Frauennetzwerke als Motoren für landwirtschaftliche Innovationen stärken Leitfäden für die Politik Finanzhilfevereinbarung Nr. 101084234 Deutschland
2 Leitfäden Nr.01. 01. September 2025. Frauennetzwerke als Motoren für landwirtschaftliche Innovationen stärken "Vernetzung ist ein Motor für frauengeführte Innovationen in der Landwirtschaft. Lass uns das unterstützen." Zusammenfassung Frauen spielen eine Schlüsselrolle für die Anpassung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume an die gesellschaftlichen Herausforderungen. Wie lässt sich die Entwicklung und Verbreitung von Innovationen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit und Resilienz der Landwirtschaft durch die gezielte Unterstützung von innovativen Frauen fördern? Die FLIARA-Fallstudien zeigen, dass Innovatorinnen bei der Umsetzung ihrer Innovationen in der Landwirtschaft auf funktionierende Netzwerke angewiesen sind. Netzwerke sind Keimzellen für die Mitgestaltung durch verschiedene Interessengruppen und von Frauen geführte Innovationen. Diese Empfehlungen zeigen die Vorteile einer verbesserten Vernetzung von Frauen und die Möglichkeiten, die sich durch die Stärkung von Kommunikation und Zusammenarbeit rund um innovative Ideen und Produkte bieten. Die Herausforderungen und Chancen Die FLIARA-Fallstudien in Deutschland zeigen, dass Innovatorinnen in der Landwirtschaft bei der Umsetzung ihrer innovativen Ideen auf lokale, regionale und nationale Netzwerke angewiesen sind. Einige haben aktiv ihre eigenen Veranstaltungen und Netzwerke eingerichtet. Bild mit freundlicher Genehmigung von Linda Kelly, Biolandhof Kelly. Deutschland
3 Eine gezielte Unterstützung von Austauschund Kooperationsprozessen zwischen Akteurinnen können maßgeblich zur Umstellung von Produktionsverfahren oder neuen Geschäftsmodellen mit innovativen Produkten und Dienstleistungen führen. Gut funktionierende Netzwerke erfordern eine fortlaufende Koordination, um ihre Relevanz und Wirkung als Innovationsplattformen zu erhalten. Während zeitlich befristete projektbasierte Verbünde spezifische Herausforderungen angehen können, ist die Investition in langfristige Austauschformate ein wirkungsvoller Weg, um innovative Lösungen für bestehende Herausforderungen zu fördern. Die FLIARA-Studie zeigt, dass die Unterstützung von Netzwerken, insbesondere durch Aktivitäten wie Konferenzen, Schulungen oder IT-Plattformen, ein vielversprechender Ansatz zur Förderung von Innovationen unter der Leitung von Frauen ist. Dies ermöglicht den Wissensaustausch, Raum für Co-Innovation, die Verbreitung innovativer Lösungen sowie organisierte Soft-Skill-Schulungen oder den informellen Zugang zu den Erfahrungen von Gleichgesinnten. Handlungsempfehlungen Um von Frauen geführte Innovationen in der Landwirtschaft und ländlichen Räumen zu ermöglichen, ist es wichtig, dass: Regionale und lokale Programme zur Entwicklung der ländlichen Räume, der Wirtschaft, öffentlicher oder privater Organisationen Unterstützung von bestehenden bzw. Die Gründung Netzwerken auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene vorsehen. Netzwerke gefördert werden, die sich entweder ausschließlich an Frauen richten (z.B. Gründerinnen) oder die Beteiligung von Frauen sicherstellen. Folgende Wege sind möglich: Zuweisung von Mitteln für die Netzwerkkoordination, damit die Kontinuität gesichert ist. Finanzielle Förderung von niederschwelligen Angeboten wie z.B. Gutscheine für Gruppenberatung. Diese erleichtern den Austausch zu Shlüsselthemen unter Innovatorinnen und gewährleisten den Beitrag von Fachexpertise. Aktive Förderung von Netzwerken, z.B. auf Fachveranstaltungen und in Medien. Auszeichnungen können die Anerkennung und Sichtbarkeit von Netzwerkinitiativen stärken und Anreiz zur Beteiligung sein. Öffentliche Anerkennung von solchen Netzwerken mit hohem Innovationspotential in landwirtschaftlichen und sonstigen relevanten Verbänden und Vereinen, um die Sichtbarkeit von innovativen Frauen und ihrer Lösungen zu verbessern, z.B. durch Informationskampagnen.
4 Nachweise und bewährte Verfahren Fazit & Aufruf zum Handeln Erkenntnisse aus dem FLIARA-Projekt zeigen, dass die Vernetzung auf allen geografischen Ebenen Innovatorinnen in der Landwirtschaft und in ländlichen Räumen fördert. Die Frauen schätzen diese Aktivitäten besonders wegen der kontinuierlichen informellen Unterstützung, des Austauschs von praktischem Wissen und des Gemeinschaftsgefühls. Die Wirkungen einer guten Vernetzung gelten insbesondere für Nischenmärkte und -lösungen. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass sich durch die Förderung von Netzwerkaktivitäten Innovationen beschleunigen und die Reichweite von Frauen geführten Initiativen vergrößern lassen. Selbst finanziell begrenzte Investitionen von Entscheidungsträgern in die Netzwerkförderung können Vorteile schaffen, die sich durch eine zunehmende Beteiligung von neuen Teilnehmenden verstärken können. Die nachhaltige Unterstützung der Vernetzung von Frauen im Bereich Innovation ist von entscheidender Bedeutung: Sie stärkt nicht nur die individuellen und kollektiven Fähigkeiten, sondern trägt auch zur langfristigen nachhaltigen Entwicklung der Landwirtschaft und der ländlichen Gemeinschaften bei. Weiterführende Literatur FLIARA Deliverable 3.3: Von Frauen geführte Innovationen in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum - Deutscher Fallstudienbericht - Abschnitt 4.3 Soziales Ökosystem (S. 84), Juli 2024 https://zenodo.org/records/14045390 Thünen-Institut – Studie zu den Lebensbedingungen deutscher Bäuerinnen, 2023 https://www.studie-frauenlandwirtschaft.de/ Gender Solution – Ergebnisse einer Studie zur Stärkung von Innovatorinnen in der Agrarund Die Community of Practice (CoP) des FLIARA-Projekts bringt Innovatorinnen aus den ländlichen Räumen aus ganz Europa zusammen. Das Feedback der Teilnehmenden unterstreicht den Wert des Austauschs und der Vernetzung. Für die Einbindung und den Austausch bietet FLIARA einen CoP-LinkedIn-Bereich. Im Rahmen es Projektes fanden Online-Veranstaltungen und Webinare für den Austausch über die Ländergrenzen hinweg statt. Eine Studie des Thünen-Instituts zeigt, dass der Mangel an Netzwerken in Deutschland ein Hindernis für frauengeführte Unternehmensgründungen im ländlichen Raum ist. Es zeigt sich auch, dass sich Frauen bei der Gründung von Agrarunternehmen mehr mit anderen Frauen austauschen möchten. Darüber hinaus ergab eine Gender-Solution-Studie, dass sich Frauen in der Agrarund Ernährungswirtschaft dann am stärksten und sichersten fühlen und auch das Gefühl haben, gehört zu werden, wenn diese Formate gezielt auf Frauen zugeschnitten sind. In Deutschland gibt es derzeit folgende Initiativen für die Vernetzung von Frauen in der Landwirtschaft: Der Deutsche Bauernverband (DBV) bietet über das Kompass-Programm die Möglichkeit, sich durch Veranstaltungen und Parlamentssitzungen zu vernetzen Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) betreibt das Netzwerk Female Agri Fellows, das weibliche Führungskräfte in der Agrarwirtschaft zusammenbringt. Der Landfrauenverband (DLV) hat föderale und regionale Sektionen, die Veranstaltungen organisieren, um Frauen in der Landwirtschaft hervorzuheben Das BioFrauenNetzwerk fördert die Zusammenarbeit und Sichtbarkeit von Frauen im gesamten Bio-Landwirtschaftssektor.
5 FLIARA – Die Rolle der Botschafter und der Multi-Akteurs-Ansatz, März 2025 https://fliara.eu/wpcontent/uploads/2025/03/The-Role-ofAmbassadors-and-Multi-Actor-ApproachAnastasia-Oprea.pdf Ernährungswirtschaft, März 2025 https://fliara.eu/wpcontent/uploads/2025/03/Empowering5Women-Innovators-in-Agrifood-AleksandraNizynska.pdf Über FLIARA Das Projekt hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine nachhaltigere Zukunft zu schaffen, indem es die Rolle von Frauen in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum hervorhebt. FLIARA wird das Verständnis für die Bedürfnisse und Herausforderungen verbessern, mit denen Frauen konfrontiert sind, die innovative Umweltund ländliche Entwicklungspraktiken in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum der EU leiten. Kontakt E-Mail:
[email protected] 2025.
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