Forschungsbericht für das Jahr 2014
Abstract
Mit diesem Bericht dokumentiert das Institut für Versicherungswesen (IVW) seine Forschungsaktivitäten des vergangenen Jahres. Wir geben damit gegenüber der Öffentlichkeit und insbesondere den Freunden und Förderern des Instituts Rechenschaft über die geleistete Forschungsarbeit. Darüber hinaus wollen wir in diesem Forschungsbericht des IVW auch darlegen, welche Forschungsziele wir am Institut verfolgen und welche Aktivitäten derzeit geplant sind.
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Forschung am IVW Köln, 1/2015 Institut für Versicherungswesen Forschungsbericht für das Jahr 2014 Institut für Versicherungswesen
Forschung am IVW Köln, 1/2015 Wählen Sie ein Element aus. Institut für Versicherungswesen Forschungsbericht für das Jahr 2014 Zusammenfassung Mit diesem Bericht dokumentiert das Institut für Versicherungswesen (IVW) seine Forschungsaktivitäten des vergangenen Jahres. Wir geben damit gegenüber der Öffentlichkeit und insbesondere den Freunden und Förderern des Instituts Rechenschaft über die geleistete Forschungsarbeit. Darüber hinaus wollen wir in diesem Forschungsbericht des IVW auch darlegen, welche Forschungsziele wir am Institut verfolgen und welche Aktivitäten derzeit geplant sind. Abstract By this report the Institute of Insurance Studies documents its research activities of the past year. We render account to the public and to our friends and supporters. We also want to explain th e target of our research work a nd give a short outlook on the planned future activities. Schlagwörter: Institut für Versicherungswesen, Forschung, Forschungsbericht, Forschungsschwerpunkt Rückversicherung, Forschungsstelle FaRis, Forschungsstelle Versicherungsmarkt, Forschungsstelle Versicherungsrecht
- 1 - Inhaltsverzeichnis VORWORT ............................................................................................................................................................... 2 1FORSCHUNGSSCHWERPUNKT RÜCKVERSICHERUNG .................................................................. 4 1.1ZIELSETZUNG UND MITWIRKENDE ......................................................................................................... 4 1.2FORSCHUNGSPROJEKTE, VERÖFFENTLICHUNGEN UND VORTRÄGE ...................................................... 5 1.3WISSENSCHAFTLICHE VERANSTALTUNGEN ........................................................................................... 8 1.4SONSTIGE AKTIVITÄTEN UND VORHABEN ............................................................................................11 2FORSCHUNGSSTELLE VERSICHERUNGSRECHT ............................................................................ 12 2.1ZIELSETZUNG UND MITWIRKENDE .......................................................................................................12 2.2FORSCHUNGSPROJEKTE, VERÖFFENTLICHUNGEN UND VORTRÄGE ....................................................12 2.3WISSENSCHAFTLICHE VERANSTALTUNGEN .........................................................................................14 2.4SONSTIGE AKTIVITÄTEN UND VORHABEN ............................................................................................15 3FORSCHUNGSSTELLE FARIS ................................................................................................................ 16 3.1ZIELSETZUNG UND MITWIRKENDE .......................................................................................................16 3.2FORSCHUNGSPROJEKTE, VERÖFFENTLICHUNGEN UND VORTRÄGE ....................................................17 3.3WISSENSCHAFTLICHE VERANSTALTUNGEN .........................................................................................19 3.4SONSTIGE AKTIVITÄTEN UND VORHABEN ............................................................................................20 4FORSCHUNGSSTELLE VERSICHERUNGSMARKT ........................................................................... 22 4.1ZIELSETZUNG UND MITWIRKENDE .......................................................................................................22 4.2FORSCHUNGSPROJEKTE, VERÖFFENTLICHUNGEN UND VORTRÄGE ....................................................23 4.3WISSENSCHAFTLICHE VERANSTALTUNGEN .........................................................................................26 4.4SONSTIGE AKTIVITÄTEN UND VORHABEN ............................................................................................26 5SONSTIGE FORSCHUNGSAKTIVITÄTEN DES IVW ......................................................................... 28 5.1ZIELSETZUNG UND MITWIRKENDE .......................................................................................................28 5.2FORSCHUNGSPROJEKTE, VERÖFFENTLICHUNGEN UND VORTRÄGE ....................................................28 5.3WISSENSCHAFTLICHE VERANSTALTUNGEN .........................................................................................28 5.4SONSTIGE AKTIVITÄTEN UND VORHABEN ............................................................................................30
- 2 - Vorwort Das Institut für Versicherungswesen (IVW) legt hiermit seinen jährlichen Forschungsbericht vor. Wir geben Rechenschaft über unsere Arbeit gegenüber der Öffentlichkeit und gegenüber unseren Freunden und Förderern. Die Fachhochschule Köln und das IVW im Besonderen zeichnen sich aus durch einen besonders intensiven Praxisbezug. Alle Professorinnen und Professoren am IVW haben mehrere Jahre Praxiserfahrung und sind wissenschaftlich ausgewiesen. Die Praxiserfahrung und die laufenden Kontakte zu den Unternehmen der Versicherungswirtschaft schärfen den Blick auf die Theorie und fördern eine zielgerichtete Forschung. In einer anwendungsorientierten Forschung sehen wir als IVW unsere besondere Stärke aber auch unsere besondere Verantwortung. Es ist darüber hinaus aber auch ein besonderes Anliegen des Instituts, die Forschungsaktivitäten und Projekte in die Lehre zu integrieren, um dadurch neue Impulse zu erhalten. Im von der Fachhochschule Köln verabschiedeten Hochschulentwicklungsplan heißt es: „Die Fachhochschule Köln bekennt sich zu einer klaren Profilierung mit prägnanten Forschungsfeldern für eine exzellente praxisorientierte Forschung und betreibt aktiv Wissenstransfer mit Wirtschaft und Gesellschaft.“ Diesem Anspruch fühlen wir uns verpflichtet. Wir wollen mit diesem Forschungsbericht dokumentieren, was wir geleistet haben; wir sind uns aber bewusst, dass noch viel zu tun ist, um unserem ambitionierten Anspruch in vollem Umfang zu genügen. Mittlerweile sind am IVW vier Forschungsstellen etabliert: - Der Forschungsschwerpunkt Rückversicherung, - die Forschungsstelle Versicherungsrecht, - die Forschungsstelle aktuarielle Modelle & Methoden im Risikomanagement (FaRis), - die Forschungsstelle Versicherungsmarkt. In Jahr 2014 haben wir uns im Institut für Versicherungswesen mit den aktuellen Veränderungen in der Versicherungsbranche auseinandersetzt. Hieraus haben wir mehrere Themenstellungen für Forschungsaktivitäten und Veranstaltungen abgeleitet. Das 19. Kölner Versicherungssymposium stand daher unter dem Thema „Change Management in Versicherungsunternehmen - die Zukunft erfolgreich gestalten“. Der Forschungsbericht gibt einen Überblick die Veranstaltungen, Publikationen und Forschungsprojekte des vergangenen Jahres und darüber hinaus einen Ausblick auf die im aktuellen Jahr geplanten Projekte und Forschungsaktivitäten, sofern diese bereits jetzt absehbar sind. Weiter Informationen zum IVW finden sich auf der IVW-Webseite unter www.ivwkoeln.de. Eine wichtige Unterstützung erfahren wir beim Start und bei der Weiterentwicklung der Forschungsstellen durch unsere Förderer. Hier sind insbesondere der Verein der Förderer des Instituts für Versicherungswesen, in dem alle marktrelevanten Erstund Rückversicherer,
- 3 - Versicherungsmakler und Beratungsund Wirtschaftsprüfungsgesellschaften vertreten sind, und unsere Alumniorganisation VVB mit zahlreichen Absolventen unserer Studiengänge zu erwähnen. Den externen Förderern, der Hochschulleitung und -verwaltung sowie den Mitarbeitern der Forschungsstellen gilt unser Dank für alle Unterstützung der Aktivitäten vergangenen Jahr. Köln, im Januar 2015 (Prof. Dr. Rolf Arnold, Geschäftsführender Direktor des IVW)
- 4 - 1 Forschungsschwerpunkt Rückversicherung (Prof. Stefan Materne, FCII) Die Forschungsstelle Rückversicherung wurde 2008 gegründet und 2009 in den Forschungsschwerpunkt Rückversicherung umgewandelt. 1.1 Zielsetzung und Mitwirkende Am Forschungsschwerpunkt Rückversicherung wirken die nachfolgend aufgelisteten Personen mit: Name Funktion / Schwerpunkt Institut / Unternehmen Kontakt Prof. Stefan Materne, FCII Leiter des Forschungsschwerpunkts Rückversicherung, Rückversicherung. Institut für Versicherungswesen [email protected] Prof. Dr. Lutz Reimers-Rawcliffe T ransportversicherung, Rückversicherung. Institut für Versicherungswesen [email protected] Prof. Dr. Jochen Axer Betriebswirtschaftslehre, insbes. betriebliche Steuerlehre. Institut für Versicherungswesen [email protected] Manuel Dietmann (M.Sc.) Wissenschaftlicher Mitarbeiter KPMG / Institut für Versicherungswesen [email protected] Sebastian Hoos (M.Sc., FCII) Wissenschaftlicher Mitarbeiter Deutsche Rück / Institut für Versicherungswesen [email protected] Kai-Olaf Knocks (M.A., FCII) Wissenschaftlicher Mitarbeiter Scor Global P&C SE / Institut für Versicherungswesen [email protected] Alexandra Pitscheider (B.A.) Wissenschaftliche Mitarbeiterin Institut für Versicherungswesen alexandra.pitschei- [email protected] Lihong Wang (M.Sc.) Wissenschaftliche Mitarbeiterin R+V Re / Institut für Versicherungswesen [email protected] Frederik Gerhards (B.Sc.) Wissenschaftliche Hilfskraft Institut für Versicherungswesen [email protected] Lucas Kaiser (B.Sc.) Wissenschaftliche Hilfskraft Institut für Versicherungswesen [email protected] Florian DavidSpickermann (B.Sc.) Wissenschaftliche Hilfskraft University of Limerick, Irland f lorian.david-spicker- [email protected]e Fabian Pütz (B.Sc.) Wissenschaftliche Hilfskraft Institut für Versicherungswesen [email protected] Die Finanzierung des Forschungsschwerpunktes Rückversicherung (Personalkosten der wissenschaftlichen Mitarbeiter, Literatur, Reisekosten, Sachmittel, etc.) erfolgt vollständig aus den vom Förderkreis Rückversicherung zur Verfügung gestellten Drittmitteln. In dem Förderkreis wirken derzeit insgesamt 80 Rückversicherer bzw. rückversicherungsorientierte Unternehmen mit.
- 5 - Zudem werden das Kölner Rückversicherungs-Symposium (teilweise), die Jahrestagung des Förderkreises sowie die Exkursionen durch die eingeworbenen Drittmittel finanziert. 1.2 Forschungsprojekte, Veröffentlichungen und Vorträge Vom Forschungsschwerpunkt Rückversicherung wurden im Berichtsjahr folgende Forschungsprojekte durchgeführt, Veröffentlichungen erstellt bzw. Vorträge gehalten: Forschungsprojekte Professor Stefan Materne untersucht derzeit die Auswirkung der nahenden Solvency IIImplementierung speziell auf das Kapitalanlageverhalten von Erstund Rückversicherern. Dabei scheint die Festlegung der je Risikoklasse notwendigen Eigenkapitalunterlegung nicht ausschließlich durch risikotheoretische Überlegungen, sondern zunehmend auch von politisch motivierter Incentivierung zur Steuerung von Investment-Strömen zu erfolgen. Beispiele hierfür sind die Kapitalunterlegung für Kreditverbriefungen und Infrastrukturprojekte. Ein weiterer Interessenschwerpunkt besteht in der Kategorisierung und dem Vergleich von direkten Investment-Möglichkeiten in Risikotransfer (Alternative Capital) statt über Eigenkapital-Investment von Rückversicherern. Zudem analysiert Professor Stefan Materne die Gründe für das erhebliche Anwachsen der zur Verfügung stehenden Rückversicherungskapazität und schätzt die Konsequenzen ab, die sich aus den nachfolgend beschriebenen Entwicklungen für den Rückversicherungsmarkt und das Geschäftsmodell Rückversicherung ergeben. Über die letzten Jahre eilt die Kapitalisierung von einer Rekordhöhe zur nächsten. Hinzu kommt die ebenfalls substantiell und immer schneller zunehmende Risikotransfer-Kapazität aus dem Kapitalmarkt. Diese addiert sich noch zu dem traditionellen Überangebot. Auch qualitativ verschärft sich die Situation: Stellten die Cat Bonds mit ihren teils sehr hohen Attachment Points eher komplementäre Kapazität zu den traditionellen Rückversicherungsdeckungen dar, so entwickelt sich die jetzt in den Markt strömende „Collateralized Capacity“ zu einer direkten Konkurrenz im Platzierungswettbewerb. Ein Ende dieses Trends – getrieben nicht zuletzt durch das niedrige Zinsumfeld – ist nicht in Sicht. Dieser kontinuierlich steigenden Überkapazität steht in den meisten Märkten bestenfalls eine Stagnation der Nachfrage gegenüber, vielerorts sogar ein Rückgang durch erhöhte Selbstbehalte sowie durch eine zentralisierte Einkaufspolitik unter Berücksichtigung eines Konzernselbstbehalts. Frederik Gerhards befasst sich mit möglichen Maßstäben für das Proportionalitätsprinzip von Solvency II, insbesondere für kleinere und mittlere Rückversicherer. Durch dieses Prinzip soll es vor allem kleineren und mittleren Unternehmen möglich sein, die teils hohen Anforderungen von Solvency II zu vereinfachen. Maßgeblich für die Vereinfachungen ist dabei das Risikoprofil der Unternehmen. In dem hier beschriebenen Projekt stehen besonders die potentiellen Vereinfachungen bei der Berechnung des Ausfallrisikos (Counterparty Risk) im Fokus. Kai-Olaf Knocks beschäftigte sich mit der „Aufweichung“ des Cat Bonds Marktes. Aufgrund des deutlichen Kapitalzuflusses in den vergangenen Jahren war hier ein signifikanter Preis-
- 6 - verfall zu beobachten. Es scheint sich aktuell jedoch eine Bodenbildung abzuzeichnen. Darüber hinaus war bei vielen Transaktionen auch eine Bedingungsaufweichung festzustellen. Neben der vermehrten Nutzung von Indemnity Triggern – mittlerweile auch für europäische Windsturm-Risiken – werden mittlerweile immer mehr neue Risiken gedeckt, für die zum Teil keine Modellierung vorgenommen wird. Hinzu kommt die Vereinbarung von „Annual Resets“, die dem Risikosponsor die Möglichkeit geben, die Deckung an sein Exposurewachstum anzupassen. Lucas Kaiser befasst sich mit dem Thema Rating-Bewertung speziell von Rückversicherungsunternehmen. Der Kern seines Projektes fokussiert das Rating-Verfahren und die Bestimmung des Risk Based Capital, welches für die Capital Adequacy Ratio herangezogen wird. Die Bewertung erfolgt auf der Grundlage der Standard & Poor’s Skala. Kernfunktion der Rückversicherung besteht im Eigenkapital-Surrogat. Nationale und internationale Rechnungslegungsstandards haben somit maßgeblichen Einfluss auf die Rückversicherungs-Politik der Zedenten. Daneben verlangt Solvency II von Versicherungsunternehmen die Aufstellung einer Solvenzbilanz. Vor diesem Hintergrund analysieren Manuel Dietmann und Sebastian Hoos die bilanziellen Treiber für den Einkauf von Rückversicherungslösungen und beschreiben dabei die Auswirkung auf die Solvenzbilanz eines Erstversicherers. Fabian Pütz untersuchte in seiner Bachelor Thesis „Die Bedeutung der Ereignisdefinition im Underwritingprozess des Rückversicherers“ ausgewählte Ereignisklauseln in Hinblick auf die Eindeutigkeit der Formulierungen und die daraus entstehenden (rück-)versicherungstechnischen Bewertungsspielräume. Darüber hinaus wurden in Zusammenarbeit mit Herrn Matthias Engling, DEVK, praxisgängige Ereignisdefinitionen zu Überschwemmungsund Sturmereignissen innerhalb von Cat-XLs kritisch auf die Kongruenz der den Definitionen zugrunde liegenden Aggregationstriggern von Einzelschäden mit dem tatsächlichen risikoinhärenten Schadenverlauf geprüft. Die aus einer Inkongruenz entstehenden Folgen wurden anschaulich am Praxisbeispiel „Hilal 2008“ erarbeitet. Ausgehend vom Standardmodell von Solvency II Säule 1 konzipierte Florian David-Spickermann in seiner Bachelor Thesis ein Risk Based Capital Modell für Corporates. Zu diesem Zweck fügte er zum Teil neue Risikomodule in die Standardformel der für Corporates relevanten Risikomodelle ein und versah diese neuartigen Risiken mit plausibilisierten Kapitalhinterlegungsansätzen und Annahmen über Korrelationen zwischen den einzelnen Risikoklassen. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit Dr. Andreas Meyerthole, Meyerthole Siems Kohlruss Geselschaft für aktuarielle Beratung mbH. Phillip Esser untersuchte in seiner Master Thesis das Thema „Gruppenrückversicherung vs. Individuelle Rückversicherungsstrategie – Analyse am Beispiel eines international agierenden Erstversicherungskonzerns“. Die Arbeit greift theoretische Grundzüge einer Rückversicherungsstrategie auf und stellt verschiedene Handlungsalternativen (dezentrale gegenüber zentralisierte Vorgehensweise) dar. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit Christian Eikermann, ERGO Versicherung AG.
- 7 - Lihong Wang is working on a research project on the Employers‘ Liability Insurance in China. This project concentrates on the background and the recent development of the Employers’ Liability (EL) insurance. Only beginning a few years back, now it amounts to almost one quarter of the total liability insurance in terms of premium income volume in China. With laws and regulations changes, EL insurers and reinsurers are facing challenges of coping with increasing exposure, resulting from extending of compensation scope and rising medical costs. The risk prone areas such as the most industrialized mega-cities in the eastern part of China are especially becoming big concerns. With helps from industry experts, she will also briefly compare the development of China EL insurance with those from few other Asian counties. Furthermore, by studying this subject, one can gain more insight into the evolving legal, economic and regulatory environments on doing (re)insurance business in China. Kai-Olaf Knocks und Frederik Gerhards untersuchten die aktuellen Entwicklungen auf dem Markt für Insurance Linked Securities (ILS). Hier sind neben dem kontinuierlichen Wachstum von Kapazitäten, die durch Catbonds bereitgestellt werden, vermehrt auch Kapitalzuflüsse durch so genannte Collateralized Reinsurance zu beobachten. Diese Produkte sind strukturell näher an den Vertragsformen der traditionellen Rückversicherung anzusiedeln. Zudem setzen sie im Vergleich zu Catbonds bereits bei wesentlich geringeren Attachment Points auf, was auch ein Grund dafür ist, dass das Markvolumen der Collateralized Reinsurance das des Catbond-Marktes mittlerweile sogar überschritten hat. Hierdurch entsteht weiterer Druck auf die Preise der traditionellen Rückversicherung. Daneben wurden Stellungnahmen und Reaktionen der Rückversicherer betrachtet, wie beispielsweise der Ausbau der CRM-Programme. Veröffentlichungen Der Forschungsschwerpunkt Rückversicherung veröffentlichte im Berichtszeitraum folgende Publikationen: Hoos, Sebastian: „Risikotransfer 2.0 – welche Rolle spielen die Rückversicherer?“. Bericht zum 11. Kölner Rückversicherungs-Symposium vom 15. Mai 2014, in: Zeitschrift für Versicherungswesen (ZfV), Nr. 12/2014, S. 355-356. Hoos, Materne, Wichelhaus: Die Verbriefung von Langlebigkeitsrisiken durch Longevity Bonds - Darstellung anhand zweier Praxisbeispiele, in: Zeitschrift für Versicherungswesen (ZfV), Teil 1 in Nr. 11/2014, S. 327-331, Teil 2 in Nr. 12/2014, S. 365-368. Heep-Altiner, Hoos: „Vereinfachter Nat Cat Modellierungsansatz zur Rückversicherungsoptimierung“. Forschung am IVW, März 2014.
- 14 - 2.3 Wissenschaftliche Veranstaltungen Die folgenden wissenschaftlichen Veranstaltungen wurden im Berichtsjahr von der Forschungsstelle Versicherungsrecht durchgeführt: 9. Diskussionsforum Versicherungsrecht Die 9. Tagung der Forschungsstelle Versicherungsrecht fand am 11. März 2014 statt und stand zunächst im Rahmen des 80. Geburtstags von Professor Dr. Johannes Wälder, der u. a. als Schriftleiter die Geschicke von „recht und schaden“, einer der wichtigsten versicherungsrechtlichen Zeitschriften, maßgeblich beeinflusst hat. Aktuelle versicherungsrechtliche Themen der Tagung waren: Thema 1: Verhüllte Obliegenheiten – ein Nachruf, Joachim Felsch, Mitglied des Versicherungssenat (IV. Zivilsenat) des BGH. Thema 2: Arglistiges Verhalten des VN im neuen VVG, Professor Dr. Helmut Schirmer, Freie Universität Berlin, Fachbereich Rechtswissenschaft. Thema 3: Die Reichspogromnacht und die deutsche Versicherungswirtschaft, Professor Dr. Dirk-Carsten Günther, Institut für Versicherungswesen der Fachhochschule Köln. 10. Diskussionsforum Versicherungsrecht Am 17. Oktober 2014 fand das 10. Diskussionsforum der Forschungsstelle Versicherungsrecht mit folgenden Vorträgen statt: Thema 1: "Lösungsrechte vom Vertrag - insbesondere § 5a VVG a.F., § 8 VVG n.F.“, Marion HarsdorfGebhardt, Richterin am BGH, IV. Zivilsenat. Thema 2: „Organhaftung bei Unternehmensbußen und Versicherungsschutz“, Björn Fiedler, Rechtsanwalt bei Friedrich Graf von Westphalen & Partner. Thema 3: „Produkthaftpflichtversicherung - aktuelle Entwicklungen“, Prof. Dr. Peter Schimikowski, Forschungsstelle Versicherungsrecht am IVW der FH Köln, Moderator der Veranstaltung. Im Vortrag vom Marion Harsdorf-Gebhardt ging es im Kern um die vor allem die Lebensversicherung betreffenden Konsequenzen aus der Entscheidung des EuGH zu § 5a Abs. 2
- 15 - Satz 4 VVG (alter Fassung). Harsdorf-Gebhardt erläuterte als Mitglied des IV. Zivilsenats die hierzu ergangene Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs. Im Anschluss referierte Rechtsanwalt Björn Fiedler, Partner bei Graf von Westfalen, Köln, über die Versicherbarkeit von Geldbußen – insbesondere wegen Kartellrechtsverstößen – im Rahmen der D&O-Versicherung. An diesen Vortrag schloss sich eine rege Diskussion an. Professor Dr. Peter Schimikowski beendete die Diskussionsrunde mit einem Vortrag über aktuelle (Streit-) Fragen der Produkthaftpflichtversicherung. 2.4 Sonstige Aktivitäten und Vorhaben Die sonstigen Aktivitäten im Berichtsjahr bzw. die geplanten Vorhaben im Folgejahr der Forschungsstelle Versicherungsrecht sind nachfolgend zusammengestellt. Auftritte in Medien Am 22. September 2014 kam Prof. Dr. Karl Maier als Experte in der WDR-Sendung "markt" zu Wort. Thema war die Mitfahrzentrale Uber, deren Vertrag mit den Fahrern Prof. Maier geprüft hat. Masterstudiengang Versicherungsrecht Die Forschungsstelle Versicherungsrecht hat in einer Kooperation zwischen dem IVW mit der Universität Limerick einen Masterstudiengang Versicherungsrecht aufgelegt, der zum Sommersemester 2015 startet. Der Studiengang richtet sich an Studierende, die am IVW oder an einer anderen Hochschule einen Bachelor-Abschluss erworben und Interesse an rechtlichen Fragestellungen haben. Voraussetzung ist eine einjährige Berufserfahrung und ein Notendurchschnitt von 2,5. Angesprochen werden sollen aber auch in der Versicherungswirtschaft tätige Juristen und Rechtsanwälte, die mit versicherungsrechtlichen Fragestellungen befasst sind. Der dreisemestrige Master-Studiengang schließt mit dem Master of Laws (LL.M.) in Versicherungsrecht ab. Gleichzeitig erwerben die Absolventinnen und Absolventen die theoretischen Kenntnisse des „Fachanwalts für Versicherungsrecht“. Mit einem Modul an der University of Limerick besteht der Studiengang aus insgesamt zehn Modulen plus Master-Thesis. Drei dreitägige und zwei zweitägige Blockveranstaltungen pro Semester und werden durch Online-Phasen ergänzt. Geplante Veranstaltungen Auch im nächsten Jahr plant die Forschungsstelle Versicherungsrecht wieder zwei Diskussionsforen zu aktuellen Themen im Frühjahr und im Herbst.
- 16 - 3 Forschungsstelle FaRis (Prof. Dr. Maria Heep-Altiner) Die Forschungsstelle aktuarielle Modelle & Methoden im Risikomanagement (FaRis) wurde mit der Intention gegründet, eine verbesserte Koordination der Forschungsaktivitäten der Kolleginnen und Kollegen, die sich mit aktuariellen Fragen beschäftigen, sowie eine Verbesserung der Außenwahrnehmung zu erreichen. 3.1 Zielsetzung und Mitwirkende FaRis ist dabei eindeutig anwendungsorientiert. Insofern ist es eine wesentliche Zielsetzung der Forschungsstelle, Kontakte zur Versicherungspraxis zu vertiefen, anwendungsorientierte Forschungsprojekte mit Hilfe der Praxis zu initiieren und insbesondere interessierte Experten in die Arbeit einzubeziehen. FaRis dient auch dem beidseitigen Wissenstransfer von Hochschule und Wirtschaft. Weitere Informationen zu FaRis finden sich auf der FaRis Website unter www.fh-koeln.de/faris. An der Forschungsstelle arbeiten alle Professorinnen und Professoren mit, die sich aktiv mit aktuariellen Fragestellungen auseinandersetzen; dies bezieht nicht nur alle Kolleginnen und Kollegen des Instituts für Versicherungswesen mit ein, sondern ausdrücklich auch alle interessierten Kolleginnen und Kollegen anderer Institute. Die derzeitigen FaRis Mitglieder sind in der nachfolgenden Tabelle aufgelistet. Name Funktion / Schwerpunkt Institut / Unternehmen Kontakt Prof. Dr. Oskar Goecke Finanzdienstleistungen, Kapitalanlagemanagement. Institut für Versicherungswesen oskar.goecke @fh-koeln.de Prof. Dr. Maria Heep-Altiner Sprecherin von FaRis, Schadenversicherungsmathematik, Finanzierung im VU. Institut für Versicherungswesen maria.heep-altiner @fh-koeln.de Prof. Dr. Ralf Knobloch Quantitative Methoden, Risikomanagement, Betriebliche Altersversorgung. Schmalenbach Institut ralf.knobloch @fh-koeln.de Prof. Dr. Lutz Reimers-Rawcliffe T ransportversicherung, Rückversicherung. Institut für Versicherungswesen [email protected] Prof. Dr. Torsten Rohlfs Risikomanagement Institut für Versicherungswesen [email protected] Prof. Dr. Jürgen Strobel Lebensversicherung, betriebliche Altersversorgung, Schriftleitung „Forschung am IVW Köln“. Institut für Versicherungswesen juegen.strobel @fh-koeln.de Prof. Dr. Magda Schiegl Korrespondierendes Mitglied Hochschule Landshut Madga,[email protected] Marcel Berg Wissenschaftlicher Mitarbeiter Institut für Versicherungswesen [email protected] Katharina Graz Studentische Hilfskraft Institut für Versicherungswesen katharina.gra[email protected] koeln.de Urij Dolgov Bereich “Product Management & Development – Pricing Actuaries” Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG
- 17 - Darüber hinaus ist in Übereinstimmung mit der Konzeption von FaRis auch die aktive Mitwirkung interessierter Aktuare möglich, die außerhalb einer Hochschultätigkeit angesiedelt sind. Es gehört zum Selbstverständnis von FaRis, auch externe Partner und Förderer in die Forschungsarbeit einzubeziehen. Hierfür wurde ein Förderprogramm für alle Interessenten erarbeitet. Projekte, die in diesem Zusammenhang aufgesetzt wurden, sind in den entsprechenden Rubriken dieses Forschungsberichtes aufgelistet. Bei Interesse an einer derartigen Projektarbeit oder einer allgemeinen Förderung kann man sich direkt an FaRis wenden, wobei FaRis sich allerdings das Recht vorbehält, die Zusammenarbeit mehr an wissenschaftliche als an monetäre Interessen zu knüpfen. Ansprechpartner hierfür ist Prof. Dr. Ralf Knobloch. Die Forschungsaktivitäten der Forschungsstelle FaRis für das Berichtsjahr sind nachfolgend dokumentiert. 3.2 Forschungsprojekte, Veröffentlichungen und Vorträge Von der Forschungsstelle FaRis wurden im Berichtsjahr folgende Forschungsprojekte durchgeführt, Veröffentlichungen erstellt bzw. Vorträge gehalten: Forschungsprojekte In 2013 haben Prof. Dr. Goecke und Prof. Dr. Knobloch ein Forschungsprojekt zum Thema "Liquiditätsmanagement in Versicherungsunternehmen" in Kooperation mit der Compiricus AG gestartet; das Projekt ist mit einer Studie beendet worden. Compiricus hat in diesem Zusammenhang die Forschungsstelle mit einer signifikanten Spende unterstützt. Die Studie sowie die Vorträge diesbezüglich sind nachfolgend aufgelistet. Prof. Dr. Maria Heep-Altiner hat im Berichtsjahr Veröffentlichungsprojekt gemeinsam mit ihren Masterstudenten das geplante zum Thema „wertorientierte Steuerung in der Schadenversicherung“ abgeschlossen. Die Veröffentlichung ist nachfolgend aufgelistet. Ein weiteres Buchprojekt von Prof. Dr. Heep-Altiner gemeinsam mit dem nachfolgenden Masterstudiengang zum Thema „Finanzierung im (Schaden) Versicherungsunternehmen“ ist gestartet worden und soll im nächsten Jahr beendet werden.
- 18 - Veröffentlichungen Büttner, Goecke, Knobloch: „Das Management des Liquiditätsrisikos bei Versicherungsunternehmen - Empirische Studie für den deutschsprachigen Versicherungsmarkt.“ Studie von FaRis in Zusammenarbeit mit der COMPIRICUS AG, http://www.f04.fh-koeln.de/imperia/md/content/hp-f04/ivw/forschungundevents/faris/studie_faris.liquidit_tsrisiko.pdf (Stand 08.12.2014). Goecke, Oskar (Hrsg.): „Modell und Wirklichkeit. Proceedings zum 5. FaRis & DAV Symposium am 6. Dezember 2013 in Köln“, Forschung am IVW Köln, 5/2014. Heep-Altiner, Maria: „Recht und Aktuariat – Bremser oder Impulsgeber für den Versicherungsmarkt? – Teil1“, erschienen in Müller-Peters, Völler (Hrsg.): Innovation in der Versicherungswirtschaft, Forschung am IVW Köln, 10/2014, S. 23 – 25. Heep-Altiner, Maria: „Katastrophenmodellierung. Naturkatastrophen, Man Made Risiken, Epidemien und mehr“, erschienen in Heep-Altiner, Berg (beide Hrsg.): Katastrophenmodellierung - Naturkatastrophen, Man Made Risiken, Epidemien und mehr. Proceedings zum 6. FaRis & DAV Symposium am 13.06.2014 in Köln, Forschung am IVW Köln, 6/2014, S. 1 – 8. Heep-Altiner, Berg (beide Hrsg.): „Katastrophenmodellierung - Naturkatastrophen, Man Made Risiken, Epidemien und mehr. Proceedings zum 6. FaRis & DAV Symposium am 13.06.2014 in Köln“, Forschung am IVW Köln, 6/2014. Heep-Altiner, Hoos: „Vereinfachter Nat Cat Modellierungsansatz zur Rückversicherungsoptimierung“, Forschung am IVW Köln, 3/2014. Heep-Altiner, Hoos, Krahforst: „Fair Value Bewertung von zedierten Reserven“, Forschung am IVW Köln, 4/2014. Heep-Altiner, Kowitz, Lietz, Moknine: „Wertorientierte Steuerung in der Schadenversicherung. Schritt für Schritt zur wertund risikoorientierten Unternehmenssteuerung“, Verlag Versicherungswirtschaft, Karlsruhe 2014. Heep-Altiner, Münchow, Scuzzarello: „Ausgleichsrechnungen mit Gauß Markow Modellen am Beispiel eines fiktiven Stornobestandes“, Forschung am IVW Köln, 8/2014. Knobloch, Ralf: „Zahlungsströme mit zinsunabhängigem Barwert“, Forschung am IVW Köln, 9/2014. Knobloch, Ralf: „Eine Bewertung von biometrischen Risiken in der betrieblichen Altersversorgung mit besonderem Blick auf kleine und mittlere Bestände“. Erschienen in Pascal Bazzazi/Guido Birkner (Hrsg.): bAV 2015. FRANKFURT BUSINESS MEDIA GmbH – der F.A.Z.-Fachverlag. Frankfurt am Main, Dezember 2014.
- 19 - Vorträge Büttner, Goecke, Klein, Knobloch: „Das Management des Liquiditätsrisikos bei Versicherungsunternehmen“, Fachkreistagung „Lebensversicherung und betriebliche Altersversorgung“, 16. Mai 2014, Dortmund. Goecke, Oskar: „Saving processes with intergenerational risk tranfer“. Kolloquium Insurance and Demography, Leibniz Universität Hannover, 19. Juni 2014. Goecke, Oskar: „Kollektiver Risikoausgleich in einem Rentenbestand“. 7. FaRis & DAV Symposium, 05.12.2014, Köln. Heep-Altiner, Maria: „Katastrophenmodellierung – Naturkatastrophen, Man Made Risiken, Epidemien und mehr“, 6. FaRis & DAV Symposiums, 13. Juni 2014, Köln. Knobloch, Ralf: „Bewertung von Cash-flows in der bAV mithilfe von Markov-Ketten“, DAV/DGVFM-Jahrestagung Pensionsgruppe, 28. April 2014, Bonn. Knobloch, Ralf: „Bewertung von biometrischen Risiken in der bAV“, 9. IVS-Forum, 30. September 2014, Köln. Rohlfs, Torsten gemeinsam mit Beier, Susanna: „Erneuerbare Energien und Asset Liability Management in der Versicherungswirtschaft“, VVB-Arbeitskreis Risk Management, 10.07.2014, Köln. Strobel, Jürgen: Eröffnungsvortrag zum 7. FaRis & DAV Symposium am 05.12.2014 in Köln. 3.3 Wissenschaftliche Veranstaltungen Die folgenden wissenschaftlichen Veranstaltungen wurden im Berichtsjahr von der Forschungsstelle FaRis durchgeführt: 6. FaRis & DAV Symposium Beim 6. FaRis & DAV Symposium“ zum Thema „Katastrophenmodellierung – Naturkatastrophen, Man Made Risiken, Epidemien und mehr“ wurden folgende Vorträge gehalten: Prof. Dr. Maria Heep-Altiner Katastrophenmodellierung. Naturkatastrophen, Man Made Risiken, Epidemien und mehr. Rainer Fürhaupte r Versicherbarkeit von Elementarrisiken in Deutschland. Eberhard Mülle r Naturkatastrophen und Aggregatkontrolle. Nutzen und Grenzen computergestützter Simulationsmodelle. Dr. Lars Pralle, Stefan Falk Extremereignisse in der Personen(rück)-versicherung. Herausforderungen in der Exposuremodellierung.
- 20 - Die Proceedings zu diesem Symposium sind unter der Nummer 6/2014 in der Schriftenreihe Forschung am IVW Köln erschienen. 7. FaRis & DAV Symposium Beim 7. FaRis & DAV Symposium“ zum Thema „Management des Langlebigkeitsrisiko“ wurden folgende Vorträge gehalten: Prof. Dr. J ürgen Strobel Eröffnungsvortrag. Kai Kaufhol d Stochastische Modellierung von Sterberaten für das Solvency II-SCR des Langlebigkeitsrisikos. Prof. Dr. Oskar Goecke Kollektiver Risikoausgleich in einem Rentenbestand. Cor d -Roland Rinke Langlebigkeit, quo vadis – Transfer von Langlebigkeit in Versicherungsund Kapitalmärkte. Die Proceedings zu diesem Symposium werden im nächsten Jahr unter Forschung am IVW Köln in Cologne Open Science erscheinen. 3.4 Sonstige Aktivitäten und Vorhaben Die sonstigen Aktivitäten im Berichtsjahr bzw. die geplanten Vorhaben im Folgejahr der Forschungsstelle FaRis sind nachfolgend zusammengestellt. Gauss Preis Professor Dr. Oskar Goecke wurde am 30. April 2014 der mit 10.000 Euro dotierte GaussPreis der Deutschen Gesellschaft für Versicherungsund Finanzmathematik (DGVFM) und der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) für seine Arbeit „Pension Saving Schemes with Return Smoothing Mechanism“ (erschienen in: Insurance, Mathematics and Economics 53 (2013), S. 678-689) verliehen. In der prämierten Arbeit entwickelte Professor Dr. Goecke ein Modell für kollektive Sparprozesse, die den Sparern einen hohen Anteil an rentablen – und somit notwendigerweise risikobehafteten –Kapitalanlagen, wie zum Beispiel Aktien erlauben. Kennzeichnend für kollektive Sparprozesse ist das Vorhandensein einer kollektiven Reserve, die es ermöglicht, extreme Verluste an den Aktienmärkten auszugleichen. Die kollektive Reserve ermöglicht einen Risikoausgleich zwischen den Sparergenerationen. Das dort vorgestellt Modell beschreibt zugleich Regeln, wie anzulegen ist und wie der Risikoausgleich zu steuern ist. Geplante Projekte Veröffentlichungsprojekt von Prof. Dr. Torsten Rohlfs gemeinsam mit den Masterstudenten zum Thema „Risikomanagement“ unter partieller Mitwirkung von Prof. Dr. Maria HeepAltiner.
- 21 - Unter Federführung der Universität Limerick bewirbt sich FaRIs vertreten durch Prof. Dr. Torsten Rohlfs als Co-Partner im Rahmen des EU-Forschungsprogramms Horizont 2020 für das Thema "Next generation tools for risk governance of nanomaterials (NMP-30-2015)". Konkreter Forschungsschwerpunkt in dem geplanten Konsortium wird das Thema "Versicherbarkeit von Risiken im Bereich der Nanotechnologie" sein. Möglicher Start des Projektes ist 2015 mit einer Laufzeit von drei Jahren. Geplante Veröffentlichungen Urij Dolgov zum Thema „Calibration of Heston’s stochastic volatility model to an empirical density using a genetic algorithm“. Prof. Dr. Maria Heep-Altiner und Marcel Berg zum Thema „mikroökonomisches Produktionsmodell für Versicherungen“ in Forschung am IVW Köln. Heep-Altiner, Drahs, Möller, Weber: Finanzierung im (Schaden) Versicherungsnehmen. Schritt für Schritt zu den Finanzierungsanforderungen eines (Schaden-) Versicherungsunternehmens. Verlag Versicherungswirtschaft. Prof. Dr. Knobloch zum Thema „Die Verteilung bzw. die charakteristische Funktion des Barwert eines risikobehafteten und auf einer Markov-Kette basierenden Zahlungsstroms“ in Forschung am IVW. Rohlfs, Heep-Altiner und Beier zum Thema „erneuerbare Energien und ALM in der Versicherungswirtschaft“ in Forschung am IVW Köln. Prof. Dr. Reimers-Rawcliffe zum Thema „Verteilungsbasierte Methoden zur Preisfindung von nichtproportionalen Rückversicherungsverträgen“ in Cologne Open Science. Herausgabe der Proceedings zum 7. FaRis & DAV Symposium zum Thema „Management des Langlebigkeitsrisikos“ durch Prof. Dr. Jürgen Strobel. Geplante Veranstaltungen Das 8. FaRis und DAV Symposium wird am 12. Juni 2015 zum Thema „ESG und Liquiditätsrisiko“ stattfinden. Verantwortlich für die Organisation sind Prof. Dr. Goecke und Prof. Dr. Knobloch. Es ist derzeit geplant, dass das 9. FaRis & DAV Symposium am 4. Dezember 2015 zum Thema „Risikomanagement“ (dem DGVFM Topic of the Year 2015) unter der Verantwortung von Prof. Dr. Rohlfs stattfinden soll. Hier können sich allerdings noch Änderungen ergeben, wenn neue relevante Themen in den Fokus kommen.
- 22 - 4 Forschungsstelle Versicherungsmarkt (Prof. Dr. Michaele Völler, Prof. Horst Müller-Peters) 4.1 Zielsetzung und Mitwirkende Die Forschungsstelle Versicherungsmarkt bündelt die Forschungsaktivitäten am IVW rund um das Thema Versicherungsmarketing, Versicherungsvertrieb, Versicherungsmarktforschung, Konsumentenverhalten und Verbraucherschutz. Gemeinsam mit einem Kreis von in ihrer jeweiligen Fachdisziplin anerkannten Kollegen werden Themen rund um den Versicherungsmarkt interdisziplinär erforscht, wobei neben betriebswirtschaftlichen Fragestellungen auch Aspekte der Psychologie, der Mathematik, der Rechtswissenschaften und der Volkswirtschaftslehre eingeschlossen werden. An der Forschungsstelle wirken derzeit folgende Professorinnen, Professoren und Lehrbeauftragte des IVW Köln mit: Name Funktion / Schwerpunkt Institut / Unternehmen Kontakt Prof. Dr. Michaele Völler Leitung der Forschungsstelle, Versicherungsmarketing, Digitalisierung, insbesondere Social Media Institut für Versicherungswesen michaele.voeller @fh-koeln.de Prof. Horst Müller-Peters Leitung der Forschungsstelle, Kundenverhalten, Marketing, Marktforschung Institut für Versicherungswesen horst.mueller-pe- [email protected] Prof. Dr. Rol f Arnold Personal, Vertrieb Institut für Versicherungswesen [email protected] Prof. Dr. Gabriele Zimmermann Führung, Organisationsentwicklung, Vertrieb Institut für Versicherungswesen gabriele.zimmer- [email protected]e Jürgen Schulz Maklermarkt Lehrbeauftragter [email protected] Prof. Dr. Detle f Rüdiger Volkswirtschaftslehre, Krankenversicherung Institut für Versicherungswesen detle f [email protected] Prof. Dr. Horst Grundhöfer Versicherungsmarketing Institut für Versicherungswesen [email protected] Die Forschungsaktivitäten der Forschungsstelle Versicherungsmarkt für das Berichtsjahr sind nachfolgend dokumentiert.
- 23 - 4.2 Forschungsprojekte, Veröffentlichungen und Vorträge Von der Forschungsstelle Versicherungsmarkt wurden im Berichtsjahr folgende Forschungsprojekte durchgeführt, Veröffentlichungen erstellt bzw. Vorträge gehalten: Forschungsprojekte Auch in 2014 wurden wieder Im Rahmen der Forschungsarbeit folgende Schwerpunkte gesetzt: Forschungsschwerpunkt "Einfluss sozialer Medien", Forschungsschwerpunkt "Digitalisierung in der Versicherungswirtschaft", Forschungsschwerpunkt „Frauen im Versicherungsvertrieb“, Forschungsschwerpunkt "Konsumentenverhalten und Versicherungspsychologie", Forschungsschwerpunkt "Innovation im Versicherungsmarkt", Forschungsschwerpunkt „Absolventinnen des integrierten Studiums - Langzeitstudie des beruflichen Werdegangs“, Forschungsschwerpunkt „Change Management in Versicherungsunternehmen“. Zu diesen Themen trägt die Forschungsstelle durch regelmäßige Projekte, Publikationen und Veranstaltungen zur laufenden Forschung bei und betreibt durch Fallstudien, Seminare, Vorträge und Kongresse einen intensiven Austausch mit der Praxis. Im Rahmen der forschungsorientierten Projektarbeiten Marketing ("PAM") und Projektarbeiten Master ("PAMA") wurden die folgenden Projekte durchgeführt: PAM – ProjektArbeit Marketing Entwicklung eines Gewerbeportal-Konzeptes, Erstellung eines Relaunch-Konzeptes für den Internet-Auftritt, Erwartungen von Digital Natives an Versicherungen, Omni Channel für Versicherungsunternehmen, Situativer Mobilitätsschutz per App: Bedarfsanalyse und Entwicklung eines MarketingKonzeptes. PAMA – ProjektArbeit MAster Chancen der Honorarberatung für Versicherungs-Vorsorgeprodukte in Deutschland, Entwicklung eines Konzeptes zur Messung und Steuerung der Kundenzufriedenheit, Erfolgsfaktoren für Versicherungsvermittler in der digitalen Welt, Erstellen eines Konzeptes zum Thema White-Labeling-Strategie und Zielgruppenkonzept Gewerbekunden.
- 30 - tert hat. Bei dieser Maßnahme arbeiten Führungskräfte eigenverantwortlich an vorgegebenen Themen, statt wie bei klassischen Weiterbildungsmaßnahmen feste Inhalte zu konsumieren. Führungskräfte und Mitarbeiter sollen durch dieses Format die Veränderung der Organisation mittragen und sich aktiv in den Prozess einbringen. Nur dann kann der Wandel erfolgreich sein, denn er erfordert von allen Beteiligten ein hohes Maß an Veränderungsbereitschaft, Kompetenz und Engagement. Ein weiteres Beispiel für einen Veränderungsprozess stellte Dr. Torsten Oletzky, Vorstandsvorsitzender der Ergo Versicherungsgruppe AG, in seinem Vortrag „Die neue ERGO – Kundenorientierung neu definiert“ dar. In 2009 hat die Ergo ein neues Markenversprechen „Versichern heißt verstehen“ auf Basis umfassender Marktforschung entwickelt. Dieses neue Markenversprechen stellt den Kunden in den Mittelpunkt und bedeutet nach innen erhebliche Veränderungen: vereinfachte Versicherungsbedingungen, gut verständliche und kundenfreundliche Schriftstücke, die Einbeziehung des Kunden in die Produktentwicklung durch einen sogenannten Kundenbeirat. Dr. Oletzky beschrieb, dass Veränderungen nur gelingen können, wenn man den Mitarbeitern erläutert, was sie davon haben. Wie Veränderungen in Versicherungsunternehmen erfolgreich im Spannungsfeld zwischen Markterfordernissen und Regulierung gestaltet werden können, wurde in der Podiumsdiskussion mit den Referenten unter der Moderation von Philipp Krohn, Versicherungskorrespondent der FAZ, diskutiert. 5.4 Sonstige Aktivitäten und Vorhaben Im Folgejahr ist die Herausgabe eines Tagungsbandes zum 19. Kölner Versicherungssymposium als Onlinepublikation in der IVW Schriftenreihe geplant. Das 20. Kölner Versicherungssymposium wird am 5. November 2015 stattfinden. Es wird wieder von der Forschungsstelle Versicherungsmarkt organisiert und ist bei den geplanten Aktivitäten dieser Forschungsstelle aufgelistet.
Impressum Diese Veröffentlichung erscheint im Rahmen der Online-Publikationsreihe „Forschung am IVW Köln“. Alle Veröffentlichungen dieser Reihe können unter www.ivw-koeln.de oder hier abgerufen werden. Forschung am IVW Köln, 1/2015 Institut für Versicherungswesen : Forschungsbericht für das Jahr 2014 Köln, Januar 2015 ISS N (online) 2192-8479 Herausgeber der Schriftenreihe / Series Editorship: Prof. Dr. Lutz Reimers -Rawcliffe Prof. Dr. Peter Schimikowski Prof. Dr. Jürgen Strobel Institut für Versicherungswesen / Institute for Insurance Studies Fakultät für Wirtschafts - und Rechtswissenschaften / Faculty of Business, Economics and Law Fachhochschule Köln / Cologne University of Applied Sciences Web www.ivw-koeln.de Schriftleitung / Contact editor’s office: Prof. Dr. Jürgen Strobel Tel. +49 221 8275-3270 Fax +49 221 8275 -3277 Mail [email protected] Institut für Versicherungswesen / Institute for Insurance Studies Fakultät für Wirtschafts - und Rechtswissenschaften / Faculty of Business, Economics and Law Fachhochschule Köln / Cologne University of Applied Sciences Gustav Heinemann -Ufer 54 50968 Köln Kontakt Autor / Contact author: Institut für Versicherungswesen / Institute for Insurance Studies Fakultät für Wirtschafts - und Rechtswissenschaften / Faculty of Business, Economics and Law Fachhochschule Köln / Cologne University of Applied Sciences Gustav Heinemann -Ufer 54 50968 Köln Tel. +49 221 8275 -3271 Fax +49 221 8275 -3277 Mail [email protected]
Zuletzt erschienen im Rahmen von „Forschung am IVW Köln“ 2014 • Müller-Peters, Völler (beide Hrsg.): Innovation in der Versicherungswirtschaft, Nr. 10/2014 • Knobloch: Zahlungsströme mit zinsunabhängigem Barwert, Nr. 9/2014 • Heep-Altiner, Münchow, Scuzzarello: Ausgleichsrechnungen mit Gauß Markow Modellen am Beispiel eines fiktiven Stornobestandes, Nr. 8/2014 • Grundhöfer, Röttger, Scherer: Wozu noch Papier? Einstellungen von Studierenden zu EBooks, Nr. 7/2014 • Heep-Altiner, Berg (beide Hrsg.): Katastrophenmodellierung - Naturkatastrophen, Man Made Risiken, Epidemien und mehr. Proceedings zum 6. FaRis & DAV Symposium am 13.06.2014 in Köln, Nr. 6/2014 • Goecke (Hrsg.): Modell und Wirklichkeit. Proceedings zum 5. FaRis & DAV Symposium am 6. Dezember 2013 in Köln, Nr. 5/2014 • Heep-Altiner, Hoos, Krahforst: Fair Value Bewertung von zedierten Reserven, Nr. 4/2014 • Heep-Altiner, Hoos: Vereinfachter Nat Cat Modellierungsansatz zur Rückversicherungsoptimierung, Nr. 3/2014 • Zimmermann: Frauen im Versicherungsvertrieb. Was sagen die Privatkunden dazu?, Nr. 2/2014 • Institut für Versicherungswesen: Forschungsbericht für das Jahr 2013, Nr. 1/2014 2013 • Heep-Altiner: Verlustabsorbierung durch latente Steuern nach Solvency II in der Schadenversicherung, Nr. 11/2013 • Müller-Peters: Kundenverhalten im Umbruch? Neue Informationsund Abschlusswege in der Kfz-Versicherung, Nr. 10/2013 • Knobloch: Risikomanagement in der betrieblichen Altersversorgung. Proceedings zum 4. FaRis & DAV-Symposium am 14. Juni 2013, Nr. 9/2013 • Strobel (Hrsg.): Rechnungsgrundlagen und Prämien in der Personenund Schadenversicherung - Aktuelle Ansätze, Möglichkeiten und Grenzen. Proceedings zum 3. FaRis & DAV Symposium am 7. Dezember 2012, Nr. 8/2013 • Goecke: Sparprozesse mit kollektivem Risikoausgleich - Backtesting, Nr. 7/2013 • Knobloch: Konstruktion einer unterjährlichen Markov-Kette aus einer jährlichen MarkovKette, Nr. 6/2013 • Heep-Altiner et al. (Hrsg.): Value-Based-Management in Non-Life Insurance, Nr. 5/2013 • Heep-Altiner: Vereinfachtes Formelwerk für den MCEV ohne Renewals in der Schadenversicherung, Nr. 4/2013 • Müller-Peters: Der vernetzte Autofahrer – Akzeptanz und Akzeptanzgrenzen von eCall, Werkstattvernetzung und Mehrwertdiensten im Automobilbereich, Nr. 3/2013 • Maier, Schimikowski: Proceedings zum 6. Diskussionsforum Versicherungsrecht am 25. September 2012 an der FH Köln, Nr. 2/2013 • Institut für Versicherungswesen: Forschungsbericht für das Jahr 2012, Nr. 1/2013