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Forschung am IVW Köln, 3/2013 Institut für Versicherungswesen Forschungsstelle Versicherungsmarkt Der vernetzte Autofahrer Akzeptanz und Akzeptanzgrenzen von eCall, Werkstattvernetzung und Mehrwertdiensten im Automobilbereich Prof. Horst Müller-Peters
Zusammenfassung Das vernetzte Automobil bezeichnet die Möglichkeit, über Mobilfunknetze (oder auch WLAN) aus einem Fahrzeug heraus Daten z.B. zum aktuellen Betriebszustand des Fahrzeugs, zur aktuellen Position oder zur Fahrweise an unterschiedlichste Empfänger weiterzuleiten. Auf Basis dieser Technik sind ein automatisches Notrufsystem sowie zahlreiche Mehrwertdienste rund um Service und Verkehrssteuerung realisierbar. Bisherige, kostenpflichtige Angebote konnten sich im Markt noch nicht breit durchsetzen. Die von der EU-Kommission für 2015 geplante verpflichtende Neueinführung des automatischen Notrufsystems „eCall“ wird der Verbreitung dieser Systeme aber einen deutlichen Schub geben. Mit der Hoffnung auf sinkende Zahlen von Unfallopfern gehen allerdings Bedenken einher bezüglich Datenschutz. Hinzu kommt die Sorge von Verbraucherschützern und einigen Marktteilnehmern (z.B. Pannendiensten, freien Werkstätten, Teilehändlern und Versicherern) vor einer gewissen „Monopolisierung“ der Kfz-Hersteller im After-Sales-Market, soweit alleine diese Zugriff auf die mobilen Daten erhalten. Vor diesem Hintergrund untersucht diese Studie die derzeitige Kenntnis und Akzeptanz des automatischen Notrufsystems „eCall“ sowie die Akzeptanz darüber hinausgehender Mehrwertdienste. Dazu wurde eine annähernd repräsentative Stichprobe von 1.021 privaten PKWHaltern in Deutschland befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass eCall als Notfallsystem zwar noch wenig bekannt ist, aber nach kurzer Erläuterung hohe Akzeptanz findet und nach Ansicht der großen Mehrheit der Befragten automatisch in allen Neufahrzeugen installiert werden sollte. Die damit verbundenen Mehrkosten beim Autokauf werden in Kauf genommen. Bedeutsamer erscheint dagegen der Schutz der persönlichen Daten. Als Empfänger der gesendeten Information werden im Falle eines Unfalls vorrangig Rettungsdienste, aber auch Polizei und Pannendienste gewünscht. Zudem könnten sich viele Fahrzeughalter die Weiterleitung an ihren Versicherer oder eine Verkehrsleitzentrale vorstellen. Deutlich zurückhaltender zeigen sich die Autofahrer aber, wenn es um die Übermittlung von Daten jenseits von Unfällen geht. Insbesondere eine automatische Übermittlung von Informationen erreicht hier durchgehend nur geringe Akzeptanzwerte. Die Option, die Datenübermittlung selbst zu beeinflussen, sei es durch Voreinstellung oder fallweise Aktivierung, erhöht die Akzeptanz zwar deutlich, dennoch fanden sich außerhalb des Unfallszenarios keine Anlässe, in denen die Mehrheit eine Datenweitergabe befürwortete. Diese Zurückhaltung gilt auch für den Austausch mit Werkstätten und Kfz-Herstellern. Insbesondere eine automatische Datenübermittlung wird von den meisten Autofahrern abgelehnt. Wahlfreiheit erhöht auch hier die Akzeptanz, insbesondere Daten zum Betriebszustand des Fahrzeuges zu übertragen. Die Akzeptanz-Unterschiede zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen - sei es nach Alter, Status oder Autotypen - sind insgesamt eher gering. Auch die generelle politische Orientierung schlägt sich nur bedingt in der Akzeptanz von eCall und Mehrwertdiensten wieder. Insgesamt wird deutlich: Wenn es nicht unmittelbar um die Sicherheit geht, braucht es überzeugender Argumente, um die Mehrheit der Autofahrer von weiteren Anwendungen zu überzeugen. Wahlfreiheit ist ein wichtiger Parameter zur Erhöhung der Akzeptanz. Ebenso bedeutsam ist ein überzeugender Datenschutz. Allerdings zeigt ein Auseinanderklaffen zwischen hohen datenschutzbezogenen Erwartungen einerseits und dem tatsächlichem Umgang mit datensensiblen Diensten in verschiedensten Lebensbereichen andererseits, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung bereit ist, ihr grundsätzliches Verlangen nach Anonymität zugunsten konkreter Vergünstigungen außer Acht zu lassen. Hier wären unter dem Aspekt des Verbraucherschutzes regulatorische Maßnahmen anzudenken. Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 2
Abstract The interconnected automobile describes the technical means of transmitting data via mobile networks (or wireless) from a vehicle to different recipients. The data transmitted may include information on the current operating state of the vehicle, the current position or driving habits. Based on this technology, the introduction of an automatic emergency call system for vehicles can be realized. Additionally, numerous value-added services related to service and traffic control become feasible. Previous fee-based offers could not yet gain wide acceptance in the market, but since the EU Commission is planning the mandatory introduction of an automatic emergency call system named 'eCall‘ for 2015, these systems will spread significantly. This is associated with hoping for less mortal traffic accidents, but also with data protection concerns as well as concerns about a certain "monopolization" of the automobile manufacturers in the after-sales market as opposed to breakdown services, independent repair shops, parts distributors and insurers, if alone the manufacturers get access to mobile vehicle information. Against this background, the study at hand analyzes the car owners’ current knowledge and acceptance of the automatic emergency call system ‘eCall’ and value-added services, particularly in relation to data protection. An approximately representative sample of 1,021 private car owners in Germany were interviewed. The results show that the ‘eCall’ emergency system is still not widely known, but after a short explanation, it is highly accepted. In the opinion of the vast majority of German car owners, the system should be automatically installed in all new vehicles. The additional costs for it are accepted, but the protection of personal data appears to be problematic. The interviewees primarily wish for emergency services, but also for the police and breakdown services to receive the transmitted information in the case of an accident. In addition, many vehicle owners would be willing to send the information to their insurer or to a traffic control center, but when asked about the transmission of data without an accident being the case, the drivers are significantly more reserved. Especially an automatic transmission of information is thus hardly accepted at all. The option of the driver adjusting the data transmission himself – either by setting a default modus or by ad hoc activation – markedly increased acceptance. However, the majority of respondents saw no cases beyond the accident scenario in which they would opt for a data transfer. This caution also applies to sharing data with garages or manufacturers. In this case, the automatic transfer of data is rejected by most drivers. Again, the option of the driver adjusting the data transmission increases acceptance, mainly concerning the transmission of data regarding the vehicle’s current operating condition, with the order of preference being independent garage –manufacturer’s garage – manufacturer. The differences in acceptance between different population groups – whether by age, status, or types of cars – are generally rather low. Even the general political orientation is only partially reflected in the acceptance of ‘eCall’ and value-added services. Overall, the results demonstrate: If issues of safety are not directly concerned, it takes more convincing arguments to convince the majority of drivers of other applications. Freedom of choice is an important parameter to increase acceptance, as well as a convincing data protection policy, as most car owners are very concerned about their privacy. However, the gap between general privacy-related attitudes and the actual use of data-sensitive services in several areas of life show that a significant part of the population usually acts quite carefree and will neglect their basic need for data privacy in exchange for specific benefits. Thus, in respect of consumer protection, certain regulatory measures might be needed. Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 3
Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 4 Seite 1. Warum diese Studie? Hintergrund, Ziele und Methode 5 2. Sicherheit geht vor? Kenntnis und Akzeptanz von eCall 11 3. Darf es noch etwas mehr sein? Datenfreigabe für Mehrwerte im vernetzten Auto 24 4. Nicht ohne meine Werkstatt? Werkstattbindung und Werkstattvernetzung 40 5. Quer durch die ganze Bevölkerung? Unterschiede nach Soziodemographie und politischer Orientierung 55 6. Prinzipientreue oder Maulheldentum? Unterschiede zwischen Einstellung und Verhalten 67 7. Wer darf an meine Daten? Fazit und Empfehlungen 75 Anhang: Fragebogen 77 Kontakt und Impressum 91
1. Warum diese Studie? Hintergrund, Ziele und Methode
Technischer Hintergrund Das vernetzte Automobil bezeichnet die Möglichkeit, aus einem Fahrzeug Daten (z.B. zum aktuellen Betriebszustand des Fahrzeugs, zur Position und zur Fahrzeugnutzung) über Mobilfunknetze (oder auch WLAN) an unterschiedliche Empfänger weiterzuleiten. Auf Basis dieser Technik ist die Einführung eines automatischen Notrufsystems für Fahrzeuge möglich. Aber auch zahlreiche Mehrwertdienste rund um Service und Verkehrssteuerung sind dadurch realisierbar. Notrufsystem „eCall“ Darunter ist ein von einem bordeigenen System ausgehender Notruf an die Notrufnummer 112 zu verstehen. Dieser wird automatisch von einem im Fahrzeug eingebauten Sensor ausgelöst, kann aber auch manuell veranlasst werden. Daraufhin übermittelt das System über das Mobilfunknetz Daten (u.a. über den genauen Unfallort) an eine geeignete Notrufabfragestelle. Außerdem wird bei Bedarf eine Tonverbindung hergestellt, um eine Kommunikation zwischen Notrufabfragestelle und Insassen zu ermöglichen. Dieses System soll dazu beitragen, dass in Notfällen die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes verkürzt wird und somit eine bessere Versorgung der Beteiligten gewährleistet werden kann. Ab 2015 sollen alle Neuwagen in der EU verpflichtend mit eCall ausgestattet sein. Die EU-Kommission erhofft sich dadurch eine jährliche Senkung der Zahl der Unfalltoten um bis zu 2.500 Personen. Mehrwertdienste Das Telematiksystem ermittelt Position und Geschwindigkeit des Wagens durch GPS. Zudem sind in modernen Fahrzeugen alle elektronisch gemessenen Informationen zentral verfügbar. Die Vernetzung des Autos über Mobilfunk kann daher auch für zahlreiche andere Zwecke genutzt werden. So lassen sich die Informationen zum Beispiel für eine laufende Motordiagnose, zum Hinweis auf notwendige Wartungsdienste, zur Überwachung der Einhaltung der Verkehrsregeln, für Staumeldungen, Ampelschaltungen und Umleitungsempfehlungen nutzen. Denkbar ist auch die kilometergenaue Abrechnung von Versicherungstarifen, für die Übermittlung des Standortes an Freunde und Verwandte, die Suche nach gestohlenen Fahrzeugen und viele weitere Zwecke. Darüberhinaus wird derzeit von verschiedenen Herstellern an der Vernetzung von Fahrzeugen untereinander für eine automatisierte Verkehrssteuerung gearbeitet. (Dieses Thema wird in dieser Studie nicht weiter verfolgt werden.) Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 6
Bisherige Erfahrungen Es gibt bereits eine Reihe von funktionierenden Notrufsystemen, die jedoch in der Summe erst eine relativ geringe Verbreitung gefunden haben. Ausschlaggebend dafür dürften in vielen Fällen die anfallenden Zusatzkosten für die Autofahrer sein. Zudem erfordern die bisherigen Angebote eine aktive Entscheidung für ein solches System („Opt-In“). • Verschiedene Automobilhersteller bieten bereits seit einigen Jahren für Neuwagen automatische Notrufsysteme an, die aber bislang nur eine geringe Verbreitung gefunden haben. Neben reinen Notruffunktionen bietet die Vernetzung – bspw. bei BMW Assist – auch Services wie Verkehrsführung oder Pannenhilfe. • Zum Nachrüsten in Gebrauchtwagen gibt es erst wenige Angebote. Einfache Smartphone-Apps ermöglichen einen Notruf mit Ortung, müssen aber im Notfall manuell ausgelöst werden. Die Provinzial Rheinland bietet eine Blackbox zur Nachrüstung an, die allerdings auch erst eine geringe Verbreitung gefunden hat. • Britische Versicherer arbeiten bereits mit vernetzten Fahrzeugen in der Tarifierung: Eine Smartbox misst bei Fahranfängern den Fahrstil und bietet so jungen Kunden je nach Fahrstil deutlich reduzierte Versicherungsprämien an (http://www.co-operativeinsurance.co.uk). Mit der verpflichtenden Einführung von eCall dürfte sich die Situation grundsätzlich ändern: Das Argument der Zusatzkosten entfällt (mangels Alternative) weitgehend. Außerdem ändert sich die Entscheidungssituation für die Autofahrer, da sie nicht mehr über das „ob“, sondern nur noch über das „wie“ der Fahrzeugvernetzung zu entscheiden haben. Dadurch ist mit einer deutlich schnelleren Verbreitung auch von Mehrwertdiensten zu rechnen. Gleichzeitig ergeben sich aber auch neue Probleme: Wem gehören die Daten? Wie steht es um Privatsphäre und Datenschutz? Und begeben sich die Autofahrer damit noch stärker in Abhängigkeit von einzelnen Anbietern, seien es die Automobilhersteller und ihre Werkstattnetze, Automobilclubs oder Versicherer? Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 7
Zielsetzung Ziel dieser Studie ist es, vor dem beschriebenen Hintergrund den Kenntnisstand und vor allem die Akzeptanz sowohl des Notrufsystems als auch möglicher Mehrwertdienste bei deutschen Autohaltern zu erfassen. Dazu wurde im November 2012 eine repräsentative Stichprobe von 1.021 Autohaltern befragt und nach folgenden Kriterien ausgewertet: • Wie bekannt ist das Notrufsystems eCall? • Wie wird das Notrufsystem bewertet, welche Argumente sprechen dafür und welche Bedenken werden geäußert? • Wie ist das Verhältnis zum Autohersteller bzw. zu Autowerkstätten, und wie wird eine Vernetzung mit diesen beurteilt? • Welche weiteren Einsatzwecke werden gewünscht, und welchen Formen des Datenaustauschs stehen die Fahrzeughalter eher ablehnend gegenüber? • Wie stehen die Befragten insgesamt zum Thema Datenschutz, und wie konsequent setzen sie ihre Einstellungen auch im tatsächlichen Verhalten um? • Welche wesentlichen Unterschiede gibt es dabei in der Gesellschaft – zum Beispiel nach Altersgruppen, Bildung, Fahrzeugklassen oder politischer Orientierung? Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 8
Untersuchungssteckbrief Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 9 Zielgruppe •Private Pkw-Halter in Deutschland Erhebung •Online-Befragung im YouGov-Panel Quotierung •für die Zielgruppe repräsentative Quotierung (nach Alter, Geschlecht, Bildung und Region) Anzahl der Interviews •n=1.021 Die Bezeichnung „n=…“ in den folgenden Charts gibt jeweils den Umfang der jeweiligen (Sub-)Stichproben an Befragungszeitraum •13.11.2012 – 19.11.2012 Inhalte •Screening •Bekanntheit von eCall und (vermutete) Funktionsweise •Bewertung von eCall •Bewertung von Mehrwertdiensten, Akzeptanz der Datenweitergabe nach Art und Empfänger der Daten •Werkstattnutzung und -zufriedenheit, Erfahrung mit der Schadensabwicklung •Einstellungen zum Datenschutz •Umfangreiche Statistiken (Datenschutztypisierung, Fahrzeugund Versicherungsstatistik, Demographie) Die vorliegende Studie wurde nach aktuellen Forschungsstandards und nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Die Studie erhält allgemeine Informationen, die z.B. durch zeitliche Änderungen oder stichprobenbedingte statistische Schwankungen verzerrt sein können. Der Autor, das Institut für Versicherungswesen oder die YouGov Deutschland AG übernehmen keinerlei Garantie oder Gewährleistung noch haften sie in irgendeiner Weise für die Inhalte dieses Berichts.
Vermutete Funktionsweise Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 16 Insgesamt recht diffuse Vorstellungen. Die Mehrheit der Befragten konnte keine Erklärung abgeben.Insgesamt recht diffuse Vorstellungen. Die Mehrheit der Befragten konnte keine Erklärung abgeben. Wie funktioniert ein solches Auto-Notrufsystem Ihres Wissens nach? (Ungestützte Frage, Wordcloud kreiert aus allen gültigen Antworten)
Vermutete Funktionsweise Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 17 32 26 16 9 7 5 (Automatisches) Absetzen eines Notrufes (bei einem Unfall/Aufprall) (Positionsbestimmung durch) GPS/Satellit/Navigationsgerät (Über) Funk/Sender/Signale/Ortung (Übermittlung über) Handy/Mobiltelefon/GSM/UMTS/Internet (Durch) Sensoren (Auslösung über) Airbag Q07: Wie funktioniert ein solches Auto-Notrufsystem Ihres Wissens nach? (Offene Frage) Alle Angaben in Prozent, Basis sind diejenigen Befragten, die eine Angabe zur vermuteten Funktionsweise gemacht haben. Dargestellt sind Nennungen ab 5% Wie funktioniert ein solches Auto-Notrufsystem Ihres Wissens nach? (Ungestützte Frage, Kategorisierung der offenen Antworten)
Bewertung eCall Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 18 Q08: Wie finden Sie grundsätzlich die Idee, ein solches Notrufsystem einzuführen? Alle Angaben in Prozent ausgezeichnet 38 sehr gut 37 gut 21 eher schlecht 3 sehr schlecht 1 Wie finden Sie grundsätzlich die Idee, ein solches Notrufsystem einzuführen? Hohe Zustimmung zum Notrufsystem.Hohe Zustimmung zum Notrufsystem. Erläuterung für die Befragten: „Die europäische Kommission hat die europaweite Einführung eines AutoNotrufsystems mit dem Namen „emergency call“ oder „eCall“ verabschiedet, das ab 2015 in allen Neuwagen eingebaut werden soll. Darunter ist ein von einem bordeigenen System ausgehender Notruf an die Notrufnummer 112 zu verstehen. Dieser wird automatisch von einem im Fahrzeug eingebauten Sensor ausgelöst, kann aber auch manuell veranlasst werden. Daraufhin übermittelt das System über das Mobilfunknetz Daten an eine geeignete Notrufabfragestelle. Außerdem wird bei Bedarf eine Tonverbindung hergestellt, um eine Kommunikation zwischen Notrufabfragestelle und Insassen zu ermöglichen. Dieses System soll dazu beitragen, dass in Notfällen die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes verkürzt und somit eine bessere Versorgung der Beteiligten gewährleistet werden kann.“
Ø 1,9 1,8 2,0 1,7 1,9 2,2 Bewertung eCall Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 19 38 45 33 46 39 29 37 33 40 40 39 33 21 18 23 13 21 29 7 Gesamt (n=1.021) eCall bekannt (n=406) eCall unbekannt (n=615) Typ Sorglose (n=356) Typ Selektive (n=305) Typ Ablehner (n=360) ausgezeichnet sehr gut gut eher schlecht sehr schlecht Q08: Wie finden Sie grundsätzlich die Idee, ein solches Notrufsystem einzuführen? Alle Angaben in Prozent Die Einführung des Notrufsystems wird grundsätzlich sehr positiv beurteilt.Die Einführung des Notrufsystems wird grundsätzlich sehr positiv beurteilt. Wie finden Sie grundsätzlich die Idee, ein solches Notrufsystem einzuführen?
28 25 19 8 22 Keine Privatsphäre, gläserner Mensch, Datenschutz Zweifel bezüglich Funktionstüchtigkeit Zu viel Überwachung Fehlalarm, versehentliche Auslösung Sonstige Begründung der eCall-Bewertung Zusammenfassung der offenen Antworten zu Kategorien Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 20 30 24 19 10 7 6 5 4 Schnelle Hilfe, schnelle Rettung, kein Zeitverlust Gute Idee, bringt nur Vorteile, längst überfällig Kann Leben retten, bessere Rettungschancen Geeignet, wenn Fahrer nicht mehr agieren kann Kann helfen, ist hilfreich, nützlich, praktisch Bessere Auffindbarkeit, (Genaue) Ortung möglich Hilfe wird automatisch geholt Sonstige Q09: Wieso haben Sie das Notrufsystem mit [Antwort aus Q08] bewertet? Alle Angaben in Prozent, ungestützte Abfrage, Basis: alle Befragte. Dargestellt sind Nennungen ab 5% n=985 n=36 96 4 gut schlecht Positive Argumente überwiegen bei Weitem: Schnelligkeit rettet Leben. Zweifel eher an Datenschutz als an Technik. Positive Argumente überwiegen bei Weitem: Schnelligkeit rettet Leben. Zweifel eher an Datenschutz als an Technik.
34 37 27 24 26 22 9 10 4 9 trifft voll und ganz zu trifft stark zu trifft eher zu trifft eher nicht zu trifft überhaupt nicht zu Einstellungen zu eCall: Befürwortung Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 21 Ich hätte gerne mein eigenes Fahrzeug mit einem elektronischen Notrufsystem ausgestattet. (n=986) Ich begrüße, dass das elektronische Notrufsystem nicht freiwillig, sondern verpflichtend für alle Neufahrzeuge sein soll. (n=995) Q09: Wie sehr stimmen Sie den folgenden Aussagen jeweils zu? Alle Angaben in Prozent Die große Mehrheit wünscht eCall: Für den eigenen Pkw, aber auch verpflichtend für alle Neuwagen.Die große Mehrheit wünscht eCall: Für den eigenen Pkw, aber auch verpflichtend für alle Neuwagen.
28 20 36 33 42 40 39 38 24 stört mich sehr stört mich ein wenig, würde aber in Kauf nehmen stört mich nicht Einstellungen zu eCall: Nachteile Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 22 Wie sehr stört Sie an dem System, … … dass Sie das Gefühl haben könnten, überwacht zu werden? (n=985) … dass der Neupreis eines Fahrzeuges um etwa 150-200 Euro steigen könnte? (n=1.001) … dass Daten aus Ihrem Fahrzeug ohne Ihre Kontrolle weitergegeben werden könnten? (n=993) Q10: Wie sehr stört Sie an dem System,…? Alle Angaben in Prozent Die Nachteile werden überwiegend in Kauf genommen. Dabei wiegt der Datenschutz aber schwerer als die zusätzlichen Kosten. Datenkontrolle ist daher wichtig. Die Nachteile werden überwiegend in Kauf genommen. Dabei wiegt der Datenschutz aber schwerer als die zusätzlichen Kosten. Datenkontrolle ist daher wichtig.
Fazit: Kenntnis und Akzeptanz von eCall • Bisher ist das automatische Notrufsystem der Mehrheit der Fahrzeughalter unbekannt, die Vorstellungen dazu sind eher diffus. • Sicherheit geht vor! eCall als Notfallsystem ist hoch akzeptiert und sollte nach Ansicht der großen Mehrheit der deutschen Autohalter automatisch in allen Neufahrzeugen installiert werden. • Die Kosten werden in Kauf genommen, Datenkontrolle erscheint aber wichtig. • Bisher ist das automatische Notrufsystem der Mehrheit der Fahrzeughalter unbekannt, die Vorstellungen dazu sind eher diffus. • Sicherheit geht vor! eCall als Notfallsystem ist hoch akzeptiert und sollte nach Ansicht der großen Mehrheit der deutschen Autohalter automatisch in allen Neufahrzeugen installiert werden. • Die Kosten werden in Kauf genommen, Datenkontrolle erscheint aber wichtig. Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 23
3. Darf es noch etwas mehr sein? Datenfreigabe für Mehrwerte im vernetzten Auto
Einstellung zur Datennutzung (1): Wem gebührt die „Daten-Hoheit“? Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 25 Q12b: Inwieweit stimmen Sie den folgenden Aussagen zu? Alle Angaben in Prozent, n=1.021. (Diese Frage wurde erst nach den Akzeptanzfragen zu eCall und Mehrwertdiensten gestellt, um eine Beeinflussung dieser zu vermeiden.) stimme voll und ganz zu 54 stimme eher zu 21 teils-teils 17 stimme eher nicht zu 5 stimme überhaupt nicht zu 3 Meine Fahrzeug-Nutzungs-Daten gehören mir. Ich will selbst bestimmen, wem sie zugänglich werden Großer Wunsch nach Daten-Autonomie.Großer Wunsch nach Daten-Autonomie.
Detailergebnisse: Umfeldinformationen z.B. Verkehrsdichte, Außentemperatur etc. 15 21 6 14 4 21 6 4 6 6 6 2 6 2 7 4 3 3 4 3 3 5 3 5 4 3 3 75 70 89 75 91 67 86 90 88 Polizei Rettungsdienst Versicherer Pannendienst Hersteller Verkehrsleitzentrale Familie/Freunde Vertragswerkstatt Selbst bestimmte Werktstatt Automatischer Versand Selektiv-automatischer Versand Rein manueller Versand Gar kein Versand Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 32 Q11-Q12a: Bitte geben Sie an, welche Empfänger in Zukunft bei neu zugelassenen Fahrzeugen Zugriff auf Informationen erhalten sollten, die bei der Nutzung anfallen. (Die Angeben zu „selektiv“ und „manuell“ bezeichnen den Anteil der Fahrzeughalter, die in diesen Fällen zusätzlich zur automatischen Übertragung zustimmen würden). Alle Angaben in Prozent Umfeldinformationen werden am ehesten für Polizei, Rettungsdienst und Verkehrsleitzentrale freigegeben. Umfeldinformationen werden am ehesten für Polizei, Rettungsdienst und Verkehrsleitzentrale freigegeben.
Detailergebnisse: Betriebszustand des Fahrzeugs z.B. Reifendruck, Bremsbeläge, Ölstand, Kühlwasser, Kilometerstand, Fälligkeit der nächsten Inspektion etc. 11 11 9 21 17 5 4 26 31 4 5 5 7 5 3 2 7 8 4 3 4 5 6 2 3 6 6 81 82 82 66 73 89 92 61 55 Polizei Rettungsdienst Versicherer Pannendienst Hersteller Verkehrsleitzentrale Familie/Freunde Vertragswerkstatt Selbst bestimmte Werktstatt Automatischer Versand Selektiv-automatischer Versand Rein manueller Versand Gar kein Versand Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 33 Q11-Q12a: Bitte geben Sie an, welche Empfänger in Zukunft bei neu zugelassenen Fahrzeugen Zugriff auf Informationen erhalten sollten, die bei der Nutzung anfallen. (Die Angeben zu „selektiv“ und „manuell“ bezeichnen den Anteil der Fahrzeughalter, die in diesen Fällen zusätzlich zur automatischen Übertragung zustimmen würden). Alle Angaben in Prozent Der Betriebszustand wird am ehesten an Pannendienst und Werkstatt weitergegeben.Der Betriebszustand wird am ehesten an Pannendienst und Werkstatt weitergegeben.
Detailergebnisse: Informationen zu Fahrzeug und Halter z.B. Marke, Modell, Baujahr, Name des Fahrzeughalters etc. 24 22 17 16 8 5 8 12 12 7 7 6 7 4 3 3 6 7 4 4 5 5 5 4 4 5 5 65 67 72 72 83 88 85 76 76 Polizei Rettungsdienst Versicherer Pannendienst Hersteller Verkehrsleitzentrale Familie/Freunde Vertragswerkstatt Selbst bestimmte Werktstatt Automatischer Versand Selektiv-automatischer Versand Rein manueller Versand Gar kein Versand Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 34 Q11-Q12a: Bitte geben Sie an, welche Empfänger in Zukunft bei neu zugelassenen Fahrzeugen Zugriff auf Informationen erhalten sollten, die bei der Nutzung anfallen. (Die Angeben zu „selektiv“ und „manuell“ bezeichnen den Anteil der Fahrzeughalter, die in diesen Fällen zusätzlich zur automatischen Übertragung zustimmen würden). Alle Angaben in Prozent Wenn überhaupt, dann werden am ehesten hoheitliche Instanzen als Empfänger von Informationen zum Fahrzeug und Halter gesehen. Wenn überhaupt, dann werden am ehesten hoheitliche Instanzen als Empfänger von Informationen zum Fahrzeug und Halter gesehen.
Detailergebnisse: Allgemeine sicherheitsrelevante Informationen z.B. Anlegen der Gurte, Beachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit etc. 18 19 10 16 11 10 5 13 16 5 5 2 5 3 4 1 3 5 4 3 3 4 4 3 4 3 4 74 72 85 75 82 83 89 81 76 Polizei Rettungsdienst Versicherer Pannendienst Hersteller Verkehrsleitzentrale Familie/Freunde Vertragswerkstatt Selbst bestimmte Werktstatt Automatischer Versand Selektiv-automatischer Versand Rein manueller Versand Gar kein Versand Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 35 Q11-Q12a: Bitte geben Sie an, welche Empfänger in Zukunft bei neu zugelassenen Fahrzeugen Zugriff auf Informationen erhalten sollten, die bei der Nutzung anfallen. (Die Angeben zu „selektiv“ und „manuell“ bezeichnen den Anteil der Fahrzeughalter, die in diesen Fällen zusätzlich zur automatischen Übertragung zustimmen würden). Alle Angaben in Prozent Auch hier werden die Daten ungerne versandt – am ehesten wieder an hoheitliche und sicherheitsrelevante Instanzen. Auch hier werden die Daten ungerne versandt – am ehesten wieder an hoheitliche und sicherheitsrelevante Instanzen.
Detailergebnisse: Daten zur geplanten Fahrstrecke z.B. Abfahrtsort, Fahrtziel, voraussichtliche Ankunftszeit etc. 9 11 3 12 1 23 11 2 4 4 6 2 6 1 8 5 1 2 3 3 2 4 2 6 5 2 2 84 81 93 78 96 63 79 95 93 Polizei Rettungsdienst Versicherer Pannendienst Hersteller Verkehrsleitzentrale Familie/Freunde Vertragswerkstatt Selbst bestimmte Werktstatt Automatischer Versand Selektiv-automatischer Versand Rein manueller Versand Gar kein Versand Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 36 Q11-Q12a: Bitte geben Sie an, welche Empfänger in Zukunft bei neu zugelassenen Fahrzeugen Zugriff auf Informationen erhalten sollten, die bei der Nutzung anfallen. (Die Angeben zu „selektiv“ und „manuell“ bezeichnen den Anteil der Fahrzeughalter, die in diesen Fällen zusätzlich zur automatischen Übertragung zustimmen würden). Alle Angaben in Prozent Die Streckenplanung kann vor allem der Verkehrsleitung nutzen. Jeder Fünfte würde aber auch an seine sozialen Kontakte denken. Die Streckenplanung kann vor allem der Verkehrsleitung nutzen. Jeder Fünfte würde aber auch an seine sozialen Kontakte denken.
13 14 14 14 10 9 7 11 13 15 21 6 14 421 6 4 6 11 11 9 21 17 5 426 31 24 22 17 16 8 5 8 12 12 18 19 10 16 11 10 5 13 16 911312 123 11 24 63 74 28 47 7 24 21 12 16 Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 37 Daten zur Fahrzeugnutzung Umfeldinformationen Betriebszustand Pkw Infos zu Fahrzeug/Halter Allgemeine sicherheitsrelevante Infos Geplante Fahrstrecke Unfallinformationen Polizei Rettungsdienst Versicherer Pannendienst Hersteller Verkehrsleitzentrale Familie, Freunde Vertragswerkstatt Selbst bestimmte Werkstatt Alle Angaben in Prozent. Basis: automatisch (Q11) Überblick: Welche Daten – welche Empfänger? (nur automatischer Versand, also ohne Eingriffsmöglichkeit des Halters oder Fahrers) Lesebeispiel: 63% der Befragten befürworten bei einem Unfall eine automatische Datenübertragung an die Polizei. Lesebeispiel: 63% der Befragten befürworten bei einem Unfall eine automatische Datenübertragung an die Polizei.
19 21 21 20 18 14 13 18 21 25 30 11 25 933 14 10 12 19 18 18 34 27 11 839 45 35 33 28 28 17 12 15 24 24 26 28 15 25 18 17 11 19 24 16 19 722 437 21 57 74 84 42 63 14 37 33 22 29 Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 38 Daten zur Fahrzeugnutzung Umfeldinformationen Betriebszustand Pkw Infos zu Fahrzeug/Halter Allgemeine sicherheitsrelevante Infos Geplante Fahrstrecke Unfallinformationen Polizei Rettungsdienst Versicherer Pannendienst Hersteller Verkehrsleitzentrale Familie, Freunde Vertragswerkstatt Selbst bestimmte Werkstatt Alle Angaben in Prozent. Basis: Alle Angaben automatisch + selektiv + manuell (Q11 + Q12 + Q12a) Überblick: Welche Daten – welche Empfänger? (automatischer oder selektiver oder manueller Versand zusammengefasst)
Mehrwertdienste im Vergleich: Welche Daten – welche Empfänger? • Die Mehrheit befürwortet Unfallinformationen an Rettungsdienste und Polizei – auch automatisch,ohne Einflussmöglichkeit des Fahrers. • Kein weiterer automatischer Datenzugriff ist mehrheitsfähig. – Knapp die Hälfte befürwortet automatische Unfallinformationen an einen Pannendienst. – Jeder Vierte würde die automatische Weiterleitung von Unfallinformationen an Versicherer und Verkehrsleitzentralen, der Streckenplanung an Verkehrsleitzentralen, von Betriebszustandsinformationen an Werkstätten sowie von Fahrzeughalterdaten an die Polizei zulassen. • Die Möglichkeit, die Datenweitergabe selbst zu steuern – durch Voreinstellung oder jeweils manuell –erhöht generell die Akzeptanz. – Das betrifft zwar auch die Unfallsituation (hier gewinnt vor allem der Versicherer als früher Ansprechpartner), vor allem aber Mehrwertdienste. – Dennoch sind auch hier Pannendienst, Rettungsdienst und Polizei die präferierten Empfänger. – Jeder Dritte schließt die Verkehrsleitzentrale mit Streckenplanung und Umfeldinformationen ein. – Etwas weniger als die Hälfte würde auch die Werkstatt einbeziehen. Diese sollte aber selbstbestimmt sein. – Der Kfz-Hersteller kommt für drei von vier Haltern nicht als Adressat in Frage. • Dennoch: Auch bei möglicher Einflussnahme durch den Halter oder Fahrer ist das Interesse an allen nicht-unfallbezogenen Mehrwertdiensten verhalten. – Kein Einsatzzweck überzeugt derzeit die Mehrheit der Fahrzeughalter. – Allerdings können sich solche Einstellungen in Zukunft durch konkrete Nutzenangebote und intensive Anbieterkommunikation noch verändern. • Die Mehrheit befürwortet Unfallinformationen an Rettungsdienste und Polizei – auch automatisch,ohne Einflussmöglichkeit des Fahrers. • Kein weiterer automatischer Datenzugriff ist mehrheitsfähig. – Knapp die Hälfte befürwortet automatische Unfallinformationen an einen Pannendienst. – Jeder Vierte würde die automatische Weiterleitung von Unfallinformationen an Versicherer und Verkehrsleitzentralen, der Streckenplanung an Verkehrsleitzentralen, von Betriebszustandsinformationen an Werkstätten sowie von Fahrzeughalterdaten an die Polizei zulassen. • Die Möglichkeit, die Datenweitergabe selbst zu steuern – durch Voreinstellung oder jeweils manuell –erhöht generell die Akzeptanz. – Das betrifft zwar auch die Unfallsituation (hier gewinnt vor allem der Versicherer als früher Ansprechpartner), vor allem aber Mehrwertdienste. – Dennoch sind auch hier Pannendienst, Rettungsdienst und Polizei die präferierten Empfänger. – Jeder Dritte schließt die Verkehrsleitzentrale mit Streckenplanung und Umfeldinformationen ein. – Etwas weniger als die Hälfte würde auch die Werkstatt einbeziehen. Diese sollte aber selbstbestimmt sein. – Der Kfz-Hersteller kommt für drei von vier Haltern nicht als Adressat in Frage. • Dennoch: Auch bei möglicher Einflussnahme durch den Halter oder Fahrer ist das Interesse an allen nicht-unfallbezogenen Mehrwertdiensten verhalten. – Kein Einsatzzweck überzeugt derzeit die Mehrheit der Fahrzeughalter. – Allerdings können sich solche Einstellungen in Zukunft durch konkrete Nutzenangebote und intensive Anbieterkommunikation noch verändern. Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 39
4. Nicht ohne meine Werkstatt? Werkstattbindung und Werkstattvernetzung a) Werkstattnutzung b) Werkstattzufriedenheit c) Erfahrungen bei Unfallschäden d) Bereitschaft zur Vernetzung
a) Werkstattnutzung Genutzte Werkstätten Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 41 49 39 13 6 2 3 39 38 9 4 2 3 Werkstatt des Herstellers Freie Autowerkstatt Werkstattkette (z.B. ATU, Pitstop etc.) Spezialwerkstatt (z.B. Reifenservice, Autoelektrik, Autoglas etc.) Karosseriewerkstatt, Autolackiererei Sonstige In den letzten 12 Monaten genutzt Zuletzt genutzt Q20: Welche der folgenden Werkstätten haben Sie innerhalb der vergangenen 12 Monate genutzt? Q20_1: Und welche der dieser Werkstätten haben Sie zuletzt genutzt? Q21: Welche der eben von Ihnen angegebenen Werkstätten ist Ihre Stammwerkstatt, die Sie in der Regel aufsuchen? Alle Angaben in Prozent, Basis: alle Befragte n=1.021 Die meisten Werkstattbesuche gelten herstellergebundenen Betrieben oder freien Werkstätten.Die meisten Werkstattbesuche gelten herstellergebundenen Betrieben oder freien Werkstätten.
c) Erfahrungen bei Unfallschäden Ort und Bestimmung des Orts der Reparatur Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 48 52 24 9 9 3 2 Werkstatt des Herstellers meines/meiner Pkw Freie Autowerkstatt Karosseriewerkstatt, Autolackiererei Werkstattkette Spezialwerkstatt Sonstige Q14c: Wo fand die Reparatur statt? Q14d: Wer hat die Werkstatt ausgewählt? Alle Angaben in Prozent, Basis: Personen mit reparierten Unfallschaden n=218 Wer bestimmte, wo repariert wird? Selbst bestimmt 84 Versicherung 11 Sonstiges 5 In nur jedem zehnten Fall hat der Versicherer die Werkstatt ausgewählt. Die Herstellerwerkstatt ist nach wie vor die wichtigste Anlaufstelle. In nur jedem zehnten Fall hat der Versicherer die Werkstatt ausgewählt. Die Herstellerwerkstatt ist nach wie vor die wichtigste Anlaufstelle. Ort der Reparatur
c) Erfahrungen bei Unfallschäden Zufriedenheit mit der Reparatur Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 49 Q14e: Wie zufrieden waren Sie mit der Reparatur? Alle Angaben in Prozent, Basis: Personen mit reparierten Unfallschaden 69 70 58 24 23 29 5 5 84 Gesamt (n=218) Werkstatt wurde selbst ausgewählt (n=183) Versicherer hat die Werkstatt bestmimt (n=24) voll und ganz zufrieden 234überhaupt nicht zufrieden Ø 1,4 Generell herrscht hohe Zufriedenheit mit der Reparatur. Das gilt tendenziell auch, wenn die Werkstatt durch den Versicherer bestimmt wurde. (Achtung, eingeschränkte Aussagekraft durch kleine Fallzahl) Generell herrscht hohe Zufriedenheit mit der Reparatur. Das gilt tendenziell auch, wenn die Werkstatt durch den Versicherer bestimmt wurde. (Achtung, eingeschränkte Aussagekraft durch kleine Fallzahl) Ø 1,4 Ø 1,6 Geringe Anzahl Fälle!
c) Erfahrungen bei Unfallschäden Zufriedenheit mit Schadensmanagement Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 50 Q14j: Wie zufrieden waren Sie mit dem Schadensmanagement durch die Versicherung? Alle Angaben in Prozent, Basis: Personen mit Kontaktaufnahme zu einer Versicherung 56 72 48 27 24 27 11 17 5 4 Gesamt (n=171) Eigene Versicherung hat bezahlt (n=71) Gegnerische Versischerung hat bezahlt (n=83) voll und ganz zufrieden 234überhaupt nicht zufrieden Ø 1,7 Auch mit den Versicherern sind die Betroffenen überwiegend zufrieden. Dabei schneidet der eigene (Kasko-)Versicherer besser ab als der „gegnerische“ (Haftpflicht-) Versicherer. Auch mit den Versicherern sind die Betroffenen überwiegend zufrieden. Dabei schneidet der eigene (Kasko-)Versicherer besser ab als der „gegnerische“ (Haftpflicht-) Versicherer. Ø 1,4 Ø 1,9 Interpretation: • Bemühen sich die Versicherer mehr um die eigenen Kunden, oder handelt es sich um berechtigte Anspruchsabwehr? • Im Kaskobereich mehr Bagatellschäden mit entsprechend schneller Regulierung? • Alternative psychologische Erklärung: Positive Urteilstendenz bei selbst gewählten Handlungsalternativen (siehe auch oben zur Zufriedenheit je nach „Bestimmung des Ortes der Reparatur“) Interpretation: • Bemühen sich die Versicherer mehr um die eigenen Kunden, oder handelt es sich um berechtigte Anspruchsabwehr? • Im Kaskobereich mehr Bagatellschäden mit entsprechend schneller Regulierung? • Alternative psychologische Erklärung: Positive Urteilstendenz bei selbst gewählten Handlungsalternativen (siehe auch oben zur Zufriedenheit je nach „Bestimmung des Ortes der Reparatur“)
Gesamt (n=1.021) Nutzer Herstellerwerkstatt (n=391) Nutzer freie Werkstatt (n=389) Nutzer Werkstattkette (n=94) Nutzer anderer Werkstätten (n=73) Spezialwerkstätten: 61% / 1,8 Karosseriewerkstätten: 28% / 2,0 Sonstige: 82% / 1,9 40 43 36 44 56 Q06: Haben Sie schon mal von einem automatischen Auto-Notrufsystem gehört? (Angaben in Prozent) Q08: Wie finden Sie grundsätzlich die Idee, ein solches Notrufsystem einzuführen? d) Bereitschaft zur Vernetzung Bekanntheit und Bewertung eCall nach Werkstattnutzung Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 51 ausgezeichnet sehr schlecht Nutzer freier Werkstätten haben das geringere Wissen über eCall und bewerten es etwas schlechter.Nutzer freier Werkstätten haben das geringere Wissen über eCall und bewerten es etwas schlechter. Bewertung
14 14 10 11 13 614 446 921 17 26 31 17 16 812 12 10 16 11 13 16 312 124 28 47 712 16 Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 52 Daten zur Fahrzeugnutzung Umfeldinformationen Betriebszustand Pkw Infos zu Fahrzeug/Halter Allgemeine sicherheitsrelevante Infos Geplante Fahrstrecke Unfallinformationen Versicherer Pannendienst Hersteller Vertragswerkstatt Selbst bestimmte Werkstatt Alle Angaben in Prozent. Basis: automatisch (Q11) d) Bereitschaft zur Vernetzung Welche Daten – welche Empfänger? (nur automatischer Versand, Auszug aus dem obigen Chart, mit direktem Vergleich von KfzDienstleistern i.w.S.) Siehe Folgechart Keine automatische Weiterleitung an Kfz-Dienstleister ist mehrheitsfähig. Im Falle eines Unfalls kommen am ehesten Pannen-dienst und Versicherer in Frage, für Informationen zum Betriebszustand die Werkstätten. Die Hersteller bleiben außen vor. Keine automatische Weiterleitung an Kfz-Dienstleister ist mehrheitsfähig. Im Falle eines Unfalls kommen am ehesten Pannen-dienst und Versicherer in Frage, für Informationen zum Betriebszustand die Werkstätten. Die Hersteller bleiben außen vor.
Detailergebnisse: Betriebszustand des Fahrzeugs z.B. Reifendruck, Bremsbeläge, Ölstand, Kühlwasser, Kilometerstand, Fälligkeit der nächsten Inspektion etc. 21 17 26 31 7 5 7 8 5 6 6 6 66 73 61 55 Pannendienst Hersteller Vertragswerkstatt Selbst bestimmte Werktstatt Automatischer Versand Selektiv-automatischer Versand Rein manueller Versand Gar kein Versand Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 53 Q11-Q12a: Bitte geben Sie an, welche Empfänger in Zukunft bei neu zugelassenen Fahrzeugen Zugriff auf Informationen erhalten sollten, die bei der Nutzung anfallen. (Die Angeben zu „selektiv“ und „manuell“ bezeichnen den Anteil der Fahrzeughalter, die in diesen Fällen zusätzlich zur automatischen Übertragung zustimmen würden). Alle Angaben in Prozent Weniger als ein Drittel der Kfz-Halter wäre derzeit zu einer automatischen Datenweiterleitung an eine Werkstatt bereit, an den Hersteller sogar nur jeder sechste. Alternativ kommt auch ein Pannendienst in Betracht. Wahlfreiheit erhöht grundsätzlich die Akzeptanz. Weniger als ein Drittel der Kfz-Halter wäre derzeit zu einer automatischen Datenweiterleitung an eine Werkstatt bereit, an den Hersteller sogar nur jeder sechste. Alternativ kommt auch ein Pannendienst in Betracht. Wahlfreiheit erhöht grundsätzlich die Akzeptanz. Unterscheidung Neu-/Gebrauchtwagen siehe Folgechart
d) Bereitschaft zur Vernetzung Datenweitergabe in Abhängigkeit vom Fahrzeug Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 54 20 29 31 Hersteller Vertragswerkstatt Selbst bestimmte Werkstatt Q20_1: Und welche der dieser Werkstätten haben Sie zuletzt genutzt? Q11: Bitte geben Sie an, welche Empfänger in Zukunft automatisch bei neu zugelassenen Fahrzeugen Zugriff auf Informationen erhalten sollen, die bei der Nutzung anfallen! Alle Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten n=524 Auch von den Neuwagenbesitzern wäre weniger als jeder dritte zu einer automatischen Datenweiterleitung an eine Werkstatt bereit. Daten an den Hersteller würde nur jeder fünfte Neuwagenbesitzer freigeben. Auch von den Neuwagenbesitzern wäre weniger als jeder dritte zu einer automatischen Datenweiterleitung an eine Werkstatt bereit. Daten an den Hersteller würde nur jeder fünfte Neuwagenbesitzer freigeben. Halter eines … Gebrauchtwagens Neuwagens … würden Daten zum Betriebszustand (automatisch) senden an: 14 23 31 Hersteller Vertragswerkstatt Selbst bestimmte Werkstatt n=484
5. Quer durch die ganze Bevölkerung? Unterschiede nach Soziodemographie und politischer Orientierung
Unterscheidung nach Bevölkerungsgruppen Die Ergebnisse wurden nach verschiedensten Gruppierungen innerhalb der deutschen Pkw-Halter unterschieden. Untersucht wurden – Unterschiede nach soziodemographischen Merkmalen wie Altersgruppen, Geschlecht, Bundesland oder Bildung – Unterschiede nach Merkmalen der Kfz-Nutzung wie jährliche Fahrleistung, Alter und Marke des PKW, Fahrzeugklasse, Versicherer – Unterschiede nach politischer Orientierung, dahinter steht die Annahme, dass Wähler verschiedener Parteien auch unterschiedliche Präferenzen bezüglich Privatsphäre und Datenfreigabe haben – Grad „bisheriger Vernetzung“ Nutzung sozialer Netzwerke, Nutzung von anderen datensensiblen Diensten wie Payback, Facebook o.ä. – hierauf wird im letzten Kapitel nochmals vertieft eingegangen. Dabei zeigen sich zwar eine Reihe signifikanter Unterschiede, doch insgesamt unterschieden sich die genannten Gruppen relativ wenig in ihrer Einstellung zu eCall und den Mehrwertdiensten. Das heißt, die Unterschiede nach Beurteilungsobjekt – also nach Art der jeweils zu beurteilenden Datenverwendung – überwiegen in der Regel deutlich gegenüber den Unterschieden nach Beurteilungssubjekten – also der unterschiedlichen Personengruppen. Einige wesentliche Unterscheidungen finden sich auf den folgenden Seiten, daneben kann über den Autor ein umfassender Tabellenband zu weiteren Unterscheidungen bezogen werden. Ergänzend haben wir mithilfe von acht bereits in anderen Studien erfolgreich eingesetzten Einstellungsmerkmalen zum Thema Datenschutz und einer darauf angewandten Clusteranalyse drei „Privacy-Typen“ abgeleitet, die sich grundsätzlich in ihrer Einstellung zum Umgang mit Daten unterscheiden. Die Ergebnisse zu den Privacy-Typen finden sich am Ende dieses Kapitels. Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 56
… nach Geschlecht Keine signifikanten Unterschiede zwischen Männern und Frauen … nach Altersgruppen Die Bewertungen unterscheiden sich nur gering bei der Betrachtung des Alters … nach Pkw-Status bei Erwerb Neuwagenkäufer sind ein wenig positiver gegenüber eCall eingestellt … nach Privacy-Typen Bewusste bewerten eCall leicht besser als Sorglose, Ablehner erwartungsgemäß am schlechtesten … nach Nutzung sozialer Netzwerke Nutzer sozialer Netzwerke bewerten eCall leicht besser als Nicht-Nutzer … nach Nutzung von Rabattkartensystemen Nutzer von Rabattkartensystemen sind eCall gegenüber positiver eingestellt als Nicht-Nutzer Bewertungen von eCall … Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 57 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 4,0 4,5 5,0 ausgezeichnet sehr schlecht Q08: Wie finden Sie grundsätzlich die Idee, ein solches Notrufsystem einzuführen? Dargestellt sind Mittelwerte der Skala von 1 bis 5 Neuwagen Bewusste Die Bewertung von eCall unterscheidet sich über einzelne Subgruppen hinweg nur wenig.Die Bewertung von eCall unterscheidet sich über einzelne Subgruppen hinweg nur wenig. Frauen Männer Ablehner Nutzer Nicht-Nutzer Nutzer Nicht-Nutzer Gebrauchtwagen Sorglose Durchschnitt insgesamt
Bereitschaft zum Versand an Institutionen nach Privacy-Typen (automatischer oder selektiver oder manueller Versand zusammengefasst) 92 89 85 78 74 68 64 56 55 98 94 92 83 78 77 74 62 60 93 78 74 61 51 40 40 37 31 Rettungsdienst Polizei Pannendienst/Automobilclub (z.B. ADAC) Verkehrsleitzentrale Vom Autohalter selbst frei ausgewählte Werkstatt Versicherer des Autos Vertragswerkstatt des Autoherstellers Familie/Freunde Hersteller des Autos Sorglose (n=305) Bewusste (n=356) Ablehner (n=360) Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 64 Q11-Q12a, Angaben in Prozent Bewusste zeigen am meisten Bereitschaft zum Datenversand.Bewusste zeigen am meisten Bereitschaft zum Datenversand.
Bereitschaft zum Versand an Institutionen nach Privacy-Typen (nur automatischer Versand, also ohne Eingriffsmöglichkeit des Halters oder Fahrers) 90 83 78 68 63 56 55 44 44 95 90 87 75 71 65 63 51 52 88 68 61 48 37 27 29 24 21 Rettungsdienst Polizei Pannendienst/Automobilclub (z.B. ADAC) Verkehrsleitzentrale Vom Autohalter selbst frei ausgewählte Werkstatt Versicherer des Autos Vertragswerkstatt des Autoherstellers Familie/Freunde Hersteller des Autos Sorglose (n=305) Bewusste (n=356) Ablehner (n=360) Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 65 Q11-Q12a, Angaben in Prozent Bewusste zeigen auch am meisten Bereitschaft zum automatischen Datenversand.Bewusste zeigen auch am meisten Bereitschaft zum automatischen Datenversand.
Drei Einstellungscluster Fazit Die Privacy-Typen stellen drei grundsätzlich unterschiedliche Einstellungscluster in Bezug auf den Umgang mit personenbezogenen Daten dar, die jeweils in etwa gleichen Teilen unter den deutschen Pkw-Haltern zu finden sind. Entsprechend unterscheiden sie sich deutlich in ihrer Bewertung von eCall und Mehrwertdiensten aus dem vernetzten Fahrzeug: (1) Die Sorglosen sehen die wenigsten Probleme, gewichten aber zugleich auch die Vorteile geringer. Soll in dieser Gruppe die Überzeugung erhöht werden, käme es vor allem auf eine starke Nutzenargumentation an, daneben könnten aufgrund der relativ wenig reflektierten Einstellung in dieser Gruppe auch Konsens-Effekte („das machen alle“, „das ist normal“) oder Voreinstellungen („Opt-Out statt Opt-In“) eine Rolle spielen. (2) Die Bewussten sehen den Umgang mit den Daten aus dem vernetzten Fahrzeug deutlich sensibler, sind aber zugleich auch noch mehr von den Vorteilen des Systems überzeugt – und befürworten daher sowohl die verpflichtende Einführung von eCall als auch die Nutzung im eigenen Fahrzeug am stärksten. Um die Akzeptanz auch für Mehrwertdienste zu steigern, wäre hier eine stark nutzenorientierte Argumentation sinnvoll, um den „Preis“ der Datenfreigabe zu rechtfertigen, sinnvollerweise kombiniert mit Wahlmöglichkeiten für diese relativ reflektiert urteilende Zielgruppe. (3) Die Ablehner, die Datennutzung relativ undifferenziert kritisch einschätzen, sind auch gegenüber dem vernetzten Fahrzeug am negativsten eingestellt. Insbesondere die Datenweitergabe an nicht hoheitliche Empfänger findet in dieser Gruppe nur wenig Akzeptanz, nimmt aber bei Freiwilligkeit im Vergleich zu den anderen Gruppen besonders stark zu. Die zukünftige Akzeptanz insbesondere von Mehrwertdiensten dürfte in hohem Maße von Freiwilligkeit sowie von glaubhafter Sicherstellung des Datenschutzes abhängig sein. Die Privacy-Typen stellen drei grundsätzlich unterschiedliche Einstellungscluster in Bezug auf den Umgang mit personenbezogenen Daten dar, die jeweils in etwa gleichen Teilen unter den deutschen Pkw-Haltern zu finden sind. Entsprechend unterscheiden sie sich deutlich in ihrer Bewertung von eCall und Mehrwertdiensten aus dem vernetzten Fahrzeug: (1) Die Sorglosen sehen die wenigsten Probleme, gewichten aber zugleich auch die Vorteile geringer. Soll in dieser Gruppe die Überzeugung erhöht werden, käme es vor allem auf eine starke Nutzenargumentation an, daneben könnten aufgrund der relativ wenig reflektierten Einstellung in dieser Gruppe auch Konsens-Effekte („das machen alle“, „das ist normal“) oder Voreinstellungen („Opt-Out statt Opt-In“) eine Rolle spielen. (2) Die Bewussten sehen den Umgang mit den Daten aus dem vernetzten Fahrzeug deutlich sensibler, sind aber zugleich auch noch mehr von den Vorteilen des Systems überzeugt – und befürworten daher sowohl die verpflichtende Einführung von eCall als auch die Nutzung im eigenen Fahrzeug am stärksten. Um die Akzeptanz auch für Mehrwertdienste zu steigern, wäre hier eine stark nutzenorientierte Argumentation sinnvoll, um den „Preis“ der Datenfreigabe zu rechtfertigen, sinnvollerweise kombiniert mit Wahlmöglichkeiten für diese relativ reflektiert urteilende Zielgruppe. (3) Die Ablehner, die Datennutzung relativ undifferenziert kritisch einschätzen, sind auch gegenüber dem vernetzten Fahrzeug am negativsten eingestellt. Insbesondere die Datenweitergabe an nicht hoheitliche Empfänger findet in dieser Gruppe nur wenig Akzeptanz, nimmt aber bei Freiwilligkeit im Vergleich zu den anderen Gruppen besonders stark zu. Die zukünftige Akzeptanz insbesondere von Mehrwertdiensten dürfte in hohem Maße von Freiwilligkeit sowie von glaubhafter Sicherstellung des Datenschutzes abhängig sein. Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 66
6. Prinzipientreue oder Maulheldentum? Unterschiede zwischen Einstellung und Verhalten
Einstellungen zum Datenschutz Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 68 Q12b: Inwieweit stimmen Sie den folgenden Aussagen zu? Alle Angaben in Prozent, n=1.021. (Diese Frage wurde erst nach den Akzeptanzfragen zu eCall und Mehrwertdiensten gestellt, um eine Beeinflussung dieser zu vermeiden.) stimme voll und ganz zu 47 stimme eher zu 32 teils-teils 17 stimme eher nicht zu 2 stimme überhaupt nicht zu 2 Ich bin sehr wählerisch, wem und wofür ich meine persönlichen Daten weitergebe. Die Befragten äußern sich überwiegend sehr datenschutzorientiert. Der Schutz der Privatsphäre gilt den Allermeisten als wertvolles Gut. Die Befragten äußern sich überwiegend sehr datenschutzorientiert. Der Schutz der Privatsphäre gilt den Allermeisten als wertvolles Gut. stimme voll und ganz zu 54 stimme eher zu 21 teils-teils 17 stimme eher nicht zu 5 stimme überhaupt nicht zu 3 Meine Fahrzeug-Nutzungs-Daten gehören mir. Ich will selbst bestimmen, wem sie zugänglich werden stimme voll und ganz zu 53 stimme eher zu 30 teils-teils 14 stimme eher nicht zu 2 stimme überhaupt nicht zu 1 Für mich ist der Schutz meiner Privatsphäre ein wichtiges Thema.
Tatsächliches Verhalten: Verwendung von datensensiblen Diensten und Services Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 69 Q13: Welche der folgenden Dienste und Services nutzen Sie grundsätzlich? Angaben in Prozent Rest: Keine Verwender von Smartphones Ungeachtet der restriktiven Einstellung ist die tatsächliche Datenweitergabe weit verbreitet: Jeweils etwa die Hälfte der befragten Kfz-Halter nutzen Rabattkartensysteme und soziale Netzwerke. Jeder dritte Smartphone-Nutzer verwendet zudem Ortungsdienste. Ungeachtet der restriktiven Einstellung ist die tatsächliche Datenweitergabe weit verbreitet: Jeweils etwa die Hälfte der befragten Kfz-Halter nutzen Rabattkartensysteme und soziale Netzwerke. Jeder dritte Smartphone-Nutzer verwendet zudem Ortungsdienste. 54 46 20 46 54 36 von Rabattkartensystemen (z.B. Payback) von Facebook und anderen sozialen Netzwerken von Ortungsdiensten auf dem Smartphone Verwender Nicht-Verwender n=1.015 So unterscheiden sich bspw. Befragte, die sich durch eCall zu sehr überwacht fühlten (Q10) in der Nutzung sozialer Netzwerke nicht von der Gesamtheit der Fahrzeughalter. Auch ihre Nutzung von Rabattsystemen ist kaum geringer. Lediglich die Nutzung von Ortungsdiensten auf dem Smartphone zeigt einen deutlichen Zusammenhang mit der Sorge vor Überwachung. So unterscheiden sich bspw. Befragte, die sich durch eCall zu sehr überwacht fühlten (Q10) in der Nutzung sozialer Netzwerke nicht von der Gesamtheit der Fahrzeughalter. Auch ihre Nutzung von Rabattsystemen ist kaum geringer. Lediglich die Nutzung von Ortungsdiensten auf dem Smartphone zeigt einen deutlichen Zusammenhang mit der Sorge vor Überwachung.
Übersicht über Verwendung von Diensten und Services nach Parteipräferenz 47 46 43 45 50 61 5561 54 43 59 54 23 23 1521 21 14 53 54 57 55 50 39 4539 46 57 41 46 30 35 30 39 39 47 CDU/CSU (n=214) SPD (n=228) FDP (n=35) Die Linke (n=84) Grüne (n=90) Piraten (n=56) CDU/CSU (n=214) SPD (n=228) FDP (n=35) Die Linke (n=84) Grüne (n=90) Piraten (n=56) CDU/CSU (n=214) SPD (n=228) FDP (n=35) Die Linke (n=84) Grüne (n=90) Piraten (n=56) Verwender Nicht-Verwender Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 70 Q13: Welche der folgenden Dienste und Services nutzen Sie grundsätzlich? Angaben in Prozent Rest: Keine Verwender von Smartphones Rabattkartensysteme (z.B. Payback) Facebook und andere soziale Netzwerke Nutzung Ortungsdienste auf dem Smartphone Ob links, rechts oder liberal: Auch wenn die politischen Einstellungen unterschiedlich sind, im Verhalten unterscheiden sich die Wählergruppen kaum. Nur die Piraten-Anhänger fallen etwas heraus: „Facebook hui, Ortungsdienste pfui“ (Achtung, kleine Fallzahl). Ob links, rechts oder liberal: Auch wenn die politischen Einstellungen unterschiedlich sind, im Verhalten unterscheiden sich die Wählergruppen kaum. Nur die Piraten-Anhänger fallen etwas heraus: „Facebook hui, Ortungsdienste pfui“ (Achtung, kleine Fallzahl). n=1.015 Lesebeispiel: 46% der befragten SPD-Wähler nutzen Facebook oder ein anderes soziales Netzwerk. Lesebeispiel: 46% der befragten SPD-Wähler nutzen Facebook oder ein anderes soziales Netzwerk.
Übersicht über Verwendung von Diensten und Services nach Privacy-Typen 47 52 40 52 59 50 27 16 11 53 48 60 48 41 50 35 36 36 Sorglose (n=303) Bewusste (n=355) Ablehner (n=357) Sorglose (n=303) Bewusste (n=355) Ablehner (n=357) Sorglose (n=303) Bewusste (n=355) Ablehner (n=357) Verwender Nicht-Verwender Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 71 Q13: Welche der folgenden Dienste und Services nutzen Sie grundsätzlich? Angaben in Prozent Rest: Keine Verwender von Smartphones Rabattkartensysteme (z.B. Payback) Facebook und andere soziale Netzwerke Nutzung Ortungsdienste auf dem Smartphone Bewusste sind eher in sozialen Netzwerken unterwegs als Sorglose, sie nutzen auch häufiger Rabattkartensysteme. Ortungsdienste hingegen werden hauptsächlich von Sorglosen genutzt. Aber auch Ablehner sind nicht konsequent – immerhin jeder Zweite nutzt Rabattkartensysteme. Bewusste sind eher in sozialen Netzwerken unterwegs als Sorglose, sie nutzen auch häufiger Rabattkartensysteme. Ortungsdienste hingegen werden hauptsächlich von Sorglosen genutzt. Aber auch Ablehner sind nicht konsequent – immerhin jeder Zweite nutzt Rabattkartensysteme. n=1.015
Übersicht über Verwendung von Diensten und Services nach Parteipräferenz 47 46 43 45 50 61 5561 54 43 59 54 23 23 1521 21 14 53 54 57 55 50 39 4539 46 57 41 46 30 35 30 39 39 47 CDU/CSU (n=214) SPD (n=228) FDP (n=35) Die Linke (n=84) Grüne (n=90) Piraten (n=56) CDU/CSU (n=214) SPD (n=228) FDP (n=35) Die Linke (n=84) Grüne (n=90) Piraten (n=56) CDU/CSU (n=214) SPD (n=228) FDP (n=35) Die Linke (n=84) Grüne (n=90) Piraten (n=56) Verwender Nicht-Verwender Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 72 Q13: Welche der folgenden Dienste und Services nutzen Sie grundsätzlich? Angaben in Prozent Rest: Keine Verwender von Smartphones Rabattkartensysteme (z.B. Payback) Facebook und andere soziale Netzwerke Nutzung Ortungsdienste auf dem Smartphone Ob links, rechts oder liberal: Auch wenn die politischen Einstellungen unterschiedlich sind, im Verhalten unterscheiden sich die Wählergruppen kaum. Nur die Piraten-Anhänger fallen etwas heraus: „Facebook hui, Ortungsdienste pfui“ (Achtung, kleine Fallzahl). Ob links, rechts oder liberal: Auch wenn die politischen Einstellungen unterschiedlich sind, im Verhalten unterscheiden sich die Wählergruppen kaum. Nur die Piraten-Anhänger fallen etwas heraus: „Facebook hui, Ortungsdienste pfui“ (Achtung, kleine Fallzahl). n=1.015 CB1
Folie 72 CB1 S.70 do pp elt???!!! Christina Borkenhagen; 25.01.2013
Fragebogen Vorstellung und Bewertung Notrufsystem Die europäische Kommission hat die europaweite Einführung eines Auto-Notrufsystem mit dem Namen „emergency call“ oder „eCall“ verabschiedet, das ab 2015 in allen Neuwagen eingebaut werden soll. Darunter ist ein von einem bordeigenen System ausgehender Notruf an die Notrufnummer 112 zu verstehen. Dieser wird automatisch von einem im Fahrzeug eingebauten Sensor ausgelöst, kann aber auch manuell veranlasst werden. Daraufhin übermittelt das System über das Mobilfunknetz Daten an eine geeignete Notrufabfragestelle. Außerdem wird bei Bedarf eine Tonverbindung hergestellt, um eine Kommunikation zwischen Notrufabfragestelle und Insassen zu ermöglichen. Dieses System soll dazu beitragen, dass in Notfällen die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes verkürzt und somit eine bessere Versorgung der Beteiligten gewährleistet werden kann. [q08] Wie finden Sie grundsätzlich die Idee, ein solches Notrufsystems einzuführen? <5> ausgezeichnet <4> sehr gut <3> gut <2> eher schlecht <1> sehr schlecht [q09] Wieso haben Sie das Notrufsystem mit [Antwort aus q06] bewertet? (offen) [q09a] Wie sehr stimmen Sie den folgenden beiden Aussagen jeweils zu? -[q09a_1] Ich hätte gerne meinen eigenes Fahrzeug mit einem elektronischen Notrufsystem ausgestattet. -[q09a_2] Ich begrüße, dass das elektronische Notrufsystem nicht freiwillig, sondern verpflichtend für alle Neufahrzeuge sein soll. <5> Trifft voll und ganz zu <4> Trifft stark zu <3> Trifft eher zu <2> Trifft eher nicht zu <1> Trifft überhaupt nicht zu <888> Weiß nicht Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 79
Fragebogen [q09] Wieso haben Sie das Notrufsystem mit [Antwort aus q06] bewertet? (offen) [q09a] Wie sehr stimmen Sie den folgenden beiden Aussagen jeweils zu? -[q09a_1] Ich hätte gerne meinen eigenes Fahrzeug mit einem elektronischen Notrufsystem ausgestattet. -[q09a_2] Ich begrüße, dass das elektronische Notrufsystem nicht freiwillig, sondern verpflichtend für alle Neufahrzeuge sein soll. <5> Trifft voll und ganz zu <4> Trifft stark zu <3> Trifft eher zu <2> Trifft eher nicht zu <1> Trifft überhaupt nicht zu <888> Weiß nicht [q10] Wie sehr stört Sie an dem System, … -[q10_1] … dass Sie das Gefühl haben könnten, überwacht zu werden? -[q10_2] … dass der Neupreis eines Fahrzeuges um etwa 150-200 Euro steigen könnte? -[q10_3] … dass Daten aus Ihrem Fahrzeug ohne Ihre Kontrolle weitergegeben werden könnten? <1> Stört mich sehr <2> Stört mich ein wenig, würde ich aber in Kauf nehmen <3> Stört mich nicht <888> Weiß nicht Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 80
Fragebogen Andere Einsatzzwecke [q11] Das Notrufsystem ermittelt Position und Geschwindigkeit des Wagens durch GPS. Zudem sind in modernen Fahrzeugen alle elektronisch gemessenen Informationen zentral verfügbar. Die Vernetzung des Autos über Mobilfunk kann daher auch für zahlreiche andere Zwecke genutzt werden. So lassen sich die Informationen zum Beispiel nutzen für eine laufende Motordiagnose, zum Hinweis auf notwendige Wartungsdienste, zur Überwachung der Einhaltung der Verkehrsregeln, für Staumeldungen, Ampelschaltungen und Umleitungsempfehlungen. Denkbar ist auch die kilometergenaue Abrechnung von Versicherungstarifen, für die Übermittlung des Standortes an Freunde und Verwandte, die Suche nach gestohlenen Fahrzeugen und viele weitere Zwecke. Bitte geben Sie an, welche Empfänger in Zukunft automatisch bei neu zugelassenen Fahrzeugen Zugriff auf Informationen erhalten sollten, die bei der Nutzung anfallen. Bitte geben Sie auch an, welche der möglichen Informationen dieser Empfänger erhalten sollte. -[q11_1] Polizei -[q11_2] Rettungsdienst -[q11_3] Versicherer des Autos -[q11_4] Pannendienst/Automobilclub (z.B. ADAC) -[q11_5] Hersteller des Autos -[q11_6] Verkehrsleitzentrale (z.B. Staumelder) -[q11_7] Familie/Freunde (z.B. über Facebook, Google Maps, spezielle Apps/Programme) -[q11_8] Vertragswerkstatt des Autoherstellers -[q11_9] Vom Autohalter selbst frei ausgewählte Werkstatt <1> Daten zur Fahrzeugnutzung, z.B. aktuelle Position, Geschwindigkeit, Zeiten der Kfz-Nutzung etc. <2> Umfeldinformationen, z.B. Verkehrsdichte, Außentemperatur etc. <3> Betriebszustand des Fahrzeugs, z.B. Reifendruck, Bremsbeläge, Ölstand, Kühlwasser, Kilometerstand, Fälligkeit der nächsten Inspektion etc. <4> Informationen zu Fahrzeug und Halter, z.B. Marke, Modell, Baujahr, Name des Fahrzeughalters etc. <5> Allgemeine sicherheitsrelevante Informationen, z.B. Anlegen der Gurte, Beachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit etc. <6> Daten zur geplanten Fahrstrecke, z.B. Abfahrtsort, Fahrtziel, voraussichtliche Ankunftszeit etc. <7> Informationen im Fall eines Unfalls, z.B. Position, Geschwindigkeit beim Zusammenstoß, Zahl der Insassen etc. <666> nichts davon Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 81
Fragebogen Programmierung: Alle Antwortoptionen ausblenden, die in q11 genannt wurden, Rest anzeigen [q12] Stellen Sie sich vor, Sie könnten an Ihrem Fahrzeug selbst einstellen, welche Informationen an welchen Empfänger übermittelt werden. Welche Informationen würden Sie dann an welche Empfänger freigeben? (Gleiche Matrix wie in Vorfrage) Programmierung: Alle Antwortoptionen ausblenden, die in q11 oder in q12 genannt wurden, Rest anzeigen. [q12a] Schließlich ist auch denkbar, dass die Daten nur fallweise übermittelt werden. Sie müssen also jeder einzelnen Übertragung jeweils zustimmen oder diese selbst veranlassen. In welchen Fällen halten Sie dies für wünschenswert? (Gleiche Matrix wie in den beiden Vorfragen) [q12b] Inwieweit würden Sie den folgenden Aussagen zustimmen? -[q12b_1] Die Möglichkeiten des vernetzten Autos sollten so weit wie möglich genutzt werden. -[q12b_2] Ich würde mich durch ein solches System zu sehr überwacht fühlen. -[q12b_3] Ich finde es richtig, dass die Daten nicht nur im Notfall genutzt werden, sondern auch sonst für mehr Verkehrssicherheit und Verkehrssteuerung eingesetzt werden. -[q12b_4] Ich finde es gut, wenn der Autohersteller laufend Fahrzeugdaten erhält, um mich auf Wartungen und notwendige Reparaturen hinzuweisen. -[q12b_5] Wenn ich dadurch Prämien einsparen kann, habe ich nichts dagegen, wenn mein Versicherer Daten über die laufende Fahrzeugnutzung erhält. -[q12b_6] Meine Fahrzeug-Nutzungs-Daten gehören mir. Ich will selbst bestimmen, wem sie zugänglich werden. -[q12b_7] Im Sinne des öffentliches Interesses ist es richtig, dass die Fahrzeugdaten für die Verkehrssicherheit und Verkehrssteuerung erfasst werden. <5> Ich stimme voll und ganz zu <4> Ich stimme eher zu <3> Ich stimme teils zu, teils nicht <2> Ich stimme eher nicht zu <1> Ich stimme überhaupt nicht zu Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 82
Fragebogen Typisierung [q14] Inwiefern stimmen Sie den folgenden Aussagen zu? -[q14_1] Für mich ist der Schutz meiner Privatsphäre ein wichtiges Thema. -[q14_2] Ich mache mir große Sorgen über Datenmissbrauch und Verletzungen der Privatsphäre. -[q14_3] Ich bin sehr wählerisch wem und wofür ich meine persönlichen Daten weitergebe. -[q14_4] Wenn ich persönliche Daten freigebe, habe ich immer Angst, dass diese an Dritte verkauft werden und ich später zu Werbezwecken kontaktiert werde. -[q14_5] Missachtung des Datenschutzes und das Verletzten der Privatsphäre sollten in stärkerem Maße geahndet werden. -[q14_6] In Bezug auf Datenschutz vertraue ich Unternehmen, zu denen ich eine enge Beziehung als Partner oder Kunde habe. -[q14_7] Wenn Unternehmen individualisierte Leistungen anbieten wollen, dann benötigen sie dafür persönliche Daten. Für mich ist das in Ordnung und ich möchte von solchen Dienstleistungen profitieren. -[q14_8] In einer globalisierten und vernetzten Welt ist es für mich fast unmöglich geworden, die Verbreitung meiner persönlichen Daten zu kontrollieren <5> Ich stimme voll und ganz zu <4> Ich stimme eher zu <3> Ich stimme teils zu, teils nicht <2> Ich stimme eher nicht zu <1> Ich stimme überhaupt nicht zu Schadensabwicklung [q14a] Hatten Sie in den vergangenen 5 Jahren einen Unfallschaden mit Ihrem Pkw? <1> Ja, er wurde anschließend repariert <2> Ja, aber er wurde nicht repariert <3> Nein <888> Weiß nicht, kann ich nicht sagen <777> Keine Angabe Filter: falls q14a=1 (Ja) [q14b] Wie wurde die Reparatur beglichen? <1> Ich habe selbst bezahlt <2> Meine eigene Versicherung hat bezahlt <3> Die Versicherung des Unfallgegners hat bezahlt <4> Jemand anderes hat bezahlt <888> Weiß nicht, kann ich nicht sagen <777> Keine Angabe Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 83
Fragebogen Filter: falls q14a=1 (Ja) [q14c] Wo fand die Reparatur statt? <1> Werkstatt des Herstellers meines/meiner Pkw <2> Werkstattkette (z.B. ATU, Pitstop etc.) <3> Spezialwerkstatt (z.B. Reifenservice wie Vergölst, Autoelektrik wie Bosch, Autoglas wie Carglass etc.) <4> Freie Autowerkstatt <5> Karosseriewerkstatt, Autolackiererei <555> Sonstige: ______________ <888> Weiß nicht mehr <777> Keine Angabe Filter: falls q14a=1 (Ja) [q14d] Wer hat die Werkstatt ausgewählt? <1> Ich selbst <2> Die Versicherung <3> Sonstiger <888> Weiß nicht mehr <777> Keine Angabe Filter: falls q14a=1 (Ja) [q14e] Wie zufrieden waren Sie mit der Reparatur? <5> Voll und ganz zufrieden <4> Eher zufrieden <3> Teils-teils <2> Eher nicht zufrieden <1> Überhaupt nicht zufrieden <777> Keine Angabe Filter: falls q14a=1 (Ja) [q14f] Haben Sie vor der Reparatur Kontakt zu Ihrem Versicherer oder zu dem Versicherer Ihres Gegners aufgenommen? <1> Ja <2> Nein <888> Weiß nicht mehr <777> Keine Angabe Filter: falls q14f=2 (Nein) [q14g] Warum nicht? (offen) <888> Weiß nicht mehr <777> Keine Angabe Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 84
Fragebogen Filter: falls q14f=1 (Ja) [q14h] Wie erfolgte die Kontaktaufnahme? <1> Telefon <2> Fax, Brief <3> E-Mail, Online <4> App <5> Sonstiges <888> Weiß nicht mehr <777> Keine Angabe Filter: falls q14f=1 (Ja) [q14i] Haben Sie bei Ihrer bzw. der gegnerischen Versicherung Unterstützung für die Schadensabwicklung angefordert oder angenommen? <1> Ja <2> Nein <888> Weiß nicht mehr <777> Keine Angabe Filter: falls q14f=1 (Ja) [q14j] Wie zufrieden waren Sie mit dem Schadensmanagement durch die Versicherung? <5> Voll und ganz zufrieden <4> Eher zufrieden <3> Teils-teils <2> Eher nicht zufrieden <1> Überhaupt nicht zufrieden <888> Weiß nicht mehr <777> Keine Angabe Fahrzeugund Versicherungsstatistik [q15] Zum Schluss noch ein paar Fragen für unsere Statistik. Welche Marke hat das Auto mit dem Sie regelmäßig fahren? Wenn Sie mehr als einen Pkw regelmäßig nutzen, beziehen Sie sich bitte hier und in den folgenden Fragen auf den von Ihnen hauptsächlich genutzten Pkw. (Auflistung Automarken) <555> Sonstige: ______________________ <888> Weiß nicht <777> Keine Angabe Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 85
Fragebogen [q16] Welcher Fahrzeugklasse würden Sie Ihren (hauptsächlich genutzten) Pkw zuordnen? <1> Kleinstwagen/Minis (z.B. …) <2> Kleinwagen (z.B. …) <3> Kompaktklasse (z.B. …) <4> Mittelklasse (z.B. …) <5> Obere Mittelklasse (z.B. …) <6> Oberklasse (z.B. …) <7> Sportwagen (z.B. …) <8> Van (z.B. …) <9> SUV (z.B. …) <888> Weiß nicht <777> Keine Angabe [q17] Wie alt ist Ihr (hauptsächlich genutzter) Pkw? Wenn Sie es nicht genau wissen, schätzen Sie bitte! ____ Jahre <888> Weiß nicht <777> Keine Angabe [q18] Wie viele Kilometer legen Sie in etwa pro Jahr in Ihrem (hauptsächlich genutzten) Pkw zurück? <1> Weniger als 5.000 km/Jahr <2> 5.000 bis unter 10.000 km/Jahr <3> 10.000 bis unter 15.000 km/Jahr <4> 15.000 bis unter 20.000 km/Jahr <5> 20.000 bis unter 30.000 km/Jahr <6> 30.000 km/Jahr und mehr <888> Weiß ich nicht <777> Keine Angabe [q19] Haben Sie den (hauptsächlich genutzten) Pkw gebraucht oder neu erworben? <1> Neu <2> Gebraucht <888> Weiß nicht <777> Keine Angabe [q19a] Wie haben Sie den Pkw finanziert? <1> Barzahlung <2> Finanzierung <3> Leasing <888> Weiß nicht <777> Keine Angabe Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 86
Fragebogen Filter: falls q19a=2 (Finanzierung) [q19b] War die Finanzierung Ihres Pkw Teil eines Mobilitätspakets? <1> Ja <2> Nein <888> Weiß nicht <777> Keine Angabe Filter: falls q19b=1 (Ja) [q19c] Beinhaltete dieses Mobilitätspaket auch eine Kfz-Versicherung? <1> Ja <2> Nein <888> Weiß nicht <777> Keine Angabe Filter: falls q19a=2 oder 3 (Finanzierung oder Leasing) [q19d] Über welche Institution wurde der Pkw finanziert bzw. geleast? <1> Autobank des Herstellers <2> Anderes Kreditinstitut <3> Familie, Freunde oder andere <888> Weiß nicht <777> Keine Angabe [q24] Welche Kaskoversicherung hat dieses Auto? <1> Teilkaskoversicherung <2> Vollkaskoversicherung <3> Keine Kaskoversicherung <888> Weiß nicht, kann ich nicht sagen <777> Keine Angabe [q25] Bei welcher Versicherungsgesellschaft ist Ihr Kfz versichert? (Auflistung Versicherungen) <555> Sonstige: _________________ <888> Weiß nicht, kann ich nicht sagen <777> Keine Angabe [q25a] Wo haben Sie die Versicherung abgeschlossen? <1> Autohaus/Händler <2> Außendienst der Versicherung <3> Versicherungsmakler <4> Internet: Website der Versicherung <5> Internet: Versicherungsvergleichsportal <555> Sonstiges <888> Weiß nicht, kann ich nicht sagen <777> Keine Angabe Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 87
Fragebogen [q25b] Haben Sie mit Ihrem Kfz-Versicherer vereinbart, dass im Schadensfall eine Werkstatt für Sie bestimmt wird (so genannter Werkstattbindungsvertrag)? <1> Ja <2> Nein <888> Weiß nicht, kann ich nicht sagen <777> Keine Angabe Werkstattnutzung [q20] Welche der folgenden Werkstätten haben Sie innerhalb der vergangenen 12 Monate genutzt? <1> Werkstatt des Herstellers meines/meiner Pkw <2> Werkstattkette (z.B. ATU, Pitstop etc.) <3> Spezialwerkstatt (z.B. Reifenservice wie Vergölst, Autoelektrik wie Bosch, Autoglas wie Carglass etc.) <4> Freie Autowerkstatt <5> Karosseriewerkstatt, Autolackiererei <555> Sonstige: ______________ <888> Weiß nicht mehr #exklusiv Filter: falls mehr als 1 Antwort in q20 genannt Nur Antworten einblenden, die in q20 genannt wurden [q20_1] Und welche der dieser Werkstätten haben Sie zuletzt genutzt? <1> Werkstatt des Herstellers meines/meiner Pkw <2> Werkstattkette (z.B. ATU, Pitstop etc.) <3> Spezialwerkstatt (z.B. Reifenservice wie Vergölst, Autoelektrik wie Bosch, Autoglas wie Carglass etc.) <4> Freie Autowerkstatt <5> Karosseriewerkstatt, Autolackiererei <555> Einblendung <555> aus q20 <888> Weiß nicht mehr Filter: falls q20≠888 [q20a] Was war der Grund Ihres letzten Werkstattbesuchs? <1> Inspektion, Kundendienst <2> Wartungsarbeiten und einfache Serviceleistungen inkl. Reifenwechsel (einfache Servicearbeiten, z.B. Austausch der Batterie, Wechsel der Scheibenwischerblätter, Kühlmittel etc., inkl. Reifenwechsel) <3> Verschleißreparaturen (z.B. Bremsbeläge, elektrische Anlagen, Motor etc.) <4> (Unfall-)Reparatur (inkl. Glasund Blechschäden) <555> Sonstige <888> Weiß nicht <777> Keine Angabe Der vernetzte Autofahrer - Prof. Horst Müller-Peters - Januar 2013 88