertreterkrieg. Diese verdeckt nicht nur, dass es in Vietnam auch um einen aus der Dekolonisierung resultierenden Nord-Süd-Konflikt geht; sie verdunkelt auch die Rolle der USA, die sich ja gerade nicht vertreten lassen, sondern ganz massiv in den Konflikt eingreifen. Wenn wir SchülerInnen wie Anna über die Schulter schauen, können wir die Haken entdecken, die in unserer Erinnerungskultur versteckt sind. PROJEKTLEITUNG: Dr. habil. Barbara Christophe FÖRDERUNG: GEI Haushalt LAUFZEIT: 2019-2021 Anna und Marie, Zehntklässlerinnen an einer deutschen Gesamtschule, sind nervös. Sie sollen ein Referat über den Vietnamkrieg halten und dabei das Konzept des Stellvertreterkonflikts anwenden. Genau das ist ihnen aber immer noch nicht so ganz klar. Wer hat eigentlich wen vertreten? Anderes haben sie hingegen gut verstanden: Dass Frankreich seine alte Kolonie zurückhaben und Vietnam unterwerfen will. Oder dass die USA die Ausbreitung des Kommunismus verhindern wollen. Dabei würden Anna und Marie es gerne belassen. Aber ihr Lehrer fordert hartnäckig eine Erklärung zum Konzept des Stellvertreterkriegs ein. Anna denkt noch einmal kurz nach. Der eigentliche Konflikt, so stellt sie dann fest, betraf Frankreich und Vietnam, die USA haben nur „irgendwie“ mitgekämpft, „stellvertretend“, wie sie sagt. 66 Jahresbericht 2019 | Mediale Transformation DISCOURSE OF EDTECH Welche Prioritäten, Wertesysteme und Kosmologien werden in Texten zu digitalen Bildungsmedien hervorgebracht? Wie – und von wem – wird der aktuelle Medienwandel in Schulen gestaltet? Diesen beiden leitenden Fragen ging das „Discourse of EdTech”- Forschungsprojekt zwischen 2015 und 2019 nach. „Words are never ‚only words‘; they matter because they define the contours of what we can do”, sagte der slowenische Philosoph Slavoj Žižek. Vor diesem Hintergrund beobachtete das „Discourse of EdTech”- Projekt, welche Wörter den öffentlichen Diskurs – und somit das, was wir tun können – derzeit prägen und welche alternative Wörter Irritationen in den Diskurs bringen bzw. Fluchtlinien zu anderen Kosmologien aufzeigen. Einige werden in Abbildung 2 kurz dargestellt. Ein Schwerpunkt des Projekts war die Art und Weise, wie SchülerInnen in den Texten adressiert werden bzw. wie sie imaginiert werden. Mit Fokus auf deutschsprachigen Texten wurde z. B. die Strategie der Kultusministerkonferenz (KMK) zur „Bildung in der digitalen Welt“ und die Reaktionen der wissenschaftlichen und bildungsaktiven Communities darauf untersucht. Einige Figuren in der KMK-Strategie und in öffentlichen Stellungnahmen werden in Abbildung 1 beschrieben. Ähnliche Figuren wurden in bildungspolitischen Dokumenten in verschiedenen Ländern der EU identifiziert. Basierend auf Ergebnissen der Diskursanalyse wurde in Kooperation mit weiteren WissenschaftlerInnen ein „social science fiction“ erarbeitet, also eine Geschichte im ScienceFiction-Genre, die aber auf sozialwissenschaftlichen statt naturwissenschaftlichen Erkenntnisse beruht. Wir imaginierten einige fiktive Zukunftsszenarien, die aus den Entscheidungen für oder gegen unterschiedliche digitale Bildungsmedien heute wachsen könnten. Grundsätzlich identifizierte das Projekt zwei Wertesysteme, die besonders interessante Konturen in den Debatten um digitale Technologie und Schule einbringen: Wir können entweder auf die Digitalisierung „reagieren“, oder wir können Schule „(neu) gestalten“. Eine zentrale Unterscheidung zwischen ihnen ist der Grad an Gestaltungsund Handlungs- Jahresbericht 2019 | Mediale Transformation 67 ABBILDUNG 1 ABBILDUNG 2 NutzerInnen: Bedienen effektiv und kompetent vorhandene digitale Werkzeuge Maker: Entwickeln kreativ und gestalterisch ihre eigenen Medienangebote KritikerInnen: Reflektieren kritisch die Macht der digitalen Medien GesellschaftsgestalterInnen: Erschließen die Wirkprinzipien der „digitalen Welt“, um sie aktiv mitzugestalten EcosophInnen: Berücksichtigen die Umweltauswirkungen digitaler Technologien ExpertInnen: Werden für ihre Ideen zur Gestaltung von Bildung in der digitalen Welt angefragt Digitalisierung: Etwas, das analog vorliegt, wird in digitale Form gebracht Primat des Pädagogischen: Wird als Ziel betont, in Abgrenzung zu einem Primat des Technischen, der auf Technikbeschaffung fokussiert Kompetenzen: Werden als individualisierte Fähigkeiten verstanden und drängen die gesellschaftliche Dimension des Kulturwandels in den Hintergrund Dekoloniales Design: Greift neue, dekoloniale, relationale, machtkritische, communitybasierte Gestaltungsmöglichkeiten auf Konviviale Technik: Steht allen Menschen möglichst frei zur Verfügung und erleichtert eine lebensfreundliche Gesellschaft Postdigitalität: Hinweis, dass wir in verschränkten, soziotechnischen, gleichzeitig-digital-und-nichtdigitalen Welten leben Figuren Wörter PUBLIKATIONEN Macgilchrist, F. (2019). „Digitale Bildungsmedien im Diskurs: Wertesysteme, Wirkkraft und alternative Konzepte.” In: Aus Politik und Zeitgeschichte, 69, S.18-23, http://www.bpb.de/apuz/ 293124/digitale-bildungsmedien-im-diskurs. Macgilchrist, F., H. Allert, A. Bruch. (2019). „Students and society in the 2020s: Three future ‚histories‘ of education and technology.“ In: Learning, Media and Technology 45 (1), S. 76-89, https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/ 17439884.2019.1656235. möglichkeiten, die sie Lehrenden, Lernenden und weiteren Bildungsakteuren zuschreiben. Aus den Wörtern entstehen konkrete Handlungsentscheidungen mit Relevanz für Bildungsziele, Praktiken und Ressourcen. Nur zu reagieren birgt die Gefahr, eine instrumentelle Nutzung digitaler Bildungsmedien zu bevorzugen und die potenziell gesamtgesellschaftlichen Transformationen zu übersehen. Wer neu gestaltet, agiert als Teil eines soziotechnischen und -ökologischen Netzwerks, das Entscheidungen über Daten, Umwelt, zwischenmenschliche Beziehungen, Gerechtigkeit, Dekolonisierung, Design, Respekt, Lernaktivitäten, Kommunikation, Architektur, Relationalität, Konvivialität und Teilhabe fällt. Diese zwei Wertesysteme, so eine Schlussfolgerung des Projekts, ringen derzeit um die Möglichkeit, die Zukunft von Unterricht, Schule und Gesellschaft zu prägen. 68 Jahresbericht 2019 | Mediale Transformation Das vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur geförderte interdisziplinäre Projekt „Lernkultur im digitalen Wandel. Ethnographische Studien zu Schule und Unterricht (LernDiWa)“ feiert im Februar 2020 seinen offiziellen Startschuss am Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung (GEI). Gemeinsame mit dem Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Göttingen beobachten vier Wissenschaftlerinnen über zwei Jahre, wie sich das Unterrichtsleben unter dem Einfluss der Nutzung digitaler und analoger Medien an einer niedersächsischen Integrierten Gesamtschule gestaltet. Wie verändert sich die Lernkultur in einer digital vernetzten Welt? „Die tiefgreifenden Veränderungen für Schule und Unterricht, die mit dem digitalen Wandel einhergehen, stellen ein viel diskutiertes Thema dar und sind vor allem von Good-practiceBeispielen oder Schreckensszenarien geprägt“, so Prof. Dr. Felicitas Macgilchrist, Abteilungsleiterin am GEI. Auch deshalb erscheint die Dringlichkeit einer wissenschaftlichen Studie, welche den Wandel im Alltag von Unterricht in einer digital vernetzen Welt beobachtet, umso höher. Medien beeinflussen den Menschen, genauso beeinflusst der Mensch die Medien. Die Grundannahme des LernDiWa-Projekts entspricht deshalb einem wechselseitigen Verhältnis von Menschen und Medien bzw. SchülerInnen und der digitalen Welt. Doch welcher Wandel ereignet sich im schulischen und unterrichtlichen Alltag mit und durch digitale Medien? Die Begleitung einer Lerngruppe aus einer niedersächsischen Integrierten Gesamtschule in ihrer Arbeit mit digitalen Technologien soll Antworten liefern. Ziel aller Projektbeteiligten ist es, die alltäglichen „digitalen Praktiken“ zu untersuchen, um Impulse für die künftige Integration digitaler Medien in die Schulpraxis generieren zu können. Basierend auf einem in einer Vorgängerstudie erprobten praxistheoretischen Lernkulturansatz erfolgt die Untersuchung digitaler Praktiken in der Organisation von Schule und Unterricht und bringt diese auch mit den digitalen Praktiken in der Freizeit und den Familien der LehrerInnen und SchülerInnen in Zusammenhang. Zum vertieften Verständnis digitaler Praktiken und der dahinter liegenden Software werden teilnehmende Beobachtungen und Interviews aufeinander bezogen. Insgesamt sind vier Forscherinnen aus den Fachrichtungen Medienwissenschaft, Schulforschung, Erziehungswissenschaft und Kulturanthropologie beteiligt: Mit ihrer Forschungsarbeit verbinden sie erstmals medienwissenschaftliche und unterrichtsbezogene Ansätze. Mithilfe einer gestaltungsorientierten Perspektive gilt es, erfolgreiche Interventionen zu entwickeln und somit praxisnahe Empfehlungen für die Bildungspolitik und -praxis geben zu können. PROJEKTLEITUNG: Prof. Dr. Felicitas Macgilchrist Prof. Dr. Kerstin Rabenstein, Universität Göttingen PROJEKTMITARBEIT: Dr. Annekatrin Bock Dr. Nadine Wagener-Böck FÖRDERUNG: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) LAUFZEIT: 2019-2022 WIE LERNEN KINDER IM DIGITALEN ZEITALTER? DIGITALE OFFENSIVE AN NIEDERSÄCHSISCHEN SCHULEN Jahresbericht 2019 | Wissen im Umbruch 69 SCHLAGLICHTER MEDIALE TRANSFORMATION IN 2019 DGFE JAHRESKONFERENZ: UNTERRICHTSMEDIEN IM DIGITALEN WANDEL Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft und dem Institut für Erziehungswissenschaft Göttingen veranstaltete das GEI vom 26. bis 27. September 2019 die Jahrestagung der Kommission Schulforschung und Didaktik der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaften. Der digitale Wandel von Schulund Unterrichtmedien war das Thema der Veranstaltung. SCHOOLS IN THE CLOUD Annekatrin Bock hat Ergebnisse des Projekts „Schools in the Cloud“ deutschlandweit präsentiert: von der MultimediaWerkstatt, Frankfurt am Main, und dem Forum didacta DIGITAL 2019 über Veranstaltungen zur „HPI Schul-Cloud: Zukunftssichere IT-Infrastruktur für Schulen in Deutschland“ am Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg bis zu einem Auftritt im Fernsehen. Diskutiert wurden Nutzerszenarien für Lehren und Lernen mit der Cloud an Schulen. Darüber hinaus fragte Annekatrin Bock in ihrer Keynote bei der 15. International Conference on Textbooks and Educational Media (IARTEM) in Odense, Dänemark, wie man ein Schulbuch untersuchen kann, wenn es kein „Buch“ mehr ist. DIGITALDIENSTAG Im Branschweiger TRAFO Hub reflektierte MeTra über die gesellschaftlichen Implikationen von digitalen Bildungsmedien für Unterricht, Schule und Gesellschaft. Beim DigitalDienstag diskutierte Maren Tribukait Ideen zur Gestaltung von Klassenräumen der Zukunft und auf dem Digitalen Marktplatz war Felicitas Macgilchrist im Gespräch mit Lehrpersonen, SchülerInnen und JournalistInnen. Mehr Informationen über die Eröffnung des Leibniz-WissenschaftsCampus – Postdigitale Partizipation – Braunschweig im TRAFO Hub siehe S.12. DOKUMENTATION K Terstegen, Saskia: „Zur Thematisierung von Race und Ethnicity. Die Verwobenheit von Diskursen und Subjekten am Beispiel US-amerikanischer Highschools.“ Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt. Troeger, Jasmin:„DerDatafizierteUnterricht–EinemultimodalediskursanalytischeBetrachtungpräfigurierterDatenpraktiken adaptiver Lernsoftware.“ Technische Universität Chemnitz. Widyasari, Wulan: „Rethinging bhineka tunggal ika: Social Media as New Public Sphere in Understanding Diversity.“ Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Fuchs, Andreas L.: „Reform im Spiegel der Musik. Die Rolle des Gesangs im Transformationsprozess jüdischer Lebenswelten im 19. Jahrhundert.“ Georg-August-Universität Göttingen. Gürsoy, Kudret: „Die Darstellung der Religionen im Schulgeschichtsund Schulpolitikbuch – Hamburger Schülerinnen und Schüler zwischen Zuschreibung und Selbstbild.“ Georg-August-Universität Göttingen. Han, Xueyuan: „Bildungspolitischer Wissenstransfer zwischen Deutschland und China zu Beginn des 20. Jahrhunderts.“ Technische Universität Braunschweig. Huang, Xiuli: „Investigating the Interaction and Higherorder Thinking in Collaborative Immersive Virtual Environments.“ Georg-August-Universität Göttingen. Junge, Manuel: „Der Islam im deutschen Lesebuch.“ Universität Osnabrück. Kobeissi, Batol: „Der Islamische Religionsunterricht als Blackbox – Die Vermittlung und Aneignung eines neuen Faches.“ Georg-August-Universität Göttingen. Li, Kaiyi:„TheInfluenceofTransnationalEducationon Secondary Education in China (1890-1949).“ Technische Universität Braunschweig. Pohl, Karoline: „Mind the Gap: Grundlagenforschung für eine Didaktik der Sequenziellen Kunst.“ Georg-August-Universität Göttingen. Richtera, Roman: „Gedächtnispolitik und Erinnerungspraktiken im Bildungskontext - Über die Zusammenhänge von Geschichte, Politik und Erinnerung in der Schule.“ Universität Siegen. Sachweh, Jannik: „Neues Wissen in Neuen Medien? Der gesellschaftswissenschaftliche Unterricht im Freistaat Braunschweig in der Weimarer Republik.“ Technische Universität Braunschweig. Schäffer, Mark: „Ein Kulturvergleich von inklusivem Unterricht.“ Georg-August-Universität Göttingen. 78 Jahresbericht 2019 | Dokumentation: Wissenschaftlicher Nachwuchs ABTEILUNG DIGITALE INFORMATIONSUND FORSCHUNGSINFRASTRUKTUREN De Luca, Ernesto William: • Einführung in die Digital Humanities (Wintersemester 2019/2020) an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. • ArtificialIntelligence(Sommersemester2019) • Web and Intelligent Information Systems (Sommersemester 2019) • Information Retrieval Systems (Sommersemester 2019) • Web Technologies and Web Mining (Sommersemester 2019) • ArtificialIntelligence(Wintersemester2019/2020) • Web and Intelligent Information Systems (Wintersemester 2019/2020) • Information Retrieval Systems (Wintersemester 2019/2020) • Web Technologies and Web Mining (Wintersemester 2019/2020) an der Guglielmo Marconi University of Rome, Italien. ABTEILUNG MEDIALE TRANSFORMATIONEN Annekatrin Bock: • Digitale Transformation (Sommersemester 2019) an der Technischen Universität Braunschweig. Barbara Christophe: • Analyzing Social Discourse. Introduction into Qualitative Research Methods (Sommersemester 2019) anderOSZE-AkademieBishkek,Kirgisistan. Felicitas Macgilchrist: • Digitale Medien und Design Research (Sommersemester 2019) • Innovation und Reform: Digitale Technologie in der Schule (Wintersemester 2019/2020) an der Georg-August-Universität Göttingen. Simona Szakács-Behling: • Qualitative Schulund Unterrichtsforschung jenseits des Nationalen? Empirische und method(olog)ische Perspektiven (Wintersemester 2019/2020) an der Georg-August-Universität Göttingen. Andreas Weich: • „Digitale Bildung“ – Theorien, Modelle und aktuelle Diskurse zu digitalen Medien und Bildung aus medienwissenschaftlicher Sicht (Wintersemester 2019/2020) an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. ABTEILUNG WISSEN IM UMBRUCH Tobias Ide: • NatürlicheRessourcen,illegaleMärkteundKriegsfinanzierung (Sommersemester 2019) an der Technischen Universität Braunschweig. Steffen Sammler: • Ökonomie und Kultur(wissenschaft) (Sommersemester 2019) an der Universität Leipzig. Riem Spielhaus: • Wenn Islam und Feminismus einander begegnen (Sommersemester 2019) • Palästinensische Schulbücher (Wintersemester 2019/2020) an der Georg-August-Universität Göttingen. Stephanie Zloch: • Demokratie und politische Wahlen in Europa und Nordamerika (19./20. Jahrhundert) (Sommersemester 2019) an der Technischen Universität Dresden. DIREKTION Fuchs, Eckhardt: • Schulbuchforschung (Sommersemester 2019) • Schulbücher auf dem Prüfstand (Wintersemester 2019/2020) • SchulbücherundKonflikte(Wintersemester2019/2020) an der Technischen Universität Braunschweig. Jahresbericht 2019 | Dokumentation: Lehrveranstaltungen 79 LEH R VERANSTALTUNGEN VE R ANSTALTUNGEN DES GEI 80 Jahresbericht 2019 | Dokumentation: Veranstaltungen des GEI VERANSTALTUNGEN FÜR DIE WISSENSCHAFT Georg Arnhold International Summer School on Education for Sustainable Peace: Global Citizenship Education and Citizenship Education in a Changing World. Normative and Pedagogical Challenges in Braunschweig vom 25.06.-29.06.2019. Environmental Crises as Economic, Political and Social Crises in Braunschweig vom 05.08.-06.08.2019. Re-thinking & Researching Transnational Education Spaces (TES) in Braunschweig vom 06.08.-07.08.2019. Unterrichtsmedien im Kontext digitalen Wandels: Jahrestagung der Kommission Schulforschung und Didaktik der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft in Göttingen vom 26.09.-27.09.2019. Religion and Textbook Reforms in Arab Countries in Braunschweig vom 30.09.-02.10.2019. 4th International Textbook Catalogue Conference in Buenos Aires, Argentinien vom 01.10.-03.10.2019. Collecting, Classifying, (Re)presenting: Archives, Museums, Textbooks and the Politics of the Past in Rom, Italien vom 09.10.-11.10.2019. Georg Arnhold Symposium: The Hosting State and its Restless Guests. Refugee Education, Migration and Regional Peace in the Global South in New York, USA vom 24.10.-25.10.2019. 13th International Conference on Metadata and Semantics Research (MTSR) in Rom, Italien vom 27.10.-02.11.2019. CLARIN, DARIAH, CLARIAH: Metadateninfrastrukturen für historische Forschungsdaten in Braunschweig am 19.11.2019. Migration und deutsch-israelisches Verhältnis in Leipzig vom 28.11.-29.11.2019. VERANSTALTUNGEN FÜR DIE WISSENSCHAFT Preisverleihung „Schulbuch des Jahres“ in Köln am 19.02.2019. Gemeinsam Geschichte schreiben. Chancen und Herausforderungen des neuartigen Schulbuchprojekts „Europa – Unsere Geschichte“: Podiumsdiskussion über das deutschpolnische Schulbuchprojekt in Berlin am 05.09.2019. Geteilte Geschichte – verschiedene Erinnerungen? Das deutschpolnische Schulbuch „Europa – Unsere Geschichte“ als Meilenstein im Dialog über historische Erfahrungen in Europa in Düsseldorf am 10.10.2019. Feierliche Präsentation des 3. Bandes von „Europa – Unsere Geschichte “ in Frankfurt (Oder) am 18.11.2019. Eröffnungsveranstaltung des Leibniz-WissenschaftsCampus – Postdigitale Partizipation – Braunschweig in Braunschweig am 21.11.2019. Fallucchi, Francesca: • Mapping METS and Dublin Core to CMDI: Making Textbooks available in the CLARIN VLO. CLARIN Annual Conference. Leipzig, 02.10.2019. Fallucchi, Francesca; De Luca, Ernesto William; Petito, Michele: • Creating Dashboards and Data Stories within the Data & Analytics Framework (DAF). 13th International Conference on Metadata and Semantics Research (MTSR). Rom, Italien, 30.10.2019. Fallucchi, Francesca; De Luca, Ernesto William; Tarquini, Massimiliano; Ligi, Alessandro: • A Research Toolbox: a Complete Suite for Analysis in Digital Humanities. 13th International Conference on Metadata and Semantics Research (MTSR). Rom, Italien, 31.10.2019. Nieländer, Maret: • DiaCollo – Using Collocations to Explore (Historical) Corpora. Fourth Annual Conference on Digital Humanities and ‚Digital History: Digital Hermeneutics – From Research to Dissemination. Washington, USA, 10.10.2019. • DiaCollo – Diachrone Kollokationsanalyse und weitere CLARIN-D Angebote für die historische Forschung. Max Weber Stiftung – Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland. Bonn, 03.12.2019. Nieländer, Maret; Jurish, Bryan: • Using DiaCollo for Historical Research. CLARIN Annual Conference 2019. Leipzig, 01.10.2019. Schwedes, Kerstin: • Function and Meaning of Virtual Thematic Portals for Historiography and Public History. Connecting Knowledge Silos. München, 24.05.2019. ABTEILUNG WISSEN IM UMBRUCH Cetin, Önder: • Constructing „the Social Problem“: References to „the Religious” in the Textbooks of Turkish Instruction in Germany. 33. Jahrestagung der Deutschen Vereinigung für Religionswissenschaft (DVRW): Konzeptualisierungen von Religion. Hannover, 06.09.2019. ABTEILUNG FORSCHUNGSBIBLIOTHEK Hertling, Anke: • Lizenzierung und Sicherung digitaler Bildungsmedien. VDB-Fortbildung für die Fachreferate Erziehungsund Bildungswissenschaften, Pädagogik und Psychologie. Frankfurt a.M., 05.06.2019. • Vom FID zur NFDI: Handlungsfelder für (Spezial-) Bibliotheken. 37. Fachtagung Arbeitsgemeinschaft Spezialbibliotheken (ASpB): „Hoch hinaus!“: Innovation in Spezialbibliotheken auf bewährtem Fundament. Frankfurt a.M., 05.09.2019. • Car Gendering: Warum wir glauben sollen, dass Frauen nicht einparken können. Ringvorlesung Frauenund Geschlechterforschung. Magdeburg, 18.11.2019. Klaes, Christiane; Kliche, Fritz: • Finding Overlapping Topics between Lexicography and Digital Humanities. Workshop on Topic Modeling. Hildesheim, 14.02.2019. Leonhardt, Susann: • Questionnaire on available Services and Tools. 4th International Textbook Catalogue Conference: Internationalizing Research Infrastructures – An Evaluation of Content and Methods. Buenos Aires, Argentinien, 01.10.2019. ABTEILUNG DIGITALE INFORMATIONSUND FORSCHUNGSINFRASTRUKTUREN De Luca, Ernesto William: • Knowledge Organisation for Digital Infrastructures (Applying Dahlberg's ICC in a LOD Environment). 9th Meeting of the Italian ISKO (International Society for Knowledge Organization). Florenz, Italien, 11.04.2019. • CreatingandImplementingaCMDI-ProfileforTextbook Research. CLARIN-D Konsortiumstreffen. Tübingen, 24.06.2019. De Luca, Ernesto William; Spielhaus, Riem: • Digital Transformation of Research Processes in the Humanities. 13th International Conference on Metadata and Semantics Research (MTSR). Rom, Italien, 31.10.2019. Jahresbericht 2019 | Dokumentation: Vorträge (Auswahl) 81 VO R TRÄGE (AUSWAHL) 82 Jahresbericht 2019 | Dokumentation: Vorträge (Auswahl) Sadowski, Dirk: • „Friedliche Revolution“ in Anführungszeichen – Wendenarrative in Geschichtsschulbüchern. 30 Jahre nach der Wende: Kinderund Jugendliteratur in Bildungskontext zwischen ästhetischer Welt, Erinnerungskultur und Geschichtsbewusstsein. Volkach, 23.05.2019. Sammler, Steffen: • The Persistence of Industrial Standards in Textbooks. EconomicHistoryasBurdenandBenefitinOvercoming Nationalism and Eurocentrism in History Education. Collecting, Classifying, (Re)presenting: Archives, Museums, Textbooks and the Politics of the Past. Rom, Italien, 09.10.2019. Spielhaus, Riem: • Diversität und Interkulturalität im Verlagsprogramm „Muslimisch, fremd, gefährlich“ – Stereotype von Islam und MuslimInnen. Cornelsen Schulverlage GmbH. Berlin, 27.03.2019. Štimac, Zrinka: • Transnational Education Policies. Consequences for Religious Education? 17th Annual Conference of the European Association for the Study of Religions (EASR): Religion – Continuations and Disruptions. Tartu, Estland, 29.06.2019. ABTEILUNG MEDIALE TRANSFORMATIONEN Bock, Annekatrin: • Podiumsdiskussion: Schul-Cloud – Ausblicke 2019. Forum didacta DIGITAL 2019. Köln, 19.02.2019. • How to Research a Textbook when it is no longer a „Book“. 15th International Conference on Textbooks and Educational Media (IARTEM). Odense, Dänemark, 12.09.2019. • Digitale Transformation – Wo die Schulen aktuell stehen und wie sie den Wandel gestalten. Digitale Transformationen in Schulen. Wolfsburg, 14.09.2019. Bock, Annekatrin; Macgilchrist, Felicitas; Troeger, Jasmin: • Digital Learning Software and Data Practices. DATA POWER: global in/securities. Bremen, 13.09.2019. Chiriac, Christine: • Herausforderungen und innovative Ansätze in der aktuellen Produktion von Geschichtsschulbüchern in Deutschland. Das Forschungsprojekt „Geschichten in Bewegung” am GEI (in rumänischer Sprache). Curriculare Weiterentwicklung. Workshop mit Geschichtslehrer*innen aus der Republik Moldova: Herausforderungen und innovative Ansätze in der aktuellen Produktion von Geschichtsschulbüchern. Braunschweig, 20.05.2019. Ide, Tobias: • Education and Environmental Peacebuilding. Annual Conference of the International Studies Association (ISA): Re-visioning International Studies: Innovation and Progress. Toronto, Kanada, 27.03.2019. Jez, Katarzyna: • „Europa – Unsere Geschichte“? Neue Perspektiven des transnationalen Geschichtsunterrichts in der deutsch-polnischen Grenzregion. Grenzregion Pommern – Deutschland und Polen. Greifswald, 18.10.2019. Luku, Esilda: • The Presentation of the Holocaust in the Curricula and History Textbooks of the Secondary School in Albania. Alexander von Humboldt-Stiftung: Netzwerktagung Leipzig. Leipzig, 04.04.2019. Mielke, Patrick: • Critical Whiteness and Knowledge in Educational Contexts. 3rd Annual Conference of Memory Studies Association. Madrid, Spanien, 26.06.2019. Müller, Lars: • PoliticsofMemoryandDifficultKnowledge.TheRepresentation of Colonialism in Textbooks and Museums in Germany. Collecting, Classifying, (Re)presenting: Archives, Museums, Textbooks and the Politics of the Past. Rom, Italien, 10.10.2019. Otto, Marcus; Spielhaus, Riem: • Schule – Macht – Migration. Die Anrufung von Subjekten in Aufgabenstellungen. Migration und Bildungsmedien: 17. Jahrestagung der Internationalen Gesellschaft für Schulbuchund Bildungsmedienforschung e. V. (IGSBi). Chur, Schweiz, 05.10.2019. Jahresbericht 2019 | Dokumentation: Vorträge (Auswahl) 83 Carrier, Peter: • Contingent Relations on Public Remembrance Sites – the Stumbling Stones Monument. Critical Human Rights and Memory Inaugural Workshop. Dublin, Irland, 06.02.2019. • Performing Neighbourliness with Stumbling Stones. The Symbolic Reversal of an Unneighbourly Genocidal Past. Centre for Independent Social Research, Universität Sankt Petersburg. Sankt Petersburg, Russland, 18.04.2019. Fuchs, Eckhardt: • Das Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung. Rotary Club Braunschweig, 28.02.2019. • Laudatio zur Emeritierung von Herrn Prof. Dr. Wolfgang Sander. Justus-Liebig-Universität Gießen. Gießen, 10.05.2019. • Das Schulbuch im Wandel der Zeit. Europa-Universität Flensburg. Flensburg, 28.05.2019. • Forschung und Transfer verbinden: Das Georg-Eckert-Institut und die Bildungsmedienverlage. Verband Bildungsmedien e.V. Frankfurt a.M., 06.06.2019. • History of Textbook and Competency-Based Learning. International Conference on Innovation in Learning Instruction and Teacher Education (ILITE). Hanoi, Vietnam, 14.12.2019. • History Textbooks between Research and Educational Politics. Seminar with our Faculty of History and Authors of Vietnamese History Textbook. Hanoi, Vietnam, 16.12.2019. Christodoulou, Eleni: • Textbook Revisions as Educational Atonement: Possibilities and Challenges of History Education as a Means to Historical Justice. Historical Justice and History Education Symposium. Umeå, Schweden, 04.06.2019. Christophe, Barbara: • Paneldiskussion „History on Screen for Kids”. Finance Forum for Kids Content. Malmo, Schweden, 12.03.2019. • Remembering Socialism in Post-Hegemonic Lithuania. Agonistic Memory as a Relational Concept. Third Annual Memory Studies Association Conference. Madrid, Spanien, 26.06.2019. • Wie man Schulbücher deuten und lesen kann. Ein diskursanalytischer Zugang. Moderner Geschichtsunterricht. Umgang mit kontroversen Themen.Chis¸ina˘ u,Republik Moldau, 30.10.2019. Szakács-Behling, Simona: • Global Citizenship Education in German Schools Abroad: Possibilities and Challenges of Cross-Border Solidarities. 11th German-Israeli Frontiers of Humanities Symposium 2019: „Positioning Self and Society“. Jerusalem, Israel, 18.11.2019. Tribukait, Maren: • Does History bite...or bore? Dealing with controversial issues in the European history classroom. History Educators International Research Network (HEIRNET): 16th Annual Conference. Wien, Österreich, 02.09.2019. DIREKTION Blaschke, Anette: • Die Reiserntedankfeste im „Dritten Reich“. Geschichte(n) einer nationalsozialistischen Masseninszenierung. Gedenkstätte KZ-Außenlager Braunschweig Schillstraße. Braunschweig, 04.04.2019. • Die Reichserntedankfeste im „Dritten Reich“: Geschichte(n) einer nationalsozialistischen Masseninszenierung. Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V. Braunschweig, 15.10.2019. ABTEILUNG FORSCHUNGSBIBLIOTHEK Lindemann, David; Klaes, Christiane; Zumstein, Philipp: • Metalexicography as Knowledge Graph. In: Eskevich, Maria; de Melo, Gerard; Fäth, Christian; McCrae, John P.; Buitelaar, Paul; Chiarcos, Christian; Klimek, Bettina; Dijchinovski, Milan (Hrsg.). S. 19:1–19:8. (OpenAccess Series in Informatics; Band 70). ABTEILUNG DIGITALE INFORMATIONSUND FORSCHUNGSINFRASTRUKTUREN De Luca, Ernesto William; Scheel, Christian: • Digital Infrastructures for Digital Humanities in International Textbook Research. In: Kremers, Horst (Hrsg.). Digital Cultural Heritage. Cham: Springer Verlag. S. 85-97. De Luca, Ernesto William; Fallucchi, Francesca; Giuliano, Romeo; Incarnato, Guiseppe; Mazzenga, Franco: • Analysing and Visualizing Tweets for US President Popularity. International Journal on Advanced Science, Engineering and Information Technology, 9 (2019). S. 692-699. De Luca, Ernesto William; Fallucchi, Francesca; Ligi, Alessandro; Tarquini, Massimiliano: • A Research Toolbox: A Complete Suite for Analysis in Digital Humanities. In: Garoufallou, Emmanouel; Fallucchi, Francesca; De Luca, Ernesto William (Hrsg.). Metadata and Semantic Research: 13th International Conference, MTSR 2018, Rome, Italy, October 28-31, 2019, Revised Selected Papers. Cham: Springer Verlag. S. 385-397. (Communications in Computer and Information Science; Band 1057). De Luca, Ernesto William; Spielhaus, Riem: • Digital Transformation of Research Processes in the Humanities. In: Garoufallou, Emmanouel; Fallucchi, Francesca; De Luca, Ernesto William (Hrsg.). Metadata and Semantic Research: 13th International Conference, MTSR 2018, Rome, Italy, October 28-31, 2019, Revised Selected Papers. Cham: Springer Verlag. S. 343-353. (Communications in Computer and Information Science; Band 1057). Fallucchi, Francesca; De Luca, Ernesto William: • Connecting and Mapping LOD and CMDI through Knowledge Organization. In: Garoufallou, Emmanouel; Sartori, Fabio; Siatri, Rania; Zervas, Marios (Hrsg.). Metadata and Semantic Research: 12th International Conference, MTSR 2018, Limassol, Cyprus, October 23-26, 2018, Revised Selected Papers. Cham: Springer Verlag. S. 291-301. (Communications in Computer and Information Science; Band 846). Fallucchi, Francesca; Hennicke, Steffen; De Luca, Ernesto William: • CreatingCMDI-ProfilesforTextbookResources.In: Garoufallou, Emmanouel; Sartori, Fabio; Siatri, Rania; Zervas, Marios (Hrsg.). Metadata and Semantic Research: 12th International Conference, MTSR 2018, Limassol, Cyprus, October 23-26, 2018, Revised Selected Papers. Cham: Springer Verlag. S. 302-314. (Communications in Computer and Information Science; Band 846). Fallucchi, Francesca; Petito, Michele; De Luca, Ernesto William: • Analysing and Visualising Open Data Within the Data and Analytics Framework. In: Garoufallou, Emmanouel; Sartori, Fabio; Siatri, Rania; Zervas, Marios (Hrsg.). Metadata and Semantic Research: 12th International Conference, MTSR 2018, Limassol, Cyprus, October 23-26, 2018, Revised Selected Papers. Cham: Springer Verlag. S. 135-146. (Communications in Computer and Information Science; Band 846). Fallucchi, Francesca; De Luca, Ernesto William: • Mapping METS and Dublin Core to CMDI: Making Textbooks Available in the VLO of CLARIN. In: Simov, Kiril; Eskevich, Maria (Hrsg.). Proceedings of CLARIN Annual Conference 2019. Leipzig, CLARIN. S.104-108. Garoufallou, Emmanouel; Fallucchi, Francesca; De Luca, Ernesto William (Hrsg.): • Metadata and Semantic Research – 13th International Conference, MTSR 2019, Rome, Italy, October 28-31, 2019, Revised Selected Papers. 460 S. (Communications in Computer and Information Science; Nr. 1057). Jurish, Bryan; Nieländer, Maret: • Using DiaCollo for Historical Research. In: Simov, Kiril; Eskevich, Maria (Hrsg.). Proceedings of CLARIN Annual Conference 2019. Leipzig, CLARIN. S.40-44. PU B LIKATIONEN 84 Jahresbericht 2019 | Dokumentation: Publikationen Petito, Michele; Fallucchi, Francesca; De Luca, Ernesto William: • Create Dashboards and Data Story with the Data Analytics Frameworks. In: Garoufallou, Emmanouel; Fallucchi, Francesca, De Luca, Ernesto William (Hrsg.). Metadata and Semantic Research: 13th International Conference, MTSR 2018, Rome, Italy, October 28-31, 2019, Revised Selected Papers. Cham: Springer Verlag. S. 272-283. (Communications in Computer and Information Science; Band 1057). Scheel, Christian; De Luca, Ernesto William: • Fusing International Textbook Collections for Textbook Research. In: Kremers, Horst (Hrsg.). Digital Cultural Heritage. Cham: Springer Verlag. S. 99-107. ABTEILUNG WISSEN IM UMBRUCH Brandau, Christiane: • Europäisierung historischen Erinnerns? Potenziale binationaler Unterrichtsmaterialien am Beispiel des deutsch-polnischen Geschichtsbuchprojekts. In: Augschöll Blasbichler, Annemarie; Matthes, Eva; Schütze, Sylvia (Hrsg.). Europa und Bildungsmedien – Europe and Educational Media. Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt. S. 321-326. (Beiträge zur historischen und systematischen Schulbuchund Bildungsmedienforschung). Bruch, Anne; Sammler, Steffen: • EuropäischeInitiativenimLehrfilmbereichundSchulfernsehen als Herausforderung für die Darstellung Europas im Unterricht (1950erbis 1970er-Jahre). In: Augschöll Blasbichler, Annemarie; Matthes, Eva; Schütze, Sylvia (Hrsg.). Europa und Bildungsmedien – Europe and Educational Media. Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt. S. 275-284. (Beiträge zur historischen und systematischen Schulbuchund Bildungsmedienforschung). Chiriac, Christine: • Der deutsche Vernichtungskrieg 1941–1944 in neueren Geschichtsschulbüchern aus Belarus, Deutschland, Frankreich, Polen und der Ukraine. In: Klei, Alexandra; Stoll, Kathrin (Hrsg.). Leerstelle(n)?: Der deutsche Vernichtungskrieg 1941–1944 und die Vergegenwärtigung des Geschehens nach 1989. Berlin: Neofelis Verlag. S. 183-204. • Vorbild oder Feind? Die deutsche Minderheit in rumänischen Geschichtsschulbüchern von 1910 bis 2013. Spiegelungen. Zeitschrift für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas. 2019(1). S. 83-96. Fiedler, Maik; Chiriac, Christine: • Rezension zu: Robert Offner et al. (Hrsg.): Johannes Honterus: Rudimenta Cosmographica – Grundzüge der Weltbeschreibung (Corona/Kronstadt 1542). Bonn, 2017. Fiedler, Maik: • When Nippon Became Prussian: The German Image of Japan in Nineteenth-Century Textbooks. In: Lässig, Simone; Weiß, Andreas (Hrsg.). The World of Children: Foreign Cultures in Nineteenth-Century German Education and Entertainment. Oxford: Berghahn Books. S. 113-136. Ide, Tobias; Detges, Adrian; Leimeister, Timo: • Securitisation through the Schoolbook? On Facilitating Conditions for and Audience Dispositions towards the Securitisation of Climate Change. Journal of International Relations and Development, 22(3). S. 532-559. Ide, Tobias: • The Impact of Environmental Cooperation on Peacemaking: Definitions,Mechanisms,andEmpiricalEvidence.International Studies Review. 21(3). S. 327-346. Ide, Tobias; Thiel, Anna-Katharina; Fischhendler, Itay: • TheCriticalGeopoliticsofWaterConflictsinSchool Textbooks: The Case of Germany. Water Alternatives. 12(1). S. 304-321. Ide, Tobias; Hermans, Kathleen: • AdvancingResearchonClimateChange,Conflictand Migration. DIE ERDE – Journal of the Geographical Society of Berlin. 150(1). S. 40-44. Luku, Esilda: • Why did Albanians and their Collaborationist Governments Rescue Jews during the Holocaust? Hiperboreea. 6(2). S. 33-50. • The image of the „Other“: Albanians in the Primary and Secondary Education History Textbooks in Macedonia. In: Szele, Bálint; Horváti, Evá (Hrsg.). Shaping the Future through Dialogue, Quality and Education: Papers of International Conferences held at Kodolányi János University 2017–2019. S. 19-33. Jahresbericht 2019 | Dokumentation: Publikationen 85 Spielhaus, Riem: • Wer ist Muslim in der postmigrantischen Gesellschaft? In: 20 Jahre Augsburger Wissenschaftspreis für interkulturelle Studien: Ansprachen und Reden anlässlich des Jubiläumssymposiums und der Preisverleihung am 9. Juli 2018. Augsburg: Präsidentin der Universität Augsburg. S. 59-66. (Augsburger Universitätsreden; Band 79). Springborn, Matthias: • Emanzipation von der jüdischen Orthodoxie. Die Jugendund Lehrjahre 1862-1890 des Leo Wertheimer alias Constantin Brunner. Aschkenas. Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden. 2019, 29(2). S. 313-350. Štimac, Zrinka: • Transnational Perspectives on Religion and on Textbook Research. In: Käbisch, David (Hrsg.). Religion and Educational Research: National Traditions and Transnational Perspectives. Münster: Waxmann Verlag. S. 93-121. (Religious Diversity and Education in Europe; Band 39). • Concepts of Religion in Educational Media. In: Erges¸ov, Z. (Hrsg.). Islam in Modern Secular State: The Collection of the Reports of the II International Conference, Bischkek, November 15-16, 2018. Bischkek: Altin Print. S. 170-178. Wiatr, Marcin: • Alte Antworten auf neue Fragen? Bildungspolitik in Polen und der Ukraine. OST-WEST. Europäische Perspektiven. 2019(2). S. 90-101. • Für die Zukunft: Historische Bildung an Europas Schulen braucht „Fridays for Future“. Deutsch-Polnisches Magazin DIALOG. 2019(128). S. 75-79. ABTEILUNG MEDIALE TRANSFORMATIONEN Bock, Annekatrin; Macgilchrist, Felicitas: • Digitale Schulbücher im Internet: Wissenschaftliche Begleitung der Verwendung des mBook Geschichte. Georg-EckertInstitut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung. Eckert. Dossiers 2 (2019). • Mobile Media Practices of Young People in „Safely Digital“, „Enthusiastically Digital“, and „Postdigital“ Schools. In: MedienPädagogik – Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung. 2019(35). S. 136-156. Otto, Marcus: • France. In: Lässig, Simone; Cajani, Luigi; Repoussi, Maria (Hrsg.). ThePalgraveHandbookofConflictandHistoryEducationin the Post-Cold War Era. Cham: Palgrave Macmillan. S. 233-244. Rath, Imke; Bentrovato, Denise: • Der Erste Weltkrieg in Afrika: Mehr als nur eine Fußnote in der Geschichte des Weltenbrandes. In: Bernhard, Philipp; Popp, Susanne; Schumann, Jutta (Hrsg.). Der Erste Weltkrieg – globalgeschichtlich betrachtet: Perspektiven für den Geschichtsunterricht. St. Ingbert: Röhrig Universitätsverlag. S. 91-107. (HISTORICA ET DIDACTICA: Fortbildung Geschichte; Band 12). Rath, Imke; Maier, Robert; Kendzor, Petro (Hrsg.): • Zivilgesellschaft in Zeiten militärischer Bedrohung: Zivilgesellschaftliches Engagement und Reaktionen im BildungssektoraufgewaltsameKonflikteimöstlichenEuropasowie im überregionalen historischen Vergleich. Georg-EckertInstitut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung. 167 S. Eckert. Dossiers 6 (2019). Sammler, Steffen: • Quantitative Knowledge Production on Muslims in Europe as a Practice of „Secular Suspicion“. In: Bruillard, Eric; Anichini, Alessandra; Baron, Georges-Louis (Hrsg.). Changing Media – Changing Schools? IARTEM 2017 – 14th International Conference on Research on Textbooks and Educational Media. Kongsberg: IARTEM. S. 61-68. Spielhaus, Riem; Schepelern Johansen, Birgitte: • Quantitative Knowledge Production on Muslims in Europe as a Practice of „Secular Suspicion“. In: Scheer, Monique; Fadil, Nadia; Schepelern Johansen, Birgitte (Hrsg.). Secular Bodies, AffectsandEmotions:EuropeanConfigurations.London: Bloomsbury Publishing. S. 171-185. Spielhaus, Riem; Supik, Linda: • IntroductiontoSpecialIssue:MattersofClassificationand Representation: Quantifying Ethnicity, Religion and Migration. Ethnicities. 19(3). S. 455-468. Spielhaus, Riem; Supik, Linda (Hrsg.): • Ethnicities–SpecialIssue:MattersofClassificationand Representation: Quantifying Ethnicity, Religion and Migration. 136 S. 86 Jahresbericht 2019 | Dokumentation: Publikationen • Selecting, Stretching and Missing the Frame: Making Sense of the Cold War in German and Swiss History Classrooms. In: Christophe, Barbara; Gautschi, Peter; Thorp, Robert (Hrsg.). The Cold War in the Classroom: International Perspectives on Textbooks and Memory Practices. Cham: Palgrave. S. 361-392 (Palgrave Studies in Educational Media). • Introduction. In: Christophe, Barbara; Gautschi, Peter; Thorp, Robert (Hrsg.). The Cold War in the Classroom: International Perspectives on Textbooks and Memory Practices. Cham: Palgrave. S. 1-11 (Palgrave Studies in Educational Media). • Textbook Memories of the Cold War: Introduction to Part One. In: Christophe, Barbara; Gautschi, Peter; Thorp, Robert (Hrsg.). The Cold War in the Classroom: International Perspectives on Textbooks and Memory Practices. Cham: Palgrave. S. 15-22 (Palgrave Studies in Educational Media). • Der Kalte Krieg im Geschichtsunterricht oder die schwindende Selbstverständlichkeit kultureller Rahmungen. In: Waldis, Monika; Ziegler, Béatrice (Hrsg.). Forschungswerkstatt Geschichstdidaktik 17: Beiträge zur Tagung „geschichtsdidaktik empirisch 17“. Bern: hep Verlag. S. 160-173 (Geschichtsdidaktik heute). Christophe, Barbara; Gautschi, Peter; Thorp, Robert (Hrsg.): • The Cold War in the Classroom: International Perspectives on Textbooks and Memory Practices. Cham: Palgrave. 476 S. (Palgrave Studies in Educational Media). Christophe, Barbara; Gautschi, Peter; Thorp, Robert: • Introduction to Part Three: Memory Practices in the Classroom. In: Christophe, Barbara; Gautschi, Peter; Thorp, Robert (Hrsg.). The Cold War in the Classroom: International Perspectives on Textbooks and Memory Practices. Cham: Palgrave. S. 347-359 (Palgrave Studies in Educational Media). Christophe, Barbara; Thorp, Robert: • Teachers' Memories and the Cold War: Introduction to Part Two. In: Christophe, Barbara; Gautschi, Peter; Thorp, Robert (Hrsg.). The Cold War in the Classroom: International Perspectives on Textbooks and Memory Practices. Cham: Palgrave. S. 251-257 (Palgrave Studies in Educational Media). Bock, Annekatrin; Tribukait, Maren: • Kultur des Teilens: Ein kritischer Blick auf ein zentrales Konzept der OER-Bewegung. In: MedienPädagogik – Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung. 2019(34). S. 47-66. Bock, Annekatrin; Borucki, Isabelle; Sommer, Denise; Strippel, Christian: • Zwischen Kumulus und Curriculum: Bestandsaufnahme der Rahmenbedingungen für kommunikationswissenschaftliche Promotionen im deutschsprachigen Raum. In: SCM – Studies in Communication and Media. 2019(2). S. 171-202. Bruch, Anne; Sammler, Steffen: • EuropäischeInitiativenimLehrfilmbereichundSchulfernsehen als Herausforderung für die Darstellung Europas im Unterricht (1950erbis 1970er-Jahre). In: Augschöll Blasbichler, Annemarie; Matthes, Eva; Schütze, Sylvia (Hrsg.). Europa und Bildungsmedien – Europe and Educational Media. Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt. S. 275-284 (Beiträge zur historischen und systematischen Schulbuchund Bildungsmedienforschung). Christodoulou, Eleni: • Rezension zu: Iosif Kovras: Grassroots Activism and the Evolution of Transitional Justice: The Families of the Disappeared. Cambridge 2017. (Historical Dialogues, Justice and Memory Network). Christodoulou, Eleni; Szakács, Simona: • Prävention von gewalttätigem Extremismus durch Bildung: Internationale und deutsche Ansätze. Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung, 2019. Christophe, Barbara: • Ambivalence and the Illusion of Hegemony: Remembering the Cold War in Germany and Switzerland. In: Christophe, Barbara; Gautschi, Peter; Thorp, Robert (Hrsg.). The Cold War in the Classroom: International Perspectives on Textbooks and Memory Practices. Cham: Palgrave. S. 259-287 (Palgrave Studies in Educational Media). Jahresbericht 2019 | Dokumentation: Publikationen 87 IMP ESSUM R Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung Telefon: 0531 59099-0 Telefax: 0531 59099-99 Internet: www.leibniz-gei.de E-Mail: [email protected] GeorgEckertInstitut @GeorgEckert Georg-Eckert-Institut HERAUSGEBER Prof. Dr. Eckhardt Fuchs REDAKTION Catrin Schoneville DOKUMENTATION Bianca Pramann LEKTORAT Dr. Wibke Westermeyer GESTALTUNG agentur spezial www.spezial-kommunikation.de 98 Jahresbericht 2016 | Organigramm FOTOGRAFIE © GEI: S. 2, 6-7, 16-17, 19, 30-31, 32, 44-45, 56, 63 Bilder von David Ausserhofer: S. 70-71 Bilder von Marek Kruszewski: S. 29, 90-91, 94 © Pixabay Lizenz: Cover, S. 4-5, 11, 34-35, 38-39, 42, 48-49, 52, 58-59, 65-66 © Phillipp Ziebart: S. 13-14 © Thomas Berendt, agentur spezial: S. 21 © FreeImages.com/thony creativo: Cover, S. 22-23 © R.B./Pixelio: S. 33 © FreeImages.com/Flavio Takemoto: Cover, S. 46 © Wikimedia Commons, Nationaal Archief Nederlands, gemeinfrei, S. 53 © Pixabay, CC-SA-By, Ineedawsomepics, S. 60 HERSTELLUNG ROCO Druck GmbH ISSN 2191-706X urn:nbn:de:0220-2020-0029 www.leibniz-gei.de