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Titelblatt: Medienund Nachrichtenikonen (Freepik, 2025) Medienkonsum Chancen und Risiken Hochschule Luzern Modul 251 – Praxisprojekt Sozialpädagogik Verfassende: Delia Dittli & Nicolle Reber Projektzeitraum: April – September 2025 Abgabetermin: 09.09.2025 Begleitperson HSLU: Judith Adler
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09-2022 Originaldokument gespeichert auf LARA – Lucerne Open Access Repository and Archive der Zentralund Hochschulbibliothek Luzern Urheberrechtlicher Hinweis: Dieses Werk ist unter einem Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle NutzungKeine Bearbeitung 3.0 Schweiz (CC BY-NC-ND 3.0 CH) Lizenzvertrag lizenziert. Um die Lizenz anzuschauen, gehen Sie bitte zu https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/ch Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder Medium vervielfältigen und weiterverbreiten. Zu den folgenden Bedingungen: Namensnennung — Sie müssen angemessene Urheberund Rechteangaben machen, einen Link zur Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Diese Angaben dürfen in jeder angemessenen Art und Weise gemacht werden, allerdings nicht so, dass der Eindruck entsteht, der Lizenzgeber unterstütze gerade Sie oder Ihre Nutzung besonders. Nicht kommerziell — Sie dürfen das Material nicht für kommerzielle Zwecke nutzen. Keine Bearbeitungen — Wenn Sie das Material remixen, verändern oder darauf anderweitig direkt aufbauen dürfen Sie die bearbeitete Fassung des Materials nicht verbreiten. Keine weiteren Einschränkungen — Sie dürfen keine zusätzlichen Klauseln oder technische Verfahren einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen, was die Lizenz erlaubt. Jede der vorgenannten Bedingungen kann aufgehoben werden, sofern Sie die Einwilligung des Rechteinhabers dazu erhalten. Diese Lizenz lässt die Urheberpersönlichkeitsrechte nach Schweizer Recht unberührt. Eine ausführliche Fassung des Lizenzvertrags befindet sich unter https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/ch/legalcode.de
M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber III Abstract Das Projekt «Medienkonsum – Chancen und Risiken» wurde in der Lerngruppe Delfin der Sprachheilschule Unterägeri umgesetzt. Entwicklungsund Interventionsansätze wurden kombiniert, wobei auch die Bewegung für die Kinder ein wichtiger Aspekt war. Ziel war es, Kinder altersgerecht und spielerisch auf Chancen und Risiken digitaler Medien zu sensibilisieren und Eltern praxisnah in ihrer Vorbildfunktion zu unterstützen. Auf Grundlage einer Bedarfsanalyse entstanden vier Workshops, die Themen wie Ansätze von Selbstreflexion des eigenen Konsums, die Unterscheidung von Realität und Fiktion sowie Ideen für medienfreie Freizeit behandelten. Methoden wie Schnitzeljagd oder interaktiven Übungen führten zu grosser Beteiligung und eröffneten den Kindern neue Sichtweisen auf ihren Alltag. Abschliessend erhielten die Eltern eine mehrsprachige Informationsbroschüre mit konkreten Tipps sowie ein Lernvideo, das Wissen festigte und Anregungen für zuhause bot. Kurzfristig zeigte sich, dass die Kinder motiviert teilnahmen und erste Prozesse einer kritischeren Medienreflexion erkennbar wurden. Die Evaluation bestätigt, dass die gesetzten Ziele erreicht wurden und präventive Massnahmen und Risiken wie geringe Rücklaufquoten oder zeitliche Engpässe erfolgreich abgefedert werden konnten. Die Nachhaltigkeit wird durch die geplante Weiterführung der Workshops im Schuljahr der Kinder sowie durch die institutionelle Verankerung und zur Verfügungstellung der entwickelten Materialien gesichert.
M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber IV Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung ........................................................................................................................ 1 1.1 Trägerschaft / Auftraggeberin .................................................................................. 2 1.2 Ausgangslage und aktuelle Situation ....................................................................... 2 1.3 Problemstellung und Fragestellung .......................................................................... 3 1.4 Projektmotivation und -begründung ......................................................................... 4 2 Hauptteil .......................................................................................................................... 6 2.1 Theoretischer Bezugsrahmen .................................................................................. 6 2.1.1 Identitätsentwicklung und Medienkonsum ........................................................... 6 2.1.2 Systemische Einflüsse und Risikofaktoren .......................................................... 6 2.1.3 Handlungsorientierung und Empowerment .......................................................... 7 2.2 Handlungsbedarf aus Sicht der Sozialen Arbeit ....................................................... 7 2.3 Projektmethodische Fundierung .............................................................................. 8 2.3.1 Zielgruppe ............................................................................................................ 8 2.3.2 Ziele ...................................................................................................................... 8 3 Methodisches Vorgehen ............................................................................................. 10 3.1 Projektaufbauorganisation ..................................................................................... 10 3.1.1 Werte der Zusammenarbeit ................................................................................ 12 3.2 Projektablauforganisation ....................................................................................... 13 3.3 Ressourcen und Risiken ........................................................................................ 15 3.4 Budgetplan ............................................................................................................. 17 3.5 Projektcontrolling und -steuerung .......................................................................... 18 3.6 Beschreibung und Interpretation der Ergebnisse ................................................... 21 3.6.1 Entwicklungsprojekt ............................................................................................ 21 3.6.2 Interventionsprojekt ............................................................................................ 25 4 Schlussteil .................................................................................................................... 26 4.1 Evaluation und Sicherung der Nachhaltigkeit ........................................................ 26 4.1.1 Evaluation Entwicklungsprojekt .......................................................................... 26
M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber V 4.1.2 Evaluation Interventionsprojekt .......................................................................... 28 4.1.3 Evaluation Zusammenarbeit .............................................................................. 29 4.1.4 Evaluation Umgang mit Risiken ......................................................................... 30 4.1.5 Evaluation Budget ............................................................................................. 32 4.1.6 Nachhaltigkeit ..................................................................................................... 34 4.2 Schlussfolgerungen und Perspektiven ................................................................... 35 Literaturverzeichnis ............................................................................................................. 36 Anhang .................................................................................................................................. 38 A) Zeitplan des Praxisprojekts .................................................................................... 38 B) Vorlage Bedarfsanalyse der Eltern ........................................................................ 39 C) Auswertung Bedarfsanalyse der Eltern .................................................................. 44 D) Einverständniserklärung von Videound Audioaufnahmen ................................... 55 E) Tagesplan des Durchführungstages für die Kinder ................................................ 56 F) Feedback der Kinder .............................................................................................. 57 G) Feedback der Mitarbeitenden ................................................................................ 58 H) Elternintervention – Broschüre (deutsch) ............................................................... 59
M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber VI Abbildungsverzeichnis Titelblatt: Medienund Nachrichtenikonen (Freepik, 2025) Abbildung 1: Projektaufbauorganisation (eigene Darstellung) 10 Abbildung 2: Abbildung 2: Werte der Zusammenarbeit (eigene Darstellung) 12 Abbildung 3: SWOT-Analyse (eigene Darstellung in Anlehnung an Schiersmann & Thiel, 2000, S.61-63, Willener, 2007, S.293) 15 Abbildung 4: Abbildung 4: Risikobewertung (eigene Darstellung in Anlehnung an Quint-Essenz, 2015, S.3) 16 Abbildung 5: Medaille (Open AI, 2025, ChatGPT Juni Version 5, https://chat.openai.com/) 21 Abbildung 6: Feedbacksätze Kinder (eigene Darstellung) 22 Abbildung 7: Workshopplakate (Open AI, 2025, ChatGPT Juni Version 5, https://chat.openai.com/) 24 Abbildung 8: Fünf-Finger-Methode (Janneke Duijnmaijer, 2025) 27 Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Allgemeine Informationen des Projekts (eigene Darstellung) 1 Tabelle 2: Zielbaum (eigene Darstellung) 9 Tabelle 3: Rollen und Aufgaben (eigene Darstellung) 12 Tabelle 4: Risikoanalyse (eigene Darstellung in Anlehnung an Quint-Essenz, 2015, S.2, Willener, 2007, S.293) 14 Tabelle 5: Tabelle 5: Risikoanalyse (eigene Darstellung in Anlehnung an Quint-Essenz, 2015, S.2, Willener, 2007, S.293) 16 Tabelle 6: Budgetplan (eigene Darstellung) 17 Tabelle 7: Controlling (eigene Darstellung in Anlehnung an Zentik, 2025) 19 Tabelle 8: Dokumentation Controlling (eigene Darstellung) 20 Tabelle 9: Feedback Erwachsene (eigene Darstellung) 23 Tabelle 10: Evaluationskriterien des Projektes (eigene Darstellung in Anlehnung an Heiner, 1995, S.135) 26 Tabelle 11: Evaluationskriterien der Sitzungsgefässe (eigene Darstellung) 29
M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber VII Tabelle 12: 1. Ausschnitt aus der Risikoanalyse (eigene Darstellung in Anlehnung an Quint-Essenz, 2015, S.2, Willener, 2007, S.271-274) 31 Tabelle 13: 2. Ausschnitt aus der Risikoanalyse (eigene Darstellung in Anlehnung an Quint-Essenz, 2015, S.2, Willener, 2007, S.271-274) 31 Tabelle 14: 3. Ausschnitt aus der Risikoanalyse (eigene Darstellung in Anlehnung an Quint-Essenz, 2015, S.2, Willener, 2007, S.271-274) 31 Tabelle 15: 4. Ausschnitt aus der Risikoanalyse (eigene Darstellung in Anlehnung an Quint-Essenz, 2015, S.2, Willener, 2007, S.271-274) 31 Tabelle 16: effektiver Personalaufwand Budgetplan (eigene Darstellung) 33 Tabelle 17: effektiver Sachaufwand Budgetplan (eigene Darstellung) 33 Tabelle 18: effektiver Ertrag Budgetplan (eigene Darstellung) 34
M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber 1 1 Einleitung Im Modul 253 «Projektmethodik» entstand aus einer ersten Idee ein konkretes Projekt mit einem klar definierten Ziel, das in einer Projektskizze festgehalten wurde. Die theoretische Grundlage konnte im Rahmen der Projektwoche in der Lerngruppe Delfin der Sprachheilschule Unterägeri praktisch erprobt und umgesetzt werden. Damit fand die Planung ihre direkte Anwendung im Modul 251 «Praxisprojekt Sozialpädagogik». Der vorliegende Projektbericht zeichnet diesen Weg nach, von den ersten Überlegungen bis hin zur Reflexion der Ergebnisse. Zu Beginn werden die Trägerschaft sowie die Auftraggeberin vorgestellt und die Ausgangslage mit der damit verbundenen Problemstellung erläutert. Darauf aufbauend wird die Motivation für das Projekt sichtbar gemacht, bevor die theoretischen Bezugsrahmen und der Handlungsbedarf der Sozialen Arbeit aufgezeigt werden. Anschliessend folgt die Darstellung der methodischen Fundierung, des Budgets sowie des konkreten Vorgehens während der Umsetzung. Die erreichten Ergebnisse und Teilziele werden dabei kritisch interpretiert und eingeordnet. Abschliessend widmet sich der Bericht der Evaluation auf verschiedenen Ebenen und geht auf die Frage nach der Nachhaltigkeit des Projektes ein. Persönliche Erkenntnisse, Schlussfolgerungen und ein Ausblick auf mögliche Perspektiven runden den Bericht ab. Tabelle 1: Allgemeine Informationen des Projekts (eigene Darstellung)
M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber 8 • Die elterliche Rolle wird durch eine niederschwellige Broschüre unterstützt, die ihnen Wissen und Orientierung bietet, ihre Vorbildfunktion betont und praxisnahe Anregungen für die Medienerziehung liefert. Damit kann das Projekt sowohl als Entwicklungsals auch als Interventionsprojekt klassifiziert werden. Es zielt auf die Stärkung elterlicher Fürsorgeverantwortung sowie auf die Förderung der kindlichen Handlungskompetenz im Umgang mit digitalen Medien. Fachpersonen der Sozialen Arbeit übernehmen hierbei eine vermittelnde, beratende und begleitende Funktion, stets mit Blick auf das Kindeswohl und der Förderung kindlicher Entwicklung. 2.3 Projektmethodische Fundierung 2.3.1 Zielgruppe Das Projekt richtet sich primär an die sechsbis neunjährige Kinder der Lerngruppe Delfin, welche an der Projektwoche teilnehmen werden. Die Lerngruppe beinhaltet insgesamt elf Kinder. Aufgrund ihres Alters und der noch nicht vollständig entwickelten Urteilsfähigkeit werden ihre Erziehungsberechtigten als sekundäre Zielgruppe mitgedacht und durch begleitende Informationen und Materialien unterstützt. Eine Einbindung des gesamten Personals sowie die gruppenübergreifende Weiterführung der entwickelten Materialien sind nicht Bestandteil dieses Projektes. 2.3.2 Ziele Um Kinder auf diesem Weg wirksam zu begleiten, braucht es klare Zielsetzungen, die sowohl auf der Handlungsebene (Leistungsziele) als auch auf der Wirkungsebene (Wirkungsziele) ansetzen. Diese Ziele sollen nicht nur Wissen und Kompetenzen vermitteln, sondern langfristig das Verhalten und die Haltung im Umgang mit digitalen Medien positiv beeinflussen. Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern ist essenziell, um eine nachhaltige Sensibilisierung zu erreichen. Daher ist es besonders wichtig, nicht nur die Kinder, sondern auch deren Erziehungsberechtigte in diesen Prozess einzubeziehen, um gemeinsam eine gesunde und altersgerechte Mediennutzung zu fördern. Der folgende Zielbaum (Tabelle 2) veranschaulicht die übergeordnete Vision sowie das zentrale Hauptziel des Projektes. Die Leistungsund Wirkungsziele sind dabei gezielt auf die beiden Zielgruppen ausgerichtet. Durch klar definierte Teilziele und stimmige Indikatoren wird der Weg zur Umsetzung greifbar und die Zielerreichung transparent nachvollziehbar.
M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber 9 Tabelle 2: Zielbaum (Eigene Darstellung)
M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber 10 3 Methodisches Vorgehen 3.1 Projektaufbauorganisation Die Projektaufbauorganisation hat zum Ziel, die Aufgaben und Zuständigkeiten aller Beteiligten übersichtlich darzustellen. Während der Projektumsetzung übernimmt die zweiköpfige Projektleitung eine zentrale Rolle. Sie fungiert als Ansprechund Ausführungsperson und arbeitet dabei eng mit verschiedenen Personengruppen zusammen (Abbildung 1). Abbildung 1: Projektaufbauorganisation (eigene Darstellung) Tabelle 3 gibt einen strukturierten Überblick über die am Projekt beteiligten Personen, ihre Rollen und Kompetenzen sowie die damit verbundenen Aufgaben. Diese Darstellung trägt zu einer transparenten Rollenund Aufgabenverteilung bei und verdeutlicht die jeweiligen Verantwortlichkeiten innerhalb des Projektteams.
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M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber 12 Tabelle 3: Rollen und Aufgaben (eigene Darstellung) 3.1.1 Werte der Zusammenarbeit Um die Zusammenarbeit und den Fokus des Projektes stets im Blick zu behalten, hat die Projektleitung gemeinsame Werte (Abbildung 2) definiert. Diese dienen als Orientierung, insbesondere bei unerwarteten Herausforderungen. Bei Abweichungen vom geplanten Ablauf wird gemeinsam nach Lösungen gesucht und die Situation im Anschluss reflektiert. Ziel ist es, durch gegenseitige Unterstützung eine effiziente Projektarbeit und professionelle Haltung zu fördern. Abbildung 2: Werte der Zusammenarbeit (eigene Darstellung)
M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber 13 3.2 Projektablauforganisation Das Projekt gliedert sich in vier aufeinander aufbauende Phasen und verfolgt das Ziel, Kinder für einen bewussten und selbstbestimmten Umgang mit digitalen Medien zu sensibilisieren. Die Ablauf-Matrix (Tabelle 4) zeigt zentrale Arbeitsschritte, Zuständigkeiten und zeitliche Ressourcen auf. In der Vorprojektphase wurden Projektideen entwickelt und zeitliche Rahmenbedingungen (z. B. Abwesenheiten, Ferien) erfasst. In der Konzeptionsphase erfolgt eine niederschwellige Elternumfrage in Papierform (Anhang B), um quantitative Einblicke in Erfahrungen, Unsicherheiten und Fragen rund um den Medienkonsum zu gewinnen. Anschliessend werden im 1. Meilenstein die Umfrageergebnisse ausgewertet und die Grobplanung der Workshops erstellt. Auf dieser Basis entstehen vier kreative und handlungsorientierte Workshops, die Kindern Wissen und Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien vermitteln u. a. durch interaktive Spiele, eine Schnitzeljagd und das Gestalten einer Collage. Am 2. Meilenstein werden die geplanten Workshops der SHS-Vertreterin präsentiert. In der Umsetzungsphase werden die Workshops an einem Tag durchgeführt. Ergänzend entstehen ein Lernvideo und eine Elternbroschüre mit alltagsnahen Tipps, um Erziehungsberechtigte in ihrer Rolle zu stärken und einen bewussteren Umgang mit Medien in der Familie zu fördern. Ein zentraler Aspekt, der in der Matrix nicht direkt ersichtlich ist, ist das Bestreben des Teams, die Nachhaltigkeit des Projekts sicherzustellen. Ziel ist es, eine fundierte Grundlage zu schaffen, auf der zukünftig weitere ähnliche oder angepasste Projekte an der SHS Unterägeri aufbauen können. Diese Überlegungen haben wesentlich zur Entscheidungsfindung im gesamten Projektverlauf beigetragen.
M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber 14 Tabelle 4: Ablauf-Matrix (eigene Darstellung)
M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber 15 3.3 Ressourcen und Risiken Im Rahmen der Projektplanung werden anhand einer SWOT-Analyse (Abbildung 3) sowohl die verfügbaren Ressourcen als auch die potenziellen Risiken berücksichtigt, um eine fundierte Basis für die Umsetzung und nachhaltige Erfolgskontrolle zu schaffen. Basierend auf der Risikoanalyse (Abbildung 4) werden die möglichen Risikofaktoren bewertet und eingeschätzt (Tabelle 5). Aufgrund dessen können präventiv mögliche Hindernisse erkannt und verhindert werden. Abbildung 3: SWOT-Analyse (eigene Darstellung in Anlehnung an Schiersmann & Thiel, 2000, S.6163, Willener, 2007, S.293)
M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber 16 Tabelle 5: Risikoanalyse (eigene Darstellung in Anlehnung an Quint-Essenz, 2015, S.2, Willener, 2007, S.271-274) Abbildung 4: Risikobewertung (eigene Darstellung in Anlehnung an Quint-Essenz, 2015, S.3)
M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber 17 3.4 Budgetplan Für das Entwicklungsund Interventionsprojekt werden dem Projektteam die aufgewendeten Stunden in Form von Arbeitszeit vergütet (Tabelle 6). Tabelle 6: Budgetplan (eigene Darstellung)
M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber 24 Übungen an der Wandtafel spielerisch festigen. Sie empfanden diesen Workshop zwar als eher einfach, aber dennoch motivierend und freudvoll. Im zweiten Workshop «Medien für mich» setzten sich die Kinder kritisch mit ihrer eigenen Mediennutzung auseinander. Hier zeigte sich besonders die Förderung von Selbstreflexion und Wissensaneignung, auch wenn die inhaltliche Komplexität eine Herausforderung darstellte. Der dritte Workshop «Schnitzeljagd nach der Wirklichkeit» war bewegungsintensiv und sehr beliebt. Die Kinder mussten an 23 verschiedenen Orten Puzzleteile sammeln, die entweder zu einem echten oder zu einem „Roboterkind“ gehörten. Am Ende setzten sie die Teile zusammen und diskutierten darüber, ob sie echte und unechte Inhalte aus Medien unterscheiden können. Viele Kinder fanden diesen Workshop witzig und spannend, zudem wurde der Begriff «Fake News» spielerisch eingeführt und von den Kindern selbst aufgegriffen. Im vierten Workshop «Medienfreie Zeit» gestalteten die Kinder Collagen aus Spielwarenkatalogen mit Ideen für Aktivitäten ohne Medien. Während einige Kinder schnell zahlreiche Ideen sammelten, brauchten andere Unterstützung, da ihnen medienfreie Alternativen weniger vertraut waren. Am Ende stellten die Kinder ihre Collagen der Gruppe vor und nahmen sie mit nach Hause. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Kinder durch die Workshops in ihrem Wissen gestärkt wurden, eine Sensibilisierung für den Medienkonsum erfahren haben und zu ersten Schritten einer bewussteren Selbstreflexion angeregt wurden. Abbildung 7: Workshopplakate (Open AI, 2025)
M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber 25 3.6.2 Interventionsprojekt Die Bedarfsanalyse machte deutlich, dass Eltern ein mittleres bis grosses Interesse am Thema Medienkonsum haben, gleichzeitig aber auch Unsicherheiten und offene Fragen bestehen. Viele gaben an, bereits Regeln für ihre Kinder eingeführt zu haben, etwa zeitliche Begrenzungen, Nutzung nur am Wochenende oder die Beschränkung auf ausgewählte Inhalte, teilweise sogar auch für sich selbst. Mehrere Eltern äusserten Unklarheiten, wie sie Regeln konsequent umsetzen oder bei Konflikten reagieren können. Einzelne wünschten sich zudem Forschungsergebnisse zur kindlichen Entwicklung, um Chancen und Risiken besser einschätzen zu können. Wiederholt wurde auch der Wunsch nach Inputs im Rahmen eines Elternabends geäussert, um praxisnahe Tipps zu erhalten und Fragen direkt zu klären. Manche Eltern regten niederschwellige Austauschgefässe an, um mit anderen Familien ins Gespräch zu kommen und Erfahrungen zur Medienerziehung zu teilen. Gleichzeitig gaben einige Eltern an, mit ihrer bisherigen Handhabung zufrieden zu sein und keinen weiteren Unterstützungsbedarf zu haben (Anhang C). Mit der Informationsbroschüre und den ergänzenden Materialien konnten diese Bedürfnisse gezielt aufgegriffen werden. Das Ziel bestand darin, die Eltern in ihrer Vorbildfunktion auch im Bereich der Medienkompetenzen zu sensibilisieren und sie anhand konkreter Hilfsmittel und Tipps im Alltag zu unterstützen. Die mehrsprachige Ausgestaltung erwies sich als besonders wertvoll, da sie den Zugang für die heterogene Elternschaft erleichterte. Auch das Video wirkte unterstützend, indem es sowohl als Erinnerung an den Projekttag als auch als Impuls zur Reflexion im Familienalltag genutzt werden konnte. Darüber hinaus zeigte sich, dass Angebote oder Wünsche aus der Bedarfsanalyse, wie beispielsweise der Input an einem Elternabend, ernst genommen und in Zukunft aufgegriffen werden können. Den Projektleitenden ist bewusst, dass es durchaus Eltern gibt, die nur bedingt oder gar kein Interesse an solchen Materialien und Angeboten haben und diese nicht nutzen werden. Gleichzeitig gibt es aber eine Gruppe von Eltern, die solche Unterstützungsmaterialien und praxisnahen Hilfen wertschätzt und in ihren Familienalltag integriert. Kurzfristig konnte festgestellt werden, dass die Materialien zuverlässig bei den Eltern ankamen und niederschwellig zugänglich waren. Mittelfristige Rückmeldungen fehlen zwar, dennoch zeigt sich, dass die Intervention praxisnahe Unterstützung geboten und den Eltern erste konkrete Hilfsmittel für den Alltag bereitgestellt hat. Da keine negativen Rückmeldungen erfolgten, kann zudem davon ausgegangen werden, dass die Inhalte als hilfreich und passend wahrgenommen wurden.
M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber 26 4 Schlussteil 4.1 Evaluation und Sicherung der Nachhaltigkeit Die Evaluation des Projektes erfolgte anhand der Kriterien nach Heiner (1995, S. 135). Durch diese Methode ergab sich ein möglichst umfassendes Bild über die Zielerreichung, die Zusammenarbeit und die Wirksamkeit (Tabelle 10). Tabelle 10: Evaluationskriterien des Projektes (eigene Darstellung in Anlehnung an Heiner, 1995, S.135) 4.1.1 Evaluation Entwicklungsprojekt Am Durchführungstag wurde die Zusammenarbeit mit den erwachsenen Beteiligten mithilfe der Fünf-Finger-Methode ausgewertet (Abbildung 8). Diese bot eine einfache und differenzierte Möglichkeit zur Rückmeldung und förderte eine offene Feedbackkultur (Adermann & Barausch-Hummes, 2013, S. 61). Die Kinder bewerteten den Tag anhand von Emojis, einer ihnen bereits vertrauten Methode, die ein kindgerechtes Feedback ermöglicht und zur Optimierung des Projekts beiträgt. Bereits im Vorfeld war den Eltern eine Einverständniserklärung für Bildund Videoaufnahmen vorgelegt und von ihnen unterzeichnet worden (Anhang D). Ein eigens erstellter Tageszeitplan half den Kindern zudem, sich am Projekttag besser zu orientieren und einen Überblick über den Ablauf zu behalten (Anhang F).
M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber 27 Abbildung 8: Fünf-Finger-Methode (Janneke Duijnmaijer, 2025) Das Entwicklungsprojekt konnte wie vorgesehen umgesetzt werden. Die enge, konstruktive und wohlwollende Zusammenarbeit der beiden Projektleitenden sowie die Unterstützung durch das Team am Durchführungstag trugen wesentlich zum Gelingen bei. Flexibilität, Offenheit und eine wertschätzende Haltung der Beteiligten erleichterten die Durchführung. Im Verlauf zeigte sich, dass das Unterthema «Medien für mich – was tut mir gut, was nicht» für die Altersgruppe kognitiv anspruchsvoll war. Dies machte kurzfristige Anpassungen und Vereinfachungen notwendig, die von den Projektleitenden erfolgreich umgesetzt werden konnten. Abgesehen davon konnten die Workshops wie geplant erstellt, vorbereitet und durchgeführt werden. Der zeitliche Aufwand für die Materialvorbereitung, insbesondere das Sammeln, Drucken, Ausschneiden und Zusammenstellen der Unterlagen, wurde zu Beginn unterschätzt. Dieser Mehraufwand konnte jedoch durch die sorgfältige Planung und Vorarbeit in der Konzeptionssowie in der Abschlussphase ausgeglichen werden. Auch die zeitliche Einteilung am Durchführungstag erwies sich als realistisch und konnte eingehalten werden (Anhang A). Insgesamt erwies sich die Wahl des Projektthemas als passend. Es war alltagsnah, niederschwellig und in einer spielerischen Form umgesetzt, was den Zugang für die Kinder erleichterte. Ein zweites Feedback der Kinder konnte aufgrund der Sommerferien sowie der Neuzusammensetzung der Lerngruppe im folgenden Schuljahr nicht mehr eingeholt werden. Damit bleibt die mitteloder längerfristige Wirkung des Projekts offen. Dennoch ist davon auszugehen, dass einzelne Kinder, die in der Lerngruppe verblieben sind, sich zumindest teilweise an die Inhalte erinnern und erworbenes Wissen abrufen können.
M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber 28 Negative Reaktionen traten seitens der Kinder und Erwachsenen nicht auf. Einzelne Rückmeldungen wiesen zwar auf einen langen Tagesablauf oder auf die inhaltliche Komplexität des Workshops «Medien für mich» hin, doch konnten diese Aspekte durch unterstützende Begleitung aufgefangen werden. Insgesamt wurde das Projekt von allen Beteiligten als positiv, lehrreich und wertvoll wahrgenommen. 4.1.2 Evaluation Interventionsprojekt Das Interventionsprojekt für die Eltern wurde wie vorgesehen durchgeführt und erfolgreich abgeschlossen. Ziel war es, die Eltern in ihrer Vorbildfunktion im Medienkonsum zu sensibilisieren, ihre Kompetenzen zu stärken und ihnen geeignete Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen. Dieses Ziel konnte nach den Handlungskompetenzen der Projektleitung umgesetzt werden. Zu Beginn wurde eine Bedarfsanalyse (Anhang B) durchgeführt, die eine hohe Rücklaufquote aufwies, da alle Eltern ihre Bögen fristgerecht einreichten. Der Fragebogen war lediglich in deutscher Sprache verfasst, wenn auch in einfacher Form, weshalb nicht auszuschliessen ist, dass einige Antworten nicht vollständig den tatsächlichen Einschätzungen entsprachen. Dieser mögliche Einfluss wurde von der Projektleitung berücksichtigt und als wenig relevant für die Gesamtergebnisse eingeschätzt. Im Anschluss an den Durchführungstag des Entwicklungsprojekts erstellten die Projektleitenden Ende Juni eine Informationsbroschüre in vier Sprachen (Deutsch, Englisch, Türkisch und Italienisch). Ergänzend entstand aus den Bildund Videoaufnahmen ein Zusammenschnitt, der sowohl als Erinnerung als auch als Lernvideo für Kinder und Eltern genutzt werden kann. Dieses Material, zusammen mit zusätzlichen Hilfsmitteln und Links zu externen Organisationen, wurde den Eltern analog in einem Umschlag sowie in digitaler Form auf einem USB-Stick zugestellt. Die zeitliche Planung und Abfolge der einzelnen Arbeitsschritte bewährten sich grundsätzlich, auch wenn durch die anstehenden Sommerferien ein gewisser Zeitdruck entstand. Da der Versand kurz vor Ferienbeginn erfolgte, konnten keine Rückmeldungen der Eltern mehr eingeholt werden, um die mittelfristige Wirkung zu überprüfen. Kurzfristig zeigte sich jedoch, dass die Kinder die Umschläge zuverlässig nach Hause brachten. Da es zu keinen direkten Rückmeldungen von Eltern kam, wurde dies von der Projektleitung als unproblematisch gewertet und im schulischen Alltag als üblich eingestuft.
M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber 29 4.1.3 Evaluation Zusammenarbeit Tabelle 11 zeigt die Kriterien, anhand derer die Sitzungsgefässe evaluiert wurden. Sie bilden die Grundlage für die Reflexion der Kommunikationskultur, der Informationsweitergabe sowie der Zielorientierung während des Projekts. Tabelle 11: Evaluationskriterien der Sitzungsgefässe (eigene Darstellung) Die bewusste Thematisierung gemeinsamer Werte sowie des Umgangs miteinander von Beginn an hat die Zusammenarbeit nachhaltig gestärkt. Offene Kommunikation, gegenseitige Flexibilität und das geteilte Vertrauen, dass beiden Projektleitenden das Gelingen des Projekts ein wichtiges Anliegen war, bildeten eine tragfähige Grundlage. So konnten sie sich jederzeit ohne Hemmungen aneinander wenden, Rückmeldungen austauschen und sich gegenseitig motivieren, kontinuierlich am Projekt weiterzuarbeiten. Unterstützend wirkte zudem, dass die Protokolle sämtlicher Sitzungen allen Beteiligten zur Verfügung gestellt wurden. Dadurch war jederzeit sichergestellt, dass alle auf dem aktuellen Stand waren und die Entwicklung des Projekts transparent mitverfolgen konnten. Die Kommunikation innerhalb des Projektteams wurde von allen Beteiligten als respektvoll, wertschätzend und offen erlebt. Es bestand jederzeit genügend Raum für Rückfragen oder Hinweise zur Umsetzung mit der entsprechenden Zielgruppe. Die Wahl der Kommunikationsmittel (persönliche Treffen, E-Mail und WhatsApp) erwies sich als sinnvoll und angemessen. Sämtliche Informationen wurden frühzeitig und termingerecht durch die Projektleitenden an das Projektteam weitergegeben. Die Meilensteinsitzungen entwickelten sich vom Ideensammeln zu immer konkreteren und detaillierteren Ergebnissen. Sie waren förderlich, um den aktuellen Stand mitzuteilen, Impulse von Eva Nideröst aufzunehmen und allfällige Anpassungen in die Projektplanung einfliessen zu lassen. Besonders das Kick-off-Meeting erwies sich als
M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber 30 geeignet, offene Fragen frühzeitig zu klären, während die Abschlussveranstaltung Gelegenheit bot, das Projekt nochmals Revue passieren zu lassen und einen Gesamtüberblick zu erhalten. An der Abschlussveranstaltung mit dem gesamten Projektteam wurden die allgemeine Kommunikationskultur, die Zusammenarbeit mit der Vertreterin der Sprachheilschule Unterägeri, Eva Nideröst, sowie die Begleitung durch die verantwortliche Dozentin der HSLU, Judith Adler, reflektiert. Die Projektleitung präsentierte dabei sowohl das Entwicklungsprojekt mit allen Materialien als auch das Interventionsprojekt mit den Unterlagen und dem Video für die Eltern. Die Methoden und Materialien wurden als kreativ, zeitintensiv und optimal auf die Zielgruppen zugeschnitten eingeschätzt. Auch an der letzten Meilensteinsitzung wurde die Zusammenarbeit mit Eva Nideröst sowie das Vorgehen der Projektleitung grob evaluiert. Die Projektleitung wurde als transparent und verlässlich wahrgenommen. Alle Beteiligten erhielten rechtzeitig die notwendigen Informationen, hatten Gelegenheit für Rückfragen und erlebten die Projektorganisation insgesamt als sorgfältig und reibungslos. Insgesamt zeigte sich die Zusammenarbeit als wertschätzend, vertrauensvoll, flexibel und zielorientiert, wodurch die erfolgreiche Umsetzung des Projekts wesentlich unterstützt wurde. 4.1.4 Evaluation Umgang mit Risiken Nach Abschluss des Entwicklungsprojekts und des Interventionsprojekts überprüften die Projektleitenden die zuvor definierten Risiken anhand der Risikoanalyse nach Quint-Essenz (2015) und Willener (2007, S. 271–274). Im Fokus standen dabei die vier beeinflussbarsten Faktoren. Ein wesentlicher Risikofaktor war in der Konzeptionsphase der mögliche Widerstand von Eltern gegenüber der Teilnahme an der Bedarfsanalyse (Tabelle 12). Aufgrund der Praxiserfahrung von Delia Dittli, die bereits im engen Austausch mit den Eltern stand, war bekannt, dass bei einzelnen Eltern nur ein begrenztes Interesse oder eine eingeschränkte Beteiligungschance bestehen könnte. Hinzu kam das Risiko, dass Eltern die Befragung aus Zeitmangel vergessen oder nicht zurücksenden würden. Um dem vorzubeugen, erhielten alle Eltern vorab eine Vorinformation zur anstehenden Umfrage. Zudem wurde diese in einfacher Sprache und in Papierform zugestellt, da eine Online-Version mit höherer Wahrscheinlichkeit übersehen oder oberflächlich beantwortet worden wäre. Diese Massnahmen bewährten sich: Innerhalb von fünf Tagen wurden sämtliche Fragebögen vollständig zurückgegeben.
M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber 31 Tabelle 12: 1. Ausschnitt aus der Risikoanalyse (eigene Darstellung in Anlehnung an Quint-Essenz, 2015, S.2, Willener, 2007, S.271-274) Ein weiteres Risiko bestand darin, dass Fragen ungenau oder gar nicht beantwortet würden, sei es durch Verständnisschwierigkeiten oder Missverständnisse bei der Formulierung (Tabelle 13). Präventiv wurden kurze und einfache Fragen mit klaren Antwortmöglichkeiten gewählt. Eine vollständige Übersetzung in alle relevanten Sprachen (Englisch, Italienisch, Albanisch, Polnisch, Slowenisch, Türkisch) konnte aus zeitlichen Gründen nicht erfolgen. In der Auswertung zeigte sich, dass einzelne Fragen von wenigen Eltern nicht beantwortet oder falsch verstanden wurden. Diese vereinzelten Lücken hatten jedoch keinen nennenswerten Einfluss auf die Gesamtergebnisse. Tabelle 13: 2. Ausschnitt aus der Risikoanalyse (eigene Darstellung in Anlehnung an Quint-Essenz, 2015, S.2, Willener, 2007, S.271-274) Für den Durchführungstag der Workshops wurde das Risiko eines kurzfristigen Ausfalls einer Projektleitenden oder einer erwachsenen Begleitperson berücksichtigt (Tabelle 14). Ein solcher Ausfall hätte erhebliche Auswirkungen gehabt, da die Aufgaben klar aufgeteilt waren und zusätzlich Bildund Videoaufnahmen für das geplante Video anfielen. Zur Risikominimierung wurden die Aufgabenbereiche im Vorfeld nochmals gemeinsam durchgesprochen und mit der Vertreterin der SHS Unterägeri, Eva Nideröst, abgesprochen, dass sie im Notfall einspringen könnte. Da am Durchführungstag alle Beteiligten wie geplant anwesend waren, trat dieses Risiko nicht ein. Gleichwohl bleibt Krankheit ein unvermeidbarer Unsicherheitsfaktor, der lediglich durch gute Vorbereitung abgemildert werden kann. Tabelle 14: 3. Ausschnitt aus der Risikoanalyse (eigene Darstellung in Anlehnung an Quint-Essenz, 2015, S.2, Willener, 2007, S.271-274)
M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber 32 Ein weiterer Risikofaktor betraf die zeitliche Planung der Workshops (Tabelle 15). Es bestand die Gefahr, dass einzelne Workshops zu lange dauerten oder die Zeit für die Übungen nicht ausreichen würde. Präventiv stellten die Projektleitenden zusätzliches Material bereit, um eventuelle Leerlaufzeiten zu überbrücken. Bei Zeitknappheit waren die begleitenden Erwachsenen instruiert, Aufgaben zu kürzen oder die Kinder gezielt zu unterstützen. Durch Probeläufe am Vortag konnte die Zeit realistisch eingeschätzt werden. Am Durchführungstag verlief der Ablauf reibungslos, auch weil die Projektleitenden regelmässig Rückmeldungen einholten und den Erwachsenen bei Unsicherheiten beratend zur Seite standen. Tabelle 15: 4. Ausschnitt aus der Risikoanalyse (eigene Darstellung in Anlehnung an Quint-Essenz, 2015, S.2, Willener, 2007, S.271-274) Weitere Risiken, die im Vorfeld diskutiert wurden, traten nicht ein. Die Kinder zeigten grosses Interesse und beteiligten sich aktiv. Sie freuten sich über die Stempelkarten, die Collagen und die Medaillen, die sie als Erinnerungsstücke mit nach Hause nehmen konnten. Da der Hauptfokus auf den Kindern lag, wurde das potenzielle Risiko einer Ablehnung durch die Eltern von Beginn an relativiert. Die Eltern wurden als Erziehungsberechtigte zwar einbezogen, erhielten die Materialien jedoch vor allem als Angebot. Den Projektleitenden war bewusst, dass die Nutzung dieser Unterlagen freiwillig bleiben würde. Mittelfristig soll das Thema zudem im Unterricht der Lerngruppe Delfin weitergeführt werden, was in Absprache mit dem Kernteam bereits eingeplant ist. Insgesamt zeigte die Evaluation des Risikomanagements, dass die präventiven Massnahmen wirkungsvoll waren und sich die Risiken im Projektverlauf nicht realisiert haben. Begünstigt wurde dies durch die detaillierte Planung, die enge Absprache mit der SHS Unterägeri und die hohe Motivation sowie Flexibilität aller Beteiligten. 4.1.5 Evaluation Budget Da seitens der Sprachheilschule Unterägeri kein eigenes Budget zur Verfügung gestellt wurde, basiert die Kalkulation auf fiktiven Stundenansätzen. Die zeitlichen Personalressourcen wurden dabei stärker ausgeschöpft als ursprünglich eingeplant. Aufgrund der sehr detaillierten Vorbereitung und gewünschten, reibungslosen Organisation, investierten die Projektleitenden jeweils rund acht Stunden mehr. Die Zeitplanung war insgesamt sportlich und eng, bedingt durch schulische Rahmenbedingungen wie Ferienzeiten, Feiertage sowie die eingeschränkte Verfügbarkeit einer Projektleitenden, die jeweils nur von Mittwoch bis Freitag vor Ort arbeitet (Tabelle 16).
M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber 33 Tabelle 16: effektiver Personalaufwand Budgetplan (eigene Darstellung) Bei den Sachkosten fielen einzelne Posten geringer aus als ursprünglich kalkuliert. So wurden Büromaterialien sowie Teile des Workshopmaterials, etwa Kopierpapier, Blätter oder Laminierfolien, mehrheitlich von der Schule bereitgestellt. Zusätzlich konnten einzelne Materialien, wie beispielsweise Spielwarenkataloge, von den Teammitgliedern der Lerngruppe Delfin gesammelt und genutzt werden. Dadurch entstanden keine expliziten Kosten. Konkrete Ausgaben ergaben sich nebst einzelnen Büromaterialen lediglich durch die Anschaffung von USBSticks für die Eltern, die jedoch in geringem Umfang blieben und über das Gruppenbudget gedeckt werden konnten (Tabelle 17). Tabelle 17: effektiver Sachaufwand Budgetplan (eigene Darstellung) Die Fahrtkosten erwiesen sich im Vergleich zur Planung als etwas höher, da die Projektleitenden sich mehrfach vor Ort oder privat trafen, um die Vorbereitung zu vertiefen. Dieser zusätzliche Aufwand hing insbesondere mit den Anfahrtswegen des Projektteams und der Projektleitenden zusammen Dennoch blieb der Mehraufwand insgesamt im Rahmen und konnte durch den Posten «Unvorhergesehenes» ausgeglichen werden. Insgesamt zeigte sich, dass der Budgetplan realistisch war und die finanziellen Mittel effizient eingesetzt wurden (Tabelle 18).
M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber 40 Umfrage; Medienkonsum Name Ihres Kindes: Allgemeine Informationen 1. Wie wichtig ist es Ihnen, dass Ihr Kind altersgerechte Medien nutzt? (z. B. Filme und Videospiele ab FSK 0/6/8, Soziale Medien wie WhatsApp, Tiktok, Instagram, Snapchat) • Sehr wichtig • Wichtig • Eher unwichtig • Unwichtig 2. Wie oft achten Sie darauf, dass Medien für Ihr Kind altersgerecht sind? • Immer • Oft • Manchmal • Selten • Nie 3. Haben Sie sich bereits über altersgerechte Mediennutzung Ihres Kindes informiert? (Mehrfachauswahl möglich) • Ja, durch eigene Recherche (z. B. Bücher, Artikel, Webseiten) • Ja, durch Austausch mit anderen Eltern • Ja, durch Elternabende, Workshops oder Kurse • Nein, bisher noch nicht • Sonstiges: 4. Wie lange braucht Ihr Kind pro Tag digitale Medien (Fernseher, Videospiele, Handy, Tablet)? • Weniger als 30 Minuten • 30 Minuten – 1 Stunde • 1–2 Stunden • Mehr als 2 Stunden Mediennutzung & -inhalte des Kindes 5. Welche digitalen Medien nutzt Ihr Kind jeden Tag? (Mehrfachauswahl möglich) • Fernseher • YouTube / Streaming-Dienste • Spielkonsolen • Soziale Medien auf dem Handy/Tablet (WhatsApp, Tiktok, Instagram, Snapchat, etc.) • Andere:
M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber 41 6. Welche Arten von Inhalten braucht Ihr Kind? (Mehrfachauswahl möglich) • Bildungsinhalte (z. B. Lernspiele wie Anton-App, Podcasts) • Unterhaltungsinhalte (z. B. Filme, Youtube, Tiktok, Instagram, Fernseher) • Videospiele • Sonstiges: 7. Wie oft braucht ihr Kind Bildungsinhalte? • Nie • 1x pro Woche • Mehrmals pro Woche • Täglich 8. Wie oft braucht ihr Kind Unterhaltungsinhalte? • Nie • 1x pro Woche • Mehrmals pro Woche • Täglich 9. Wie oft spielt ihr Kind Videospiele? • Nie • 1x pro Woche • Mehrmals pro Woche • Täglich Mediennutzung & -inhalte der Eltern 10. Welche digitalen Medien nutzen Sie jeden Tag? (Mehrfachauswahl möglich) • Fernseher • YouTube / Streaming-Dienste • Spielkonsolen • Soziale Medien auf dem Handy/Tablet • Andere: 11. Welche Arten von Inhalten brauchen Sie? (Mehrfachauswahl möglich) • Bildungsinhalte (z. B. Duolingo, Nachrichten, Online-Kurse) • Unterhaltungsinhalte (z. B. Filme, Youtube, Tiktok, Instagram, Fernseher) • Videospiele • Podcasts o Sonstiges: 12. Wie oft brauchen Sie Bildungsinhalte? • Nie • 1x pro Woche • Mehrmals pro Woche • Täglich
M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber 42 13. Wie oft brauchen Sie Unterhaltungsinhalte? • Nie • 1x pro Woche • Mehrmals pro Woche • Täglich 14. Wie oft spielen Sie Videospiele? • Nie • 1x pro Woche • Mehrmals pro Woche • Täglich 15. Haben Sie Regeln für Ihre eigene Mediennutzung? • Ja, zeitliche Begrenzung • Ja, gemeinsame Nutzung mit meinem Kind • Ja, Nutzung nur zu bestimmten Zeiten • Nein • Sonstiges: Mediennutzung und Erziehung 16. Hat Ihr Kind eigene Mediengeräte (Handy, Tablet, Video-Konsole, Fernseher im Zimmer)? • Ja, ein Handy • Ja, ein Tablet • Ja, eine Videokonsole (Playstation, Xbox, Nintendo, Computer) • Ja, einen Fernseher • Ja, mehrere Geräte • Nein, keine eigenen Geräte • Andere Geräte: 17. Gibt es in Ihrer Familie klare Regeln für die Mediennutzung Ihres Kindes? • Ja • Nein 18. Falls ja, welche Regeln gelten für Ihr Kind? (Mehrfachauswahl möglich) • Zeitliche Begrenzung • Verbot bestimmter Inhalte • Gemeinsame Nutzung mit Eltern • Nutzung nur zu bestimmten Zeiten • Sonstiges: 19. Sind Sie besorgt über die Mediennutzung Ihres Kindes? • Nein, gar nicht besorgt • Ja, etwas besorgt • Ja, sehr besorgt
M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber 43 20. Unterstützen Sie Ihr Kind bei der Mediennutzung im Alltag? (Mehrfachauswahl möglich) • Ja, ich schaue/lese/höre oft gemeinsam mit meinem Kind • Ja, ich bespreche regelmässig mit meinem Kind die Inhalte • Ich kontrolliere nur manchmal • Nein, ich mein Kind kann selbst entscheiden 21. Welche Probleme sehen Sie im Umgang mit Medien in der Erziehung? (Mehrfachauswahl möglich) • Fehlende Zeit zur Kontrolle oder Unterstützung • Schwierigkeit, altersgerechte Inhalte zu finden • Zu viele Medienangebote • klare Regeln zu machen • Zu wenig Wissen über Medien • Andere: 22. Welche Regeln finden Sie für eine gute Mediennutzung wichtig? (Mehrfachauswahl möglich) • Zeitliche Begrenzung • Medien gemeinsam nutzen • Gespräch über Risiken und Vorteile von Medien • Nur Bildungsinhalte erlauben • Sonstiges: 23. Welche Unterstützung würde Ihnen helfen? o Unterstützung und Informationen von Schulen o Mehr Kurse, Veranstaltungen zu diesem Thema o Eine Anleitung mit Tipps im Alltag o Eine Liste mit altersgerechten Medien o Nichts • Sonstiges: Danke für Ihre Teilnahme!
M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber 44 C) Auswertung Bedarfsanalyse der Eltern
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M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber 56 E) Tagesplan des Durchführungstages für die Kinder
M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber 57 F) Feedback der Kinder
M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber 58 G) Feedback der Mitarbeitenden
M251 I Medienkonsum Delia Dittli I Nicolle Reber 59 H) Elternintervention – Broschüre (deutsch)
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