Kulturelles Erbe und Gender
Abstract
Diese Infografik, die im Rahmen des europäischen Projekts GEDIS – Gender Diversity in Information Science: Challenges in Higher Education entwickelt wurde, analysiert, wie das kulturelle Erbe – insbesondere in der Literatur und den Künsten – Geschlechter- und Repräsentationsungleichheiten widerspiegelt und reproduziert. Das Material zeigt, dass die Konstruktion des kulturellen Kanons historisch durch den Ausschluss weiblicher Stimmen und von Minderheiten geprägt ist, und lädt zu einer kritischen Reflexion darüber ein, nach welchen Kriterien Werke ausgewählt, gewürdigt und weitergegeben werden.
Full text
GEDIS - Gender Diversity in Information Science: Challenges in Higher Education. https://ub.edu/gedis Zitation: Chlopčíková Nela, Kartašová Denisa, Varga Izabela. 2025. Cultural Heritage and Gender. DOI: 10.5281/zenodo.16729784. Kulturelles Erbe und Gender. Übersetzt von: Svetlana Bosshammer. DOI: 10.5281/zenodo.17303403. Zum GEDIS-Projekt Mitfinanziert durch die Europäische Union. Die in dieser OER geäußerten Meinungen und Ansichten sind ausschließlich die der Autor:innen. Sie spiegeln nicht unbedingt die Meinungen und Ansichten der Europäischen Union oder des Spanischen Dienstes für die Internationalisierung des Bildungswesens (SEPIE) wider. Weder die EU, noch die Bewilligungsbehörde können für diese haftbar gemacht werden. Diese Ressource ist Teil des europäischen Projekts GEDIS (Gender Diversity in Information Science), das durch die Veröffentlichung von offenen Bildungsressourcen (OER) geschlechtbezogenen Ungleicheiten im Hochschulbereich addressiert. Der Schwerpunkt liegt den Informationsund Bibliothekswissenschaften. Dieses Bildungsmaterial wurde im Rahmen der Summer School Barcelona als Teil des GEDIS-Projekts entwickelt. Kulturelles Erbe und Gender Einführung + historisch unausgewogener Kanon Vergessene Stimmen und ihre Wiederentdeckung Gegenwart, Bibliotheken und Publikum Zielgruppe: Studierende Dieses Projekt untersucht, wie das kulturelle Erbe – insbesondere im Bereich der Literatur – Frauen (Autorinnen) und ihre Werke historisch marginalisiert hat. Es hebt vergessene weibliche Stimmen hervor und schlägt Strategien vor, um ein inklusiveres kulturelles Gedächtnis für zukünftige Generationen zu sichern – durch Kanonrevision, Neuauflagen, Übersetzungen und digitale Projekte. Vermächtnis aus Artefakten und Merkmalen einer bestimmten Gruppe oder Gesellschaft Schöpft aus der Vergangenheit und soll künftigen Generationen zugutekommen Das Konzept des kulturellen Erbes verändert sich im Zuge aktueller kultureller Systeme und ihrer Werte Überarbeitung des Kanons entsprechend den Anforderungen und Bedürfnissen des aktuellen kulturellen Kontexts. Einbeziehung von Autor:innen mit unterschiedlichen Hintergründen und Identitäten. Beteiligung des Publikums bei der Auswahl und Empfehlung potenziell wertvoller Werke. Im literarischen Kanon sind Autorinnen unterrepräsentiert. Werke von Frauen gelten als weniger wertvoll und nicht ernstzunehmend. Maßstäbe werden überwiegend von weißen, heterosexuellen, männlichen Kritikern, Rezensenten und Wissenschaftlern gesetzt, die bestimmte geschlechtsund rassenspezifische Benachteiligungen nicht erfahren. Lösung: Problem: Geschlechterungleichheit im literarischen Kanon Neuauflagen und Übersetzungen von Werken in verschiedene Sprachen. Das kulturelle Gedächtnis hat „blinde Flecken“ – viele Autorinnen wurden über Jahrhunderte ausgelöscht. Murasaki Shikibu (Japan, 11. Jahrhundert) – Autorin des Genji Monogatari, gilt als erster Roman der Welt, doch ihre Autorschaft wurde über Jahrhunderte übersehen. Zora Neale Hurston (USA, 20. Jahrhundert) – zentrale Figur der Harlem Renaissance; ihre Werke gerieten nach ihrem Tod in Vergessenheit und wurden erst in den 1970er-Jahren wiederentdeckt. Toni Morrison (USA, 20. Jahrhundert) – Nobelpreisträgerin, die afroamerikanischen Erfahrungen eine dauerhafte Stimme gab, die zuvor in der Mainstream-Literatur marginalisiert waren. Frauenliteratur wurde als Literatur zweiter Klasse wahrgenommen, da die von Männern produzierte Literatur als die maßgebliche galt. Problem: Frauenliteratur als „Literatur zweiter Klasse“ Lösung: Heute digitalisieren Bibliotheken und Archive das kulturelle Erbe und machen es mit Fokus auf Inklusion zugänglich. Europäische und internationale Initiativen, darunter die UNESCO, fördern ein vielfältigeres kulturelles Erbe, indem sie Projekte unterstützen, die Werke vergessener Autorinnen hervorheben und neu veröffentlichen. Feministische Datenbanken und Projekte: Women Writers Project Sophie Digital Library Problem: „Blinde Flecken“ des kulturellen Gedächtnisses Bibliotheken und Archive bewahren das kulturelle Erbe, spielen aber vor allem eine Schlüsselrolle bei der Entscheidung, was digitalisiert, zugänglich gemacht und den Lesenden empfohlen wird – und damit, wessen Stimmen erinnert und anerkannt werden. Lösung: UNESCO. A Gendered Perspective of the Memory of the World. 2019. https://www.unesco.org/en/articles/gendered-perspectivememory-world. Central European University. The Concept and History of Cultural Heritage | Cultural Heritage Studies. 2023. https://culturalheritagestudies.ceu.edu/concept-and-history-cultural-heritage. Miernik, Mirosław. A Vicious Circle: How Canon Continues to Reinforce Sex Segregation in Literature in the 21st Century. Publisherspanel.com. https://publisherspanel.com/api/files/view/1816943.pdf. Oxford Summer Courses. 15 Famous Women Writers in History. 2025. https://oxfordsummercourses.com/articles/famous-femalewriters-in-history. Nach welchen Kriterien sollten wir Werke bewerten? Nach welchen Kriterien sollten wir Werke bewerten? Quellenangaben