scieee AI-readable full text Open interactive document viewer

NFDI4Culture: Krisenresilienz fuer Kulturerbe im digitalen Raum

Sternitzke, Katja

Abstract

Krisenresilienz für Kulturerbe im Digitalen Raum Zu den Objekten des materiellen Kulturerbes gehören untrennbar ihre Kontexte in Form von Sammlungsdaten und Forschungsinformationen – kurz,Objektbiographien. Sie bleiben am Objekt jedoch zumeist unsichtbar und werden erst mittels der Dokumentation sichtbar. Immaterielles Kulturerbe – wiedarstellende Künste, Praktiken, Handwerkstechniken und Bräuche – manifestiert sich überhaupt erst in seiner Dokumentation. Born Digital Objects besitzen originärkeine physische Entsprechung, ihre Originalform ist eine digitale (beispielsweise E-Books, digitale Fotografien oder digitale Nachlässe). Ebenso liegen ihre Kontextinformationen nur digital vor. Dokumentation von Kulturerbe kann in gewisser Weise selbst zum Kulturgut werden und ist ebenso schützenswert wiedas Kulturerbe, dem es seinen Kontext gibt. Diese Dokumentation liegt heutzutage zumeist in einer retrodigitalisierten oder originär digitalen Form vor. Ein Dreiklang aus strategischer Digitalisierung, Prinzipien des Datenmanagements und des holistischen Risikomanagements kann helfen, die digitale Datensicherheit und -souveränität nachhaltig zu verbessern und damit die Krisenresilienz für die Kulturerbe bewahrenden Institutionen und Sammlungen stärken – um so stärker, je mehr sie zusammenarbeiten: Eine Strategische Digitalisierung inklusive Erfassung erfolgt individuell entlang der eigenen Bestände, dabei ausgewählt, zielgerichtet und nachhaltig. Ihr wohnt kein Selbstzweck inne – die Auswahl der Parameter erfolgt gemäß dem definierten Ziel. Sie erfolgt unter Verwendung etablierter Standards und im besten Fall unter Abgleich mit den Beständen anderer Sammlungen. Die Anwendung der Prinzipien des Datenmanagements beugt Datenverlust vor und unterstützt den Wissenserhalt. Datenspeicherung und BackUps, Datenpublikation, Langzeitverfügbarkeit und -archivierung helfen dabei. Die FAIRKriterien bilden den Rahmen – denn auffindbare, zugängliche, anschlussfähige und nachgenutzte Daten vervielfältigen sich in vernetzte Derivate und stehen nicht für sich allein. Holistisches Risikomanagement beleuchtet mögliche Risikoszenarien mit einem präventiven Ansatz: Risiken werden individuell für die eigenen Bestände identifiziert, durchgespielt, bewertet und ihnen dann entgegengesteuert. Allianzen und Notfallverbünde bilden starke Netzwerke der Communities für den Ernstfall. Das Poster entstand im Rahmen des 5. Culture Community Plenarys (24. bis 26. September 2025 in Mainz) und wurde auf dem Markt der Möglichkeit vorgestellt.

Full text

Immaterielles Kulturerbe – wie darstellende Künste, Praktiken, Handwerkstechniken und Bräuche – manifestiert sich überhaupt erst in seiner Dokumentation. Born Digitals S T R A T E G I S C H E D I G I T A L I S I E R U N G – D A T E N M A N A G E M E N T – H O L I S T I S C H E S R I S I K I O M A N A G E M E N T Krisenresilienz für Kulturerbe im Digitalen Raum Dokumentation von Kulturerbe kann in gewisser Weise selbst zum Kulturgut werden und ist ebenso schützenswert wie das Kulturerbe, dem es seinen Kontext gibt. Diese Dokumentation liegt heutzutage zumeist in einer retrodigitalisierten oder originär digitalen Form vor. Shared Data Shared Practice Shared Knowledge Fig.: Digitales Kulturgut zwischen Bedrohungsszenarien und Schutzmechanismen (Quelle Icons: flaticon.com) Die Anwendung der Prinzipien des Datenmanagements beugt Datenverlust vor und unterstützt den Wissenserhalt. Datenspeicherung und BackUps, Datenpublikation, Langzeitverfügbarkeit und -archivierung helfen dabei. Die FAIRKriterien bilden den Rahmen – denn auffindbare, zugängliche, anschlussfähige und nachgenutzte Daten vervielfältigen sich in vernetzte Derivate und stehen nicht für sich allein. Holistisches Risikomanagement beleuchtet mögliche Risikoszenarien mit einem präventiven Ansatz: Risiken werden individuell für die eigenen Bestände identifiziert, durchgespielt, bewertet und ihnen dann entgegengesteuert. Allianzen und Notfallverbünde bilden starke Netzwerke der Communities für den Ernstfall. Autorin: Katja Sternitzke (Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz) Funding Grant No. NFDI4Culture — 441958017 Materielles Kulturerbe Kontakt zum 4Culture Helpdesk für individuelle Beratungen zum Thema https://nfdi4culture.de/id/E2409 Born Digital Objects besitzen originär keine physische Entsprechung, ihre Originalform ist eine digitale (beispielsweise E-Books, digitale Fotografien oder digitale Nachlässe). Ebenso liegen ihre Kontextinformationen nur digital vor. Immaterielles Kulturerbe Dokumentation und Metadaten Starkregen Einsturz Havarie Vandalismus Einbruchdiebstahl Hackerangriff Gewalttätige Konflikte Antidemokratische Einflussnahme und politische Übergriffe Brand Zu den Objekten des materiellen Kulturerbes gehören untrennbar ihre Kontexte in Form von Sammlungsdaten und Forschungsinformationen – kurz, Objektbiographien. Sie bleiben am Objekt jedoch zumeist unsichtbar und werden erst mittels der Dokumentation sichtbar. Ein Dreiklang aus strategischer Digitalisierung, Prinzipien des Datenmanagements und des holistischen Risikomanagements kann helfen, die digitale Datensicherheit und -souveränität nachhaltig zu verbessern und damit die Krisenresilienz für die Kulturerbe bewahrenden Institutionen und Sammlungen stärken – um so stärker, je mehr sie zusammenarbeiten: Flut Eine Strategische Digitalisierung inklusive Erfassung erfolgt individuell entlang der eigenen Bestände, dabei ausgewählt, zielgerichtet und nachhaltig. Ihr wohnt kein Selbstzweck inne – die Auswahl der Parameter erfolgt gemäß dem definierten Ziel. Sie erfolgt unter Verwendung etablierter Standards und im besten Fall unter Abgleich mit den Beständen anderer Sammlungen. CC BY 4.0 arkregen