Digitale Werkzeuge in der Quellenarbeit
Abstract
Workshop for doctoral students in the humanities and social sciences held at the Collegium Helveticum in Zürich on 14 February 2019. The event explored how digital tools and infrastructures are transforming historical and social-scientific source work. Participants discussed methodological challenges in searching, processing, and mediating digital sources. The workshop featured short research presentations and thematic discussions rather than formal papers.
Full text
workshop: Digitale Werkzeuge in der Quellenarbeit @collegium helveticum Zürich, 14.2.2019
Digitale Werkzeuge in der Quellenarbeit Workshop für Doktorierende in Zürich am 14. Februar 2019 An was denken wir Geisteswissenschaftler*innen, wenn wir das Wort “Quelle” hören? Denken wir an eine Pergamentrolle, die bei maximal 20 Grad unter schwachem Licht und hinter dickem Glas konserviert wird? Denken wir an eine schwer entzifferbare Kalligrafie in einer mittelalterlichen Handschrift? Oder denken wir an eine vergilbte Kartonschachtel, die randvoll mit staubigen Dossiers gefüllt ist? Egal woran wir denken, die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Suche nach einer konkreten Quelle im Computer beginnt und wir zuerst eine digitale Repräsentation zu Gesicht bekommen, ist gross. Bibliothekskataloge, Wikipedia und Google sind nur einige Plattformen, die uns Zugang zu Quellen geben oder ihre Suche zumindest vereinfachen. Archive, die tausende von Kilometern weit weg liegen oder durch Naturkatastrophen und Kriege unzugänglich wurden, sind womöglich nur noch wenige Mausklicks entfernt. Informationsdatenbanken können online grenzüberschreitend erstellt werden und ermöglichen so neue, transnationale Forschungskooperationen. Die Annehmlichkeiten der neuen digitalen Werkzeuge haben jedoch ihren Preis: Je besser die Quellen digital erschlossen werden, desto unübersichtlicher wird ihre Lage für uns. Deshalb benutzen wir täglich ausgereifte Suchalgorithmen, um die Nadel im digitalen Heuhaufen zu finden. Und gewöhnt man sich an diese Suchwerkzeuge, vernachlässigt man nicht nur den haptischen Aspekt der von drei auf zwei Dimensionen reduzierten Quellen, sondern ignoriert unter Umständen all jene Dokumente, die (noch) nicht digital erfasst sind. Um diese und andere drängende Fragen im Zusammenhang mit digitalen Werkzeugen für die geistesund sozialwissenschaftliche Quellenarbeit zu diskutieren, laden wir Doktorand*innen unterschiedlicher Disziplinen ein. Dabei wollen wir unsere Forschungsprojekte bzw. -ergebnisse problemorientiert hinsichtlich digitaler Quellenarbeit vorstellen, thematisch interessante Texte gemeinsam besprechen und Kontakte für mögliche Kooperationen knüpfen. Es werden keine geschliffenen Vorträge erwartet, sondern es sollen spannende Fragen aufgeworfen und diskutiert werden. Organisation & Kontakt Philipp Krauer (ETHZ), [email protected] Moritz Mähr (ETHZ), maehr.m[email protected] Nick Schwery (ETHZ), [email protected] Tagungsort Collegium Helveticum, Semper-Sternwarte, Rudolf-Wolf-Saal Schmelzbergstrasse 25 8092 Zürich, Schweiz
Programm 10:15 Kaffee & Gipfeli 10:30 Einführung & Vorstellungsrunde 10:50 Session I: Suchen (Moderation: Philipp Krauer) Sina Steglich, Konstanz “Archivische Authentizität? Quellen und ihr digitales Alter Ego” Katrin Keller, Bern “Herausforderungen, in ihrem eigenen Forschungsprojekt & generelle Probleme und Strategien der digitalen Recherche.” Moritz Mähr, Zürich “Netzwerke als Suchstrategie. Was bringt die Analyse sozialer Netzwerke den Geschichtswissenschaften?” 12:10 Mittagessen 13:45 Session II: Aufbereiten (Moderation: Moritz Mähr) Anna Neovesky, Mainz “Relevanzkriterien für Suchergebnisse in Wissenschaftlichen Sammlungen” Natalia Korchagina, Zürich “Automatic extraction of temporal expressions from historical German texts” Rahel Estermann, Luzern “(K)Ein neuer Werkzeugkasten? – Digitale Methoden in Soziologie, Datenjournalismus und Data Science” 15:00 Zvieri 15:30 Session III: Vermitteln (Moderation: Nick Schwery) Lucas Federer, Zürich “QR-Codes für die historische Quellenarbeit” Marcel Rothen, Bern “Reflexionen zur Edition und Auswertung der Stapfer-Enquête von 1799” 16.20 Schlussdiskussion, Feedback & Ausblick 17:15 Apéro