Predatory Publishing und Predatory Conferences
Wienert, Frauke; Gnadt, Vera; Zittier, Marie; Hagen, Florian; Bieler, Detlev
- Publisher
- Zenodo
- Language
- en
Abstract
Dieses Poster informiert über Predatory Publishing, ein betrügerisches Geschäftsmodell im Bereich Open Access, das ausschließlich darauf abzielt, mit der Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten Geld zu verdienen, ohne die erforderlichen Qualitätsstandards einzuhalten. Es werden Fachzeitschriften oder Konferenzen mit hohen Gebühren beworben, ohne eine redaktionelle Dienstleistung für die eingereichten Beiträge zu bieten. Predatory/Fake Journals fordern Article Processing Charges, ohne Qualitätskriterien der guten wissenschaftlichen Praxis einzuhalten. Typische Merkmale sind: fehlendes oder vorgetäuschtes Peer Review, gefälschte Editorial Boards mit Personen aus zusammengewürfelten Fachdisziplinen, falsche Impact-Faktoren sowie Titel und URLs, die etablierten Zeitschriften renommierter Verlage ähneln. Predatory Konferenzen zeichnen sich durch unspezifische Themen ohne stringente Organisation, hohe Teilnahmegebühren und irreführende Versprechen bezüglich der Veröffentlichung von Konferenzbeiträgen in hochrangigen Journals aus. Das vorrangige Ziel beider Varianten ist es, Geld gegen unzureichende oder gar keine Leistungen zu verdienen. Wichtig: „Fake" und „Predatory" bezieht sich zunächst auf unethische Geschäftspraktiken, nicht auf die Artikelqualität. Im Zweifel entsteht jedoch ein Schaden für die Wissenschaft und die eigene wissenschaftliche Karriere. Erkennungsmerkmale: Das Poster bietet eine visuelle Checkliste zur Identifikation von Predatory Publishing, die unter anderem folgende Prüfpunkte umfasst: Validierung des Journalnamens, Überprüfung der Publikationshistorie, Vergleich der ISSN-Nummer, Prüfung von Webseite und URL, Befragung von Kolleg*innen, Überprüfung des Review-Verfahrens, Prüfung verwendeter E-Mail-Adressen, Qualität von Fotos und Grafiken sowie Gegenprüfung des Editorial Boards. Entscheidungshilfen: Das Poster verweist auf etablierte Tools und Checklisten wie das Directory of Open Access Journals (DOAJ) für qualitätsgesicherte goldene Open-Access-Zeitschriften, Think.Check.Submit. und Think.Check.Attend. als strukturierte Checklisten für Journals und Konferenzen sowie Compass to Publish zur Überprüfung der Authentizität eines Journals. Der QR-Code (unten rechts) verlinkt auf folgende Infoseite der TUB: https://www.tub.tuhh.de/publizieren/openaccess/publikation/predatory/
Full text
Dieses Werk (Logos ausgenommen) und dessen Inhalte sind –sofern nicht anders angegeben –lizenziert unter CC BY 4.0 Universitätsbibliothek Open Access Team, [email protected]e Predatory Publishing und Predatory Conferences WAS BEDEUTET PREDATORY IM WISSENSCHAFTLICHEN KONTEXT? Predatory Publishing bezieht sich auf ein betrügerisches Geschäftsmodell im Bereich Open Access, das als einziges Ziel hat, möglichst viel Geld mit der Veröffentlichung von wissenschaftlichen Arbeiten zu verdienen, ohne die dafür nötigen Qualitätsstandards einzuhalten. Es werden Fachzeitschriften oder Konferenzen mit hohen Gebühren beworben, ohne eine redaktionelle Dienstleistung für die eingereichten Beiträge zu bieten. Das vorrangige Ziel bei beiden: •Geld verdienen gegen unzureichende oder gar keine Leistungen WICHTIG: „Fake“ und „Predatory“ bezieht sich zunächst nicht auf die Artikelqualität, sondern unethische Geschäftspraktiken. Im Zweifel entsteht aber dennoch ein Schaden für die Wissenschaft und die eigene wissenschaftliche Karriere! PREDATORY / FAKE JOURNALS • Open-AccessPublikationen, die Article Processing Charges fordern, ohne die Qualitätskriterien der guten wissenschaftlichen Praxis einzuhalten •Beispielsweise gibt es kein Peer Review oder andere qualitätssichernde Maßnahmen, obwohl es andere Absprachen gab • Fake Editorial Boards (normalerweise Expert*innen, die Inhalt und redaktionelle Ausrichtung einer Zeitschrift steuern) •Die aufgeführten Mitglieder stammen aus zusammengewürfelten Fachdisziplinen und wissen oft nichts von ihrer Nennung im Board • Falsche Impact-Faktoren (normalerweise ist dies die durchschnittliche Anzahl von Zitationen wissenschaftlicher Artikel einer Zeitschrift) • Titel der Zeitschrift und die zugehörige URL ähneln auffällig etablierten Zeitschriften aus renommierten Verlagen PREDATORY KONFERENZEN • Unspezifische Konferenzen ohne Themenfokus und stringente Organisation • Hohe Teilnahmegebühren • Werben mit Veröffentlichung der Konferenzbeiträge in hochrangigen Journals und der Indexierung in anerkannten Datenbanken WIE KANN PREDATORY BEI JOURNALS UND KONFERENZEN VERMIEDEN WERDEN? Webseite und URL überprüfen Qualität und Quellen der Fotos und Grafiken Editorial Board gegenprüfen ISSN Nummer (Print / digital) vergleichen Externe Checklisten nutzen Kolleg*innen befragen Wurden offizielle E-MailAdressen verwendet? Name des Journals validieren WIE KANN ICH PREDATORY ERKENNEN? Publikationshistorie überprüfen Gibt es ein ReviewVerfahren? DIRECTORY OF OPEN ACCESS JOURNALS •Datenbank für goldene Open-Access-Zeitschriften, welche die geltenden wissenschaftlichen Qualitätsstandards erfüllen THINK. CHECK. SUBMIT. •Es wird eine Checkliste zur Verfügung gestellt, die strukturiert abgehakt werden kann •Wenn alle Fragen negativ beantwortet werden können, ist die ausgesuchte Publikationsmöglichkeit vermutlich valide THINK. CHECK. ATTEND. •Eine Checkliste für das Erkennen von Predatory-Konferenzen verschiedenster Fachdisziplinen COMPASS TO PUBLISH •Test um Predatory Publishing zu erkennen •Gibt keine Aussage über die Qualität, hilft aber bei der Überprüfung der Authentizität eines Journals ENTSCHEIDUNGSHILFEN UND CHECKLISTEN: DOI: 10.5281/zenodo.17413867