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Einführung pferdegestützter Interventionen in der Justizvollzugsanstalt Witzwil: Ein Review über das Potenzial der Zusammenarbeit zwischen Mennschen und Pferden im Strafvollzug: Projektbericht

Ackermann, Anna

Abstract

Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Witzwil ist eine offene Strafvollzugsanstalt und zugleich ein Landwirtschaftsbetrieb. Aufgrund der Verkleinerung der Landwirtschaftsfläche steht auch der dazugehörige Pferdestall vor einer strukturellen Veränderung. Neu soll er pferdegestützte Interventionen in Form von Bodenarbeit und Reittherapie anbieten. Die geplante Neuausrichtung muss sowohl den Vorgaben der Vollzugsanstalt als auch dem Resozialisierungsauftrag gerrecht werden. Die Einführung pferdegestützter Interventionen ist ein innovativer Ansatz, dessen Wirksamkeit im Kontext des Strafvollzugs bisher jedoch wenig untersucht wurde. Ziel des Projekts war es, die Wirkung pferdegestützter Intervention im Kontext des Strafvollzugs zu untersuchen und deren Chancen und Grenzen aufzuzeigen. Dafür wurde der aktuelle Forschungsstand aufgearbeitet und die ersten Praxiserfahrungen in der JVA Witzwil begleitet und dokumentiert. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass Pferde geeignet Interventionspartner sind, die soziale und emotionale Kompetenzen fördern können. Aus dem Projekt entstand ein wissenschaftlich fundiertes Argumentarium, das die geplante Neuausrichtung unterstützt und legitimiert. Gleichzeitig leistet es einen Beitrag zur Diskussion über alternative Therapie- und Resozialisierungsangebote im Strafvollzug.

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Einführung pferdegestützter Interventionen in der Justizvollzugsanstalt Witzwil Ein Review über das Potenzial der Zusammenarbeit zwischen Menschen und Pferden im Strafvollzug Projektzeitraum von 16.05.2025 bis 26.08.2025 Anna Ackermann Hochschule Luzern – Soziale Arbeit Studienrichtung Sozialarbeit Begleitperson: Anne Zimmermann Eingereicht am: 11.09.2025 Diese Arbeit wurde am 11.09.2025 an der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit eingereicht. Für die inhaltliche Richtigkeit und Vollständigkeit wird durch die Hochschule Luzern keine Haftung übernommen. Studierende räumen der Hochschule Luzern Verwendungsund Verwertungsrechte an ihren im Rahmen des Studiums verfassten Arbeiten ein. Das Verwendungsund Verwertungsrecht der Studierenden an ihren Arbeiten bleibt gewahrt (Art. 34 der Studienordnung). Studentische Arbeiten der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit werden unter einer Creative Commons Lizenz im Repositorium veröffentlicht und sind frei zugänglich. 09-2022 Originaldokument gespeichert auf LARA – Lucerne Open Access Repository and Archive der Zentralund Hochschulbibliothek Luzern Urheberrechtlicher Hinweis: Dieses Werk ist unter einem Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle NutzungKeine Bearbeitung 3.0 Schweiz (CC BY-NC-ND 3.0 CH) Lizenzvertrag lizenziert. Um die Lizenz anzuschauen, gehen Sie bitte zu https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/ch Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder Medium vervielfältigen und weiterverbreiten. Zu den folgenden Bedingungen: Namensnennung — Sie müssen angemessene Urheberund Rechteangaben machen, einen Link zur Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Diese Angaben dürfen in jeder angemessenen Art und Weise gemacht werden, allerdings nicht so, dass der Eindruck entsteht, der Lizenzgeber unterstütze gerade Sie oder Ihre Nutzung besonders. Nicht kommerziell — Sie dürfen das Material nicht für kommerzielle Zwecke nutzen. Keine Bearbeitungen — Wenn Sie das Material remixen, verändern oder darauf anderweitig direkt aufbauen dürfen Sie die bearbeitete Fassung des Materials nicht verbreiten. Keine weiteren Einschränkungen — Sie dürfen keine zusätzlichen Klauseln oder technische Verfahren einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen, was die Lizenz erlaubt. Jede der vorgenannten Bedingungen kann aufgehoben werden, sofern Sie die Einwilligung des Rechteinhabers dazu erhalten. Diese Lizenz lässt die Urheberpersönlichkeitsrechte nach Schweizer Recht unberührt. Eine ausführliche Fassung des Lizenzvertrags befindet sich unter https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/ch/legalcode.de Die Hochschule Luzern – Soziale Arbeit empfiehlt diesen Projektbericht besonders zur Lektüre! Anna Ackermann 101 Praxisprojekt pferdegestützte Intervention II Abstract Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Witzwil ist eine offene Strafvollzugsanstalt und zugleich ein Landwirtschaftsbetrieb. Aufgrund der Verkleinerung der Landwirtschaftsfläche steht auch der dazugehörige Pferdestall vor einer strukturellen Veränderung. Neu soll er pferdegestützte Interventionen in Form von Bodenarbeit und Reittherapie anbieten. Die geplante Neuausrichtung muss sowohl den Vorgaben der Vollzugsanstalt als auch dem Resozialisierungsauftrag gerecht werden. Die Einführung pferdegestützter Interventionen ist ein innovativer Ansatz, dessen Wirksamkeit im Kontext des Strafvollzugs bisher jedoch wenig untersucht wurde. Ziel des Projekts war es, die Wirkung pferdegestützter Intervention im Kontext des Strafvollzugs zu untersuchen und deren Chancen und Grenzen aufzuzeigen. Dafür wurde der aktuelle Forschungsstand aufgearbeitet und die ersten Praxiserfahrungen in der JVA Witzwil begleitet und dokumentiert. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass Pferde geeignet Interventionspartner sind, die soziale und emotionale Kompetenzen fördern können. Aus dem Projekt entstand ein wissenschaftlich fundiertes Argumentarium, das die geplante Neuausrichtung unterstützt und legitimiert. Gleichzeitig leistet es einen Beitrag zur Diskussion über alternative Therapieund Resozialisierungsangebote im Strafvollzug. Anna Ackermann 101 Praxisprojekt pferdegestützte Intervention III Inhaltsverzeichnis Abstract .................................................................................................................................... II Abbildungsverzeichnis ............................................................................................................. V Tabellenverzeichnis ................................................................................................................. V 1 Einleitung ........................................................................................................................... 1 1.1 Ausgangslage und aktuelle Situation .............................................................................. 1 1.2 Fragestellung .................................................................................................................. 2 1.3 Projektmotivation und -begründung ................................................................................ 2 1.4 Aufbau des Berichts ........................................................................................................ 2 2 Analyse der Situation - Theoretischer Bezugsrahmen ...................................................... 3 3 Bestimmung des Handlungsbedarfs aus Sicht der Sozialen Arbeit ................................... 4 4 Projektmethodische Fundierung ........................................................................................ 5 4.1 Zielgruppen ..................................................................................................................... 5 4.2 Zielbaum ......................................................................................................................... 6 4.3 Projektaufbauorganisation .............................................................................................. 7 4.3.1 Projektorganisation ....................................................................................................... 7 4.3.2 Verantwortlichkeiten ..................................................................................................... 8 4.3.3 Werte der Zusammenarbeit .......................................................................................... 8 4.4 Projektablauforganisation ............................................................................................... 9 4.4.1 Projektphasen ............................................................................................................... 9 4.4.2 Projektablauf ............................................................................................................... 11 5 Methodisches Vorgehen .................................................................................................. 12 5.1 Systematisches Review ................................................................................................ 12 5.2 Dokumentation im Feld ................................................................................................. 14 6 Beschreibung und Interpretation der Ergebnisse ............................................................ 15 6.1 Ergebnisse des systematischen Reviews ..................................................................... 15 6.2 Ergebnisse des narrativen Reviews .............................................................................. 16 6.2.1 Der Ursprung pferdegestützter Interventionen ........................................................... 17 6.2.2 Pferde als Interventionspartner ................................................................................... 17 6.2.3 Pferdegestützte Interventionen im Strafvollzug .......................................................... 18 6.2.4 Grenzen und Kritik ...................................................................................................... 19 6.3 Bedeutung für die JVA Witzwil ...................................................................................... 19 7 Evaluation ........................................................................................................................ 21 7.1 Evaluation Projektablauf ............................................................................................... 21 7.2 Evaluation methodisches Vorgehen ............................................................................. 24 7.2.1 Systematisches Review .............................................................................................. 24 7.2.2 Dokumentation im Feld ............................................................................................... 24 Anna Ackermann 101 Praxisprojekt pferdegestützte Intervention IV 7.3 Evaluation Projektziele .................................................................................................. 25 7.4 Sicherung der Nachhaltigkeit ........................................................................................ 27 7.5 Schlussfolgerungen und Perspektiven .......................................................................... 27 8 Literaturverzeichnis .......................................................................................................... 29 Anhang ................................................................................................................................... 31 A Neuausrichtung im Pferdestall ...................................................................................... 31 B Dokumentation .............................................................................................................. 32 C Fragebogen ................................................................................................................... 33 D Projektjournal ................................................................................................................ 36 Anna Ackermann 101 Praxisprojekt pferdegestützte Intervention V Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Projektaufbauorganisation (eigene Darstellung) ................................................. 7 Abbildung 2: Werte der Zusammenarbeit (eigene Darstellung) ............................................... 8 Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Zielgruppen (eigene Darstellung) ............................................................................ 5 Tabelle 2: Zielbaum (eigene Darstellung) ................................................................................ 6 Tabelle 3: Verantwortlichkeiten der Projektgremien (eigene Darstellung) ............................... 8 Tabelle 4: Projektablauf (eigene Darstellung) ........................................................................ 11 Tabelle 5: Sammlung Suchbegriffe (eigene Darstellung)........................................................... 12 Tabelle 6: Einund Ausschlusskriterien (eigene Darstellung)......................................................... 13 Tabelle 7: Ergebnisse ausgewählter Studien ....(eigene Darstellung)................................................ 16 Anna Ackermann 101 Praxisprojekt pferdegestützte Intervention 1 1 Einleitung Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Witzwil im Kanton Bern ist eine der grössten offenen Strafvollzugsanstalten der Schweiz und zugleich ein Landwirtschaftsbetrieb. Vor dem Hintergrund aktueller struktureller Veränderungen wurde das Projekt «Einführung pferdegestützter Interventionen in der JVA Witzwil» durchgeführt. In diesem Bericht wird das Projekt zusammengefasst, die Ergebnisse werden vorgestellt und diskutiert. 1.1 Ausgangslage und aktuelle Situation Der JVA Witzwil steht eine grosse Veränderung bevor. Die Sicherheitsdirektion des Kanton Berns teilte im April 2024 mit, dass die Strafvollzugsanstalt einen Teil ihrer Landwirtschaftsfläche zurückgeben muss. Von den bisher bewirtschafteten 728 Hektar verbleiben künftig noch 343 Hektar. Der Regierungsrat begründet diesen Entscheid damit, dass nur so viel Landwirtschaft betrieben werden sollte, wie zur Beschäftigung der eingewiesenen Personen erforderlich ist, da in der JVA Witzwil eine Arbeitspflicht gilt (Sicherheitsdirektion Kanton Bern, 2024). Auf gesellschaftlicher Ebene bleibt der gesetzliche Auftrag der Institution unverändert. Die Öffentlichkeit soll vor straffällig gewordenen Personen geschützt und diesen ein wirksamer Resozialisierungsprozess ermöglicht werden (Schweizerisches Kompetenzzentrum für den Justizvollzug, o.J.). Anders stellt sich die Situation auf der institutionellen Ebene dar. Für die Institution selbst bedeutet die Reduktion der Landwirtschaftsfläche eine Anpassung des bisherigen Angebots. So wird unter anderem die Fohlenweide im Herbst 2025 aufgegeben (Justizvollzugsanstalt Witzwil, o.J.-b). Die verantwortlichen Pferdefachpersonen bedauern diesen Wegfall, sehen in der Veränderung jedoch auch Potenzial für Neues ( J., persönliche Mittelung, 2025, 13. März). Gemäss dem internen Konzept zur Neuausrichtung sollen die bisher ausgeübten Pflege-, Stallungsund Fuhrwerksarbeiten bestehen bleiben. Neu soll der Pferdestall pferdegestützte Interventionen in Form von Bodenarbeit und Reittherapie anbieten und in die Zucht einsteigen (Anhang A). Der Entscheid, pferdegestützte Interventionen einzuführen, führt jedoch zu internen Spannungen. Nicht alle Vorgesetzten befürworten diese Entwicklung. Es wird kontrovers diskutiert, ob Bodenarbeit und Reittherapie den Anforderungen der geltenden Arbeitspflicht entspricht ( P., persönliche Mittelung, 2025, 16. Mai). Auch auf der Ebene der Individuen sind die Auswirkungen der beschriebenen Neuausrichtung spürbar. Die betroffenen Personen müssen den politischen Entscheid zur Verkleinerung der Landwirtschaftsfläche akzeptieren. Die Mitarbeitenden können die Umstrukturierung zwar mitgestaltet, die Insassen hingegen verfügen über keine Entscheidungskompetenz. Von ihnen wird Anna Ackermann 101 Praxisprojekt pferdegestützte Intervention 2 erwartet, dass sie die strukturellen Veränderungen mittragen und ihre Massnahme im Rahmen der verpflichtenden Mitarbeit fortsetzen. 1.2 Fragestellung Die bevorstehende Veränderung stellt die JVA Witzwil vor eine Herausforderung. Die geplante Neuausrichtung muss sowohl den Vorgaben des Justizvollzugs als auch dem Resozialisierungsauftrag gerecht werden. Die Einführung pferdegestützter Interventionen ist ein innovativer Ansatz, dessen Wirksamkeit im Kontext des Strafvollzugs in der Schweiz bisher jedoch kaum erforscht ist. Aus diesem Grund stand im Projekt folgende Fragestellung im Fokus: Welche Wirkungen können pferdegestützte Interventionen im Justizvollzug auf die Förderung von Sozialkompetenzen für die Resozialisierung entfalten? 1.3 Projektmotivation und -begründung Die Projektleiterin entschied sich für dieses Projekt, aufgrund ihres fachlichen Interesses am Thema hat. Bei einem Vortrag von Günter Wamser und Sonja Endelweber1 erfuhr sie erstmals, dass es in den USA Strafvollzugsanstalten gibt, in denen Inhaftierte wilde Mustangs zähmen, einreiten und anschliessend verkaufen. Eine erste Recherche zeigte, dass die Häftlinge in diesen Programmen unter anderem von Selbstwirksamkeitserfahrungen berichten. Zudem lernen sie, Verantwortung zu übernehmen und ihre sozialen Kompetenzen auszubauen. Daraus entstand die Neugier, ob im Schweizer Strafvollzug vergleichbare Ansätze existieren. Es war ein glücklicher Zufall, dass die JVA Witzwil zu diesem Zeitpunkt vor den beschriebenen Umstrukturierungen stand und Interesse an der Projektidee zeigte. Das Projekt sollte dazu beitragen, die geplante Einführung pferdegestützter Interventionen wissenschaftlich zu begründen, ihre Legitimation zu stärken und die Weiterentwicklung zu unterstützen. 1.4 Aufbau des Berichts Der Aufbau der Arbeit gliedert sich wie folgt: Zuerst wird die Ausgangslage dargestellt, gefolgt von der Fragestellung und der Motivation der Projektleiterin. Im Hauptteil wird der theoretische Bezugsrahmen, der Handlungsbedarf aus Sicht der Sozialen Arbeit sowie die projektmethodische Fundierung erläutert. Danach wird das methodische Vorgehen begründet und die Ergebnisse beschrieben. Anschliessend folgen die Projektevaluation anhand ausgewählter Methoden und die Evaluation der Ziele. Zum Schluss werden Überlegungen zur Sicherung der 1 Explora Live-Reportage «Long Way Home»: Ein Vortrag von zwei Wanderreitern über ihre Reise mit vier Mustangs und ihrer Hündin durch den Westen der USA. Anna Ackermann 101 Praxisprojekt pferdegestützte Intervention 9 4.4 Projektablauforganisation In diesem Kapitel wird die Grobplanung des Projekts dargestellt, um eine strukturierte Übersicht über den Verlauf zu erhalten (Kuster et al., 2022, S. 128). Das Projekt wurde in sieben Phasen gegliedert, die inhaltlich beschrieben und methodisch begründet sind. 4.4.1 Projektphasen Vorbereitung (KW 14 – KW 17): Die Vorbereitungsphase diente dazu, vor Projektbeginn alle nötigen Vorbereitungen zu treffen. Dazu gehört insbesondere die Recherche zu geeigneten Methoden zur Dokumentation im Feld sowie die Prüfung der Durchführbarkeit. Zudem wurde in diesem Zeitraum die Auftragsvereinbarung entworfen und mit der Projektbegleitung vorbesprochen. 1. Dokumentation (KW 18 – KW 21): Im Zentrum der ersten Dokumentationsphase stand die Dokumentation pferdegestützter Intervention in der JVA Witzwil. Die Projektleiterin erhielt einen ersten Einblick in die Praxis und konnte dadurch ein Verständnis für die Rahmenbedingungen und Abläufe vor Ort entwickeln. Auf Basis der Beobachtungen wurde ein Fragebogen erstellt, der bei der zweiten Dokumentationsphase eingesetzt werden sollte. Vor Beginn der Zusammenarbeit wurde die Auftragsvereinbarung gemeinsam mit den Auftraggebern und der Projektbegleitung besprochen und unterzeichnet. Recherche (KW 21 – KW 22): In der Recherchephase wurde das systematische Review vorbereitet. Die Recherche erfolgt gemäss dem Leitfaden Systemische Reviews erstellen (Metzger, o.J.). Die Projektleiterin plante und führte die strukturierte Literaturrecherche durch, wählte geeignete Quellen aus, las diese kritisch und bereitete sie inhaltlich auf. Ziel war es, den aktuellen Forschungsstand zur Wirkung pferdegestützter Interventionen im Resozialisierungsprozess von Häftlingen zu erheben. 2. Dokumentation (KW 23 – KW 25): Die weitere Mitarbeit bei der Umsetzung der pferdegestützten Intervention in der JVA Witzwil erfolgte in der zweiten Dokumentationsphase unter Anwendung des erarbeiteten Fragebogens. Dieser wurde auf Grundlage der Erkenntnisse aus der Literaturrecherche überarbeitet und ergänzt. In dieser Phase fand zudem die erste Meilensteinsitzung statt, in der die bisherigen Ergebnisse gemeinsam mit den Auftraggebern reflektiert und die weiteren Schritte geplant wurde. Abschliessend erfolgt die Auswertung der Fragebögen sowie der Meilensteinsitzung. Verknüpfung (KW 26): In der Verknüpfungsphase erfolgte ein Abgleich von Theorie und Praxis. Die erhobenen Daten aus der Dokumentation wurden mit dem Forschungsstand verknüpft. Es wurden Übereinstimmungen und Widersprüche herausgearbeitet, um eine fundierte Grundlage für die Argumentation im Review zu schaffen. Anna Ackermann 101 Praxisprojekt pferdegestützte Intervention 10 Review (KW 26 – KW 29): In der Reviewphase erstellt die Projektleiterin eine erste Fassung des Reviews, in dem die Ergebnisse der Literaturrecherche und Praxisbegleitung zusammengeführt wurden. Dieses Dokument wurde sowohl der Begleitperson als auch den Auftraggebern zur Rückmeldung vorgelegt. Die Rückmeldungen wurden zur Überarbeitung und Finalisierung des Reviews genutzt. Zudem fand in dieser Phase die zweite Meilensteinsitzung statt, in der die bisherige Zusammenarbeit reflektiert und der Projektabschluss geplant wurde. Abschluss (KW 33 – KW 37): In der Abschlussphase wurden die Ergebnisse des Projekts in einer finalen Sitzung den Auftraggebern, ihrem Vorgesetzten, dem Direktor der JVA Witzwil und der Begleitperson vorgestellt. Das finalisierte Produkt wurden in ausgedruckter Form übergeben. Zusätzlich verfasste die Projektleiterin in dieser Phase den Projektund Reflexionsbericht, welche am 11.09.2025 abgegeben wurde. Phasenübergreifend (KW 14 – KW 37): Phasenübergreifend wurden Zeitfenster für Selbstreflexion, Reisezeiten, Coachings sowie Kommunikation und Terminkoordination eingeplant. Anna Ackermann 101 Praxisprojekt pferdegestützte Intervention 5 Methodisches Vorgehen In diesem Projekt wurden zwei zentrale Methoden angewandt. Für den schriftlichen Teil wurde ein systematisches Review erstellt. Für die Dokumentation im Feld kam ein Fragebogen mit unterschiedlichen Kategorien zum Einsatz. Ziel war es, mit diesen beiden Methoden Theorie und Praxis miteinander zu verbinden. Die Ergebnisse der Recherche und der Dokumentatio nen wurden in einer Abschlusssitzung präsentiert und diskutiert. 5.1 Systematisches Review Als Methode zur Aufarbeitung des aktuellen Forschungsstandes wurde das systematische Re view gewählt. Dabei geht es um eine strukturierte und kategorienbasierte Zusammenfassung von Studien zu einem ausgewählten Themenbereich (Willems, o.J.). In einem ersten Schritt wurden Datenbanken für die Recherchen ausgewählt. Die Projektleite rin entschied sich für die Datenbanken Swisscovery, ERIC und Google Scholar. Zusätzlich wurden APA PsyclNFO, FIS Bildung und WISODZI SoLit durchsucht, jedoch ohne relevante Ergebnisse für die Fragestellung. Entweder war der komplette Zugriff oder der Zugriff auf re levante Studien begrenzt oder die Suchanfrage blieb ergebnislos. In einem zweiten Schritt wurden Begriffe und Begriffspaare zusammengestellt, die für die Be antwortung der Forschungsfrage relevant sein könnten. Die Schlagwörter wurden sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch gesammelt. Begriffe für pferdegestützte Intervention Deutsch: pferdegestützte Intervention, tiergestützte InEnglisch: equine, human-horse, horse therapy, equine tervention, pferdegestützte Therapie, Reittherapie, therapy, intervention, traetment, animal assisted Hippotherapie therapy, animal assisted therapy (AAT) Begriffe für Zielgruppe und Setting Deutsch: Strafvollzug, Justizvollzug, Haft, Gefängnis Englisch: prison, prisoner, euqine-facilitated, jail, criminal, inmate, social exclusion, inmate Begriffe für die Wirkung Deutsch: Sozialkompetenz, emotionale Kompetenz, Englisch: social skills, social education, communicasoziale Interaktion, Kommunikation, biopsychosozial, tion, training, behaviour, emotional competences, deIntegration velopment, bonding Begriffe für das Ziel Deutsch: Resozialisierung, Reintegration, RückfallpräEnglisch: promotion, rehabilitative change, reentry vention Tabelle 5: Sammlung Suchbegriffe ( e i gene D a rst ellung ) HSLU 12 Anna Ackermann 101 Praxisprojekt pferdegestützte Intervention Für die Suche in den Datenbanken wurden anschliessend Suchbegriffe und Suchbegriffgrup pen anhand der drei Booleschen Operatoren gesammelt und ausgewählt: OR: Suche, welche beide Suchbegriffe enthalten AND: verengt die Suche auf Artikel, die beide Suchbegriffe enthalten NOT: schliesst Artikel aus, die den Suchbegriff enthalten Die Suchstrategie fokussierte sich auf einfache, aber breit anwendbare Suchbegriffe, da kom plexere Suchbegriffgruppen aufgrund des geringen Forschungsstandes in diesem Bereich keine Resultate erzielten. Zudem wurde hauptsächlich nach englischen Studien gesucht, da pferdegestützte Interventionen im Strafvollzug vor allem in den USA bereits existieren. Eingesetzt wurden folgende Kombinationen: Horse AND prison bzw. Horse AND prisoner Equine AND therapy Horse AND therapy Rehabilitation AND prsion AND animal Diese Suchbegriffe wurden ebenfalls ins Deutsche übersetzt (Pferd AND Gefängnis, Pferd AND Therapie, Tiere AND Intervention AND Strafvollzug), führten jedoch nur zu Fachliteratur. Für die Methode des systematischen Reviews werden ausschliesslich Studien benötigt. Je doch gab es einige Literatur zur Wirkung von pferdegestützten Interventionen in anderen Set tings. Die Suche brachte auch viele Ergebnisse zur allgemeinen Anwendung von Tieren im Strafvollzug. Um auch von dieser Fachliteratur zu profitieren, hat die Projektleitung zusätzlich ein narratives Review zur Fachliteratur erstellt. Als nächstes wurden Einund Ausschlusskriterien definiert. Die Auswahl der relevanten Stu dien erfolgte in einem zweistufigen Verfahren. Zunächst wurden Studien anhand ihrer Titel und Abstracts beurteilt. Wenn die Studie als wesentlich erachtet wurde, wurde die gesamte Studie gelesen und nach den definierten Einund Ausschlusskriterien beurteilt. Wenn sich die Studie dann als relevant herausstellte, wurde Sie für die Darstellung der Ergebnisse verwendet. Kriterium Einschluss Ausschluss Population Erwachsene Männer im Justizvollzug Frauenoder Jugendvollzug, forensische (offen oder geschlossen) Psychiatrie Intervention Pferdeoder tiergestützte lnterventioInterventionen ohne Tierbezug oder mit nen, Reittherapie ausschliesslich anderen Tieren (z.B. Hunde, Katzen) Endpunkte Wirkungen auf soziale und emotionale Studien, die ausschliesslich physiologische Kompetenzen, Resozialisierung, Effekte ohne psychosozialen Bezug unterRückfallverhalten suchen Tabelle 6: Einund Ausschlusskriterien ( e ig ene D a r s t ellun g) HSLU 13 Anna Ackermann 101 Praxisprojekt pferdegestützte Intervention 14 Wenn eine Studie die Einschlusskriterien erfüllt hat, wurde sie in folgende Kategorien aufgeteilt und ausgewertet: -Zielgruppe und Kontext -Art der pferdegestützten Intervention -Studiendesign und Methoden -Wirkungen in Bezug auf soziale sowie emotionale Kompetenzen und Resozialisierung Die Ergebnisse wurden in Form einer Tabelle zusammengefasst. Die Fachliteratur fasste die Projektleiterin in Form eines narrativen Reviews zusammen. Im Gegensatz zum systematischen Review, das einem klaren und standardisierten Protokoll folgt, dient ein narratives Review dazu, Forschungsresultate mit Fachliteratur zu verbinden, theoretische Hintergründe aufzuzeigen und thematische Lücken zu schliessen, die durch Studien nicht abgedeckt werden können (DistillerSR, o.J.). In diesem Projekt war es geeignet, um die wenigen Ergebnisse der systematischen Literaturrecherche zu ergänzen und in einen fachlichen Kontext zu setzen. So konnten auch Fachbücher und wissenschaftliche Artikel berücksichtigt werden, die vertiefte Einblicke in die Mensch-Pferd-Beziehung sowie in die Anwendung tiergestützter Interventionen boten. Die Projektleiterin arbeitete aus der Fachliteratur vier zentrale Aspekte heraus. Ziel war es, den Ursprung pferdegestützter Intervention aufzuzeigen, die Pferden als Interventionspartner vorzustellen und dies in den Kontext des Strafvollzugs setzten. Abschliessend wurden die Grenzen und Kritik solcher Interventionen aufgezeigt. Auf diese Weise entstand ein grösseres Gesamtbild, das sowohl den empirischen Forschungsstand als auch theoretische und praxisbezogene Perspektiven einbezieht. Das systematische und das narrative Review wurden in einem dritten Teil zusammengeführt und diskutiert, um die Forschungsfrage auf dieser Ergebnisgrundlage zu beantworten. Die Ergebnisse wurden zudem auf die Situation der JVA Witzwil übertragen. Um die Situation in der JVA Witzwil einordnen zu können, erhielt die Projektleiterin die Möglichkeit, die Arbeit vor Ort zweimal zu begleiten und zu dokumentieren. Diese Einblicke waren eine wertvolle Ergänzung, um die theoretischen Ergebnisse mit praktischen Erfahrungen zu verknüpfen. Dadurch wurde die Einführung pferdegestützter Interventionen in der JVA Witzwil sowohl theoretisch als auch praxisorientiert betrachtet. 5.2 Dokumentation im Feld Im Projekt fanden zwei Dokumentationsphasen im Abstand von fünf Wochen statt. Die Projektleiterin erhielt in der JVA Witzwil die Möglichkeit, die Fachpersonen bei ihrer Arbeit mit einem Häftling zu begleiten. Der Häftling erklärte sich bereit, die Begleitung und Dokumentation zuzulassen, obwohl er vor seinem Aufenthalt in Witzwil keinen Kontakt zu Pferden hatte. Anna Ackermann 101 Praxisprojekt pferdegestützte Intervention 15 Das machte es besonders spannend zu sehen, wie sich seine Kompetenzen im Umgang mit den Tieren im Verlauf der beiden Dokumentationsphasen entwickelten. Der erste Besuch diente dazu, Einblicke in die Praxis zu erhalten und ein Verständnis für die Abläufe vor Ort zu entwickeln. Zur Strukturierung der Beobachtungen erarbeitete die Projektleiterin einen Fragenkatalog, der in thematische Kategorien gegliedert war. Dieser bot Orientierung, worauf während der Dokumentation zu achten war und welche Aspekte für das Projekt relevant sein könnten (Anhang B). Auf Grundlage dieser Beobachtungen sowie der Auswertung des aktuellen Forschungsstands wurde ein erstes Fazit gezogen. Darauf basierend entstand ein Fragebogen, der zu Beginn der zweiten Dokumentationsphase eingesetzt wurde (Anhang C). Die zweite Dokumentationsphase begann mit einem leitfadengestützten Gespräch anhand des Fragebogens. Dadurch konnten vertiefte Einblicke in die strukturellen Rahmenbedingungen der JVA Witzwil gewonnen sowie erste Erfahrungsberichte und Einschätzungen der Fachpersonen eingeholt werden. Zudem wurde erfasst, welche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Einführung pferdegestützter Interventionen gegeben sein müssen. Die Ergebnisse dieses Gesprächs flossen in das Review ein. Anschliessend fand eine weitere Einheit mit dem Häftling und dem Pferd statt. Nach der einstündigen Einheit beantwortete der Häftling zusätzlich spontane Fragen und berichtete von seinen Wahrnehmungen sowie die von ihm erlebten Veränderungen. Im Rahmen dieser Phase erläuterten auch die Auftraggeber nochmals ihre Ziele mit der pferdegestützten Intervention, welches Potenzial sie darin sehen und welche Rückmeldungen sie bisher zum Verhalten des Häftlings erhalten haben. Die Ergebnisse aus der Literaturrecherche und der Dokumentation wurden schliesslich in einem 14-seitigen Dokumenten zusammengefasst. Auf Wunsch der Auftraggeber erstellte die Projektleiterin zusätzlich eine einseitige Zusammenfassung ihrer Besuche in der JVA Witzwil. Diese verband die gewonnenen Eindrücke mit den Erkenntnissen aus der Forschung und ermöglichte einen kompakten Überblick über das Thema pferdegestützte Intervention. Die Zusammenfassung eignet sich für die Veröffentlichung in der internen Zeitschrift oder für den Aushang im Stallgang. 6 Beschreibung und Interpretation der Ergebnisse In diesem Kapitel werden die Ergebnisse des systematischen Reviews, der Forschungsliteratur und der beiden Dokumentationsphasen in der JVA Witzwil dargestellt. 6.1 Ergebnisse des systematischen Reviews Anhand des systematischen Reviews konnten insgesamt vier relevante Studien ausfindig gemacht werden, die pferdegestützte Interventionen im Kontext des Strafvollzugs untersuchten. Anna Ackermann 101 Praxisprojekt pferdegestützte Intervention 16 In allen Arbeiten wurden positive Effekte auf die Entwicklung sozialer und emotionaler Kompetenzen beschrieben. Es wurde eine Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit sowie die Stärkung von Selbstkontrolle und Frustrationstoleranz festgestellt. Zudem wurde beschrieben, dass die Verantwortungsübernahme gefördert, Selbstwirksamkeit und Selbstwertgefühl gestärkt werden konnten. Für die Übersicht über den aktuellen Forschungsstand wurden die Ergebnisse in einer Tabelle zusammengefasst. Autor/ Jahr Zielgruppe / Kontext Intervention Methode Wirkung/ zentrale Outcomes Arditti, A. et al. (2020) Aktuelle oder ehemalige Teilnehmer des Programms, 25-48 Jahre PrisonEquine Program (PEP) Semi-strukturierte Interviews mit 10 Männer (ca. 90 Min.) Fokus: Erfahrungen, Veränderungen und Reintegrationsperspektive -Beziehung zum Pferd als sicherer Raum für emotionale Öffnung, Stressabbau, Bindung und Selbstakzeptanz -Pferdekontakt fördert Verantwortungsbewusstsein, Geduld, Sensibilität, Selbstregulation -Aufbau eines positiven Selbstbildes und Distanzierung der Täterrolle sowie berufliche Perspektive -Empathie und Perspektivenübernahme: durch nonverbale Kommunikation -Impulskontrolle und Frustrationstoleranz: durch Sensibilität der Pferde -Beziehungsfähigkeit und Vertrauen: Bindungserfahrung mit Pferden -Selbstreflexion und Verantwortungsübernahme: durch tägliche Pflege Brown, A. et al. (2015) Männer in Haft, 21-55 Jahre Prison Animal Programs inkl. Pferde Bis 3 Monate Qualitativ: semi-strukturierte Interviews mit 20 Männer (ca. 45-60 Min.) Fokus: Veränderungen, Herausforderungen Quantitativ: institutionelle Daten (Disziplinarverstösse, Arbeitsleistung) -Beziehungsfähigkeit und Verantwortung: durch die tägliche Pflege -Selbstwirksamkeit und Selbstwert: Stärkung durch Erfolgserlebnisse, zentral für Resozialisierung -Emotionale Kontrolle: Ruhe, Geduld, klare Kommunikation, Selbstkontrolle, Ausgeglichenheit -Besonders wirksam für Männer mit Gewalterfahrung Bachi, K. (2013) Männer in Haft, 23-60 Jahre Equine – Facilitated Programs Mind. 6 Monate Beobachtung während des Programms und semi-strukturierte Interviews mit 12 Männern und 4 Mitarbeitenden Fokus: Interaktion, nonverbale Kommunikation und Beziehungsentwicklung -Wirkung: Verbesserung der Selbstregulation, Empathie, Verantwortungsbereitschaft und soziale Kompetenzen -Veränderung in Stimmung, Selbstwirksamkeit, Angstregulation und Aggressionskontrolle, Aufbau von Beziehungsfähigkeit -Berufliche und soziale Integration: berufliche Kompetenzen in der Tierpflege und Pferdetraining, erhöhte Vermittlungsschancen, Stärkung des Selbstwertgefühls Kewley, S. et al. (2019) Männer in Haft, 20-45 Jahre Equine Assisted Psychotherapy 6-8 Wochen Semistrukturierte Interviews mit 8 Männern und 5 Mitarbeitern (ca. 30-60 Min.) Fokus: Lernerfahrung, Verhaltensänderung, soziale Fähigkeiten -Emotionale Selbstregulation: besserer Umgang mit Frust, Angst und Enttäuschung, Wahrnehmen von Emotionen und bewusst Steuerung statt impulsiver Reaktionen -Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit: gemeisterte Herausforderung und erlebte Handlungsfähigkeit -Kommunikationund Beziehungsfähigkeit: verbesserter Ausdruck gegenüber Mitmenschen, Aufbau und Pflege von Bindungen (Pferd und Mensch) -Empathie und Perspektivenübernahme: Pferd als Spiegel des eigenen Zustands erkennen und Sensibilisierung für nonverbale Kommunikation Tabelle 7: Ergebnisse ausgewählter Studien (eigene Darstellung) 6.2 Ergebnisse des narrativen Reviews Wie bereits beschrieben, wurde die gefundene Fachliteratur zu pferdegestützten Interventionen in Form eines narrativen Reviews zusammengefasst. Ziel war es, der Ursprung pferdegestützter Intervention aufzuzeigen, die Pferden als Interventionspartner vorzustellen und dies in den Kontext des Strafvollzugs zu setzten. Abschliessend wurden die Grenzen und Kritik solcher Interventionen aufgezeigt. Anna Ackermann 101 Praxisprojekt pferdegestützte Intervention 17 6.2.1 Der Ursprung pferdegestützter Interventionen Die Zusammenarbeit zwischen Menschen und Pferden ist vielfältig. Pferde wurden über Jahrhunderte hinweg als Arbeitstiere eingesetzt, begleiteten Menschen in Kriegen und sind bis heute Sportund Freizeitpartner. Seit einigen Jahrzehnten werden sie auch zunehmend in therapeutischen Kontexten genutzt. Dieser therapeutische Einsatz ist in der langen Geschichte der Mensch-Pferd-Beziehung eine relativ junge Entwicklung und befindet sich noch in einem frühen Stadium (Townsend & Hood, 2019, S. 255-256). Deaton (2005) führt den Einsatz von tiergestützten Interventionen auf das Konzept des Human-Animal Bond (HAB) zurück. Diese Idee geht auf die Arbeiten von Konrad Lorenz und Boris Levinson zurück, die in den 1970erund 1980er-Jahren insbesondere für die Veterinärmedizin an diesem Thema forschten (S. 48; Bachi, 2014, S. 1). Pferdegestützte Interventionen gibt es in unterschiedlichen Anwendungsbereichen. Sie können medizinisch, psychologisch oder pädagogisch sein. Allen Ansätzen ist gemeinsam, dass sie auf körperlicher, bewegungsorientierter sowie emotionaler und kommunikativer Arbeit mit dem Pferd basieren. Dadurch soll der Zugang zum Pferd und gleichzeitig ein Zugang zu sich selbst ermöglicht werden (Bittner et al., 2020, S. 78-79). 6.2.2 Pferde als Interventionspartner Loeffler (2015) beschreibt Pferde als besonders geeignete Interventionspartner. Dies ist vor allem ihrer Grösse sowie ihrem Herdenund Fluchtinstinkt zuzuschreiben (S. 1). Ihre Grösse und Kraft kann einschüchternd wirken und Respekt erzeugen (Deaton, 2005, S. 58). Da Pferde Fluchttiere sind, verfügen sie über eine ausgeprägte Wahrnehmungsfähigkeit und reagieren sensibel auf potenziell bedrohliche Reize (Bachi, 2014, S. 44). Sie sind sehr feinfühlige Tiere, die auch auf emotionale Zustände ihres Gegenübers reagieren (Loeffler, 2015, S. 8). Zudem erwarten sie von Menschen Sicherheit und Orientierung. Wird ihr Verhalten als unangemessen wahrgenommen, geben sie eine klare Rückmeldung (Schütz, 2022, S. 24). Da Pferde bereits kleine Veränderungen registrieren, ist es in der Arbeit mit ihnen notwendig, bewusste und klare Signale zu senden (Schütz, 2022, S. 21). Diese Eigenschaften können Menschen helfen, ihre Körperwahrnehmung und Körpersprache zu verfeinern und nonverbale Kommunikation bewusster einzusetzen (Bachi, 2014, S. 43-44). Gleichzeitig fördern sie Empathie und Achtsamkeit, da Pferde deutlich auf Stressoder Angstsignale reagieren (Loeffler, 2015, S. 8). Die sensible Natur der Tiere führt dazu, dass Menschen eine direkte und ehrliche Rückmeldung auf ihr Verhalten erhalten. Dies kann das Bewusstsein für die eigene Wirkung und physische Präsenz steigern (Bachi, 2014, S. 44). Pferde wirken wie ein Spiegel: Ihre Reaktionen ermöglichen Rückschlüsse auf das eigene Verhalten und die eigenen Emotionen (Townsend & Hood, 2019, S. 261). Ihre Neutralität verstärkt diesen Effekt zusätzlich. Denn Pferden ist es egal, wie eine Person aussieht oder was sie getan hat. Pferde reagieren ausschliesslich auf das Anna Ackermann 101 Praxisprojekt pferdegestützte Intervention 18 Auftreten im Hier und Jetzt (ebd., S. 23). Dadurch fällt es Menschen oft leichter, Feedback von einem Pferd anzunehmen als von anderen Personen (Schütz, 2022, S. 24). Zudem fördern die Tiere das Bewusstsein für Körper und Geist, da der Umgang mit ihnen Achtsamkeit, Selbstregulation und den bewussten Einsatz von Körpersprache erfordert (Townsend & Hood, 2019, S. 255, 263-264). 6.2.3 Pferdegestützte Interventionen im Strafvollzug Pferde sind im Strafvollzug besonders geeignet, da ihre Grösse, Kraft und ihr Verhalten Respekt hervorrufen. Insbesondere Menschen mit Gewalterfahrungen können durch die Arbeit mit Pferden neue Formen von Respekt und Kommunikation entwickeln (Deaton, 2005, S. 57-58). Effektive Kommunikation ist zwingend erforderlich, damit ein Pferd kooperiert. Körperkraft oder Machtausübung reichen dafür nicht aus (ebd., S. 59). Bittner et al. (2020) berichten, dass in Programmen mit Pferden Vertrauen und Selbstvertrauen aufgebaut werden konnten. Zudem zeigten sich positive Effekte auf soziale Fähigkeiten wie Zusammenarbeit, Empathie und Verantwortungsübernahme. Auch eine gesteigerte Kritikfähigkeit, bessere Konzentration und erhöhte Ausdauer wurden beobachtet. Die Arbeit mit dem Pferd stärkt die Konzentration auf das Hier und Jetzt und fördert ein stabileres Selbstbild sowie eine konsistentere innere Haltung (S. 83-84). In den USA existieren bereits verschiedene Programme, in denen Pferde im Strafvollzug eingesetzt werden. In sechs Bundesstaaten wurden sogenannte Wild Horse Inmate Programs (WHIP) etabliert (Loeffler, 2015, S. 54). Seit 1987 werden in Colorado wilde Mustangs gezähmt. Die Inhaftierten lernen dabei Disziplin, Mut und Geduld und erhalten zusätzlich Unterricht in Pferdepflege und Tiermedizin (Deaton, 2005, S. 55-56). Darüber hinaus wird berichtet, dass solche Programme Vertrauen, Verantwortungsübernahme und Teamarbeit fördern (Loeffler, 2015, S. 54). Auf der Wyoming Honor Farm werden ebenfalls Mustangs trainiert. Dort wurde über positive Effekte auf das Selbstbild, den Abbau von Ängsten und eine gestärkte Verantwortungsübernahme berichtet. In der Walkill Correctional Facility in New York werden seit 1984 ehemalige Rennpferde rehabilitiert, deren Pflege von Inhaftierten übernommen wird (ebd., S. 57-58). Im Correctional Center in Susanville, Kalifornien, gibt es ein 90-Tages-Programm, das auf die Entwicklung von Vertrauen und Respekt abzielt (ebd., S. 56). Weitere Programme existieren in Kentucky, Oklahoma und Florida (ebd., S. 58). Das Ziel dieser Programme ist es, neben emotionaler Stabilisierung auch soziale und berufliche Kompetenzen zu vermitteln. Die Inhaftierten lernen, Vertrauen aufzubauen, Verantwortung zu übernehmen, im Team zu arbeiten und dysfunktionale Muster zu verändern. Diese Veränderungen können dazu beitragen, das Rückfallrisiko zu senken und die Reintegration in die Gesellschaft zu fördern (Bachi, 2014, S. 43-44). Deaton (2005) hebt hervor, dass Anna Ackermann 101 Praxisprojekt pferdegestützte Intervention 25 Während der Durchführung zeigte sich jedoch, dass die gleichzeitige Beobachtung und Kategorisierung nicht umsetzbar waren, da es viele Eindrücke gab und dies zeitlich unrealistisch war. Die Notizen mussten deshalb im Nachhinein strukturiert werden, wobei die Unterteilung in Kategorien hilfreich war. Der Fragebogen erwies sich als eine gute Vorbereitung und half, die Notizen im Nachhinein systematisch zu ordnen. Für die Dokumentation im Feld hingegen war er von geringem Nutzen. Wirksamkeit: Die Beobachtungen im Feld ermöglichten viele wertvolle Einblicke in die Praxis und wurden zu einem zentralen Bestandteil des Projekts. Dass die beiden Dokumentationen im Abstand von fünf Wochen durchgeführt wurden, erwies sich als wirksam, da erste Veränderungen erkennbar wurden. Aufgrund der begrenzten Zeitressourcen konnten jedoch keine weiteren Besuche stattfinden, ansonsten hätte noch differenzierter über die Arbeit in der JVA Witzwil berichtet werden können. Dadurch wäre es möglich gewesen, noch differenzierter über die Arbeit in der JVA Witzwil zu berichten. Dennoch war die Begleitung im Feld ein wichtiger Bestandteil, um das Thema pferdegestützte Intervention in den Kontext der JVA Witzwil einzuordnen und eine Verbindung zwischen Theorie und Praxis herzustellen. Wünschbarkeit: Für die Auftraggeber wie auch für die Projektleiterin war die Begleitung und Dokumentation im Feld ein essenzieller Teil des Projekts. Erst dadurch erhielt es den praxisorientierten Charakter und zusätzliche Überzeugungskraft. Die Dokumentation im Feld war zudem wichtig für den Wissenstransfer und erhöhte den Mehrwert des Projekts für die Institution. Die Dokumentation im Feld war geeignet und entscheidend, um dem Projekt einen praxisnahen Charakter zu verleihen. Die gewählte Methode war jedoch in der Durchführung nicht optimal, da die Vielzahl an Beobachtungen ein gleichzeitiges Kategorisieren unmöglich machte. Hilfreich war hingegen die strukturierte Nachbearbeitung anhand der vorbereiteten Kategorien und Unterfragen. Obwohl die Dokumentation aufgrund limitierter Zeitressourcen nur zweimal stattfinden konnte, wurden wertvolle erste Eindrücke gewonnen. Die Methode war nicht ressourcenintensiv, erfüllte ihren Zweck und leistete einen wichtigen Beitrag zum Verständnis pferdegestützter Interventionen im Kontext der JVA Witzwil. 7.3 Evaluation Projektziele Hauptziel: Den Mitarbeitenden des Pferdestalls der JVA Witzwil liegt ein systematisches Review zur pferdegestützten Intervention im Strafvollzug vor (Leistung). Es zeigt auf, wie die Intervention nachhaltig eingeführt werden kann, um ein wirksames sozialkompetenzförderndes Angebot in der Resozialisierung der Insassen zu gestalten (Wirkung). Die Leistung des Hauptziels wurde erreicht. Den Mitarbeitenden des Pferdestalls wurde ein systematisches Review, ergänzt durch ein narratives Review, übergeben. Damit liegt ihnen Anna Ackermann 101 Praxisprojekt pferdegestützte Intervention 26 ein Dokument vor, das den aktuellen Forschungsstand zur Wirksamkeit pferdegestützter Interventionen im Strafvollzug zusammenfasst und Chancen und Grenzen dieser Methode aufzeigt. Die Wirkung des Hauptziels wurde hingegen nicht erzielt. Der Frage nach der nachhaltigen Einführung konnte im Rahmen des Projekts nicht nachgegangen werden. Dies liegt vor allem daran, dass die Einführung eines neuen Angebots einen umfangreichen bürokratischen Prozess erfordert. Zwar sind Ressourcen und Fachwissen vorhanden, jedoch muss das Angebot in Form eines Konzepts genehmigt und von den Bewährungsund Vollzugsdiensten gutgeschrieben werden. Dennoch konnte das Projekt ein Argumentarium liefern, das die Wirksamkeit des Angebots darlegt. Dieses stiess auf Interesse und kann einen Beitrag zur künftigen Einführung der pferdegestützten Intervention leisten. Teilziel 1: Der aktuelle Forschungsstand ist durch die systematische Literaturrecherche zur Wirkung von pferdegestützter Intervention im Resozialisierungsprozess bekannt (Leistung). Dieses Ziel wurde erreicht. Durch die systematische Recherche konnten einige relevante Studien und Fachliteratur identifiziert und ausgewertet werden. Daraus entstand ein praxisrelevanter Überblick über die Wirkung pferdegestützter Interventionen im Strafvollzug. Allerdings ist das Thema bislang nur unzureichend erforscht und die Studienlage gering. Der aktuelle Forschungsstand konnte zwar dargestellt werden, weist jedoch noch einige Lücken auf, die durch künftige Langzeitoder Kontrollstudien gefüllt werden müssen. Teilziel 2: Durch die zweimalige Begleitung in der Umsetzung der pferdegestützten Intervention vor Ort liegen verwertbare qualitative Daten in Form von Selbstund Fremdeinschätzung vor. Diese ermöglichen Rückschlüsse auf die Einführung und Wirkung pferdegestützter Interventionen (Leistung). Dieses Ziel wurde teilweise erreicht. Die zweimalige Begleitung hat stattgefunden und lieferte wertvolle Einblicke in die Zusammenarbeit zwischen Menschen und Pferden im Strafvollzug. Die Beobachtungen stellten eine wichtige Ergänzung zu den theoretischen Ergebnissen des Reviews dar. Dadurch konnten erste Eindrücke zur Wirkung der pferdegestützten Intervention gesammelt und in das Projekt integriert werden. Allerdings ermöglichten die gesammelten Daten keine Rückschlüsse auf die Einführung der Interventionen. Dies war letztlich auch nicht Teil des Projekts. In der Abschlusssitzung wurde deutlich, dass die Einführung eines neuen Angebots an einen grösseren bürokratischen Prozess gebunden ist und daher nicht innerhalb dieses Projektes abgedeckt werden konnte. Teilziel 3: Das systematische Review ist fertiggestellt und wurde den Fachverantwortlichen im Pferdestall übergeben (Leistung). Dieses Ziel wurde erreicht. Das systematische Review wurde mit einem narrativen Review ergänzt und den Auftraggebern übergeben. Zusätzlich wurden die Eindrücke aus den Anna Ackermann 101 Praxisprojekt pferdegestützte Intervention 27 Besuchen in der JVA Witzwil mit dem Forschungsstand verknüpft und in einer einseitigen Zusammenfassung festgehalten. Diese Kombination ermöglichte es, sowohl den aktuellen Forschungsstand etwas umfassender darzustellen als auch durch die kurze Zusammenfassung ein breitestes Publikum zu erreichen. 7.4 Sicherung der Nachhaltigkeit Ein Projekt gilt als nachhaltig, wenn es über die eigentliche Durchführung hinaus Wirkung entfaltet und weiter genutzt werden kann. Die Auftraggeber erhielten im Rahmen dieses Projekts ein wissenschaftlich fundiertes Review, das sowohl der Information als auch der Legitimation und Weiterentwicklung pferdegestützter Interventionen im Strafvollzug dient. In der Abschlusssitzung wurde bestätigt, dass das Projekt Teil des Konzepts zur Neuausrichtung des Pferdestalls wird und Interesse an der Schaffung eines solchen Angebots besteht. Das Projekt kann eine nachhaltige Wirkung entfalten, wenn es dem Bewährungsund Vollzugsdienst als zusätzliches Therapieangebot präsentiert wird und an bestehenden Arbeitsund Beschäftigungsstrukturen anknüpft. Damit dieses Vorhaben umgesetzt werden kann, ist es jedoch notwendig, dass ein entsprechendes Konzept eingereicht und eine Kostengutsprache für das Angebot erteilt wird. Sinnvoll ist es zudem, das geplante Angebot mit bestehenden Programmen in anderen Justizvollzugsanstalten zu vergleichen. So wird in der Strafanstalt Saxerriet bereits ein Therapieprogramm mit Eseln durchgeführt, an dem sich die JVA Witzwil orientieren kann. Auch im kleineren Rahmen wird die Nachhaltigkeit des Projekts gesichert. Die einseitige Zusammenfassung wurde so gestaltet, dass sie in der internen Zeitschrift veröffentlich werden kann. Auf diese Weise erreicht sie ein breiteres Publikum und kann auch das Interesse weiterer Personen innerhalb der Institution wecken. Letztlich hängt die Einführung pferdegestützter Interventionen nicht allein von den Auftraggebern ab. Die Durchführung des Angebots muss von den zuständigen Behörden genehmigt und finanziert werden. Der Umfang des Projekts ist zu klein, um die Einführung direkt zu ermöglichen. Es kann jedoch einen wichtigen Beitrag dazu leisten, was bereits eine erfreuliche Entwicklung darstellt. 7.5 Schlussfolgerungen und Perspektiven Die Projektleiterin blickt auf eine spannende und lehrreiche Zeit zurück und kann von einer erfolgreichen Durchführung des Projekts sprechen. Durch die Kombination einer wissenschaftlichen Recherche mit einer praxisorientierten Dokumentation entstand ein Produkt, das den Auftraggebern als Argumentationsund Legitimationsgrundlage für die geplante Neuausrichtung dient. Anna Ackermann 101 Praxisprojekt pferdegestützte Intervention 28 Der Projektablauf war von mehreren Steuerungsmassnahmen geprägt und eine gewisse Flexibilität im Projektmanagement war notwendig. So konnten die Anforderungen der HSLU mit den Bedürfnissen der Auftraggeber in Einklang gebracht werden. Die gewählten Methoden mussten zwar modifiziert werden, waren jedoch grundsätzlich geeignet, um die Fragestellung zu beantworten. Die Projektziele wurden grösstenteils erreicht und die Dokumentation im Feld stärkte die Zusammenarbeit zwischen den Auftraggebern und der Projektleiterin. Gleichzeitig lieferte sie wertvolle Einblicke in die Praxis, wodurch das Projekt spezifisch auf die JVA Witzwil zugeschnitten werden konnte. Damit leistete es einen Beitrag zur weiteren Entwicklung im Pferdestall der JVA Witzwil und kann über den Projektzeitraum hinauswirken. Mit dem Projekt konnte zudem ein Austausch zwischen den Auftraggebern, ihrem Vorgesetzten und dem Direktor der JVA stattfinden. Dadurch wurde ein erneuter Auftakt für die Einführung einer alternativen Methode zur Resozialisierung im Strafvollzug geschaffen. Die Durchführung des Projekts war nur durch die Kooperation der beiden Fachpersonen aus dem Pferdestall in der JVA Witzwil möglich. Ihre Offenheit und ihre Bereitschaft der Projektleiterin Einblicke in die Praxis zu gewähren, trugen wesentlich zum Gelingen bei. Auch die Begleitung durch die Hochschule Luzern war eine wichtige Ressource, die methodische, fachliche und persönliche Unterstützung über den gesamten Projektverlauf hinweg bot. Anna Ackermann 101 Praxisprojekt pferdegestützte Intervention 29 8 Literaturverzeichnis Arditti, J. A., Morgan, A. A., Spiers, S., Buechner-Maxwell, V. & Shivy, V. (2020). Perceptions of Rehabilitative Change among Incarcerated Persons Enrolled in a Prison-Equine Program (PEP). Journal of Qualitative Criminal Justice & Criminology, 8(2), 209-234. AvenirSocial (Hrsg.). (2010). Berufskodex Soziale Arbeit Schweiz: Ein Argumentarium für die Praxis [Broschüre]. Bachi, K. (2013). Equine-Facilitated Prison-Based Programs Within the Context of PrisonBased Animal Programs: State oft he Science Review. Journal of Offender Rehabilitation, 52(1), 46-74. Bachi, K. (2014). 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Gibt es spezifische Rituale (z. B. Begrüssung, Verabschiedung)? 3. Wie kommunizieren Mensch und Pferd miteinander? (Utensilien, Kommandos) 4. Wie zeigt sich Vertrauen oder Misstrauen? C. Therapiearbeit als Aktivität 1. Was genau wird gemacht? (Führen, Putzen, Bodenarbeit, Reiten?) 2. Gibt es konkrete therapeutische oder pädagogische Anleitungen? 3. Wie reagiert der Häftling auf das Pferd? D. Wirkung / Reaktionen 1. Emotionale Reaktionen des Häftlings: Unsicherheit, Freude, Frustration, Neugier? 2. Wie verhält sich das Pferd? Ruhig, angespannt, zugewandt? 3. Gibt es sichtbare Veränderungen während der Einheit? E. Reflexion / Abschluss 1. Gibt es eine Nachbesprechung nach der Einheit? 2. Wie wird über das Erlebte gesprochen? 3. Fazit Häftling? 4. Fazit Fachperson F. Sonstiges