scieee AI-readable full text Open interactive document viewer

Forschungsbericht für das Jahr 2011

Abstract

Mit diesem Bericht dokumentiert das Institut für Versicherungswesen (IVW) seine Forschungsaktivitäten des abgelaufenen Jahres 2011. Wir geben damit gegenüber der Öffentlichkeit und insbesondere den Freunden und Förderern des Instituts Rechenschaft über die geleistete Forschungsarbeit. Darüber hinaus wollen wir in diesem ersten Forschungsbericht des IVW auch darlegen, welche Forschungsziele wir am Institut verfolgen. Schließlich geben wir auch einen kurzen Ausblick auf die für 2012 geplanten Aktivitäten.

Full text

Forschung am IVW Köln, 1/2012 Institut für Versicherungswesen Forschungsbericht für das Jahr 2011 Institut für Versicherungswesen Zusammenfassung Mit diesem Bericht dokumentiert das Institut für Versicherungswesen (IVW) seine Forschungsaktivitäten des abgelaufenen Jahres 2011. Wir geben damit gegenüber der Öffentlichkeit und insbesondere den Freunden und Förderern des Instituts Rechenschaft über die geleistete Forschungsarbeit. Darüber hinaus wollen wir in diesem ersten Forschungsbericht des IVW auch darlegen, welche Forschungsziele wir am Institut verfolgen. Schließlich geben wir auch einen kurzen Ausblick auf die für 2012 geplanten Aktivitäten. Abstract By this report the Institute of Insurance Studies documents its 2011 research activities. We render account to the public and to our friends and supporters. Since this is our first research report we also want to explain the target of our research work. Finally we give a short outlook on the 2012 activities. - 2 - Inhaltsverzeichnis 1 VORBEMERKUNGEN .................................................................................................................................. 3 2 FORSCHUNGSSCHWERPUNKT RÜCKVERSICHERUNG .................................................................. 5 2.1 PROJEKTE .................................................................................................................... 5 2.2 PUBLIKATIONEN .......................................................................................................... 8 2.3 VORTRÄGE & BERICHTE ............................................................................................. 8 2.4 WISSENSCHAFTLICHE VERANSTALTUNGEN ................................................................. 9 2.4.1 KÖLNER RÜCKVERSICHERUNGS-SYMPOSIUM ............................................................. 9 2.4.2 JAHRESTAGUNG DES FÖRDERKREISES RÜCKVERSICHERUNG ..................................... 10 2.4.3 TEILNAHME AN WISSENSCHAFTLICHEN VERANSTALTUNGEN .................................... 10 2.4.4 EXKURSIONEN ........................................................................................................... 11 2.5 DRITTMITTEL – FINANZIERUNG UND VERWENDUNG ................................................. 11 3 FORSCHUNGSSTELLE FÜR VERSICHERUNGSRECHT ....................................................................12 3.1 VERÖFFENTLICHUNGEN ............................................................................................. 12 3.2 VORTRÄGE ................................................................................................................ 13 3.3 VERANSTALTUNGEN ................................................................................................. 14 3.3.1 DISKUSSIONSFORUM IM APRIL 2011 ......................................................................... 14 3.3.2 DISKUSSIONSFORUM IM OKTOBER 2011 .................................................................... 14 4 FORSCHUNGSSTELLE FARIS .................................................................................................................16 4.1 ZIELSETZUNG & MITGLIEDER VON FARIS ................................................................. 16 4.2 VERÖFFENTLICHUNGEN & VORTRÄGE ...................................................................... 17 4.2.1 ONLINE PUBLIKATIONSREIHE „FORSCHUNG AM IVW KÖLN“ ................................... 17 4.2.2 SONSTIGE VERÖFFENTLICHUNGEN ............................................................................ 18 4.2.3 VORTRÄGE ................................................................................................................ 19 4.3 SYMPOSIEN ............................................................................................................... 19 4.3.1 SOMMERSYMPOSIUM ................................................................................................. 20 4.3.2 WINTERSYMPOSIUM .................................................................................................. 20 4.4 SONSTIGES ................................................................................................................ 21 5 KÖLNER VERSICHERUNGSSYMPOSIUM ............................................................................................22 5.1 PLENUM I – FACHREFERATE & ARBEITSGRUPPEN ..................................................... 22 5.2 PLENUM II – MODERATION IN DER GESAMTGRUPPE .................................................. 24 6 AUSBLICK AUF DAS JAHR 2012 ...........................................................................................................25 6.1 FORSCHUNGSSCHWERPUNKT RÜCKVERSICHERUNG .................................................. 25 6.2 FORSCHUNGSSTELLE VERSICHERUNGSRECHT ........................................................... 25 6.3 FORSCHUNGSSTELLE FARIS ...................................................................................... 25 6.4 KÖLNER VERSICHERUNGSSYMPOSIUM ...................................................................... 26 6.5 FORSCHUNGSSTELLE VERSICHERUNGSMARKT .......................................................... 26 ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS ...........................................................................................................................29 - 3 - 1 Vorbemerkungen Das Institut für Versicherungswesen (IVW) legt hiermit erstmals einen Forschungsbericht vor. Wir geben Rechenschaft über unsere Arbeit gegenüber der Öffentlichkeit und gegenüber unseren Freunden und Förderern. Möglicherweise wundert sich der ein oder andere darüber, dass ein Institut einer Fachhochschule einen Forschungsbericht vorlegt; in vielen Köpfen gibt es leider immer noch die Vorstellung: Fachhochschulen sind für die Lehre zuständig und die Universitäten für die Forschung! Diese Rollenzuweisung trifft heute nicht mehr die Realität, denn an Fachhochschulen wird schon intensiv geforscht. Eine solche Rollenzuweisung wäre auch ordnungspolitisch falsch und für den Wirtschaftsstandort Deutschland schädlich. „Von Forschung und Entwicklung an den Fachhochschulen gehen wesentliche Impulse für die Innovationsfähigkeit der Gesellschaft aus“ stellt der Wissenschaftsbeirat 2011 fest. Nicht zuletzt die Einführung von Master-Studiengängen an der FH Köln hat den Forschungsaktivitäten einen deutlichen Schub gegeben. Der Master-of-Science Studiengang „Versicherungswesen“ des Instituts erfordert eine vertiefte wissenschaftliche Durchdringung der Materie und ermöglichst es so, dass die Professorinnen und Professoren mehr Zeit für wissenschaftliche Studien zur Verfügung haben; dies mündet dann auch in entsprechenden Forschungsarbeiten. Exemplarisch sei hier das Projekt von Prof. Dr. HeepAltiner erwähnt. Sie hat gemeinsam mit ihren Master-Studenten das Buch "Heep-Altiner, Haker, Lazic, Westermann (Hrsg.): Internes Holding Modell nach Solvency II. Schritt für Schritt zum eigenen internen Holdingmodell. Verlag Versicherungswirtschaft, Karlsruhe, 2011. ISBN 978-3-89952-632-5" verfasst. Dieses Projekt wurde von der A.W. Klein Stiftung ausgezeichnet. Die Fachhochschule Köln und das IVW im Besonderen zeichnen sich aus durch einen besonders intensiven Praxisbezug. Alle Professorinnen und Professoren am IVW haben mehrere Jahre Praxiserfahrung und sind wissenschaftlich ausgewiesen. Die Praxiserfahrung und die laufenden Kontakte zu den Unternehmen der Versicherungswirtschaft schärfen den Blick auf die Theorie und fördern eine zielgerichtete Forschung. In einer anwendungsorientierten Forschung sehen wir als IVW unsere besondere Stärke aber auch unsere besondere Verantwortung. Es ist darüber hinaus aber auch ein besonderes Anliegen des Instituts, die Forschungsaktivitäten und Projekte in die Lehre zu integrieren, um dadurch neue Impulse zu erhalten. Im 2011 verabschiedeten Hochschulentwicklungsplan heißt es: „Die Fachhochschule Köln bekennt sich zu einer klaren Profilierung mit prägnanten Forschungsfeldern für eine exzellente praxisorientierte Forschung und betreibt aktiv Wissenstransfer mit Wirtschaft und Gesellschaft.“ Diesem Anspruch fühlen wir uns verpflichtet. Wir wollen mit diesem Forschungsbericht dokumentieren, was wir geleistet haben; wir sind uns aber bewusst, dass noch viel zu tun ist, um unserem ambitionierten Anspruch in vollem Umfang zu genügen. In den vergangenen Jahren wurden am IVW drei Forschungsstellen gegründet: - 4 - - Forschungsschwerpunkt Rückversicherung, - Forschungsstelle Versicherungsrecht, - Forschungsstelle aktuarielle Modelle & Methoden im Risikomanagement (FaRis). Durch diese Forschungsbereiche sind einerseits die beiden klassischen Fachdisziplinen Recht und Mathematik abgebildet, durch die die Versicherungswissenschaft sozusagen an zwei entgegen gesetzten Polen sehr stark geprägt ist; die wissenschaftliche Kommunikation konzentriert sich hier somit teils auf aktuarielle und teils auf juristische Fragen. Übergreifend dazu finden sich beide Aspekte im Bereich der Rückversicherung mit Schwerpunkt Ökonomie wieder, so dass sich die drei Forschungsbereiche in jeder Hinsicht ergänzen. Darüber hinaus wird ein Überblick der für das Jahr 2012 geplanten Projekte und Forschungsaktivitäten gegeben, sofern diese bereits jetzt absehbar sind. Weiter Informationen zum IVW finden sich auf der IVW-Webseite unter www.ivw-koeln.de. Eine wichtige Unterstützung erfahren wir beim Start und bei der Weiterentwicklung der Forschungsstellen durch unsere Förderer. Hier sind insbesondere der Verein der Förderer des Instituts für Versicherungswesen, in dem alle marktrelevanten Erstund Rückversicherer, Versicherungsmakler und Beratungsund Wirtschaftsprüfungsgesellschaften vertreten sind, und durch unsere Alumniorganisation VVB mit ca. 2000 Absolventen unserer Studiengänge. Den externen Förderern, der Hochschulleitung und -verwaltung sowie den Mitarbeitern der Forschungsstellen gilt unser Dank für alle Unterstützung der Aktivitäten im Jahr 2011. Köln, den 13. Januar 2012 (Prof. Dr. Rolf Arnold, Geschäftsführender Direktor) - 5 - 2 Forschungsschwerpunkt Rückversicherung (Prof. Stefan Materne) Die Forschungsstelle Rückversicherung wurde 2008 gegründet und 2009 in den Forschungsschwerpunkt Rückversicherung umgewandelt. Folgende IVW Professoren wirken an der Forschungsstelle erfolgreich mit: Name Funktion / Schwerpunkt Institut / Unternehmen Kontakt Prof. Stefan Materne Leiter des Forschungsschwerpunkts Rückversicherung; Betriebswirtschaftslehre und Risk Management des Versicherungsunternehmens, sowie Rückversicherung Institut für Versicherungswesen [email protected] Prof. Dr. Lutz ReimersRawcliffe Transportversicherung, Rückversicherung Institut für Versicherungswesen lutz.reimers- [email protected] Prof. Dr. Jochen Axer Betriebswirtschaftslehre, insbes. Betriebliche Steuerlehre Institut für Versicherungswesen [email protected] Der Forschungsschwerpunkt Rückversicherung wird vollständig durch Drittmittel des Förderkreises Rückversicherung des IVW finanziert. Dem Förderkreis gehören insgesamt 60 Rückversicherer bzw. Rückversicherungs-orientierte Unternehmen an. Derzeit arbeiten die folgenden wissenschaftlichen Mitarbeiter für den Forschungsschwerpunkt Rückversicherung: - Herr RA Thomas Seemayer (M.A., Fachanwalt für Versicherungsrecht; FCII, seit Jan. 2008), - Herr Kai-Olaf Knocks (M.A., seit Okt. 2008), - Herr Ilker Camuz (M.A.; seit Nov. 2009), - Frau Lihong Wang (B.A.; seit Nov. 2010), - Herr Sebastian Hoos (B.A.; seit Jan. 2011). 2.1 Projekte Folgende Projekte wurden bzw. werden in dem Forschungsschwerpunkt Rückversicherung bearbeitet: Ilker Camuz befasste sich in einem gemeinsamen Projekt mit Prof. Stefan Materne und Prof. Dr. Lutz Reimers-Rawcliffe mit der effizienten Zusammensetzung von Rückversi- - 6 - cherer-Panels unter Solvency II. In der Versicherungswirtschaft hat sich mittlerweile für die Auswahl geeigneter Risikoträger ein bestimmtes Minimum-Securityund -Rating-Niveau etabliert. Dabei wird zukünftig bei dem Transfer von Risiken in noch stärkerem Maße eine ganzheitliche Betrachtung von Rückversicherungsunternehmen notwendig sein. Demnach müssen sich Unternehmen mit der Höhe und der Qualität des eingegangenen Counterparty Risks auseinander setzen und eine höhere Sensibilität bei der Auswahl ihrer Risikoträger entwickeln, zumal diese auch für die Höhe der notwendigen Risikokapitalunterlegung maßgeblich sein wird. Auf Basis der Portfolio Theorie von Harry M. Markowitz wurde – durch Diversifikation von Ausfallrisiken – der Prototyp eines Verfahrens zur Findung von effizienten Panels von Risikoträgern (relativ zur entrichteten Rückversicherungsprämie) entwickelt. Sebastian Hoos beschäftigte sich mit der Verbriefung von Langlebigkeitsrisiken durch Longevity Bonds. Das Projekt wurde von Ingo Wichelhaus, WestLB, mit betreut. Hierbei wurden insbesondere zwei konzeptionell unterschiedliche Verbriefungsansätze anhand von Praxisbeispielen, dem Kortis Bond und dem EIB Bond, miteinander verglichen. Weiterhin untersucht Herr Hoos einerseits innovative Kapitalmarktlösungen zum Transfer von Krankheitsrisiken und analysiert andererseits die Auswirkung der Niedrigzinsphase auf die Lebens-Rückversicherung. Kai-Olaf Knocks beschäftigte sich mit zwei Schwerpunktthemen aus dem Bereich der Verbriefung von Versicherungsrisiken. Zum einen wurden die Auswirkungen des Tohoku Erdbebens (Japan) im März 2011 auf den Catbond-Markt untersucht. Das Ereignis führte bei einer Transaktion zu einem Totalverlust für die Investoren und erhöhte zudem die Ausfallwahrscheinlichkeit von zwei weiteren Catbonds. Zum anderen wurden die Kosten in quantitativer und qualitativer Hinsicht untersucht, die dem Risk Sponsor durch den Risikotransfer in den Kapitalmarkt entstehen. Hier gab es insbesondere in den letzten Monaten verschiedene Ansätze um die Transaktionskosten zu verringern und somit das Instrument der Verbriefung im Vergleich zu traditionellen (Rück-) Versicherungslösungen wettbewerbsfähiger zu gestalten. Thomas Seemayer und Prof. Stefan Materne befassen sich derzeit mit dem Thema Mitrückversicherung. Regelmäßig wird ein Risiko von mehreren Rückversicherern anteilig rückversichert, wobei einer als Führender und die anderen als Folgende Rückversicherer bezeichnet werden. Es wird eine rechtliche Betrachtung des Vertragsschlusses und der Haftung vorgenommen und das Instrument der Mitrückversicherung mit dem aus dem Erstversicherungsbereich bekannten Instrument der Mitversicherung verglichen. Thomas Seemayer beschäftigte sich zudem mit den Auswirkungen der Rom I-VO auf das anzuwendende Recht bei Streitigkeiten zwischen Erstund Rückversicherer, die dann zur Anwendung kommt, wenn die Parteien keine Rechtswahlklausel vertraglich vereinbart haben. Während bisweilen die Ansicht vertreten wird, dass über Art. 4 Rom I-VO das Recht am Sitz des Rückversicherers zur Anwendung kommt, ist es nach wie vor in der Praxis üblich, dass stets das Recht am Sitz des Erstversicherers gelten soll. Dies insbesondere vor dem Hintergrund der Mitrückversicherung, da in diesem Fall die gleiche Rechtsfrage wegen der verschiedenen Sitze der beteiligten Rückversicherer von unterschiedlichen - 7 - Rechtsordnungen beurteilt werden könnte und die Gefahr von sich widersprechenden Entscheidungen besteht. Lihong Wang untersuchte im Rahmen eines zweimonatigen Forschungsaufenthalts in Kooperation mit der Gen Re (Shanghai) die aktuellen Entwicklungen des lokalen Haftpflichtrückversicherungsmarkts in China. Als weiteres Projekt analysierte Frau Wang die derzeitige Situation auf dem chinesischen Rückversicherungsmarkt und die Vorgehensweise in der hiesigen Nat-CatModellierung. Julia Jabs befasste sich in ihrer Bachelor Thesis in dem Schwerpunktfach Rückversicherung (SPF RV) unter Mitbetreuung von Carsten Brunsberg, Liberty Re, mit der Optimierung eines Naturkatastrophenrückversicherungsportefeuilles. Aufbauend auf den allgemeinen Grundlagen zur Portefeuille-Optimierung, Risikomaßen und zu Naturkatastrophenmodellen wird anhand eines fiktiven Portfolios ein innovativer Ansatz einer Optimierung vorgestellt. Fabian Mattejat beschäftigte sich in seiner Bachelor Thesis in dem SPF RV mit der Fragestellung, unter welchen Umständen ein Rückversicherungsvertrag einen unbegrenzten Risikotransfer beinhaltet. Die Arbeit wurde von Johannes Grondinger, Deutsche Rück, mit betreut. Herr Mattejat kommt in seinen Recherchen zu dem Ergebnis, dass der unbegrenzte Risikotransfer im Wesentlichen nur in der proportionalen Rückversicherung eine relevante Bedeutung hat, wobei jedoch durch vertragliche Vereinbarungen der Risikotransfer auf den Rückversicherer in den meisten Fällen begrenzt wird. Anne-Katherin Schirlitz untersuchte im Rahmen ihrer Bachelor Thesis in dem SPF RV in Zusammenarbeit mit Dr. Markus Eugster, Catlin Re, die möglichen Auswirkungen von Solvency II auf die passive Rückversicherung von Erstversicherungsunternehmen in Mittelund Osteuropa. Dabei wurden die relevanten Änderungen in den aufsichtsrechtlichen Regelungen, welche einen Einfluss auf den Rückversicherungseinkauf haben, analysiert. Anhand mehrerer Gespräche mit Marktexperten und unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Ländergegebenheiten wurden Prognosen über die zukünftige Entwicklung dieser Staaten im Bereich der passiven Rückversicherung getroffen. Benjamin Schütz hat in seiner Bachelor Thesis in dem SPF RV eine Darstellung von Versicherungsund Rückversicherungsgesellschaften, die sich im Besitz von versicherungsfremden Unternehmen befinden, verfasst. Das Projekt wurde mit betreut von Patrick Riecken, Delvag Rück. Dabei wird im Einzelfall auch auf die Gruppe der firmenverbundenen Vermittler eingegangen. Es werden insbesondere deutsche Industrieunternehmen daraufhin untersucht, wie sie sich mit der Thematik des Versicherungseinkaufes in Verbindung mit der Risikotragung im eigenen Geschäft auseinandersetzen. Sonstiges Prof. Stefan Materne engagiert sich seit 2010 in dem Projekt ‚Fair Value‘ des Deutschen Vereins für Versicherungswissenschaft (DVfVW) mit Zuständigkeit für die Aspekte der Rückversicherung. Die Methodik des Fair Values beeinflusst verschiedenste Bereiche wie Bilanzierung (z.B. IFRS IV) und regulatorische Rahmenbedingungen (Solvency II). Weitere - 8 - Mitwirkende des Projektes sind die Herren Dr. Bähr, Dr. Bährle, Prof. Dr. Hartung, Henrich, Dr. Kölschbach, Dr. Lörper, Meisch, Prof. Dr. Michael, Prof. Dr. Müller-Reichart, Prof. Dr. Petry, Prof. Dr. Schradin und Winands. 2.2 Publikationen Der Forschungsschwerpunkt Rückversicherung veröffentlichte im Berichtszeitraum folgende Publikationen: - Knocks, Kai-Olaf / Seemayer, Thomas: Wendepunkt in der Rückversicherung? Das 8. Kölner Rückversicherungssymposium, in: Zeitschrift für Versicherungswesen (ZfV), Heft 12/2011, S. 422 f. - Knocks, Kai-Olaf / Materne, Stefan: Positive Aussichten für Katastrophenanleihen, in: Versicherungswirtschaft, Heft 15/2011, S. 1075 ff.  Knocks, Kai-Olaf / Materne, Stefan: Kosten von Catbonds – Einflussfaktoren und aktuelle Tendenzen, in: Zeitschrift für Versicherungswesen (ZfV), Heft 21/2011, S. 707 ff.  Materne, Stefan / Seemayer, Thomas: Rückversicherung, in: Halm, Wolfgang / Engelbrecht, Andreas / Krahe, Frank (Hrsg.): Handbuch des Fachanwalts Versicherungsrecht, Köln, Verlag Luchterland, 2011, S. 2553 ff.  Materne, Stefan / Seemayer, Thomas: Mitrückversicherung, in: Lüer, Dieter / Schwepcke, Andreas (Hrsg.): Rückversicherungsrecht, München, Verlag C.H. Beck, (erscheint voraussichtlich 2012).  Reimers-Rawcliffe, Lutz: Eine Darstellung von Rückversicherungsprogrammen mit Anwendung auf den Kompressionseffekt, in: Online Publikationsreihe Forschung am IVW Nr.5/2011. 2.3 Vorträge & Berichte Prof. Materne  VVB-Kongress am 20/5/11 in Köln – Moderation der Herren Dres. Keuper (AXA), Oletzky (ERGO), Ross (HDI Gerling)  Projekt ‚Fair Value‘ des DVfVW, Symposium am 19/9/11 in Köln (u.a. mit Herrn Dr. Mumenthaler, CEO RV Swiss Re) - 15 - als Grundlage der Feststellung von Versicherungswert und Schaden, die fragwürdige Zeitwertdefinition und die Sachschadenbegriffe der Sachversicherung. Die Veranstaltung wurde moderiert von Professor Dr. Karl Maier, Institut für Versicherungswesen der Fachhochschule Köln. - 16 - 4 Forschungsstelle FaRis (Prof. Dr. Maria Heep-Altiner) Mit diesem Bericht legt die Forschungsstelle „Aktuarielle Modelle & Methoden im Risikomanagement“ (FaRis) des Instituts für Versicherungswesen der Fachhochschule Köln ihre Zielsetzungen sowie die diesbezüglich im aktuellen Jahr erfolgten Forschungsaktivitäten offen. Darüber hinaus wird ein Überblick über die im kommenden Jahr geplanten Projekte und Forschungsaktivitäten gegeben, sofern diese bereits jetzt absehbar sind. Weiter Informationen zu FaRis finden sich auf der FaRis Website unter www.fh-koeln.de/faris. 4.1 Zielsetzung & Mitglieder von FaRis Mit FaRis wird das Forschungsprofil des Instituts für Versicherungswesen abgerundet – in Ergänzung zu dem Forschungsschwerpunkt Rückversicherung sowie zu der Forschungsstelle für Versicherungsrecht. Ziel von FaRis ist daher zum einen die verbesserte Koordination der Forschungsaktivitäten der Kolleginnen und Kollegen, die sich mit aktuariellen Fragen beschäftigen, und zum anderen eine Verbesserung der Außenwahrnehmung. FaRis ist dabei eindeutig anwendungsorientiert. Insofern ist es eine wesentliche Zielsetzung der Forschungsstelle, Kontakte zur Versicherungspraxis zu vertiefen, anwendungsorientierte Forschungsprojekte mit Hilfe der Praxis zu initiieren und insbesondere interessierte Experten in die Arbeit einzubeziehen. FaRis dient auch dem beidseitigen Wissenstransfer von Hochschule und Wirtschaft. An der Forschungsstelle arbeiten alle Professorinnen und Professoren mit, die sich aktiv mit aktuariellen Fragestellungen auseinandersetzen; dies bezieht nicht nur alle Kolleginnen und Kollegen des Instituts für Versicherungswesen mit ein, sondern ausdrücklich auch alle interessierten Kolleginnen und Kollegen anderer Institute. Obwohl FaRis organisatorisch im Institut für Versicherungswesen verankert ist, versteht FaRis sich in dieser Hinsicht institutsübergreifend. Die derzeitigen FaRis Mitglieder sind in der nachfolgenden Tabelle aufgelistet. Name Funktion / Schwerpunkt Institut / Unternehmen Kontakt Prof. Dr. Oskar Goecke Finanzdienstleistungen, Kapitalanlagemanagement Institut für Versicherungswesen [email protected] Prof. Dr. Maria HeepAltiner Sprecherin von FaRis, Schadenversicherungsmathematik Institut für Versicherungswesen maria.heep- [email protected] Prof. Dr. Ralf Knobloch Quantitative Methoden, Risikomanagement, Betriebliche Altersversorgung Schmalenbach Institut [email protected] - 17 - Name Funktion / Schwerpunkt Institut / Unternehmen Kontakt Prof. Dr. Lutz Reimers-Rawcliffe Transportversicherung, Rückversicherung Institut für Versicherungswesen [email protected] Prof. Dr. Madga Schiegl Risikomanagement Institut für Versicherungswesen [email protected] Prof. Dr. Jürgen Strobel Lebensversicherung, betriebliche Altersversorgung, Schriftleitung „Forschung am IVW Köln“ Institut für Versicherungswesen [email protected] Darüber hinaus ist in Übereinstimmung mit der Konzeption von FaRis in Zukunft auch die aktive Mitwirkung interessierter Aktuare möglich, die außerhalb einer Hochschultätigkeit angesiedelt sind, siehe dazu auch den entsprechenden nachfolgenden Abschnitt. 4.2 Veröffentlichungen & Vorträge Im Rahmen ihrer Forschungstätigkeit veröffentlichen die FaRis Mitglieder in verschiedenen Medien. Um das besondere Engagement der FaRis Mitglieder an der Online Publikationsreihe „Forschung am IVW Köln“ transparent zu machen, sind an dieser Stelle die Beiträge zu dieser Reihe separat dargestellt. Im Rahmen dieses Engagements ist es das dezidierte Selbstverständnis von FaRis, dass auch dieser Jahresbericht in dieser Publikationsreihe einer breiten interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. 4.2.1 Online Publikationsreihe „Forschung am IVW Köln“ Mit der Online Publikationsreihe „Forschung am IVW Köln“ (ISSN 2192-8479) will das Institut für Versicherungswesen einen schnellen wissenschaftlichen Gedankenaustausch ermöglichen und Forschungsergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Die Publikationsreihe ist als Ergänzung der traditionellen Publikationsformen wie Monographien und Veröffentlichungen in Zeitschriften gedacht, um schnell und effizient Forschungsergebnisse zu publizieren. Schriftleiter der Publikationsreihe ist Prof. Dr. Jürgen Strobel (Kontakt: [email protected]). Die Publikationsreihe ist als IVW Dachmarke konzipiert, unter der jeder Dozent individuell oder im Rahmen einer Forschungsstelle / eines Forschungsschwerpunktes publizieren kann. Da bei der Etablierung der Publikationsreihe Mitte 2011 FaRis Mitglieder maßgeblich beteiligt waren, sieht FaRis sich zu einem besonderen Engagement für diese Reihe verpflichtet. In diesem Jahr sind folgende Publikationen von FaRis in dieser Reihe erschienen: - Goecke: Sparprozesse mit kollektivem Risikoausgleich. Nr. 1/2011. - Heep-Altiner: Performanceoptimierung des (Brutto) Neugeschäfts in der Schadenversicherung. Nr. 2/2011. - 18 - - Knobloch: Bewertung von risikobehafteten Zahlungsströmen mit Hilfe von MarkovKetten. Nr. 3/2011. - Knobloch: Ein Konzept zur Berechnung von einfachen Barwerten in der betrieblichen Altersversorgung mit Hilfe einer Markov-Kette. Nr. 4/2011. Zur Vervollständigung verweisen wir an dieser Stelle noch einmal auf die bereits im Bericht des Forschungsschwerpunktes Rückversicherung zitierte Publikation eines FaRis Mitgliedes in dieser Reihe: - Reimers-Rawcliffe: Eine Darstellung von Rückversicherungsprogrammen mit Anwendung auf den Kompressionseffekt, Nr. 5/2011. Für das kommende Jahr sind bereits weitere FaRis Publikationen in dieser Publikationsreihe zu verschiedenen Themengebieten in der Planung, siehe dazu auch den entsprechenden nachfolgenden Abschnitt. 4.2.2 Sonstige Veröffentlichungen Über das Engagement in der Publikationsreihe „Forschung am IVW Köln“ hinaus haben FaRis Mitglieder in verschiedenen Medien als Artikel oder Monographien noch folgende Publikationen veröffentlicht: - Heep-Altiner, Haker, Lazic, Westermann (Hrsg.): Internes Holding Modell nach Solvency II. Schritt für Schritt zum eigenen internen Holdingmodell. Verlag Versicherungswirtschaft, Karlsruhe, 2011. ISBN 978-3-89952-632-5. - Schiegl: A Model Study about the Applicability of the Chain Ladder Method. Proceedings 41st ASTIN Colloquium, Madrid 2011. - Goecke: Das Markenzeichen der Lebensversicherung steht auf dem Spiel - Warum die Lebensversicherer ihre langfristigen Zinsgarantien überdenken müssen. Versicherungswirtschaft, 2011, Heft 1, S. 30-33. - Heep-Altiner: Vom Standardmodell zur integrierten Risikosteuerung. Erste Schritte auf dem Weg zum internen Modell. Solvency II kompakt (www.solvency_ii_kompakt/content/vom-standardmodell-zur-integriertenrisikosteuerung). 7/2011. Für das kommende Jahr sind bereits weitere FaRis Publikationen zu verschiedenen Themengebieten in der Planung, siehe dazu auch den entsprechenden nachfolgenden Abschnitt. - 19 - 4.2.3 Vorträge FaRis Mitglieder haben bei verschiedenen Gelegenheiten zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten Vorträge gehalten, siehe dazu die nachfolgende Liste: - Goecke, Oskar: Ein neues Modell der Lebensversicherung? Ein Beitrag zur Theorie des kollektiven Sparens. München, 11.07.2011, Versicherungsmathematisches Kolloquium der Ludwig Maximilian Universität München. - Schiegl, Magda: Model Study about the Applicability of the Chain Ladder Method. Madrid / Spanien, 21.06.2011, ASTIN Colloquium. - Goecke, Oskar: Solvency II – Konsequenzen für die Lebensversicherung. Köln, 31.03.2011, Fachkreistagung der VVB "Solvency II – zwischen Alptraum und Wirklichkeit". - Heep-Altiner, Maria: Der Embedded Value in der Schadenversicherung. Bericht aus der Arbeitsgruppe. ASTIN Herbsttagung, Dresden 14.11.2011. - Heep-Altiner, Maria: Embedded Value in der Schadenversicherung. Weiterführende Aspekte. 1. FaRis & DAV Symposium, Köln, 02.12.2011. Einige der hier aufgelisteten Vorträge stehen auch als Download auf der FaRis Website (www.fh-koeln.de/faris) zur Verfügung. 4.3 Symposien Aktuarielle Modelle und Methoden finden immer mehr Anwendung in vielen Bereichen des Risikomanagements von Versicherungsunternehmen, nicht nur im Zusammenhang mit Solvency II. Dabei handelt es sich schon lange nicht mehr nur um eine Spielwiese von entsprechend gut ausgebildeten Versicherungsmathematikern. Immer mehr Nichtmathematiker an den Schnittstellen zu aktuariellen Tätigkeiten müssen sich im Rahmen der Unternehmenssteuerung mit entsprechenden Fragestellungen auseinandersetzen. Entsprechend hoch ist in diesen Personenkreisen ein auf Ihre Bedürfnisse abgestimmter Informationsund Weiterbildungsbedarf. FaRis hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Forschungstätigkeit des Instituts für Versicherungswesen zu aktuariellen Fragestellungen zu bündeln und diese Themen allen interessierten Personenkreisen – Mathematikern wie Nicht-Mathematikern – näher zu bringen. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Aktuarvereinigung e. V. (DAV) werden daher in gemeinsamen FaRis & DAV Symposien zweimal pro Jahr in einem Sommerund einem Wintersymposium aktuell relevante Fragestellungen nicht nur Aktuaren, sondern auch Personen an den Schnittstellen zu aktuariellen Tätigkeiten und anderen Personen aus der Versicherungsbranche näher gebracht werden. In diesem Zusammenhang werden im Rahmen - 20 - der freiwilligen Weiterbildung der Deutschen Aktuarvereinigung die FaRis & DAV Symposien auch mit entsprechenden Weiterbildungspunkten anerkannt. Es ist geplant, dass alle Symposium sich immer mit einem aktuellen Themenschwerpunkt auseinander setzen, der in Kurzvorträgen erläutert wird und – sofern sich das Thema dazu eignet – in einer Podiumsdiskussion unter Beteiligung des Auditoriums diskutiert wird. Die Vorträge werden auf der FaRis Website zum Download zur Verfügung gestellt. Um das Thema darüber hinaus noch einem größeren Interessentenkreis zur Verfügung stellen zu können, soll zu jedem FaRis & DAV Symposium in angemessener Zeit nach Ende der Veranstaltung ein aussagefähiger Tagungsbericht (Proceedings) in der Publikationsreihe „Forschung am IVW Köln“ erscheinen, der alle Vorträge zusammenfasst und in einen einheitlichen Gesamtzusammenhang stellt. Aufgrund der Zusammenarbeit mit der DAV strebt FaRis dabei insbesondere an, in einem der beiden jährlichen Symposien (i. d. R. im Sommersymposium) das „Topic of the Year“ der Deutschen Gesellschaft für Versicherungsund Finanzmathematik (DGVFM) zu behandeln. 4.3.1 Sommersymposium Da die FaRis & DAV Symposium erstmalig in diesem Jahr etabliert wurden, hat kein Sommersymposium stattgefunden. Weitere Informationen zum Sommersymposium im kommenden Jahr sind im entsprechenden nachfolgenden Abschnitt zu finden. 4.3.2 Wintersymposium Das Wintersymposium als erstes der FaRis & DAV Symposien zum Thema „Der Market Consistent Embedded Value (MCEV) in der Lebensund Schadenversicherung – geeignet für die Unternehmensführung oder nicht?“ fand am 02. Dezember 2011 an der Fachhochschule Köln unter der Gesamtmoderation von Prof. Dr. Oskar Goecke (IVW) statt. Embedded Value in der Lebensversicherung – eine etablierte Steuerungsgröße Zu Beginn wurde von Dr. Nora Gürtler (Generali Deutschland Holding AG) das Thema für die Lebensversicherung vorgestellt. Hier hat bei der Bewertung von Lebensversicherungsverträgen das Konzept des Embedded Values durchaus schon eine lange Tradition und hat in dieser Zeit auch diverse Änderungen erfahren. Embedded Value in der Schadenversicherung – eine meist noch unbekannte Größe In der Schadenversicherung ist das Konzept des Embedded Value noch weitgehend unbekannt. Sofern im Rahmen der integrierten Unternehmenssteuerung von Lebensund Schadenversicherung zum Gruppen-Embedded Value aggregiert werden muss, wird für die Schadenversicherung meistens der IFRS Wert angesetzt. Aus diesem Grund wurde 2008 die DAV Arbeitsgruppe „Embedded Value Sach“ gegründet, um proaktiv mit dieser - 21 - Fragestellung umzugehen. Aus dieser Arbeitsgruppe haben Frau Anja Jutzi (Catlin GmbH) und Frau Prof. Dr. Maria Heep-Altiner (IVW) als Leiterin der Gruppe über die Arbeitsergebnisse berichtet. Embedded Value auf Gruppenebene – Aggregation richtig durchgeführt Die unterschiedlichen Standpunkte in der Schadenund Lebensversicherung wurden von Bharat Bhayani (B&W Deloitte GmbH) in seinem Vortrag zum MCEV auf Gruppenebene zusammengefasst. Der Gruppen Embedded Value wird dabei von einigen großen Versicherungsgruppen schon seit einiger Zeit gerechnet. Embedded Value in Leben und Schaden – Geeignet für die Unternehmenssteuerung? In der anschließenden Podiumsdiskussion unter Moderation von Dr. Lörper (Vorstand der ERGO Lebensversicherung und Vorstandsvorsitzender der DAV) wurde dieser Aspekt kritisch hinterfragt. Dabei wurde die Frage, ob bei korrekter Berechnungssystematik nicht mehr oder weniger alle in der Lebensversicherungsbranche in diesem Jahr negative Neugeschäftswerte ausweisen müssten, natürlich besonders kontrovers diskutiert, insbesondere im Hinblick auf die sich daraus ergebenden Implikationen für das Geschäftsmodell der deutschen Lebensversicherung. 4.4 Sonstiges FaRis strebt an, auch externe Partner und Förderer in die Forschungsarbeit einzubeziehen. Interessierte Stellen können sich an die/ den Sprecher/in oder ein sonstiges Mitglied der Forschungsstelle wenden, um hier genauere Informationen zu erhalten. - 22 - 5 Kölner Versicherungssymposium Zum jährlichen Kanon des Instituts für Versicherungswesen gehört im Herbst jeden Jahres das Kölner Versicherungssymposium. In 2011 widmete sich das 16. dem Thema der Pflichtversicherungen in Deutschland und erhielt daher den plakativen Titel: Privat versus Staat. Der Untertitel, Schussfahrt zur Zwangsversicherung brachte den erwünschten Drive. 300 Pflichtversicherungen in Deutschland sind keine geringe Anzahl. Im Bereich Personenversicherungen stehen die Sozialversicherungen beispielgebend für diese Versicherungen, in den anderen Sparten stehen dafür z.B. die Kfz-Haftpflichtversicherung oder die Jagdhaftpflichtversicherung. Das 16. Symposium brachte von der Organisation her eine Neuerung im Ablauf mit sich. Ziel war es, sowohl die bekannten und möglichen neuen Pflichtversicherungen, deren Charakter und Ausgestaltung als auch die betroffenen Versicherungssparten abzubilden. Daher wurde das Symposium zeitlich in drei aufeinanderfolgende Blöcke geteilt. Der erste und der dritte Block (Plenum I und II) umfassten das gesamte Spektrum, und waren damit Auftakt und Schluss des Symposiums. Der mittlere Block war den Pflichtversicherungen der einzelnen Sparten gewidmet. Die Teilnehmer trafen sich in den Arbeitsgruppen „ihrer“ Sparte und diskutierten eben spartenspezifische Pflichtversicherungen. Die Ergebnisse wurden danach im Plenum II vorgestellt und besprochen. 5.1 Plenum I – Fachreferate & Arbeitsgruppen Das Symposium und das erste Plenum eröffnete der Vizepräsident der Fachhochschule Köln. Der erste Fachreferent des ersten Plenums: Herr Gatschke (Rechtsexperte der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.), stellte dar, weshalb Staatseingriffe aus seiner Sicht höchst wünschenswert sind. Denn umfassende staatliche Regelungen im und zum Versicherungsvertragsrecht stärken die Seite des Versicherungsnehmers. Darauf antwortete Herr Dr. Langheid (Kanzlei Bach, Langheid & Dallmeyer) nicht direkt. Seine Ausführungen betrafen die vielfachen Missgriffe des Gesetzgebers bei der Ausgestaltung verschiedener Regelungen. Insbesondere geißelte er die im Zeichen der sozialen Gerechtigkeit aufkommende Umverteilung zu Lasten weniger zahlungskräftiger Bürger. Herr Ema (Mitsui Sumitomo Insurance Co. Ltd.) stellte das System der Pflichtversicherungen in Japan vor. Im gewerblichen und industriellen Versicherungsmarkt gibt es, ähnlich wie in Deutschland, mehrere Pflichtversicherungen. Im Bereich der Sozialversicherungen besteht in Japan, genauso wie in Deutschland, eine Versicherungspflicht bei den klassischen Sozialversicherungen. Die Arbeitsgruppe „Leben / betriebliche Altersversorgung“ war aufgerufen, zum Thema: Die Eingriffe des Staates in die private Vorsorge: Verbraucherschutz oder Verbrauchergängelung, Stellung zu beziehen. Die Diskutanten waren Herr Lars Gatschke (Rechtsexperte der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.), Herr Roland Weber (Vorstand Debeka) sowie Herr Dr. Reiner Will (Geschäftsführer Assekurata), die Leitung des Gesprächs übernahm Prof. Dr. Oskar Goecke (IVW). - 23 - Alle Beteiligten waren sich darin einig, dass insbesondere bei geförderten Produkten der Staat stärker regulierend eingreifen dürfe bzw. müsse. Trotz aller Unterschiede in den Positionen, zeigte die Diskussion einen breiten Konsens darin, dass Altersvorsorge sicher, einfach und transparent sein sollte und dass es noch viele „Baustellen“ für Verbesserungen gebe. Die Arbeitsgruppe „Krankenversicherung“ befasste sich mit der derzeit wohl spannendsten Frage im Gesundheitswesen: (Wann) Kommt eine Bürgerversicherung? Als Experten referierten Herr Armin Lang (SPD) und Herr Dr. Leienbach (Direktor und Geschäftsführer des PKV-Verbands). Die Veranstaltung wurde von Herrn Christian Frenzel (Lehrbeauftragter IVW) moderiert. Herr Lang stellte in seinem Vortrag heraus, dass die Bürgerversicherung (BV) sicher kommen werde, die Frage, die sich seines Erachtens stellte, wäre also nicht das Ob, sondern das Wann. Die Sichtweise des PKV-Verbandes, vorgetragen vom Verbandsdirektor Herrn Dr. Leienbach , zur BV musste geradezu konträr zu derjenigen von Herrn Lang, als SPDVertreter, ausfallen. Sein Petitum war: Dualität der Absicherungsmöglichkeiten, also Fortbestand der GKV und der PKV. Die Arbeitsgruppe „Pflegeversicherung“ befasste sich mit der weiteren spannenden Frage im Gesundheitswesen: Pflicht zur Zusatzversicherung – Fluch oder Segen? Als Experten referierten von der Versicherungswirtschaft Herr Andreas Muschik (SCOR) und von den Jungen Demokraten Frau Eva Scharbatke (Mitglied der Julis). Die Veranstaltung wurde von Prof. Dr. Detlef Rüdiger (IVW) moderiert. Herr Muschik stellte die künftige Verschärfung der Situation im Pflegebereich aufgrund der demografischen Entwicklung dar. Seines Erachtens wäre daher eine Zusatzabsicherung höchst sinnvoll, selbst eine Pflicht-Zusatzversicherung. Frau Eva Scharbatke von den Jungen Liberalen gab erst einmal prinzipiell zu bedenken, dass nicht jedes Lebensrisiko sozialisiert werden müsste. Sie plädierte (Position der FDP) nicht für eine Zusatzabsicherung, sondern für einen vollständigen Ersatz der bestehenden Pflegeversicherung durch eine in kapitalgedeckter Form. Die Arbeitsgruppe „Sachversicherungen“ widmete sich der These: Elementarschaden(pflicht)versicherung – eine Katastrophe? Als Sachverständige haben Herr Wüthrich (Schweizer Elementarschadenpool) und Herr Hauner (Leiter des Bereichs Sachversicherung GdV) in der von Prof. Dr. Dirk-Carsten Günther (IVW) geleiteten Diskussion ihre Statements ausgetauscht. Herr Wüthrich stellte das schweizerische System mit seiner Verpflichtung, eine Feuerversicherung nur gemeinsam mit einer Elementar-schadenversicherung abzuschließen, vor. Die Gegenposition vertrat Herr Hauner . Positiv auf die Versicherungsdichte – so die Runde – dürften sich die neuen Musterbedingungen der Hausratund Wohngebäudeversicherung des Jahres 2010 auswirken. Bei denen die Elementargefahren hinzu gewählt werden können. Die Arbeitsgruppe „Allgemeine Haftpflichtversicherung“ befasste sich mit der Frage: Brauchen wir mehr Pflicht-Haftpflichtversicherungen? Als Experten referierten Herr - 24 - Nils Hellberg (Leiter Haftpflicht-, Kredit-, Transportund Luftfahrtversicherung, Statistik beim GDV, Berlin) und Herr Prof. Dr. Hans-Peter Schwintowski (Humboldt-Universität, Berlin). Die Veranstaltung wurde von Prof. Dr. Peter Schimikowski (IVW) moderiert. Herr Hellberg zeigte eine zunehmende Tendenz europäischer und deutscher Politik auf, neue Pflicht-Haftpflichtversicherungen einführen zu wollen. In Deutschland existierten bereits rund 300 Pflichtversicherungen. Beschränkungen der Handlungsfreiheit seien aber nur dann gerechtfertigt, wenn die Pflichtversicherung im konkreten Fall sinnvoll ist, die angestrebten Ziele erreicht und zu keiner unangemessenen Belastung führt. Prof. Dr. Schwintowski hielt in seinem Statement dagegen, Pflicht-Haftpflichtversicherungen sorgten dafür, dass Haftpflichtrisiken von den Schädigern und nicht von den Geschädigten getragen werden, damit setzten sie folglich das Haftungssystem eines Rechtsstaates durch. 5.2 Plenum II – Moderation in der Gesamtgruppe Frau Lansch (Vorsitzende des Vereins der Versicherungsjournalisten e.V.) übernahm die Moderation im Plenum II zur Vorstellung der Ergebnisse der spartenspezifischen Arbeitsgruppen. Zwischen den einzelnen Sparten konnten derzeit kaum übergreifende Übereinstimmungen oder Parallelitäten festgestellt werden. Der Direktor des Instituts für Versicherungswesen Prof. Dr. Arnold beendete daher das Symposium auch mit der Aufforderung, dieses Thema weiter intensiv wissenschaftlich zu bearbeiten. Kontakt/Impressum Diese Veröffentlichung erscheint im Rahmen der OnlinePublikationsreihe „Forschung am IVW Köln“ . Alle Veröffentlichungen dieser Reihe können unter www.ivw-koeln.de oder unter http://opus.bsz-bw.de/fhk/index.php?la=de abgerufen werden. Eine weitere Publikationsreihe ist die Schriftenreihe des Instituts für Versicherungswesen der Fachhochschule Köln . Herausgeber: Verein der Förderer des Instituts für Versicherungswesen an der Fachhochschule Köln e. V. Die Schriftenreihe kann über den Verlag Versicherungswirtschaft bezogen werden (http://www.vvw.de/). Eine Übersicht aller Hefte der Schriftenreihe kann auch unter folgender Adresse abgerufen werden: http://www.f04.fh-koeln.de/fakultaet/institute/ivw/informationen/publikationen/00366/index.html Köln, Januar 2012 Herausgeber / Editorship: Prof. Dr. Reimers-Rawcliffe Prof. Dr. Peter Schimikowski Prof. Dr. Jürgen Strobel Institut für Versicherungswesen / Institute for Insurance Studies Fakultät für Wirtschaftswissenschaften / Faculty of Economics and Business Administration Fachhochschule Köln / Cologne University of Applied Sciences Web www.ivw-koeln.de Schriftleitung / Contact editor’s office: Prof. Dr. Jürgen Strobel Tel. +49 221 8275-3270 Fax +49 221 8275-3277 Mail [email protected] Institut für Versicherungswesen / Institute for Insurance Studies Fakultät für Wirtschaftswissenschaften / Faculty of Economics and Business Administration Fachhochschule Köln / Cologne University of Applied Sciences Gustav Heinemann-Ufer 54 50968 Köln Kontakt Autor / Contact author: Institut für Versicherungswesen / Institute for Insurance Studies Fakultät für Wirtschaftswissenschaften / Faculty of Economics and Business Administration Fachhochschule Köln / Cologne University of Applied Sciences Gustav Heinemann-Ufer 54 50968 Köln Tel. +49 221 8275-3271 Fax +49 221 8275-3277 Mail [email protected] ISSN (online) 2192-8479