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Richtlinien-Empfehlungen zur Edition von Musikerbriefen

Appel, Bernhard R.; Breig, Werner; Buschmeier, Gabriele; Henze-Döhring, Sabine; Veit, Joachim; Wehner, Ralf

Abstract

Richtlinien-Empfehlungen zur Edition von Musikerbriefen im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Musikerbriefe innerhalb der Fachgruppe Freie Forschungsinstitute in der Gesellschaft für Musikforschung vorgelegt von Bernhard R. Appel (Neue Robert-Schumann-Gesamtausgabe) Werner Breig (Richard-Wagner-Briefausgabe) Gabriele Buschmeier (Konferenz der deutschen Akademien der Wissenschaften, Musikwissenschaftliche Editionen; Gluck-Gesamtausgabe) Sabine Henze-Döhring (Giacomo-Meyerbeer-Briefausgabe) Joachim Veit (Carl-Maria-von-Weber-Gesamtausgabe), Ralf Wehner (Mendelssohn-Gesamtausgabe) Redaktion: Bernhard R. Appel und Joachim Veit Mainz, Akademie der Wissenschaften und der Literatur 1997

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Richtlinien-Empfehlungen zur Edition von Musikerbriefen im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Musikerbriefe innerhalb der Fachgruppe Freie Forschungsinstitute in der Gesellschaft für Musikforschung vorgelegt von Bernhard R. Appel (Neue Robert-Schumann-Gesamtausgabe) Werner Breig (Richard-Wagner-Briefausgabe) Gabriele Buschmeier (Konferenz der deutschen Akademien der Wissenschaften, Musikwissenschaftliche Editionen; Gluck-Gesamtausgabe) Sabine Henze-Döhring (Giacomo-Meyerbeer-Briefausgabe) Joachim Veit (Carl-Maria-von-Weber-Gesamtausgabe), Ralf Wehner (Mendelssohn-Gesamtausgabe) Redaktion: Bernhard R. Appel und Joachim Veit Mainz Akademie der Wissenschaften und der Literatur 1997 (Der nachfolgende Text entspricht der 1. Auflage Mainz 1997, Aktualisierungen sind für die 2. Auflage im Sommer 2001 vorgesehen.) 3 Inhaltsverzeichnis: Vorbemerkungen ................................................ 4 Definition des zu edierenden Textes ................................. 5 Briefnumerierung ................................................ 6 Kopfleiste des Briefes ............................................ 6 Kolumnentitel .................................................. 8 Wiedergabe des Brieftextes ........................................ 8 Diakritische Zeichen und Auszeichnungsarten ........................ 11 Zur Frage der Einordnung undatierbarer Briefe ....................... 13 Apparat ...................................................... 14 Register und Verzeichnisse ....................................... 17 Sonstiges ..................................................... 19 Musterbrief und -apparat ......................................... 21 Glossar ....................................................... 25 Bibliographie .................................................. 27 Praktische Hinweise ............................................ 31 Kooperationsmöglichkeiten ...................................... 32 Kontakt-Adressen laufender Briefeditionen ......................... 33 4 1 Vgl. dazu den von Hanspeter Bennwitz, Gabriele Buschmeier und Albrecht Riethmüller herausgegebenen Band: Komponistenbriefe des 19. Jahrhunderts. Bericht des Kolloquiums Mainz 1994 (= Abhandlungen der Geistesund Sozialwissenschaftlichen Klasse / Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Jg. 1997, Nr. 4), Mainz: Steiner, 1997. 5 Vorbemerkungen Die von der Arbeitsgemeinschaft Musikerbriefe am 5. Oktober 1994 in Leipzig beauftragte Arbeitsgruppe legt hiermit Richtlinien-Empfehlungen zur Edition von Musikerbriefen vor. Die Arbeitsgemeinschaft Musikerbriefe hatte sich im Anschluß an das Kolloquium Komponistenbriefe des 19. Jahrhunderts gebildet, das im Auftrag des Ausschusses für musikwissenschaftliche Editionen der Konferenz der deutschen Akademien der Wissenschaften am 17. und 18. Juni 1994 in den Räumen der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, stattgefunden hat1. Vorliegende Empfehlungen sind das Ergebnis von Beratungen der in Leipzig beauftragen Arbeitsgruppe. Die Arbeitsgruppe hatte es sich zur Aufgabe gemacht, editorische Erfahrungen aus laufenden Editionsprojekten unter Berücksichtigung vergleichbarer germanistischer Editionen sowie einschlägiger theoretischer Abhandlungen zur Editionsphilologie kritisch auszuwerten, um daraus Empfehlungen abzuleiten, die vor allem neu beginnenden bzw. im Aufbaustadium befindlichen Musikerbriefausgaben eine Planungsgrundlage liefern sollen. Dies dient einerseits der Arbeitsökonomie bei der Konzeption neu beginnender Briefeditionen und zielt andererseits darauf ab, die editorischen Praktiken unter Berücksichtigung des gegenwärtig erreichten Standards historisch-kritischer Editionen benutzerfreundlich zu vereinheitlichen. Notwendigerweise lassen die Empfehlungen Sonderprobleme außer acht, die sich aus der spezifischen Quellensituation einzelner Briefeditionen ergeben können. Die Arbeitsgruppe räumt ein, daß der Blickwinkel der vorliegenden Empfehlungen im Hinblick auf den historischen Geltungsbereich möglicherweise verengt ist, da alle Mitglieder der Arbeitsgruppe ausschließlich mit Briefen aus dem 19. Jahrhundert befaßt sind. Besonderheiten, die sich bei der Brief-Publikation auf CD-ROM und anderen elektronischen Veröffentlichungsformen ergeben, werden in den vorliegenden Richtlinien-Empfehlungen nicht berücksichtigt, da hierzu noch keine Erfahrungen vorliegen. Auf typographische Auszeichnungen gehen die Empfehlungen meist nur pauschal ein, da diese häufig von Verlagsusancen bestimmt werden. Es empfiehlt sich jedoch, rechtzeitig vor der Publikation entsprechende Vereinbarungen mit dem Verlag zu treffen, da dies die Editionsarbeit erheblich vereinfachen kann. 6 Die Arbeitsgruppe schlägt für die einzelnen Aspekte der Briefeditionen Musterlösungen vor, die im vorliegenden Papier begründet, durch Beispiele illustriert und durch Literaturverweise ergänzt werden. Gelegentlich werden auch alternative Lösungen editorischer Einzelprobleme angeboten, da unterschiedliche Sachlagen unterschiedliche Vorgehensweisen nahelegen. 7 Definition des zu edierenden Textes Unter Briefen sind Texte zu verstehen, die als Mitteilung eines Schreibers an einen Adressaten abgefaßt wurden. Als Quellen kommen autographe, maschinenschriftliche, im Auftrag eines Absenders handschriftlich oder maschinenschriftlich erstellte Dokumente ebenso in Frage, wie vom Absender veranlaßte fremdschriftliche Mitteilungen (z. B. Telegramme und Rundbriefe). Überlieferungsträger sind beschriebene Papierblätter, mit Vordrucken (Briefkopf) versehene Briefbögen, Postkarten und handoder maschinenschriftlich ergänzte Formulare (z. B. Telegramme). Der Typus des Überlieferungsträgers (Dokumenttyp) ist, sofern er vom Brief im engeren Sinne abweicht, im Apparat zu benennen. Hierzu gehört auch die Angabe, ob es sich um ein Briefkonzept, eine Reinschrift bzw. Ausfertigung, eine Abschrift (Durchschrift, Kopie) zum Zwecke der Aktenablage o. ä. handelt. Unter der Gattung "Brief" sind demnach neben der regulären handschriftlichen Ausfertigung adressierter Nachrichten auch Telegramme, Billets (Kurzmitteilungen), amtliche Schreiben und mehrfach verschickte, im Ausfertigungstext identische Rundschreiben (die dennoch als Einzelschreiben zu zählen sind) zu verstehen. Eine Briefausgabe besteht aus Ediertem Text, dem darauf bezogenen Apparat und aus erschließenden Registern. Als zu edierender Text gilt alles, was der bzw. die Verfasser eines Briefes in Hinblick auf seinen/ihren Adressaten im jeweiligen Überlieferungsträger schriftlich niedergelegt hat/haben: Adresse, Anredeformel, Mitteilungstext, Grußformel und eventuellen Postscripta. Bestandteile des Edierten Textes sind ferner jene fremdschriftlichen Textteile, die den Übermittlungsweg des Dokuments erhellen: Hierzu gehören ggf. postalische Vermerke wie Poststempel und Zustellungsvermerke, die im Apparat beschrieben und gegebenenfalls diskutiert werden. In älteren Briefdokumenten bilden Adresse (eventuell mit postalischen Vermerken) und eigentlicher Brieftext eine Überlieferungseinheit. Bei jüngeren Briefdokumenten sind Adresse mit postalischen Vermerken (Briefumschläge) und eigentlicher Brieftext voneinander getrennte Überlieferungsträger, wobei häufig die Umschläge verschollen sind. Gelegentlich kann aber auch umgekehrt nur der Briefumschlag überliefert sein, nicht aber der darin einst eingeschlossene Brief. Bei Telegrammen oder vergleichbaren Übermittlungsformen gilt als zu edierender Text gewöhnlich die den Empfänger erreichende Ausfertigung. Werden vom Schreiber gedruckte Kopfbogen (z. B. Hotel-Kopfbogen) oder Schreibpapiere mit Blindprägungen benutzt, sollte der vorgegebene Fremdtext nur im Apparat vermerkt, jedoch nicht Bestandteil des Edierten Textes sein. Wird dagegen ein als Mitteilung konzipierter vorgedruckter Text verwendet und modifiziert bzw. ergänzt, muß der komplette 8 Text unter Kennzeichnung der vorgedruckten und der handschriftlich ergänzten Teile ediert werden. Erschlossene Briefe, d. h. weder durch Autographe noch durch Abschriften oder Drucke überlieferte, sondern nur indirekt durch Zeugnisse belegte Briefe sowie Briefe ohne überlieferten Text (bei denen z. B. nur der Umschlag auf die Existenz eines Briefes verweist oder die nach einer Auktion in Privatbesitz unzugänglich bleiben) sind – sofern der Schreibvorgang durch den Autor selbst (in anderen Briefen, Tagebüchern usw.), durch den Adressaten oder anders dokumentarisch gesichert ist – , ebenfalls in einer numerierten Kopfzeile zu erfassen und im Apparat zu diskutieren. Briefnumerierung Sofern eine überschaubare und während der Vorbereitungen zur Publikation eines Bandes voraussichtlich nicht mehr zu erweiternde Anzahl von Briefen vorliegt, wird eine bandweise durchgängige Numerierung der Briefe dringend empfohlen, da sie Zitate und Verweise erheblich erleichtert. Kopfleiste des Briefes Jedes Briefdokument wird in einer vom Herausgeber ergänzten und typographisch vom Edierten Text abzusetzenden Kopfleiste betitelt. Die Kopfleiste besteht aus einem numerus currens und gibt in standardisierter Form Briefdatum mit Wochentag, Schreiber, Schreibort, Adressat und Wohnort des Adressaten an. Der Schreibernamen kann entfallen, sofern die Briefausgabe sich auf einen einzigen Autor bezieht. Es empfiehlt sich, Monatsnamen auszuschreiben, da Monatsnummern fehleranfällig sind. Beispiel: 342. OTTO JÄGERMEIER AN RICHARD? SPECHT IN MÜNCHEN MADAGASKAR, MITTWOCH, 3. JANUAR 1872 Erstreckt sich der Zeitraum des Briefschreibens über mehrere Tage, so sind vonbis-Angaben (10. – 12. MAI) bzw. Fortsetzungsdaten (10. UND 12. MAI) anzugeben. Fehlt im Briefdokument das Schreibdatum, so ist dies nach Möglichkeit zu ermitteln bzw. eingrenzend anzugeben (ENDE SEPTEMBER 1848). Alle nicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bestimmten Bestandteile der Kopfleiste sollten durch ein unmittelbar an das entsprechende Wort angefügtes Fragezeichen (ohne Klammer) gekennzeichnet werden (Bsp.: "AN RICHARD? SPECHT ... MITTWOCH, 3.? JANUAR 1872"). 9 Bei kollektiv verfaßten Briefen werden möglichst alle Beteiligten mit in die Kopfleiste aufgenommen (Bsp.: COSIMA UND RICHARD WAGNER AN ...); liegen dagegen nur kürzere Zusätze (Postscripta) anderer Personen vor, wird dies in der Kopfleiste mit dem Etikett "Zusatz" aufgenommen (Bsp: C. M. V. WEBER AN JOHANN GÄNSBACHER MIT EINEM ZUSATZ VON GIACOMO MEYERBEER). Ist das Verfasserkollektiv eine im Brief ausgewiesene Institution, so wird diese in der Kopfzeile genannt (Bsp.: DAS COMITÉ DES NIEDERRHEINISCHEN MUSIKFESTES, DÜSSELDORF, AN ...). Bei Briefen mit zahlreichen Unterzeichnern, deren vollständige Auflistung in der Kopfzeile nicht mehr sinnvoll vorgenommen werden kann, wird – sofern eindeutig erkennbar – der eigentliche Briefautor genannt oder – bei nicht eindeutig zuweisbarer Einzelautorschaft – die jeweils an erster Stelle unterzeichnende Person aufgeführt; in beiden Fällen wird die Namensnennung mit dem Zusatz "und andere" versehen (Bsp.: FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY UND ANDERE AN ...). Die übrigen Mitunterzeichner erscheinen dann vollständig im Edierten Text. Ortsnamen werden an dieser Stelle in der damals gültigen Bezeichnung, jedoch in modernisierter Schreibung wiedergegeben (KÖLN statt CÖLN). Heute durch Eingemeindung, Umbenennung o. a. nicht mehr gebräuchliche Ortsnamen (Bsp.: Tribschen, Karl-Marx-Stadt) werden als historisch gegebene Ortsbezeichnungen beibehalten; ggf. kann die Zuordnung oder genauere Identifizierung über das Register erfolgen. Gleiches gilt für andere lokale Bezeichnungen (z. B. das "Gut Mariafeld"). Wenn der Schreiber je nach Adressat den gleichen Ort unter verschiedenen Bezeichnungen rubriziert (z. B. Mendelssohn aus Bad Soden bzw. Frankfurt), wird diese Eigenheit bewahrt. Läßt sich der Wohnort des Adressaten oder der Aufenthaltsort des Schreibers zum Zeitpunkt der Abfassung des Briefes nicht eindeutig ermitteln, kann dies durch Weglassen der entsprechenden Ortsangabe oder durch Ergänzung eines Fragezeichens ("München?") gekennzeichnet werden. Aus der Namensform in der Kopfleiste soll das Geschlecht des Bezeichneten erkennbar sein. Es werden nur der Rufname oder die zur Identifizierung des Betroffenen zwingend notwendigen Vornamen aufgenommen. Akademische Titel und Amtsbezeichnungen des Adressaten (Geheimrat) entfallen (außer bei unbekanntem Vornamen). Adelstitel sind jedoch wiederzugeben, bei Regierenden vorangestellt (KÖNIG FRIEDRICH WILHELM III., GROSSHERZOG LUDEWIG I.), im übrigen nachgestellt (KARL GRAF VON REUSS). Die Schreibung des Adressatennamens wird bei variant überlieferter Namensschreibung in der Kopfzeile standardisiert. Ist der Adressat nicht ermittelbar, so wird nach Möglichkeit dessen Geschlecht angegeben (... AN EINEN HERRN, AN EINE DAME), andernfalls bleibt der Adressat offen (... AN ?, ... AN UNBEKANNT). Bei Frauen, deren Namen durch Eheschließung wechseln können, ist die zum Zeitpunkt der Abfassung des Briefes jeweils aktuelle Namensform zu wählen. Das Namensregister erfaßt die Fundstellen weiblicher Adressaten dann unter einem Haupteintrag mit jenem Familien- 16 Apparat Der Apparat soll vom Edierten Text räumlich deutlich getrennt werden, da er als vom Herausgeber verfaßter Rechenschaftsbericht und Kommentar lediglich Anhang des Edierten Textes ist. Fußnoten oder den Einzelbriefen unmittelbar nachgestellte Einzelapparate erschweren den Lesefluß und stören die Kontinuität des Edierten Textes. Im Idealfall wird der Apparat in separaten Bänden untergebracht. Umfang und Untergliederung des Apparates werden durch die Eigenart und spezifischen Merkmale des zu edierenden Briefkorpus bestimmt. Nachfolgend wird die umfassendste Form der Untergliederung vorgestellt, wobei je nach Eigenart des Edierten Textes einzelne Abschnitte (auch bei einzelnen Briefen) entfallen können. Unverzichtbare Bestandteile des Apparates sind jeweils durch * gekennzeichnet: [1] KOPFLEISTE* [2] ÜBERLIEFERUNG* [2.1] ORIGINAL* [2.1.1] AUTOGRAPHENBESCHREIBUNG* [2.2] ABSCHRIFT [2.3] DRUCK* [3] DATIERUNG [4] ADRESSAT [5] KORRESPONDENZSTELLE [6] TEXTKONSTITUIERUNG* [6.1] LESARTEN [6.2] VARIANTEN [7] ERLÄUTERUNGEN* [7.1] THEMENKOMMENTAR [7.2] EINZELSTELLENKOMMENTAR* Die KOPFLEISTE eines Briefes im Edierten Text wird (einschließlich Briefnummer) als Überschrift für den jeweiligen Apparat eines Briefes übernommen (ggf. in behutsam gekürzter Form, z. B. durch Weglassen des Wochentages). Der Abschnitt ÜBERLIEFERUNG gibt unter der Rubrik Original Auskunft über den Fundort und die Signatur der autographen Briefquelle bzw. der an den 17 Empfänger übermittelten Ausfertigung. Liegen außer dem Original weitere autographe bzw. vom Verfasser des Briefes stammende Zusatzquellen, etwa Briefkonzepte, autographe Briefregesten bzw. Briefbücher, Briefdurchschläge o. ä. vor, so sind diese ebenfalls an dieser Stelle aufzuführen. (Werden für die einzelnen Unterrubriken Abkürzungen gewählt, sollten diese möglichst eindeutig und sprechend sein.) Bei öffentlichen Besitzern können die Fundorte mit den RISM-Siglen der Bibliotheken oder sprechenden Standort-Siglen bezeichnet werden (in letzterem Fall sollten die im Bibliotheksbereich gängigen Abkürzungen: SB, StB, SA, StA, UB, LB, HB bzw. Kürzelkombinationen: StUB SUB, LHB usw. gewählt werden). Bsp.: ORIGINAL:D-B; Signatur: Mus. ep. R. Schumann 6 ORIGINAL:Karlsruhe LB (Signatur: LH 3389 RG) Entwurf: Berlin SBB (Mus. ep. 4711) Öffentliche Bibliotheken und Privatbesitzer verknüpfen mit der Publikationserlaubnis oft bestimmte Zitierformeln, denen der Herausgeber aus rechtlichen Gründen zu folgen hat: Bsp.: ORIGINAL: Privatbesitz Karl Müller, München ORIGINAL: Süddeutscher Privatbesitz ORIGINAL:Paris BNF Signaturenangaben entfallen bei Privatbesitzern in der Regel. Sofern ein Brief-Original verschollen ist, sollte dessen frühere Existenz durch Quellenangaben belegt werden, wobei in der Regel ein Vermerk des zeitlich spätesten Belegs genügt. Bsp.: ORIGINAL: verschollen, zuletzt nachgewiesen im Auktionskatalog ... [folgt: Firma, Ort, Jahr bzw. genaues Datum, Katalognummer, LosNummer und/oder Seite] oder: Bsp.: ORIGINAL:verschollen, als [Teil-]Faksimile verfügbar ... [folgt: bibliographische Angabe oder Verweis auf die Rubrik Faksimile] bzw.: Bsp.: ORIGINAL:verschollen, jedoch nachgewiesen durch ... [folgt: Erwähnung in der Korrespondenz oder andere Quellenangaben] Eine knappe Autographenbeschreibung ist anzuschließen, sofern eine Autopsie des Originals durchgeführt werden konnte (Quellentyp, Format, Papierbogen, Zahl der beschriebenen Seiten, Vordrucke oder Firmenpapiere, ggf. Wasserzeichen, Überlieferungszustand, Textverluste, fremdschriftliche Zusätze, Poststempel, Bearbeitungsoder Eingangsvermerke, Briefumschläge, vorhandene 18 oder fehlende Beilagen). Besonderer Wert sollte bei der Beschreibung auf diejenigen Charakteristika des Mitteilungs-Mediums gelegt werden, die für den Empfänger eine über den reinen Textgehalt des Briefes hinausgehende Bedeutung hatten und damit eine zusätzliche Botschaft vermittelten (Wahl besonderer Papiere oder Formate, Zierränder, graphische Besonderheiten, Schreibmittel, Farbe). Zur Angabe des Quellentyps werden die im Auktionshandel gebräuchlichen Abkürzungen (e. Br. m. U., Br. m. e. U., dikt. Br., e. Adr. usw.) benutzt, ebenso für die Umfangsangabe (Bl, DBl.). (Auf die Angabe des Regelfalls "e. Br. m. U." kann verzichtet werden). Bei der Angabe der beschriebenen Seiten wird (wenn kein separater Umschlag vorliegt) die Adressenseite mitgezählt (besondere Formen – z. B. Brieftext auch auf der Adressenseite – sind zusätzlich zu vermerken). Bsp.: ORIGINAL:Dresden SLB (App. 364, 17), dikt. Br. m. e. U., 1 DBl. (3 b. S. einschl. Adr.), Format 17,5 x 28 cm quer, durch Lichteinwirkung stark verblaßtes grünliches Velinpapier mit umlaufender Verzierung in Golddruck (Weintrauben mit Rankenwerk); auf 1r oben Empfangsund Antwortvermerk von Gänsbacher: erhalt 17t * beantw 19t [Juni]; in der unteren Mitte von Bl. 1r Textverlust durch Siegeleinriß; Zusatz von Friedrich Wilhelm Jähns am oberen Rand von Bl. 2v: Geschenk von Caroline Brandt, Dresden 17t Juli 1864; PSt: a) MANNHEIM / 17. JUNI 1811, b) Chargé Beilage: Rezension von Meyerbeers Oratorium Gott und die Natur aus: Morgenblatt für gebildete Stände, Jg. 4, Nr. 17 (29. Februar 1810), S. 137; Wiederabdruck: Weber-Studien, Bd. 4, S. 249f. Liegen zusammengehörende Quellengruppen vor, bei denen sich eine übergreifende Quellenbeschreibung anbietet, sollte diese Beschreibung an der Stelle des ersten Briefes aus dieser Quellengruppe erfolgen, so daß die nachfolgenden Beschreibungen durch Verweise entlastet werden können. Sind Poststempel zu erkennen, aber unleserlich, sollte dies vermerkt werden, da der Brief damit als tatsächlich abgesandter gekennzeichnet ist. Nur wenn aus den Rudimenten des unleserlichen Stempels Folgerungen gezogen werden, ist eine Erwähnung weiterer Details des Stempelfragments gerechtfertigt. Faksimiles von Originalen sollten im Anschluß an die Autographenbeschreibung bzw. ggf. notwendige Erläuterungen zum Autograph verzeichnet werden. Sofern Faksimiles in Zusammenhang mit einem Erstdruck veröffentlicht sind, genügt auch ein Verweis auf die entsprechende Rubrik (mit Seitenangabe). Faksimiles, die lediglich nach Standardwerken immer wieder nachgedruckt sind (z. B. in Programmbüchern) erscheinen nur einmal (mit Nennung des entsprechenden Standardwerkes). 19 Ist ein Brief nur in einer Abschrift überliefert, so daß dieser Quellenrang zukommt, oder enthält eine Abschrift erhellende Zusatzinformationen, wird diese Abschrift mit aufgelistet, wobei auch hierzu möglichst präzise Angaben (Aufbewahrungsort, Signatur, Schreiber, Vorlage) zu machen sind. Bsp.: ABSCHRIFT:D-Zsch (Signatur: 4023-A4), 1 DBl. (4 b. S.), von Gustav Jansen auf der Grundlage des 1912 im Antiquariat Börner (Leipzig) befindlichen Originals angefertigt; mit dessen eigenhändigem Vermerk: "kopiert den 7. Juli 1912 vom Autograph" Unter der Rubrik Druck werden bibliographische Angaben zur ersten Veröffentlichung eines Briefes gegeben, wobei auf eventuelle Kürzungen pauschal hingewiesen wird (einheitlich "gekürzt" oder einheitlich "unvollständig"). In jedem Falle sollte die erste vollständige Veröffentlichung vermerkt sein. Es wird empfohlen, an dieser Stelle auch weit verbreitete (wissenschaftliche) Standardausgaben oder ältere Ausgaben, die besondere Zusatzinformationen enthalten, mit aufzuführen. Wiederkehrende Literatur sollte dabei möglichst mit Kürzel zitiert werden. Probleme der DATIERUNG sind im Bedarfsfall, insbesondere bei undatierten, vom Schreiber irrtümlich (z. B. falsche Jahreszahl nach Neujahr) oder nur mit einer vagen Angabe datierten Briefen ("im Juli", "Dienstag früh") zu diskutieren. Wenn ein Brief in einer der Standardausgaben falsch datiert ist, sollte hier ein Warnhinweis erfolgen. Unter der Rubrik ADRESSAT wird im Bedarfsfall die Zuweisung des Briefes an einen bestimmten Empfänger diskutiert. Dies ist der Fall bei fehlender Adresse und namenloser Anrede ("Sehr geehrter Herr", "Sehr geehrter Herr Kapellmeister") und bei Textverlusten, die den Adressaten betreffen. Ist der Adressat nicht eindeutig festzustellen, sollte erläutert werden, welcher Kreis von Personen vermutlich in Frage kommt. Sofern möglich bzw. durch den zu edierenden Briefkorpus nahegelegt, sollte unter dem Stichwort KORRESPONDENZSTELLE der chronologische Bezug des Schreibens auf vorangehende ("Antwort auf Brief 59") oder nachfolgende Briefe ("beantwortet durch Nr. 67", "beantwortet durch einen Brief vom 17. Dezember 1870") angegeben werden. Dies gilt vornehmlich für Briefwechsel-Editionen und ist vor allem dann nötig, wenn bezugnehmende Schreiben des Adressaten verschollen sind. 20 Der Abschnitt TEXTKONSTITUIERUNG benennt die dem Edierten Text zugrundliegende Quelle und vermerkt, ob nach Autopsie oder lediglich nach Kopie ediert wurde. Ggf. kann hier auf Besonderheiten der Vorlage, die die Texterstellung erschweren, verwiesen werden. Sofern ein Original fehlt und an seine Stelle mehrere Abschriften, Druckausgaben oder fragmentarische Teil-Drucke (z. B. in Auktionskatalogen) treten müssen, ist die Wahl der Quelle für die Edition detailliert zu begründen. Als Lesarten werden Abweichungen zwischen sekundären (nicht vom Textautor stammenden) Textzeugen bezeichnet. Sie werden nur dann aufgelistet, wenn der Edierte Text sich nicht auf die Originale stützen kann, sondern auf Abschriften und Drucke zurückgreifen muß. Konstituiert sich der Edierte Text dagegen durch verschiedene autorisierte Quellen (Originalschreiben, Briefkonzept o. ä.), so sind die vom Briefverfasser stammenden Varianten aufzulisten. Beide Formen werden durch Angabe der Zeilennummer und eines Lemma bezeichnet (von-bisAngaben werden dabei durch Einfügen von drei Punkten getrennt). Bsp.: 5: gieng ... ins rechte] ging ... in das rechte oder: 7: beleibt] in E überschrieben durch: korpulent Sowohl bei Lesarten als auch bei Varianten soll über bloße "Augenvarianten" (th statt t, c statt k usw.) bzw. bloße Interpunktionsvarianten (sofern sie nicht sinnverändernd sind) nicht berichtet werden. Bei gemischter, unautorisierter Quellenüberlieferung ist die Schreibung der Hauptquelle auch dann im Edierten Text wiederzugeben, wenn darin disparate Lesarten vorliegen (z. B. gleichzeitige Schreibung von "Concert" und "Konzert" innerhalb ein und desselben Schreibens). Selbst wenn statistisch nachweisbar ist, daß der Schreiber gewöhnlich eine bestimmte Schreibalternative bevorzugte, sind keine Emendationen vorzunehmen (Verbot intentionaler Konjekturen). Textkritische Anmerkungen ("dreifach unterstrichen"; "überschrieben aus: daß"; "ganzer Absatz zeilenweise ausgestrichen") werden an dieser Stelle aufgelistet, da sie zur Textkonstituierung gehören. Der Abschnitt ERLÄUTERUNGEN gliedert sich (nach Bedarf) in einen Themenkommentar und einen Einzelstellenkommentar. Beide Formen werden durch Angabe der Zeilenzahl und Lemma auf den Haupttext bzogen. Der (fakultative) übergreifende Themenkommentar bringt Erläuterungen, die zur kontextuellen Einbindung eines Briefes bzw. eines darin genannten briefübergreifenden Sachverhaltes notwendig sind. Umfassendere Themenkomentare können auch im Vorwort des Bandes erscheinen. 21 Im Einzelstellenkommentar werden alle Namen, Begriffe und Sachverhalte erläutert, die aus dem Edierten Text selbst nicht unmittelbar verstehbar oder mißverständlich sind. Dazu gehören verdeckte Namen ("Schwager", "unser Advokat", "mein Sekretär"), bloße Vornamen, Koseund Scherznamen, abgekürzte oder chiffrierte Namen (Pseudonyme), Ereignisse, Werk-Angaben, Aufführungsdaten, Rollen-Bezeichnungen, Zeitungsartikel, Zitate u. ä. m. Die spezifische Rolle dieser Personen im Kommunikationszusammenhang ist im Bedarfsfall zu erläutern. (Kurzbiographien zu den historischen Personen gehören jedoch ins Register.) Alle im Edierten Text vom Leser nicht eindeutig identifizierbaren Namen sollen (ggf. auch wiederholt, jedoch pro Brief nur einmal) aufgelöst werden, auch wenn keine weitere Kommentierung der Person an dieser Stelle notwendig ist. Innerhalb des Kommentars können ggf. auch schlecht zugängliche Dokumente (Pressenotizen, Besprechungen, Archivalien, Quittungen, Rechnungen usw.), die sich unmittelbar auf im Brieftext genannte Sachverhalte beziehen und das Verständnis der Korrespondenz wesentlich erhellen, (bevorzugt in Auszügen) abgedruckt werden. Unverzichtbare umfangreichere Dokumente sollten dagegen in einem separaten Anhang (mit Verweis innerhalb des Einzelstellenkommentars) erscheinen. Register und Verzeichnisse: Den Abschluß eines Briefbandes bilden die Register, deren Art und Anlage von den Spezifika des jeweiligen Briefkorpus abhängt. Dieser zentrale Zugangsschlüssel zu einer Edition sollte vom Editor selbst und nicht durch Hilfskräfte erarbeitet werden. Obligater Bestandteil einer Brief-Edition ist ein mit Kurzbiographien ausgestattetes Namenregister der historischen Personen, die im Edierten Text und im Apparat genannt werden. Der Stellenverweis erfolgt über die Briefnummer und nicht über die Seitenzahl, weil dadurch die Erarbeitung des Registers erheblich erleichtert wird. (Eine zusätzliche Angabe der Zeilenzahl stellt vor allem bei längeren Briefen eine wünschenswerte, jedoch sehr arbeitsintensive Ergänzung dar.) In das Register der historischen Personen aufzunehmen sind alle explizit und implizit genannten Personen sowie auch bloß durch Vornamen bekannte Personen (Bsp.: Bertha, zeitweilig Köchin der Familie Schumann in Düsseldorf) als auch Tiernamen. Verweise auf einen Namens-Haupteintrag sind nötig bei gravierend abweichenden bzw. mehrfach unterschiedlich anzutreffenden Namensschreibungen (Meier statt Meyer) sowie bei Namens- 22 änderungen infolge von Eheschließungen. In letzterem Fall erfolgt der Haupteintrag unter demjenigen Namen, den die Person am zeitlichen Ende der im Band edierten Briefe geführt hat (Bsp.: Schroeder, Wilhelmine, siehe Bock, Wilhelmine von; Schröder-Devrient, Wilhelmine siehe Bock, Wilhelmine von). Auch Pseudonyme und Namens-Chiffren sind durch Hinweis auf einen Haupteintrag aufzulösen (Bsp.: Stein, K. siehe Keferstein, Gustav; aber: Jean Paul – eingeordnet unter "J" – siehe Richter, Johann Paul Friedrich). Im Edierten Text verdeckte Namen (Bsp.: "die Schwester", "sein Onkel") sind durch Registerverweise auf den Apparat erreichbar, da sie dort namentlich identifiziert werden. Personen mit zahlreichen, in der Praxis oft teilweise unterdrückten Vornamen werden im Register streng lexikalisch eingeordnet, der eigentliche Rufname kann dabei jedoch typographisch hervorgehoben werden, um die Orientierung zu erleichtern. Adelspersonen werden unter dem Vornamen aufgenommen, Titel und Funktion werden (im Gegensatz zu den Angaben in der Kopfleiste des Briefes) nachgestellt (Wilhelm IV., König von Preußen; Heinrich, Graf von Reuß). Bei bürgerlichen Namen entfallen akademische und Verwaltungstitel (Geheimrat). Diese gehen aus der Kurzbiographie hervor. Die Kurzbiographie gibt gewöhnlich die Lebensdaten nur mit Jahreszahlen an, weil exakte Geburtsund Sterbedaten oft nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand zu ermitteln sind. Neben dem Beruf und den wichtigsten Lebensstationen sollte die besondere Beziehung der betreffenden Person zum Hauptautor, dem die Briefedition gewidmet ist, hervorgehoben werden (ggf. auch innerhalb der zeitlichen Grenzen des jeweiligen Briefbandes). Insbesondere umfangreichere Erläuterungen zu den Personen (sei es in den Einzelstellenkommentaren oder innerhalb des Personenregisters) sollten durch Angabe der Literatur ergänzt werden, auf die diese Einzelinformationen zurückgehen. Erläuterungen zur Biographie, die lediglich auf spezielle Gegebenheiten eines einzelnen Briefes eingehen, haben ihren Ort dagegen im Einzelstellenkommentar. Doppelungen von Angaben im Einzelstellenkommentar bzw. Namenregister sind zu vermeiden. In der Arbeitsgruppe wird daneben auch die Meinung vertreten, das Namenregister solle nur die zur Identifizierung der Person notwendigsten Angaben (Beruf, ggf. Lebensdaten) enthalten, und alle weiteren Erläuterungen seien auf den Stellenkommentar zu beschränken. Die Erläuterungen zu den vorkommenden historischen Personen im Personenregister müssen ggf. bandweise wiederholt werden, damit jeder Band als in sich abgeschlossener benutzt werden kann. Die Schwerpunkte der Erläuterungen sollten in diesen Fällen auf den jeweils durch den Band abgedeckten Zeiträumen liegen, insbesondere dann, wenn zum Abschluß der Edition ein kumulatives Personenregister geplant ist. Der Hauptautor der Briefedition erhält ein separates Register, in dem seine Kompositionen, Schriften, Werke oder Werkpläne aufgelistet sind. Werktitel werden entweder nach Opuszahlen oder alphabetisch (u. U. innerhalb von betitelten Werkgruppen) angeordnet, ggf. wird eine Konkordanz etablierter Werkverzeichnisnummern angegliedert. Als ebenfalls verpflichtend gilt ein Verzeichnis der Briefempfänger, wobei unter den alphabetisch geordneten Namenseinträgen auf die Briefnummern verwiesen wird. 23 Im Ortsregister werden alle im Edierten Text genannten Orte aufgeführt (jedoch nicht die Orte, in denen die Briefe geschrieben bzw. in die die Briefe gesandt wurden). Dabei werden besondere Lokalitäten von Städten (Parks, öffentliche Gebäude, Theater usw.) als Untereintrag der jeweiligen Stadt alphabetisch eingeordnet. Spezielle Sachregister (zu Institutionen, Zeitschriften, Verlagen, Musikfesten o. ä.) sind nur dann zu empfehlen, wenn eine eindeutige Stichwort-Erfassung möglich ist. Abzuraten ist von deutungsabhängigen Schlagwortregistern oder Verzeichnissen von Abstrakta (z. B.: "Religion", "Fuge", "Romantik"). Sinnvoll kann in Einzelfällen ferner ein separates, alphabetisch geordnetes Register von Bühnenund literarischen Werken oder von genannten Rollen sein. In besonderen Fällen bietet sich auch die Integration eines Verzeichnisses von Festtagen oder eines Repertoire-Verzeichnisses einer Bühne an. Empfohlen wird außerdem ein Verzeichnis der bewahrenden Bibliotheken, Institutionen und ggf. (sofern Namensnennung gestattet oder gewünscht ist) der Privatbesitzer (alphabetisch geordnet mit Angabe der Briefnummern). Das Literaturverzeichnis nennt Standardwerke, die für den Edierten Text oder seine Kommentierung bedeutsam sind sowie historische Lexika und Nachschlagewerke, nicht aber jene Spezialabhandlungen, auf die im Apparat verwiesen wird. Ein Verzeichnis der Faksimila und Abbildungen des Textbandes mit Herkunftsnachweis sollte dem Register beigegeben werden. Faksimilia und Abbildungen sollten nicht bloß dekorative Funktionen erfüllen, sondern Probleme und Besonderheiten des Edierten Textes erhellen. Ein Verzeichnis der Siglen, Abkürzungen und Währungseinheiten sollte dem Edierten Text möglichst an gut sichtbarer Stelle vorangestellt werden. Sonstiges Die Editionsgrundsätze der Ausgabe sind in jedem Einzelband an gut sichtbarer Stelle in knapper Form darzustellen. Musterbrief und Musterapparat Im folgenden fiktiven Musterbrief-Text und dem darauf bezogenen Musterapparat sind möglichst viele editorische Probleme auf engstem Raum zusammengefaßt worden. Das durch diese konstruierte Übertreibung entstandene, grotesk anmutende Erscheinungsbild des Edierten Textes entbehrt daher jeden Realitätsbezuges. Es dient lediglich didaktischen Zwecken. Musterbrief und Apparat 20.-22. März 1824 24 1355. CARL MARIA VON WEBER AN KARL GRAF VON BRÜHL IN ZWICKAU, MIT ZUSÄTZEN VON GIACOMO MEYERBEER UND ALEXANDER VON DUSCH HOSTERWITZ, FREITAG, 20. – SONNTAG, 22. MÄRZ 1824 Sr Wohlgebohren Herrn Graf Brühl dermalen in Zwickau 5 abzugeben bey Herrn August Schumann mit einem Paquet Noten Hosterwitz, d: 20t März 24. Hochgebohrner! Hochzuverehrendster Herr Graf!10 Meinen ergebenst[en] Dank für die [... ...... ...........] Nachricht daß Euryanthe im letzten kommenden April endlich in Scene gehen wird, ohne daß ich [per]sönl[ich na]ch Berlin komme, um bei Spt.i darum betteln zu gehen. Mit verdoppeltem Eifer werde ich alles daran setzen damit die Ball: Scene im 4t Akte noch bis 9br gänzlich[?] fertig wird. H: Teich: möge von Weber meine Einlage im 3t Akt anfordern, [..... ........ ..........15 .............. ............. ....] die für 5 Fried: dor in 14 f fuß erworben werden kann. Hier bin ich gestern unterbrochen worden, nun soll der Brief aber in Eile a[uf die] Post. Die Me[......]hn hat vor einigen Tagen einen kleinen Felix zur Welt gebracht, der heute morgen getauft wurde. Sonst habe ich ich /: wie ich Ihnen schon neulich pr[ivatissim]e schrieb :/ keinerlei Neuigkeiten hier20 – auch nicht in Dresden – erlebt. Daher erlaube [.... ...... ....] und verbleibe ich, wie immer Ew: Wohlgebohren gehorsamster Freund und Diener C. M. v: Weber. dermalen Director der königl:25 deutschen Oper zu Dresden. d: 22t Mrz. 14. zu erreichen unter Adresse des H: Musicus Rothe, 2t Stok im Hause30 [Zusatz von Meyerbeer:] Wollen Sie nicht doch meinen gewonnenen Prozeß auf's Repert: nehmen? Der selige Papa würde sich darüber noch im Grabe freuen. [Zusatz Alexander von Duschs:] Dieser Brief wird Dir wohl Kopfzerbrechen bereiten, da Weber nicht alles den Richtlinien unsers H. V. gemäß notiert. Musterbrief und Apparat 20.-22. März 1824 25 APPARAT 1355. CARL MARIA VON WEBER AN KARL GRAF VON BRÜHL IN ZWICKAU, MIT ZUSÄTZEN VON GIACOMO MEYERBEER UND ALEXANDER VON DUSCH HOSTERWITZ, FREITAG, 20. – SONNTAG, 22. MÄRZ 1824 ÜBERLIEFERUNG ORIGINAL: Berlin SBB (Mus. ms. autogr. C. M. v. Weber 978) 1 DBl. (2 b. S. einschl. Adr.), Format 17,5 x 28 cm quer; stark vergilbtes grünliches Papier mit umlaufender Goldranke aus Weinblättern; starke Schäden durch Sonneneinstrahlung und Textverluste, die vermutlich von Klebstoff herrühren; auf 1r oben Empfangsvermerk Brühls: erhalten d 17t Ap[ril]; Zusatz von Meyerbeer am unteren Rand von 1v; Zusatz Duschs quer am linken Rand von 1v notiert; auf der leeren Seite 2r Bleistiftvermerke, die vom unbekannten Vorbesitzer stammen dürften: irrtümlich zu teuer erworben in einem süddeutschen Antiquariat, Dez. 96 PSt: a) DRESDEN * 22. MAERZ 24, b) Chargé BEILAGE: Berlin SBB (Mus. ms. autogr. C. M. v. Weber 978a), Partitur und Stimmen zum 4. Akt einer unbekannten Oper von der Hand Johann Valentin Rathlos', 15 Bl. (46 b. S.), dazu Rollenbücher mit den Dialogen für die Figuren: Christoph, Willibald, Felix, Giacomo, Richard, Robert und Carl ENTWURF: Berlin SBB (WFN 12-4b) 1 Bl. (½ b. S.); auf verso-Seite Entwurf zu Br. 1370 ABSCHRIFT: Mainz UB (Cod. divers. 471), 1 Bl. (2 b. S.), von der Hand Meyerbeers mit dessen eigenhändigem Zusatz: Prozeß von Brühl abgelehnt (vgl. Z. 31K) DRUCK: Musik und Brief, Jg. 12, Nr. 3 (18. Dezember 1926), S. 4-6 (gekürzt); vollständiger Druck: Christoph Willibald Müller, Zweifelhafte Briefe großer Musiker, London 1930, S. 17-24 FAKSIMILE: Stargardt, Kat. 420 (1988), S. 201 (Nr. 1132) (nur Bl. 1r) KORRESPONDENZSTELLE: Antwort auf Br. 1320; beantwortet durch Br. 1740 TEXTKONSTITUIERUNG QUELLE: Original (Autopsie) VARIANTEN 11: ... ....] denkbare Auflösung der unleserlichen Stelle: mir gestern zugekommene 12: endlich] O: vierfach unterstrichen, E: dreifach unterstrichen 12: ich ... Berlin] durch die Klammern sind Textverluste im Original gekennzeichnet, die auf Klebstoff zurückgehen (vgl. Autographenbeschreibung); die Lesart wird durch den auf der Basis des Originals erstellten ED bestätigt 12-13: darum betteln] E: darum wie früher unterth: betteln 15-16: ...... ..........] an dieser Stelle ca. 5-7 Worte unleserlich gestrichen in dunkelbrauner Tinte 5 Fried: dor] E: 7 Fried: dor oder 20 fl in W: W: 17: Eile ... Post] Textverluste, vgl. Anm. zu Z. 12 21: erlaube ... und] Textverluste durch Siegeleinriß ERLÄUTERUNGEN THEMENKOMMENTAR 34: den Richtlinien unsers H. V. gemäß] Alexander von Dusch, Giacomo Meyerbeer, Carl Maria und Gottfried Weber hatten 1810 in Mannheim einen Harmonischen Verein gegründet, der die gegenseitige Erhebung der eigenen Werke zum Ziel hatte (vgl. Br. 1810-233 und 1811-143). Nachdem der Verein um 1815 seine Aktivitä- 30 Kommentar: Kommentierungsverfahren und Kommentarformen. Hamburger Kolloquium der Arbeitsgemeinschaft für germanistische Edition, 4. bis 7. März 1992. Autorund problembezogene Referate, hg. von Gunter Martens, Tübingen: Niemeyer, 1993 (= Beihefte zu editio, Bd. 5) [zu Briefen vgl. die Beiträge von E. Sauermann u. H. Zwerschina (Trakl), B. Leuschner (s. Bibl.), R. Nörtemann (Karsch/Gleim), Chr. Stöcker (Heine)] Leuschner, Brigitte, Kommentierende und kommentierte Briefe. Zur Kommentargestaltung bei Briefausgaben, in: ebd., S. 182-187 Personendaten: Schäfer, Sabine, Zur Ermittlung von Personendaten. Erfahrungen, Probleme, Wünsche, in: Kommentierungsverfahren und Kommentarformen (... Beihefte zu editio, Bd. 5, 1993), S. 231236 Register: Arnold, Günter, Vom heuristischen Wert eines kommentierenden Registers, in: Kommentierungsverfahren und Kommentarformen (Beihefte zu editio, Bd. 5, 1993), S. 237-241 [am Beispiel Herder] zur Diskussion vgl. Register. Richtlinien zu ihrer Erstellung. Aus: Editionsrichtlinien der MarxEngels-Gesamtausgabe (MEGA), in: editio, Jg. 8 (1994), S. 173-187 Datierung: Woesler, Winfried, Datierungsmöglichkeiten undatierter Briefe des 19. Jahrhunderts, in: "Der Buchstab tödt - der Geist macht lebendig". Festschrift zum 60. Geburtstag von Hans-Gert Roloff von Freunden, Schülern und Kollegen, hg. von James Hardin u. Jörg Jungmayr, Bd. 1. 2., Bern: Lang, 1992, Bd. 1, S. 177-190 Zur Kurrentschrift ("deutschen Schrift") Glad, Karl, Deutsche Schrift. Anleitung zur Lektüre der Kurrentschrift des 17. - 20. Jahrhunderts. Mit 174 Schriftbeispielen und 12 Abbildungen, davon 4 in Farbe, Graz: Akademische Drucku. Verlagsanstalt, o. J. [gute und durch zahlreiche konkrete Beispiele anschauliche Einführung in die Schrift] Sturm, Heribert, Unsere Schrift. Einführung in die Entwicklung ihrer Stilformen, Neustadt an der Aisch: Degener & Co, 1961 [kurzer, nicht sehr tiefschürfender Überblick, aber mit zahlreichen Faksimiles] Grun, Paul Arnold, Schlüssel zu alten und neuen Abkürzungen. Wörterbuch lateinischer und deutscher Abkürzungen des späten Mittelalters und der Neuzeit mit historischer und systematischer Einführung für Archivbenutzer, Studierende, Heimatund Familienforscher u. a. Nachbildungen der Originale, Limburg: C. A. Starke, 1966, (= Grundriß der Genealogie, Bd. 6) [das Standardwerk unter der Rubrik "Abkürzungsschlüssel"] 31 Postwesen: Handbuch der Baden-Poststempel, -Ganzsachen, -Postscheine und -Marken. Die vorphilatelistischen Stempel badischer Poststationen in der Zeit vor dem 1. 5. 1851, hg. von Siegfried Simon, 1. Lieferung, Leipzig: August Hoffmann, 1935 [enthält u. a. zahlreiche Faksimiles von Poststempel des südwestdeutschen Raums und Tabellen zur zeitlichen Einordnung der Stempel] Die Postgeheimnisse oder die hauptsächlichsten Regeln welche man beim Reisen und bei Versendungen mit der Post beobachten muß um Verdruß und Verlust zu vermeiden, Leipzig 1803, Reprint Heidelberg: R. v. Decker's Verlag, 1984 Münzwesen: J. C. Nelkenbrecher's allgemeines Taschenbuch der Münz-, Maaßund Gewichtskunde, der Wechsel-, Geldund Fonds-Curse u. s. w. nebst alphabetischem Verzeichniß der Actien-Gesellschaften. Bearbeitet von Dr. F. C. Feller, und F. W. Grimm [...] Mit neuen Münz-Tabellen versehen von C. Neubauer, 18. Auflage, Berlin: Georg Reimer, 1858. Schön, Günter u. Carier, Jean-François (Hg.), Weltmünzkatalog 19. Jahrhundert, 7. vollständig überarbeitete Auflage, München: Battenberg, 1986 [betrifft nur Münzen, wodurch allerdings nahezu alle Währungssorten eingeschlossen sind] Schremmer, Eckart (Hg.), Geld und Währung vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Referate der 14. Arbeitstagung der Gesellschaft für Sozialund Wirtschaftsgeschichte vom 9. bis 13. April 1991 in Dortmund, Stuttgart: Franz Steiner, 1993 (= Vierteljahresschrift für Sozialund Wirtschaftsgeschichte, Beihefte Nr. 106) Verdenhalven, Fritz, Alte Meßund Währungssyteme aus dem deutschen Sprachgebiet. Was Familienund Lokalgeschichtsforscher suchen, 2. wesentlich vermehrte und völlig überarbeitete Auflage der Schrift "Alte Maße, Münzen und Gewichte aus dem deutschen Sprachgebiet", Neustadt/Aisch: Degener & Co, 1993 [enthält auch einen Anhang mit Begriffsregister und Faksimile-Wiedergabe von paläographischen Abkürzungen] EDV: Meyer-Krentler, Eckard, Edition & EDV. Elektron. Arbeitshilfen für Editoren, Philologen, Bücherschreiber mit dem WORD-Zusatzpaket ECCE, München: Fink, 1992 [kritische Rezension in: editio, Jg. 8 (1994), S. 230-233] 3. Maschinenschriftlich vorliegende Editionsrichtlinien zu MusikerBriefausgaben: Editionsrichtlinien für "Giacomo Meyerbeer. Briefwechsel und Tagebücher", Berlin 1960ff. (bisher erschienen 4 Bde.), hier: Bd. 5ff., vorgelegt von Sabine Henze-Döhring, Mai 1994 32 Gaspare Luigi Pacifico Spontini - Briefe und Dokumente. Projektbeschreibung und Editionsrichtlinien, Mainz (1996) Editionsrichlinien zur Weber-Briefund Tagebuch-Ausgabe (Fassung Juli 1993), Detmold 1993 Richard Wagner, Sämtliche Briefe, Bd. 10ff.: Entwurf für die Editionsrichtlinien, vorgelegt von Werner Breig, Mai/Juni 1996 4. Berichte aus den laufenden Projekten Musiker-Briefausgaben: Werner Breig, Martin Dürrer, Andreas Mielke, Richard Wagner: Seine Briefe und ihre Dokumentation, in: Rubin. Wissenschaftsmagazin der Ruhr-Universität Bochum, Jg. 4, Heft 2 (Wintersemester 1994) [Beschreibung des DFG-Projekts "Wagner-Briefverzeichnis"] 5. Neuere Musiker-Brief-Ausgaben: (alphabetisch nach Komponist) Bach-Dokumente, hg. vom Bach-Archiv Leipzig, Supplement zu Johann Sebastian Bach. Neue Ausgabe sämtlicher Werke, Bd. 1: Schriftstücke von der Hand Johann Sebastian Bachs, hg. v. Werner Neumann u. Hans-Joachim Schulze, Kassel: Bärenreiter, 1963 Carl Philipp Emanuel Bach. Briefe und Dokumente. Kritische Gesamtausgabe, hg. v. Ernst Suchalla, Göttingen, 1994, 2 Bde. [625 Dokumente] Ludwig van Beethoven. Der Briefwechsel mit dem Verlag Schott, hg. vom Beethoven-Haus Bonn, Mainz: Schott, 1985 Ludwig van Beethoven. Briefwechsel. Gesamtausgabe, hg. von Sieghard Brandenburg, Günter Brosche, Lewis Lockwood, Maynard Solomon, Martin Staehelin u. Alan Tyson unter Mitarbeit von Dagmar Beck, Sigrid Brandenburg, Martella Gutiérrez-Denhoff u. Grita Herre, Redaktion: Margot Wetzstein, München: Henle, Bd. 1-8, 1996ff. Hector Berlioz. Correspondance générale, éditée sous la direction de Pierre Citron, Paris: Flammarion, Bd. 1-5, 1972-1989 Franz Berwald. Die Dokumente seines Lebens, hg. v. Erling Lomnäs in Zusammenarbeit mit Ingmar Bengtsson und Nils Castegren, Kassel: Bärenreiter, 1979 Johannes Brahms - Briefwechsel. Neue Folge, hg. v. Otto Biba u. Kurt u. Renate Hofmann, Tutzing: Schneider, Bd. 17 -Bd. 19, 1991-1995 [wird fortgesetzt] Franz Danzi. Briefwechsel (1785-1826), hg. u. kommentiert v. Volkmar von Pechstaedt, Tutzing: Schneider, 1997 E. T. A. Hoffmanns Briefwechsel, gesammelt u. erläutert von Hans von Müller und Friedrich Schnapp, München: Winkler, Bd. 1-3, 1967-1969 33 Der Musiker E. T. A. Hoffmann. Ein Dokumentenband, hg. von Friedrich Schnapp, Hildesheim: Gerstenberg, 1981 Albert Lortzing. Sämtliche Briefe. Historisch-kritische Ausgabe, hg. v. Irmlind Capelle, Kassel: Bärenreiter, 1995 [Gustav Mahler:] Ein Glück ohne Ruh'. Die Briefe Gustav Mahlers an Alma. Erste Gesamtausgabe, hg. u. erläutert von Henry-Louis de La Grange u. Günther Weiß, Berlin: Siedler, 1995 Felix Mendelssohn Bartholdy. Briefe an deutsche Verleger, gesammelt u. hg. von Rudolf Elvers, Berlin: de Gruyter, 1968 Giacomo Meyerbeer. Briefwechsel und Tagebücher, hg. von Heinz u. Gudrun Becker, Berlin: de Gruyter, bisher Bd. 1-4, 1960-1985 Mozart. Briefe und Aufzeichnungen. Gesamtausgabe, hg. v. der Internationalen Stiftung Mozarteum Salzburg, gesammelt u. erläutert v. Wilhelm A. Bauer u. Otto Erich Deutsch, Kassel: Bärenreiter, Bd. 1-7, 1962-1975 Hans Pfitzner. Briefe, hg. von Bernhard Adamy, Tutzing: Schneider, Bd. 1-2 (1991) [Auswahlausgabe] Max Reger. [Briefe]. Briefe zwischen der Arbeit, hg. von Ottmar Schreiber, 1956; Briefe zwischen der Arbeit, Neue Folge, hg. vom dems., 1973; Briefe an Fritz Stein, hg. von Susanne Popp, 1982; Briefe an Karl Straube, hg. von ders., 1986, Briefe an die Verleger Lauterbach & Kuhn, Teil 1, hg. von ders.; Briefwechsel mit dem Verlag C. F. Peters, hg. von Susanne Popp u. Susanne Shigihara, 1995; Bonn: Dümmler (= Veröffentlichungen des Max-Reger-Instituts ElsaReger-Stiftung Bonn, Bd. 3, 6, 8, 10, 12 u. 13) Clara und Robert Schumann. Briefwechsel. Kritische Gesamtausgabe, hg. von Eva Weissweiler, Frankfurt/Main: Stroemfeld/Roter Stern, Bd. 1 (1984), Bd. 2 (1987) Stravinsky. Selected Correspondance, ed. by Robert Craft, Vol. 1-3, Bd. 1 New York: Knopf, ab Bd. 2 London u. Boston: Faber and Faber, 1982-1985 [Richard Strauss]. Briefe im Rahmen der Veröffentlichungen der Richard-Strauss-Gesellschaft München .... Bd. 2: Cosima Wagner – Richard Strauss. Ein Briefwechsel, hg. von Franz Trenner, Tutzing: Schneider, 1978; Bd. 13: Strauss – Romain Rolland. Briefwechsel und Tagebuchnotizen, hg. von Maria Hülle-Keeding, Berlin: Henschel, 1994 Richard Wagner. Sämtliche Briefe, hg. im Auftrage des Richard-Wagner-Familien-Archivs Bayreuth von Gertrud Strobel und Werner Wolf, ab Bd. 6 von Hans-Joachim Bauer u. Johannes Forner, Leipzig: VEB Deutscher Verlag für Musik, Bd. 1-8, 1967-1993 [Wiener Schule:] Briefwechsel der Wiener Schule, hg. im Auftrag des Staatlichen Instituts für Musikforschung von Thomas Ertelt, Bd. 1: Alexander Zemlinsky. Briefwechsel mit Arnold Schönberg, Anton Webern, Alban Berg und Franz Schreker, hg. von Horst Weber, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1995 34 6. Neuere germanistische oder andere geisteswissenschaftliche Brief-Ausgaben: Gottfried Benn. Briefe, Wiesbaden: Limes, ab Bd. 4 Stuttgart: Cotta, Bd. 1-5, 1977-1992 [nach den Brieftexten ein Editorischer Bericht] Bertolt Brecht. Briefe. Herausgegeben und kommentiert von Günter Glaeser, Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1981 (Bd. 1 Briefe, Bd. 2 Anmerkungen) [keine KA] [Editorische Notiz S. 795 im Anmerkungsband; ”behutsam den Regeln des Duden an-geglichen”] Clemens Brentano. Sämtliche Werke und Briefe. Historisch-Kritische Ausgabe. Veranstaltet vom Freien Deutschen Hochstift, hg. von J. Behrens, K. Feilchenfeld, Wolfgang Frühwald, Chr. Perels, H. Schultz, Stuttgart: Kohlhammer, darin Bd. 29-31: Briefe I-III, hg. von Liselotte Kinskofer, 1988-1991 (noch unvollst.) Annette von Droste-Hülshoff. Historisch-kritische Ausgabe. Werke Briefwechsel. Herausgegeben von Winfried Woesler, Tübingen: Max Niemeyer, Bd. VIII-XII, Teil 1: Briefe, bearb. von Walter Gödden, Ilse-Marie Barth, W. Wösler, Bodo Plachta, Stefan Thürmer, 1987-1994, [Teil 2 mit Kommentaren fehlt noch] Theodor Fontane. Werke, Schriften und Briefe. Herausgegeben von Walter Keitel und Helmuth Nürnberger. Abtheilung IV. Briefe, München Carl Hanser, Bd. 1-5, hg. von Otto Drude, Helmuth Nürnberg, Gerhard Krause, M. Hellge, W. Keitel, 1976-1994 [Kommentare noch unvollständig] [sehr kurze Hinweise in den Nachbemerkungen] Georg Forsters Werke. Sämtliche Schriften, Tagebücher, Briefe. Herausgegeben von der Akademie der Wissenschaften der DDR, Berlin: Aufbau-Verlag, Bd. 13-18, bearbeitet von Siegfried Scheibe, Brigitte Leuschner, Horst Fiedler, Klaus-Georg Popp, Annerose Schneider, 1978-1989 [in Bd. 13, S. 527-531: Bemerkungen zur Edition] C.[hristian] F.[ürchtegott] Gellerts Briefwechsel. Hg. v. John F. Reynolds. Berlin, New York: de Gruyter, Bd. 1-2, 1983-1987 [mehr noch nicht erschienen] [in Bd. 1: Zur Edition, S. 275-277] Briefe an Goethe. Gesamtausgabe in Regestform. Hg. v. Karl-Heinz Hahn, Red.: Irmtraut Schmid, Weimar: Hermann Böhlau Nachfolger, Bd. 1-5 und Ergänzungsband, 1980-1992 Johann Gottfried Herder. Briefe. Gesamtausgabe 1763-1803. Unter Leitung von Karl-Heinz Hahn herausgegeben von den Nationalen Forschungsund Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur in Weimar (Goetheund Schiller-Archiv), Weimar: Hermann Böhlaus Nachfolger, Bd. 1-10, 1977-1996 (Bd. 10 = Register) Karl Leberecht Immermann. Briefe. Textkritische und kommentierte Ausgabe in drei Bänden, hg. von Peter Hasubek, München: Hanser, 1978, Bd. 1-3,2, 1978-1987 [in den Einzelbänden nur eine Editorische Notiz, in Bd. 3,1, S. 86-90: Kapitel Editionsund Kommentarprinzipien] 35 Friedrich Hölderlin. Sämtliche Werke “Frankfurter Ausgabe”. Historisch-Kritische Ausgabe herausgegeben von D. E Sattler, Basel u. Frankfurt a. M.: Stroemfeld/Roter Stern. Bd. 18 = Briefe Bd. 1, hg. v. D. E. Sattler u. H. Gerhard Steimer (1995) [zunächst nur die Faksimiles] Wilhelm Emmanuel Freiherr von Ketteler. Sämtliche Werke und Briefe. Im Auftrag der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz herausgegeben von Erwin Iserloh, Mainz: v. Hase & Koehler; Abteilung II. Bd. 4: Briefe und Öffentliche Erklärungen 1861-1865, bearb. von Norbert Jäger u. Christoph Stoll (1994) Friedrich Gottlieb Klopstock. Werke und Briefe. Historisch-Kritische Ausgabe, begründet von Adolf Beck, Karl Ludwig Schneider u. Hermann Tiemann, hg. von Horst Gronemeyer, Elisabeth Höpker-Herberg, Klaus Hurlebusch u. Rose-Maria Hurlebusch, Berlin u. New York: de Gruyter, Bd. 1-9, 1979-1992 [Kapitel Editionsprinzipien jeweils zu Beginn des Anhang-Teils] Nikolaus Lenau. Werke und Briefe: historisch-kritische Gesamtausgabe, hg. von Helmut Brandt u. a., Bd. 5: Briefe 1812-1837, Teil 1: Text, hg. von Hartmut Steinecke u. András Vizkelety in Zusammenarbeit mit Norbert Otto Eke und Karl Jürgen Skrodzki, Wien: Österreichischer Bundes-Verlag u. Stuttgart: Klett-Cotta, 1989; Teil 2: Kommentar, bearb. von Eke, Skrodzki, Steinecke u. Vizkelety, Wien: Deuticke u. Stuttgart: Klett-Cotta, 1992; Bd. 6: Briefe 1838-1847, Teil 1: Text, hg. von Norbert Oellers u. H. Steinecke in Zs.arbeit mit N. Eke u. K. Skrodzki, Wien: ÖBV u. Stuttgart: Klett-Cotta, 1990; Teil 2: Kommentar, bearb. von Eke, Oellers, Skrodzki u. Steinecke, Wien: Deuticke u. Stuttgart: Klett-Cotta, 1992 dazu erschienen: Lenau-Chronik 1802-1851. Bearbeitet von Norbert Otto Eke u. Karl Jürgen Skrodzki, Wien: Deuticke u. Stuttgart: Klett-Cotta, 1992 Georg Christoph Lichtenberg. Briefwechsel. Im Auftrag der Akademie der Wissenschaften Göttingen, hg. von Ulrich Joost und Albrecht Schöne, München: Beck, Bd. 1-3, 1983-1990 Die Briefe Thomas Manns. Regesten und Register. Bearbeitet und herausgegeben unter Mitwirkung des Thomas Mann-Archivs der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich von Hans Bürgin und Hans-Otto Mayer. Frankfurt a. M.: S. Fischer, Bd. 1-3, 1976-1982 Eduard Mörike. Werke und Briefe. Historisch-Kritische Gesamtausgabe. Im Auftrag des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst Baden-Württemberg und in Zusammenarbeit mit dem Schiller-Nationalmuseum Marbach a. N. herausgegeben von Hans-Henrik Krummacher, Herbert Meyer und Bernhard Zeller, Stuttgart: Klett-Cotta, Bd. 10bislang 14: Briefe, hg. von Bernhard Zeller, Anneliese Hofmann, Hans-Ulrich Simon, Albrecht Bergol, 1982-1994 [noch unabgeschlossen] [dazu separat: Editionsgrundsätze der Historisch-kritischen Gesamtausgabe der Werke und Briefe Eduard Mörikes (Stuttgart: Ernst Klett, o. J.); weiteres jeweils in den Vorbemerkungen zu den Lesarten und Erläuterungen, diese von Band zu Band mit spezifischen Einzelbemerkungen] 36 Erich Mühsam. In meiner Posaune muß ein Sandkorn sein. Briefe 1900-1934. Herausgegeben von Gerd W. Jungblut, Vaduz, Topos-Verlag 1984, Bd. 1 u. 2; [keine eigentliche Gesamtausgabe, aber Kritische Ausgabe; S. XXI in Bd. 1 eine Editorische Notiz] Nietzsche. Briefwechsel. Kritische Gesamtausgabe, hg. v. Giorgio Colli u. Mazzino Montinari, Berlin: de Gruyter, 1975ff. Schillers Werke. Nationalausgabe, hg. [bzw. begründet] von Julius Petersen u. Hermann Schneider, Weimar: Hermann Böhlaus Nachfolger. Fortgeführt von Lieselotte Blumenthal u. Benno von Wiese. Hg. im Auftrag der Stiftung Weimarer Klassik und des Schiller-Nationalmuseums von Norbert Oellers und Siegfried Seidel, Bd. 23-40 II: Briefwechsel, hg. von W. Müller-Seidel, Karl Jürgen Krodzki, Eberhard Haufe, Edith u. Horst Nahler, Günter Schulz, Norbert Oellers, Frithjof Stock, L. Blumenthal, Stefan Ormanns, Axel Gellhaus, Siegfried Seidel, Ursula Naumann, Georg Kurscheidt, 1956-1995 [editorische Grundsätze vor den Anmerkungen] Friedrich Schlegel. Kritische Friedrich-Schlegel-Ausgabe. Herausgegeben von Ernst Behler unter Mitwirkung anderer Fachgelehrter, Paderborn, München, Wien: Schöningh; darin, Abt. III, Bd. 23ff.: Briefe von und an Friedrich und Dorothea Schlegel, hg. v. Ernst Behler, Raymond Immerwahr, Jean-Jacques Anstett, Eugène Susini, 1980-1985 [unvollst.] Wilhelm Heinrich Wackenroder. Sämtliche Werke und Briefe. Historisch-kritische Ausgabe, hg. von Silvio Vietta u. Richard Littlejohns, [Briefe in:] Bd. 2, Heidelberg 1991 Wielands Briefwechsel. Herausgegeben von der Akademie der Wissenschaften durch Hans Werner Seiffert, [später:] Siegfried Scheibe, Berlin: Akademie Verlag, Bd. 1-12 mit Teilbänden, 1963-1995 [Editionsrichtlinien jeweils in den Vorbemerkungen zum Anmerkungsteil] 37 PRAKTISCHE HINWEISE Die Rubrik "praktische Hinweise" ist im folgenden lediglich durch einige Beispiele vertreten; eine erweiterte und von Zeit zu Zeit aktualisierte Fassung dieser Rubrik wird in die Internet-Fassung dieser Empfehlungen aufgenommen, auf die in diesem Falle ausdrücklich verwiesen sei. Die Berliner Zentralkartei der Autographen in der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz wertet einerseits Autographenmeldungen der verschiedenen deutschen Bibliotheken aus, zum anderen wurde eine systematische Auswertung von Auktionskatalogen begonnen. Die Vollständigkeit der AutographenMeldungen ist dabei individuell sehr unterschiedlich, da die Zentralkartei auf die Mitarbeit der einzelnen Bibliotheken angewiesen ist, die insbesondere auch neu erworbene Autographe melden sollten. Die systematische Auswertung der Auktionskataloge umfaßt bislang vor allem die Firmen Henrici und Liepmannssohn sowie eine Reihe von Einzelkatalogen. Wegen mangelnder personeller Ausstattung ist mit einer zügigen Fortsetzung dieser Arbeit z. Zt. leider kaum zu rechnen. Die Österreichische Nationalbibliothek hat damit begonnen, ihre BriefAutographen-Bestände in einem Internet-Katalog zu erfassen. Die Beinecke Rare Book and Manuscript Library der Yale University in New Haven ist mit ihrem Handschriftenkatalog seit kurzem auch über Internet zugänglich. Adresse: http://www.library.yale.edu/beinecke/brblhome.htm 38 KOOPERATIONSMÖGLICHKEITEN Zwischen derzeit in Arbeit befindlichen und zukünftigen Briefausgaben sind verschiedene Kooperationsmöglichkeiten denkbar. Sie bieten sich besonders an bei gleichen Briefschreibern (-empfängern), im Bereich von Namensermittlungen, Auktionskatalogen und bei Privatsammlungen. Aktivitäten auf diesem Gebiet koordinieren: Dr. Gabriele Buschmeier, Konferenz der deutschen Akademien der Wissenschaften, Musikwissenschaftliche Editionen, Geschwister-Scholl-Straße 2, D-55131 Mainz Dr. Helga Lühning, Fachgruppe Freie Forschungsinstitute in der Gesellschaft für Musikforschung, Hohle Gasse 5, D-53177 Bonn Von diesem Empfehlungs-Papier wird eine gleichlautende Fassung im Internet erstellt. Die Internet-Version wird von Zeit zu Zeit in den Abschnitten Praktische Hinweise und in der Bibliographie auf den neuesten Stand gebracht. Die InternetAdresse ist unter den vorstehend genannten Adressen zu erfragen oder im Netz unter den Stichworten Fachgruppe Freie Forschungsinstitute, Musikerbriefe zu finden. Wissenschaftliche Brief-(Gesamt)ausgaben sollten bereits im Planungsstadium gemeldet werden an die Arbeitsgemeinschaft Musikerbriefe (Dr. Gabriele Buschmeier oder Dr. Helga Lühning). Alle Meldungen werden in die von Zeit zu Zeit aktualisierte Internet-Fassung dieses Empfehlungspapiers aufgenommen. Auf diese Weise soll eine bessere Übersicht über laufende Briefausgaben erreicht und sollen Absprachen zwischen den verschiedenen Editionsprojekten erleichtert werden. 39 KONTAKT-ADRESSEN LAUFENDER BRIEFEDITIONEN Ludwig van Beethoven Beethoven-Archiv, Bonngasse 24-26, D-53111 Bonn, Sieghard Brandenburg, Tel. +49 (0)228 9817511 Johannes Brahms Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck, Prof. Renate Hofmann M. A., Prof. Kurt Hofmann, Königstraße 42, D-23552 Lübeck, Tel. u. Fax: +49 (0)451 706833 Joseph und Amalie Joachim Dr. Beatrix Borchard, Fasanenstraße 55, D-10719 Berlin, Tel. u. Fax: +49 (0)30 8831607 Giacomo Meyerbeer Musikwissenschaftliches Institut der Philipps-Universität Marburg, D-35032 Marburg, Prof. Dr. Sabine Henze-Döhring, Tel.: +49 (0)6421 28 2267, Fax: +49 (0)6421 28 8930 Robert und Clara Schumann Werkbezogene Auswahledition von Briefen im Rahmen der Neuen Robert-SchumannGesamtausgabe: Robert-Schumann-Forschungsstelle e. V., Bilker Straße 4-6, D-40213 Düsseldorf, Dr. Bernhard Appel, Tel.: +49 (0)211 13 11 02, Fax: +49 (0)211 32 70 83, e-Mail: [email protected] Robert Schumann Robert-Schumann-Haus, Zwickau, Arbeitsstelle Schumann-Briefedition in Verbindung mit der TU Chemnitz-Zwickau, Dr. Johannes Roßner, Westsächsische Hochschule Zwickau, Dr.-Friedrichs-Ring, Scheffelstraße 39, Haus 4, D-08056 Zwickau, Tel. +49 (0)374 5363360 Felix Mendelssohn Bartholdy Leipziger Ausgabe der Werke Felix Mendelssohn Bartholdys, Postfach 440 D-04004 Leipzig, Dr. Ralf Wehner, Tel. +49 (0)341 7115336, Fax: +49 (0)341 7115344 Gaspare Spontini Musikwissenschaftliches Institut der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Welderweg 18, D-55128 Mainz, Prof. Dr. Christoph-Hellmut Mahling, Tel. +49 (0)6131 392259; Fax: +49 (0)6131/392993; e-Mail: [email protected] Franz Liszt Register der Briefe von und an Franz Liszt Universität Regensburg, Institut für Musikwissenschaft, D-93040 Regensburg, Prof. Dr. Detlef Altenburg, Tel. 0941 943-3754; Fax: +49 (0)941 943-4408,