Full text
Museum x.0: Digitale Zukunft oder Brennholzverleih? http://bit.ly/museumX0 http://bit.ly/museumX0de (Präsentation) http://bit.ly/museumX0en (Presentation) Thomas Tunsch (http://www.isni.org/0000000011582019) 1 Zusammenfassung / Abstract.......................................................................... 2 1.1 Kurzfassung / short version ...................................................................... 2 1.2 Langfassung / long version ....................................................................... 2 2 Vom Objektraum zum Informationsraum ......................................................... 3 2.1 Original, Abbild und Information ............................................................... 4 2.2 Digitale Kopie und Informationen .............................................................. 6 3 Museumsversion 1.0 bis x.0 ............................................................................ 8 3.1 Stand der Kulturgutdigitalisierung ............................................................. 8 3.2 Dauerausstellungen und dynamisches Wissen ........................................... 9 3.3 Ausstellung und Vermittlung ................................................................... 10 3.4 Museales und ein Museum neuen Typs ................................................... 12 4 Der digitale Zwilling ..................................................................................... 13 4.1 Original und digitaler Zwilling ................................................................. 14 4.2 Anforderungen ...................................................................................... 15 Lizenz................................................................................................................ 16 Literatur ............................................................................................................ 16
Museum x.0: Digitale Zukunft oder Brennholzverleih? (Thomas Tunsch) Seite 2 von 17 http://bit.ly/museumX0 v1.5 (07.11.2018) Endfassung 1 Zusammenfassung / Abstract 1.1 Kurzfassung / short version Museumsobjekte sind bisher nicht nur quantitativ unvollständig digitalisiert. Auch die Qualität der Digitalisierung zeigt Defizite. Neben der standardisierten und strukturierten Erfassung extrinsischer Daten ist die vollständige Erfassung der intrinsischen Daten nicht nur eine besondere Herausforderung, sondern auch eine unverzichtbare Voraussetzung für die Modellierung digitaler Zwillinge. Die Digitalisierung ist bislang vorwiegend auf die einfache Abbildung analoger Objekte mit Hilfe digitaler Medien beschränkt. Kommunikationsstrukturen und -methoden des Web 2.0 oder des semantischen Netzes fehlen, so dass ein umfassender, standardisierter und komplex strukturierter digitaler Informationsraum für Museumsobjekte noch nicht möglich ist. Der digitale Informationsraum ist eine Voraussetzung für die Schaffung digitaler Zwillinge. In deren auf lange Sicht verfügbaren Daten und ihrer Nutzung liegt der ideelle Wert der Objekte als einer Grundlage des kulturellen Erbes. Deshalb ist die Verfügungsund Deutungshoheit über die Originale durch kollaborative Strukturen und die kollektive Nutzung von Ressourcen zu ersetzen, um die Zukunftssicherung des Museums im Informationsraum zu gewährleisten. Museum objects have been incompletely digitized in terms of quantity so far. The quality of digitization also shows shortcomings. In addition to the standardized and structured collection of extrinsic data, the complete collection of intrinsic data is not only a special challenge but also an indispensable necessity for modeling digital twins. So far, Digitalization is mainly limited to the simple representation of analog objects with the help of digital media. Communication structures and methods of Web 2.0 or the semantic web are lacking, thus a comprehensive, standardized and complex structured digital information space for museum objects is not yet possible. The digital information space is a prerequisite for the creation of digital twins. The ideational value of the objects as a basis of cultural heritage can be found in the long-term available data and their use. Therefore, the power of disposal and interpretative authority over the originals must be replaced by collaborative structures and the collective use of resources in order to guarantee the future of the museum in the information space. 1.2 Langfassung / long version Archive und Bibliotheken gibt es seit Tausenden von Jahren, Museen sind dagegen eine relativ junge historische Erscheinung. Während selbstverständlich vom „digitalen Archiv“ und der „digitalen Bibliothek“ die Rede ist, klingt ein „digitales Museum“ fremdartig. Kann der eineiige digitale Zwilling eines Museumsobjekts so gut wie ununterscheidbar von seinem analogen Zwilling sein? Mit fotografischen Abbildungen von Museumsobjekten begann eine Entwicklung, die mit ihren Fragestellungen zum Verhältnis zwischen Original und Abbild bis heute nicht abgeschlossen ist. Digitale Kopien sind – im Gegensatz zu ihren analogen Vorfahren – potentiell unbegrenzt herstellbar und können voneinander nicht unterschieden werden. Die Vermittlung von Wissen über das Original kann von den digitalen Zwillingen in zunehmendem Maße übernommen werden, was im Kontext des kulturellen Erbes Zweifel über die höhere Wertschätzung des Originals aufkommen läßt. Auch die Verfügungsund Deutungshoheit sind mit dem kopierbaren digitalen Zwilling entscheidenden Veränderungen ausgesetzt.
Museum x.0: Digitale Zukunft oder Brennholzverleih? (Thomas Tunsch) Seite 3 von 17 http://bit.ly/museumX0 v1.5 (07.11.2018) Endfassung Informationen über Museumsobjekte beruhen auf Daten, die durch die Erforschung der Originale gewonnen werden. Doch nur für die intrinsischen Daten, die direkt am Original gewonnen werden, ist dieses unverzichtbar. In der Archäologie werden keramische Objekte aussortiert, von denen keine neuen Erkenntnisse mehr erwartet werden. Ist dies auch für Museumsobjekte vorstellbar, bei denen der digitale Zwilling alle gewinnbaren Informationen umfaßt? Sind digitale Eingeborene denkbar, die keine „Aura des Originals“ mehr wahrnehmen, sondern eher das Vervielfältigungsund Modellierungspotential der digitalen Kopie wertschätzen? Das immaterielle Kulturerbe wird bereits auf diese Weise bewahrt, denn beispielsweise das Erleben einer Beethoven-Sinfonie ist weitgehend unabhängig von der Existenz eines originalen Autographs. Der Stand der Kulturgutdigitalisierung in Deutschland ist jüngst kritisch eingeschätzt worden. Daraus ergeben sich Fragen nach der Strategie und dem Fortgang der Digitalisierung, ob sie zu einem „Museum neuen Typs“ führen kann und welche Rolle dabei die digitalen Zwillinge spielen. Archives and libraries have existed for thousands of years, but museums are a more recent historical phenomenon. While the terms “digital archive” and “digital library” are naturally used, a “digital museum” sounds strange. Can the identical digital twin of a museum object be practically indistinguishable from its analog twin? A process was started with photographs of museum objects that has not yet been completed with its questions about the relationship between the original and the image. In contrast to their analog predecessors, digital copies can potentially be produced to an unlimited extent and cannot be distinguished from each other. The digital twins are becoming increasingly capable of providing knowledge about the original, which in the context of cultural heritage causes doubts about the higher appreciation of the original. The digital twin, which can be copied, also exposes the power of disposal and authority of interpretation to important changes. Information about museum objects is based on data obtained by researching the originals. However, this is only essential for the intrinsic data obtained directly from the original. In archaeology, ceramic objects are sorted out which are not expected to provide additional information. Is this also imaginable in the case of museum objects when the digital twin contains all the information that can be obtained? Are digital natives thinkable who no longer sense the “aura of the original” but rather appreciate the reproduction and modeling potential of the digital copy? The intangible cultural heritage is already preserved in this way, for example, the experience of a Beethoven symphony is essentially unrelated to the existence of an original autograph. The level of digitization of cultural assets in Germany has recently been critically evaluated. This is leading to questions about the strategy and continuation of digitization, whether it can lead to a “new type of museum” and about the role that the digital twins play in this. 2 Vom Objektraum zum Informationsraum Archive und Bibliotheken gibt es seit Tausenden von Jahren, Museen sind dagegen eine relativ junge historische Erscheinung. Während selbstverständlich vom „digitalen Archiv“ und der „digitalen Bibliothek“ die Rede ist, klingt ein „digitales Museum“ fremdartig. Mit dem langen Altern der gereiften Gedächtnisorganisationen wurde die Vorrangstellung der festgehaltenen Information gegenüber dem Informationsträger offensichtlich dauerhaft geklärt. Das schließt relativierend selbstverständlich ein, dass seltene Bücher oder noch nicht vollständig erschlossene Archivalien eine ähnliche Bedeutung haben wie Museumsobjekte. Die vereinfachende Überbewertung der „Dinglichkeit“ des Museums aber
Museum x.0: Digitale Zukunft oder Brennholzverleih? (Thomas Tunsch) Seite 4 von 17 http://bit.ly/museumX0 v1.5 (07.11.2018) Endfassung birgt eine Fülle von Problemen, die durch die Digitalisierung sichtbar gemacht werden. So kann die Entscheidung der Museen, die am Beginn der Digitalisierung das Konzept von Objektdatenbanken bevorzugten, aus heutiger Sicht nur als ein der Juvenilität geschuldeter Irrweg betrachtet werden. Spätestens 2006 mit Etablierung des CIDOC Conceptual Reference Model 1 als internationalem Standard für den kontrollierten Informationsaustausch über kulturelles Erbe wurde deutlich, dass eben dieses Erbe auch im Museumsbereich nicht aus Sammlungen physischer Objekte besteht, sondern die Summe der aus ihrer Erforschung gewonnenen Erkenntnisse und das Produkt deren dynamischer Entwicklung darstellt. Dabei war der Umweg über die Objektdatenbanken zur Modellierung der vielfältigen und vom physischen Museumsobjekt emanzipierten Informationsbeziehungen nicht alternativlos. So gab es bereits in den 1990er Jahren mit dem Projekt Dyabola 2 ein anderes Konzept, nämlich „in den Kern der Datenbankstruktur nicht das Objekt zu legen, sondern die Stellungnahme (Quelle)“. 3 Einen ähnlichen Ansatz verfolgte das Regelwerk MIDAS (Marburger Inventarisierungs-, Dokumentationsund Administrationssystem) 4 mit einem strukturierten und früh mit anderen Standards vernetzten Informationssystem für kunsthistorische Objekte und ihre Abbildungen, auf dem schon ein Datenaustausch vor der Vernetzung über das World Wide Web basierte (DISKUS-Verbund). Auf die museumshistorische Analyse, warum dieser zeitraubende Umweg gewählt wurde und wie er die umfassende Vernetzung von Informationen über Museumsobjekte in der Anfangszeit der Digitalisierung durch die Fixierung auf das „Innere“ des Museums verzögerte, muss an dieser Stelle verzichtet werden. Tatsache bleibt, dass die aus der Konzentration auf die Einzigartigkeit und Unvergleichbarkeit der Museumsunikate rührende Vernachlässigung von Standards eine der wesentlichen Ursachen für das Fehlen einer „strukturierte(n) und detaillierte(n) Übersicht …, was und wieviel Museen an – häufig unikalen – Objekten aufbewahren“, 5 ist und „Abstimmungsprozesse über Standards der Datenund Objekterschließung“ 6 für die Digitalisierung unverzichtbar sind. 2.1 Original, Abbild und Information Seit der Erfindung des Buchdrucks und der Nutzung des Holzschnitts für die Vervielfältigung von Grafik erfolgt die Vermittlung von Wissen über die Originale in ungleich größerem Umfang über die Verbreitung von Abbildungen und entscheidet somit wesentlich darüber, was allgemein bekannt ist und so geschätzt wird, dass es zum kulturellen Erbe gehört. 7 Mit 1 “CIDOC Conceptual Reference Model,” Wikipedia, Die freie Enzyklopädie, June 6, 2018, https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=CIDOC_Conceptual_Reference_Model&oldid=178093856. 2 “Projekt Dyabola,” Wikipedia, March 21, 2017, https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Projekt_Dyabola&oldid=771471081. 3 “Dyabola: Literatur- & Objektdatenbanken,” Projekt Dyabola, 2002, http://www.dyabola.de/de/indexfrm.htm?page=http://www.dyabola.de/de/konzept/concept.htm. 4 Fritz Laupichler, “MIDAS, HIDA, DISKUS – was ist das?,” AKMB-news 4, no. 2/3 (2006): 18–24, https://doi.org/10.11588/heidok.00006198. 5 Lisa Klaffki, Stefan Schmunk, and Thomas Stäcker, “Stand der Kulturgutdigitalisierung in Deutschland: Eine Analyse und Handlungsvorschläge des DARIAH-DE Stakeholdergremiums ‘Wissenschaftliche Sammlungen,’” DARIAH-DE Working Papers , GOEDOC - Dokumentenund Publikationsserver der Georg-August-Universität Göttingen, 26 (2018), http://nbnresolving.de/urn:nbn:de:gbv:7-dariah-2018-1-3. S. 10 6 Klaffki, Schmunk, and Stäcker. S. 11 7 vgl. „Neue Qualität der Vermittlung“, Thomas Tunsch, “Geschichtsbuch oder Gesichtsbuch? Was Bilder wirklich sagen …,” in EVA Berlin 2014: elektronische Medien & Kunst, Kultur, Historie; Konferenzband; die 21. Berliner Veranstaltung der Internationalen EVA-Serie Electronic Media and Visual Arts; 5. - 7. November 2014, Kunstgewerbemuseum am Kulturforum Potsdamer Platz, Berlin / eine Kooperation zwischen den Staatlichen Museen zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz u. dem
Museum x.0: Digitale Zukunft oder Brennholzverleih? (Thomas Tunsch) Seite 5 von 17 http://bit.ly/museumX0 v1.5 (07.11.2018) Endfassung fotografischen Abbildungen von Museumsobjekten bekam diese Entwicklung eine ungleich größere Dimension und verschärfte die Fragestellungen zum Verhältnis zwischen Original und Abbild. Die Diskussion darüber ist bis heute nicht abgeschlossen und wird mit dem Begriff der „Aura des Kunstwerks“ 8 weiter zugespitzt, wenn man diesen auf weitere Museumsobjekte ausdehnt. Die ursprüngliche Verwendung des Begriffs der „Aura“ bei Walter Benjamin zeigt klar, dass er bereits mit der technischen Reproduzierbarkeit des Kunstwerks zu seiner Zeit den Verlust der „Aura“ feststellte. Diese kann also nicht dadurch bewahrt werden, dass die Verbreitung von Fotografien eines Kunstwerks verhindert oder eingeschränkt wird. Es ist daher ein Trugschluss, wenn behauptet wird, der Museumsbesucher könne nur beim Betrachten des Originals im Museum eine „Aura“ erleben, die ihm durch andere Informationsquellen nicht zugänglich wäre. Das Ergebnis einer statistischen Untersuchung in italienischen Museen unterstreicht dies beispielhaft und ziemlich drastisch: „this is what people do when they go inside the rooms of a painting gallery: they walk (or run) through it, they don’t look at the vast majority of the painting that are there, not even for one second (das ist es, was die Menschen tun, wenn sie in die Räume einer Gemäldegalerie gehen: sie gehen (oder laufen) durch sie hindurch, sie schauen nicht auf die überwiegende Mehrheit der Gemälde, die dort sind, nicht einmal für eine Sekunde). 9 Wie Benjamin richtig festgestellt hat: die „Aura“ ist verloren – zumindest für eine große Zahl der modernen Museumsbesucher. Mehr noch, Museen werden nicht wegen der in ihnen ausgestellten Kunstwerke besucht, sondern wegen ihres berühmten Namens. 10 Als eine wichtige Ursache identifiziert Francesco Antinucci, dass Museumsbesucher nicht die Möglichkeit haben, unter den Museumsobjekten auszuwählen, und deshalb überwiegend die bereits berühmten Museen aufsuchen. 11 Vielleicht sind die fehlenden Informationen über Museumsobjekte außerhalb der Museen ein Grund dafür? Unter informationswissenschaftlichen Gesichtspunkten sind daneben die auratischen Merkmale der Echtheit und der Einmaligkeit interessant, denn sie beruhen nicht selten einfach auf einem Mangel an Informationen. So fehlte dem Kunstkritiker, der die Werke des Pierre Brassau 12 lobte, die Information, dass es sich bei dem angeblichen französischen Kunstmaler um einen Schimpansen handelte. Der Kunstexperte, der für ein Werk von Wolfgang Beltracchi 13 stilkritisch bescheinigte, eine Schöpfung Max Ernsts zu sein, kannte Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, Abteilung Digitalisierung von Kulturerbe (EVA 2014 Berlin, Berlin: Staatliche Museen zu Berlin und Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, Abteilung Digitalisierung von Kulturerbe, 2014), 268–82, http://museums.wikia.com/wiki/Geschichtsbuch_oder_Gesichtsbuch. 8 “Aura (Benjamin),” Wikipedia, Die freie Enzyklopädie , March 31, 2018, https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Aura_(Benjamin)&oldid=175591797. Walter Benjamin, “Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit,” in Walter Benjamin – Gesammelte Schriften , ed. Rolf Tiedemann and Hermann Schweppenhäuser, vol. 1, Teil 2 (Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1980), 471–508, https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Das_Kunstwerk_im_Zeitalter_seiner_technischen_Reproduzierbarkeit_(Dritte_Fa ssung)&oldid=2566909. 9 Francesco Antinucci, “Using New Technologies to Explore Cultural Heritage: Museums and Audiences” (Transcript of remarks, October 5, 2007), https://www.neh.gov/divisions/odh/resource/using-new-technologies-explore-cultural-heritage. S. 6 10 Antinucci. S. 3 11 Antinucci. S. 13 12 “Pierre Brassau,” Wikipedia, Die Freie Enzyklopädie, April 6, 2018, https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Pierre_Brassau&oldid=175828618. 13 “Wolfgang Beltracchi,” Wikipedia, Die freie Enzyklopädie, September 4, 2018, https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wolfgang_Beltracchi&oldid=180627811.
Museum x.0: Digitale Zukunft oder Brennholzverleih? (Thomas Tunsch) Seite 6 von 17 http://bit.ly/museumX0 v1.5 (07.11.2018) Endfassung den naturwissenschaftlichen Untersuchungsbericht über das Gemälde nicht, der zur angeblichen Entstehungszeit noch nicht gebräuchliche Farbpigmente in der Malschicht festgestellt hatte. 14 Naturwissenschaftliche Untersuchungsmethoden führten auch dazu, dass die 1971 und 1979 auf dem Umschlag eines Museumskataloges 15 abgebildete Gebetsnische 1991 von der 1. Hälfte des 16. in die 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts umdatiert werden musste. 16 Das letztgenannte Beispiel macht deutlich, dass ebenso die Verknüpfung und Aktualisierung von Informationen eine wichtige Rolle spielt, denn noch 2006 taucht das Objekt als Referenz für frühqāǧārische Merkmale des Dekors in einer umfassenden und wichtigen Publikation auf. 17 Schließlich darf nicht unerwähnt bleiben, dass Echtheit und Einmaligkeit von Museumsobjekten neben der „auratischen“ eine pekuniäre Bedeutung haben. So äußerte sich Ernst van de Wetering über Kritik am Rembrandt Research Projekt, 18 bei dem unter anderem das berühmte Gemälde „Der Mann mit dem Goldhelm“ 19 seine Zuschreibung als Werk Rembrandts verlor: „Ihr stehlt, ihr vernichtet das Kapital der Besitzer. Die Menschen hatten das Gefühl, dass wir ihnen etwas wegnehmen würden.“ 20 Im Handelsoder Anlagewert drückt sich so auf zutiefst irdische Weise die Anerkennung eines höheren Wertes dessen aus, was für ein „Original“ gehalten wird. Was im Glauben an Reliquien einst weit verbreitet war, nämlich die Überzeugung, dass diese Wunder für die Gläubigen bewirken konnten, ist heute stark zurückgegangen. Deshalb finden Heiltumsweisungen 21 heute nur noch selten statt. Sollte der Glaube an den höheren Wert des „Originals“ ebenso an Wirkungsmacht einbüßen können und damit die heutigen Museen zu Orten von „Echttumsweisungen“ mit schwindender Bedeutung werden lassen? Optimistischer ausgedrückt: könnte auf den Sündenfall der fotografischen Kopie und den (versuchten) Brudermord der unerwünschten Abbildung die Offenbarung des Museumsobjekts als Informationsquelle folgen, die aus Museen vernetzte Forschungseinrichtungen als unverzichtbaren Teil der Informationsgesellschaft werden lässt? 2.2 Digitale Kopie und Informationen Digitale Kopien sind – im Gegensatz zu ihren analogen Vorfahren – potentiell unbegrenzt herstellbar und können voneinander nicht unterschieden werden. Mit den immer noch in 14 Sven Röbel and Michael Sontheimer, “Ei Ins Nest,” Der Spiegel, June 11, 2011, http://www.spiegel.de/spiegel/print/d78954560.html. 15 Museum für Islamische Kunst, Museum Für Islamische Kunst Berlin : Katalog , 2., überarb. u. erw. (Berlin-Dahlem: Staatl. Museen Preuss. Kulturbesitz, 1979). Kat.-Nr. 588, S. 160-164, Abb. 13 und 83 (Ausschnitt als Umschlag-Abbildung), Inv.-Nr. I. 37/69, I. 38/69, I. 39/69 16 “Jahresbericht 1991 der Staatlichen Museen Preussischer Kulturbesitz Berlin und der Staatlichen Museen zu Berlin,” Jahrbuch der Berliner Museen 34 (1992): 209, 211–83, https://www.jstor.org/stable/4125901. S. 253 17 Markus Ritter, Moscheen und Madrasabauten in Iran, 1785-1848: Architektur zwischen Rückgriff und Neuerung , Islamic history and civilization : studies and texts 62 (Leiden ; Boston: Brill, 2006). S. 470f., Fußnote 70: „z.B. mit grünen und roten Füllungen die Inschriften des ins 16. Jahrhundert datierten Mihrabs in Berlin“ 18 “Rembrandt Research Project,” Wikipedia, Die freie Enzyklopädie, July 6, 2017, https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Rembrandt_Research_Project&oldid=167028285. 19 “Der Mann mit dem Goldhelm,” Wikipedia, Die freie Enzyklopädie, August 24, 2018, https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Der_Mann_mit_dem_Goldhelm&oldid=180284773. 20 Kuhn, “Das Prinzip der Kennerschaft,” Der Tagesspiegel Online, January 29, 2006, https://web.archive.org/web/20160304110322/https://www.tagesspiegel.de/zeitung/das-prinzip-derkennerschaft/679394.html. 21 “Heiltumsweisung,” Wikipedia, Die freie Enzyklopädie, February 7, 2018, https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Heiltumsweisung&oldid=173761967.
Museum x.0: Digitale Zukunft oder Brennholzverleih? (Thomas Tunsch) Seite 7 von 17 http://bit.ly/museumX0 v1.5 (07.11.2018) Endfassung Weiterentwicklung befindlichen Techniken der 3D-Modellierung und des 3D-Drucks kommt eine weitere Dimension hinzu, die neue Qualitäten des Abbilds ermöglicht. Damit bleibt das physische Museumsobjekt zwar einmalig, für die Vermittlung von Wissen über dieses Objekt werden jedoch zusätzliche Möglichkeiten verfügbar. Informationen über Museumsobjekte beruhen auf Daten, die durch die Erforschung der Originale gewonnen werden. 22 Doch nur für die intrinsischen Daten, die direkt am Original gewonnen werden, 23 ist dieses zunächst unverzichtbar. Extrinsische Daten existieren dagegen ohne das Objekt, auf das sie sich beziehen, und lassen sich bei entsprechender Standardisierung mit den extrinsischen Daten anderer Museumsobjekte vergleichen und verknüpfen. Für die Nutzer solcher Daten können digitale Kopien und Modelle 24 nicht nur illustrierende Funktionen erfüllen, sondern bei nachvollziehbarer „Kalibrierung“ mit dem Original auch weitere extrinsische Daten liefern. Für den digitalen Zwilling 25 stellen die intrinsischen Daten die größere Herausforderung dar, denn die vollständige Erfassung aller am Objekt ablesbaren Daten setzt voraus, dass hierfür nicht bloß die entsprechenden Instrumente vorhanden sind, vielmehr darüber hinaus sichergestellt werden kann, dass keine „verborgenen“ Daten mehr existieren. Bei einem einzelnen Museumsobjekt könnten dies beispielsweise Materialien im Inneren sein, die durch zerstörungsfreie Untersuchungsmethoden (noch) nicht feststellbar sind. Warum aber sollte eine vollständige Erfassung der intrinsischen Daten überhaupt angestrebt werden, wenn das Objekt, an dem die Daten abgelesen werden können, doch jederzeit im Museum zur Verfügung steht? Zum einen darf auch bei vorbildlicher Erfüllung der Museumsaufgabe des Bewahrens die Tatsache nicht ignoriert werden, dass sich Museumsobjekte im Laufe der Zeit verändern und damit zwangsläufig Eigenschaften verlieren, die für ihre Funktion als historische Nachweise wesentlich sind. Andererseits bietet die umfassende Dokumentation unabhängig vom Objekt selbst einen Schutz vor endgültigen Informationsverlusten durch unerwartete Ereignisse wie den Brand im brasilianischen Nationalmuseum am 2. September 2018. 26 Zweifellos kann die Zahl der jeweils vorhandenen Sammlungsobjekte für Museen dazu führen, dass eine solche neue Qualitätsstufe der Digitalisierung zunächst als unmöglich angesehen wird. Ein Blick in die seit langem bewährten Methoden der Archäologie kann dabei helfen, Wege zur Lösung dieser aus Forschungssicht dringend erforderlichen Aufgabe 22 vgl. „Informationen im Museum und Elektronische Datenverarbeitung“, Thomas Tunsch, “Informationswissenschaftliche Herausforderungen für kulturelle Gedächtnisorganisationen,” in EVA 2012 Berlin: 7.-9. November 2012 in den Staatlichen Museen zu Berlin am Kulturforum Potsdamer Platz; Elektronische Medien & Kunst, Kultur, Historie; die 19. Berliner Veranstaltung der Internationalen EVA-Serie Electronic Imaging & the Visual Arts; Konferenzband (EVA, Berlin: Staatliche Museen zu Berlin, Gesellschaft z. Förderung angewandter Informatik, EVA Conferences International, 2012), 168–80, http://museums.wikia.com/wiki/Informationswissenschaftliche_Herausforderungen. 23 vgl. Karin Ludewig, “Der wissenschaftliche Anspruch bei der Museumsdokumentation - unter besonderer Berücksichtigung aktueller Probleme des Urheberrechts” (2009), https://web.archive.org/web/20160810183053/http://www.iuwis.de/content/der-wissenschaftliche-anspruch-bei-dermuseumsdokumentation-unter-besonderer-ber%C3%BCcksichtigu-1. S. 2f. 24 “Modell,” Wikipedia, Die freie Enzyklopädie, September 25, 2018, https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Modell&oldid=181209614. 25 “Digitaler Zwilling,” Wikipedia, Die freie Enzyklopädie, July 18, 2018, https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Digitaler_Zwilling&oldid=179262274. 26 “Brand im brasilianischen Nationalmuseum,” Wikipedia, Die freie Enzyklopädie, September 26, 2018, https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Brand_im_brasilianischen_Nationalmuseum&oldid=181234691.
Museum x.0: Digitale Zukunft oder Brennholzverleih? (Thomas Tunsch) Seite 8 von 17 http://bit.ly/museumX0 v1.5 (07.11.2018) Endfassung zu finden. Die auf archäologischen Grabungen gewonnenen Funde werden nämlich nicht vollständig dauerhaft aufbewahrt. Ausleseund Erhaltungsstrategien sowie die Aussonderung und Verwerfung von Funden ermöglichen es, bereits frühzeitig nicht nur Entscheidungen über die Dokumentationstiefe, sondern auch über die dauerhafte Aufbewahrung von Objekten zu treffen. 27 Solche Strategien können für die Planung von Maßnahmen der umfassenden Digitalisierung von Museumsobjekten mit dem Ziel der Zeugung digitaler Zwillinge als Vorbild dienen und beispielsweise für die Reihenfolge der Datenerfassung oder die Bildung von Erfassungsgruppen von Nutzen sein. 3 Museumsversion 1.0 bis x.0 Der Begriff des digitalen Zwillings wird bisher vorrangig in der Produktionstechnik 28 verwendet und kann in engem Zusammenhang mit der Industrie 4.0 29 gesehen werden, denn die Vernetzung als Grundlage setzt die umfassende Erfassung und Modellierung von Informationen über die beteiligten „Objekte“ voraus. Deshalb ist zunächst die Ausgangssituation zu beschreiben, bevor Aussagen über digitale Zwillinge von Museumsobjekten getroffen werden können. 3.1 Stand der Kulturgutdigitalisierung Zum Stand der Kulturgutdigitalisierung in Deutschland ist jüngst kritisch eingeschätzt worden, dass wir „erst ganz am Anfang“ 30 stehen. Das kommt auch darin zum Ausdruck, dass vielfach die Digitalisierung noch nicht als neue, zusätzliche und dauerhafte institutionelle Aufgabe gesehen wird. 31 Die bisherige „fast ausschließliche Fokussierung auf die Erstellung von digitalen Repräsentationen von analogem Material“ 32 ergibt sich aus der Fixierung auf das Museumsobjekt unter Vernachlässigung der Informationsstrukturen. Deshalb stehen bei „Digitalisierungsvorhaben vor allem die bisherigen Rezeptionsund Nutzungsmöglichkeiten von Kulturgut im Vordergrund …: Das Lesen, Betrachten, Interpretieren und klassische Rezipieren. Andere Nutzungsmöglichkeiten, insbesondere maschinengestützte Rezeptionsund Analyseverfahren, werden bislang nicht einbezogen. Dies gilt ebenso für die Anreicherung digitalisierten Kulturguts durch komplexe Textannotationen oder die semantische Verknüpfung mit anderen Daten.“ 33 Wenn in der gleichen Analyse der Mangel an maschinenlesbaren Daten festgestellt wird und gleichzeitig als wesentliche Grundlage für Forschung im 21. Jahrhundert offene und freie 27 vgl. „Auslese und Erhalt“ sowie „Umsetzung und Verfeinerung der Auslesestrategien“, Kathy Perrin et al., Archäologische Archivierung in Europa: Ein Handbuch , EAC Guidelines 1 (Namur: Europae Archaeologiae Consilium, 2014), http://archaeologydataservice.ac.uk/arches/attach/The%20Standard%20and%20Guide%20to%20Best%20Practice%20in% 20Archaeological%20Archiving%20in%20Europe/ARCHES_V1_DE.pdf. 28 “Definition: Digitaler Zwilling,” Gabler Wirtschaftslexikon, accessed September 28, 2018, https://web.archive.org/web/20180403180510/https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/digitaler-zwilling-54371. 29 “Industrie 4.0,” Wikipedia, Die freie Enzyklopädie, September 3, 2018, https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Industrie_4.0&oldid=180585138. 30 Klaffki, Schmunk, and Stäcker, “Stand der Kulturgutdigitalisierung in Deutschland.” S. 23 31 ebenda 32 Klaffki, Schmunk, and Stäcker, “Stand der Kulturgutdigitalisierung in Deutschland.” S. 18 33 ebenda, vgl. auch „Komplexität und Dynamik: neue Methoden für das kulturelle Erbe und alte Gewißheiten“, Thomas Tunsch, “Die Schöne und das Tier: Semantic Web und Wikis,” in EVA 2008 Berlin: Elektronische Bildverarbeitung & Kunst, Kultur, Historie, die 15. Berliner Veranstaltung der Internationalen EVA-Serie Electronic Imaging & the Visual Arts. Konferenzband (EVA 2008 Berlin, Berlin: Staatliche Museen zu Berlin, Gesellschaft z. Förderung angewandter Informatik, EVA Conferences International 2008, 2008), 189–97, http://museums.wikia.com/wiki/Semantic_Web_und_Wikis.
Museum x.0: Digitale Zukunft oder Brennholzverleih? (Thomas Tunsch) Seite 9 von 17 http://bit.ly/museumX0 v1.5 (07.11.2018) Endfassung Forschungsdaten in maschinenlesbaren standardisierten Formaten genannt werden, 34 kommt darin unter anderem ein Dilemma der Forschung in Museen deutlich zum Ausdruck. 3.2 Dauerausstellungen und dynamisches Wissen Während in anderen gesellschaftlichen Bereichen Digitalisierungsprozesse schnell voranschreiten, ist die am stärksten in der Öffentlichkeit sichtbare Seite der Institution Museum zur Langsamkeit verdammt. Die ständigen Ausstellungen von Museen werden nur in größeren zeitlichen Abständen neu konzipiert und gestaltet, können also auf Änderungen der kulturellen, sozialen oder politischen Umwelt erst mit Verzögerung reagieren. So wurde im Museum für Islamische Kunst noch nach den schweren Zerstörungen in der von 2012 bis 2016 während des syrischen Bürgerkrieges umkämpften Stadt Aleppo ein Film über das Aleppo-Zimmer 35 gezeigt, in dem von einer „der am besten erhaltenen Altstädte“ die Rede war. Für die Museumsforschung ist es keine gute Visitenkarte, wenn sich in den Beschriftungen oder den Katalogen nach einigen Jahren nicht mehr der aktuelle Forschungsstand widerspiegelt. Neue Forschungsergebnisse können inzwischen zwar auf anderen Wegen schnell publiziert werden, doch fehlt meist der Verweis darauf in den Dauerausstellungen. Da mit dem Vorschlag 36 eines „Digital Exhibition Metadata Element Set (demes)“ 37 für digitale Ausstellungen bereits die Maschinenlesbarkeit gesichert werden könnte, wäre der „Online-Zwilling“ der ständigen Ausstellung nicht nur ein möglicher Ausweg, sondern würde auch neue Möglichkeiten für die Vermittlung von Museumsinhalten eröffnen. 38 Allein die Erweiterung der Mehrsprachigkeit, die Verknüpfung von Informationen mit Geodaten oder die Einbindung von nutzergenerierten Inhalten 39 könnten sich positiv auf die Besucherbindung auswirken. 40 Die in anderen Einrichtungen schon veränderten Bildungsmethoden mit eher vernetzter statt linearer Struktur würden die stärkere Individualisierung des Museumsbesuchs ermöglichen und ließen eine genauere Ansprache des Besuchers zu als die Orientierung auf große Zielgruppen. Die Entwicklung von einem statischen Wissensbegriff, der vorgibt „was man wissen muss“ zu einem dynamischen Angebot „was wir lernen können“ hat dazu geführt, dass lineare Informationswege von den gedruckten Forschungsergebnissen über Fachund populärwissenschaftliche Publikationen in große Nachschlagewerke zunehmend durch schnelle und vernetzte Kommunikation ersetzt wurden. Für Museen kann beispielsweise die direkte Zusammenarbeit mit einem „Wikipedian in Residence“ 41 direkt neue Zugänge zu 34 Klaffki, Schmunk, and Stäcker, “Stand der Kulturgutdigitalisierung in Deutschland.” S. 18 35 “Aleppo-Zimmer,” Wikipedia, September 28, 2018, https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=AleppoZimmer&oldid=181301135. Inventarnummer I. 2862. 36 Stefan Rohde-Enslin, “DEMES – Entwurf eines Standards für die Dokumentation digitaler Ausstellungen” (Berliner Herbsttreffen zur Museumsdokumentation, Berlin, 2015), https://museumsdokumente.de/fg_doku/archivVeranstaltungen/2015_Oktober/rohde-enslin-DEMES.pdf. 37 https://www.digitalexhibitions.org/digital-exhibitions/metadata/ 38 vgl. auch „Neue Qualität der Vermittlung“, Tunsch, “Geschichtsbuch oder Gesichtsbuch?” 39 “User-generated content,” Wikipedia, Die freie Enzyklopädie, February 11, 2018, https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=User-generated_content&oldid=173888878. 40 “Geodaten,” Wikipedia, Die freie Enzyklopädie, September 20, 2018, https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Geodaten&oldid=181076558. 41 “Wikipedian in Residence,” Wikipedia, the Free Encyclopedia , September 28, 2018, https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedian_in_residence&oldid=859812158.
Museum x.0: Digitale Zukunft oder Brennholzverleih? (Thomas Tunsch) Seite 16 von 17 http://bit.ly/museumX0 v1.5 (07.11.2018) Endfassung 5. Für die Sicherung der kollaborativen und interdisziplinären Forschung sind der freie Zugang und die Verfügbarkeit von digitalen Daten 73 unverzichtbar, da andernfalls die Einbeziehung in das Semantic Web und dadurch die semantische Anreicherung und Vernetzung nicht möglich wären und damit erhebliche Einschränkungen der maschinellen Verarbeitung verbunden sind. 6. Hinsichtlich der erforderlichen Kommunikationsstrukturen gilt weiterhin, 74 dass nur die „Vernetzung sowohl zwischen einzelnen Einrichtungen als auch disziplinübergreifend“ und die Herstellung der „disziplinund auch institutionenübergreifend digitale(n) Forschungsinfrastrukturen“ den multiperspektivischen Blick auf einund dasselbe Material ermöglichen werden. Darauf können etwa Kooperationen bei der Entwicklung von Standards und Erfolgsmodellen (best practice) ebenso aufbauen wie die kollektive inhaltliche Erschließung der Informationen über Museumsobjekte und die ständige Aktualisierung einer wachsenden Schar digitaler Zwillinge. Lizenz Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ Literatur “Aleppo-Zimmer.” Wikipedia , September 28, 2018. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=AleppoZimmer&oldid=181301135. Antinucci, Francesco. “Using New Technologies to Explore Cultural Heritage: Museums and Audiences.” Transcript of remarks presented at the Using New Technologies to Explore Cultural Heritage: A conference sponsored jointly by The National Endowment for the Humanities (NEH) and The Consiglio Nazionale delle Ricerche (CNR) of Italy, Washington, D.C., October 5, 2007. https://www.neh.gov/divisions/odh/resource/using-new-technologies-explore-cultural-heritage. “Aura (Benjamin).” Wikipedia, Die freie Enzyklopädie , March 31, 2018. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Aura_(Benjamin)&oldid=175591797. Benjamin, Walter. “Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit.” In Walter Benjamin – Gesammelte Schriften , edited by Rolf Tiedemann and Hermann Schweppenhäuser, 1, Teil 2:471–508. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1980. https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Das_Kunstwerk_im_Zeitalter_seiner_technischen_Reproduz ierbarkeit_(Dritte_Fassung)&oldid=2566909. “Brand im brasilianischen Nationalmuseum.” Wikipedia, Die freie Enzyklopädie , September 26, 2018. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Brand_im_brasilianischen_Nationalmuseum&oldid=1812346 91. Caruth, Nicole J., and Shelley Bernstein. “Caruth, N. and S. Bernstein, Building an On-Line Community at the Brooklyn Museum: A Timeline.” edited by Archives & Museum Informatics. San Francisco, 2007. https://www.museumsandtheweb.com/mw2007/papers/caruth/caruth.html. “CIDOC Conceptual Reference Model.” Wikipedia, Die freie Enzyklopädie , June 6, 2018. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=CIDOC_Conceptual_Reference_Model&oldid=178093856. “Definition: Digitaler Zwilling.” Gabler Wirtschaftslexikon. Accessed September 28, 2018. https://web.archive.org/web/20180403180510/https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/digitalerzwilling-54371. “Der Mann mit dem Goldhelm.” Wikipedia, Die freie Enzyklopädie , August 24, 2018. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Der_Mann_mit_dem_Goldhelm&oldid=180284773. “Digitaler Zwilling.” Wikipedia, Die freie Enzyklopädie , July 18, 2018. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Digitaler_Zwilling&oldid=179262274. 73 Klaffki, Schmunk, and Stäcker, “Stand der Kulturgutdigitalisierung in Deutschland.” S. 17, 26f. 74 Klaffki, Schmunk, and Stäcker. S. 24, 26f.
Museum x.0: Digitale Zukunft oder Brennholzverleih? (Thomas Tunsch) Seite 17 von 17 http://bit.ly/museumX0 v1.5 (07.11.2018) Endfassung “Dyabola: Literatur- & Objektdatenbanken.” Projekt Dyabola, 2002. http://www.dyabola.de/de/indexfrm.htm?page=http://www.dyabola.de/de/konzept/concept.htm. Elbekai, Ali S., Nick Rossiter, and Vassil T. Vassilev. “Virtual Exhibitions Framework: Utilisation of XML Data Processing for Sharing Museum Content over the Web.” Zagreb, 2005. http://network.icom.museum/fileadmin/user_upload/minisites/cidoc/ConferencePapers/2005/7.pdf. Förster, Larissa, Iris Edenheiser, Sarah Fründt, and Heike Hartmann, eds. Provenienzforschung zu ethnografischen Sammlungen der Kolonialzeit. Positionen in der aktuellen Debatte / Provenance research on ethnographic collections from the colonial era . Berlin: Humboldt-Universität zu Berlin, 2018. https://doi.org/http://dx.doi.org/10.18452/19029. “Geodaten.” Wikipedia, Die freie Enzyklopädie , September 20, 2018. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Geodaten&oldid=181076558. Heese, Thorsten. “„... ein eigenes Local für Kunst und Alterthum“ : die Institutionalisierung des Sammelns am Beispiel der Osnabrücker Museumsgeschichte.” Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, 2002. http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:3-000004180. “Heiltumsweisung.” Wikipedia, Die freie Enzyklopädie , February 7, 2018. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Heiltumsweisung&oldid=173761967. Henkel, Matthias. “Museum 4.0 - Museumsmatrix: Museum MINT und Marken (Aufsatzfassung - UNGEKÜRZT).” Berlin, 2016. https://www.researchgate.net/publication/309352122_Museum_40__Museumsmatrix_Museum_MINT_und_Marken_Aufsatzfassung_-_UNGEKURZT. “Identifikator.” Wikipedia, Die freie Enzyklopädie , August 7, 2018. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Identifikator&oldid=179813402. “Industrie 4.0.” Wikipedia, Die freie Enzyklopädie , September 3, 2018. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Industrie_4.0&oldid=180585138. “Jahresbericht 1991 der Staatlichen Museen Preussischer Kulturbesitz Berlin und der Staatlichen Museen zu Berlin.” Jahrbuch der Berliner Museen 34 (1992): 209, 211–83. https://www.jstor.org/stable/4125901. Jöbstl, Birgit. “„museum4punkt0“ startet: Ideenlabor für digitale Anwendungen in deutschen Museen.” Informationsdienst Wissenschaft (idw), May 8, 2017. https://web.archive.org/web/20180921134535/https://idw-online.de/de/news674211. Klaffki, Lisa, Stefan Schmunk, and Thomas Stäcker. “Stand der Kulturgutdigitalisierung in Deutschland: Eine Analyse und Handlungsvorschläge des DARIAH-DE Stakeholdergremiums ‘Wissenschaftliche Sammlungen.’” DARIAH-DE Working Papers , GOEDOC - Dokumentenund Publikationsserver der Georg-August-Universität Göttingen, 26 (2018). http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:7-dariah-20181-3. Kuhn. “Das Prinzip der Kennerschaft.” Der Tagesspiegel Online , January 29, 2006. https://web.archive.org/web/20160304110322/https://www.tagesspiegel.de/zeitung/das-prinzip-derkennerschaft/679394.html. Laupichler, Fritz. “MIDAS, HIDA, DISKUS – was ist das?” AKMB-news 4, no. 2/3 (2006): 18–24. https://doi.org/10.11588/heidok.00006198. “Linked Open Data.” Wikipedia, Die freie Enzyklopädie , July 7, 2018. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Linked_Open_Data&oldid=178942910. Ludewig, Karin. “Der wissenschaftliche Anspruch bei der Museumsdokumentation - unter besonderer Berücksichtigung aktueller Probleme des Urheberrechts.” presented at the Herbsttagung des Museumsverbands SchleswigHolstein e.V., Mölln, 2009. https://web.archive.org/web/20160810183053/http://www.iuwis.de/content/der-wissenschaftlicheanspruch-bei-der-museumsdokumentation-unter-besonderer-ber%C3%BCcksichtigu-1. Marquard, Odo. “Wegwerfgesellschaft Und Bewahrungskultur.” In Macrocosmos in Microcosmo: Die Welt in Der Stube: Zur Geschichte Des Sammelns 1450 Bis 1800 , edited by Andreas Grote, 909–18. Berliner Schriften Zur Museumskunde 10. Opladen, 1994. https://doi.org/10.1007/978-3-663-10698-2_41. “Modell.” Wikipedia, Die freie Enzyklopädie , September 25, 2018. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Modell&oldid=181209614. Museum für Islamische Kunst. Museum Für Islamische Kunst Berlin : Katalog . 2., Überarb. u. erw. Berlin-Dahlem: Staatl. Museen Preuss. Kulturbesitz, 1979. “Museumsaufgaben.” Deutscher Museumsbund e.V. (blog). Accessed September 28, 2018. https://www.museumsbund.de/museumsaufgaben/. Nutt, Harry. “Monika Grütters zum Humboldt-Forum: ‘Wir wollen ein Kulturprojekt neuen Typs.’” Berliner Zeitung . September 7, 2017. https://www.berliner-zeitung.de/kultur/monika-gruetters-zum-humboldt-forum-- wir-wollen-ein-kulturprojekt-neuen-typs--28368618. “Object Wiki.” MuseumsWiki. Accessed August 25, 2018. https://museums.wikia.com/wiki/Object_Wiki. “Olifant.” Wikipedia, Die freie Enzyklopädie , May 14, 2018. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Olifant&oldid=177418812. “Open Definition.” Accessed September 5, 2014. http://opendefinition.org/od/. Perrin, Kathy, Ducan H. Brown, Guus Lange, David Dibby, Annika Carlsson, and Ann Degraeve. Archäologische Archivierung in Europa: Ein Handbuch . EAC Guidelines 1. Namur: Europae Archaeologiae Consilium, 2014.
Museum x.0: Digitale Zukunft oder Brennholzverleih? (Thomas Tunsch) Seite 18 von 17 http://bit.ly/museumX0 v1.5 (07.11.2018) Endfassung http://archaeologydataservice.ac.uk/arches/attach/The%20Standard%20and%20Guide%20to%20Best %20Practice%20in%20Archaeological%20Archiving%20in%20Europe/ARCHES_V1_DE.pdf. Phillips, Lori Byrd, and Dominic McDevitt-Parks. “Historians in Wikipedia: Building and Open, Collaborative History,” December 23, 2012. http://www.historians.org/perspectives/issues/2012/1212/Historians-inWikipedia.cfm. “Pierre Brassau.” Wikipedia, Die Freie Enzyklopädie , April 6, 2018. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Pierre_Brassau&oldid=175828618. “Projekt Dyabola.” Wikipedia , March 21, 2017. https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Projekt_Dyabola&oldid=771471081. “Rembrandt Research Project.” Wikipedia, Die freie Enzyklopädie , July 6, 2017. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Rembrandt_Research_Project&oldid=167028285. Ritter, Markus. Moscheen und Madrasabauten in Iran, 1785-1848: Architektur zwischen Rückgriff und Neuerung . Islamic history and civilization : studies and texts 62. Leiden ; Boston: Brill, 2006. Röbel, Sven, and Michael Sontheimer. “Ei Ins Nest.” Der Spiegel , June 11, 2011. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-78954560.html. Rohde-Enslin, Stefan. “DEMES – Entwurf eines Standards für die Dokumentation digitaler Ausstellungen.” Berlin, 2015. https://museumsdokumente.de/fg_doku/archiv-Veranstaltungen/2015_Oktober/rohde-enslinDEMES.pdf. Sanderhoff, Merete. “This Belongs to You: On Openness and Sharing at Statens Museum for Kunst.” In Sharing Is Caring: Openness and Sharing in the Cultural Heritage Sector , 20–131. Copenhagen: Statens Museum for Kunst, 2014. https://web.archive.org/web/20171003165452/https://www.smk.dk/fileadmin/user_upload/Billeder/forsi den/94124_sharing_is_Caring_UK.pdf. “Semantic Web.” Wikipedia, Die freie Enzyklopädie , September 1, 2018. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Semantic_Web&oldid=180542029. “Social Collaboration.” Wikipedia, Die freie Enzyklopädie , April 28, 2018. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Social_Collaboration&oldid=176934303. Stört, Diana. “Open Access für Museen und Sammlungen: Die Tagung der Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen 2013.” Kulturmanagement Network: Kultur und Management im Dialog, January 10, 2014. http://kulturmanagement.net/beitraege/prm/39/v__d/ni__2733/stp__5/index.html. Tunsch, Thomas. “Die Schöne und das Tier: Semantic Web und Wikis.” In EVA 2008 Berlin: Elektronische Bildverarbeitung & Kunst, Kultur, Historie, die 15. Berliner Veranstaltung der Internationalen EVA-Serie Electronic Imaging & the Visual Arts. Konferenzband , 189–97. Berlin: Staatliche Museen zu Berlin, Gesellschaft z. Förderung angewandter Informatik, EVA Conferences International 2008, 2008. http://museums.wikia.com/wiki/Semantic_Web_und_Wikis. ———. “Die Zukunft ist museal.” ThT – Terms, Histories, Technology (blog), September 16, 2017. https://thtbln.blogspot.com/2017/09/die-zukunft-ist-museal.html. ———. “Ein Museum ist mehr als (s)eine Ausstellung.” ThT – Terms, Histories, Technology (blog), June 3, 2018. https://thtbln.blogspot.com/2018/06/museum-ist-mehr-als-ausstellung.html. ———. “Geschichtsbuch oder Gesichtsbuch? Was Bilder wirklich sagen ….” In EVA Berlin 2014: elektronische Medien & Kunst, Kultur, Historie; Konferenzband; die 21. Berliner Veranstaltung der Internationalen EVA-Serie Electronic Media and Visual Arts; 5. - 7. November 2014, Kunstgewerbemuseum am Kulturforum Potsdamer Platz, Berlin / eine Kooperation zwischen den Staatlichen Museen zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz u. dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, Abteilung Digitalisierung von Kulturerbe , 268–82. Berlin: Staatliche Museen zu Berlin und Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, Abteilung Digitalisierung von Kulturerbe, 2014. http://museums.wikia.com/wiki/Geschichtsbuch_oder_Gesichtsbuch. ———. “Informationswissenschaftliche Herausforderungen für kulturelle Gedächtnisorganisationen.” In EVA 2012 Berlin: 7.-9. November 2012 in den Staatlichen Museen zu Berlin am Kulturforum Potsdamer Platz; Elektronische Medien & Kunst, Kultur, Historie; die 19. Berliner Veranstaltung der Internationalen EVASerie Electronic Imaging & the Visual Arts; Konferenzband , 168–80. Berlin: Staatliche Museen zu Berlin, Gesellschaft z. Förderung angewandter Informatik, EVA Conferences International, 2012. http://museums.wikia.com/wiki/Informationswissenschaftliche_Herausforderungen. ———. “Intrinsischer Irrtum und semantische Spurensuche: Dokumentation von Fotografien in Museen.” In Eine Fotografie: Über die transdisziplinären Möglichkeiten der Bildforschung , edited by Irene Ziehe, Ulrich Hägele, and Waxmann Verlag, 1., 245–66. Visuelle Kultur. Studien und Materialien 12. Münster: Waxmann, 2017. http://museums.wikia.com/wiki/Intrinsischer_Irrtum_und_semantische_Spurensuche. ———. “Kommunikation für Experten: Kulturelle Gedächtnisorganisationen und vernetzte Arbeitsgemeinschaften.” In EVA 2011 Berlin: 9.-11. November 2011 in den Staatlichen Museen zu Berlin am Kulturforum Potsdamer Platz; Elektronische Medien & Kunst, Kultur, Historie; die 18. Berliner Veranstaltung der Internationalen EVA-Serie Electronic Imaging & the Visual Arts; Konferenzband , 23– 42. Berlin: Staatliche Museen zu Berlin, Gesellschaft z. Förderung angewandter Informatik, EVA Conferences International, 2011. http://museums.wikia.com/wiki/Kommunikation_fuer_Experten.
Museum x.0: Digitale Zukunft oder Brennholzverleih? (Thomas Tunsch) Seite 19 von 17 http://bit.ly/museumX0 v1.5 (07.11.2018) Endfassung ———. “Museum Documentation and Wikipedia.de: Possibilities, Opportunities and Advantages for Scholars and Museums.” In Museums and the Web 2007: Proceedings , edited by J. Trant and D. Bearman. Toronto: Archives & Museum Informatics, 2007. http://www.archimuse.com/mw2007/papers/tunsch/tunsch.html. ———. “Museum mit Aussicht: Qualität von Museumswebseiten.” Dokumentation. MuseumsWiki, 2016. http://museums.wikia.com/wiki/Qualit%C3%A4t_von_Museumswebseiten. ———. “Vernetzte Forschungsumgebung in der SPK.” Berlin, 2015. http://museums.wikia.com/wiki/Vernetzte_Forschungsumgebung_in_der_SPK. ———. “Werkzeug für Kollaboration: Das Intranet der Staatlichen Museen zu Berlin.” Soziale Medien presented at the Interne Kommunikation: Intranet, Berlin, September 12, 2018. https://de.slideshare.net/Tunsch/smbwikiintranetspkkollaboration. “User-generated content.” Wikipedia, Die freie Enzyklopädie , February 11, 2018. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=User-generated_content&oldid=173888878. “Web 2.0.” Wikipedia, Die freie Enzyklopädie , June 11, 2018. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Web_2.0&oldid=178212667. “Wikipedian in Residence.” Wikipedia, the Free Encyclopedia , September 28, 2018. https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedian_in_residence&oldid=859812158. “Wolfgang Beltracchi.” Wikipedia, Die freie Enzyklopädie , September 4, 2018. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wolfgang_Beltracchi&oldid=180627811. “World Wide Web.” Wikipedia, Die freie Enzyklopädie , September 26, 2018. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=World_Wide_Web&oldid=181246376.
9.11.2018 EVA Berlin 2018 Museum x.0 Digitale Zukunft oder Brennholzverleih?
Humboldt-Forum: nicht „museal“ Wir wollen ein Kulturprojekt neuen Typs: Wir möchten nicht museal arbeiten, die Sammlungsgegenstände sollen vielmehr der Anlass für eine interdisziplinäre Herangehensweise sein. –Monika Grütters zum Humboldt-Forum: „Wir wollen ein Kulturprojekt neuen Typs“. Berliner Zeitung, 7.9.2017 9.11.2018 EVA Berlin 2018 2
Vom Objektraum zum Informationsraum Sammeln Bewahren Erforschen Ausstellen Vermitteln 9.11.2018 EVA Berlin 2018 Objekte Informationen (Museumsdokumentation) 3
Digitale Transformation 9.11.2018 EVA Berlin 2018 Museum 4
Original, Abbild und Information Wir stehen „bei der Digitalisierung des Kulturgutes in Deutschland erst ganz am Anfang.“ (Klaffki, Schmunk, und Stäcker: „Stand der Kulturgutdigitalisierung in Deutschland“ ) –„fast ausschließliche Fokussierung auf die Erstellung von digitalen Repräsentationen von analogem Material“ –es stehen „vor allem die bisherigen Rezeptionsund Nutzungsmöglichkeiten … im Vordergrund …: Das Lesen, Betrachten, Interpretieren und klassische Rezipieren.“ Es fehlen: –maschinengestützte Rezeptionsund Analyseverfahren –Anreicherung digitalisierten Kulturguts durch •komplexe Textannotationen •semantische Verknüpfung mit anderen Daten 9.11.2018 EVA Berlin 2018 5
Warum können wir nicht einfach weitermachen wie bisher? 9.11.2018 EVA Berlin 2018 6
Was bedeutet das für die Digitalisierung? 9.11.2018 EVA Berlin 2018 13
Qualitätsstufen der Digitalisierung Texte –Volltexte nur teilweise verfügbar –keine •Anreicherung (Normdaten, Annotationen, …) •Strukturierung •semantische Erschließung –keine Verfügbarkeit nach der „Open Definition“ als „Linked Open Data“ Bilder –keine Anreicherung, Strukturierung, semantische Erschließung –keine Verfügbarkeit nach der „Open Definition“ als „Linked Open Data“ Folgen –nur klassische („analoge“) Rezeptionsund Nutzungsmöglichkeiten •Lesen •Betrachten •Interpretieren und Rezipieren –keine digitalen Forschungswerkzeuge –keine vernetzten Forschungsstrukturen Verharren im analogen „Objektraum“ –Museumsobjekt als Teddybär, den Museumswissenschaftler als „eiserne Ration an Vertrautem ständig bei sich führen und mit sich herumtragen“ (Odo Marquard 1994) 9.11.2018 EVA Berlin 2018 14
Museumsversion 1.0 bis x.0 WWW (1.0) –Verlinkung –digitale Repräsentation Web 2.0 –neue Form der Kommunikation –Auflösung starrer Rollenzuweisungen als „Sender“ oder „Empfänger“ Semantic Web (3.0) –standardisierte und maschinenlesbare Daten –Verfügbarkeit nach der „Open Definition“ als „Linked Open Data“ Industrie 4.0 –umfassende Digitalisierung –vernetzte Systeme –Informationstransparenz –dezentrale Entscheidungen 9.11.2018 EVA Berlin 2018 Forschung Ausstellung Vernetzung, z.B. •Ressourcen •Kommunikation (intern/extern) Informationsraum 2.0+3.0=4.0 15
Informationsraum und digitaler Zwilling Informationsraum –umfassend –standardisiert –komplex strukturiert Zukunftssicherung des Museums –Veränderungen der Objekte –Zerstörung 9.11.2018 EVA Berlin 2018 Information (digitaler Zwilling) ideeller Wert kollektiv verfügbar kollaborative Nutzung Daten intrinsisch extrinsisch Objekt physisch Abbilder (Bild, Video, Audio, …) 16 Museo Nacional Río de Janeiro 2.9.2018
9.11.2018 Thomas Tunsch Danke Kommentare und Zusammenarbeit (MuseumsWiki) http://bit.ly/museumX0 17
9.11.2018 Thomas Tunsch Inhalt Humboldt-Forum: nicht „museal“ Vom Objektraum zum Informationsraum –Digitale Transformation –Original, Abbild und Information Warum können wir nicht einfach weitermachen wie bisher? Fallbeispiel: von Berlin nach Honolulu –Doris Duke Collection of Islamic Art –Masdsched-e Schāh: Isfahan in Honolulu? –Wissenschaftler, Händler, Sammler –Baukeramik: Safawiden oder Pahlavi? –Alte Daten nach 14 Jahren „aktuell“ Was bedeutet das für die Digitalisierung? –Qualitätsstufen der Digitalisierung –Museumsversion 1.0 bis x.0 Informationsraum und digitaler Zwilling 18
9.11.2018 Thomas Tunsch Abbildungsnachweis https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Humboldt-Forum-20170711.jpg von Professor Ludwig [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], vom Wikimedia Commons https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Digitale_Transformation.png von Thomas Kofler [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], vom Wikimedia Commons https://pixabay.com/de/transformation-digital-3753440/ CC0 https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pictogram_voting_question.png By norro (made by kudo-kun) [Public domain], from Wikimedia Commons https://www.flickr.com/photos/thtbln/7127788887/ © CC BY-SA Thomas Tunsch (ThT) https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Shangri_La,_home_of_American_philanthropist_Doris_Duke,_Honolulu,_Hawaii_LCCN2011631417.tif Carol M. Highsmith [Public domain], via Wikimedia Commons https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Reza_shahpahlavi.jpg By Unknown author (www.bbcpersian.com) [Public domain], via Wikimedia Commons https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Portrait_of_Arthur_U._Pope.jpg By not stated [Public domain], via Wikimedia Commons https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sam_Kahanamoku,_Doris_Duke,_James_Cromwell,_and_Chick_Daniels,_Waikiki,_anonymous_photograp h,_1935-37.JPG By Unknown author [Public domain], via Wikimedia Commons https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Shah_Mosque_Isfahan_Aarash_(11).jpg By شرآ[CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], from Wikimedia Commons https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Shah_Mosque_Isfahan_Aarash_(26).jpg By شرآ[CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], from Wikimedia Commons https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mihrab_(prayer_niche),_Iran_or_Central_Asia,_late_15th_or_16th_century,_glazed_ceramic_tile__Cincinnati_Art_Museum_-_DSC03262.JPG By Daderot [CC0], from Wikimedia Commons (Acc.-No. 1971.59) https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mosaic_panel_custom_made_for_Shangri_La_in_1938-39_at_a_workshop_in_Iran.jpg By Unknown author (ArtDaily.com) [Public domain], via Wikimedia Commons https://images.metmuseum.org/CRDImages/is/original/DP235035.jpg CC0 1.0 https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Making_of_a_teddy_bear_4_assembling.jpg MatthiasKabel (basierend auf den Rechteinhaber-Angaben). [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) oder CC BY-SA 2.5 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Fire_at_Museu_Nacional_05.jpg By Felipe Milanez [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons Alle Karten: © OpenStreetMap contributors, CC BY-SA 2.0 Alle anderen Abbildungen und Bearbeitungen: © CC BY-SA Thomas Tunsch (ThT) Lizenz: Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) 19
Lizenz / License Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) –https://creativecommons .org/licenses/bysa/4.0/deed.de Diese Datei ist nicht gemeinfrei und die Verwendung über die Lizenzbedingungen hinaus ist eine Urheberrechtsverletzung. Als Rechtenachweis ist anzugeben: © CC BY-SA Thomas Tunsch (ThT) Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0) –https://creativecommons.or g/licenses/by-sa/4.0/ This file is not in the public domain and use of this file outside of the licensing terms is a copyright violation. Please credit authorship as follows: © CC BY-SA Thomas Tunsch (ThT) 9.11.2018 Thomas Tunsch 20
9.11.2018 EVA Berlin 2018 Museum x.0 Digital Future or Firewood Rental?
Humboldt-Forum: Not „Museal“ We want a new type of cultural project: We don't want to work museumlike, the objects in the collection should rather be the occasion for an interdisciplinary approach. –Monika Grütters about the Humboldt-Forum: „Wir wollen ein Kulturprojekt neuen Typs“. Berliner Zeitung, 7.9.2017 9.11.2018 EVA Berlin 2018 2
Masjed-e Shāh: Isfahan in Honolulu? 9.11.2018 EVA Berlin 2018 9
Scholars, Dealers, and Collectors 9.11.2018 EVA Berlin 2018 Arthur Upham Pope (1881-1969) Reza Pahlavi (r. 1925-1941) Sam Kahanamoku Doris Duke (1912-1993) James H. R. Cromwell (1986-1990) Ayoub Rabenou, art dealer (Teheran, Paris) 1938 1938 Data after Keelan Overton: „From Pahlavi Isfahan to Pacific Shangri La: Reviving, Restoring, and Reinventing Safavid Aesthetics, ca. 1920–40“ . In: West 86th 19 (2012) 1, 61–87. 10 Revivalism & Preservation „Persomania“
Architectural Ceramics: Safavid or Pahlavi? 9.11.2018 EVA Berlin 2018 1938-1940 Ayoub Rabenou 1969 16th c. 1991 I. 37-39/69 1930-40 2004 DDFIA 48.422 1758, 1856, 1870, 1920 1975 15./16th c. 1971 15./16.th c. ? Data after Keelan Overton: „From Pahlavi Isfahan to Pacific Shangri La: Reviving, Restoring, and Reinventing Safavid Aesthetics, ca. 1920–40“ . In: West 86th 19 (2012) 1, 61–87. 2006 Moscheen und Madrasabauten in Iran (Mosques and Madrasahs in Iran), 1785-1848 (Brill: Leiden, Boston) „Inschriften des ins 16. Jahrhundert datierten Mihrabs in Berlin“ (Inscriptions of the 16th century Mihrab in Berlin) MMA 39.20 (restored in Isfahan) 1938: „Possession Rabenou“ 1939: Metropolitan Museum of Art 11 Kevorkian Foundation, New York 4
Old Data „up to Date“ After 14 Years! Analog data –„Digitized“ by quotation Digitally published data –Almost without structuring metadata –Without digital references –Not semantically indexed –Not to be processed by computer Data not for free use 9.11.2018 EVA Berlin 2018 12 1991 I. 37-39/69 1930-40 2006 Moscheen und Madrasabauten in Iran (Mosques and Madrasa buildings in Iran), 17851848 (Brill: Leiden, Boston) „Inschriften des ins 16. Jahrhundert datierten Mihrabs in Berlin“ (Inscriptions of the 16th century Mihrab in Berlin)
What does this mean for digitization? 9.11.2018 EVA Berlin 2018 13
Quality Levels of Digitization Texts –Complete texts only partially available –No •Enrichment (standardized data, annotations, ...) •Structuring •semantic indexing –No availability according to the „Open Definition“ as „Linked Open Data“ Images –No enrichment, structuring, semantic indexing –No availability according to the „Open Definition“ as „Linked Open Data“ Effects –Only traditional („analog“) possibilities for reception and usage •Reading •Viewing •Interpretation and reception –No digital research tools –No collaborative research structures Remaining in the analog „Object space“ –Museum object as a teddy bear, permanently carried by the museum scholar as an „emergency reserve of the familiar“ (Odo Marquard 1994) 9.11.2018 EVA Berlin 2018 14
Museum Version 1.0 to x.0 WWW (1.0) –Linking –Digital representation Web 2.0 –New form of communication –Resolution of fixed roles as „sender“ or „recipient“ Semantic Web (3.0) –Standardised and machinereadable data –Availability according to the „Open Definition“ as „Linked Open Data“ Industry 4.0 –Large-scale digitization –Cross-linked systems –Transparency of information –Decentralised decisions 9.11.2018 EVA Berlin 2018 Research Exhibition Cross-linking, e.g. •Resources •Communication (internal/ external) Information space 2.0+3.0=4.0 15
Information Space and Digital Twin Information space –Large-scale –Standardised –Complex structured Securing the future of museums –Changing objects –Destruction 9.11.2018 EVA Berlin 2018 Information (digital twin) ideational value collectively available collaborative use Data intrinsic extrinsic Object physical Reproductions (image, video, audio, …) 16 Museo Nacional Río de Janeiro 2.9.2018
9.11.2018 Thomas Tunsch Thank You Comments and Collaboration (MuseumsWiki) http://bit.ly/museumX0 17
9.11.2018 Thomas Tunsch Contents Humboldt-Forum: Not „Museal“ From Object Space to Information Space –Digital Transformation –Original, Reproduction, and Information Why can't we just keep it that way? Case Studyl: From Berlin to Honolulu –Doris Duke Collection of Islamic Art –Masdsched-e Schāh: Isfahan in Honolulu? –Scholars, Dealers, and Collectors –Architectural Ceramics: Safavid or Pahlavi? –Old Data „up to Date“ After 14 Years! What does this mean for digitization? –Quality Levels of Digitization –Museum Version 1.0 to x.0 Information Space and Digital Twin 18