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Von Bedürfnissen zu Angeboten Bedarfserhebung für die offene Jugendarbeit Wiedikon Projektzeitraum von 01.2025 bis 08.2025 Arno Seibold Hochschule Luzern – Soziale Arbeit Studienrichtung Soziokultur Begleitperson: Thomas Steiner Eingereicht am: 10.09.2025 Diese Arbeit wurde am 10.09.2025 an der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit eingereicht. Für die inhaltliche Richtigkeit und Vollständigkeit wird durch die Hochschule Luzern keine Haftung übernommen. Studierende räumen der Hochschule Luzern Verwendungsund Verwertungsrechte an ihren im Rahmen des Studiums verfassten Arbeiten ein. Das Verwendungsund Verwertungsrecht der Studierenden an ihren Arbeiten bleibt gewahrt (Art. 34 der Studienordnung). Studentische Arbeiten der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit werden unter einer Creative Commons Lizenz im Repositorium veröffentlicht und sind frei zugänglich.
09-2022 Originaldokument gespeichert auf LARA – Lucerne Open Access Repository and Archive der Zentralund Hochschulbibliothek Luzern Urheberrechtlicher Hinweis: Dieses Werk ist unter einem Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle NutzungKeine Bearbeitung 3.0 Schweiz (CC BY-NC-ND 3.0 CH) Lizenzvertrag lizenziert. Um die Lizenz anzuschauen, gehen Sie bitte zu https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/ch Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder Medium vervielfältigen und weiterverbreiten. Zu den folgenden Bedingungen: Namensnennung — Sie müssen angemessene Urheberund Rechteangaben machen, einen Link zur Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Diese Angaben dürfen in jeder angemessenen Art und Weise gemacht werden, allerdings nicht so, dass der Eindruck entsteht, der Lizenzgeber unterstütze gerade Sie oder Ihre Nutzung besonders. Nicht kommerziell — Sie dürfen das Material nicht für kommerzielle Zwecke nutzen. Keine Bearbeitungen — Wenn Sie das Material remixen, verändern oder darauf anderweitig direkt aufbauen dürfen Sie die bearbeitete Fassung des Materials nicht verbreiten. Keine weiteren Einschränkungen — Sie dürfen keine zusätzlichen Klauseln oder technische Verfahren einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen, was die Lizenz erlaubt. Jede der vorgenannten Bedingungen kann aufgehoben werden, sofern Sie die Einwilligung des Rechteinhabers dazu erhalten. Diese Lizenz lässt die Urheberpersönlichkeitsrechte nach Schweizer Recht unberührt. Eine ausführliche Fassung des Lizenzvertrags befindet sich unter https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/ch/legalcode.de
Arno Seibold Modul 201 Bedarfserhebung III Inhalt Abbildungsverzeichnis ......................................................................................................................... IV Abstract ............................................................................................................................................... 5 Ausgangslage & Situationsanalyse ........................................................................................................ 6 Handlungsbedarf & Umsetzungsstrategie .............................................................................................. 7 Handlungsbedarf .............................................................................................................................. 7 Umsetzungsstrategie ........................................................................................................................ 8 Darstellung der Ziele ............................................................................................................................. 9 Vision /Fernziel ....................................................................................................................... 9 Hauptziel ................................................................................................................................ 9 Wirkungsziele ....................................................................................................................... 10 Leistungsziele ....................................................................................................................... 10 Zielbaum ........................................................................................................................................ 12 Adressat:innen / Zielgruppe ................................................................................................................ 12 Aufbauund Ablauforganisation .......................................................................................................... 13 Aufbauorganisation ......................................................................................................................... 13 Ablauforganisation .......................................................................................................................... 14 Umsetzungsverlauf............................................................................................................................. 16 Evaluation .......................................................................................................................................... 18 Evaluationsmethoden ..................................................................................................................... 18 Evaluationsdimensionen und Ergebnisse ......................................................................................... 19 Zielerreichung in Bezug auf Methodenwahl ............................................................................ 19 Analyse der Prozessqualität .................................................................................................. 19 Bewertung der Umsetzbarkeit der Handlungsempfehlungen ................................................... 21 Partizipation der Jugendlichen ............................................................................................... 21 Rückmeldungen von beteiligten Adressat:innen sowie Expert:innen ....................................... 22 Aufbau/Ablauforganisation .................................................................................................... 23 Fokus Soziokultur.................................................................................................................. 24 Finanzen/Effizienz ................................................................................................................. 25 Reflexion ............................................................................................................................................ 27 Nachhaltigkeit .................................................................................................................................... 28 Quellen .............................................................................................................................................. 31 Anhang .............................................................................................................................................. 32 Fragenkatalog quantitative/qualitative Erhebung .............................................................................. 32
Arno Seibold Modul 201 Bedarfserhebung IV Abbildungsverzeichnis Abbildung 1 Titelbild, eigene Darstellung, Canva ............................................................... 1 Abbildung 2 Zielbaum, eigene Darstellung, Powerpoint ................................................... 12 Abbildung 3 Umsetzungsplan, eigene Darstellung, Excel ................................................. 16 Abbildung 4 Budgetplan, eigene Darstellung, Word ......................................................... 26
Arno Seibold Modul 201 Bedarfserhebung 5 Abstract Im Rahmen des Praxisprojekts in der Offenen Jugendarbeit Zürich (OJA-West) wurde im Jugendtreff Wiedikon eine lebensweltorientierte Situationsanalyse durchgeführt. Ziel war es, die Freizeitbedürfnisse der Jugendlichen im Einzugsgebiet der Schulhäuser Rebhügel und Ämtler B zu erheben sowie Nutzungshürden bestehender Angebote zu identifizieren. Hintergrund war die im Vergleich zum Jugendtreff Hard geringere Nutzung der Angebote in Wiedikon und der daraus resultierende Anpassungsbedarf. Zur Datenerhebung wurde ein Methodenmix aus quantitativen Umfragen mit 72 Jugendlichen, qualitativen Leitfadeninterviews mit Jugendlichen und Fachpersonen sowie einer Dokumentenanalyse eingesetzt. Die Ergebnisse zeigen, dass Angebote insbesondere dann genutzt werden, wenn sie niederschwellig, vielfältig und partizipativ gestaltet sind. Als zentrale Nutzungshürden erwiesen sich vor allem die mangelnde Bekanntheit sowie die begrenzte Angebotsvielfalt. Auf Basis dieser Erkenntnisse wurden praxisnahe Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung der Jugendarbeit im Jugendtreff Wiedikon abgeleitet (u. a. verbesserte Informationsund Sichtbarkeitsstrategie, partizipative Formate, kreative niederschwellige Angebote). Kritisch reflektiert wurde, dass die Partizipation der Jugendlichen überwiegend auf Mitsprache beschränkt blieb und echte Mitbestimmung noch ausbaufähig ist. Zudem zeigte der Projektverlauf, dass Flexibilität in der Planung und Durchführung notwendig war, um trotz einzelner Verzögerungen einen erfolgreichen Abschluss zu gewährleisten. Das Projekt verdeutlicht, dass die konsequente Einbindung der Jugendlichen als Expert:innen ihrer Lebenswelt sowie eine klare strategische Weiterentwicklung der Angebotsstruktur entscheidend für die nachhaltige Stärkung der Offenen Jugendarbeit in Wiedikon sind.
Arno Seibold Modul 201 Bedarfserhebung 6 Ausgangslage & Situationsanalyse Das Praxisprojekt wurde im Rahmen der Offenen Jugendarbeit Zürich (OJA-West) im Jugendtreff Wiedikon durchgeführt. Die Praxisorganisation verfolgt den Auftrag, Jugendliche in ihrer persönlichen und sozialen Entwicklung zu unterstützen, ihre gesellschaftliche Teilhabe zu fördern und ihnen Räume zur Freizeitgestaltung, Begegnung und Partizipation zu eröffnen. Der Jugendtreff Wiedikon wird seit geraumer Zeit nur wenig von Jugendlichen besucht. Während die Angebote des Jugendtreff Hard – ebenfalls Teil der OJA-West und in einem angrenzenden Sozialraum gelegen – von Jugendlichen deutlich stärker wahrgenommen und genutzt werden, bleiben die Besucher:innenzahlen im Jugendtreff Wiedikon vergleichsweise gering. Diese Diskrepanz deutet darauf hin, dass die bestehenden Angebote die Interessen und Bedürfnisse der Jugendlichen im Einzugsgebiet der Schulhäuser Rebhügel und Ämtler B nur unzureichend abdecken. Der konkrete Anlass für mein Projekt entstand aus der Frage, wie die Offene Jugendarbeit im Quartier Wiedikon bedarfsgerechter und wirksamer gestaltet werden könnte. Im Austausch mit meinem Stellenleiter der Praxisorganisation sowie meinem Mentor an der Hochschule Luzern entwickelte sich die Idee, eine lebensweltorientierte Situationsanalyse und Bedarfserhebung durchzuführen. Dabei stand nicht ein expliziter Auftrag seitens der Praxisorganisation im Vordergrund, sondern vielmehr ein gemeinsames Interesse daran, mehr über die tatsächlichen Bedürfnisse der Jugendlichen zu erfahren und diese Erkenntnisse als Grundlage für die Weiterentwicklung der Jugendarbeit im Jugendtreff Wiedikon zu nutzen. Die demografische Entwicklung unterstreicht die Relevanz dieser Fragestellung: Im Quartier Alt-Wiedikon wird bis 2027 ein Anstieg der 10bis 19-Jährigen um 12.9 % erwartet (Statistik Stadt Zürich, 2023). Damit wächst die Zielgruppe der Offenen Jugendarbeit im Quartier, was den Bedarf nach passgenauen, niederschwelligen und partizipativ entwickelten Angeboten zusätzlich erhöht.
Arno Seibold Modul 201 Bedarfserhebung 7 Das Projekt versteht sich somit als eine Grundlage für die strategische Weiterentwicklung der Offenen Jugendarbeit in Wiedikon. Es verknüpft die lebensweltorientierte Analyse der Jugendlichen mit dem Anspruch, Räume für Teilhabe, Selbstbestimmung und Begegnung zu schaffen, und liefert praxisnahe Handlungsempfehlungen für die zukünftige Ausrichtung des Jugendtreffs. Hinweis: Da das Hauptziel meines Projekts in der Durchführung einer umfassenden Situationsanalyse und Bedarfserhebung für die Offene Jugendarbeit Wiedikon besteht, kann an dieser Stelle keine klassische, bereits abgeschlossene Situationsanalyse vorweggenommen werden. Die eigentliche Analyse erfolgt im Rahmen des Projekts selbst und bildet das zentrale methodische Element. Folglich wird in diesem Abschnitt daher ausschliesslich die Ausgangslage beschrieben und der Anlass für das Projekt erläutert. Die detaillierten Ergebnisse der Situationsanalyse werden im weiteren Verlauf des Berichts systematisch aufgearbeitet und dargestellt. Handlungsbedarf & Umsetzungsstrategie Handlungsbedarf Die vergleichsweise geringe Nutzung der Angebote in Wiedikon im Gegensatz zum Jugendtreff Hard macht deutlich, dass für die OJA-West ein Anpassungsbedarf besteht. Die bisherigen Angebote greifen die vielfältigen Wünsche und Lebenslagen der Jugendlichen im Einzugsgebiet nicht ausreichend auf und müssen daher weiterentwickelt werden. Dies zeigt sich nicht nur in meinen eigenen Beobachtungen, sondern lässt sich auch fachlich begründen: Sturzenhecker (2005) betont, dass Offene Jugendarbeit nur dann nachhaltig wirken kann, wenn sie an den Interessen und Lebenswelten der Jugendlichen anknüpft und für unterschiedliche Gruppen tatsächlich zugänglich ist (S. 2–3). Daraus folgt, dass offene Angebote kontinuierlich weiterentwickelt und am realen Bedarf ausgerichtet werden müssen, um Selbstbestimmung, gesellschaftliche Teilhabe und individuelle Entwicklungschancen zu ermöglichen (ebd.).
Arno Seibold Modul 201 Bedarfserhebung 8 Das Prinzip der Offenheit ist dabei zentral: Es sichert allen Jugendlichen – unabhängig von sozialer, kultureller oder religiöser Herkunft – Zugang zu den Angeboten, ohne dass bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden müssen. Offenheit bedeutet zugleich, dass Angebote niederschwellig, flexibel und vielfältig gestaltet sind und somit auf unterschiedliche Bedürfnisse und Lebenslagen eingehen können. Sie umfasst auch die Offenheit gegenüber neuen Ideen sowie die Bereitschaft, Angebote und Prozesse gemeinsam mit Jugendlichen weiterzuentwickeln. Nur so können Beteiligung ermöglicht, Exklusion vermieden und echte Teilhabe gefördert werden (DOJ 2007, S. 2f.). Offenheit ist damit sowohl ein strukturelles als auch inhaltliches Leitprinzip, das kontinuierliche Anpassung und Weiterentwicklung erfordert. Mein Praxisprojekt setzte genau hier an: Die Jugendlichen sollten konsequent als Expert:innen ihrer eigenen Interessen ernst genommen und in Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Daraus ergab sich aus fachlicher Sicht ein klarer Handlungsauftrag, die Angebotsstruktur in Wiedikon weiterzuentwickeln und stärker an den Bedürfnissen der Jugendlichen auszurichten. Umsetzungsstrategie Die Umsetzungsstrategie meines Projekts zielte darauf ab, die Bedürfnisse, Interessen und Nutzungshürden der Jugendlichen in Wiedikon möglichst umfassend zu erfassen. Dafür wählte ich einen Methodenmix aus quantitativen Umfragen, qualitativen Leitfadeninterviews und einer ergänzenden Dokumentenanalyse. Die Auswahl und Kombination von qualitativen und quantitativen Methoden im sozialwissenschaftlichen Kontext, lässt sich mit dem Ansatz der Methoden-Triangulation begründen (Flick, 2011). Ziel ist es, verschiedene Perspektiven und Datenquellen miteinander zu verbinden, um die Aussagekraft und Übertragbarkeit der Ergebnisse zu erhöhen. Mayring (2016) betont, dass vor allem in der Bedarfsforschung mit Jugendlichen die Verbindung von standardisierten Umfragen und leitfadengestützten Interviews besonders geeignet ist, weil dadurch sowohl statistische Trends als auch individuelle Sichtweisen sichtbar werden.
Arno Seibold Modul 201 Bedarfserhebung 9 Die Umfragen ermöglichten es, innerhalb kurzer Zeit viele Jugendliche einzubeziehen und Muster im Freizeitverhalten, in der Wahrnehmung bestehender Angebote sowie bei Nutzungshürden sichtbar zu machen (Mayring, 2016, S. 67). Ergänzend gaben Leitfadeninterviews mit Jugendlichen und Fachpersonen vertiefte Einblicke in deren Sichtweisen und Erfahrungen. Der Leitfaden half, die zentralen Themen im Blick zu behalten, liess aber auch Raum für neue oder unerwartete Aspekte. Dadurch sollten konkrete Erfahrungen, Bedürfnisse und wahrgenommene Barrieren der Jugendlichen und Fachpersonen sichtbar gemacht werden. Die Verbindung der beiden Methoden erlaubte es, über statistische Muster hinaus auch persönliche Erfahrungen und Einschätzungen einzubeziehen (Lamnek & Krell, 2016, S. 261– 263). Die Dokumentenanalyse ergänzte diesen Methodenmix, indem sie subjektive Einschätzungen mit objektiven Angebotsund Nutzungsdaten verknüpfte. Insgesamt sollte so eine fundierte Grundlage für praxisnahe Handlungsempfehlungen entstehen. Darstellung der Ziele Die Ziele bildeten den Drehund Angelpunkt des Projekts und zeigen auf, welche Wirkungen erzielt und welche Leistungen im Rahmen des Projekts erbracht werden sollten. Sie wurden aus der Ausgangslage und dem erkannten Handlungsbedarf abgeleitet und wurden in einer Zielhierarchie strukturiert. Vision /Fernziel Die langfristige Vision des Projekts ist es, die Lebensqualität von Jugendlichen im Quartier Wiedikon zu verbessern, indem in Zusammenarbeit mit ihnen bedarfsgerechte, partizipative und niederschwellige Freizeitangebote entwickelt werden, die ihre aktive Teilhabe und Selbstbestimmung fördern. Hauptziel Das Hauptziel des Projekts war es, die aktuellen Bedürfnisse der Jugendlichen im Hinblick auf ihre Freizeitgestaltung sowie ihre Wahrnehmung und Nutzung der Offenen Jugendarbeit im
Arno Seibold Modul 201 Bedarfserhebung 16 Diese geplante Struktur sollte einen methodisch fundierten, nachvollziehbaren und zielgerichteten Projektverlauf ermöglichen. Im nächsten Kapitel wird erläutert, inwiefern der geplante Ablauf eingehalten werden konnte und welche Anpassungen im Projektverlauf notwendig wurden. Umsetzungsverlauf Zu Beginn bestand eine andere Projektidee, bevor die Entscheidung getroffen wurde, stattdessen eine lebensweltorientierte Bedarfserhebung durchzuführen. Daher wurde das Projektkonzept später als ursprünglich vorgesehen fertiggestellt und konnte erst im April 2025 abgeschlossen werden. Im Mai 2025 wurden die quantitativen Umfragen in den Klassen des Schulhauses Rebhügel durchgeführt. Der Kontakt zu den Lehrpersonen wurde über die Schulleitung des Rebhügels hergestellt. Die Kommunikation und Terminfindung mit den Lehrpersonen verlief dabei sehr unkompliziert und effizient, sodass die Umfragen in einer 1., 2. und 3. Sekundarklasse wie geplant durchgeführt werden konnten. Die Schulleitung stellte darüber hinaus den Kontakt zur Fachperson der ausserschulischen Betreuung des Schulhauses Rebhügel her, mit der Abbildung 3 Umsetzungsplan
Arno Seibold Modul 201 Bedarfserhebung 17 Anfang Juni ein Leitfadeninterview geführt wurde. Auch hier verlief die Abstimmung zur Terminfindung reibungslos. Bereits vor den Frühlingsferien (16. April 2025) wurde die Schulleiterin des Schulhauses Ämtler B kontaktiert, um auch dort Umfragen in den Klassen durchführen zu können. Da auf diese Anfrage über mehrere Wochen keine direkte Rückmeldung erfolgte, wurde nach den Ferien erneut nachgefragt. Da weiterhin keine konkrete Antwort kam, zog sich die Terminfindung über mehrere Wochen. Im Juni wurde daher entschieden, direkt mit der Fachperson der ausserschulischen Betreuung des Schulhauses Ämtler B Kontakt aufzunehmen, um die Umfragen dort durchzuführen. Die Abstimmung mit der Fachperson verlief unkompliziert, sodass zwei Termine vereinbart wurden, um die Umfragen im Mittagshort der Oberstufe des Schulhauses Ämtler B durchzuführen. Vor Ort konnte zudem direkt ein Leitfadeninterview mit der Fachperson durchgeführt werden. Durch die verzögerte Rückmeldung und die angepasste Durchführung im Mittagshort verlängerte sich die gesamte Umsetzungsphase bis in den Juni hinein. Im Juni wurden ausserdem die geplanten Leitfadeninterviews mit den Jugendlichen durchgeführt, darunter ein Interview mit einem 15-jährigen Sekundarschüler aus Wiedikon, der selbst den Jugendtreff Wiedikon nicht nutzt, aber andere Angebote wie das Tonstudio besucht, sowie ein Gruppeninterview mit drei Schülern der 1. Sekundarschule des Schulhauses Rebhügel. Parallel dazu wurde im Mai und Juni die geplante Dokumentenanalyse durchgeführt. Dabei wurden die Angebote sowie relevante Indikatoren zur Nutzung und Angebotsvielfalt des Jugendtreff Wiedikon und des Jugendtreff Hard/Kreis 9 über die letzten drei Jahre hinweg verglichen. Aus dieser Analyse wurden Hypothesen zu Unterschieden in der Wahrnehmung und Nutzung der Angebote abgeleitet. Anschliessend war ich bis Ende Juni und Anfang Juli mit der Auswertung aller erhobenen quantitativen und qualitativen Daten beschäftigt und erstellte eine Übersicht der Ergebnisse. Anfang Juli begann ich damit, auf Grundlage dieser Ergebnisse Handlungsempfehlungen für die Praxisorganisation abzuleiten und zu formulieren. Diese wurden in der Praxisorganisation
Arno Seibold Modul 201 Bedarfserhebung 18 vorgestellt und gemeinsam besprochen, um im weiteren Verlauf mögliche nächste Schritte und eine praxisnahe Umsetzung zu prüfen. Parallel dazu begann ich mit der Erstellung des Projektberichts, der im Verlauf des Monats Juli fertiggestellt werden sollte. Evaluation Die Evaluation diente dazu, die angestrebten Ziele sowie den Verlauf des Projekts systematisch zu überprüfen. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob die erhobenen Bedürfnisse sowie Nutzungshürden der Jugendlichen erkannt und darauf aufbauend praxisnahe Handlungsempfehlungen entwickelt werden konnten. Grundlage war ein mehrdimensionales Evaluationskonzept, das die Zielerreichung, die Qualität der Umsetzung, die Umsetzbarkeit der Empfehlungen sowie die Partizipation der Jugendlichen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Zur Überprüfung wurden die erhobenen Daten aus Umfragen, Interviews und der Dokumentenanalyse ausgewertet und im Abgleich mit den ursprünglich gesetzten Zielen bewertet. Ergänzend wurden Rückmeldungen von Beteiligten zum Vorgehen sowie der Methodik reflektiert. Evaluationsmethoden Das Evaluationsdesign ist mehrdimensional angelegt und umfasst die folgenden Kernbereiche: • Auswertung der quantitativen Umfragen in Bezug auf Zielerreichung • Auswertung der qualitativen Interviews in Bezug auf Zielerreichung • Auswertung der Dokumentenanalyse in Bezug auf Zielerreichung • Auswertung der Rückmeldungen der Beteiligten • Auswertung der Kommunikation mit den Beteiligten
Arno Seibold Modul 201 Bedarfserhebung 19 Evaluationsdimensionen und Ergebnisse Zielerreichung in Bezug auf Methodenwahl Leitfrage Wurden die Projektziele – insbesondere die Erhebung der Bedürfnisse und Hürden der Jugendlichen sowie die Ableitung relevanter Handlungsempfehlungen – mit den gewählten Methoden erreicht? Indikatoren & Ergebnisse Die geplanten Umfragen und Interviews konnten wie vorgesehen durchgeführt werden. Dabei wurde der Bedarf der Jugendlichen nach Freizeitangeboten sichtbar gemacht und es konnten zentrale Nutzungshürden identifiziert werden. Durch die Kombination qualitativer und quantitativer Methoden gelang es, sowohl allgemeine Tendenzen als auch individuelle Sichtweisen aufzuzeigen. Auf dieser Basis konnten praxisnahe Handlungsempfehlungen abgeleitet werden, die an den im Projekt gesetzten Zielen orientiert sind. Damit wurden das Hauptziel sowie die Leistungsziele erreicht: Die Erhebungen fanden wie geplant statt, die Bedürfnisse der Jugendlichen wurden erfasst und konkrete Empfehlungen für die Praxis entwickelt. Die Wirkungsziele wurden teilweise erreicht: Während die Nutzungshürden klar benannt und transparent gemacht werden konnten, steht die praktische Umsetzung der Handlungsempfehlungen im Alltag der Offenen Jugendarbeit noch aus und kann daher zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschliessend bewertet werden. Analyse der Prozessqualität Leitfrage Wie effizient und flexibel verlief der Projektprozess insbesondere im Hinblick auf Zeitplanung, Umgang mit Verzögerungen und Kommunikation? Indikatoren & Ergebnisse Als Projektleitung war für mich der Prozess insgesamt sehr lehrreich, aber auch herausfordernd. Die ursprüngliche Projektidee musste zu Beginn angepasst werden, was dazu führte, dass ich das Konzept später als geplant fertigstellte. Diese Anpassungsfähigkeit
Arno Seibold Modul 201 Bedarfserhebung 20 im Projektstart war wichtig, um eine realistische und praxisnahe Umsetzung zu gewährleisten. Die Kommunikation mit den Stakeholdern verlief unterschiedlich: Mit der Schulleitung des Rebhügels konnte ich eine unkomplizierte und wertschätzende Zusammenarbeit erleben. Dies ermöglichte mir, schnell Termine mit den Lehrpersonen zu finden. Die engagierte und hilfsbereite Haltung der Schulleitung hat mich motiviert und die geplanten Umfragen konnten effizient umgesetzt werden. Auch die Lehrpersonen reagierten offen und unterstützend. Demgegenüber gestaltete sich die Kontaktaufnahme mit der Schulleitung des Ämtler B herausfordernd, da Rückmeldungen lange ausblieben. Ich entschied mich daher proaktiv, die Fachperson der ausserschulischen Betreuung direkt zu kontaktieren. Diese Entscheidung stellte eine wichtige Anpassung im Projekt dar, um die geplanten Umfragen dennoch durchführen zu können. Erst nach dieser direkten Kontaktaufnahme konnte die Umfrage dort realisiert werden. Die Flexibilität, meinen ursprünglichen Plan zu verändern, war entscheidend für den Projekterfolg. Im Verlauf des Projekts lernte ich, dass persönliche Kontaktaufnahme oft effektiver ist als wiederholte schriftliche Anfragen. Zudem war es wichtig, Geduld und Durchhaltevermögen zu zeigen, wenn Rückmeldungen auf sich warten liessen, und gleichzeitig andere Projektteile voranzutreiben, um den Zeitplan möglichst einzuhalten. Der Zeitplan konnte bis zur Datenerhebung weitgehend eingehalten werden. Die verspätete Kommunikation mit der Schulleitung des Ämtler B führte jedoch dazu, dass sich die Auswertung der Befragungen und die Ableitung der Handlungsempfehlungen bis Mitte Juli verzögerten. Zu diesem Zeitpunkt befand sich ein grosser Teil des OJA-West-Teams bereits in den Sommerferien, sodass keine umfassende Vorstellung der Ergebnisse im Team möglich war. Insgesamt hat mich die Projektleitung in meiner Fähigkeit zur eigenständigen Organisation, zur lösungsorientierten Kommunikation mit verschiedenen Akteur:innen und zur Flexibilität in der Prozessgestaltung gestärkt.
Arno Seibold Modul 201 Bedarfserhebung 21 Bewertung der Umsetzbarkeit der Handlungsempfehlungen Leitfrage Sind die entwickelten Empfehlungen realistisch, praxisnah und für die OJA-West umsetzbar? Indikatoren & Ergebnisse In einem ersten Schritt habe ich, basierend auf den Ergebnissen der Bedarfserhebung, bereits einige Handlungsempfehlungen formuliert und einem Teil des Teams während den Sommerferien präsentiert. Aufgrund der Ferienzeit war jedoch nur ein Teil des Teams verfügbar, sodass eine umfassende Diskussion im gesamten OJA-West-Team noch nicht stattfinden konnte. Nach den Sommerferien, Anfang September, habe ich deshalb einen Workshop geleitet, bei dem ich die Ergebnisse präsentierte und im Anschluss gemeinsam mit dem Team Handlungsmöglichkeiten entwickelte. Dieses Vorgehen sollte sicherstellen, dass die Empfehlungen nicht nur auf meiner Analyse beruhen, sondern auch im Team breit abgestützt und praxisnah ausgestaltet werden. Die methodische Aufbereitung und die gemeinsame Erarbeitung von Empfehlungen wurden vom Team sehr positiv aufgenommen. Die Rückmeldungen waren durchwegs ermutigend, und das Team bewertete den Workshop als sehr gelungen. Zum Zeitpunkt der Abgabe des Projektberichts konnten die im Workshop entwickelten Massnahmen jedoch noch nicht umgesetzt werden, sodass ihre Wirksamkeit bislang nicht überprüft werden konnte. Partizipation der Jugendlichen Leitfrage Wie aktiv und mit welcher Qualität wurden Jugendliche in die Projektarbeit einbezogen? Indikatoren & Ergebnisse Partizipation ist ein zentrales Prinzip der Offenen Kinderund Jugendarbeit und Grundlage für demokratische Bildung und Empowerment (Uhlig, 2017, S. 10). Zur praxisnahen Orientierung dient häufig das Stufenmodell nach Hart (1992), das in der Schweiz durch die OKJA und insbesondere durch den DOJ verwendet wird (Dachverband offene Jugendarbeit Schweiz, 2019, S. 6–7). Dieses Modell unterscheidet zwischen verschiedenen Formen der Beteiligung:
Arno Seibold Modul 201 Bedarfserhebung 22 von Scheinpartizipation (z. B. Dekoration, Alibi-Partizipation) über Mitwirkung bis hin zu echter Mitbestimmung und Selbstorganisation (Uhlig, 2017, S. 12; DOJ, 2019, S. 7). Im Kontext der Offenen Jugendarbeit werden diese drei Hauptebenen betont: • Nicht-Partizipation: Jugendliche können nicht echt mitgestalten (z. B. Dekoration, Alibi-Partizipation). • Mitwirkung/Teilhabe: Jugendliche werden informiert, dürfen Meinungen äussern und Vorschläge machen; Entscheidungen treffen jedoch Erwachsene. • Mitbestimmung/Selbstorganisation: Jugendliche sind an Entscheidungsprozessen beteiligt bzw. übernehmen Verantwortung für Angebote (Dachverband offene Jugendarbeit Schweiz, 2019, S. 6–7). Die aktuelle Forschung und Praxis empfiehlt, Partizipation methodisch und strukturell im Alltag der Jugendarbeit gezielt auszubauen (Uhlig, 2017, S. 17). Im vorliegenden Praxisprojekt wurde vor allem die Stufe der Mitwirkung erreicht. Die Adressat:innen konnten in den Umfragen und Leitfadeninterviews ihre Sichtweisen und Wünsche einbringen. Diese Inputs bildeten die Grundlage der Handlungsempfehlungen. Eine tatsächliche Mitbestimmung im Sinne von gemeinsam getragenen Entscheidungen wurde noch nicht umgesetzt. Sie ist für die Weiterentwicklung der Angebote der Offenen Jugendarbeit in Wiedikon in den nachfolgenden Schritten jedoch fest eingeplant und wird für die nachhaltige Wirkung des Projekts als unabdingbar verstanden. Partizipation wird im Rahmen dieses Praxisprojekts somit als fortlaufender Entwicklungsprozess gesehen, bei dem die Jugendlichen Schritt für Schritt mehr Gestaltungsund Entscheidungsspielraum in Bezug auf die Angebote der offenen Jugendarbeit übertragen wird (Uhlig, 2017, S. 18; Dachverband offene Jugendarbeit Schweiz, 2019, S. 7). Rückmeldungen von beteiligten Adressat:innen sowie Expert:innen Ein zusätzlicher Bestandteil der Evaluation war das Einholen von Rückmeldungen von beteiligten Adressat:innen sowie von Fachpersonen, die im Projekt involviert waren oder das Vorgehen aus professioneller Sicht einschätzen konnten.
Arno Seibold Modul 201 Bedarfserhebung 23 In informellen Gesprächen äusserten die Jugendlichen, dass sie das Mitwirken an der Bedarfserhebung grundsätzlich interessant fanden. Sie nahmen die Möglichkeit wahr, eigene Sichtweisen einzubringen, und beteiligten sich motiviert an den Umfragen und Interviews. Einzelne Jugendliche gaben an, dass sie es ungewohnt fanden, in einem solchen Projekt nach ihrer Meinung gefragt zu werden, was jedoch ihr Interesse an der Teilnahme eher erhöhte. Diese Rückmeldungen lassen darauf schliessen, dass die Jugendlichen die Beteiligung nicht als selbstverständlich ansahen, sondern als eine Gelegenheit, ihre Perspektiven einzubringen. Auch die befragten Fachpersonen gaben in Gesprächen Rückmeldungen zum Vorgehen. Sie hoben die Relevanz der Erhebung hervor, da sie für die Weiterentwicklung der Offenen Jugendarbeit wichtige empirische Grundlagen liefert. Besonders positiv wurde die methodische Kombination von quantitativen und qualitativen Erhebungen bewertet, die es ermöglichte, unterschiedliche Perspektiven und Ebenen abzubilden. Kritisch reflektiere ich jedoch, dass ich dieses Feedback nicht systematisch dokumentiert habe. Die Rückmeldungen erfolgten überwiegend in informellen Gesprächen und wurden von mir aufgenommen, ohne sie schriftlich festzuhalten oder strukturiert auszuwerten. Für eine methodisch fundierte Evaluation wäre es notwendig gewesen, diese Stimmen systematisch zu erfassen, beispielsweise durch kurze schriftliche Rückmeldungen oder durch eine standardisierte Befragung der beteiligten Adressat:innen und Fachpersonen. So hätten die Einschätzungen gezielt in die Zielüberprüfung einfliessen können und die Evaluation wäre noch stärker auf empirischen Daten abgestützt gewesen. Aufbau/Ablauforganisation Die Aufbauorganisation war klar strukturiert: Ich übernahm die Projektleitung und erhielt Unterstützung durch die Praxisorganisation und punktuell durch eine unserer Praktikantinnen. Die Einbindung relevanter Stakeholder wie Lehrpersonen und Fachpersonen aus der ausserschulischen Betreuung war wertvoll, da sie die Durchführung der Befragungen ermöglichten. Kritisch zu sehen ist, dass die Jugendlichen selbst nicht in organisatorische
Arno Seibold Modul 201 Bedarfserhebung 24 Entscheidungen eingebunden waren – ihre Rolle blieb auf die Teilnahme als Befragte beschränkt. Die Ablauforganisation erachte ich als methodisch sinnvoll, jedoch wurde sie durch externe Faktoren beeinträchtigt. Vor allem die ausbleibenden Rückmeldungen der Schulleitung Ämtler B verzögerten den Prozess und machten die Abhängigkeit von Stakeholdern deutlich. Durch direkte Kontaktaufnahme mit Fachpersonen konnte ich den Ablauf sichern, dennoch kam es zu zeitlichen Verschiebungen. Daraus habe ich gelernt, dass verbindliche Absprachen und frühzeitige Einbindung der Stakeholder entscheidend sind, um Planungsund Prozesssicherheit zu gewährleisten. Fokus Soziokultur Die theoretischen Grundlagen der soziokulturellen Animation basieren massgeblich auf der Lebensweltorientierung von Hans Thiersch und dem sozialraumorientierten Ansatz nach Deinet. Thiersch (2015) versteht Soziale Arbeit grundsätzlich als alltagsorientierte Unterstützung: Es geht nicht darum, Jugendlichen Lösungen vorzugeben, sondern gemeinsam ihre Sichtweisen, Potenziale und Probleme in ihrem konkreten Alltag aufzunehmen und zum Ausgangspunkt für professionelle Begleitung zu machen. Lebensweltorientierung rückt die Subjektivität und die tatsächliche Lebensrealität der Jugendlichen ins Zentrum professionellen Handelns und versteht sich als Gegenentwurf zu einer Sozialarbeit „von oben”. Ergänzt wird dieses Verständnis durch den sozialraumorientierten Ansatz, der laut Deinet (2010) soziale Räume, Netzwerke und das Quartier als Ressourcen sichtbar macht und gezielt einbezieht. So wird Offene Jugendarbeit nicht isoliert als Angebot für Einzelne, sondern als Prozess im Kontext von Nachbarschaften, Peergroups und lokalen Institutionen verstanden. Ziel ist, dass Jugendliche vorhandene Ressourcen und Unterstützungssysteme wahrnehmen und aktiv an der Mitgestaltung ihres sozialen Umfelds teilhaben können. Das Projekt knüpfte unmittelbar an diese zentralen Prinzipien der Soziokulturellen Animation an. Die Jugendlichen wurden als Expert:innen ihrer eigenen Realität ernst genommen und ihre
Arno Seibold Modul 201 Bedarfserhebung 25 Sichtweisen bildeten die Basis der Analyse und der daraus entwickelten Handlungsempfehlungen für die OJA-West. Auf der Partizipationsstufe wurde im Praxisprojekt vor allem die Stufe der Mitwirkung erreicht. Jugendliche konnten ihre Sichtweisen einbringen, Entscheidungen über die Fokussierung der Handlungsempfehlungen blieben jedoch in einem ersten Schritt bei den Mitarbeitenden der OJA-West. Für die Weiterentwicklung der Angebote ist eine stärkere Mitbestimmung geplant, sodass Partizipation als kontinuierlicher Prozess verstanden wird, der Jugendlichen schrittweise mehr Verantwortung und Gestaltungsspielraum überträgt (Uhlig, 2017, S. 18; DOJ, 2019, S. 7). Auch die Niederschwelligkeit spielte eine wichtige Rolle: Die Erhebungen fanden direkt in den Schulen und im Umfeld der Jugendlichen statt, was einfache Zugänge ermöglichte. Niedrigschwellige Angebote sind nach dem DOJ (2007) entscheidend, um Exklusion zu vermeiden und eine breite Zielgruppe einzubeziehen. Meine Rolle als Projektleitung war vor allem eine moderierende Interventionsposition (Willener & Friz, 2019): Ich schuf Strukturen und Räume, in denen Jugendliche ihre Anliegen einbringen konnten, und verband ihre Perspektiven mit den Rahmenbedingungen der Praxisorganisation. Das Projekt diente somit nicht nur der empirischen Datenerhebung, sondern verband die Umsetzung grundlegender soziokultureller Prinzipien wie Lebensweltorientierung, Partizipation und Niederschwelligkeit – wenn auch mit unterschiedlichen Ausprägungen – im Arbeitsfeld der Offenen Jugendarbeit. Finanzen/Effizienz Budgetplat Der Budgetplan zeigt alle wesentlichen personellen und zeitlichen Aufwände, die im Rahmen der Durchführung des Projekts entstanden sind. Die Hauptkosten ergeben sich aus der Arbeitszeit der Projektleitung und der Praktikantin, ergänzt um den Aufwand für Planung,
Arno Seibold Modul 201 Bedarfserhebung 32 Anhang Fragenkatalog quantitative/qualitative Erhebung 1. Fragen für die Online-Umfrage (Quantitativ) Allgemeine Angaben • In welcher Klasse bist du? • Alter: - 12 - 13 - 14 - 15 - 16 • Geschlecht: - weiblich - männlich - divers - keine Angabe Freizeitverhalten 1. Wie verbringst du deine Freizeit nach der Schule am häufigsten? (Mehrfachwahl möglich) ☐ Zuhause chillen ☐ Freunde treffen ☐ Sport machen ☐ Zocken / Gamen ☐ Social Media / Handy ☐ Musik / Kreatives ☐ Vereinsaktivitäten ☐ Ich bin oft draussen unterwegs ☐ Anderes: ________ 2. Wie zufrieden bist du aktuell mit deinen Freizeitmöglichkeiten im Quartier? Skala 1–5 (1 = gar nicht zufrieden, 5 = sehr zufrieden) 3. Würdest du dir mehr Freizeitangebote für Jugendliche wünschen? ☐ Ja ☐ Nein ☐ Weiss nicht 4. Was fehlt dir aktuell in deiner Freizeit? (Freitextfeld oder Auswahl) Offene Jugendarbeit 5. Kennst du den Jugendtreff Wiedikon? ☐ Ja ☐ Nein ☐ Schon mal gehört 6. Hast du den Jugendtreff Wiedikon schon mal besucht? ☐ Ja, regelmässig ☐ Ja, ab und zu
Arno Seibold Modul 201 Bedarfserhebung 33 ☐ Einmal ☐ Noch nie 7. Wenn du ihn nicht nutzt – warum? (Mehrfachwahl möglich) ☐ Ich weiss nicht, was dort angeboten wird ☐ Die Öffnungszeiten passen nicht ☐ Es interessiert mich nicht ☐ Ich fühle mich dort nicht wohl ☐ Ich habe andere Dinge zu tun ☐ Andere Gründe: ________ 8. Was müsste sich ändern, damit du den Jugendtreff öfter oder überhaupt nutzt? (Freitext) 9. Welche Art von Angeboten würdest du dir wünschen? (z. B. Sport, Musik, Kochen, Gaming, Kreatives, Gespräche, Hilfe bei Problemen) 2. Leitfadeninterview mit Jugendlichen (Qualitativ) 1. 1. Wie verbringst du deine Freizeit unter der Woche und am Wochenende? 2. 2. Gibt es Orte im Quartier, an denen du dich gerne aufhältst? Warum gerade dort? 3. 3. Kennst du den Jugendtreff Wiedikon? Was hast du über ihn gehört? 4. 4. Warst du schon mal dort? Wenn ja: Wie war dein Eindruck? Wenn nein: Was hält dich ab? 5. 5. Was findest du gut oder schlecht an Angeboten für Jugendliche in Wiedikon? 6. 6. Gibt es Angebote oder Aktivitäten, die du dir wünschst – aber die es nicht gibt? 7. 7. Was müsste passieren, damit du häufiger den Jugendtreff nutzen würdest? 8. 8. Würdest du dich an der Gestaltung von Angeboten beteiligen, wenn du gefragt wirst? 9. 9. Fühlst du dich von den Angeboten in deinem Quartier ernst genommen und angesprochen? 10. 10. Was würdest du einer Jugendarbeiterin oder einem Jugendarbeiter sagen, wenn du ihnen einen Tipp geben dürftest? 3. Leitfadeninterview mit Fachperson (Qualitativ) 11. 1. Wie nehmen Sie aktuell das Freizeitverhalten von Jugendlichen in Wiedikon wahr? 12. 2. Gibt es Veränderungen oder Trends, die Ihnen besonders auffallen? 13. 3. Wie schätzen Sie die Nutzung des Jugendtreff Wiedikon ein? 14. 4. Was glauben Sie, warum der Treff aktuell wenig genutzt wird? 15. 5. Welche Bedürfnisse von Jugendlichen werden Ihrer Meinung nach (nicht) abgedeckt? 16. 6. Wie sehen Sie die Rolle der Offenen Jugendarbeit im Quartier? 17. 7. Welche Ansätze oder Angebote finden Sie besonders gelungen (bei Ihnen oder anderen)? 18. 8. Welche Formen der Beteiligung von Jugendlichen halten Sie für sinnvoll oder möglich? 19. 9. Wie könnte aus Ihrer Sicht die Zusammenarbeit zwischen OJA, Schule, GZ und anderen Akteur:innen verbessert werden? 20. 10. Welche Empfehlungen würden Sie der OJA-West für die Weiterentwicklung der Jugendarbeit geben?