IANUA PATET COR MAGIS ANA Z. MASPOLI SANDRA AMMANN HANNES FLÜCK SVEN STRAUMANN (HRSG.) XXXIII Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa FESTSCHRIFT FÜR PETER-ANDREW SCHWARZ ZUM 65. GEBURTSTAG
ianua patet cor magis
IANUA PATET COR MAGIS ANA Z. MASPOLI SANDRA AMMANN HANNES FLÜCK SVEN STRAUMANN (HRSG.) XXXIII Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa FESTSCHRIFT FÜR PETER-A NDR EW SCHWARZ ZUM 65. GEBURTSTAG
GESELLSCHAFT PRO VINDONISSA © 2025 by Gesellschaft Pro Vindonissa, ch-5200 Brugg Promoted by LIBRUM Publishers & Editors LLC, Basel, Frankfurt a. M. isbn 978-3-907662-14-4 ianua patet cor magis by individual Authors is licensed under a Creative Commons AttributionNonCommercial 4.0 International License. www.creativecommons.org Open Access bei: www.librumopen.com doi 10.19218/3907662144 KORREKTORAT. Stefan Worminghaus, Rudolf Känel KOORDINATION. Hannes Flück, Sandra Ammann, Ana Z. Maspoli, Sven Straumann und Jörg Blum GESTALTUNGSKONZEPT, BILDREDAKTION, UMSCHLAG UND SATZ . Jörg Blum, Zürich BILDBEARBEITUNG. Thomas Humm, humm dtp Matzingen, und Jörg Blum, Zürich DRUCK. Druckhaus Müller, Langenargen (D) klima-druck.de ID-Nr. Druckprodukt CO₂ kompensiert Mehr Informationen zur Berechnungsmethodik, zur Kompensation und dem gewählten GoldstandardKlimaschutzprojekt finden Sie unter klima-druck.de/ID. 24181679 Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stad t Archäologische Bodenforschung Abteilung Kultur DIE DRUCKLEGUNG WURDE ERMÖGLICHT MIT FINANZIELLEN BEITRÄGEN VON FOLGENDEN INSTITUTIONEN. Swisslos-Fonds Kanton Aargau Dr. Daniel Schuhmann Fonds Stiftung Pro Augusta Raurica Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt Kantonsarchäologie Aargau Kantonsarchäologie Solothurn Kantonsarchäologie Zürich Kantonsarchäologie St.Gallen Kantonsarchäologie Schaffhausen Archäologie, Hauptabteilung Kultur, Glarus Archäologischer Dienst Graubünden Section d’archéologie et paléontologie du Canton de Jura Römerstadt Augst Archäologie Schweiz Arbeitsgemeinschaft für die provinzialrömische Forschung in der Schweiz (ARS) Gesellschaft Pro Vindonissa Basler Zirkel für Urund Frühgeschichte Arbeitsgemeinschaft Prospektion Schweiz Albert-Weitnauer-Stiftung Departement Bildung und Kultur Fachstelle Archäologie TITELBILD. Eingang mit Inschrift und Wappen der Familie von Salis. Palazzo Salis, Bondo. Foto: Andrea Badrutt
ianua patet cor magis ZUM GELEIT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Ana Z. Maspoli TABULA GRATULATORIA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 BIBLIOGRAFIE VON PETER-ANDREW SCHWARZ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 LISTE DER VON PETER-ANDREW SCHWARZ AB 2007 BETREUTEN ABSCHLUSSARBEITEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 DIE VINDONISSA-PROFESSUR AN DER UNIVERSITÄT BASEL – EIN INTERKANTONALES ERFOLGSMODELL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 Thomas Doppler, Elisabeth Bleuer und Georg Matter 15 JAHRE LEGIONÄRSPFAD VINDONISSA: EINE ERFOLGSGESCHICHTE . . . . . . . . . . . 31 Rahel Göldi (K)EINE ZUKUNFT OHNE HERKUNFT? GEDANKEN ZUM STATUS QUO UND HERAUSFORDERUNGEN DER ARCHÄOLOGIE IN DER SCHWEIZ IM 21. JAHRHUNDERT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41 Andrea Schaer GÄHNENDE LEERE? VERBREITUNGSKARTEN, IHRE GESCHICHTE UND INTERPRETATION AM BEISPIEL SPÄTREPUBLIKANISCHEN BRONZEGESCHIRRS 49 Holger Baitinger und Gabriele Rasbach ENTRE ARGENTORATE ET VINDONISSA LES CAMPS MILITAIRES JULIO-CLAUDIENS D’OEDENBURG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61 Michel Reddé CIL III 4441 – EINE INSCHRIFT SUCHT IHREN TEMPEL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67 Franziska Beutler, Christian Gugl, Gabrielle Kremer und Mario Wallner DIE JOCHWEIHUNG DES VETERANEN PRIMANIUS INGENU(U)S MIT NENNUNG DER CULTORES UND COLONI AUS KRATZENBURG . . . . . . . . . . . . . . . . 81 Peter Henrich BUILD THAT WALL! ÜBERLEGUNGEN ZUM ARBEITSAUFWAND BEI DER ERRICHTUNG DER GALLIENISCHEN STADTMAUER VON VERONA . . . . . . . . . . . . . . . . . 91 Ulrich Stockinger RETOUR SUR LE BUSTE EN OR D’AVENCHES . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .101 Michel E. Fuchs INHALT
ianua patet cor magis KARNIVORE NEANDERTALER UND RÖMISCHE GERSTENFRESSER: ZUR VERKNÜPFUNG VON TIERISCHEM PROTEIN MIT «URSPRÜNGLICHER MÄNNLICHKEIT» UND MACHT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .111 Brigitte Röder EQUIDEN ALS SPIEGEL VON MENSCH-TIER-BEZIEHUNGEN IN RÖMISCHER ZEIT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .121 Claudia Gerling DONNÉES RÉCENTES SUR L’HABITAT GALLO-ROMAIN DE COURROUX (CANTON DU JURA) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .131 Robert Fellner et Céline Robert-Charrue Linder EINE EISENPFEIFE VON DER SPÄTLATÈNEZEITLICHEN HÖHENBEFESTIGUNG MONTCHAIBEUX (JU) – ENDLICH EIN BEWEIS FÜR KELTISCHE PFEIFENRAUCHER? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .141 Raphael Berger, Andreas Heege und Elena Prado EIN GLÜCKSBRINGER AUS DER VILLA RUSTICA VON FLUMENTHALATTISHOLZWALD IM KANTON SOLOTHURN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .155 Mirjam Wullschleger HANDWERK IM BILD – BERUFSDARSTELLUNGEN AUF RÖMISCHEN GEFÄSSEN ALS AUSDRUCK GEMEINSCHAFTLICHER IDENTITÄT: EIN NEUER BLICK AUF EINEN ALTBEKANNTEN FUND AUS STUDEN BE/PETINESCA . . . . . . . . . . . . . . . . .165 Christa Ebnöther und Andrew Lawrence mit Beiträgen von Markus Scholz und Günther E. Thüry SCHON DREIMAL AUSGEGRABEN UND DENNOCH ETWAS GEFUNDEN – DIE RÖMISCHE VILLA AUF DEM LENDENBERG BEI SCHLEITHEIM . . . . . . . . . . . . . . . .179 Valentin Homberger «THE BITE OF A SNAKE» EINE GUSSFORM FÜR SCHLANGEN ARMREIFEN AUS KEMPRATEN . . . . . . . . . . . . . . . .191 Regula Ackermann, Hannes Flück und Markus Helfert AUF DER SUCHE NACH DER PIONIERBESIEDLUNG. ZUR FRÜHZEIT VON AUGUSTA RAURICA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 203 Sven Straumann, Sandra Ammann und Hans Sütterlin AUGUSTUS IN AUGST: EIN BRONZE NACHGUSS DER STATUE VON PRIMAPORTA IM GARTEN DER VILLA CLAVEL UND DIE ITALIENISCHE KUNSTINDUSTRIE . . . . 221 Martin A. Guggisberg VERFLIXT UND ZUGEMAUERT – NEUES ZUR WESTFRONT DES HAUPTFORUMS VON AUGUSTA RAURICA . . . . . . . . . 233 Juha Fankhauser, Simon Friz, Cédric Grezet und Claude Spiess VOM FEILKLOBEN ZUM SCHRAUBSTOCK – 2000 JAHRE KLEMM VORRICHTUNGEN IM HANDWERK . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 251 Alex R. Furger ERRARE HUMANUM EST: EIN ANTONINIAN FÜR TETRICUS II. MIT FEHLERHAFTER LEGENDE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 267 Markus Peter
ianua patet cor magis SCHÄDEL GEFUNDEN! NEUES ZUM PLATTENGRAB BEIM FELDHOF IN AUGUSTA RAURICA/AUGST . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 271 Michael Baumann EINE SELTENE BEIGABE IN EINEM FRÜHMITTELALTERLICHEN FRAUENGRAB AUS KAISERAUGST . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 277 Simone Mayer ZU ZWEI NEUENTDECKTEN ZIEGELPLATTEN MIT GRAFFITI AUS DEM CASTRUM RAURACENSE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 287 Jakob Baerlocher PRIMI VINDONISSENSES – DIE SPÄTLATÈNEZEITLICHEN BRANDGRÄBER DER GRABUNG WINDISCH-SPILLMANNWIESE V.003.1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 295 Örni Akeret, Cornelia Alder, Sabine Deschler-Erb und Lara Kurmann ACHILL AUF EINEM GOLDRING MIT GLASKAMEO AUS VINDONISSA . . . . . . . . . . . . . 311 Regine Fellmann Brogli und Stefanie Martin-Kilcher EIN BISSCHEN GLAS MUSS SEIN! ZU EINER GESICHTSPERLE AUS DEM GRÄBERFELD AM REMIGERSTEIG IN VINDONISSA/BRUGG AG . . . . . . . . . 321 Sylvia Fünfschilling EINE TÖNERNE STÜTZFIGUR AUS VINDONISSA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 327 Rudolf Känel LETZTE RUHE MIT RHEINBLICK. NEUES UND ALTES ZU DEN SPÄTANTIKEN BESTATTUNGEN IN MUMPF . . . . . . . . . . 335 Nathalie Hertig AUF DEM WINDISCHER SPORN – ANMERKUNGEN ZU EINER SPÄTRÖMISCHEN BEFESTIGUNG VON VINDONISSA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 343 Matthias Flück und Jürgen Trumm MAUERN UND MÜNZEN AUF DER EGG ZWISCHEN MANDACH UND VILLIGEN – EINE ALTE GRABUNG IN NEUEM LICHT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 361 Valentin Häseli EIN ZERSTÖRTES GRÄBERFELD DER MITTELKAISERZEIT AN DER AESCHENVORSTADT IN BASEL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 375 Markus Asal EXILE? ON MAIN STREET? DIE SPÄTANTIK-FRÜHMITTELALTERLICHEN BESTATTUNGEN ÖSTLICH DES MÜNSTERHÜGELS (BASEL-ANTIKENMUSEUM) UND IHR KONTEXT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 387 Martin Allemann und Anna Flückiger WIE KOMMT EINE TÖRICHTE JUNGFRAU VOM MÜNSTER NACH ST. LEONHARD? TRANSFER EINES BASLER STATUEN FRAGMENTES . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 399 Christoph Philipp Matt SECOND LIFE DER DINGE: BASLER SPOLIEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 409 Hans-Rudolf Meier KOT, KULT UND KÜCHE – TAUBEN IN MARRAKESCH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 419 Thomas Reitmaier und Raphael Sele ABKÜRZUNGEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 429
367 ianua patet cor magis MAUERN UND MÜNZEN AUF DER EGG ZWISCHEN MANDACH UND VILLIGEN Valentin Häseli DIE MÜNZFUNDE Zunächst einmal stellt sich die Frage, ob die Funde direkt mit dem kleinen Steinbau vergesellschaftet waren oder ob sie lediglich in der Nähe davon zum Vorschein kamen. In einem Brief an August GessnerSiegfried (Konservator Kantonales Antiquarium Aarau) beschreibt Laur-Belart den Fundort genauer: Die Münzen hätten sie «[…] auf der Mandacher Egg in und um die Fundamenten [sic] der kleinen Warte gefunden […]»35. Somit kann der direkte Zusammenhang zwischen Mauerresten und Münzen als sicher gelten. Zu den Münzfunden sind zwei verschiedene zeitgenössische Münzlisten erhalten. Die eine stammt von Laur-Belart, auf ihr sind 30 römische Münzen aufgeführt (1–30; ▶ 9)36. Der Titel «Münzen von der Warte Mandach gefunden Jan/Febr. 1930» zeigt, dass auf der Liste auch die bereits vor den Grabungen geborgenen Münzen verzeichnet sind. Die zweite Liste hat Eckinger verfasst37. Darauf sind 22 Münzen detailliert beschrieben. Hugo Doppler hat die von Eckinger aufgelisteten Münzen im Rahmen des Forschungsprojekts «Archäologische und numismatische Untersuchungen zum römischen Münzniederschlag im Fricktal/AG» in den Jahren 2011 und 2018 neu bestimmt (1–22)38. Fünf dieser Münzen sind heute verschollen. Bei zwei handelt es sich vermutlich um Funde, die vor den eigentlichen Grabungen entdeckt wurden und an die Finder zurückgingen39. Dazu gehört der unter Antoninus Pius geprägte Sesterz (1) sowie eine nicht näher datierbare Münze des 4. Jahrhunderts (22). Laur-Belart schreibt am 12. Februar 1930 an Schulthess, es seien vor den Grabungen 9 und während der Grabungen 21 Münzen zutage gekommen40. Dies widerspricht den Angaben im Brief vom 25. Februar 1930, den Laur-Belart an Posthalter R. Keller sendete (s. o.). Darin erwähnt er 11 Münzen, die bereits vor den Grabungen zutage kamen. 10 dieser Münzen gingen an die Finder zurück, die elfte Münze kaufte Laur-Belart dem Finder Erwin Vogt ab41. Im Folgenden werden zunächst die Münzen besprochen, welche Hugo Doppler neu bestimmt hat und die grösstenteils noch in der Sammlung der KAAG vorhanden sind (1–22). Sie entsprechen den Münzen auf der Liste von Eckinger. Die danach folgenden Münzen sind heute nicht mehr greifbar und nur auf der Liste von Laur-Belart dokumentiert (23–30). Die älteste Münze ist ein unter Antoninus Pius in den Jahren 140–144 n. Chr. geprägter Sesterz (1). Sie ist heute verschollen. Wie oben erwähnt, hat Laur-Belart sie dem Finder Karl Keller zurückgegeben. Ein weiterer Sesterz des 2. Jahrhunderts kam 181 bis 182 n. Chr. unter Commodus in Umlauf (2). Zwei Antoniniane aus dem 3. Jahrhundert sind unter Gallienus (267–268; 3) und Claudius Gothicus II. (268–270; 4) geprägt worden. Diese Münzen können irgendwann im letzten Drittel des 3. Jahrhunderts in den Boden gekommen sein, da Antoniniane aus diesen Prägeperioden bis ans Ende des 3. oder sogar den Beginn des 4. Jahrhunderts zirkulierten42. Insgesamt neun Münzen kamen in der Regierungszeit von Constantius I. oder unter seinen Söhnen in Umlauf (5–13). Sieben weitere Münzen stammen aus valentinianischer Zeit bis um 400 (14–20). Zwei Münzen, eine davon ist heute verschollen, können nicht genauer als ins 4. Jahrhundert datiert werden (21–22). Laur-Belart nennt auf seiner Liste weitere acht Münzen. Es handelt sich um eine Prägung von Valentinianus II. (23) und eine weitere, nicht näher bestimmte römische Münze (24), die wohl aus dem 4. Jahrhundert stammt. Laur-Belart führt auf seiner Liste zudem eine «Dicke Br.[onzemünze] einer Kaiserin des 2. Jahrh. wahrscheinlich Faustina ä[ltere]» auf (25). Trifft seine Bestimmung zu, liegt eine weitere Münze aus der Regierungszeit des Antoninus Pius vor. Eine Münze aus tetrarchischer oder constan tinischer Zeit wurde von oder für Maximianus geprägt (26)43. Vier weitere Münzen sind gemäss der Liste von Laur-Belart nicht näher bestimmbare Prägungen des 4. Jahrhunderts (27–30). 31 Den Hinweis, die älteren Luftbilder zu prüfen, verdanke ich Eva Oliveira (KAAG). 32 Das passt zur Fundgeschichte der ersten Münzen, die Posthalter Keller beim Setzen eines Marksteins fand (s. oben). 33 Archiv GPV, ID 1261. Schachtel 57, Dossier 263. Tagebuch des Präsidenten der Gesellschaft Pro Vindonissa in Brugg Theodor Eckinger 1927–1930, Eintrag vom 29. und 31.01.1930. Eckinger gibt an, es seien bei den Grabungen 25 Münzen gefunden worden. Dies widerspricht der Münzliste von R. Laur-Belart, laut der insgesamt 30 Münzen zum Vorschein kamen. 34 Archiv GPV, ID 1171. Schachtel 38, Dossier 171, Nr. 369. Brief von R. Laur-Belart an O. Schulthess, 12.02.1930. 35 Archiv GPV, ID 1171. Schachtel 38, Dossier 171, Nr. 306. Brief von R. Laur-Belart an A. Gessner (Kantonales Antiquarium), 10.04.1930. 36 Archiv GPV, ID 1120. Schachtel 74, Dossier 120, Nr. 370. Dieselbe Liste findet sich auch im EAD (GS-SNB, Sign. EAD-45633, Mandacheregg (AG) Röm. Warte). 37 Th. Eckinger, Münzen von Mandach am 6.II.1930 gefunden. Grabung Mnd.30.1, DokumentID 35. Grabungsarchiv der KAAG, Brugg. Bei den meisten Münzen auf Eckingers Liste sind die entsprechenden Nummern von Laur-Belarts Liste vermerkt. 38 https://forschdb2.unibas.ch/inf2/rm_projects/object_view. php?r=4523426 (28. 12. 2023). | H. Doppler, Die römischen Münzfunde im Fricktal/AG (Arbeitstitel). Inventar der Fundmünzen der Schweiz (in Vorb.). H. Doppler sei an dieser Stelle für die Zurverfügungstellung seiner Münzbestimmungen herzlich gedankt! Die noch erhaltenen Münzen befinden sich in der KAAG und sind dem Grabungskürzel Mnd.30.1 zugeordnet (s. Fundkatalog). 39 Vgl. Anm. 25. 40 Archiv GPV, ID 1171. Schachtel 38, Dossier 171, Nr. 369. Brief von R. Laur-Belart an O. Schulthess, 12.02.1930 41 Vgl. Anm. 25. 42 Frey-Kupper 2009, 193 f.; Brem u. a. 1996, 209– 215; Peter 2001, 129. 43 Die Münze trug die Umschrift «GAL VAL MAXIMIANVS». Entsprechende Legenden finden sich auf Münzen, die zwischen 284 und 313 n. Chr. in Umlauf kamen. Weiter erwähnt Laur-Belart unter Nr. 7 eine Münze von «Constantius Chlorus, nach seinem Tode 306». Eckinger bestimmte das Objekt als Münze von Constantinus I. (6). Diese Bestimmung hat Hugo Doppler bestätigt.
368 ianua patet cor magis MAUERN UND MÜNZEN AUF DER EGG ZWISCHEN MANDACH UND VILLIGEN Valentin Häseli 9 Münzliste von R. Laur-Belart mit den vor und während der Grabungen 1930 gefundenen Münzen.
369 ianua patet cor magis MAUERN UND MÜNZEN AUF DER EGG ZWISCHEN MANDACH UND VILLIGEN Valentin Häseli WEITERE FUNDE Unter den weiteren ins Kantonale Antiquarium nach Aarau verbrachten Funden sind ein Fibel bügel (31), zwei Fibelnadeln (32–33) und ein kleines Stück blaues Glas (34). Bei der Fibel handelt es sich um eine kräftig profilierte Fibel des Typs Riha 2.9.4, die ins 1. Jahrhundert n. Chr. datiert ▶ 1044. Die Nadel und die rechte Seite der Spiralkonstruktion fehlen. Bei einer der Fibelnadeln ist der Ansatz einer Spirale erhalten (33). Allerdings ist die Zugehörigkeit der Nadel zum Bügel der kräftig profilierten Fibel unsicher45. Die zweite Nadel (32) stammt von einer Fibel mit Hülsenoder Backenscharnier. Somit liegen Fragmente von zwei bis drei Fibeln vor. Das blaue Glasfragment (34) ist zu klein, um es einer Form zuzuweisen. FAZIT ZUM FUNDMATERIAL Insgesamt decken die Münzen einen grösseren Zeitraum ab ▶ 11. Sie belegen eine Begehung des Ortes ab der Mitte des 2. Jahrhunderts, die sich mindestens bis zum Ende des 4. Jahrhunderts fortsetzte. Mit der kräftig profilierten Fibel des Typs Riha 2.9.4 wird die Datierungsspanne sogar bis ins 1. Jahrhundert n. Chr. erweitert. Bei den Prägungen des 2. Jahrhunderts muss allerdings einschränkend festgehalten werden, dass Aes-Münzen aus dieser Zeit teilweise noch im 3. Jahrhundert zirkulierten und daher nicht zwingend eine Nutzung des Ortes im 2. Jahrhundert anzeigen müssen46. Wann der Bau genau entstand und wie lange er in Nutzung war, muss aufgrund des fehlenden Fundkontextes unbekannt bleiben. Wie sich im Folgenden zeigen wird, ist die Fundzusammensetzung, neben anderen Indizien, ein wichtiger Mosaikstein für die Interpretation des kleinen Steinbaus. 44 Riha 1994, 69. 45 Es gibt keine anpassende Bruchstelle zwischen der Nadel und der kräftig profilierten Fibel; der Draht der Nadel hat einen runden Querschnitt, der Draht der Fibel einen quadratischen und die Fibelnadel ist zu kurz (dies könnte auch auf Korrosion zurückzuführen sein). 46 Frey-Kupper 2009, 198. 12: Traian 13: Hadrian 14: Antonius Pius 15: Marc Aurel 16: Commodus 17: 193–211 18: 211– 218 19: 218–222 20: 222–235 21: 235–238 22: 238–244 23: 244–253 24: 253–260 25: 260–268 26: 268–275 27: 275–285 28: 285–295 29: 295–305 30: 305–317 31: 317–330 32: 330–337 33: 337–341 34: 341–348 35: 348–350 36: 350–353 37: 353–364 38: 364–378 39: 378–383 40: 383–402 4. Jh. Weitere Münzen nach Laur-Belart (n=8; z.T. interpoliert) 0 0 1 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0,25 0,25 0,25 0,25 0 0 0 0 0 0 0 0,333 0,333 0,333 5 Münzen nach Eckinger (n =22; neu bestimmt von H. Doppler) 0 0 1 0 1 0 0 0 0 0 0 0 0 1 1 0 0 0 1 2 3,5 0,5 1 1 0 0 6 0 1 2 0 1 2 3 4 5 6 7 8 Anzahl Münzen 10 Kräftig profilierte Fibel (Riha 2.9.4) aus Buntmetall aus dem Kontext des kleinen Steinbaus auf der Mandacher Egg. M. 1:1. 11 Münzkurve Mandacher Egg (n=30). Zeitstufen nach Peter 2001, 193.
370 ianua patet cor magis MAUERN UND MÜNZEN AUF DER EGG ZWISCHEN MANDACH UND VILLIGEN Valentin Häseli DISKUSSION Die Deutung der Fundstelle als Reste eines römischen Wachturms oder Signalpostens taucht schon bei Heierli auf und hat Laur-Belart vermutlich bei seiner Interpretation beeinflusst. Aufgrund der Grabungsresultate vermutete er die Errichtung des Turms kurz nach 260 n. Chr. oder in diokletianischconstantinischer Zeit und eine Erneuerung unter Valentinian I.47. Als Argument diente nicht zuletzt die Lage an einem Passübergang des Jura. Für die Interpretation war zudem die Aussicht bis zu Rhein und Schwarzwald im Norden sowie ins Mittelland im Süden wichtig. Laur-Belart vermutete, dass der Bau auf der Mandacher Egg Signale vom Rhein an die militärischen Einheiten im Landesinnern, beispielsweise in Vindonissa oder Baden/AG, weiterleiten sollte48. Seine Interpretation hatte nach den Ausgrabungen Gültigkeit und wurde in der Forschung rezipiert49. Diese Deutung ist aufgrund der Neubewertung der Funde und Befunde zu hinterfragen und alternative Interpretationsmöglichkeiten sind zu prüfen. Aufgrund des Fundmaterials und der topografischen Lage wird vorgeschlagen, dass es sich um die letzten Reste eines kleinen Passheiligtums handelt. Die verschiedenen Argumente, welche zu dieser These geführt haben, sollen im Folgenden erläutert werden. DIE DIMENSIONEN DES BAUS: Bisher sind weder vom valentinianischen Hochrhein-Limes (HRL)50 noch von anderen spätantiken Grenzbefestigungen Wachtürme in dieser Grösse bekannt51. Ähnlichkeiten hat der kleine Steinbau hingegen mit quadratischen bis rechteckigen Tempeln und Kapellen, die insbesondere in gallo-römischen Heiligtümern häufig vorkommen52. Letztlich kann nicht ausgeschlossen werden, dass es sich bei den dokumentierten Mauern nur um einen Teil eines grösseren Gebäudekomplexes, vielleicht eines gallo-römischen Umgangstempels, handelt. Die Grabungsgrenzen von 1930 sind nicht dokumentiert, somit ist offen, ob sich in der Umgebung weitere Baustrukturen befinden. SICHTVERBINDUNG: Die von Laur-Belart als Argument angeführte Sichtverbindung ist zwar in Richtung Nordwesten nach Koblenz und dem Zusammenfluss von Rhein und Aare gegeben, nicht aber nach Süden zum Windischer Sporn oder der Fundstelle BruggAltenburg, wo jeweils spätantike Befestigungen belegt sind53. In diese Richtung versperren der Geissberg und der Bruggerberg die Sicht (vgl. ▶ 1). ANZAHL DER MÜNZEN: Auffällig ist die Zusammensetzung und vor allem die Datierung des Fundmaterials. So erstaunt etwa die grosse Anzahl an Münzen. Wie eine Zusammenstellung von Margrit Balmer für die spätantiken Wachtürme zwischen Kaiseraugst und Koblenz zeigt, finden sich hier durchgehend nur wenige Vertreter dieser Fundgruppe54. Ausnahmen sind der Wachturm Schwaderloch-Oberes Bürgli und die Kleinfestung Mumpf-Burg, wobei der Grossteil der Münzen bei jüngeren Untersuchungen gefunden wurde55. Die Seltenheit der Münzfunde hängt wohl nicht zuletzt damit zusammen, dass bei den Altgrabungen noch keine Metalldetektoren zum Einsatz kamen. Obwohl dies auch für die Untersuchungen auf der Mandacher Egg gilt, wurden hier 1930 total 30 Münzen geborgen. Die Münzen können nicht als Verlustfunde der Passstrasse angesprochen werden, sondern sind im Kontext des kleinen Steinbaus ge47 Schulthess 1930, 103. 48 Schulthess 1930, 103; Laur-Belart 1930b. | Zu Vindonissa in der Spätantike vgl. Trumm 2011, 50–52 sowie Flück und Trumm in diesem Band 343–359. In Baden gibt es wenige Fundamentreste einer wohl spätantiken Befestigungsmauer (vgl. Hartmann 1974, 48–51). 49 U. a. bei Staehelin 1948, 262f.; Hartmann/Weber 1985, 204; Drack/Fellmann 1988, 534; Drack 1993, 29. | Es gibt in der Schweiz verschiedene Fundstellen, für die eine Funktion als Kontrollposten der spätantiken Grenzverteidigung im Hinterland angenommen oder diskutiert wird, vgl. dazu Hächler u. a. 2020, 172, 359. 50 Die bisher bekannten Wachtürme und Kleinfestungen am HRL haben Dimensionen zwischen 7 × 7 m und ca. 17,5 × 17,5 m (Hächler u. a. 2020, 251f.; Schwarz 2019, 35, Abb. 7; Balmer 2000, Anm. 91). Schon Margrit Balmer betonte, dass sich der Bau von der Mandacher Egg deutlich von den anderen Wachtürmen des HRL unterscheidet (Balmer 2000, Anm. 137). 51 Bajenaru 2010, 62–91. Bei den kleinsten von Constantin Bajenaru vorgelegten Türmen handelt es sich um frührömische Bauten (1./2. Jahrhundert) im Bereich von 5 × 5 m Aussendurchmesser, die teilweise in der Spätantike reaktiviert wurden (Bajenaru 2010, 100, 162). Diese sind damit immer noch deutlich grösser als der Steinbau von der Mandacher Egg. 52 Schaeren/Martin-Kilcher 2009, 49; Martin-Kilcher 2009, 204, Abb. 6/6. In Thun-Allmendingen sind beispielsweise drei quadratische Tempel mit Seitenlängen von 2,27 m bis 2.6 m nachgewiesen (Schaeren/Martin-Kilcher 2009, 39, 47 f., Abb. 4/2). Ähnlich dimensionierte Heiligtümer sind auch von anderen Schweizer Fundstellen bekannt: Auvernier/NE-Au Lerin, Leytron/VS-L’Ardoisière, Meikirch/BE-Kirche, Studen/BE-Gumpboden, Vicques/VS-Les Chaufours, Windisch/AG-Unterwindisch, Yverdon/VD-Rue du Midi (vgl. Cramatte 2008). 53 Vgl. Trumm 2011, 50–52 sowie Flück und Trumm in diesem Band 343–359. 54 Balmer 2000, Tab. 2. Bei den Untersuchungen von Wachtürmen durch die Vindonissa-Professur sind einige weitere Münzen dazugekommen:1 Münze in Möhlin-Untere Wehren (Schwarz 2015, 64); 2 Münzen in Wallbach-Stelli (Häseli/Schwarz 2020, 78); 48 Münzen in Mumpf-Burg (Häseli/Schwarz 2021, 41). 55 Schwaderloch-Oberes Bürgli: 31 Münzen (Balmer 2000, Tab. 2). | MumpfBurg: 48 Münzen (Häseli/Schwarz 2021, 41). 56 Vgl. Thüry 2016, 76–80. Neben den dort genannten Beispielen sind Münzopfer vom Septimer pass bekannt (Rageth/Zanier 2010, 268 f.). Vermutlich sind sie in Form eines Münzwurfs dargebracht worden (vgl. dazu Thüry 2016, 67). 57 Balmer 2000, Tab. 2. 58 Fankhauser 2022, 56. Einige Fibeln aus dem Bereich des «temple gallo-romain II» in Martigny/ VS zeigen Spuren absichtlicher Zerstörung durch Flachdrücken oder Verbiegen. Nach Veronique Rey-Vodoz scheint diese Praxis nur bei Heiligtümern von Gottheiten mit einheimisch-keltischem Ursprung vorzukommen (Rey-Vodoz 1986, 192–194). 59 Trumm 2002, 115. 60 Trumm 2002, 119. 61 Trumm 2002, 121 f. Zu diesem Thema sowie den Möglichkeiten und Grenzen, Provinzgrenzen mit archäologischen Quellen zu erkennen, vgl. Della Casa/Deschler-Erb 2016. 62 Trumm 2002, 121 f.; Schwarz 2015, Anm. 86 f.; Hächler u. a. 2020, 258 f. 63 Greule 2014, 364; vgl. auch die Diskussion zur Herleitung des ursprünglichen Namens des oppidum Roggwil-Fryburg im Kanton Bern (Lanzicher 2022, 322–330). 64 Lanzicher 2022, 322.
371 ianua patet cor magis MAUERN UND MÜNZEN AUF DER EGG ZWISCHEN MANDACH UND VILLIGEN Valentin Häseli funden worden, der etwas abseits des Weges stand. In Zusammenhang mit der oben geäusserten Neuinterpretation des Befundes als kleines Heiligtum werden die Münzen als Opfergaben interpretiert. Solche Münzopfer sind an verschiedenen Pässen im Alpenraum dokumentiert56. DATIERUNG DES FUNDMATERIALS: Bemerkenswert ist nicht nur der Fund zahlreicher Münzen auf kleinem Raum, sondern auch deren Datierung über eine grosse Zeitspanne. In den anderen Wachtürmen des HRL sind Münzen, die vor dem 4. Jahrhundert in Umlauf kamen, selten57. Mit drei Münzen aus dem 2. Jahrhundert (1.2.25) und mindestens zwei aus dem 3. Jahrhundert (3.4, evtl. 26) setzt die Münzreihe ungewöhnlich früh ein (vgl. ▶ 11). Die kräftig profilierte Fibel des Typs Riha 2.9.4 belegt sogar eine Begehung des Ortes im 1. Jahrhundert n. Chr. FIBELN ALS OPFERGABEN?: Die drei Fibelfragmente könnten ein weiteres Indiz für die Interpretation als kleines Passheiligtum sein. Fibeln gehören zu den häufigsten Fundgattungen in spätlatènezeitlichen und provinzialrömischen Heiligtümern, wobei an den Funden teilweise Manipulationen feststellbar sind58. Man könnte in den Fibelfragmenten (31–33) das Resultat einer gezielten Zerstörung sehen. Letztlich ist ihre Anzahl aber zu tief, um definitiv entscheiden zu können, ob deren Fragmentierung auf taphonomische Einflüsse oder eine rituelle Praxis zurückgeht. LAGE AN EINER POSTULIERTEN CIVITAS-GRENZE: Es gibt verschiedene Hinweise, dass sich der kleine Steinbau an der Grenze zwischen der civitas der Rauriker und der civitas der Helvetier befand. Jürgen Trumm lokalisiert die Ostgrenze der civitas der Rauriker in der Region um Laufenburg/AG bzw. Laufenburg/ WT (vgl. ▶ 1,6). Als Argument führt er eine Grenze zwischen Keramikregionen59, eine Lücke in der römer zeitlichen Besiedlung60 sowie eine Inschrift vom valentinianischen Wachturm Etzgen-Rote Waag (vgl.▶ 1,7) an61. Die fünfte Zeile der Inschrift aus dem Jahr 371 wird mit in Rauriaco confine, also an der Grenze des Raurikergebietes, ergänzt62. Ein weiterer Hinweis auf eine Grenzsituation um Laufenburg könnte die Ortschaft Murg/WT und das dort in den Rhein mündende Gewässer selben Namens sein (vgl. ▶ 1,5). Der Ortsund Gewässername Murg geht ursprünglich auf das gallische Wort *Morgia zurück und bezeichnete vermutlich ein/-e «Land / Gegend / Gewässer an einer Grenze»63. Der keltische Name würde damit auf eine bereits in vorrömischer Zeit existierende Grenze hinweisen. Demnach ist wahrscheinlich, dass sich in der Gegend zwischen Murg und Etzgen die Grenze zwischen der civitas der Rauriker und der civitas der Helvetier befand. Der weitere Grenzverlauf Richtung Südwesten folgte wohl dem Jurasüdfuss64. Die Mandacher Egg liegt nicht nur am Ende des Mettauertals, welches bei Etzgen beginnt, sondern befindet sich auch am Übergang vom Jura zum Mittel land. Mit all diesen Hinweisen ist es wahrscheinlich, dass sich auf dem Rotberg zwischen Mandach und Villigen die Grenze zwischen der civitas der Rauriker und der civitas der Helvetier befand. Diese Tatsache gab dem Pass auf der Egg möglicherweise eine zusätzliche Bedeutung und war vielleicht sogar der Grund, weshalb an diesem wohl nur regional wichtigen Verkehrsweg ein Heiligtum entstand. FAZIT Die vielen offenen Fragen zum Befund und die fehlende Stratifizierung der Funde machen es schwierig, die Fundstelle auf der Mandacher Egg zu bewerten. Die 1930 vom Ausgräber Laur-Belart vorgeschlagene Interpretation als spätrömischer Wachturm muss aus heutiger Sicht hinterfragt werden. Bisher ist an keiner Warte des HRL Fundmaterial bekannt, welches vom 1. bis ins 4. Jahrhundert datiert. Auch die geringen Dimensionen der Mauern und die bescheidenen Ausmasse des Gebäudes finden bei den spätantiken Wachtürmen keine Vergleiche. Als alternative Interpretation wird daher vorgeschlagen, dass es sich beim Bau auf der Mandacher Egg um die Reste eines kleinen Passheiligtums handelt. Hier konnten Reisende zwischen dem Tal des Hochrheins und dem unteren Aaretal am höchsten Punkt des Weges ein Opfer darbringen. Dass die Egg an der vermuteten Grenze zwischen der civitas der Rauriker und der civitas der Helvetier lag, hat dem Pass möglicherweise eine zusätzliche Bedeutung gegeben.
372 ianua patet cor magis MAUERN UND MÜNZEN AUF DER EGG ZWISCHEN MANDACH UND VILLIGEN Valentin Häseli Grabungskürzel Inventarnummer Münzherr Nominal Datierung Referenz/Literatur Abnutzung | Korrosion Nr. Eckinger Nr. LaurBelart Bemerkungen 1Mnd.30.1 Mnd.30.1/0.1 (verschollen) Antoninus Pius Sesterz 140–144 RIC III, S. 107, Nr. 600 (?) - 1 1 1930 an Finder Posthalter Keller zurückgegeben (Vermerk auf Liste Eckinger: «nicht abgeliefert») 2Mnd.30.1 KAA 2052ZV Commodus Sesterz 181–182 RIC III, S. 405, Nr. 324 3/3 | 2/2 2 3 3Mnd.30.1 KAA 2057ZV Gallienus Antoninian 267–268 RIC V.1, S. 146, Nr. 180 Burböck, Fund JudenburgStrettweg, S. 55, Nr. 523 Typ 2/3 | 3/3 7 4 4Mnd.30.1 KAA 2054ZV Claudius II. Gothicus Antoninian 268–270 RIC V.1, S. 212, Nr. 14 2/2| 2/2 4 5 5Mnd.30.1 KAA 2053ZV Constantinus I. Aes2 313–315 RIC VII, S. 168, Nr. 42 2/2 | 1/1 3 9 Vermutlich Münze, die dem Finder E. Vogt abgekauft wurde 6Mnd.30.1 KAA 2055ZV Constantinus I. AE 3 323–324 RIC VII, S. 201, Nr. 429 1/2 | 1/2 5 7 Bei Laur als «für Constantius Chorus» geprägte Münze 7Mnd.30.1 KAA 2056ZV Constantinus I. AE 3 319–320 RIC VII, S. 436, Nr. 95 1/1 | 1/1 6 8 8Mnd.30.1 KAA 2060ZV Constantinus I. für Constantinus II. Caesar AE 3 332–333 RIC VII, S. 216, Nr. 539 1/1 | 1/1 10 11 9Mnd.30.1 KAA 2062ZV Constantinus I. für Constantinus II. Caesar AE 3 335–337 RIC VII, S. 223, Nr. 586 1/1 | 1/1 12 12 10 Mnd.30.1 KAA 2059ZV Constantinus I. AE 3 334–335 RIC VII, S. 407, Nr. 124 1/1 | 1/1 910 11 Mnd.30.1 KAA 2068ZV Constantinus I. (306–337) oder Söhne für Constantinopolis AE 4 330–341 -4/4 | 4/4 18 13 oder 14 (?) 12 Mnd.30.1 KAA 2069ZV Constantinssöhne AE 4 341–348 -4/4 | 4/4 19 13 oder 14 (?) 13 Mnd.30.1 KAA 2067ZV constantinisch AE 3 348–350 -4/4 | 4/4 17 22 14 Mnd.30.1 KAA 2058ZV Valens AE 3 364–378 -2/3 | 1/3 815 15 Mnd.30.1 KAA 2063ZV Valens? AE 3 365–375 -3/3 | 3/3 13 16 16 Mnd.30.1 KAA 2065ZV Valens? AE 3 364–378 -3/3 | 3/3 15 21 oder 30 17 Mnd.30.1 KAA 2061ZV (verschollen) Gratianus AE 3 367–375 RIC IX, S. 46, Nr. 21b -11 19 verschollen 18 Mnd.30.1 keine (verschollen) -AE 3 364–378 - - 16 21 oder 30 19 Mnd.30.1 keine (verschollen) -AE 3 364–378 - - 21 17 oder 18 (?) 20 Mnd.30.1 KAA 2064ZV -AE 4 388–402 -2/2 | 1/1 14 17 oder 18 (?) 21 Mnd.30.1 KAA 2070ZV 4. Jh. AE 4 4. Jh. -4/5 | 4/4 20 23–29 22 Mnd.30.1 keine (verschollen) 4. Jh. Unbestimmtes Aes-Nominal 4. Jh. - - 22 23–29 verschollen 23 Mnd.30.50 keine (verschollen) Valentinianus II. -375–392 - - - 20 1930 an den Finder zurückgegeben; verschollen 24 Mnd.30.50 keine (verschollen) - - (4. Jh.) - - - 23–29 1930 an den Finder zurückgegeben; Römische Münze ohne weitere Informationen 25 -keine (verschollen) - - (138–161) - - - 2 Kaiserin 2. Jh. (Faustina?); 1930 an den Finder P. Geissmann zurückgegeben 26 -keine (verschollen) - - (284–313?) - - - 6 Umschrift GAL VAL MAXIMIANVS; unter oder für Maximian geprägte Münze; 1930 an den Finder R. Keller zurückgegeben 27 -keine (verschollen) - - 4. Jh. - - - 23–29 1930 an den Finder zurückgegeben; verschollen 28 -keine (verschollen) - - 4. Jh. - - - 23–29 1930 an den Finder zurückgegeben; verschollen 29 -keine (verschollen) - - 4. Jh. - - - 23–29 1930 an den Finder zurückgegeben; verschollen 30 -keine (verschollen) - - 4. Jh. - - - 23–29 1930 an den Finder zurückgegeben; verschollen FUNDKATALOG
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Die Fibel ist fast komplett erhalten, lediglich die rechte Seite der Spiralkonstruktion mitsamt der Nadel fehlt. Der Draht der Spirale hat einen quadratischen Querschnitt 32 Mnd.30.1 Mnd.30.1/0.2 Nadel mit Öse einer Hülsenoder Backenscharnierfibel 33 Mnd.30.1 Mnd.30.1/0.3 Nadel einer Fibel mit Rest einer Spirale. Der Draht der Spirale hat einen runden Querschnitt 34 Mnd.30.1 KAA 3839 Kleines, hellblaues Glasfragment, Form nicht bestimmbar
374 ianua patet cor magis MAUERN UND MÜNZEN AUF DER EGG ZWISCHEN MANDACH UND VILLIGEN Valentin Häseli Schaeren/Martin-Kilcher 2009: G. F. Schaeren / S. MartinKilcher, Baustrukturen und andere feste Installationen. In: Martin-Kilcher/Schatzmann 2009, 35–60. Schefold 1968: K. Schefold, Rudolf Laur-Belart als Gelehrter. In: E. Schmid/L. Berger/P. Bürgin (Hrsg.), Provincialia. Festschrift für Rudolf Laur-Belart (Basel 1968) 26–29. Schulthess 1930: O. Schulthess, Römische Zeit. JbSGU 21, 1930, 77–105. Schulthess 1931: O. Schulthess, Römische Zeit. JbSGU 22, 1931, 63–92. Schwarz 2015: P.-A. Schwarz , Neue Forschungen zum spätantiken Hochrhein-Limes im Kanton Aargau I. Die Wachtürme KoblenzKleiner Laufen, Möhlin-Fahrgraben und Möhlin-Untere Wehren. Mit Beiträgen von S. Ammann/S. Deschler-Erb/J. Fankhauser/ L. Freitag/S. Jeanloz/T. Lander/D. Schuhmann. Jber. GPV 2014, 2015, 37–68. Schwarz 2017a: P.-A. Schwarz, Neue Forschungen der VindonissaProfessur zum spätantiken Hochrhein-Limes. Collegium Beatus Rhenanus-Newsletter 20, 2017, 9–12. Schwarz 2017b: P.-A. Schwarz, Neue Forschungen zum spätantiken Hochrhein-Limes im Kanton Aargau II. Der spätantike Wachturm und die karolingisch-ottonische Toranlage Riburg/Bürkli in Möhlin. Unter Mitarbeit von T. Lander, D. Reber, D. Schuhmann und R. Zimmermann. Jber. GPV 2016, 2017, 45–73. Schwarz 2019: P.-A. Schwarz, Der spätantike Hochrhein-Limes. Zwischenbilanz und Forschungsperspektiven. In: G. Kuhnle/E. Wirbelauer (Hrsg.), Am anderen Flussufer. Die Spätantike beidseits des südlichen Oberrheins. Unter Mitarbeit von M. Keller und N. Krohn. Arch. Inf. Baden-Württemberg 81, 2019, 28–43. Staehelin 1948: F. Staehelin, Die Schweiz in römischer Zeit (Basel 1948). Staudacher 1983: E. Staudacher, Mandach, das versteckte Dorf im Tafeljura. Brugger Neujahrsbl. 93, 1983, 129–141. Stehlin / von Gonzenbach 1957: K. Stehlin/V. von Gonzenbach, Die spätrömischen Wachttürme am Rhein von Basel bis zum Bodensee. 1. Untere Strecke: von Basel bis Zurzach. Schr. Uru. Frühgesch. Schweiz 10 (Basel 1957). Thüry 2016: G. E. Thüry, Die antike Münze als Fundgegenstand. Kategorien numismatischer Funde und ihre Interpretation (Oxford 2016). Trumm 2002: J. Trumm, Kochtöpfe, Besiedlungsmuster und eine Inschrift – Bemerkungen zur Ostgrenze der Civitas Rauricorum. In: Ch. Bücker/M. Hoeper/N. Krohn/J. Trumm (Hrsg.), Regio Archaeologica. Archäologie und Geschichte an Oberund Hochrhein. Festschrift für Gerhard Fingerlin zum 65. Geburtstag. Int. Arch. Stud. Hon. 18 (Rahden/Westf. 2002) 113 –123. Trumm 2011: J. Trumm, Vindonissa: Stand der Erforschung. Teil I, Vorgeschichte, keltische Zeit und der militärische Komplex. Jber. GPV 2010, 2011, 37–53. ABBILDUNGSNACHWEIS 1, 2 © swisstopo. Eintragungen von V. Häseli. 3 C. Fels, Römische Warte auf der Mandacheregg. KAAG, Planarchiv. Grossplan K5160. (Februar 1930). 4 SNB, EDA: Dokumentationen von Restaurierungen und Grabungen. Sign. EAD-45630, Mandacheregg (AG) Röm. Warte. Original. Das Foto ist im Original spiegelverkehrt und wurde für diese Publikation gedreht! © Familie Laur. 5 SNB, EDA: Dokumentationen von Restaurierungen und Grabungen. Sign. EAD-45631, Mandacheregg (AG) Röm. Warte. © Familie Laur. 6 Foto KAAG, Mnd.30.1/1.1. © Familie Laur. 7 © swisstopo (Inventarnummer 340629). Eintragungen von V. Häseli. 8 swissALTI3D multidirektionales Relief. Bundesamt für Landestopografie swisstopo. Eintragungen von V. Häseli unter Mithilfe von E. Oliveira und D. Hug (KAAG). 9 SNB, EDA: Dokumentationen von Restaurierungen und Grabungen. Sign. EAD-45633.2, Mandacheregg (AG) Röm. Warte. © Familie Laur. 10 Foto KAAG, © Kanton Aargau. 11 Grafik V. Häseli, Umsetzung J. Blum. AUTOR Valentin Häseli:
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429 ianua patet cor magis ABKÜRZUNGEN Grundsätzlich gelten die Zitier-Richtlinien und Abkürzungen der Römisch-Germanischen Kommission (vgl. Ber. RGK 71, 1990, 973 – 998; 73, 1992, 477 – 540). Zusätzlich werden folgende Abkürzungen für Zeitschriften verwendet: AKB Archäologisches Korrespondenzblatt AFS Archäologischer Führer der Schweiz AS Archäologie der Schweiz ASA Anzeiger für Schweiz. Altertumskunde ASA N.F. Anzeiger für Schweizerische Altertumskunde, Neue Folge ASSPA Annuaire de la Société Suisse de Préhistoire et d’Archéologie Ber. RGK Berichte der Römisch-Germanischen Kommission BPA Bulletin de l’Association Pro Aventico CAR Cahiers d’Archéologie Romande CIL Corpus Inscriptionum Latinarum HA Helvetica Archaeologica JbAK Jahresbericht aus Augst und Kaiseraugst JbAS Jahrbuch Archäologie Schweiz Jber. GPV Jahresbericht der Gesellschaft Pro Vindonissa Jber. SLMZ Jahresbericht des Schweiz. Landesmuseums Zürich JbHVFL Jahrbuch des Histor. Vereins für das Fürstentum Liechtenstein JbRGZM Jahrbuch des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz JbSGU Jahrbuch der Schweiz. Gesellschaft für Urgeschichte JbSGUF Jahrbuch der Schweiz. Gesellschaft für Urund Frühgeschichte MAGZ Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft Zürich RIC The Roman Imperial Coinage SPM Die Schweiz vom Paläolithikum bis zum frühen Mittelalter UFAS Urund frühgeschichtliche Archäologie der Schweiz Veröff. GPV Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa ZAK Zeitschrift für Schweiz. Archäologie und Kunstgeschichte Weitere Abkürzungen und Siglen: ADB Archäologischer Dienst Bern AE L’Année Épigraphique AR Augusta Raurica EAD Eidgenössisches Archiv für Denkmalpflege (Grafische Sammlung SNB) EDCS Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby GPV Gesellschaft Pro Vindonissa GS Grafische Sammlung HLS Historisches Lexikon der Schweiz HMB Historisches Museum Basel HRL Hochrhein-Limes IDR Inscriptiones Daciae Romanae ILAlg Inscriptions latines d’Algérie ILJug Inscriptiones Latinae quae in Iugoslavia … repertae et editae sunt KAAG Kantonsarchäologie Aargau KASG Kantonsarchäologie St.Gallen KDM BS Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Stadt MAGZ Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft Zürich ÖAI Österreichisches Archäologisches Institut ÖAW Österreichische Akademie der Wissenschaften PIR Prosopographia Imperii Romani PIR² Prosopographia Imperii Romani (2. Auflage) PLRE The Prosopography of the Later Roman Empire RIB The Roman Inscriptions of Britain RIU Die römischen Inschriften Ungarns SMRA Site et Musée romains d’Avenches SNB Schweizerische Nationalbibliothek ThLL Thesaurus Linguae Latinae RPC Münz-Typ nach Burnett u.a. 1992 Allgemeine Abkürzungen: Abb. Abbildung Anm. Anmerkung B. Breite Bd. Band Beg. N. Begrawiyeh Nord bes. besonders Bsp. Beispiel bspw. beispielsweise bzw. beziehungsweise ca. circa cf. vergleiche Dat. Datierung d. h. das heisst Dm. Durchmesser dt. deutsch ebda. ebenda ehem. ehemalig engl. englisch et al. und andere f./ff. folgende fig. figura/figure Fl. Fläche freundl. freundlich Fragm. Fragment frz. französisch Gr. Grab H. Höhe ha Hektare Imit. Imitation indet. unbestimmt insbes. insbesondere it. italienisch Jh. Jahrhundert Kat. Katalog l. links L. Länge lat. lateinisch Lit. Literatur M. Massstab max. maximal mind. mindestens N Norden n. Chr. nach Christus n. l. nach links n. r. nach rechts Nr./no. Nummer Nrn. Nummern O Osten o. ohne o. ä. oder ähnliches Pos. Position
430 ianua patet cor magis r. rechts rät. rätisch resp. respektive röm. römisch S Süden s. siehe S. Seite Sign. Signatur sog. sogenannt s. o. siehe oben St. Stärke s. u. siehe unten s. v. unter dem Stichwort (sub voce) Taf. Tafel u. und u. a. unter anderem v. a. vor allem v. Chr. vor Christus Verf. Verfasser verm. vermutlich Vorb. Vorbereitung W Westen z. B. zum Beispiel z. T. zum Teil