IANUA PATET COR MAGIS ANA Z. MASPOLI SANDRA AMMANN HANNES FLÜCK SVEN STRAUMANN (HRSG.) XXXIII Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa FESTSCHRIFT FÜR PETER-ANDREW SCHWARZ ZUM 65. GEBURTSTAG
ianua patet cor magis
IANUA PATET COR MAGIS ANA Z. MASPOLI SANDRA AMMANN HANNES FLÜCK SVEN STRAUMANN (HRSG.) XXXIII Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa FESTSCHRIFT FÜR PETER-A NDR EW SCHWARZ ZUM 65. GEBURTSTAG
GESELLSCHAFT PRO VINDONISSA © 2025 by Gesellschaft Pro Vindonissa, ch-5200 Brugg Promoted by LIBRUM Publishers & Editors LLC, Basel, Frankfurt a. M. isbn 978-3-907662-14-4 ianua patet cor magis by individual Authors is licensed under a Creative Commons AttributionNonCommercial 4.0 International License. www.creativecommons.org Open Access bei: www.librumopen.com doi 10.19218/3907662144 KORREKTORAT. Stefan Worminghaus, Rudolf Känel KOORDINATION. Hannes Flück, Sandra Ammann, Ana Z. Maspoli, Sven Straumann und Jörg Blum GESTALTUNGSKONZEPT, BILDREDAKTION, UMSCHLAG UND SATZ . Jörg Blum, Zürich BILDBEARBEITUNG. Thomas Humm, humm dtp Matzingen, und Jörg Blum, Zürich DRUCK. Druckhaus Müller, Langenargen (D) klima-druck.de ID-Nr. Druckprodukt CO₂ kompensiert Mehr Informationen zur Berechnungsmethodik, zur Kompensation und dem gewählten GoldstandardKlimaschutzprojekt finden Sie unter klima-druck.de/ID. 24181679 Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stad t Archäologische Bodenforschung Abteilung Kultur DIE DRUCKLEGUNG WURDE ERMÖGLICHT MIT FINANZIELLEN BEITRÄGEN VON FOLGENDEN INSTITUTIONEN. Swisslos-Fonds Kanton Aargau Dr. Daniel Schuhmann Fonds Stiftung Pro Augusta Raurica Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt Kantonsarchäologie Aargau Kantonsarchäologie Solothurn Kantonsarchäologie Zürich Kantonsarchäologie St.Gallen Kantonsarchäologie Schaffhausen Archäologie, Hauptabteilung Kultur, Glarus Archäologischer Dienst Graubünden Section d’archéologie et paléontologie du Canton de Jura Römerstadt Augst Archäologie Schweiz Arbeitsgemeinschaft für die provinzialrömische Forschung in der Schweiz (ARS) Gesellschaft Pro Vindonissa Basler Zirkel für Urund Frühgeschichte Arbeitsgemeinschaft Prospektion Schweiz Albert-Weitnauer-Stiftung Departement Bildung und Kultur Fachstelle Archäologie TITELBILD. Eingang mit Inschrift und Wappen der Familie von Salis. Palazzo Salis, Bondo. Foto: Andrea Badrutt
ianua patet cor magis ZUM GELEIT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Ana Z. Maspoli TABULA GRATULATORIA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 BIBLIOGRAFIE VON PETER-ANDREW SCHWARZ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 LISTE DER VON PETER-ANDREW SCHWARZ AB 2007 BETREUTEN ABSCHLUSSARBEITEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 DIE VINDONISSA-PROFESSUR AN DER UNIVERSITÄT BASEL – EIN INTERKANTONALES ERFOLGSMODELL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 Thomas Doppler, Elisabeth Bleuer und Georg Matter 15 JAHRE LEGIONÄRSPFAD VINDONISSA: EINE ERFOLGSGESCHICHTE . . . . . . . . . . . 31 Rahel Göldi (K)EINE ZUKUNFT OHNE HERKUNFT? GEDANKEN ZUM STATUS QUO UND HERAUSFORDERUNGEN DER ARCHÄOLOGIE IN DER SCHWEIZ IM 21. JAHRHUNDERT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41 Andrea Schaer GÄHNENDE LEERE? VERBREITUNGSKARTEN, IHRE GESCHICHTE UND INTERPRETATION AM BEISPIEL SPÄTREPUBLIKANISCHEN BRONZEGESCHIRRS 49 Holger Baitinger und Gabriele Rasbach ENTRE ARGENTORATE ET VINDONISSA LES CAMPS MILITAIRES JULIO-CLAUDIENS D’OEDENBURG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61 Michel Reddé CIL III 4441 – EINE INSCHRIFT SUCHT IHREN TEMPEL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67 Franziska Beutler, Christian Gugl, Gabrielle Kremer und Mario Wallner DIE JOCHWEIHUNG DES VETERANEN PRIMANIUS INGENU(U)S MIT NENNUNG DER CULTORES UND COLONI AUS KRATZENBURG . . . . . . . . . . . . . . . . 81 Peter Henrich BUILD THAT WALL! ÜBERLEGUNGEN ZUM ARBEITSAUFWAND BEI DER ERRICHTUNG DER GALLIENISCHEN STADTMAUER VON VERONA . . . . . . . . . . . . . . . . . 91 Ulrich Stockinger RETOUR SUR LE BUSTE EN OR D’AVENCHES . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .101 Michel E. Fuchs INHALT
ianua patet cor magis KARNIVORE NEANDERTALER UND RÖMISCHE GERSTENFRESSER: ZUR VERKNÜPFUNG VON TIERISCHEM PROTEIN MIT «URSPRÜNGLICHER MÄNNLICHKEIT» UND MACHT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .111 Brigitte Röder EQUIDEN ALS SPIEGEL VON MENSCH-TIER-BEZIEHUNGEN IN RÖMISCHER ZEIT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .121 Claudia Gerling DONNÉES RÉCENTES SUR L’HABITAT GALLO-ROMAIN DE COURROUX (CANTON DU JURA) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .131 Robert Fellner et Céline Robert-Charrue Linder EINE EISENPFEIFE VON DER SPÄTLATÈNEZEITLICHEN HÖHENBEFESTIGUNG MONTCHAIBEUX (JU) – ENDLICH EIN BEWEIS FÜR KELTISCHE PFEIFENRAUCHER? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .141 Raphael Berger, Andreas Heege und Elena Prado EIN GLÜCKSBRINGER AUS DER VILLA RUSTICA VON FLUMENTHALATTISHOLZWALD IM KANTON SOLOTHURN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .155 Mirjam Wullschleger HANDWERK IM BILD – BERUFSDARSTELLUNGEN AUF RÖMISCHEN GEFÄSSEN ALS AUSDRUCK GEMEINSCHAFTLICHER IDENTITÄT: EIN NEUER BLICK AUF EINEN ALTBEKANNTEN FUND AUS STUDEN BE/PETINESCA . . . . . . . . . . . . . . . . .165 Christa Ebnöther und Andrew Lawrence mit Beiträgen von Markus Scholz und Günther E. Thüry SCHON DREIMAL AUSGEGRABEN UND DENNOCH ETWAS GEFUNDEN – DIE RÖMISCHE VILLA AUF DEM LENDENBERG BEI SCHLEITHEIM . . . . . . . . . . . . . . . .179 Valentin Homberger «THE BITE OF A SNAKE» EINE GUSSFORM FÜR SCHLANGEN ARMREIFEN AUS KEMPRATEN . . . . . . . . . . . . . . . .191 Regula Ackermann, Hannes Flück und Markus Helfert AUF DER SUCHE NACH DER PIONIERBESIEDLUNG. ZUR FRÜHZEIT VON AUGUSTA RAURICA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 203 Sven Straumann, Sandra Ammann und Hans Sütterlin AUGUSTUS IN AUGST: EIN BRONZE NACHGUSS DER STATUE VON PRIMAPORTA IM GARTEN DER VILLA CLAVEL UND DIE ITALIENISCHE KUNSTINDUSTRIE . . . . 221 Martin A. Guggisberg VERFLIXT UND ZUGEMAUERT – NEUES ZUR WESTFRONT DES HAUPTFORUMS VON AUGUSTA RAURICA . . . . . . . . . 233 Juha Fankhauser, Simon Friz, Cédric Grezet und Claude Spiess VOM FEILKLOBEN ZUM SCHRAUBSTOCK – 2000 JAHRE KLEMM VORRICHTUNGEN IM HANDWERK . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 251 Alex R. Furger ERRARE HUMANUM EST: EIN ANTONINIAN FÜR TETRICUS II. MIT FEHLERHAFTER LEGENDE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 267 Markus Peter
ianua patet cor magis SCHÄDEL GEFUNDEN! NEUES ZUM PLATTENGRAB BEIM FELDHOF IN AUGUSTA RAURICA/AUGST . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 271 Michael Baumann EINE SELTENE BEIGABE IN EINEM FRÜHMITTELALTERLICHEN FRAUENGRAB AUS KAISERAUGST . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 277 Simone Mayer ZU ZWEI NEUENTDECKTEN ZIEGELPLATTEN MIT GRAFFITI AUS DEM CASTRUM RAURACENSE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 287 Jakob Baerlocher PRIMI VINDONISSENSES – DIE SPÄTLATÈNEZEITLICHEN BRANDGRÄBER DER GRABUNG WINDISCH-SPILLMANNWIESE V.003.1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 295 Örni Akeret, Cornelia Alder, Sabine Deschler-Erb und Lara Kurmann ACHILL AUF EINEM GOLDRING MIT GLASKAMEO AUS VINDONISSA . . . . . . . . . . . . . 311 Regine Fellmann Brogli und Stefanie Martin-Kilcher EIN BISSCHEN GLAS MUSS SEIN! ZU EINER GESICHTSPERLE AUS DEM GRÄBERFELD AM REMIGERSTEIG IN VINDONISSA/BRUGG AG . . . . . . . . . 321 Sylvia Fünfschilling EINE TÖNERNE STÜTZFIGUR AUS VINDONISSA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 327 Rudolf Känel LETZTE RUHE MIT RHEINBLICK. NEUES UND ALTES ZU DEN SPÄTANTIKEN BESTATTUNGEN IN MUMPF . . . . . . . . . . 335 Nathalie Hertig AUF DEM WINDISCHER SPORN – ANMERKUNGEN ZU EINER SPÄTRÖMISCHEN BEFESTIGUNG VON VINDONISSA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 343 Matthias Flück und Jürgen Trumm MAUERN UND MÜNZEN AUF DER EGG ZWISCHEN MANDACH UND VILLIGEN – EINE ALTE GRABUNG IN NEUEM LICHT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 361 Valentin Häseli EIN ZERSTÖRTES GRÄBERFELD DER MITTELKAISERZEIT AN DER AESCHENVORSTADT IN BASEL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 375 Markus Asal EXILE? ON MAIN STREET? DIE SPÄTANTIK-FRÜHMITTELALTERLICHEN BESTATTUNGEN ÖSTLICH DES MÜNSTERHÜGELS (BASEL-ANTIKENMUSEUM) UND IHR KONTEXT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 387 Martin Allemann und Anna Flückiger WIE KOMMT EINE TÖRICHTE JUNGFRAU VOM MÜNSTER NACH ST. LEONHARD? TRANSFER EINES BASLER STATUEN FRAGMENTES . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 399 Christoph Philipp Matt SECOND LIFE DER DINGE: BASLER SPOLIEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 409 Hans-Rudolf Meier KOT, KULT UND KÜCHE – TAUBEN IN MARRAKESCH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 419 Thomas Reitmaier und Raphael Sele ABKÜRZUNGEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 429
317 ianua patet cor magis ACHILL AUF EINEM GOLDRING MIT GLASKAMEO Regine Fellmann Brogli und Stefanie Martin-Kilcher DER GLASKAMEO SELTENE BODENFUNDE Kameen sind im Vergleich zu vertieft geschnittenen Gemmen um ein Vielfaches seltener. Sie stehen in der grosser Berliner Gemmensammlung etwa in einem Verhältnis von 1:25, bei Bodenfunden sind sie noch deutlich seltener31. Aus dem Gebiet des antiken Vindonissa wurden bis heute 96 geschnittene Steine doku mentiert. Lediglich drei davon sind Kameen, das Verhältnis ist demnach 1:32. Wie der Glaskameo mit Achill ▶ 1,b sind die beiden anderen Kameen aus zweifarbigem Glas gefertigt, einmal mit weissem Bild auf braunem, einmal auf blauem Hintergrund. Der eine Kameo zeigt einen Amor und wurde 2004 bei Ausgrabungen im Nordteil des Legionslagers, im Bereich von Kasernen, in der Verfüllung eines Abwasserkanals entlang einer Lagerstrasse gefunden32. Der andere zeigt einen Ziegenbock und wurde 1937 in Brugg, in einer Grube mit Keramik des 1. Jahrhunderts n. Chr., im Bereich einer Gruppe von frühmittelalterlichen Körpergräbern gefunden33. Sie wiesen beide bei der Auffindung keine Reste einer Fassung auf, es muss deshalb offenbleiben, ob sie ehemals in Fingerringe gefasst waren. Denn ein Fund von gleich drei zweifarbigen Glaskameen, der 1919 im Legionslager von Mogontiacum/ Mainz zutage kam, belegt, dass auch eine einfache Kastenfassung mit zwei Ösen möglich ist34. Die so gefassten Kameen dürften aber eher nicht, wie damals vorgeschlagen, als «Schmuckgehänge» gedient haben. Zu erwägen wäre eine Verwendung als Verzierungen von persönlichen Ausrüstungsgegenständen, in der Art wie es eine mit Gemmen verzierte Schwertscheide aus Kalkriese zeigt35. AUFWENDIGE HERSTELLUNG Die Glaskameen sind günstigere Varianten der aus verschiedenfarbigem Lagenachat oder einfarbigen Halbedelsteinen geschnittenen Kameen, wirken aber in Ringen gefasst ebenso dekorativ und auffällig. Zur Herstellung wurde eine Form verwendet, in die zuerst weisses Glaspulver in die Vertiefungen der Darstellungen eingebracht wurde, darüber kam ein dunkel eingefärbtes Glasstück, das, einmal erhitzt, in die Form gepresst wurde36. War das Bild sehr fein und kleinteilig, konnte es vorkommen, dass die weisse Glasmasse nicht ganz präzis eingebracht wurde und sich auch um die Figuren abzeichnete. War die Form schon mehrfach gebraucht, nutzte sie sich ab und Details des Bildes erschienen zunehmend weniger klar ausgeprägt37. Die Qualität unseres Kameos zeigt sich darin, dass die weisse Masse das Bild gut lesbar wiedergibt. Die Details, wie das Gesicht Achills oder der Kopf der Gorgo Medusa auf dem Schild, sind hingegen etwas unscharf ▶ 1,b. Gut möglich also, dass die Form schon mehrmals in Verwendung war. Die den Glaskameen zugrunde liegenden Originale sind nur selten erhalten, Repliken können in einoder mehrfarbigen Varianten vorkommen38. Zweifarbige Glaskameen weisen durch ihre Herstellungstechnik und dekorative Wirkung eine Verbindung zu den zweifarbigen, figürlich verzierten Glasgefässen auf wie z. B. der sog. Portlandvase. Sie gehörten somit zweifellos zu den Luxusobjekten ihrer Zeit39. 22 Greifenhagen 1970, Taf. 59, 5 (FG 6756); Taf. 59, 8 (FG 110 69). Platz-Horster 2012, 54–55 Kat. 5. Mit Dank an Agnes Schwarzmaier und Barbara Niemeyer, Antikensammlung Berlin, für die Möglichkeit der Autopsie und für Fotos. 23 Greifenhagen 1970; Platz-Horster/ Niemeyer 2006 (nicht zu vergessen ein Paar silberne Scyphi und eine muschelförmige Dose; dazu kommen weitere Gegenstände); Istenič/ Ragolič 2023, 168. 24 Platz-Horster/Niemeyer 2006, 793 dachte an eine Kaiservilla. | Bei den Gegenständen wurden Reste einer eisenbeschlagenen Holztruhe gefunden: ebd. 797. 25 Vierneisel 1978, 184– 195 (Text von G. Platz-Horster); zu den Mädchengräbern MartinKilcher 2000. 26 Vierneisel 1978, 190 Abb. 284–287. 27 MartinKilcher 2000. 28 Bibliothèque nationale de France BnF, Paris, Inv. Seyrig.1973.1.480. Vollenweider/Avisseau-Broustet 2003, No. 79. Mit Dank an Mathilde Avisseau-Broustet für Fotos. 29 Z. B. Roberts u.a. 2010. 30 Furger 1990. 31 Platz-Horster 2012, 35 mit Anm. 166 bis 171 zum zahlenmässigen Verhältnis von Gemmen zu Kameen aus diversen Fundorten. 32 Inv.-Nr. V.004.3/543.2 Amor (braunweisser Glaskameo, 1,7 × 1,3 cm). Der Abwasserkanal datiert in Bauperiode 4 (ab ca. 40 n.Chr.) und wurde vor Auflassung des Legionslagers 101 n.Chr. aufgefüllt. Vgl. dazu Benguerel u.a. 2010, 62. 109. 332 (Kat.-Nr. Gl915) mit Taf. 59. 33 Inv.-Nr. Bru.37.2/0.2 Ziegenbock (blau-weisser Glaskameo, Masse nicht bekannt). Vgl. dazu Simonett 1938, 106 mit Abb. 28. Ob die damals beobachteten beiden Gruben möglicherweise auf frühkaiserzeitliche Gräber an der Strasse von Vindonissa nach Augusta Raurica/Augst hinweisen, muss offenbleiben. Der Kameo ist heute leider verschollen. 34 Kutsch 1920. 35 Franzius 1999, bes. 581–587. 36 Zur Herstellung von zweifarbigen Glaskameen vgl. Weiss 1999; Lierke 2011; Platz-Horster 2012, 34. 37 Vgl. dazu Platz-Horster 2012, 34 (mit Bsp.); Weiss 1999, 81 mit Abb. 209. 38 Vgl. Platz-Horster 2012, 34 (mit Bsp.) und Anm. 160; Zwierlein-Diehl 2007, 326–329. 39 Zur Portlandvase und anderen Kameogefässen vgl. Zwierlein-Diehl 2007, 169–177. 248. 329–332. 11 Goldener Fingerring mit blauem Glaskameo und weisser Auflage, mit dem Portrait des jungen Tiberius. Paris, Bibliothèque nationale de France. Ring 2,4 × 1,8 cm (aussen); 1,85 × 1,3 cm (innen). M. 1:1; Detail vergrössert.
318 ianua patet cor magis ACHILL AUF EINEM GOLDRING MIT GLASKAMEO Regine Fellmann Brogli und Stefanie Martin-Kilcher DAS MOTIV DES LEIER SPIELENDEN ACHILL Das auf unserem Kameo dargestellte Bild des Leier spielenden Kriegshelden Achill geht zurück auf eine Passage im 9. Buch der Ilias von Homer, in der sich Achill aus dem Kriegsgeschehen zurückgezogen hat und eine griechische Gesandtschaft bei ihm eintrifft, um ihn zum Wiedereintritt zu bewegen. Geschildert wird, wie diese ihn, auf der Leier spielend und von Siegestaten singend, vorfanden40. Achill hatte sich in seiner Ehre gekränkt aus dem Kampfgeschehen zurückgezogen, da er zuvor seine Geliebte Briseis an Agamemnon hatte abgeben müssen41. Die Szene zeigt den Helden, ohne den die Griechen gemäss dem Mythos den trojanischen Krieg nicht gewinnen konnten, in einer Szene, die zweifellos voraussetzt, dass der Besitzer des Fingerrings mit der literarischen Vorlage vertraut war, also zu einer gebildeten Schicht gehörte. Man darf ausserdem vermuten, dass Achill in der dargestellten Szene für den Ringbesitzer positiv konnotiert war, da man davon ausgehen kann, dass die Motive nicht zufällig gewählt wurden42. Dies ist deshalb erwähnenswert, weil sich die Rezeption der Figur Achills im Laufe der Zeit änderte. Während Achill durch Homer zum Symbol für echtes Heldentum geworden war und diese positive Rezeption im 5. Jahrhundert v.Chr. ihren Höhepunkt erlebt hatte, entwickelte sich in der Folge, insbesondere vorangetrieben durch die römische Dichtung ab augusteischer Zeit, ein Nebenstrang, der den Helden kritisch sah. So erscheint er z. B. in Vergils Aeneis als wilder, mitleidloser Massenschlächter. Die Regierenden Roms und ihre Sympathisanten, die sich als «Nachkommen» der Troianer verstanden, sahen ihn vorwiegend negativ43. Trotzdem fanden Darstellungen des Achills, gerade auch im privaten Medium der Glyptik, in römischer Zeit Anklang, insbesondere auch Bilder, die ihn mit dem Kentauren Chiron zeigen, der ihn das Leierspiel lehrte44. Auch in Vindonissa kam eine Gemme mit Achill, der vom Kentauren Chiron im Leierspiel unterrichtet wird, zum Vorschein; diese ist heute aber leider verschollen45. Das Bild des Leier spielenden Achill, der seine Waffen niedergelegt hat, findet sich in der Glyptik weit seltener, ist aber besonders spannend, da eine aussergewöhnliche Gemme mit Signatur des griechischen Gemmenschneiders Pamphilos dieses Motiv zeigt. Nun steht unser Glaskameo tatsächlich in Beziehung zu diesem aussergewöhnlichen Amethyst in Paris und einem Karneol in der Sammlung des Duke of Devonshire in Chatsworth, weshalb wir diese beiden Stücke im Folgenden etwas genauer betrachten. ZWEI ÜBERRASCHENDE VERGLEICHSSTÜCKE – EIN AMETHYST MIT SIGNATUR DES GEMMENSCHNEIDERS PAMPHILOS UND EIN KARNEOL IN CHATSWORTH (GB) Der violett durchscheinende, äusserst fein geschnittene Amethyst mit der Signatur des Gemmenschneiders Pamphilos (ΠΑΜΦΙΛΟΥ) ▶ 12 kann in das zweite Drittel des 1. Jahrhunderts v.Chr. datiert werden46. Die Gemme ist nur wenig grösser als unser Kameo und zeigt das Motiv vertieft und deshalb seiten verkehrt auf einem hochovalen Stein. Im Detail vergleich der beiden Bilder lassen sich weitere Unterschiede feststellen: so ist die Beinstellung des Achill anders, die Leier zeigt eine langgestreckte Form und die abgestellten Waffen sind anders verteilt. Sowohl für die hochovale47 wie für die querovale Bildvariante lassen sich weitere Vergleichsstücke beibringen. Jene, welche die querovale Bildvariante wiedergeben, ein Glaskameo in Berlin ▶ 13 und eine Karneol gemme in der Sammlung des Duke of Devon shire in Chatsworth (GB) ▶ 14, sind in unserem Zusammenhang besonders wichtig48. Beide Stücke zeigen nämlich die Szene exakt so wie auf dem Glaskameo aus Vindonissa, sodass es als sicher gelten kann, dass ihnen das gleiche antike Vorbild zugrunde liegt. Dies ist umso bedeutender, da die ebenfalls mit der Signatur ΠΑΜΦΙΛΟΥ versehene Gemme in Chatsworth seit langem als Kopie des 18. Jahrhunderts gilt49. Grund für diese Einschätzung waren Vergleiche der Komposition und stilistischen Ausarbeitung mit dem Amethyst in Paris, die zur Einschätzung führten, dass es sich um eine «ganz elende moderne Kopie mit einigen Modifikationen» handle, sowie die Tatsache, dass die Buchstaben der Künstlersignatur ohne Rundperlenenden geschnitten sind50. Weil nun durch den Glaskameo aus Vindonissa belegt ist, dass die Bildanordnung sicher antik ist, fallen die Argumente basierend auf Komposition und deren stilistischer Ausführung für eine 12 Gemme aus Amethyst mit Signatur des Gemmenschneiders Pamphilos und Darstellung des Leier spielenden Achill. Paris, Bibliothèque nationale de France (Inv.- Nr. 58.1815). Gemme 1,6 × 1,3 cm. M. 2:1. 13 Violett durchscheinender Glaskameo mit Darstellung des Leier spielenden Achill. Berlin, Staatliche Museen, Antikensammlung (Inv.-Nr. FG 11274). Kameo 1,35 × 1,5 cm (ohne Gussrand). M. 2: 1.
319 ianua patet cor magis ACHILL AUF EINEM GOLDRING MIT GLASKAMEO Regine Fellmann Brogli und Stefanie Martin-Kilcher nach antike Datierung weg. Der Karneol aus der Sammlung des Duke of Devonshire dürfte demnach antik sein. Ob die Signatur zeitgenössisch ist oder nachträglich aufgebracht wurde, muss derzeit freilich offenbleiben51. Für den Goldring aus Vindonissa bedeutet dies, dass er unmittelbar in Verbindung zum Werk eines signierenden und aus dem griechischen Osten stammenden Gemmen schneiders gesetzt werden kann. Auftraggeber für solch erstklassige Werke dürften in einer kaufkräftigen und gebildeten Schicht zu suchen sein, in einer Zeit in der gerade die Glyptik als Medium der politischen Propaganda eine grosse Rolle spielte. Paweł Gołyźniak hat unlängst vorgeschlagen, dass der Amethyst des Pamphilos im Zusammenhang mit dem römischen Feldherrn Pompeius und seinem Triumph in Rom 61 v. Chr., nach seinem Sieg über Mithridates VI., gesehen werden darf. Das Bild stelle Pompeius als Achill dar und spiele damit auf dessen Mythos und militärische Grösse und gleichzeitig auf Alexander den Grossen an52. Den Auftraggeber der von Pamphilos signierten Gemme mag man durchaus in diesem politischen Umfeld suchen, auch wenn eindeutige Hinweise fehlen, um das Bild direkt mit Pompeius in Verbindung zu bringen. Die Tatsache, dass Achill in der spätrepublikanischen Münzprägung keine Rolle spielte, deutet darauf hin, dass das Motiv und dessen Botschaft vielmehr persönlich als politisch geprägt waren. Dass es durch die Verwendung auf Glaspasten dennoch eine gewisse Verbreitung erfuhr, zeigt im Gegensatz dazu, dass seine «Aussenwirkung» durchaus gewollt, aber möglicherweise auf einen engen Kreis beschränkt war. FAZIT Kehren wir nach Vindonissa zurück. Der Goldring und der Kameo dürften also um oder bald nach der Mitte des 1. Jahrhunderts v.Chr. gearbeitet worden sein. Vieles spricht für eine Goldschmiedearbeit in Rom und das Umfeld einer gebildeten Schicht, in der dieses kleine Bild des Leier spielenden, nicht kämpfenden Helden Achill als Zeichen einer Sympathiebekundung verstanden werden konnte. Spätestens im zweiten Drittel des 1. Jahrhunderts n.Chr. ging der Ring – im Bereich einer Strasse? – verloren (oder er wurde deponiert?)53. Zwischen der Herstellung in Rom und dem Tag, an dem der Ring in Vindonissa in den Boden kam, können mehr als drei Generationen liegen. Für den letzten Besitzer, der vielleicht als Beamter oder Offizier aus Rom nach Vindonissa kam, stellte er zweifellos ein Erbstück54 dar, das eine wichtige Bedeutung in der Familie selbst hatte. Deshalb wurde der Ring nicht als Goldwert benutzt, wie das bei anderen nicht mehr zeitgemässen Schmuck stücken üblich war55. Dass mit dem Bild auf dem Kameo ältere Ideale evoziert wurden, unterstreicht im Übrigen die kaiserzeitliche Kleinkunst, in der Achill kaum dargestellt wird und beispielsweise auf Waffen ganz fehlt56. LITERATURVERZEICHNIS Allen 2023: R. Allen, Signum and self: engraved gemstones and the expression of identity at Herculaneum. Acta Arch. et Artium Hist. Pertinentia 33, 2023, 357–386. doi: https://doi.org/10.5617/ acta.10450. Avisseau-Broustet / Colonna 2017: M. Avisseau-Broustet / C. Colonna (Hrsg.), Le luxe dans l’Antiquité: trésors de la Bibliothèque nationale de France (Arles 2017). Benguerel u. a. 2010: S. Benguerel/V. Engeler-Ohnemus/ H. W. Doppler/Ch. Meyer-Freuler/B. Stopp, Zum Lagerausbau im Nordwesten von Vindonissa. Veröff. GPV XXI (Brugg 2010). Bordenache Battaglia 1983: G. Bordenache Battaglia (Hrsg.), Corredi funerari di età imperiale e barbarica nel Museo nazionale Romano (Rom 1983). De Juliis 1986: E. M. De Juliis (Hrsg.), Les Ors hellénistiques de Tarente (Milano 1986). 40 Ilias, Buch IX, Vers 186–189. 41 Zum Mythos des Achilleus und der Rezeption in Literatur und Kunst vgl. Gödde 2008. 42 Zu Bedeutung der Ringmotive und möglichen Rückschlüssen auf den Ringbesitzer vgl. z. Bsp. Allen 2023; Marshman 2016, 106–129. 43 Vgl. dazu Latacz 2014, 261–265; Gödde 2008, 1–4. 44 Zu Darstellungen des Achill allgemein vgl. Kemp-Lindemann 1975; Kossatz-Deissman 1981; Gödde 2008, 3–4. Zu Achill und Chiron vgl. Kemp-Lindemann 1975, 18–24; Kossatz-Deissman 1981, 40–55 bes. 54; Platz-Horster 1984, 60–61, Kat.-Nr. 50 (mit Verweis auf zahlreiche Parallelen). 45 Karneolgemme Inv.-Nr. 31:6466, gefunden 1931 im zentralen Bereich des Legionslagers. Gonzenbach 1952, 70 Kat.- Nr. 18. 46 Avisseau-Broustet / Colonna 2017, 152–153 Kat.-Nr. 30, Inv.-Nr. 58.1815. Masse: 1,8 × 1,5 × 0,45 cm, Mitte 1. Jh. v.Chr. | Zu Gemmenschneidern im 1. Jh. v.Chr. in Rom und zu Pamphilos vgl. Vollenweider 1966, 27; Zazoff 1983, 278–290, bes. 285 mit Anm. 110; Zwierlein-Diehl 1986, 26–28 u. 98; Zwierlein-Diehl 2007, 109–114, bes. 110 (1. Hälfte 1. Jh. v.Chr.); Gołyźniak 2020, 350, Kat.-Nr. 54 Abb. 201 (2. Drittel 1. Jh. v.Chr.). 47 Heres 1971 mit Taf. A und B; Kossatz-Deissmann 1981, 197 Kat.-Nr. 915. 48 Glaskameo Berlin: Platz-Horster 2012, 134 Nr. 251. Genauere Angaben oder ein Foto des Karneols in Chatsworth liessen sich leider nicht beschaffen. Eine moderne Glaspaste des Karneols befindet sich in Würzburg: Zwierlein-Diehl 1986, 288 Nr. 870. 49 Die Gemme wurde bereits in der ersten Hälfte des 18. Jh. im Werk von Philippe de Stosch, Gemmae antiquae caelatae […] (Amsterdam 1724) bekannt gemacht. Vgl. dazu Zwierlein-Diehl 1986, 26–28 sowie 288 Kat.-Nr. 870. 50 Vgl. Heres 1971, 108; Zwierlein-Diehl 1986, 288 Nr. 870; ZwierleinDiehl 2007, 110 Abb. 428 (mit weiteren Lit.-Hinweisen). 51 Nur eine Über prüfung am Original und zusammen mit Spezialistinnen und Spezialisten für Künstlersignaturen könnte uns in dieser Frage weiterbringen. 52 Gołyźniak 2020, 93–110, bes. 95, 106–108. 53 Beispiele bei Martin-Kilcher u.a. 2008, 73. 54 Ein Erbstück stellte ja auch ein etwa zeitgleicher Ring aus dem reichen Mädchengrab vor Rom dar ▶ 9. 55 Vgl. Martin-Kilcher u.a. 2008, 45. 87. 123 Tabelle. 56 Zum Fehlen auf Waffen vgl. Schamper 2015. 14 Moderne, farblose Glaspaste, abgeformt nach dem Karneol in der Sammlung des Duke of Devonshire, Chatsworth. Würzburg, Martin von Wagner Museum der Universität Würzburg. Glaspaste 2,07 × 1,66 cm. M. 2:1.
320 ianua patet cor magis ACHILL AUF EINEM GOLDRING MIT GLASKAMEO Regine Fellmann Brogli und Stefanie Martin-Kilcher Franzius 1999: G. Franzius, Beschläge einer Gladiusscheide und Teile eines cingulum aus Kalkriese, Lkr. Osnabrück. Germania 77, 1999, 567–608. Giraud 1989: H. Giraud, Bagues et anneaux à l’époque romaine en Gaule. Gallia 46, 1989, 173–211. Gödde 2008: S. Gödde, Achilleus. In: M. Moog-Grünewald (Hrsg.), Mythenrezeption. Die antike Mythologie in Literatur, Musik und Kunst von den Anfängen bis zur Gegenwart. Der neue Pauly. Suppl. 5 (Stuttgart/Weimar 2008) 1–14. Gołyźniak 2020: P. Gołyźniak, Engraved gems and propaganda in the Roman Republic and under Augustus (Oxford 2020). Gonzenbach 1952: V. von Gonzenbach, Römische Gemmen aus Vindonissa. Zeitsch. schweizer. Arch. u. Kunstgesch. 13, 1952, 65– 82. Greifenhagen 1970: A. Greifenhagen, Schmuckarbeiten in Edelmetall I. Staatliche Museen Preussischer Kulturbesitz, Antikenabteilung (Berlin 1970). Furger 1990: A. 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Oboukhoff (CNRS-MSH Mondes). 13 Staatliche Museen zu Berlin, Antikensammlung, Foto Bernhard Platz, CC BY-SA 4.0. 14 Martin von Wagner Museum der Universität Würzburg, Foto C. Kiefer. AUTORINNEN Regine Fellmann Brogli:
[email protected] Stefanie Martin-Kilcher:
[email protected]
429 ianua patet cor magis ABKÜRZUNGEN Grundsätzlich gelten die Zitier-Richtlinien und Abkürzungen der Römisch-Germanischen Kommission (vgl. Ber. RGK 71, 1990, 973 – 998; 73, 1992, 477 – 540). Zusätzlich werden folgende Abkürzungen für Zeitschriften verwendet: AKB Archäologisches Korrespondenzblatt AFS Archäologischer Führer der Schweiz AS Archäologie der Schweiz ASA Anzeiger für Schweiz. Altertumskunde ASA N.F. Anzeiger für Schweizerische Altertumskunde, Neue Folge ASSPA Annuaire de la Société Suisse de Préhistoire et d’Archéologie Ber. RGK Berichte der Römisch-Germanischen Kommission BPA Bulletin de l’Association Pro Aventico CAR Cahiers d’Archéologie Romande CIL Corpus Inscriptionum Latinarum HA Helvetica Archaeologica JbAK Jahresbericht aus Augst und Kaiseraugst JbAS Jahrbuch Archäologie Schweiz Jber. GPV Jahresbericht der Gesellschaft Pro Vindonissa Jber. SLMZ Jahresbericht des Schweiz. Landesmuseums Zürich JbHVFL Jahrbuch des Histor. Vereins für das Fürstentum Liechtenstein JbRGZM Jahrbuch des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz JbSGU Jahrbuch der Schweiz. Gesellschaft für Urgeschichte JbSGUF Jahrbuch der Schweiz. Gesellschaft für Urund Frühgeschichte MAGZ Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft Zürich RIC The Roman Imperial Coinage SPM Die Schweiz vom Paläolithikum bis zum frühen Mittelalter UFAS Urund frühgeschichtliche Archäologie der Schweiz Veröff. GPV Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa ZAK Zeitschrift für Schweiz. Archäologie und Kunstgeschichte Weitere Abkürzungen und Siglen: ADB Archäologischer Dienst Bern AE L’Année Épigraphique AR Augusta Raurica EAD Eidgenössisches Archiv für Denkmalpflege (Grafische Sammlung SNB) EDCS Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby GPV Gesellschaft Pro Vindonissa GS Grafische Sammlung HLS Historisches Lexikon der Schweiz HMB Historisches Museum Basel HRL Hochrhein-Limes IDR Inscriptiones Daciae Romanae ILAlg Inscriptions latines d’Algérie ILJug Inscriptiones Latinae quae in Iugoslavia … repertae et editae sunt KAAG Kantonsarchäologie Aargau KASG Kantonsarchäologie St.Gallen KDM BS Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Stadt MAGZ Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft Zürich ÖAI Österreichisches Archäologisches Institut ÖAW Österreichische Akademie der Wissenschaften PIR Prosopographia Imperii Romani PIR² Prosopographia Imperii Romani (2. Auflage) PLRE The Prosopography of the Later Roman Empire RIB The Roman Inscriptions of Britain RIU Die römischen Inschriften Ungarns SMRA Site et Musée romains d’Avenches SNB Schweizerische Nationalbibliothek ThLL Thesaurus Linguae Latinae RPC Münz-Typ nach Burnett u.a. 1992 Allgemeine Abkürzungen: Abb. Abbildung Anm. Anmerkung B. Breite Bd. Band Beg. N. Begrawiyeh Nord bes. besonders Bsp. Beispiel bspw. beispielsweise bzw. beziehungsweise ca. circa cf. vergleiche Dat. Datierung d. h. das heisst Dm. Durchmesser dt. deutsch ebda. ebenda ehem. ehemalig engl. englisch et al. und andere f./ff. folgende fig. figura/figure Fl. Fläche freundl. freundlich Fragm. Fragment frz. französisch Gr. Grab H. Höhe ha Hektare Imit. Imitation indet. unbestimmt insbes. insbesondere it. italienisch Jh. Jahrhundert Kat. Katalog l. links L. Länge lat. lateinisch Lit. Literatur M. Massstab max. maximal mind. mindestens N Norden n. Chr. nach Christus n. l. nach links n. r. nach rechts Nr./no. Nummer Nrn. Nummern O Osten o. ohne o. ä. oder ähnliches Pos. Position
430 ianua patet cor magis r. rechts rät. rätisch resp. respektive röm. römisch S Süden s. siehe S. Seite Sign. Signatur sog. sogenannt s. o. siehe oben St. Stärke s. u. siehe unten s. v. unter dem Stichwort (sub voce) Taf. Tafel u. und u. a. unter anderem v. a. vor allem v. Chr. vor Christus Verf. Verfasser verm. vermutlich Vorb. Vorbereitung W Westen z. B. zum Beispiel z. T. zum Teil
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