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Projektbericht Generationen im Austausch im Quartier-Wesemlin Modul 201 – Praxisprojekt Soziokultur Oktober 2024 bis August 2025 Abbildung 1: Grafische Darstellung (Canva) PROJEKTLEITUNG Pranita Chettri Soziokulturelle Animatorin in Ausbildung [email protected] PROJEKT BEGLEITUNG Praxisausbildnerin: Daniela Huber, Pfarrei St. Leodegar im Hof Mentorin: Annina Friz, Hochschule LuzernSoziale Arbeit September, 2025
1 Generationen im Austausch im QuartierWesemlin Projektzeitraum von 1.10.24 bis 31.8.25 Pranita Chettri Hochschule Luzern – Soziale Arbeit Studienrichtung Soziokultur Begleitperson: Annina Friz Eingereicht am: 8.9.2025 Diese Arbeit wurde am 8.9.2025 an der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit eingereicht. Für die inhaltliche Richtigkeit und Vollständigkeit wird durch die Hochschule Luzern keine Haftung übernommen. Studierende räumen der Hochschule Luzern Verwendungsund Verwertungsrechte an ihren im Rahmen des Studiums verfassten Arbeiten ein. Das Verwendungsund Verwertungsrecht der Studierenden an ihren Arbeiten bleibt gewahrt (Art. 34 der Studienordnung). Studentische Arbeiten der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit werden unter einer Creative Commons Lizenz im Repositorium veröffentlicht und sind frei zugänglich.
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M201 Praxis Projekt Soziokultur Pranita Chettri Projektbericht ii Abstract Im vorliegenden Bericht wird das Projekt «Generationen im Austausch im Quartier Wesemlin» vorgestellt. Dieses entstand im Rahmen der Ausbildung des Bachelors in Soziale Arbeit mit der Vertiefungsrichtung Soziokulturelle Animation. Die Projektumsetzung erfolgte von April bis August 2025. Ziel des Projekts war es, dass sich im Wesemlin-Quartier Menschen verschiedener Generationen begegnen und miteinander interagieren. Ausgangspunkt bildeten ein partizipativer Workshop, Dokumente Analyse und informelle Gespräche mit Quartierbewohnenden, aus denen konkrete Bedürfnisse und Ideen hervorgingen. Daraus entstanden die Aktionen «Gemeinsames Kochen», «Spieleabend für alle», «Jugend EventFilm Abend» bei denen Familien, Senior: innen, Kinder und Jugendliche aktiv mitwirkten. Zusätzlich wurde «der Tag der Nachbarschaft» gemeinsam mit lokalen Akteur:innen gestaltet, um das QZ durch Aktionen zu beleben. In vorliegendem Bericht wird der Projektverlauf dargestellt, Aspekte des Projekts werden reflektiert und Erkenntnisse werden festgehalten.
M201 Praxis Projekt Soziokultur Pranita Chettri Projektbericht 2 Inhaltsverzeichnis Abstract ........................................................................................................................... ii Tabellenverzeichnis ........................................................................................................ 3 Abbildungsverzeichnis .................................................................................................... 3 1 Projektbegründung ................................................................................................. 5 1.1 Ausgangslage ............................................................................................................... 5 1.2 Situationsanalyse ......................................................................................................... 5 1.3 Stakeholderanalyse ..................................................................................................... 7 2 Handlungsbedarf .................................................................................................... 8 3 Ziele ......................................................................................................................... 9 3.1 Zielbaum ...................................................................................................................... 9 4 Zielgruppen ........................................................................................................... 10 4.1 Primäre Zielgruppe ................................................................................................... 10 4.2 Sekundäre Zielgruppe ................................................................................................ 10 4.3 Tertiäre Zielgruppe .................................................................................................... 10 5 Projektverlauf ....................................................................................................... 11 5.1 Aufbauorganisation .................................................................................................. 12 5.2. Zeitplan ...................................................................................................................... 13 5.3 PG-Sitzungen & Aktionen ......................................................................................... 14 5.4 Spiele Abend für alle Generationen ........................................................................... 14 5.5 AbendtischGemeinsames Kochen ........................................................................... 14 5.6 Tag der Nachbarschaft .............................................................................................. 17 5.7 Jugendaktion: Filmabend ........................................................................................... 17 6 Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung ................................................................. 18 7 Evaluation ............................................................................................................. 18 7.1 Auswertungsmethoden ............................................................................................. 18 7.2 Evaluation Zielsetzung ............................................................................................... 19 7.3 Erreichbarkeit der Zielgruppen .................................................................................. 21 8 Evaluation Projektorganisation ............................................................................ 22 8. 1 Kommunikation Projektgruppe und Begleitgruppe ................................................... 22 8. 2 Reflexion der Projektleitung ...................................................................................... 22 9 Evaluation Stakeholder ........................................................................................ 23 10 Evaluation Meilensteine .................................................................................. 27 11 Evaluation Arbeitsprinzipien ............................................................................ 28
M201 Praxis Projekt Soziokultur Pranita Chettri Projektbericht 3 11.1 Partizipation .......................................................................................................... 28 11.2 Kooperation ........................................................................................................... 30 12 Zentrale Aspekte gesellschaftlicher Differenzierung ....................................... 31 13 Interventionspositionen ................................................................................... 32 13.1 Animationsposition ................................................................................................ 32 13.2 Organisationsposition ............................................................................................ 32 13.3 Konzeptionsposition .............................................................................................. 32 13.4 Vermittlungsposition ............................................................................................. 33 14 Evaluation Projektfinanzierung ........................................................................ 34 15 Erkenntnisse und Empfehlungen ...................................................................... 35 16 Nachhaltige Wirkung ........................................................................................ 36 17 Schlussbetrachtung und Dank ......................................................................... 37 18 Literaturverzeichnis .......................................................................................... 38 Anhang ......................................................................................................................... 39 A) Bericht für die Quartierzeitung und Blogbeitrag der Pfarrei St. Leodegar ............... 39 B) Instagram Post QA Pfarrei St. Leodegar .................................................................... 40 C) Flyer-Aktionen ........................................................................................................... 41 E) Logbuch ..................................................................................................................... 42 F) Stakeholderanalyse ................................................................................................... 43 G) SEPO –Evaluation (Tag der Nachbarschaft) ............................................................... 44 Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Projektverlauf (eigene Darstellung) .......................................................................... 11 Tabelle 2: Zeitplan (eigene Darstellung) .................................................................................... 13 Tabelle 3: Zielgruppe (eigene Darstellung) ................................................................................ 21 Tabelle 4:Stakeholderanalyse (eigene Darstellung) .................................................................. 26 Tabelle 5: Meilensteine (eigene Darstellung) ............................................................................ 27 Tabelle 6: Evaluation-Partizipation (eigene Darstellung) .......................................................... 29 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1:Grafische Darstellung (Canva) ................................................................................................ 0 Abbildung 2: Zielbaum (eigene Darstellung) ............................................................................................... 9 Abbildung 3: Organigramm (eigene Darstellung) ..................................................................................... 12 Abbildung 4: E-MailRückmeldung der Eltern .......................................................................................... 15 Abbildung 5: PG-Sitzung (eigene Aufnahmne) .......................................................................................... 16
M201 Praxis Projekt Soziokultur Pranita Chettri Projektbericht 4 Abbildung 6: Foto-Filmabend (eigene Aufnahme) .................................................................................... 17 Abbildung 7: Finanzierung (eigene Darstellung) ....................................................................................... 34
M201 Praxis Projekt Soziokultur Pranita Chettri Projektbericht 5 1 Projektbegründung 1.1 Ausgangslage Im Rahmen eines Auftrags der Pfarrei St. Leodegar konzipierte die Projektleitung ein generationenübergreifendes Projekt zur Belebung des Quartierzentrums Wesemlin (QZW). Zusätzlich wurden in der Quartier-wir-Sitzung Bedürfnisse bezüglich des Quartiers aus der Perspektive der Stakeholder gesammelt. Beteiligt waren: Pfadi Wesemlin, QA Stadt Luzern und Vicino. Die gesammelten Eindrücke aus der Quartier-wir-Sitzung sowie die Rückmeldungen der beteiligten Organisationen verdeutlichen, dass das Quartierzentrum Wesemlin grosses Potenzial für eine lebendige und generationenübergreifende Nutzung bietet. 1.2 Situationsanalyse Zwischen Oktober 2024 und Januar 2025 wurde für das Projekt «Generationen im Austausch» eine Situationsanalyse durchgeführt. Ziel war es, den Handlungsbedarf empirisch zu untermauern (vgl. Willener & Friz, 2019, S. 159). Dafür wurden vier Methoden angewendet: informelle Gespräche, eine Dokumentenanalyse, eine Stakeholderanalyse sowie ein partizipativer Workshop mit Quartierbewohnenden. Informelle Gespräche mit Schlüsselpersonen aus dem Quartier (Vicino, QA Stadt Luzern, Pfadi Wesemlin, Quartierverein, Pfarreirat, Anwohnende) zeigten zentrale Herausforderungen: fehlende Treffpunkte für Jugendliche, der Wunsch nach einem regelmässigen Abendtisch für Familien, mehr kulturelle Angebote für ältere Menschen sowie Einsamkeit insbesondere bei neu zugezogenen und älteren Personen. Die Dokumentenanalyse (Unterlagen der Quartierarbeit St. Leodegar, frühere Projekte, Protokolle, Forschung zu Einsamkeit) bestätigte: Es bestehen keine generationenübergreifenden Angebote. Familien mit kleinen Kindern und Jugendliche suchen nach niederschwelligen Begegnungsräumen. Der partizipative Workshop am 26. Januar 2025 im Quartierzentrum Wesemlin brachte Kinder, Familien, Senior: innen und junge Erwachsene zusammen. Ziel des Workshops war es, die Bedürfnisse der Quartiersbewohnenden besser zu erkennen. Im Zentrum stand dabei die Frage, welche Bedürfnisse die verschiedenen Generationen im Quartier Wesemlin haben.
M201 Praxis Projekt Soziokultur Pranita Chettri Projektbericht 12 5.1 Aufbauorganisation Die Projektorganisation wurde nach der Situationsanalyse nicht mehr verändert. Die Hauptverantwortung sowie die Zuständigkeit für die finanziellen Ressourcen lagen bei der Projektleitung. Eine Dozentin der Hochschule Luzern begleitete das Projekt in beratender Funktion. Die Quartierarbeit Pfarrei St. Leodegar war die institutionelle Anbindung und Auftraggeberin; sie stellte Räume, Kontakte und fachlichen Austausch zur Verfügung. Dieses Projekt wurde von der Quartier-Wir-Gruppe (Pfadi & Vicino) und QV Wesemlin begleitet. Projektleitung- Pranita Chettri Konzeption Finanzierung Koordination Umsetzung Evaluation Kommunikation Daniela Huber Praxisausbi ldnerin Projektbegleitung Annina Friz Mentorin HSLU Projektgruppe Eltern Jugendliche Familienmodelle Organisationen: Vicino/Pfadi Primär Sekundär Auftragggebende Pfarrei St. Leodegar Vicino Quartierverein Wesemlin Quartier Wir Bef Begleitgruppen Allg. Bevolkerungsgru ppen Tertiär Abbildung 3: Organigramm (eigene Darstellung)
M201 Praxis Projekt Soziokultur Pranita Chettri Projektbericht 13 5.2. Zeitplan Auf der folgenden Abbildung ist der aktualisierte Zeitplan ersichtlich: Tabelle 2: Zeitplan (eigene Darstellung) «Die Umsetzungsphase handelt sich in aller Regel auch um jene Projektphase, in welcher die Zahl der laufenden Aktivitäten und damit der Einsatz an personellen, finanziellen und methodischen Ressourcen am höchsten sind» (Willener & Friz, S.206). Im Vergleich zu den anderen Projektphasen war die Umsetzungsphase durch eine Vielzahl
M201 Praxis Projekt Soziokultur Pranita Chettri Projektbericht 14 aufeinanderfolgender Aktionen gekennzeichnet, was zu einem erhöhten Zeitaufwand führte. Die Projektkultur war geprägt von einer flachen Hierarchie und gemeinsamen Entscheidungsprozessen; Offenheit, Transparenz und Wertschätzung standen dabei stets im Mittelpunkt. Das Projekt fand seinen Abschluss mit einem Dankesanlass für die Projektgruppe, an dem acht Personen teilnahmen. 5.3 PG-Sitzungen & Aktionen Aus den fünf bestehenden Projekt Gruppen arbeiteten dabei sehr unterschiedlich. Von der Projektleitung wurden als Hauptfaktoren hierfür vor allem die bereits mitgebrachten Kompetenzen sowie das Mass an Identifikation mit der Aktion und der Gruppe gesehen. 5.4 Spiele Abend für alle Generationen Am 6. Juni fand der Spielabend statt. Drei Frauen bildeten die Projektgruppe. Die Sitzungen fand im Quartierzentrum und dauerten jeweils etwa eine Stunde. Die Zusammenarbeit entwickelte sich schnell positiv: Zwei der Frauen kannten sich bereits, und auch die dritte integrierte sich gut in die Gruppe. Die Frauen beteiligten sich aktiv an allen Phasen der Aktion von der Gestaltung des Flyers über den Kauf der Gutscheine für die Gewinner und das Erstellen der UNO-Spielregeln bis hin zur Unterstützung am Tag der Veranstaltung. Die Projektgruppe war sehr motiviert und zeigte eine hohe Identifikation mit der Aktion und der Gruppe. Es gab ein kleines Apéro-Buffet, zu dem die Gruppe selbstgemachte Kuchen und Snacks beisteuerte. Ein besonderer Programmpunkt war das UNO-Turnier, an dem 15 Personen teilnahmen. Für das nächste Mal möchten sie jedoch die Ferientage besser berücksichtigen, da sie mit mehr Teilnehmenden gerechnet hatten. Insgesamt nahmen 35 Personen am Spielabend teil: 15 Erwachsene, 5 Senior:innen, 5 Jugendliche und 10 Kinder. 5. 5 AbendtischGemeinsames Kochen Im Rahmen des Pilotprojekts Gemeinsames Kochen: Kinder an den Herd fanden am 16. Juni, 1. Juli und 26. August drei gemeinsame Kochabende im Quartierzentrum Wesemlin statt. Die Idee des Angebots wurde von der Projektgruppe entwickelt. Die Idee war es, dass die Kinder nicht nur für sich selbst kochen, sondern auch für Menschen im Quartier. Auf diese Weise wollten wir Menschen durch gemeinsames Kochen und Essen zusammenbringen, und das Gemeinschaftsgefühl stärken. Die Projektgruppe setzte sich zu Beginn aus drei Frauen zusammen und wurde später durch rotierende Mitglieder sowie Freiwillige aus dem Mittagstisch-Team ergänzt. Für die Projektleitung war dies eine wertvolle Erfahrung im Umgang mit unterschiedlichen Meinungen, Teamwechseln und Entscheidungsprozessen. Besonders positiv in der Evaluation mit der Projektgruppe und
M201 Praxis Projekt Soziokultur Pranita Chettri Projektbericht 15 den Besuchenden hervorgehoben wurden die positive Stimmung, das leckere Essen und die Möglichkeit, neue Menschen kennenzulernen. Verbesserungsvorschläge wie mehr Werbung im Quartier und die Einbindung der Kinder bei der Menüauswahl wurden für den dritten Kochanlass berücksichtigt. Es förderte das Gemeinschaftsgefühl sowie den intergenerationellen und interkulturellen Austausch. Sanspapier von Mittastisch Pfarrei St. Leodegar wurden bewusst eingeladen, entweder in der Projektgruppe mitzuwirken oder als Teilnehmende am Projekt Gemeinsames Kochen dabei zu sein. Sie sind mit ihren Familien als Gäste zum gemeinsamen Essen gekommen. «Die Wahrnehmung und Gestaltung von Diversity in der Projektarbeit ist kein Allerweltheilmittel, das bestehende Ungleichheiten auflösen kann. Gut eingesetzt kann Diversity-sensible Arbeit in Projekten jedoch einen Beitrag zur Veränderung von Gesellschaft und Institution hin zu mehr Chancengleichheit und Demokratie leisten» (El-Maawi & Heusser, 2019, S.95). Aufgrund der positiven Resonanz hat sich eine neue Projektgruppe aus drei Müttern gebildet, die in Zusammenarbeit mit dem Soziokultur-Animator, Tom Giger die Weiterführung des Angebots plant. Die drei Kochevents zeigten unterschiedliche Formen von Gruppendynamik. Trotz der begrenzten Zeit entstanden erste Freundschaften und viele neue Kontakte. Besonders bereichernd war, dass frühere Mitglieder als Besuchende teilnahmen, und dieses Netzwerk hat das Potenzial zu wachsen, wenn die Angebote regelmässig stattfinden. Wechselnde Projektgruppen ermöglichen trotz des hohen Flexibilitätsbedarfs eine zeitgemässe Form freiwilligen Engagements: Sie fördern Beteiligung, bringen neue Ideen ein und nutzen begrenzte Zeitressourcen sinnvoll. Abbildung 4: E-MailRückmeldung der Eltern
M201 Praxis Projekt Soziokultur Pranita Chettri Projektbericht 16 Abbildung 5: PG-Sitzung (eigene Aufnahmne)
M201 Praxis Projekt Soziokultur Pranita Chettri Projektbericht 17 5.6 Tag der Nachbarschaft Am 23. Mai fand der Tag der Nachbarschaft in Zusammenarbeit mit Vicino und dem Quartierverein Wesemlin statt. Aufgrund des schlechten Wetters wurde das Fest vom Zwyssigplatz auf den Vorplatz des Quartierzentrums Wesemlin verlegt. Über 200 Personen nahmen teil und genossen das vielseitige Programm mit Foodtruck, Community-ArtProjekt, Kutschenfahrten, Musikprogramm, Spiele und Kaffeestube. Die Vorbereitungen erfolgten in zwei Sitzungen im März sowie über den E-Mail-Austausch. Dank der finanziellen Unterstützung durch die Katholische Kirche, Stadt Luzern und Vicino konnte das Fest erfolgreich durchgeführt werden. Insgesamt war es ein gelungener Anlass, der nicht nur das generationenübergreifende Miteinander förderte, sondern auch die Kooperation zwischen den beteiligten Akteur:innen weiter stärkte. 5.7 Jugendaktion: Filmabend Der Filmabend am 23. August wurde von einer Projektgruppe aus fünf Jugendlichen organisiert. In zwei Vorbereitungssitzungen wählten sie den Film, «Der König der Löwen», gestalteten Flyer und machten Werbung, sodass rund 40 Gäste vor allem aus ihrem Umfeld teilnahmen. Am Anlass überzeugten sie durch gute Teamarbeit und selbstständige Aufgabenübernahme; auch die Beziehungsarbeit innerhalb der Gruppe gelang gut. Der Abend wurde von allen als gelungen erlebt. Die Gruppendynamik der PG hat sich vom ersten Treffen bis zur letzten Veranstaltung deutlich positiv entwickelt. Mit der Zeit wurden die Teilnehmenden kommunikativer und haben zunehmend offener miteinander interagiert. Als Verbesserung wünscht sich die Gruppe beim nächsten Mal zwei Pausen während der Filmvorführung, damit die Kinder mehr Orientierung erhalten. Insgesamt war es ein bereicherndes Erlebnis für Kinder und Jugendliche. Abbildung 6: Foto-Filmabend (eigene Aufnahme)
M201 Praxis Projekt Soziokultur Pranita Chettri Projektbericht 18 6 Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung Um eine vielfältige Zielgruppe über verschiedene Generationen hinweg anzusprechen, wurde eine umfassende Informationsstrategie entwickelt. Sowohl interne als auch externe. Ressourcen wurden aktiviert, um eine breite Öffentlichkeit zu erreichen. Zu Beginn des Projekts erschien ein Beitrag auf der Webseite der Pfarrei St. Leodegar sowie ein Artikel in der Quartierzeitung. Diese Beiträge haben die Quartierbevölkerung über das Projekt informiert und zugleich zur Sensibilisierung für bestehende Bedarfe im Quartier beigetragen. Die Vernetzung mit verschiedenen formellen und informellen Stakeholdern spielte eine zentrale Rolle dabei, das Projekt sowie die Quartierarbeit der Pfarrei St. Leodegar sichtbarer zu machen. Das Instagram-Profil der Quartierarbeit wurde für die Öffentlichkeitsarbeit genutzt, um junge Menschen zu erreichen. Über die Verbindung mit dem Quartierverein Wesemlin konnten zudem Projektflyer auf deren Webseite, über ihre Social-Media-Kanäle sowie auf acht Informations-Tafeln im Quartier veröffentlicht und verbreitet wurden. Die Vernetzung innerhalb des Quartiers insbesondere mit dem Quartierverein, der Felsbergschule und Vicino wurde durch das Projekt nachhaltig gestärkt. Durch die gestiegene Präsenz ist die Quartierarbeit nicht nur bei Familien, sondern auch bei weiteren Quartierkräften und Bewohner:innen besser bekannt geworden. 7 Evaluation Willener und Friz (2019) beschreiben «Evaluation kann als Kombination von Erfolgskontrolle und Wirkungsanalyse bezeichnet werden. Evaluationsergebnisse schaffen Transparenz und tragen wesentlich zu Legitimierung von Projekten bei Entscheidungsinstanzen (S. 210)». In diesem Projekt hat eine interne Evaluation stattgefunden. Um dennoch ein höchstmögliches Mass an Objektivität zu gewährleisten, wurden einzelne Aspekte gemeinsam mit der Projektbegleitung sowie mit den Adressat:innen evaluiert. Bewertet wurden die Zielerreichung, Stakeholder Evaluation, die Meilensteine, die Rolle der Projektleitung sowie die Projektorganisation. 7.1 Auswertungsmethoden Zur Überwachung des Projektfortschritts wurden Zwischenauswertungen anhand eines Logbuchs durchgeführt, das wesentliche Schritte, Gedanken und Ereignisse festhielt. Die Projektleitung nutzte zusätzlich ein eigenes Reflexionslogbuch (Anhang E). Für die Abschlussevaluation wurden die Meilensteine Erreichung und SEPO-Evaluation herangezogen. Sie ermöglichte Rückund Ausblicke.
M201 Praxis Projekt Soziokultur Pranita Chettri Projektbericht 19 7.2 Evaluation Zielsetzung Die Ziele im Zielbaum wurden anhand der Reflektion der Umsetzungsstrategie, des Logbuchs und der SEPO Analyse reflektiert. Das kursiv geschriebene sind die gesetzten Ziele, die jeweils evaluiert wurden. Vision: Familien und verschiedene Generationen kommen zusammen und stärken Beziehungen sowie den Zusammenhalt. Die soziale Kohäsion im Quartier Wesemlin ist gestärkt. Evaluation Vision: Durch die verschiedenen umgesetzten Aktionen wurde ein erster Schritt in diese Richtung getan. Damit der Zusammenhalt von Familien und verschiedene Generationen nachhaltig gestärkt werden kann, braucht es jedoch weiterhin personelle und zeitliche Ressourcen seitens der Quartierarbeit. Hauptziel: Im Wesemlin Quartier begegnen sich und interagieren Menschen des Quartiers verschiedener Generationen. Die Aktionen ermöglichten generationenübergreifende Begegnungen. Das Ziel wurde teilweise erreicht. Für Verständnis und Empathie zwischen unterschiedlichen kulturellen und sozioökonomischen Hintergründen braucht es regelmässige Angebote. Wirkungsziel 1 (Nutzung) : Die Bewohnenden nutzen das Quartierzentrum aktiv. Evaluation Wirkungsziel 1: Das Quartierzentrum entwickelte sich im Projektverlauf zu einem aktiven Begegnungsund Veranstaltungsort. Quartierbewohner:innen konnten sich engagieren, mitgestalten und generationenübergreifend begegnen. Auch Projektsitzungen fanden regelmässig dort statt. Das Ziel wurde teilweise erreicht; für die langfristige Nutzung sind jedoch niederschwellige QA-Angebote sowie kostenfreier oder vergünstigter Zugang zu Räumen für selbstorganisierte Gruppen erforderlich. Wirkungsziel 2 (Begegnung): Es bestehen Begegnungsmöglichkeiten für verschiedene Altersgruppen im Quartierzentrum Wesemlin und Zwyssigplatz. Evaluation Wirkungsziel 2: Im Quartierzentrum Wesemlin fanden mehrere generationenübergreifende Aktionen und Vorbereitungstreffen statt. Der Zwyssigplatz selbst wurde nicht wie geplant als aktiver Begegnungsort genutzt, da das NachbarschaftsFest aufgrund des schlechten Wetters nicht dort stattfinden konnte. Begegnungsmöglichkeiten entstanden überwiegend im Rahmen von organisierten Aktionen. Niederschwellige Begegnungsräume im Alltag fehlen weiterhin, insbesondere für Jugendliche.
M201 Praxis Projekt Soziokultur Pranita Chettri Projektbericht 20 Wirkungsziel 3 (Sichtbarkeit): Das generationsübergreifende Projekt ist der Quartierbevölkerung bekannt und stärkt das Bild des Quartierzentrums Wesemlin und Zwyssigplatz als attraktiven und beliebten Freizeitraum. Evaluation Wirkungsziel 3: Das QZW wurde durch die verschiedenen Anlässe sichtbarer. Die QA konnte sich bei den Veranstaltungen mit verschiedenen Quartierkräften vernetzen, wodurch auch die Zusammenarbeit gestärkt wurde. Leistungsziel 1: Die Bewohnende entwickeln eigene Ideen und setzen diese im QZ mit der Quartierarbeit um. Es findet eine Auseinandersetzung mit dem Raum statt. Evaluation Leitungsziel 1: Das Leistungsziel wurde erreicht. Bereits im partizipativen Workshop brachten Quartierbewohnende eigene Ideen ein, übernahmen im weiteren Verlauf konkrete Verantwortung und setzten Aktionen um. Dies zeigte sich besonders im Pilotprojekt «Gemeinsames Kochen». Zudem entwickelte die Projektgruppe das Konzept für das Angebot. Leistungsziel 2: Die Primärzielgruppe ie. Familien sind in der Planung involviert. Die Quartierarbeit fördert bewusst das intergenerationale Interaktionen im Quartierzentrum und stärkt Familien durch vielfältige Aktionen. Evalaution Leistungsziel 2: Die Primärzielgruppe, die Familien im Quartier, war von Beginn an aktiv in den Planungsprozess bis zur Umsetzungsprozess eingebunden. Es wurden fünf Projektgruppen gebildet, bestehend zu 90 % aus Müttern und zu 10 % aus Jugendlichen. Die Besuchenden waren altersgemischt. Einzelaufgabe Beispiel: Der Kauf von Gutscheinen für die Gewinner:innen des UNO-Spiels sowie für den Apéro wurde von der Projektgruppe selbständig übernommen. Leistungsziel 3: Die Quartierbevölkerung ist informiert über das Projekt, wird laufend durch Öffentlichkeitsarbeit darüber berichtet. Evaluation (Leistungsziel 3): Vielfältige Kanäle (Quartierzeitung, Pfarrblatt, Webseite der Katholischen Kirche und des Quartiervereins, Instagram, Flyer in der Schule, Plakate, Infotafeln) wurden zielgerichtet genutzt, um unterschiedliche Altersgruppen im Quartier zu erreichen.
M201 Praxis Projekt Soziokultur Pranita Chettri Projektbericht 21 7.3 Erreichbarkeit der Zielgruppen Im Folgenden wird erläutert, inwiefern die für das Projekt relevanten Zielgruppen und die Projektbeteiligten erreicht werden konnten. Spieleabend Alter Anzahl Person Alter 512 Jahre 10 12-18 Jahre 5 19-25 Jahre 1 26-40 Jahre 0 40-55 Jahre 9 55-60 5 Über 60 Jahre 5 Total 35 Gemeinsames Kochen 1, 2, 3 Alter Anzahl Personen 5 – 12 Jahre 38 12 – 18 Jahre 10 19 – 25 Jahr 0 26 – 40 Jahre 5 40 – 55 Jahre 28 55-60 3 Über 60 Jahre 7 Total 91 Tag der Nachbarschaft Alter Anzahl Personen Durchmischt >200 Alter Anzahl Personen 5 – 12 Jahre 25 12 – 18 Jahre 7 19 – 25 Jahre 0 26 – 40 Jahre 3 40 – 50 Jahre 5 55 – 60 Jahre 0 Über 60 Jahre 0 Total 40 Tabelle 3: Zielgruppe (eigene Darstellung)
M201 Praxis Projekt Soziokultur Pranita Chettri Projektbericht 28 11 Evaluation Arbeitsprinzipien 11. 1 Partizipation Die Projektleitung setzte den Partizipationsgrundsatz gemäss Berufskodex (Art. 8 Abs. 6) um. Freiwillige wurden früh in die Situationsanalyse einbezogen, ihre Mitwirkungsmöglichkeiten in der Konzeptionsphase berücksichtigt und sie konnten selbst über den Grad ihrer Beteiligung entscheiden. Auch für die primäre und sekundäre Zielgruppe wurden differenzierte Partizipationsformen geplant und deren Wirkung anhand des Partizipationsstufen-Modells nach Stade, welches von Lüttringhaus abgeleitet wurde, auf ihre Wirkung evaluiert (Stade, 2019, S.55). Stufe der Partizipation Information Beschreibung der durchgeführten Interventionen und Aktivitäten Ein Flyer stellt das Projekt vor und lädt zum Workshop ein. Dieser wird über diverse SocialMedia-Kanäle geteilt. Namentlich Whatsapp, Instagram und über die Webseite der Katholischen Kirche Luzern. Die Veranstaltung wird im Pfarreiblatt und in der Zeitung des Quartiervereins Wesemlin publiziert. Zudem wird über die öffentlichen Flyerständer des Quartiers informiert. Primäre Zielgruppe Die Projektleitung hätte in der Informationskampagne klarer und gezielter aufzeigen können, welche Möglichkeiten zur Beteiligung am Projekt bestehen. Sekundäre Zielgruppe Die Einladung zum Workshop war öffentlich und so wurden alle Quartierbewohner: innen angesprochen. Stufe der Partizipation Mitwirkung Beschreibung der durchgeführten Interventionen und Aktivitäten Die Mitwirkungsmöglichkeiten entsprachen den Erwartungen. Personen unterschiedlicher Generationen beteiligten sich aktiv an der Vorbereitung, durch das Einbringen von Gestaltungsideen. Sowohl die Planung als auch die Umsetzung wurden in partnerschaftlicher Zusammenarbeit realisiert. Primäre Zielgruppe Die Projektleitung übernahm die Organisationsarbeit. Die Familien und Jugendlichen zeigten Engagement und Bereitschaft zur Mitarbeit, wünschten sich jedoch flexible Sitzungsformate (online und vor Ort). Sekundäre Zielgruppe Eine Mitwirkung erfolgte bei der Organisation und Umsetzung vom Tag der Nachbarschaft und bei der Planung der Aktionen. Stufe der Partizipation Mitentscheidung Beschreibung der durchgeführten Interventionen und Aktivitäten Die Anliegen und Bedürfnisse der Projektbeteiligten wurden identifiziert und direkt in die Planung und den weiteren Verlauf des Projekts einbezogen.
M201 Praxis Projekt Soziokultur Pranita Chettri Projektbericht 29 Primäre Zielgruppe Es wurde partizipative mit der Projektleitung Entscheidungen über die Planung und Umsetzung des Projekts getroffen. Stufe der Partizipation Selbstorganisation Beschreibung der durchgeführten Interventionen und Aktivitäten Von Beginn an war eine langfristige Wirkung geplant. Nach dem offiziellen Projektende sollen die Gruppen selbstorganisiert weiterarbeiten, unterstützt durch die Quartierarbeit. Primäre Zielgruppe Da die Quartierarbeit die Gruppen weiterhin begleitet, ist eine vollständige Selbstorganisation derzeit noch nicht möglich. Tabelle 6: Evaluation-Partizipation (eigene Darstellung)
M201 Praxis Projekt Soziokultur Pranita Chettri Projektbericht 30 11.2 Kooperation Die Kooperation nach Willener (2019) ist als dynamischer Prozess zu verstehen, der durch die Interaktion der beteiligten Akteur:innen ständig gestaltet wird. In der Anfangsphase bedeutete das für das Projektteam, vorhandene Kompetenzen und Ressourcen sichtbar zu machen, Vertrauen aufzubauen und gemeinsame Ziele zu definieren (S.69). Bereits in der Situationsanalyse wurden zentrale Akteur:innen einbezogen. Durch Workshop und Aktionen knüpfte die Projektleitung Kontakte zu weiteren Schlüsselund Kontaktpersonen und Institutionen im Quartier. In der Umsetzungsphase wurden bestehende Beziehungen weiter gestärkt und mit neuen Organisationen im Quartier vernetzt. Laut Willener (2019) Kooperationspartnerschaften zu finden, ist jedoch nicht immer einfach. Oft braucht es eine Phase der Sondierung: Vorgespräche, Abklärungen und informelle Kontakte helfen dabei, Personen und Organisationen zu identifizieren, die entweder direkt mit dem Thema befasst sind oder wertvolle Hinweise auf weitere potenzielle Partner geben können (S. 69). Durch solche Begegnungen öffnen sich häufig Türen, die dem Projekt neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit erschliessen.
M201 Praxis Projekt Soziokultur Pranita Chettri Projektbericht 31 12 Zentrale Aspekte gesellschaftlicher Differenzierung 12.1 Evaluation Primär Zielgruppe Im Hinblick auf die gesellschaftliche Differenzierung setzte die Projektleitung einen Schwerpunkt auf eine möglichst vielfältige Zusammensetzung der Projektgruppen. Die Hauptzielgruppe bildeten Familien im Quartier Wesemlin. Besonders deutlich wurde hierbei eine stärkere Beteiligung von Frauen insbesondere in den Projektgruppen. Dies deckt sich mit den statistischen Daten zur informellen Freiwilligenarbeit, wonach 34,9 % der Frauen informell freiwillig tätig sind, gegenüber 28,4 % der Männer (Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft, 2020). Diese Differenz macht deutlich, dass Geschlechterrollen in der Freiwilligenarbeit einen wichtigen Einfluss auf die Zusammensetzung von Projektgruppen haben und bei künftigen Vorhaben bewusster berücksichtigt werden sollten. 12.2 Evaluation Sekundäre Zielgruppe Die Einbindung der verschiedenen Organisationen und Gruppierungen im Quartier verlief erfolgreich. Die Zusammenarbeit mit Vicino, der Pfadi QV sowie die Vernetzung mit Kinderheimen, Schulhäusern und Vereinen konnte gezielt aufgebaut und gepflegt werden. Dadurch wurde das Projekt breiter im Quartier verankert und die Reichweite erhöht. 12.3 Evaluation Tertiäre Zielgruppe Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit wurde versucht, auch weitere Bevölkerungsgruppen anzusprechen. Die Aktionen waren generationenübergreifend gestaltet und boten zahlreiche Anknüpfungspunkte. Besonders am Spieleabend und am Tag der Nachbarschaft zeigte sich eine Durchmischung verschiedener Generationen. Einzelne Angebote, wie das gemeinsame Kochen, wurden jedoch vor allem von Familien genutzt. Diese Beobachtung zeigt, dass trotz generationenübergreifender Konzeption gewisse Aktivitäten stärker von einzelnen Gruppen wahrgenommen werden.
M201 Praxis Projekt Soziokultur Pranita Chettri Projektbericht 32 13 Interventionspositionen Die folgenden Reflexionspunkte orientieren sich an dem Interventionsmodell von Moser, wie es Hangartner (2013) beschreibt. Dieses Modell unterscheidet vier Interventionspositionen der Soziokulturellen Animation, die stets miteinander verbunden und in Rückkoppelung zueinander zu verstehen sind (S. 298). 13.1 Animationsposition Das Zentrale an der Animationsposition ist, die Beziehungsarbeit mit der Zielgruppe und diese in ihrer Lebenswelt zu aktivieren bzw. ein Interesse zum Handeln zu erwecken (Hangartner, 2013, S. 302). Die Animationsposition war im gesamten Projektverlauf zentral. Die Projektleitung nahm diese Position insbesondere im Vorfeld des Projekts sowie im Workshop und während der Aktionen aktiv ein. Durch den direkten Kontakt zu Familien, Jugendliche, Kindern und Senior: innen, sowohl bei informellen Gesprächen im Quartier als auch während des Workshops, konnte eine vertrauensvolle Beziehung aufgebaut werden. Besonders das kontinuierliche Zugehen auf die Zielgruppen und das gezielte Ansprechen von Interessen führten zu einem hohen Engagement. 13. 2 Organisationsposition Hier ist das gemeinsame Planen, Realisieren und Evaluieren von Projekten mit den Adressat: innen zentral (Hangartner, 2013, S. 304). Auch das Entwickeln von Zielen und Überlegungen zur Sicherung der Nachhaltigkeit von gemeinsamen Projekten gehört dazu (ebd.). Die Aktionen wurden gemeinsam mit den jeweiligen Projektgruppen geplant, umgesetzt und evaluiert. Beispielsweise wurden der SEPO-Tag der Nachbarschaft sowie das Angebot Gemeinsames Kochen evaluiert und angepasst. Im Hinblick auf die Nachhaltigkeit wurden die Zielgruppen und die Projektgruppe insbesondere im Rahmen des Spieleabends über mögliche Fortführungen des Projekts informiert. 13.3 Konzeptionsposition Aus dieser Position wird erforscht, erkundet und konzipiert, um den Handlungsbedarf zu legitimieren (Hangartner, 2013, S. 310). Die Konzeption des Projekts wurde von der PL mit grosser Sorgfalt vorbereitet. Die Situationsanalyse, die Durchführung informeller Gespräche, die Dokumentenanalyse sowie der partizipative Workshop dienten nicht nur der Erhebung von Bedürfnissen, sondern bildeten auch die Grundlage zur Legitimation des Projekts im soziokulturellen Feld. Die Verknüpfung von Erkenntnissen mit gesellschaftlichen Fragestellungen wie Einsamkeit, Vereinbarkeit von Beruf und
M201 Praxis Projekt Soziokultur Pranita Chettri Projektbericht 33 Familie sowie Generationenzusammenhalt erfolgte dabei fachlich fundiert. In der Rückschau bewertet die Projektbegleitung diese Phase als besonders gelungen. 13.4 Vermittlungsposition Aus dieser Position befähigen und begleiten Soziokulturelle Animator: innen ihre Adressat: innen mit dem Ziel, das eigenständige Handeln der Zielgruppe zu ermöglichen (Hangartner, 2013, S. 316). Auch wird Übersetzungsarbeit zwischen verschiedenen Akteur: innen geleistet sowie Konflikte antizipiert, geortet und moderiert (ebd.). Die Vermittlungsposition nahm die PL vor allem zwischen Organisationen (z. B. Vicino, Pfadi, Quartierverein) sowie innerhalb der Projektgruppen ein. Während der Vorbereitung der Aktionen wurden unterschiedliche Interessen ausgehandelt, übersetzt und sichtbar gemacht. Beispielsweise wurden die Bedürfnisse berufstätiger Eltern auf Augenhöhe thematisiert. Auch bei der Öffentlichkeitsarbeit zeigte sich die Vermittlungskompetenz der PL, etwa durch unterschiedliche Ansprachen für verschiedene Zielgruppen (z. B. Instagram für Jugendliche, Pfarrblatt für Senior: innen).
M201 Praxis Projekt Soziokultur Pranita Chettri Projektbericht 34 Abbildung 7: Finanzierung (eigene Darstellung) 14 Evaluation Projektfinanzierung Das Projekt wurde durch die QA Pfarrei St. Leodegar finanziert. Ausserdem wurde das Fest «Tag der Nachbarschaft» von der Stadt Luzern und Vicino unterstützt. Die Stadt Luzern und Vicino leisteten den Beitrag von Fr.750. Für die Aktion «Gemeinsames Kochen: Kinder an den Herd» wurde zusätzlich eine Kollekte durchgeführt, um eine Budgetüberschreitung zu vermeiden und die Finanzierung der beiden «Gemeinsames Kochen»-Aktionen zu unterstützen. Die Kollekte ergab einen Gesamtbetrag von Fr. 335.
M201 Praxis Projekt Soziokultur Pranita Chettri Projektbericht 35 15 Erkenntnisse und Empfehlungen Für die Projektleitung (PL) stellte sich im Verlauf des Projekts insbesondere die Bedeutung der Beziehungsarbeit als zentrales Lernfeld heraus. Willener & Friz (2019) betonen, dass idealerweise bereits während der Situationsanalyse erste partizipative Prozesse initiiert werden sollten, da Beziehungsarbeit Zeit erfordert, die in der Umsetzungsphase oft nicht mehr ausreichend vorhanden ist (S. 161). Dies bestätigte sich in meinem Praxisprojekt: Sieben Teilnehmende des Partizipations-Workshops blieben bis zur Umsetzung der Aktionen aktiv und prägten den Verlauf des Projekts, sei es als Mitglieder der Projektgruppe oder durch Unterstützung in der Öffentlichkeitsarbeit. Die Beziehung zu diesen sieben Personen vertiefte sich im Verlauf des Projekts deutlich. Durch regelmässige Informationen zum Projektfortschritt, Einladungen zu den Aktionen sowie die aktive Einbindung ihrer Meinungen und Ideen trugen sie wesentlich zur Weiterentwicklung der Aktionen bei. Ein weiteres zentrales Lernmoment für die PL war die Relevanz einer vorausschauenden Zeitplanung. Daraus ergibt sich die Empfehlung, künftig frühzeitig Zeitpuffer einzuplanen und mögliche Handlungsalternativen bereits vor Beginn der Umsetzung zu durchdenken, um flexibel auf Veränderungen reagieren zu können. Hangartner (2013) beschreibt Vernetzung als eine zentrale Funktion der Soziokulturellen Animation: Sie umfasst «die Anregung, die Förderung, die Unterstützung und die Begleitung im Aufbau von sozialen und kulturellen Netzwerken» (S. 288). Diese Funktion wurde im Projekt konsequent umgesetzt und trug zu den gelungenen Aktionen bei. Als besonders wirkungsvoll erwies sich die Vernetzung im Quartier. Für die Quartierarbeit der Pfarrei St. Leodegar ergibt sich daraus die Empfehlung, die bestehenden Netzwerke weiterhin aktiv zu pflegen. Empfohlen wird auch, die generationenübergreifenden Projekte der Quartierarbeit im Jahr 2026 fortzuführen, um ihre Nachhaltigkeit zu sichern. Die Auswertung zeigte, dass digitale Kanäle wie WhatsApp allein nicht ausreichen, um Transparenz und Beteiligung sicherzustellen. Persönliche Gespräche, Telefonate und Treffen erwiesen sich als wichtige Ergänzung, um Vertrauen, Motivation und Engagement zu fördern. Für künftige Projekte wird empfohlen, analoge und digitale Kommunikationsformen gleichwertig zu kombinieren, um eine partizipative und transparente Zusammenarbeit sicherzustellen.
M201 Praxis Projekt Soziokultur Pranita Chettri Projektbericht 36 16 Nachhaltige Wirkung Integrale Projekte haben den Anspruch, über das Projektende hinauszuwirken. Als erfolgreich betrachtet wird ein Projekt, wenn die Wirkung anhält, und somit die Ausgangslage dauerhaft verändert bleibt (Willener & Friz, 2019, S. 221). Falls Teile des Projekts über das Projektende hinausbestehen, gilt es, die Modalitäten des Übergangs zu klären. Dazu gehörten unter anderem die Fragen nach weiterer Begleitung, der Übergabe von Wissen und Dokumenten sowie der Vermittlung von Kontakten (ebd.). Die Spieleabend-Projektgruppe plant weitere generationenübergreifende Spieleabende im Herbst und Frühling. Die Kontaktdaten der Projektgruppe wurden an Tom Giger, Quartierarbeiter der Pfarrei St. Leodegar, weitergeleitet, um die gemeinsame Planung sicherzustellen. Der «Tag der Nachbarschaft» wird ebenfalls im Jahr 2026 weitergeführt. Die Durchführung ist in Zusammenarbeit mit Vicino, der Pfadi Wesemlin und dem Quartierverein Wesemlin-Dreilinden vorgesehen. Ein weiteres Potenzial zeigt sich im Angebot «Gemeinsames Kochen». Das von der PGGruppe entwickelte Konzept wurde an die Fachpersonen weitergegeben. Die grosse Beteiligung sowie das freiwillige Engagement verdeutlichen den Bedarf im Quartier. Um die Weiterführung des Angebots zu sichern, wurden die Kontakte der Teilnehmenden und der Projektgruppe an Soziokulturelle Animator, Tom Giger übergeben und eine neue Projektgruppe gebildet. Die Projektgruppe Jugendliche, die den Filmabend organisiert hat, wurde mündlich und auch schriftlich über per E-Mail darüber informiert, dass sie sich bei Tom melden können, falls sie eine weitere Aktion für die jungen Menschen im Quartier organisieren möchten. Das Interesse der Felsbergschule an der Kooperation mit der Pfarrei St. Leodegar bei der Umsetzung des generationenübergreifenden Projekts in der Schule wurde auch der Quartierarbeit der Pfarrei St. Leodegar mitgeteilt.
M201 Praxis Projekt Soziokultur Pranita Chettri Projektbericht 37 17 Schlussbetrachtung und Dank Mein aufrichtiger Dank gilt zuallererst den engagierten Projektgruppen aus dem Quartier, die mit Kreativität, Positivität und Engagement mitgewirkt haben. Ich danke auch der Quartierarbeit der Pfarrei St. Leodegar, insbesondere meiner Praxisausbildnerin Daniela Huber und Quartierarbeiter Tom Giger für die Begleitung. Ein ebenso herzlicher Dank gilt Annina Friz für die Projektbegleitung und die konstruktive Reflexion im Prozess. Mein besonderer Dank gilt allen Stakeholdern: Vicino Wesemlin, der QA Stadt Luzern, der Pfadi Wesemlin, dem Quartierverein Wesemlin-Dreilinden und der Felsbergschule. Durch ihre Zusammenarbeit, die Bereitstellung von Ressourcen und ihre offene Kommunikation wurde eine breite Verankerung des Projekts im Quartier möglich. Ein besonderes Highlight war es, im Rahmen dieses Praxisprojekts die Wirkung von der Soziokultur zu erleben und das Potenzial dieses Berufsfeldes für den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu erkennen.
M201 Praxis Projekt Soziokultur Pranita Chettri Projektbericht 44 G) SEPO –Evaluation (Tag der Nachbarschaft) Erfolg • Über 200 Teilnehmende, gemischte Altersgruppen. • Foodtruck, Kutschenfahrt und Community-Art-Projekt waren Highlights. • Gute Zusammenarbeit im Quartierarbeit-Team, mit Vicino, Pfadi und Quartierarbeit Stadt Luzern. • Super freiwilliges Engagement beim Fest mit Kutschenfahrt & Zirkusgruppe • Die Öffentlichkeitsarbeit steigerte die Besucherzahl deutlich. Durch Kooperationen mit Vicino und dem Quartierverein Wesemlin-Dreilinden, Flyer Verteilung in der Schule sowie Beiträge auf Instagram und WebseiteKath. Kirche und der Website der Pfarrei St. Leodegar wurden viele Menschen erreicht. Misserfolg • Zweiter Musikteil abends wenig besucht. • Wenig Jugendliche unter den Gästen. Möglichkeiten • Einbeziehen von Pfadi, Jugendarbeit und Quartierverein (ca. 6 Monate im Voraus). • Jugendliche mitgestalten und mitwirken lassen. • Das Musikprogramm lebendiger gestalten und die Vernetzung mit Musikschaffenden im Quartier verbessern. Hindernisse • Musik Programm: Der Musikbeitrag soll am besten am Nachmittag gegen 15:00 oder 16:00 Uhr stattfinden, da zu diesem Zeitpunkt die meisten Besucher: innen anwesend waren. • Da der Projektpool der Stadt Luzern Projekte von Katholischen Kirchen nicht finanziell unterstützt, haben wir dennoch ein Projekt mit einem Budget von 1'000 Franken eingereicht. Die Stadt Luzern hat daraus nur 500 Franken bewilligt.