scieee AI-readable full text Open interactive document viewer

«THE BITE OF A SNAKE»1 EINE GUSSFORM FÜR SCHLANGEN- ARMREIFEN AUS KEMPRATEN

Gesellschaft pro Vindonissa; Ackermann, Regula; Flück, Hannes; Helfert, Markus

Abstract

2015 barg die Kantonsarchäologie St.Gallen in Kempraten (Rapperswil-Jona SG)drei anpassende Fragmente einer spätantiken, zweiseitigen Sandstein-Gussform.Damit konnten entweder eine Metallplatte oder gleichzeitig drei Schlangenarmrei-fen hergestellt werden. Die individuelle Ausgestaltung der Armreifen unterstreichtdie hohe Variabilität von gleichzeitigen Armreifformen. Gemäss den Untersu-chungen mit der portablen energiedispersiven Röntgenfluoreszenzanalyse (P-ED-RFA) wurde für die Herstellung der Metallplatte Bronze, der Armreifen dagegenMessing verwendet.

Full text

IANUA PATET COR MAGIS ANA Z. MASPOLI SANDRA AMMANN HANNES FLÜCK SVEN STRAUMANN (HRSG.) XXXIII Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa FESTSCHRIFT FÜR PETER-ANDREW SCHWARZ ZUM 65. GEBURTSTAG ianua patet cor magis IANUA PATET COR MAGIS ANA Z. MASPOLI SANDRA AMMANN HANNES FLÜCK SVEN STRAUMANN (HRSG.) XXXIII Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa FESTSCHRIFT FÜR PETER-A NDR EW SCHWARZ ZUM 65. GEBURTSTAG GESELLSCHAFT PRO VINDONISSA © 2025 by Gesellschaft Pro Vindonissa, ch-5200 Brugg Promoted by LIBRUM Publishers & Editors LLC, Basel, Frankfurt a. M. isbn 978-3-907662-14-4 ianua patet cor magis by individual Authors is licensed under a Creative Commons AttributionNonCommercial 4.0 International License. www.creativecommons.org Open Access bei: www.librumopen.com doi 10.19218/3907662144 KORREKTORAT. Stefan Worminghaus, Rudolf Känel KOORDINATION. Hannes Flück, Sandra Ammann, Ana Z. Maspoli, Sven Straumann und Jörg Blum GESTALTUNGSKONZEPT, BILDREDAKTION, UMSCHLAG UND SATZ . Jörg Blum, Zürich BILDBEARBEITUNG. Thomas Humm, humm dtp Matzingen, und Jörg Blum, Zürich DRUCK. Druckhaus Müller, Langenargen (D) klima-druck.de ID-Nr. Druckprodukt CO₂ kompensiert Mehr Informationen zur Berechnungsmethodik, zur Kompensation und dem gewählten GoldstandardKlimaschutzprojekt finden Sie unter klima-druck.de/ID. 24181679 Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stad t Archäologische Bodenforschung Abteilung Kultur DIE DRUCKLEGUNG WURDE ERMÖGLICHT MIT FINANZIELLEN BEITRÄGEN VON FOLGENDEN INSTITUTIONEN. Swisslos-Fonds Kanton Aargau Dr. Daniel Schuhmann Fonds Stiftung Pro Augusta Raurica Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt Kantonsarchäologie Aargau Kantonsarchäologie Solothurn Kantonsarchäologie Zürich Kantonsarchäologie St.Gallen Kantonsarchäologie Schaffhausen Archäologie, Hauptabteilung Kultur, Glarus Archäologischer Dienst Graubünden Section d’archéologie et paléontologie du Canton de Jura Römerstadt Augst Archäologie Schweiz Arbeitsgemeinschaft für die provinzialrömische Forschung in der Schweiz (ARS) Gesellschaft Pro Vindonissa Basler Zirkel für Urund Frühgeschichte Arbeitsgemeinschaft Prospektion Schweiz Albert-Weitnauer-Stiftung Departement Bildung und Kultur Fachstelle Archäologie        TITELBILD. Eingang mit Inschrift und Wappen der Familie von Salis. Palazzo Salis, Bondo. Foto: Andrea Badrutt ianua patet cor magis ZUM GELEIT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Ana Z. Maspoli TABULA GRATULATORIA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 BIBLIOGRAFIE VON PETER-ANDREW SCHWARZ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 LISTE DER VON PETER-ANDREW SCHWARZ AB 2007 BETREUTEN ABSCHLUSSARBEITEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 DIE VINDONISSA-PROFESSUR AN DER UNIVERSITÄT BASEL – EIN INTERKANTONALES ERFOLGSMODELL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 Thomas Doppler, Elisabeth Bleuer und Georg Matter 15 JAHRE LEGIONÄRSPFAD VINDONISSA: EINE ERFOLGSGESCHICHTE . . . . . . . . . . . 31 Rahel Göldi (K)EINE ZUKUNFT OHNE HERKUNFT? GEDANKEN ZUM STATUS QUO UND HERAUSFORDERUNGEN DER ARCHÄOLOGIE IN DER SCHWEIZ IM 21. JAHRHUNDERT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41 Andrea Schaer GÄHNENDE LEERE? VERBREITUNGSKARTEN, IHRE GESCHICHTE UND INTERPRETATION AM BEISPIEL SPÄTREPUBLIKANISCHEN BRONZEGESCHIRRS 49 Holger Baitinger und Gabriele Rasbach ENTRE ARGENTORATE ET VINDONISSA LES CAMPS MILITAIRES JULIO-CLAUDIENS D’OEDENBURG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61 Michel Reddé CIL III 4441 – EINE INSCHRIFT SUCHT IHREN TEMPEL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67 Franziska Beutler, Christian Gugl, Gabrielle Kremer und Mario Wallner DIE JOCHWEIHUNG DES VETERANEN PRIMANIUS INGENU(U)S MIT NENNUNG DER CULTORES UND COLONI AUS KRATZENBURG . . . . . . . . . . . . . . . . 81 Peter Henrich BUILD THAT WALL! ÜBERLEGUNGEN ZUM ARBEITSAUFWAND BEI DER ERRICHTUNG DER GALLIENISCHEN STADTMAUER VON VERONA . . . . . . . . . . . . . . . . . 91 Ulrich Stockinger RETOUR SUR LE BUSTE EN OR D’AVENCHES . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .101 Michel E. Fuchs INHALT ianua patet cor magis KARNIVORE NEANDERTALER UND RÖMISCHE GERSTENFRESSER: ZUR VERKNÜPFUNG VON TIERISCHEM PROTEIN MIT «URSPRÜNGLICHER MÄNNLICHKEIT» UND MACHT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .111 Brigitte Röder EQUIDEN ALS SPIEGEL VON MENSCH-TIER-BEZIEHUNGEN IN RÖMISCHER ZEIT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .121 Claudia Gerling DONNÉES RÉCENTES SUR L’HABITAT GALLO-ROMAIN DE COURROUX (CANTON DU JURA) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .131 Robert Fellner et Céline Robert-Charrue Linder EINE EISENPFEIFE VON DER SPÄTLATÈNEZEITLICHEN HÖHENBEFESTIGUNG MONTCHAIBEUX (JU) – ENDLICH EIN BEWEIS FÜR KELTISCHE PFEIFENRAUCHER? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .141 Raphael Berger, Andreas Heege und Elena Prado EIN GLÜCKSBRINGER AUS DER VILLA RUSTICA VON FLUMENTHALATTISHOLZWALD IM KANTON SOLOTHURN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .155 Mirjam Wullschleger HANDWERK IM BILD – BERUFSDARSTELLUNGEN AUF RÖMISCHEN GEFÄSSEN ALS AUSDRUCK GEMEINSCHAFTLICHER IDENTITÄT: EIN NEUER BLICK AUF EINEN ALTBEKANNTEN FUND AUS STUDEN BE/PETINESCA . . . . . . . . . . . . . . . . .165 Christa Ebnöther und Andrew Lawrence mit Beiträgen von Markus Scholz und Günther E. Thüry SCHON DREIMAL AUSGEGRABEN UND DENNOCH ETWAS GEFUNDEN – DIE RÖMISCHE VILLA AUF DEM LENDENBERG BEI SCHLEITHEIM . . . . . . . . . . . . . . . .179 Valentin Homberger «THE BITE OF A SNAKE» EINE GUSSFORM FÜR SCHLANGEN ARMREIFEN AUS KEMPRATEN . . . . . . . . . . . . . . . .191 Regula Ackermann, Hannes Flück und Markus Helfert AUF DER SUCHE NACH DER PIONIERBESIEDLUNG. ZUR FRÜHZEIT VON AUGUSTA RAURICA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 203 Sven Straumann, Sandra Ammann und Hans Sütterlin AUGUSTUS IN AUGST: EIN BRONZE NACHGUSS DER STATUE VON PRIMAPORTA IM GARTEN DER VILLA CLAVEL UND DIE ITALIENISCHE KUNSTINDUSTRIE . . . . 221 Martin A. Guggisberg VERFLIXT UND ZUGEMAUERT – NEUES ZUR WESTFRONT DES HAUPTFORUMS VON AUGUSTA RAURICA . . . . . . . . . 233 Juha Fankhauser, Simon Friz, Cédric Grezet und Claude Spiess VOM FEILKLOBEN ZUM SCHRAUBSTOCK – 2000 JAHRE KLEMM VORRICHTUNGEN IM HANDWERK . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 251 Alex R. Furger ERRARE HUMANUM EST: EIN ANTONINIAN FÜR TETRICUS II. MIT FEHLERHAFTER LEGENDE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 267 Markus Peter ianua patet cor magis SCHÄDEL GEFUNDEN! NEUES ZUM PLATTENGRAB BEIM FELDHOF IN AUGUSTA RAURICA/AUGST . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 271 Michael Baumann EINE SELTENE BEIGABE IN EINEM FRÜHMITTELALTERLICHEN FRAUENGRAB AUS KAISERAUGST . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 277 Simone Mayer ZU ZWEI NEUENTDECKTEN ZIEGELPLATTEN MIT GRAFFITI AUS DEM CASTRUM RAURACENSE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 287 Jakob Baerlocher PRIMI VINDONISSENSES – DIE SPÄTLATÈNEZEITLICHEN BRANDGRÄBER DER GRABUNG WINDISCH-SPILLMANNWIESE V.003.1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 295 Örni Akeret, Cornelia Alder, Sabine Deschler-Erb und Lara Kurmann ACHILL AUF EINEM GOLDRING MIT GLASKAMEO AUS VINDONISSA . . . . . . . . . . . . . 311 Regine Fellmann Brogli und Stefanie Martin-Kilcher EIN BISSCHEN GLAS MUSS SEIN! ZU EINER GESICHTSPERLE AUS DEM GRÄBERFELD AM REMIGERSTEIG IN VINDONISSA/BRUGG AG . . . . . . . . . 321 Sylvia Fünfschilling EINE TÖNERNE STÜTZFIGUR AUS VINDONISSA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 327 Rudolf Känel LETZTE RUHE MIT RHEINBLICK. NEUES UND ALTES ZU DEN SPÄTANTIKEN BESTATTUNGEN IN MUMPF . . . . . . . . . . 335 Nathalie Hertig AUF DEM WINDISCHER SPORN – ANMERKUNGEN ZU EINER SPÄTRÖMISCHEN BEFESTIGUNG VON VINDONISSA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 343 Matthias Flück und Jürgen Trumm MAUERN UND MÜNZEN AUF DER EGG ZWISCHEN MANDACH UND VILLIGEN – EINE ALTE GRABUNG IN NEUEM LICHT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 361 Valentin Häseli EIN ZERSTÖRTES GRÄBERFELD DER MITTELKAISERZEIT AN DER AESCHENVORSTADT IN BASEL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 375 Markus Asal EXILE? ON MAIN STREET? DIE SPÄTANTIK-FRÜHMITTELALTERLICHEN BESTATTUNGEN ÖSTLICH DES MÜNSTERHÜGELS (BASEL-ANTIKENMUSEUM) UND IHR KONTEXT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 387 Martin Allemann und Anna Flückiger WIE KOMMT EINE TÖRICHTE JUNGFRAU VOM MÜNSTER NACH ST. LEONHARD? TRANSFER EINES BASLER STATUEN FRAGMENTES . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 399 Christoph Philipp Matt SECOND LIFE DER DINGE: BASLER SPOLIEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 409 Hans-Rudolf Meier KOT, KULT UND KÜCHE – TAUBEN IN MARRAKESCH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 419 Thomas Reitmaier und Raphael Sele ABKÜRZUNGEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 429 197 ianua patet cor magis «THE BITE OF A SNAKE» Regula Ackermann, Hannes Flück und Markus Helfert Negative sind prinzipiell Metallspuren durch das Instrument detektierbar. Die Messwerte sind in ▶ 8 wiedergegeben. Die ersten drei Messungen erfolgten an allen drei Fragmenten auf der Seite der eingetieften Platte ▶ 7 oben. Die Stellen 1 und 2 liegen jeweils auf der planen Oberfläche. Hier konnten keine aussergewöhnlich hohen Metallkonzentrationen festgestellt werden, die deutlich grösser wären als die Gehalte im Gestein. Stelle 3 erfasste auch den Kantenumbruch der Aussparung. Dort kann mit 23 parts per million (ppm) eine rund dreimal so hohe Konzentration von Zinn nachgewiesen werden als an allen anderen am Stein gemessenen Stellen (Durchschnitt 8 ppm). Die anschliessenden Messungen 4 bis 8 wurden auf der Steinseite mit den drei Armreifnegativen durchgeführt ▶ 7 unten. Direkt im Bereich des rechten, rechteckigen Schlangenkopfes liegt Stelle 4. Dort ergaben sich keine signifikanten Messwerte für Metalle. Als nächstes wurde der linke, ovale Schlangenkopf (Stelle 5) gemessen, wo sich mit 171 ppm deutlich höhere Zinkgehalte zu den ansonsten um rund 90 ppm liegenden Werten nachweisen lassen. Zusätzlich lässt sich an Stelle 5 eine leicht höhere Kupferkonzentration von 39 ppm beobachten. Die Stellen 6 und 7 liegen am linken Band mit dem ovalen Schlangenkopf. Es zeigen sich dort nur sehr schwach erhöhte Konzentrationen von Kupfer (29 und 30 ppm) und Zink (93 und 96 ppm). Der Abstand zu den an der Plattenseite des Steins nachgewiesenen Gehalten um 82 ppm ist zu gering, als dass man hier von einer signifikanten Erhöhung sprechen könnte. An Stelle 8 wurde die einzige Messung am mittleren Armreif durchgeführt. Es zeigen sich auch dort, wie an Stelle 6 und 7, minimal erhöhte Konzentrationen von Kupfer (30 ppm) und Zink (110 ppm). Da die Mündung des Gusskanals für den linken Armreif prädestiniert für die Erhaltung von Metallspuren schien, wurde dort Stelle 9 von der Schmalseite des Steins her gemessen. Dort ergaben sich mit 40 ppm Kupfer und 180 ppm Zink die höchsten für diese Elemente gemessenen Konzentrationen. Abschliessend wurde an Stelle 10 auf der Plattenseite des Steins neben dem Gussnegativ eine Kontrollmessung durchgeführt, da anzunehmen war, dass dort keine Metallspuren zu finden sind. Es finden sich jedoch wie an den Stellen 6, 7 und 8 leicht erhöhte Gehalte von Kupfer (31 ppm) und Zink (133 ppm). Die Messungen an der Gussform zeigen, dass der Nachweis von Metallspuren schwierig sein kann. Besonders auf ebenen, glatten Oberflächen ohne Poren besteht eine sehr geringe Chance, dass sich Partikel der ursprünglich hineingegossenen Metalle bzw. Legierungen erhalten haben. Bessere Stellen für die Erhaltung sind Ecken, Kanten und Rillen der Verzierungsmuster. Die Messstellen mit diesen Merkmalen weisen erhöhte Werte von Kupfer, Zinn oder Zink auf (Stellen 3, 5 und 9). Das Messergebnis für Stelle 3 auf der Gussformseite für die Platte könnte mit dem erhöhten Zinngehalt ein Hinweis darauf sein, dass dieser Teil der Form mit Zinn oder einer zinnhaltigen Legierung ausgegossen wurde. Eine dezidierte Aussage ist jedoch basierend auf einer einzelnen Messung nicht möglich. Aufschlussreicher ist hingegen die Seite mit den Armreifnegativen. Die Messergebnisse an den Stellen 5 und 9 belegen zum einen, dass die Gussform verwendet wurde, und zum anderen, dass eine zinkhaltige Legierung für die Objekte verwendet wurde. Wie schwer der Nachweis ist, verdeut lichen Messwerte an den Stellen 4, 6, 7 und 8. Dort sind die Zinkkonzentrationen zwar leicht erhöht, wären für sich jedoch nicht als Argument für eine Nutzung der Form verwendbar. Erst im Vergleich zu den Messungen auf der Gegenseite und den Stellen 5 sowie 9 ergibt sich das Gesamtbild, dass auch die anderen Partien der Armreifnegative ausgegossen waren. Proben-Nr. Messpos. SiO2TiO2Al2O3Fe2O3MnO MgO CaO K2O P2O5S V Cr Ni Cu Zn As Rb Sr YZr Nb Ag Sn Sb Ba Au Pb KZS_XRF_014 169,538 0,524 11,141 3,701 0,129 1,352 11,083 1,731 0,801 240 69 82 44 30 89 12 63 294 30 166 7 7 11 385 637 KZS_XRF_014 268,463 0,455 11,150 3,515 0,112 2,253 11,681 1,625 0,746 197 72 72 39 21 82 10 61 298 23 146 669 12 384 743 KZS_XRF_014 366,825 0,534 11,197 3,847 0,112 1,450 13,164 2,106 0,764 160 58 69 35 23 74 460 295 23 170 8 9 23 15 386 27 KZS_XRF_014 470,903 0,490 9,465 4,751 0,147 1,728 9,740 2,048 0,729 444 55 74 43 27 110 773 237 21 135 6 4 9 326 43 KZS_XRF_014 570,084 0,560 10,148 4,321 0,173 1,819 10,217 1,942 0,737 160 68 131 55 39 171 12 74 272 20 144 6375 639 KZS_XRF_014 666,600 0,463 11,748 3,553 0,141 1,894 13,065 1,773 0,763 238 61 87 50 29 93 10 71 269 20 154 778 15 413 729 KZS_XRF_014 767,340 0,464 10,419 4,361 0,183 1,583 12,852 1,991 0,807 212 58 81 45 30 96 869 271 22 142 797 15 408 635 KZS_XRF_014 870,774 0,577 11,998 3,953 0,110 1,694 8,195 1,918 0,782 249 80 100 45 30 105 873 271 22 139 779 18 423 836 KZS_XRF_014 968,526 0,358 11,279 3,302 0,087 1,746 12,078 1,788 0,837 253 48 57 48 40 180 981 293 20 150 813 920 469 42 KZS_XRF_014 10 65,278 0,496 11,513 2,901 0,104 1,926 15,296 1,712 0,775 211 55 66 49 31 133 669 340 28 177 5 8 13 439 39 8 Kempraten, Zürcherstrasse 108/110: Ergebnisse der RFA-Messungen an den einzelnen Messstellen 1–10 auf der Gussform KASG 53.223.0097.001. 17 Zerres 2016, 124–125. 18 Die Messungen laufen unter der Probennummer KZS_XRF_014. 19 Zur Verwendung der P-ED-RFA an der Forschungsstelle Keramik, der Kalibration, Präzision und Genauigkeit des Instruments vgl. Helfert/Böhme 2010, Helfert et al. 2011, Helfert 2013, Von Kaenel/Helfert 2016, Klein et al. 2023. 198 ianua patet cor magis «THE BITE OF A SNAKE» Regula Ackermann, Hannes Flück und Markus Helfert Auf den ersten Blick ungewöhnlich scheint der erhöhte Zinkgehalt auf der ausserhalb der Plattenform liegenden Stelle 10 zu sein. Hier war ein Wert zu erwarten, der den Stellen 1 oder 2 entspricht. Die «Kontamination» lässt sich jedoch durchaus mit den Bedingungen in einer Buntmetall verarbeitenden Werkstatt erklären. Beim Schmelzprozess und Giessen verdampft Zink als Zinkoxid relativ leicht. Die Dämpfe schlagen sich im Umfeld des Schmelzofens und dem Giessbereich z. T. sichtbar als weisser bis gelblicher Film nieder20. In der Folge werden Werkzeuge und Formen hierdurch kontaminiert. Ebenso könnte jedoch auch beim Giessvorgang der Armreifen Messing über die Gussform gelaufen sein. Interessant wäre es deshalb, zukünftig Formen flächig mit der µ-RFA zu untersuchen. SPÄTANTIKE SCHLANGENARMREIFEN, NACHGEWIESENE METALLE UND LEGIERUNGEN SOWIE GUSSFORMEN Armreife mit gegenständigen Tierkopfenden sind in der Spätantike von Oberitalien bis nach Grossbritannien, insbesondere in den Provinzen entlang der Donau, weit verbreitet21. In der Forschung sind dabei unterschiedliche Strömungen in Bezug auf die Interpretation, welche Art von Tier dargestellt wird, zu beobachten. Während in der englisch sprachigen Literatur grundsätzlich von «snakeshead bracelet» gesprochen wird22, unterscheiden die Forscher:innen im deutschsprachigen Raum teilweise zwischen Löwenkopfund Schlangenkopfenden23. Mit der fortschreitenden Stilisierung der Tierköpfe wird die Benennung unsicher24. Bereits an anderer Stelle wurde festgestellt, dass Armreife mit abstrahierten Tierköpfen keine jüngeren Ausprägungen sind, sondern diese in Gräbern zusammen mit naturgetreuen auftreten25. Die Tierkopfenden sitzen weit häufiger an rundstabigen – fast immer unverzierten – Armreifen als an bandförmigen, dies bei ähnlichen geografischen Verbreitungen und bei gleichen Tierköpfen26. Innerhalb der selteneren bandförmigen Gruppe lässt sich generell eine grosse Variabilität sowohl bei der Ausgestaltung als auch in der Verzierung der Bänder feststellen27. Häufig sind Muster an spätantiken Armreifen, wenn sie nicht bereits im Gussverfahren angelegt waren, durch Nachbearbeitung mittels Punzierung, Ziselierung, Feilen etc. eintiefend angebracht28. Seltener treten erhabene Elemente auf. Solche müssen zwingend bereits in der Gussform angelegt sein. Die Elemente auf der Gussform aus Kempraten finden sich an einzelnen Vergleichsexemplaren in diversen Korpora spätantiker Armringe, so der erhabene Mittelgrat29, die Verzierung mit Fischgrät muster30, die (stark) stilisierten Tierkopfenden mit Andreaskreuz31 sowie stilisierte Schlangenkopfenden32 ▶ 9. Exakte Vergleiche mit einer Kombination aller dieser Elemente in einem Armreif, geschweige denn gar Ausformungen der Gussform, sind indes unbekannt. Weiter unterstreicht die Tatsache, dass auf ein und derselben Gussform drei völlig unterschiedlich gestaltete Armreifen gleichzeitig hergestellt wurden, die auch andernorts festgestellte hohe Variabilität gleichzeitiger Armschmuckvarianten33. Schliesslich spricht die Kempratener Gussform deutlich für eine dezentrale Herstellung auch von Armreifen mit Tierkopfenden und bandförmigem Bügel mit Mittelgrat, dies entgegen der Meinung von Ph. M. Pröttel, welcher für solche Armreifen anhand ihrer Verbreitung eine zentralisierte Produktion in Rätien vermutete34. 20 Helfert/Furger 2017, 179–181. 21 Riha 1990, 56, Typ 3.10.2; Swift 2000, Fig. 215–227; Konrad 1997, 59. Armund Fingerschmuck mit Tierköpfen, namentlich mit Schlangenköpfen, haben eine lange Tradition: siehe zu älteren (Finger-)Ringen in römischer Zeit bspw. Johns 1996, 44–47, 109–111; Johns 1997, 34–40; MartinKilcher 2020, 72–75. Im Alpenraum treten sie bereits in der Eisenzeit auf, allerdings als Spiralarmringe: z. B. in Zernez GR ( JbSGU 1928, 90) oder Schluderns/I, Ganglegg (Gamper 2006, 199, Abb. 134.14, sowie allgemein 239–241). 22 Swift 2000, 153. 23 Nach wie vor Gültigkeit sowohl in Bezug auf die Typisierung als auch auf die Datierung haben Keller 1971, 101–104 und Konrad 1997, 59–63. 24 Besonders gut zu beobachten bei M. Martin, welcher in seinem 1976 erschienenen Katalog von «Armring mit Schlangenkopf» spricht (Martin 1976, 60, Grab 676; 88, Grab 1126), im zugehörigen Textband von 1991 die Stücke hingegen als «Armringe mit Löwenkopfenden» anspricht (Martin 1991, 9). Siehe auch Swift 2000, 117. 25 Konrad 1997, 59. 26 Swift 2000, Fig. 218–221. Seltener Fall umlaufender Verzierung: Casaulta et al. 2022, Taf. 2/3, Grab 7, Nr. 3. 27 Konrad 1997, 59; Swift 2000, 117. 28 Siehe z. B. Swift 2000, Fig. 166, 167, 179, 192, 204, 211. 29 Siehe etwa Pröttel 2002, 126 (Burghöfe/D), Variante 1 mit Mittelrippe auf dem bandförmigen Bügel; Keller 1971, Taf. 25.1 (München-Harlaching/D), 47.8 (Eining/D); Konrad 1997, Taf. 40.B1 (Bregenz/A). 30 Konrad 1997, 258, Grab 1072, Taf. 79, G2; Steinklauber 2013, 115, Taf. 197. D870; Gorbach 2016, 11, Abb. 3.5, Taf. 22.6, 58.2. Im Gegensatz zu unserer Gussform sind die Fischgrätmuster der angeführten Stücke allerdings eher durch Punzierung erzeugt, wobei dies für Bregenz/A unklar ist. 31 Z. B. Konrad 1997, 60, Abb. 9.10; Dal Ri/Tecchiati 2018, 180 und 183, Tomba 40.B und C oder 266 und 269, Tomba 65.E. 32 Teichner 2011, 152, Abb. 67.S85.S92; Konrad 1997, 60, Abb. 9.15. 33 Konrad 1997, 59; Swift 2000, 117. 34 Pröttel 2002, 127 f. Zur Problematik von Verbreitungskarten vgl. BaitingerundRasbach in diesem Band S. 49–60. 35 So bereits Furger/ Riederer 1995. Jüngere Untersuchungen: Bayley/Butcher 2004, bes. 204–215. 36 Gralfs 1994, Liste VII, 146. Dass dies, wie von ihr angenommen, daran liegt, dass sie nur wenige Güsse aushalten, ist frag würdig. 37 Schmid 1913, 144, leider ohne Abbildung. Eine Nachfrage im Museum in Ljubljana hat ergeben, dass das Objekt damals beim Deutschritterorden, dem Geldgeber der Ausgrabung, verblieb und heute verschollen ist. Freundliche Auskunft Boštjan Laharnar, am 3.10.2024. 38 Konrad 1997, 59–62. Teilweise wird auch auf Keller 1971, 101 f. zurückgegriffen. Siehe z.B. Swift 2000, 118 f.; Pröttel 2002, 128; Teichner 2011, 152; Gorbach 2016, 10. 39 Vgl. z.B. Teichner 2011, Gorbach 2016 etc. In Zukunft wohl auch vom sog. Grossen Gräberfeld in Regensburg/D, vgl. dazu Hüdepohletal. 2022. 40 Zuletzt zusammenfassend in Ackermann 2013a, 169 f. und 220. 41 Matter 2003, 178 und bes. Anm. 4.; Ackermann 2013a, 220; Antoninian (Imitation) des Quintillus/Aurelianus für Divus Claudius II., 270–?, KASG 53.50.0014.001 und constantinischer Aes 3, 335–341, KASG 53.50.0014.002 (Bestimmung durch M. Peter, IFS Bern). 199 ianua patet cor magis «THE BITE OF A SNAKE» Regula Ackermann, Hannes Flück und Markus Helfert Die P-ED-RFA-Messungen zeigen, dass die Form benutzt wurde. Wenig überraschend, aber doch zu betonen ist, dass für die Herstellung der Armreifen eine zinkhaltige Legierung, also am ehesten Messing verwendet wurde. Wie die in den letzten Jahren immer zahlreicher durchgeführten Metallanalysen an römischen Buntmetallobjekten zeigen, sind diese sehr viel häufiger aus Messing hergestellt als früher angenommen35. Dies insbesondere dann, wenn nach dem Guss keine umfangreichen Weiterverarbeitungen, z.B. durch Schmieden, notwendig sind. Ebenfalls bemerkenswert ist, dass die andere Seite der Gussform für eine Platte möglicherweise für eine zinnhaltige Legierung (wahrscheinlich Bronze) verwendet wurde. Dafür würde auch sprechen, dass eine solche Platte wohl als Grundform für Treibarbeiten, also zur Herstellung eines Bleches, diente. Für solche Arbeiten sind Zinnbronzen prädestiniert. Zudem zeigt sich, dass in derselben Werkstatt mit unterschiedlichen Legierungen gearbeitet wurde. Funde von Gussformen sind nach wie vor selten zu verzeichnen. Eine Zusammenstellung bei B.Gralfs liefert nur gute zwei Handvoll36. Zumindest eine könnte vergleichbar sein, diente sie doch ebenfalls der Herstellung von Armreifen. Sie stammt aus Emona (Lijubliana/SL) und wurde 1911 entdeckt37. Aufgrund des Befundkontextes kann die Kem pratener Gussform keinen neuen Beitrag zur Datierung solchen Armschmucks leisten. Es besteht aber auch kein Widerspruch zur allgemeinen Datierung ins letzte Drittel des 4. Jahrhunderts und das frühe 5. Jahr hundert. Diese Datierung beruht noch heute namentlich auf der Auswertung des Bregenzer Gräber feldes durch M. Konrad38. In Anbetracht der in den vergangenen 25 Jahren neu publizierten Fundmengen39 wäre ein neuer Versuch einer typologischen und daraus folgend vielleicht auch chronologischen Gliederung der Armreifen mit Tierkopfenden zu begrüssen. Ein solcher würde aber den Rahmen dieser Arbeit sprengen. EINORDNUNG UND KONTEXTUALISIERUNG IN KEMPRATEN Der Kenntnisstand zum spätantiken Kempraten hat in den letzten Jahren stetig zugenommen40. Dies ist sowohl auf die wissenschaftliche Aufarbeitung von Ausgrabungen als auch auf jüngste Grabungsresultate zurückzuführen. Im Siedlungszentrum wurde der zum Forum gehörige Monumentalbau im Osten der Anlage im 4. Jahrhundert weitergenutzt, allerdings erfuhr er eine handwerkliche Umnutzung. Darauf deuten Bleigussreste auf dem Mörtelboden sowie geschmolzenes Buntmetall hin, welche mit spätantiken Münzen vergesellschaftet sind41. Zumindest der Komplexbau nördlich des Forums an der Fluhstrasse6–10, möglicherweise aber auch die StreifenBonaduz, Grab 138Chur-Areal MarkthalleBregenz, Grab 1072 Bregenz, Grab 473Bregenz, Grab 929München-Harlaching, Grab 1 9 Ausgewählte Vergleiche von Schlangenarmreifen. M. 1:2. 200 ianua patet cor magis «THE BITE OF A SNAKE» Regula Ackermann, Hannes Flück und Markus Helfert häuser südlich des Forums an der Meienbergstrasse 6 hatten in der Spätantike noch Bestand42. Der Tempelbezirk in der Seewiese wurde mindestens bis in die zweite Hälfte des 4. Jahrhunderts frequentiert43. Am nordwestlichen Siedlungsrand wurde das spätestens seit dem fortgeschrittenen 3. Jahrhundert bestehende Mithräum nach 388 n. Chr. nochmals erneuert44. Am südwestlichen Siedlungsrand wurde nach 383 n. Chr. ein vormals aktiver Bachlauf zugeschüttet45. Die – soweit erhalten – über ein Meter mächtige Verfüllung enthielt keinen typischen Siedlungsabfall, sondern zu grossen Teilen Abfälle einer wohl in nächster Nähe produzierenden, nicht genau lokalisierten Töpferei. Ihr Produktionsspektrum umfasste nebst sog. rätischen Reibschüsseln auch späte Terra Sigillata (Teller Drag. 32, Schüsseln Drag. 37, Schüsseln AV 197 mit Ratterbandzier). Die mit der Ausschussware und der technischen, zum Brennofen gehörigen Keramik vergesellschafteten Fundmünzen aus dem 3. und 4. Jahrhundert datieren die Produktion in die Spätantike46. Weiter fanden sich in denselben Bachverfüllungen auch Hinweise auf Buntmetallverarbeitung. Eine zweite Produktionsstätte von womöglich ebenso spät zu datierender Sigillata befand sich gut 200m östlich im Areal Nuxo47. Auf dem Areal der Zürcherstrasse 108/110 wurde mutmasslich Baukeramik hergestellt. In Kempraten bestand demnach in der Spätantike nach wie vor eine vitale Siedlung, in der auch spezialisiertes Handwerk ausgeübt wurde. Die Bildung von Dark-Earth-Schichten an verschiedenen Stellen innerhalb der Siedlung zeigt indes, dass Veränderungen in der Siedlung und ihrer Wirtschaftsweise einsetzten48. Die von externen Fundstellen herangetragenen Datierungsansätze für die hier vorgelegte Gussform in die zweite Hälfte des 4. Jahrhunderts oder gar ins 5. Jahrhundert sowie ihre Fundlage ordnen diese in jenes spätantike Umfeld ein49. Buntmetallhandwerk ist für das römische Kempraten bislang nur schwach und zumeist lediglich über indirekte Hinweise bezeugt. Eigentliche Werkstattbetriebe lassen sich derzeit nicht nachzeichnen50. Armreife, welche aus der Gussform stammen könnten, sind aus Kempraten nicht bekannt. Generell sind Armreiffunde aus Kempraten selten51. 42 Ackermann 2013a, 159, 169 f., 220; Meienbergstrasse 6: JbAS 100, 2017, 240; 102, 2019, 193; Akten Archiv KASG, Fundstellennr. 53.225. Die Münzreihe der Meienbergstrasse 6 endet mit einem Aes 3 des Constantinus I. (327–328 n. Chr.) aus der Humusschicht; KASG 53.225.1348.001 (Bestimmung durch M. Peter, IFS Bern). 43 Häberle et al. 2021, 85. | Das Auswertungsprojekt zum Tempelbezirk Seewiese unter der Leitung von P. Koch ist derzeit noch im Gange; Koch et al. in Vorb. 44 Ackermann et al. 2020, 51. | Das Auswertungsprojekt zum Mithräum ist derzeit noch im Gange, eine monografische Vorlage ist in der Reihe Archäologie im Kanton St.Gallen vorgesehen. 45 Grabung Zürcherstrasse 78: Münzdatierter terminus post quem von 383/403 n. Chr., KASG 53. 269.0178.012 (Münze aus dem aktiven Bachbett; Bestimmung durch M. Peter, IFS Bern); JbAS 103, 2020, 126f.; Ackermann/Hart 2023, 10; Akten Archiv KASG, Fundstellennr. 53.269. 46 Die Auswertung des Fundmaterials der Zürcherstrasse 78 ist ein Desiderat, könnten doch damit die Datierungsansätze zur Laufzeit später helvetischer Terra Sigillata-Produktionen neu aufgerollt werden. 47 Ackermann et al. 2016. 48 Ob die Bildung der Dark Earth bereits in der Spätantike oder erst im Frühmittelalter einsetzte, ist derzeit noch unklar. Verschiedene Dark-Earth-Bildungen aus Kempraten werden derzeit durch Ch. Pümpin, IPNA, Universität Basel, im Rahmen ihrer Dissertation untersucht. Ihre Resultate werden helfen, die Veränderungen und Prozesse am Übergang der Spätantike zum Frühmittelalter differenziert verstehen zu können. Vgl. zum Prozess von Dark-EarthBildungen bspw. Grau-Sologestoa et al. 2023 und Pümpin et al. 2024. 49 Eine Datierung aus der Befundlage heraus ist nur beschränkt möglich, widerspricht der externen Datierung jedenfalls nicht. 50 Der obigen Aufzählung kann nur der Fund von Gusstiegelfragmenten im Bereich des Restaurants Krone nördlich des Forums ohne genaue zeitliche Einordnung angefügt werden; JbSGUF 1988, 71, 266; Matter 1999, 199, Fundstelle 30. 51 Dies mag auch damit zusammenhängen, dass aus Kempraten bislang keine spätantiken Gräber bekannt sind und Schichten und geschlossene Befunde aus diesem Zeithorizont nur punktuell erhalten sind. Die Masse spät antiker Armreife stammt aus Frauengräbern, selten sind sie auch in Männergräbern anzutreffen, vgl. z. B. Flück 2004, 71–72, bes. Anm. 249. Aus Kempraten sind folgende Armbänder bekannt: Parz. 1076, Fundstellennr. 53.058: Armband mit einem laschenförmigen und einem häkchenförmigen Ende und Zickzack-Kerbmuster, Riha Typ 3.17, KASG 53.058.0076.001. Zürcherstrasse 78, Fundstellennr. 53.269: Feiner Armreif mit falscher Torsion und abgeflachten Enden, Riha Typ 3.25, KASG 53.269.0220.001; Fragment eines Bandes mit einfachem und doppeltem Kreisaugendekor, Armband(?), Riha Typ 3.20, KASG 53.269.0197.002; Fragment eines Drahtarmbandes mit einfacher Drahtumwickelung, erhaltenes Ende mit Haken, Riha Typ 3.23.5, KASG 53.269.0178.005; Fragment eines Armreif rohlings(?) mit abgeflachtem Ende (zweites Ende gebrochen), KASG 53. 269. 0121.001. Alle Armbänder sind aus Buntmetall gefertigt und es handelt sich um spätantike Formen. 201 ianua patet cor magis «THE BITE OF A SNAKE» Regula Ackermann, Hannes Flück und Markus Helfert LITERATURVERZEICHNIS Ackermann 2013a: R. Ackermann, Der römische Vicus von Kempraten, Rapperswil-Jona. Neubetrachtung anhand der Ausgrabungen Fluhstrasse 6–10 (2005–2006). Arch. Kt. St.Gallen 1 (St.Gallen 2013). Ackermann 2013b: R. Ackermann, Der vicus von Kempraten, Gde. Rapperswil-Jona SG (Schweiz) – Erkenntnisgewinn nach fünf Jahren Grossgrabungen (2005–2010). In: A. Heising (Hrsg.), Neue Forschungen zu zivilen Kleinsiedlungen (vici) in den römischen Nordwest-Provinzen. Akten der Tagung Lahr 21.–23.10.2010. (Bonn 2013) 247–259. Ackermann/Hart 2023: R. Ackermann/B. Hart, RapperswilJona, Kempraten, Zürcherstrasse 78, Parz. 1451R, 2018–2020 (53.269_E01–E04). Vorbericht. Unpubl. Manuskript Akten Archiv KASG (St.Gallen 2023). Ackermann et al. 2016: R. Ackermann/M. Helfert/P. Koch/ L. Schärer, Neue Untersuchungen zur helvetischen Reliefsigillata anhand von Funden aus Chur GR, Kempraten SG und Wetzikon ZH (Schweiz). In: S. Biegert (Hrsg.), Congressus vicesimus nonus Rei Cretariæ Romanæ Fautorum coloniæ Ulpiæ Traianæ habitus MMXIV. Rei Cretariae Romanae Fautores Acta 44 (Bonn 2016) 439–452. Ackermann et al. 2020: R. Ackermann/Ö. Akeret/S. Deschler-Erb/S. Häberle/S. Lo Russo/M. Peter/Ch. Pümpin/ A. Schlumbaum, Spotlighting leftovers. The mithraeum at Kempraten (Rapperswil-Jona, Switzerland). An interdisciplinary analysis project and its initial results. In: M. Egri/M. McCarty (Hrsg.), Archaeology of Mithraism. New finds and approaches to Mithrasworship. Babesch Suppl. 39 (Leuven/Paris/Bristol 2020) 47–63. Allemann 2014: M. Allemann, Die spätantiken Ziegelbrennöfen in der Flur Liebrüti (Kaiseraugst AG) und ihr Bezug zur Legio I Martia. JbAK 35, 2014, 157–240. Asal 2017: M. Asal, Basilia - Das spätantike Basel. Untersuchungen zur spätrömischen und frühmittelalterlichen Siedlungsgeschichte. Die Grabung Martinsgasse 6 + 8 (2004/1) und weitere Grabungen im Nordteil des Münsterhügels. Band A: Text. Materialh. Arch. Basel 24A (Basel 2017). Bayley/Butcher 2004: J. Bayley/S. Butcher, Roman Brooches in Britain. A Technological and Typological Study based on the Richborough Collection. Reports Research Com. Soc. Ant. London 68 (London 2004). Casaulta et al. 2022: M. Casaulta/Ch. Walser/V. Trancik Petitpierre, Castugls/Cresta Leunga – ein spätantikes/frühmittelalterliches Gräberfeld in Rhäzüns GR. Ein Beitrag zu den Untersuchungen 2019 und 2021 unter Berücksichtigung der Altfunde von 1975 und 1984. JbAS 105 2022, 147–184. Dal Ri/Tecchiati 2018: L. Dal Ri/U. Tecchiati, Sankt Lorenzen Pichlwiese. Ein römerzeitliches Gräberfeld im Pustertal. Forsch. Denkmalpfl. Südtirol 7 (Bozen 2018). Flück 2004: H. Flück, Das Gräberfeld Windisch-Dammstrasse – Ein Ausschnitt eines spätrömischen Gräberfeldes in Unterwindisch. Mit Beiträgen von Bruno Kaufmann und Hugo W Doppler. Jber. GPV 2004, 51–104. Flück/Nyffeler 2016: H. Flück/J. Nyffeler, Rapperswil-Jona, Kempraten, Zürcherstrasse 108/110 (53.223). Vorbericht. Unpubl. Manuskript Akten Archiv KASG (St.Gallen 2016). Furger/Riederer 1995: A. R. Furger/J. Riederer, Aes und aurichalcum. Empirische Beurteilungskriterien für Kupferlegierungen und metallanalytische Untersuchungen an Halbfabrikaten und Abfällen aus metallverarbeitenden Werkstätten in Augusta Raurica. JbAK 16, 1995, 115–180. Gamper 2006: P. Gamper, Die Latènezeitliche Besiedlung am Ganglegg in Südtirol. Neue Forschungen zur Frizens-Sanzeno-Kultur. Int. Arch. 91 (Rahden/Westf. 2006). Gorbach 2016: A. Gorbach, Das spätantike Gräberfeld-West von Zwentendorf-Asturis. Arch. Forsch. Niederösterreich N. F. 3 (Krems 2016). Gralfs 1994: B. Gralfs, Metallverarbeitende Werkstätten im Nordwesten des Imperium Romanum. (Hamburg 1994). Grau-Sologestoa et al. 2023: I. Grau-Sologestoa/Ch. Pümpin/A. Röpke/R. Exaltus/E. Deschler-Erb/Ph. Rentzel/ S. Deschler-Erb, Animals, Crops and Dark Earth: An Interdisciplinary Study of Urban Development from the Late Roman Period to the Early Middle Ages in Cologne (Germany). Environmental Arch. 06 Mar 2023, DOI: 10.1080/14614103.2023.2182465. Häberle et al. 2021: S. Häberle/S. Deschler-Erb/H. Hüster Plogmann/ B. Stopp/S. Lo Russo/P. Koch/R. Ackermann, Animals in ritual and domestic context: A comparative study between the faunal assemblages from residential areas and two sanctuaries at the vicus of Kempraten (Rapperswil-Jona, CH). In: S. Deschler-Erb/U. Albarella/S. Valenzuela Lamas/G. Rasbach (Hrsg.), Roman Animals in Ritual and Funerary Contexts. Proceedings of the 2nd Meeting of the Zooarchaeology of the Roman Period Working Group, Basel 1st-4th February, 2018. Koll. Voru. Frühgesch. 26 (Wiesbaden 2021) 79–99. Hächleret al. 2020: N. Hächler/B. Naef/P.-A. Schwarz, Mauern gegen Migration? Spätrömische Strategie, der Hochrhein-Limes und die Fortifikationen der Provinz Maxima Sequa norum – Eine Auswertung der Quellenzeugnisse (Regensburg 2020). Helfert 2013: M. Helfert, Die portable energiedispersive Röntgenfluoreszenzanalyse (P-ED-RFA). Studie zu methodischen und analy tischen Grundlagen ihrer Anwendung in der archäologischen Keramikforschung. In: B. Ramminger/O. Stilborg/M. Helfert (Hrsg.), Naturwissenschaftliche Analysen vorund frühgeschichtlicher Keramik III. Universitätsforsch. Prähist. Arch. 238 (Bonn 2013) 13–47. Helfert/Böhme 2010: M. Helfert/D. Böhme, Herkunftsbestimmung von römischer Keramik mittels portabler energiedispersiver Röntgenfluoreszenzanalyse (P-ED-RFA). Erste Ergebnisse einer anwendungsbezogenen Teststudie. In: B. Ramminger/O. Stilborg (Hrsg.), Naturwissenschaftliche Analysen vorund frühgeschichtlicher Keramik I: Methoden, Anwendungsbereiche, Auswertungsmöglichkeiten. Universitätsforsch. Prähist. Arch. 176 (Bonn 2010) 11–30. Helfert/Furger 2017: M. Helfert / A. R. Furger, Archäometrische Untersuchungen in Augusta Raurica: Schmelztiegel, Schmelzgrube in situ und Gusskerne von Großbronzen. In: M. Kemkes (Hrsg.), Römische Grossbronzen am UNESCO-Welterbe Limes. Beitr. Welterbe Limes 9 (Darmstadt 2017) 175–183. Helfert et al. 2011: M. Helfert/O. Mecking/F. Lang/H.-M. von Kaenel, Neue Perspektiven für die Keramikanalytik. Zur Evaluation der portablen energiedispersiven Röntgenfluoreszenzanalyse (P-ED-RFA) als neues Verfahren für die geochemische Analyse von Keramik in der Archäologie. Frankfurter elektron. Rundschau Altkde. 14, 2011, 1–30. Hochuli et al. 1991: A. Hochuli/A. Siegfried-Weiss/E. Ruoff/ V. Schaltenbrand Obrecht, Chur in Römischer Zeit 2. A. Ausgrabungen Areal Markthallenplatz. B. Historischer Überblick. Antiqua 19 (Basel 1991). Hüdepol et al. 2022: S. Hüdepol/J. Sebrich/S. CodreanuWindauer, Spätantike und Frühmittelalter in Regensburg – Pilotstudie Grosses Gräberfeld. Ber. Bayer. Bodendenkmalpfl. 63, 2022, 221–320. Johns 1996: C. Johns, The Jewellery of Roman Britain (London 1996). Johns 1997: C. Johns, The Snettisham Roman Jewellers Hoard (London 1997). Kelemen 2008: M. H. Kelemen, Esztergom Késörómai temetöi. Die Spätrömischen Gräberfelder von Esztergom. Libelli Arch. Ser. Nov. III (Budapest 2008). Keller 1971: E. Keller, Die spätrömischen Grabfunde in Südbayern. Münchner Beitr. Voru. Frühgesch. 14 (München 1971). Klein et al. 2023: S. Klein/M. Helfert/H.-M. von Kaenel/ G. P. Brey, Archäologie und Archäometrie an der Goethe-Universität Frankfurt a. M. (1994–2022). In: C. Pankau / H. Baitinger / A. Stobbe (Hrsg.), Ein Schwabe in der Welt. Festschrift für Rüdiger Krause zu seinem 65. Geburtstag (Bonn 2023) 203–218. Koch et al. in Vorb.: P. Koch/Ö. Akeret/S. Deschler-Erb/ H. Hüster Plogmann/A. Lanzicher/C. Pümpin/L. Wick, Magna Mater am Zürichsee. Auswertung der Ausgrabung Kempraten-Seewiese [Arbeitstitel] (in Vorb.). 202 veröff. gpv xxxiii ianua patet cor magis festschrift für peter-andrew schwarz zum 65. geburtstag S. 25–35 Konrad 1997: M. Konrad, Das römische Gräberfeld von BregenzBrigantium. I. Die Körpergräber des 3. bis 5. Jahrhunderts. Münchner Beitr. Voru. Frühgesch. 51 (München 1997). Martin 1976: M. Martin, Das spätrömisch-frühmittelalterliche Gräberfeld von Kaiseraugst, Kt. Aargau. Teil B: Katalog und Tafeln. Basler Beitr. Uru. Frühgesch. 5B (Derendingen, Solothurn 1976). Martin 1991: M. Martin, Das spätrömisch-frühmittelalterliche Gräberfeld von Kaiseraugst, Kt. Aargau. Teil A: Text. Basler Beitr. Uru. Frühgesch. 5A (Derendingen, Solothurn 1991). Martin-Kilcher 2020: S. Martin-Kilcher, Der Fund mit römischem Goldschmuck von Zürich Oetenbach. In: A. Wyss Schildknecht, Die mittelund spätkaiserzeitliche Kleinstadt Zürich/ Turicum. Eine Hafenstadt und Zollstation zwischen Alpen und Rheinprovinzen. Monogr. Kantonsarch. Zürich 54 (Zürich, Egg 2020) 63–88. Matter 1999: G. Matter, Der römische Vicus von Kempraten. JbSGUF 82, 1999, 183–211. Matter 2003: G. Matter, Jona SG, Kempraten, Parzelle 4239, Grabung 2002. Ein repräsentativer Architekturkomplex im Zentrum des römischen Vicus Kempraten. JbSGUF 86, 2003, 178–185. Pröttel 2002: Ph. M. Pröttel, Die spätrömischen Metallfunde. In: S. Ortisi/Ph. M. Pröttel, Römische KIeinfunde aus Burghöfe 2. Frühgesch. u. Provinzialröm. Arch. – Mat. u. Forsch. 6 (Rahden/ Westf. 2002), 85–140. Pümpin et al. 2024: Ch. Pümpin/M. Asal/Ph. Rentzel, Late Antique Basilia – a fortified settlement on the cathedral hill in Basel (Switzerland). Changes in urban land use based on archaeological and geoarchaeological evidence. In: Q. Borderie/F. Salomon (Hrsg.), Urban Geoarchaeology (Paris 2024), 291–306. Riha 1990: e. Riha 1990, Der römische Schmuck aus Augst und Kaiser augst. Forsch. Augst 10 (Augst 1990). Schmid 1913: W. Schmid, Emona. Erster Teil. Jahrb. Altkde. 7, 1913, 6 0 –217. Schneider-Schnekenburger 1980: G. Schneider-Schnekenburger, Churrätien im Frühmittelalter: auf Grund der archäologischen Funde. Münchner Beitr. Voru. Frühgesch. 26 (München 1980). Schwarz 1993: P.-A. Schwarz, Die spätlatènezeitliche und spätrömische Höhensiedlung auf dem Mont Terri (Cornol JU): die Ergebnisse der Grabungskampagne 1987. Basler Beitr. Uru. Frühgesch. 13 (Derendingen 1993). Schwarz 2002: P.-A. Schwarz, Kastelen 4. Die Nordmauer und die Überreste der Innenbebauung der spätrömischen Befestigung auf Kastelen: die Ergebnisse der Grabung 1991–1993.51 im Areal der Insulae 1 und 2 von Augusta Raurica. Forsch. Augst 24 (Augst 2002). Steinklauber 2013: U. Steinklauber, Fundmaterial spätantiker Höhensiedlungen in Steiermark und Kärnten. Frauenberg im Vergleich mit Hoischhügel und Duel. Forsch. Ges. Landeskde. Steiermark 61 (Graz 2013). Swift 2000: E. Swift, Regionality in Dress Accessories in the late Roman West. Monogr. Instrumentum 11 (Montagnac 2000). Teichner 2011: F. Teichner, Die Gräberfelder von Intercisa II. Die Altfunde der Museumssammlungen in Berlin, Mainz und Wien. Mus. Voru. Frühgesch. Bestandskat. 11 (Berlin 2011). Von Kaenel/Helfert 2016: H.-M. von Kaenel/M. Helfert, Keramikforschung und Wirtschaftsarchäologie – Das Frankfurter Konzept. In: T. Kerig/K. Nowak/G. Roth (Hrsg.), Alles was zählt... Universitätsforsch. Prähist. Arch. 285 (Bonn 2016) 431–451. Zerres 2016: J. Zerres, Ein frühmittelalterliches Grab mit einer zweiteiligen Gussform aus Rüsselsheim-Hassloch (Lkr. GrossGerau). AKB 46, 2016, 121–132. ABBILDUNGSNACHWEIS 1 KASG/J. Näf, R. Ackermann, E. Marty. 2 H. Flück/J. Blum. 3 KASG/R. Ackermann/H. Flück. 4 Karte: KASG; Kartengrundlage: geodata © swisstopo. 5–7 KASG/R. Ackermann. 8 M. Helfert. 9 H. Flück, nach: Keller 1979, Konrad 1997, Hochuli et al. 1991, Schneider-Schnekenbuger 1980. AUTORIN UND AUTOREN Regula Ackermann: [email protected] Hannes Flück: [email protected] Markus Helfert: [email protected] 429 ianua patet cor magis ABKÜRZUNGEN Grundsätzlich gelten die Zitier-Richtlinien und Abkürzungen der Römisch-Germanischen Kommission (vgl. Ber. RGK 71, 1990, 973 – 998; 73, 1992, 477 – 540). Zusätzlich werden folgende Abkürzungen für Zeitschriften verwendet: AKB Archäologisches Korrespondenzblatt AFS Archäologischer Führer der Schweiz AS Archäologie der Schweiz ASA Anzeiger für Schweiz. Altertumskunde ASA N.F. Anzeiger für Schweizerische Altertumskunde, Neue Folge ASSPA Annuaire de la Société Suisse de Préhistoire et d’Archéologie Ber. RGK Berichte der Römisch-Germanischen Kommission BPA Bulletin de l’Association Pro Aventico CAR Cahiers d’Archéologie Romande CIL Corpus Inscriptionum Latinarum HA Helvetica Archaeologica JbAK Jahresbericht aus Augst und Kaiseraugst JbAS Jahrbuch Archäologie Schweiz Jber. GPV Jahresbericht der Gesellschaft Pro Vindonissa Jber. SLMZ Jahresbericht des Schweiz. Landesmuseums Zürich JbHVFL Jahrbuch des Histor. Vereins für das Fürstentum Liechtenstein JbRGZM Jahrbuch des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz JbSGU Jahrbuch der Schweiz. Gesellschaft für Urgeschichte JbSGUF Jahrbuch der Schweiz. Gesellschaft für Urund Frühgeschichte MAGZ Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft Zürich RIC The Roman Imperial Coinage SPM Die Schweiz vom Paläolithikum bis zum frühen Mittelalter UFAS Urund frühgeschichtliche Archäologie der Schweiz Veröff. GPV Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa ZAK Zeitschrift für Schweiz. Archäologie und Kunstgeschichte Weitere Abkürzungen und Siglen: ADB Archäologischer Dienst Bern AE L’Année Épigraphique AR Augusta Raurica EAD Eidgenössisches Archiv für Denkmalpflege (Grafische Sammlung SNB) EDCS Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby GPV Gesellschaft Pro Vindonissa GS Grafische Sammlung HLS Historisches Lexikon der Schweiz HMB Historisches Museum Basel HRL Hochrhein-Limes IDR Inscriptiones Daciae Romanae ILAlg Inscriptions latines d’Algérie ILJug Inscriptiones Latinae quae in Iugoslavia … repertae et editae sunt KAAG Kantonsarchäologie Aargau KASG Kantonsarchäologie St.Gallen KDM BS Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Stadt MAGZ Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft Zürich ÖAI Österreichisches Archäologisches Institut ÖAW Österreichische Akademie der Wissenschaften PIR Prosopographia Imperii Romani PIR² Prosopographia Imperii Romani (2. Auflage) PLRE The Prosopography of the Later Roman Empire RIB The Roman Inscriptions of Britain RIU Die römischen Inschriften Ungarns SMRA Site et Musée romains d’Avenches SNB Schweizerische Nationalbibliothek ThLL Thesaurus Linguae Latinae RPC Münz-Typ nach Burnett u.a. 1992 Allgemeine Abkürzungen: Abb. Abbildung Anm. Anmerkung B. Breite Bd. Band Beg. N. Begrawiyeh Nord bes. besonders Bsp. Beispiel bspw. beispielsweise bzw. beziehungsweise ca. circa cf. vergleiche Dat. Datierung d. h. das heisst Dm. Durchmesser dt. deutsch ebda. ebenda ehem. ehemalig engl. englisch et al. und andere f./ff. folgende fig. figura/figure Fl. Fläche freundl. freundlich Fragm. Fragment frz. französisch Gr. Grab H. Höhe ha Hektare Imit. Imitation indet. unbestimmt insbes. insbesondere it. italienisch Jh. Jahrhundert Kat. Katalog l. links L. Länge lat. lateinisch Lit. Literatur M. Massstab max. maximal mind. mindestens N Norden n. Chr. nach Christus n. l. nach links n. r. nach rechts Nr./no. Nummer Nrn. Nummern O Osten o. ohne o. ä. oder ähnliches Pos. Position 430 ianua patet cor magis r. rechts rät. rätisch resp. respektive röm. römisch S Süden s. siehe S. Seite Sign. Signatur sog. sogenannt s. o. siehe oben St. Stärke s. u. siehe unten s. v. unter dem Stichwort (sub voce) Taf. Tafel u. und u. a. unter anderem v. a. vor allem v. Chr. vor Christus Verf. Verfasser verm. vermutlich Vorb. Vorbereitung W Westen z. B. zum Beispiel z. T. zum Teil Open Access doi 10.19218/3907662144