Projektbericht 251 Praxisprojekt Kim Lena Meier Projektbericht «Planung und Umsetzung eines Ferienprogramms mit naturund erlebnispädagogischen sowie gruppendynamischen Aktivitäten zur Stärkung des Gruppenzusammenhalts im familienergänzenden sozialpädagogischen Tageswohnen FEST» Projektzeitraum: Januar 2025 – August 2025 Studentin: Kim Lena Meier Hochschule Luzern – Soziale Arbeit (Sozialpädagogik) Begleitperson: Rita Kessler Eingereicht am: 29. August 2025
Seite 2/34 Planung und Umsetzung eines Ferienprogramms mit naturund erlebnispädagogischen sowie gruppendynamischen Aktivitäten zur Stärkung des Gruppenzusammenhalts im familienergänzenden sozialpädagogischen Tageswohnen FEST. Projektzeitraum von Januar 2025 bis August 2025 Name Autorin Kim Lena Meier Hochschule Luzern – Soziale Arbeit Studienrichtung Sozialpädagogik Begleitperson: Rita Kessler Eingereicht am: 29.08.2025 Diese Arbeit wurde am 29.08.2025 an der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit eingereicht. Für die inhaltliche Richtigkeit und Vollständigkeit wird durch die Hochschule Luzern keine Haftung übernommen. Studierende räumen der Hochschule Luzern Verwendungsund Verwertungsrechte an ihren im Rahmen des Studiums verfassten Arbeiten ein. Das Verwendungsund Verwertungsrecht der Studierenden an ihren Arbeiten bleibt gewahrt (Art. 34 der Studienordnung). Studentische Arbeiten der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit werden unter einer Creative Commons Lizenz im Repositorium veröffentlicht und sind frei zugänglich.
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Projektbericht 251 Praxisprojekt Kim Lena Meier 3 Abstract Dieser Projektbericht dient der Beschreibung und Evaluation der Planung und Durchführung eines Ferienprogramms, welches mit 5 Kindern und einem Teil des Teams des familienergänzenden sozialpädagogischen Tageswohnen FEST durchgeführt wurde. Das Projekt setzt sich zusammen aus der Vorbereitung und Planung des Programms, bei welcher die Partizipation der Kinder ein wichtiger Bestandteil war, der Durchführung dieses Programms und der Evaluation, bezogen auf die Zielerreichung. Der thematische Mittelpunkt des Projekts drehte sich rund um das Thema Gruppenzusammenhalt und der individuellen Entwicklung der Kinder in der Gruppe, welche durch die gemeinsamen Erlebnisse gefördert werden sollten. Dabei stützte sich das Projektvorhaben auf Theorien und Methoden der Gruppendynamik, der Erlebnisund Naturpädagogik sowie sozialarbeiterischen Theorien. Ein zentrales Anliegen lag darin, den Kindern Erlebnisund Lernräume zu bieten, in denen sie sowohl als Individuen, wie auch als Gruppe, Selbstwirksamkeit und Autonomie erfahren können. Dieses Anliegen ergibt sich aus dem sozialpädagogischen Auftrag und dem professionellen Selbstverständnis sowie aus theoretischen Darlegungen zu verschiedenen Konzepten und Handlungsmethoden. Die Projektleitende war zum Zeitpunkt der Projektrealisierung als Ausbildungspraktikantin im familienergänzenden sozialpädagogischen Tageswohnen FEST des Wohnund Tageszentrum Heizenholz in Zürich angestellt und somit ein Bestandteil des sozialpädagogischen Betreuungsteams. Insofern konnte die Beziehungsgestaltung mit den Kindern und dem Team vor der Durchführung des Programms als Ressource genutzt werden. Ausserdem konnte der Einbezug der Kinder und des Teams unter einem Partizipationsprinzip gewährleistet werden.
Projektbericht 251 Praxisprojekt Kim Lena Meier 4 Inhalt Abstract ................................................................................................................................... 3 1 Einleitung ............................................................................................................................. 6 1.1 Analyse der Situation - Theoretischer Bezugsrahmen............................................................ 7 1.2 Bestimmung, Bewertung & Begründung des sozialarbeiterischen Handlungsbedarfs ................ 8 1.3 Problemstellung und Projektmotivation ............................................................................ 10 2 Projektmethodische Fundierung ............................................................................................. 11 2.1 Zielgruppen ................................................................................................................... 11 2.2 Ziele ............................................................................................................................. 12 2.3 Projektaufbau ................................................................................................................ 13 2.4 Projektablauf ................................................................................................................. 14 2.5 Risikoanalyse und Budget ............................................................................................... 15 3 Dokumentation und Interpretation der Durchführung ................................................................ 18 3.1 Planung unter partizipativem Einbezug ............................................................................. 18 3.2 Durchführung der Projekttage .......................................................................................... 20 3.2.1 Tag 1 – Einführung in die Thematik ........................................................................... 20 3.2.2 Tag 2 - Abenteuerspielplatz ....................................................................................... 21 3.2.3 Tag 3 - Gruppendynamischer Nachmittag ................................................................... 21 3.2.4 Tag 4 – Seilgarten .................................................................................................... 22 4 Evaluation der Projektziele .................................................................................................... 23 4.1 Hauptziel ...................................................................................................................... 24 4.2 Teilziel I ....................................................................................................................... 24 4.3 Teilziel II ...................................................................................................................... 25 4.4 Teilziel III ..................................................................................................................... 25 5 Sicherung der Nachhaltigkeit ................................................................................................. 27 5.1 Sozialpädagogisches Team .............................................................................................. 27 5.2 Kinder und Jugendliche .................................................................................................. 28 6 Schlussfolgerungen und Perspektiven ..................................................................................... 29 7 Literaturverzeichnis .............................................................................................................. 30 8 Anhang ............................................................................................................................... 32 8.1 Allgemeine Informationen ............................................................................................... 32 8.2 Fragebogen zur Evaluation mit sozialpädagogischen Mitarbeiter:innen ................................. 33 8.3 Projektablaufplan ........................................................................................................... 34
Projektbericht 251 Praxisprojekt Kim Lena Meier 5 Abbildungsverzeichnis Titelblatt: Freepik, Nadya Ustyuzhantseva, Les mains des hommes et des femmes de différentes nationalités se tiennent en cercle | Vecteur Premium Abbildung 1: Zielbaum (eigene Darstellung) Abbildung 2: Projektaufbauorganisation (eigene Darstellung) Abbildung 3: Risikoanalyse (eigene Darstellung) Abbildung 4: Budgetplanung (eigene Darstellung) Abbildung 5: Aufwand (eigene Darstellung) Abbildung 6: Bildkarten Visualisierung Ausflüge (eigene Aufnahme) Abbildung 7: demokratische Abstimmung (eigene Aufnahme) Abbildung 8: Partizipation Menü (eigene Aufnahme) Abbildung 9: Ergebnisse Themennachmittag (eigene Aufnahme) Abbildung 10: Alltagsordner Team (eigene Aufnahme) Abbildung 11: Themenwand (eigene Aufnahme) Abbildung 12: Fotoalbum (eigene Aufnahme)
Projektbericht 251 Praxisprojekt Kim Lena Meier 6 1 Einleitung Im Frühjahr 2024 wurde das Familienergänzende Sozialpädagogische Tageswohnen FEST neu konzipiert. Die Konzeptionierung diente der Überarbeitung von gefestigten Prozessen und Haltungen, weil sich im Alltag herausstellte, dass unter den vorherrschenden Bedingungen nicht mehr so gearbeitet werden konnte, wie die Akteur:innen sich dies wünschten. Es kam unter anderem vermehrt zu gewaltvorfällen zwischen Bewohnenden selbst oder gegenüber den Mitarbeiter:innen. Seit der Neueröffnung des Angebots im Sommer 2024 ist die Gruppe sowie das Team neu zusammengesetzt. Laufend werden neue Kinder und Jugendliche aufgenommen, um die 16 Betreuungsplätze zu belegen. Voraussetzung für eine Platzierung im FEST ist ein vom Umfeld (familiär, behördlich, …) wahrgenommener Veränderungsbedarf, welcher sich beispielsweise auf Verhaltensweisen des Kindes oder schulische/familiäre/entwicklungspsychologische Themen beziehen kann. Dieser gilt ebenfalls als Grundlage für die pädagogische Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen im Alltag und die Zusammenarbeit mit dem Familiensystem und weiteren Beteiligten. Mit den Kindern und Jugendlichen und deren Eltern werden Ziele vereinbart, an denen im Alltag gearbeitet werden kann. Diese sollten im Optimalfall jeweils von den Kindern und den Eltern selbst formuliert sein, damit die intrinsische Motivation stärker vorhanden ist. Mit jedem Neueintritt eines Kindes oder einer sozialpädagogischen Fachperson ist eine Veränderung der Dynamiken in der Gruppe zu beobachten. Dies zeigt sich unter anderem in der allgemeinen Stimmung und schlägt sich beispielsweise in Unruhen im Alltag nieder. Diese zeigen sich vor allem, da die Kinder sich aufgedrehter verhalten und ruheloser wirken. Von der Projektleitenden und den sozialpädagogischen Mitarbeiter:innen wurde im Vorfeld wahrgenommen, dass in der Gruppe nicht wirklich ein «WirGefühl» vorhanden ist. Die Kinder und Jugendlichen sowie das sozialpädagogische Team befinden sich immer wieder in Phasen des Kennenlernens. Dies wirkt sich auf die Möglichkeit der Umsetzung des sozialpädagogischen Auftrags aus. Aufgrund der genannten Punkte entstand bei der Projektleitenden die Idee, im Rahmen eines Interventionsprojekts eine Ferienwoche zu gestalten, in welcher der Gruppenzusammenhalt im Tageswohnen mittels gemeinsamer Erlebnisse gestärkt werden sollte. Der folgende Bericht über das Projekt orientiert sich an den Vorgaben der Hochschule Luzern. Es wir mit einem theoretischen Bezugsrahmen gestartet, daraus wird der Handlungsbedarf abgeleitet, die Projektmethodische Fundierung wird erläutert, das methodische Vorgehen dargestellt, die Ergebnisse geschildert und interpretiert. Abgeschlossen wird mit der Evaluation, Ausführungen zur Nachhaltigkeit und den Schlussfolgerungen.
Projektbericht 251 Praxisprojekt Kim Lena Meier 7 1.1 Analyse der Situation - Theoretischer Bezugsrahmen Heinetsberger (2020) begründet in seinem Werk, dass in einem systemischen Verständnis von Gruppen immer Personen innerhalb des sozialen Gefüges vorhanden sind, welche auf die Beziehungsgestaltung innerhalb der Gruppe Einfluss nehmen und diese unterstützen können. Dabei soll darauf hingearbeitet werden, die Gruppe und ihre Individuen durch die gezielte Förderung der Gruppenreife sowie durch die indizierte Mobilisierung individueller Ressourcen möglichst autonom werden zu lassen. Auch die Auseinandersetzung mit der Umwelt und mit dem Ziel des Zusammenseins gilt nach Heinetsberger als Ziel sozialpädagogischer Settings. Gruppen können durch eine indirekte Einflussnahme durch die Veränderung von Rahmenbedingungen beeinflusst werden. Voraussetzung für die Wirkung von Interventionen ist, dass diese vom System als Irritation wahrgenommen werden. Fremdimpulse können zum Beispiel gezielte Fragen sein, welche reflexive Prozesse auslösen (S. 71-73). Als Teil des sozialen Systems «Gruppe» beeinflussen sich die Mitglieder gegenseitig zyklisch. Dies beschrieb schon der Sozialpsychologe Kurt Lewin, welcher die Gruppe als Feld beschrieb, in dem das Verhalten eines Gruppenmitglieds vom Verhalten der anderen Gruppenmitglieder beeinflusst wird (S. 77). Nijstad erläutert, dass ein zu geringes Mass an Gruppenkohäsion die Funktionstüchtigkeit einer Gruppe negativ beeinflussen kann. Es wird davon ausgegangen, dass die Mitglieder in dem Falle weniger bereit dazu sind, sich zu engagieren und Leistungen für die Gruppe zu erbringen (S. 453). Ausserdem legt Heinetsberger (2020) dar, dass eine Zwangszugehörigkeit in einer Gruppe, wie dies in sozialpädagogischen Settings oft dar Fall ist, dazu führen kann, dass oft kein Konsens über ein Gruppenziel besteht oder die Ziele dazu tendieren, fremdbestimmt zu sein. Dies kann sich in der Motivation niederschlagen, sich in der Gruppe engagieren zu wollen. Oft ist ausserdem ein unterschiedliches Ausmass an Bewusstsein, Veröffentlichungswille und Bedeutung für die Gruppenund Individualziele vorhanden, was das Gefühl von Zusammenhalt verringern kann. Dies kann wiederum die Erreichung des Gruppenziels behindern (S. 71ff.). Laut Flammer (2008) beschreibt Erikson die Entwicklung in Phasen. Im Alter von sechs bis elf Jahren stehen die Themen Regsamkeit vs. Minderwertigkeit im Zentrum der Entwicklung. Im Optimalfall erleben Kinder in dieser Phase ein möglichst hohes Mass an Regsamkeit und Selbstwirksamkeit. Im Jugendalter sind die Themen Identitätsfindung vs. Identitätsdiffusion zentral. Dabei soll möglichst eine eigene Identität gebildet werden, wobei die Stadien der vorschnell übernommenen Identität, Identitätsverwirrung, kritische Identität und erarbeitete Identität durchlaufen werden. Letzteres wird als Ziel angesehen, dessen Erreichung unter anderem durch ein Zugehörigkeitsgefühl zu Gruppen von Gleichaltrigen unterstützt werden kann (S. 99-101). Auch Cassée (2007) begründet Entwicklungsaufgaben für diverse Lebensphasen. Im Alter von sieben bis zwölf Jahren sind unter anderem die Zugehörigkeit zu Gleichaltrigengruppen und die Interaktion mit Gleichaltrigen und das Bilden von Freundschaften genannt. Die Kinder müssen lernen, sich in Gruppen einzufügen, ohne die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu vernachlässigen. Funktionierende Gruppen bilden dafür eine Grundlage.
Projektbericht 251 Praxisprojekt Kim Lena Meier 8 Die Verantwortungsübernahme, Kompromissbereitschaft und Kooperationund Konkurrenzfähigkeit können in Gruppen ebenfalls erlernt werden (S. 286-287). Im Jugendalter rücken unter anderem die Beziehungsgestaltung zu Gleichaltrigen, die Freizeitgestaltung sowie ein respektvoller Umgang mit Autoritäten ins Zentrum der zu bewältigenden Aufgaben. Die Beziehung zu gleichaltrigen ist ein wichtiger Faktor im Ablösungsprozess von den Eltern und können diesen unterstützen, indem sie Orientierung, Unterstützung und Stabilität liefern können (S. 290). 1.2 Bestimmung, Bewertung & Begründung des sozialarbeiterischen Handlungsbedarfs Im Berufskodex Sozialer Arbeit Schweiz (2010, S.7) sind folgende Ziele und Verpflichtungen erläutert; - Entwicklung und Vermittlung von Lösungen für soziale Probleme - Begleitung, Betreuung und Schutz von Menschen und die Förderung, Sicherung und Stabilisierung ihrer Entwicklung - Förderung von Entwicklungen, welche Menschen unabhängiger von der Sozialen Arbeit machen (Stärkung der Gruppe = Stärkung des Individuums = Autonomie) - Beteiligung an der Gestaltung von Lebensumfeldern Avenir Social (2010) appelliert ausserdem an die Förderung der Problemlösung in zwischenmenschlichen Beziehungen und die Ermächtigung und Befreiung von Menschen, stets mit dem Ziel, ein höchstmögliches Wohlbefinden gewährleisten zu können (S. 9). Der Appell an die Menschenwürde und Menschenrechte nach Avenir Social (2010) betrachtet verschiedene Grundsätze. Wichtig für den Handlungsbedarf dieses Projekts sind die Grundsätze der Partizipation, der Integration und der Ermächtigung. Individuen sollen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, während ihre Entscheidungsund Handlungsmöglichkeiten gewährleistet. Die Verwirklichung des eigenen Menschseins soll in demokratisch verfassten Gesellschaften gelingen können. Ausserdem soll eine eigenständige, autonome Mitwirkung an der Gestaltung der Struktur möglich sein (S. 9-10). Michael Winkler (2014) bezieht sich auf das ursprüngliche Ziel der Sozialpädagogik, sich selbst überflüssig machen zu wollen. Nach ihm besteht der Gegenstand der Sozialen Arbeit als Wissenschaft darin, die Menschen in ihrer Autonomie zu fördern (S. 199-203). Fachkräfte haben eine professionelle Aufgabe, welche sich zusammensetzt aus der Unterstützung von Menschen in Krisen und der Ermöglichung von Selbstentwicklung, während die Förderung ihrer Autonomie nicht in den Hintergrund rücken soll (S. 207). Winkler begründet drei zentrale Perspektiven, von welchen der Projektleitenden vor allem die zweite und dritte Perspektive von hoher Bedeutung für das Projekt scheinen; 1. Veränderte Gesellschaftliche Verhältnisse führen zu einem Bedarf an schützenden Verhältnissen für Menschen in Gefährdeten Lebenslagen zur Unterstützung und autonomen Sicherung der Existenz.
Projektbericht 251 Praxisprojekt Kim Lena Meier 15 2.5 Risikoanalyse und Budget In der Projektskizze werden diverse Risiken sowie deren Gewichtung und Eintrittswahrscheinlichkeit aufgezeigt. Ausserdem werden vorbeugende Massnahmen ersichtlich, deren Umsetzung die Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken vermindern soll. Nachfolgend wird die Risikoanalyse ausserdem evaluiert. Abbildung 3: Risikoanalyse (eigene Darstellung) Das Eintreten der Risiken 1, 3 und 4 konnten verhindert werden. Es gab während der Ferienwoche selbst keine kurzfristigen Ausfälle von ausgebildeten Betreuungspersonen. Jedoch trat das Risiko 2 ein, die Projektleiterin fiel am ersten Tag der Ferienwoche aufgrund von Krankheit aus. Ausserdem fiel die Projektleiterin während der Abschlussphase aufgrund der hohen Belastung nochmals aus. Dies hätte allenfalls verhindert werden können, wenn mehr präventive Massnahmen zur Erhaltung der Gesundheit getroffen wurden.
Projektbericht 251 Praxisprojekt Kim Lena Meier 16 Als zusätzliche präventive Massnahme wurde im Vorhinein eine Informations-Mappe mit allen nötigen Informationen erstellt und das Team wurde bei der Planung der Woche einbezogen, um gewährleisten zu können, dass das Programm auch stattfinden kann, wenn die Projektleitende nicht anwesend ist. Das Risiko 3 trat nicht ein, alle Kinder und Jugendlichen, welche zu dem Zeitpunkt im FEST platziert waren, hatten sich für mindestens einem Tag angemeldet. Dem Eintritt des Risiko 4 konnte ebenfalls entgegengewirkt werden. Das Eintreten aller Risiken konnte somit entweder verhindert werden oder die Auswirkungen konnten aufgefangen werden, weil genügend Ressourcen vorhanden waren und die vorbeugenden Massnahmen die Auswirkungen eindämpfen konnten. Eine Budgetplanung wurde ebenfalls im Rahmen der Projektskizze erarbeitet und geht aus folgender Darstellung hervor:
Projektbericht 251 Praxisprojekt Kim Lena Meier 17 In der untenstehenden Darstellung werden die effektiven Ausgaben ersichtlich. Abgedeckt wurden diese, wie im Vorlauf vereinbart, durch das Gruppen-Freizeitbudget der Tageswohngruppe des Wohnund Tageszentrum Heizenholz. Es wurde nicht das gesamte eingeplante Budget aufgewandt.
Projektbericht 251 Praxisprojekt Kim Lena Meier 18 3 Dokumentation und Interpretation der Durchführung Im folgenden Teil werden die verschiedenen methodischen Vorgehensweisen beschrieben und begründet sowie die Durchführung des Programms reflektiert. 3.1 Planung unter partizipativem Einbezug Ein wichtiges Element während der Konzeptionsphase und in der Planung der Ferienwoche war die Gewährleistung der Partizipation beider Zielgruppen. Im Berufskodex (Avenir Social, 2010) ist die Gewährleistung von Partizipation ein wichtiger Grundsatz des sozialarbeiterischen Handelns (S. 9-10). Auch Heinetsberger (2020) betont die Bedeutung der Partizipation, weil sie mittels Selbstermächtigung zu einem wichtigen Instrument zur Förderung der individuellen Lebensbewältigungskompetenz wird (S. 34 ff.). Die Planung der einzelnen Ausflüge und die Auswahl der Aktivitäten erfolgten unter Berücksichtigung der Wünsche der Kinder sowie der Rückmeldungen des sozialpädagogischen Teams. Die Wünsche der Kinder wurden im Rahmen eines demokratischen Abstimmungsverfahrens aufgenommen. Jedes Kind erhielt eine bestimmte Anzahl Stimmen, welche es vergeben konnte. Nach Lehmann und Richter (2022) orientiert sich das demokratische Partizipationsverständnis an der UN-Kinderrechtskonvention, welche die Berücksichtigung der Meinung von Kindern in Entscheidungsprozessen betont (S 100-103). Die Kinder an der Entscheidung über die Aktivitäten teilhaben zu lassen, erfolgte hier nach dem Prinzip der formellen Mehrheitsdemokratie. Alle Mitglieder der Gruppe waren an den Entscheidungen beteiligt und die Ergebnisse wurden dokumentiert und waren einsehbar. Untersuchungen zeigen, dass das Interesse der Kinder an der Beteiligung wächst, wenn sie eine Wirkung ihres Engagements erwarten (S. 108). Den Kindern und Jugendlichen wurden auch Entscheidungsspielräume hinsichtlich der Menüplanung gewährleistet. Grundlage dafür bildete das Ernährungskonzept des Wohnund Tageszentrums Heizenholz (2024) sowie die Empfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE. Für die Abstimmung wurde ein Zeitfenster festgelegt, in welchem die Kinder von den sozialpädagogischen Mitarbeitenden begleitet wurden. Damit sich die Kinder ein Bild von den Aktivitäten machen konnten, wurden Bilder der einzelnen Aktivitäten und Ausflugsziele ausgedruckt. Abbildung 6; Bildkarten Visualisierung Ausflüge (eigene Aufnahme) Abbildung 7; demokratische Abstimmung (eigene Aufnahme) Abbildung 8; Partizipation Menü (eigene Aufnahme)
Projektbericht 251 Praxisprojekt Kim Lena Meier 19 Für die Planung des Spielenachmittags mit gruppendynamischen Elementen wurden zunächst verschiedene Spiele recherchiert und Anleitungen dazu erstellt. Diese wurden in einem Methodendossier festgehalten und stehen nach wie vor zur Verfügung. Um auch hier Partizipation gewährleisten zu können, wurden einige Spiele wurden mit einer kleineren Gruppe Kindern vor der Ferienwoche ausprobiert. Dafür wurde ein Mittwochnachmittags-Programm geplant, in welchem die Kinder in Begleitung der Sozialpädagogischen Mitarbeiter:innen einige Spiele ausprobieren und im Anschluss bewerten konnten. Diese Bewertungen wurden in der Planung des Spielenachmittags während der effektiven Durchführung berücksichtigt. Die Kinder und Jugendlichen wurden ausserdem vor der Durchführung der Projekttage zu ihrem Gefühlszustands in der Gruppe befragt, um eine Grundlage für die spätere Evaluation der Projektziele zu schaffen. Dazu wurde ein Fragebogen erstellt, welcher die Kinder je nach persönlichen Kompetenzen selbstständig oder in Begleitung einer Betreuungsperson ausfüllen konnten. Als visuelle Hilfe wurden die Gefühlsmonster-Karten beigezogen. Folgende Fragen wurden den Kindern im Rahmen der Erhebung gestellt; -«Welche/s Gefühlsmonster zeigt/zeigen mein aktuelles Gefühl in der Gruppe am besten? Weshalb?» -«Wie geht es mir in der Gruppe auf einer Skala von 1-10?» -«Was gefällt mir an unserer Gruppe?» -«Was mache ich gerne mit den anderen Kindern und Erwachsenen?» -«Was vermisse ich in unserer Gruppe?» -«Was finde ich nicht so gut?» Auch das Sozialpädagogische Team des FEST wurde in die Konzeptionsphase einbezogen. Es fanden mehrere Austausche statt, um möglichst differenzierte Sichtweisen in die Konzeption einfliessen zu lassen sowie die Rollen und Verantwortlichkeiten während der Projektwoche zu klären. Dabei war es der Projektleitung ein Anliegen, die Rückmeldungen sowie Inputs der Mitarbeiter:innen in die Konzeption der Aktivitäten einfliessen zu lassen. Ein wichtiges Argument für die Partizipation der sozialpädagogischen Mitarbeitenden bildet ausserdem die Gewährleistung der Nachhaltigkeit. Mithilfe der Partizipation der Mitarbeiter:innen sowie der Anwesenheit dieser während diversen Programmpunkten vor und während der Durchführung sollte vermieden werden, dass die Thematik der Gruppenkohäsion lediglich mit der Projektleitenden assoziiert wird. Ausserdem geht die Teilhabe des Teams an der Planung als präventive Massnahme aus der Risikoanalyse hervor und wurde deswegen bestmöglich umgesetzt.
Projektbericht 251 Praxisprojekt Kim Lena Meier 20 3.2 Durchführung der Projekttage Die Planung der einzelnen Tage und der Programmpunkte erfolgte unter der Berücksichtigung der Bedürfnisse der Kinder sowie der Sozialpädagog:innen, weshalb auf bewährte Rituale aus vorgängigen Ferienwochen zurückgegriffen wurde. Morgens wurde aus diesem Grund jeweils mit einem gemeinsamen Brunch gestartet, sobald alle Kinder eingetroffen sind. Dies wurde so gestaltet, um einen gelassenen, gemeinsamen Start in die Woche nach den Feiertagen sowie in die einzelnen Tage zu gestalten. Ausserdem kannten die Kinder dieses Element aus vorherigen Ferien, wo dies gut ankam. Danach hatte es sich bewährt, mit den Kindern eine kurze «Ruhezeit» zu machen, weil sie dies aus dem Alltag kennen und sich jeweils zeigt, dass dies Spannungen sowie Unruhen vermindern kann. Im Anschluss wurde das Programm des jeweiligen Tages den Kindern nochmals genau vorgestellt und die Regeln wurden gemeinsam mit den Kindern festgelegt. Im Alltag zeigt sich, dass es hilfreich ist, das Benennen der Regeln im Voraus den Kindern zu überlassen, damit die Abmachungen möglichst präsent sind. Eine Absprache unter den Mitarbeiter:innen bezüglich der Verantwortlichkeiten über den Tag hinweg war zwar eingeplant, hat aber leider aufgrund von Zeitmangel und mangelnder Priorisierung nicht stattgefunden. Zur vereinbarten Zeit wurde jeweils der Weg angetreten. Nach Rücksprache mit der Auftraggeberschaft und einem Austausch im Team, hatte sich das Projektteam dafür entschieden, längere Distanzen mit einem Personenwagen zurückzulegen, um die Anforderungen an die Kinder sowie den Einfluss externer Reize in öffentlichen Verkehrsmitteln möglichst gering zu halten. So konnten die persönlichen emotionalen und sozialen Ressourcen der Kinder geschont werden. 3.2.1 Tag 1 – Einführung in die Thematik Der geplante Themennachmittag, an welchem die Eigenschaften von guten Gruppen thematisiert wurden, wurde von den sozialpädagogischen Mitarbeitenden moderiert. Die Kinder benannten folgende Punkte, welche zur Erreichung des Hauptziels (s. Kapitel 2&5) beitragen sollen: -Nicht immer Streit haben -Friedlich miteinander umgehen -Nicht laut sein -Zusammenarbeiten -Guter Umgang miteinander -Niemanden provozieren -Pausen machen, um herunterzufahren -Niemanden Schlagen Abbildung 9: Ergebnisse Themennachmittag (eigene Aufnahme) TThThemennachmittag
Projektbericht 251 Praxisprojekt Kim Lena Meier 21 Zusätzlich zu der Gestaltung des Plakats unter dem Motto «Was brauche ich in einer Gruppe, um mich wohlzufühlen?» durfte jedes Kind und jede:r Mitarbeiter:in an jenem Nachmittag oder im weiteren Verlauf der Projektdurchführung ein Puzzleteil gestalten, welches zum Schluss rund um das Plakat herum aufgehangen wurde. Die einzelnen Puzzlezeile sollen dabei die Individuen der Gruppe symbolisieren, welche gemeinsam ein grosses Puzzle ergeben können. Bei jedem Neueintritt soll die Themenwand mit dem individuell gestalteten Puzzleteil der neu eintretenden Person ergänzt werden. Die Projektleitung konnte am ersten Durchführungstag krankheitsbedingt nicht anwesend sein. Das Programm konnte trotzdem durchgeführt werden, weil die Vorbereitungen getroffen waren und das Team über die Programmpunkte informiert war. Im Nachhinein meldeten einige Mitarbeitenden des FEST zurück, dass das Projekt von einzelnen Personen nicht als solches wahrgenommen wurde, weil kein «Kick-Off» durch die Projektleitende selbst stattgefunden hat. Die Wirkung dieses Faktors kann insofern als positiv gewertet werden, weil die Thematik gemäss dem Wunsch der Auftraggeberschaft nicht ausschliesslich mit der Projektleitung assoziiert wird. 3.2.2 Tag 2 - Abenteuerspielplatz Der Ausflug auf den Abenteuerspielplatz wurde gewählt, weil dieser unter freiem Himmel stattfand. Dabei konnten die Vorteile von Naturerfahrungen genutzt werden, welche Hume (2020) darlegt (S. 3237). Ausserdem bot der Spielplatz diverse Angebote wie Werken mit Holz, Feuer machen etc. an, bei welchen die Kinder mit Unterstützung ihre eigenen Ideen umsetzen konnten. Dies führte zu Selbstwirksamkeitsund Autonomieerfahrungen. Ausserdem waren auch erlebnispädagogische Elemente wie das Klettern auf den Spielgeräten vorhanden, welche laut Hume die Entwicklung von Selbstund Sozialkompetenzen fördern können. Die Vorteile der Lernerfahrungen und die Bewältigung psychischer, physischer und sozialer Herausforderungen im naturnahen Raum basieren auf einem ganzheitlichen Bildungsverständnis (S. 14-15). Zum Abschluss des Tages wurde die Erreichung der an Tag 1 festgelegten Gruppenziele reflektiert. Die Bilanz fiel sehr positiv aus, zumal es keine gravierenden Auseinandersetzungen zwischen den Kindern gab, welche sie nicht selbstständig klären konnten und der Tag insgesamt sehr friedlich verlief. Dies führt die Projektleitung unter anderem auch auf den Betreuungsschlüssel zurück, da den ganzen Tag über stets eine 1:1-Begleitung der Kinder gewährleistet werden konnte. 3.2.3 Tag 3 - Gruppendynamischer Nachmittag An jenem Tag war lediglich ein Ausflug in das Zentrum des Wohnund Tageszentrum Heizenholz geplant, um die Anforderungen an die Kinder gering zu halten. Der kurze Weg wurde mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt. Direkt im Anschluss wurde mit der Durchführung der Spiele gestartet, welche sich positiv auf den Gruppenzusammenhalt auswirken sollten. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass eine kurze Pause für die Kinder, in der keine Anforderungen an ihnen hafteten, sinnvoll gewesen wäre.
Projektbericht 251 Praxisprojekt Kim Lena Meier 22 Bei der Durchführung der Spiele, welche den Gruppenzusammenhalt stärken sollten, fiel auf, dass es dann am friedlichsten war, wenn kein:e einzelne:r Gewinner:in aus dem Spiel hervorging, sondern als Gruppe gearbeitet werden sollte. Das freie Spiel im naturnahen Raum im Anschluss und das Kochen über dem offenen Feuer als naturund erlebnispädagogische Elemente traf bei den Kindern auf Zustimmung und bereitete ihnen laut eigener Aussage viel Freude. Die Infrastruktur des Wohnund Tageszentrum Heizenholz konnte dafür optimal genutzt werden. 3.2.4 Tag 4 – Seilgarten Der Ausflug in den Kletterpark wurde gewählt, weil erlebnispädagogische Elemente enthalten waren. Auch hier wurden die Argumentationen von Hume (2020) beigezogen. Die Kinder hatten Möglichkeiten und Erfahrungsräume, um Selbstwirksamkeit und Gruppenzugehörigkeit zu erleben. Sie konnten einander beispielsweise beim Überwinden des Parcours helfen und motivieren und erlebten dabei, dass sie mit ihren Worten einen stärkenden Einfluss auf die anderen Kinder haben können. Ausserdem legt Hahn (2012) verschiedene pädagogische Potenziale dar, welche aus dem Besuch eines Hochseilgartens hervorgehen können. Dazu gehören unter anderem verschiedene Themen aus dem sozialen Kompetenzbereich, individuelle und kollektive Problemlösungsstrategien sowie die Überwindung von Angst und Unsicherheiten und die Stärkung des Vertrauens (S. 187-188). Zum Abschluss der Projektwoche am letzten Durchführungstag wurden nochmals die gemeinsam festgelegten Gruppenziele reflektiert. Dabei stellte sich heraus, dass sowohl die Kinder als auch die Mitarbeiter:innen mit den einzelnen Tagen zufrieden waren. Weil die Reisewege am Freitag auch mit dem Personenwagen zurückgelegt wurden, musste dieser von der Projektleitenden am Freitagabend zurück in das Wohnund Tageszentrum Heizenholz gefahren werden. Dies hatte zur Folge, dass ein gewisser Zeitdruck entstand und der Abschluss deswegen von den Anwesenden als etwas zu hektisch wahrgenommen wurde. Nichtsdestotrotz konnte Ende Woche ein positives Fazit gezogen werden.
Projektbericht 251 Praxisprojekt Kim Lena Meier 23 4 Evaluation der Projektziele Beide Zielgruppen wurden sowohl vor, während und nach der Durchführung des Programms zu verschiedenen Punkten befragt. Vor der effektiven Durchführung des Programms in der Ferienwoche wurden die Kinder und Jugendlichen dazu befragt, wie sie sich in der Gruppe fühlen. Dazu wurden die Gefühlsmonster-Karten beigezogen, um den Kindern die Verbalisierung ihrer Gefühle zu erleichtern. Die Anwendung dieser erfolgte nach den Leitlinien für die Arbeit mit den Karten (Höch-Corona, 2025). Im Fokus stand das Empfinden der Gruppe im Alltag und was die Kinder in der Gruppe gerne machen, was sie an der Gruppe schätzen und was sie weniger gut finden. Während der Woche lag der Fokus zum Schluss jedes Tages auf dem Erleben des Programms und auf der individuellen und kollektiven Wahrnehmung der Dynamik in der Gruppe. Dies wurde mithilfe der zu Beginn der Woche gemeinsam festgelegten Gruppenregeln gemacht, indem deren Erreichung reflektiert wurde. Eines der im Vorherein recherchierten Tagesauwertungsrituale wurde ebenfalls angewandt. Nach der Durchführung der Woche wurden die Kinder erneut nach demselben Prinzip zu ihrem Empfinden in der Gruppe befragt, wie vor der Durchführung. Es wurden ebenfalls die Gefühlsmonster-Karten beigezogen. Der Vergleich der Antworten vor und nach der Projektwoche dienten zur Evaluation der Zielerreichung bezogen auf die Zielgruppe I. Zur Evaluation der Zielerreichung mit der Zielgruppe II wurde ein Fragebogen erstellt, von den sozialpädagogischen Mitarbeiter:innen ausgefüllt wurde. Darin thematisiert wurden sowohl allgemeine Wahrnehmungen der Gruppe sowie die Frage nach beobachteten Veränderungen im Zusammenleben der Gruppe, welche allenfalls auf das Projekt zurückzuführen sind. Die Antworten wurden mittels einem Online-Befragungs-Tool gesammelt und im Anschluss für die Evaluation beigezogen. In die Evaluation fliesst ebenfalls das Feedback ein, welches die Projektleitende bilateral von den an der Durchführung beteiligten Mitarbeiter:innen erhielt. Nach Beendigung der Ferienwoche und der Befragung des Teams und der Kinder werden die Ergebnisse mit den Zielen aus Abschnitt 2.2 Ziele und den darin dargelegten Indikatoren verglichen. Zudem wird die Herangehensweise an die Sicherstellung der Nachhaltigkeit in der Organisation dargelegt. Im Folgenden werden die einzelnen Ziele hinsichtlich des Umfangs der Zielerreichung und den erzielten Wirkungen analysiert. Dabei werden die Aspekte der Wirklichkeit, Wünschbarkeit, Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit berücksichtigt (Heiner, 1995).
Projektbericht 251 Praxisprojekt Kim Lena Meier 24 4.1 Hauptziel Das Hauptziel lautet; «Die Gruppenkohäsion ist stärker; die Kinder und Jugendlichen sowie die sozialpädagogischen Mitarbeitenden können benennen, dass sie sich als Gruppenmitglied wohler und teilhabender fühlen. Die Leistung besteht in der partizipativen Gestaltung und Durchführung des Ferienprogramms einschliesslich Evaluation und Nachhaltigkeitssicherung in der Institution.». Geprüft wird die Zielerreichung mit dem Indikator des Benennens einer Veränderung des individuellen Wohlbefindens bzw. der Gruppendynamik. Aus den Befragungen, welche sowohl im Vorfeld als auch im Nachhinein durchgeführt wurden, geht hervor, dass sich im Allgemeinen eine Verbesserung des Wohlbefindens in der Gruppe zeigt. Der Mittelwert der Antworten auf die Frage «Wie geht es mir in der Gruppe» auf einer Skala von 1 – 10 steigt nach der Durchführung von 6.5 Punkten auf 8.5 Punkte. Konkret benennen die Kinder folgende Veränderungen: Mehr gegenseitige Hilfe; nach wie vor viele gemeinsame Aktivitäten wie sportliche Spiele und Gemeinschaftsspiele, Backen; neue Aktivitäten wie Minigolf, Kletterpark, draussen kochen, werken. Meist zeigt sich die Gruppe bemüht, sich an folgenden Zielen zu orientieren; weniger Streit, weniger Machtkämpfe/Vergleiche der Leistungen, weniger Diskussionen über Regeln (weil sie klarer definiert bzw. eingewöhnt sind). Ausserdem wird über eine allgemein etwas ruhigere Stimmung (Einführung Flüsterzeit), Verbesserung des «Wir-Gefühls», und den positiven Anteil der Aufnahme neuer Kinder (welche jedoch auch zu einer gewissen Unruhe führen) berichtet. Das Leistungsziel der partizipativen Gestaltung und der Durchführung des Programms wurde erfüllt. Die Zielgruppen wurden in die Planung und die Gestaltung der Aktivitäten einbezogen und das geplante Programm konnte umgesetzt werden. Besonders hervorzuheben ist die positive Auswirkung der Mitgestaltungsmöglichkeiten auf die allgemeine Stimmung während der Durchführung. 4.2 Teilziel I Das Teilziel I «Bei den Kindern und Jugendlichen ist abgeholt, was sie gerne gemeinsam als Gruppe erleben würden. Die Tagespläne sind erstellt und die Bedürfnisse sind in die Tagesplanung implementiert.» wurde erfüllt. Der Indikator, welcher dies impliziert, lautet «Die Methodik für die partizipative Gestaltung ist recherchiert und ein Konzept erstellt. Die Kinder und Jugendlichen können sich aktiv einbringen und haben einen Einfluss auf die Planung der Aktivitäten». Die Projektleitende recherchierte zu der Begründung der Partizipation sowie zu verschiedenen Methoden. Daraufhin wurde der Grundsatz der demokratischen Partizipation und die Methode der formellen Mehrheitsdemokratie nach Lehmann und Richter (2022) gewählt (S. 108). Konkret wurden dazu Flipcharts für die Sammlung der Stimmen und Meinungen erstellt und es wurden visuelle Bildkarten der Ausflüge und Aktivitäten als Orientierungshilfe für die Kinder bereitgestellt und angewandt. Die Wünsche der Kinder bezogen auf die Verpflegung wurden ebenfalls gesammelt und bei der Menüplanung berücksichtigt.
Projektbericht 251 Praxisprojekt Kim Lena Meier 31 Winkler, M. (2014). Soziale Arbeit und Sozialpädagogik in der Moderne. In R. Braches (Hrsg.), Neue disziplinäre Ansätze in der Sozialen Arbeit (S. 199-225). Verlag Barbara Budrich GmbH. elearning.hslu.ch/ilias/ilias.php?baseClass=ilrepositorygui&cmd=sendfile&ref_id=6054055 Wohnund Tageszentrum Heizenholz. (2024). Konzept Ernährung.
Projektbericht 251 Praxisprojekt Kim Lena Meier 32 8 Anhang 8.1 Allgemeine Informationen Titel des Projekts Planung und Umsetzung eines Ferienprogramms mit naturund erlebnispädagogischen sowie gruppendynamischen Aktivitäten zur Stärkung des Gruppenzusammenhalts im familienergänzenden sozialpädagogischen Tageswohnen FEST. Projektklassifikation Interventionsprojekt; Erzeugen einer Wirkung (Stärkung der Gruppenkohäsion) Auftraggebende Organisation Familienergänzendes Sozialpädagogisches Tageswohnen FEST, Wohnund Tageszentrum Heizenholz Rötelstrasse 53 Zürich Verantwortliche Person der auftraggebenden Organisation Projektbegleitung der Hochschule Luzern Antoinette Haug Antoinette.Hau[email protected] 044 344 36 10 Rita Kessler
[email protected] 041 367 49 43 Projektleitung Kim Lena Meier
[email protected] 079 917 42 90 12 ECTS, 360h Projektumsetzung Kick-Off: 06.12.2024 Offizieller Start: KW 2, 2025 Durchführung Programm: 22.04.2025 – 25.04.2025 Abschlusssitzung: KW 33, 2025 Abgabe Projektbericht: KW 35, 2025
Projektbericht 251 Praxisprojekt Kim Lena Meier 33 8.2 Fragebogen zur Evaluation mit sozialpädagogischen Mitarbeiter:innen 1. Haben die Kinder und Jugendlichen von der Projektwoche erzählt? Wenn ja, was haben sie thematisiert und wie haben die Erzählungen auf dich gewirkt? 2. Hast du im Gruppenalltag Veränderungen wahrgenommen? Welche? 3. Wenn du Veränderungen in der Dynamik der Gruppe wahrgenommen oder beobachtet hast, bewertest du diese eher positiv oder negativ? Worauf führst du die Veränderungen zurück? 4. Falls du an der Projektwoche beteiligt warst: Gibt es Methoden, welche eingesetzt wurden, die besonders gut ankamen? 5. Falls du an der Projektwoche beteiligt warst: Welche Methoden haben sich für dich besonders gut geeignet? 6. Falls du an der Projektwoche beteiligt warst: Welche Methoden hast du vermisst oder fandest du unpassend? 7. Kannst du dir vorstellen, in der Projektwoche angewandte Methoden in den Alltag einfliessen zu lassen? 8. Was ich sonst noch sagen möchte...
Projektbericht 251 Praxisprojekt Kim Lena Meier 34 8.3 Projektablaufplan Phasen, Aktivitäten und Schritte Stunden Zeitplanung 1.1 Konzeptionsphase: Recherche R Literatur-Recherche Gruppendynamik und Entwicklung 10 R Literatur-Recherche Erlebnisund Naturpädagogik 10 R Literatur-Recherche (sozial-)pädagogische Methoden 10 R Literatur-Recherche Planung und Durchführung von Programmen und Ausflügen 10 R Verschriftlichung Recherche-Ergebnisse 10 R Übersicht und Verschriftlichung vorfügbare Ressourcen; Material, Orte, Personal 10 1.2 Konzeptionsphase: 1. Planungsphase P Erste Information Adressat:innen: Kinder und Jugendliche & Elternbrief 2 P Ideenentwicklung Aktivitäten und Methoden 10 P Bedürfniserhebung K/J 5 P Implementierung der Bedürfnisse in den Konzeptentwurf 10 P Konzeptentwurf Aktivitäten und Metohden; Entwurf Tagespläne 10 P Evaluation des Konzeptentwurfs mit I. Lustenberger 5 P Auswertung der Evaluation des Konzeptentwurfs und Anpassungen 5 1.3 Meilenstein M Vorbereiung Meilensteinsitzung 2 M Meilensteinsitzung: die Planung des Lagers ist striftlich festgehalten und verständlich formuliert. Notwendige Anpassungen werden besprochen und in der Feinkonzeption vorgenommen. 2 M Nachbereitung Meilensteinsitzung; Protokoll 2 1.4 Konzeptionsphase: Feinkonzeption F Erstellen der Tagespläne; Feinkonzeption 12 F Information an Team 1 1.5 Konzeptionsphase: Organisation und Gewährleistung weiterer Verlauf V Erstellung Evaluationsfragebogen für beide Zielgruppen 10 V Schriftliche Phasenevaluation zur Konzeptionsphase 10 O Vorgängige Begehung der Reisewege und Begutauchtung der Ausflugsziele (Infrastruktur etc.) 10 O Beschaffen notwendiger Materialien 2 2 Umsetzungsphase U Durchführung Ferienwoche (Dienstag-Freitag, 08:00-18:00 Uhr) ; Umsetzung Tagespläne 40 U Erhebung täglicher Zwischenauswertung, Reflexion bei Bedarf: Anpassung der Tagespläne 4 U Schriftliche Phasenevaluation zur Durchführungsphase 2 3.1 Abschlussphase: Evaluation A Durchführung und Begleitung der Projektavaluation (Zielgruppe I + II) 10 A Dokumentation Projektevaluation 20 3.2 Abschlussphase: Projektabschluss A Nachhaltigkeitssicherung; Verfassung und Finalisierung des Methodenhefts für Auftraggeberschaft 10 A Vorbereitung Projektabschlussitzung 2 A Projektabschlusssitzung mit Auftraggeberin und Begleitperson 2 A Evaluation und Nachbereitung Projektabschlusssitzung 6 A Dankeskarte und Präsent für Auftraggeberin und Begleitperson 1 A Verfassung und Finalisierung Projektbericht 50 Phasenübergreifend P Begleitung und Coachingsitzungen mit Begleitperson Rita Kessler 15 15 P Partizipation Team (Informationsfluss, Einführung in Programm, einholen und umsetzen von Feedbacks) 10 P Kommunikation Auftraggeberin 5 P Journalführung 20 P Terminkoordination 5 Zwischentotal 360 15 Legende: R: Recherche, P: Planung, M: Meilenstein, F: Feinkonzeption, V: Verlaufssicherung, O: Organisation, U: Umsetzung, A: Abschluss und Evaluation, P: Phasenübergreifend KW 30 KW 23 KW 24 KW 25 KW 26 KW 8 Auftraggeber KW 27 KW 28 KW 29 KW 18 KW 19 KW 15 KW 9 KW 20 KW 21 KW 22 KW 32 KW 33 KW 34 KW 35 KW 31 KW 16 KW 17 Beratung KW 2 KW 3 KW 4 KW 10 KW 11 KW 12 KW 13 KW 14 Projekteiterin KW 5 KW 6 KW 7