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Diätetik und Tuberkulose unter Besonderer Berucksichtigung des Kalkstoffwechsels und der Bedeutung der Vitamine

Stub-Christensen, V

Abstract

This German paper was cited in an old review on vitamins for infections by Clausen (1934) and was scanned. There is no English summary.

Full text

AUS I)EM STT,KRBOP(r SANATORIUM (CIIKF_ RZI' DR. 311 , N). Tff. DIATETIK UND TUBERKULOSE UNTER BESONDERER BEROCKSICHTIGUNG DES KALKSTOFFWECHSELS UND DER BEDEUTUNG DER VITAMINE VON V. STUB-CHRISTENSEN Die Frage des Einflusses der ILost auf die Tuberkulose ist oft aufgeworfen and er<irtert wordeii, ohne dass mau rich jedoch dariiber Witte einigen kiiimen. An and Mr rich ist es ja gut denkbar, lass (lie »Bodenbeschaffenheit<< im Ilinblick auf das Wachstum der Tuberkelbazillen von Bedeutung rein kann; auf der anderen Seite ist es aber eine Tatsache, dass (lie Tuberkulose sowohl ilIenschen als ouch Tiere, olive Rucksicht auf deren Ernalirungsart, angreift, and es kann zweifelohne beliauptet werden, days die Tuberkulose eher eine Wohnungsals Nahrungs-, and mehr eine Infektionsals eine Konstitutioncfrage ist. In (ten letzten Jahreii ist jedoch die Kostfrage erneut aktuell geworden, and mit Sauerbr uch's fler)•inamis<dorfev's Lind Gerson's Untersuchnngen ist eine neue Grundlage gesebaffen worden, auf welcher weitergearbeitet werden kann. Wdhrend Gerson auf rein emperischem and spel:ulativem Wege zn seiner Dia.t gekommen ist, hat Hervinaiinsdor•fer versucht, seiner Diat eine phy siologische Begriindung zu geben. Es hat sick jedoch erwiesen, dass die Teorien, die er dariiber aufges-tellt hat, alle nur auf schivachen Fiissen stehen. Seine Annahme, der Effekt beruhe auf den sauren Charakter der Diat, wind von fast allen Seiten bestritten. Freilich scheint es allgemein angenonzmen zu werden, days akute Entziindungen eine loyal unkompensierte and uiversell l:ompensierte Azidose liervorrufen. Nach Grafe 213 ti NNII-IJ es jedocil iiberrosehend and nriverstiindlich, dass A''(cuc') . - bruch, and Iferr ► (m)INdorfer diese Aziclose als ein Verteidigilligsniit - tel beirachten, welcher zil nnferstiitrell (,'rund ) - orliegt. loos ninss ak. zweifelhafl - aing(Nehell -werden, ob (lie I)iAt in dieser Itiusicht iiberllallpt ingendwelehen I:inflass attsiibt, unisomehr 111;. e,1 --- trotz Iferrulannsdorfer — rest-gesetzt scheint, dasx cliese leicht alkalisch wirkt. Die beidell anderen Ilaal ► teit;eiitiiiilic'hl:eiten der IMP sind Hire Koclisalzbesclirankni - ig and ihr Vitaminreielitum. Ilerrulantsdorfer enlpfahl eine Ilesc'hrankung Iles Kochsalzes in erstet' Linie lei' d6rrenden Wil:nng wegell, (lie nach Strait.`~ eine kochsalzfreie Diiit anf (lie liewebe ausiiben loll, ferner aber nil larch eine Unilagel'ung des llineralstot'I'~~ echsels — ellle  — ellle Stimulation (ler Oelvebe zit erzielen, d11(lllrcll, das (-Fleichzeitio , snit der Preilnachillig von Kochsa.lz, der Ur:allisinus alit anderen llineralien — ) LIineralo- ;;e ll — llber schAvenant Nviirde. Die Ilaltbarkeit dieser beiden 111 ► otesen scheillt loch Behr prol ► leinatisch. Ilei der Na Cl — Spiegel — I,estimimincr im Mute der Tut ► erl:nliisel ► finder (lie nlcisten Porscher normale odes it der Rogel niedrire Werte; eine flyperclorilillie wurde jedocll llielials fesigestellt. Es seheint ausserdem als ob die \ 7 eigung za r Na Cl -- Ansscheidiing bei Tubevkuliisen erlliillt sei, and Mcnec'aux and andere haben gezeigt, lass cliese arch schneller ins Kochsalzgleicligewicht kolumen. Ill diesen Ei-scheinungen siellt Iferriumm8dorfer eine Sttitze seines Standpunktes, indent er die IIypothese aafstelll - , (las;, es rich hier um eine Selbstllilfe des Urganisinns handelt. E iie Leweisfiihrmig hierfiir ist es ilim loch nicht tniigl ich zu geben, and viele Ulnst , "ttide sprechen gegen die Koclisalzeutziehung. Das I%ocl ► salz iibt. anf (lie Oxydation einen heminenden T;infhlss an-, es verminclert Glen StoTr\vecilsel, schrd"kt den Eiweissverbrauch ein told bewirkt (Imbirch eine erbMile Ablagernng; es ist ausserdem fiir (lie Salm;(Wresekretion (7er Alagem chleinihant notivendig. Endlich ist es ntit. dent Wasserhaushal t eng verkntipft, lend gerade bei diesem scheinen rich bei TuberImMsen besondere Un)stiinde gelten(l zn 1 (lie I  1 sodas~ lean nicl)t verallgenteinern kann. Iit einzehleit Fiillen 3 wind (lie  eine Retention beAl - irken, in auderen eine  Xwh 'Tuteur wird durch eine salzavme Didt durch die Lttugen meter Walser ausgeschieden, (lie dadurelt also Avasserlaaltiger Averdell, was t , ertittttliclt einen ttngiinstigen hJinfluss auf eine eventaaelle Lungentuberkulw c m8Rbt:. Ebenso findef Jleyer-Biselt, ill eiliigen Millen eine 1Vasserrelention bei koclisalzaruae DiAl. Die dabin geltiirendeu Verhaltuisse Ic6nneu jedoch noch nicht als klargelegt betraclitet Nveralen, doelt schcint unter alert vorliegendelt untersnchuugen Pill Moment zu Gtnttilett der kocltsatlzartnet ► l+;rniihruug nicltt za bestel ► en. 1Vas das Vitaminreichhun der DiAt anbetrifft, herrseltt fiber derett nrosse L'edeuttuig voile I~:inigkeit, and es wird zu guter letzt vielleicht gerade diese rein, ivelcher die Eflive der mitgeteilteu guten Itesultate zukomint. Ilier muss natiirlich (lie lledeutuug des Lebertranes « - egen seines grossen Attnd D-Vitamingehaltes hervorgehoben ♦ rerden, jedoch tuns dieser sel.bstreden-d dal Verdienst mit dent vielen frischen Geuaiise and lessen schouender Zidwreitung teilen. Ich Averde im folgenden tiefer in diese Fratt;e ehidringen, da maul in den letzten Jat.hren iut Silkeborg Sanatorium besonderes GeAvicht darauf gele(vt hat. Lin anderer \loulent, Avelcher iticltt zat unterselidtzen ist ) bildet die Sugt;estionskraft, die der Glaube all eiu neues Mittel geAN'tiltt ► lielt besilzt, and ~,chliesslich in vielen F-411en auclt die Abweelislung, welche die Didtbehandlnng in dem  auf die Dauer etwas einMrtnigen — Kostschema eines Sanaltoriuuaspa t ien test bedeutet. Ruch (lie L'edeutuug der  ist Niel el'6rtert Avor(len. Die IIerrntannsdorferdiat zeichnet ,dch durch gentiis5igte I:iweisszufithr, liolilenhydral:beschriinl;iing and Mich-  licl ► e Fettzufuhr ans. Ob dies. Zusanimensetzung als die best:.  i anzaselien ist, scheiut (loch zweifelhaft. l;ei akuter Tuberl:nlose, iv ie auclt bei al:ttten Infel:t.ionskrankhei ken, fin(let ratan eine. ausgesl ► rochene negative Stickstoffbilanz; bei zimehmeuder I)auer der Lrkrankung and abnehutendem P8rpergewicht tritt jedoch (lie Sltartendenz kriMiger hervor, and der Liweissst:offwechsel wind zum Scliluss nur noch ill geringent 11lasse N-on Fieber and der Infektion als soh-her, in AN eit - h6liereua (grade 238 jedoch von der UnterernAhrung beeinflusst. Deshalb bekommt -inch das Bild das Gepriige des im grossen and ;amen geringen Gesacntunisatzes and des daraus resultierenden, erheblich geringeren Ehveissbedarfes. Fs scheint jedoch, als ob der h.iweissbeclarf clock stets grim ser als normal ware, 8elb.st wean er bei Aveitem Beringer ist, als bei al.uten Infel.tionskr ijiklieiteii, mid ist dieses der Fall, so muss einer ei-veissarmen Lost bei der Behandlung von Tuberkulose im voraus mit Misstrauen begeg net werden. Auch -die Berechtigung, die Kohlenhsdratzufuhr ehizuschranken, kann in Zweifel gestellt werden. Die leichte Resorbierbarkeit der Kohlenhydrate, ihre schnelle Verbrenntung, Hire geringe spezifisch-dynamische Wirkung, ihre Figenschaft, Eiweiss~toffe zu sparen, ilire Bedeutung bei der Fettasshailation and schliesslich ihre Billigkeit machen sie, bei \ ornialen, zum natiirlichen IIauptlieferanten von Kalorien. Die \otiven digkeit, Glen Tuberkulosen ureter diesen Un ► stinden eine 5onderstelllung einzuraumen, kann Avohl nicht als entschieden betrachtet werden; es scheint ja als ob bei diesen der Kohlenhp clratstoffwechsel im allgemeinen normal ware —die Blutzuckerkurven sind in der ReBel normal —, and nur bei einer geringen Anzahl untersucliter Mille wurden pathologisch-anatomisch schwevere Leberbeschddigungen beobachtet. L e ber (lie Opportu-  J nitiit einer reichlichen Fettziifirlir scheint Mereinstimmung zu bestehen. Bs handelt sick fiir den Tuberkuliisen ja nicht nur daruln, in einen guten rrnahrungsznstand zu kommen and sick eine gate subkutane Fettlage zu verschaffen : auch der Gedanke, class eine reichlicheZufuhr von leichtverdaulichenF - ettstoffen Glen Lipaseinhalt Iles Blutes and der Organe erh8hen and dadurch eine spezifische Wirkung auf (lie Tb. Bazillen ausiiben kaun, ist nicht ganz zu verwerfen. Auch Tierversuche sprechen zu Gunsten einer reichlichen Fettzufuhr, da es rich eriviesen hat, class Tiere, welche fettreiche Nahrung bekominen, gegen Tuberkulose `viderstandsfdhiger sind als solche, welche mit fettarmer Bost erndhrt werden. Ich werde nun auf unsere eigenen ''ersuche mit der Herrmannsdorferschen Diat zu sprechen kommen. Ls handelt rich Lan insgesamt 15 Patienten -- siehe Tabelle 1 — Nvelche alle 2 ' 39 selb J den `1'unch geiiils , ~ert Imbed, rich der neuen Diat zu unterwerfen, Und bei denen sielt wolil das angeblich vorbedingte 7,1ttr'anen zllr Behandlttng fail - and die infolgedesseri unsere Anweislingeu genallestells befolgt haben. Im wesentlielien haben uns an IIerrmannsdovfev's Angaben in Seineui »Praki ische Alileitung zur koclisaUfreien Ern{filming Tuberkultiser< gehalten, nur wurdert (lie Ma lllzeiten den Knrzeiten des Sanatoriums angepasst. Me (lie Dilit bier den Patienten vorgelegt wurde, sollte sie ano-enelim wirken, and bei Glen Wenigen, (lie sieh mit clean llangel an Salz vers6linen konllten, lint sie aneli eine 7eitlang appetitanregend gewirkt, sodas manehe in den ersten Wochen der Behandlung gut migenommen haben. In der Regel trat je: doch eine Peak tion eiii, and als Resultat wurde ein Gewichtsverlust konstatiert. I+`ill' allgenieine diinise.lte Begriffe ist and bleibt diese Dint utinderwertig. Das Fleisch, sonst ini allgemeinen so Koch geschiitzl - , ist nur , , par , ,ani vertreten, and Geniiise, wets hes von Glen ineisten Patienten mit er'heblicher Skep`is betrachtet. wird, wind wiederholt aufgetragen. Wenn dazu nocli, lint Glen Mangel in Salz zu verdeelcen, der oft stark gemviirzte Geselimack koinnit, der einem SMIdeutschen vielleicht gewfthlicli and selbstverstAndlich, fur Glen iueisten Dibien aber auf die Dauer nnangeuehm ist, verstelit man ancli, lass (lie Patienten auf die gewiihnliche ~'olll.ost des Sanatoriums znriicl.versetzt zu werdell Nviinschell, Weil sie » der Kost iiberdriissip werden. Dazu tragt natiirlich aueli der Unistand bei, dass die Gewiclitsznnali1110, (lie inanclimal in den ersten AYochen zu beobachten ist, bald anfUrt, wodurch aueh ein grosser Teil Iles Glaubens an (lie «'underwirkung der Dia.t schAvindet. Niewals haben wir unangenelime Beiwirkungen, wie Ubelkeit and Erbreclien, beobachtet. Nach IIerrmannsdorfers Anweisung haben Nvir an Ileilniitteln Mineralogen and Lebertrau (niclit Phospherlebertran) gegeben. Wie aus der Tabelle ersichtlich, ist clan Ergebnis der Diatbelian(llung lollstandig negativ ausgefallen. Die Besserung in den beiden einzigeu Pullen, wo eine solche iiberhaupt erzielt worden i:,t, namlich Fall 4 and 15, ist warscheinlich der in beiden Millen vor Beginn der Diatbeliandlung vor genolnnlene Phr enicntielair ese mimischreibeu. 240 '1` IIELLE, 1 15 wit  behaul(lcltc I"iill(' I - ml, 1,mlgcI0)c)'- 1, ► slow. °~'  o Z ¢ UO GewichtszuExpektorat.  nahme vor  unter ce m , T.B. d. Diatbeh. Grund der Einstell. Dauer der D i lit 1 27 unv,  unv. 3c 4 Jahre 50*) 50 2 34 »  n 3c 5 » 20 20 3 35 n  „ 3c 15 » 15 15 4 20 geb,  geb. 3c 3 » 50 30 5 20 unv.  unv. 3c 2 » 100 100 6 21 »  „ 3c 1 „ 50 50 7 16 verschl. 3c x ' /12 » 100 100 8 18 unv,  unv. 3c 5 / 1 3 » 50 50 9 16 verschl, 3c 2 » 80 80 10 16 unv.  unv. 2 s /12 n 0 0 11 24 »  » 3c 3 » 30 30 12 25 »  » 3c 7 » 5 5 13 28 »  » 3e 7 „ 50 40 14 35 »  „ 3c 9 » 100 100 15 56 geb.  geb. 3c 5 » 50 10 *) Die oberste Zahl vor, die untere nach der Behandlung. + - 0,8 + 1,5 + in 1 Mt. + + 6,6 +0,6 + 8 Mte. -{  _ 0,2 .- 3,2 + 10 Mte. + + 4,4 + 7,6 4 Mte. + + 2 , 6 + 0,9 + 4 Mte. +  1,5  0,8 + 4 Mte. nicht gewog. d. Kost ilber54 Tage driissig 88 » n  78 » ins Hospit. 85 n oper. causa. d. Kost fiber62 H drtissig Appetitlos, 12 „ wagt nicht fortzuz. Appetitlos 40 „ + 3,6 = 0,4 4 Mte. nicht gewog, nicht gewog. 2,4 _ 0,8 8 Mte nur Diat bek. + 2,2 + 2 , 9 + 1 , 1 10 Mte. 6,0 — 1,2 6 Mte. nur Diat bek. + 3 , 7 Diarrhoe 42 gestorben 98 n d. Kost fiber14 driissig 27 n entlassen 92 „ d. Kost ilber64 n driissig entlassen 12 n entlassen 165 n + ++++ + - I- 241 Natiirliclt kann ► nm auf Grund dieser wenigen Versnche,, teilweise von zu l:urzer Darter, kein endliches Urteil fiber den Wert der IIerrnta.nnsdol ferscl ► en Dint fiillen, • jedoelt (Wrfter ► sie zu erkennen geben, loss diese Diat, auf alle Fdlle I'iir einen Danett, selir sellwer dtu°ehfiiltrbar ist, 1111d class sie in der Itegel keine besseven Resultale a.nfweist all irgend eine andere mvec•ktnib,sige l;ehandlung. fell werde nun daze iibergehen, das nach nneiner lieinnng Jan. Febr.M-irzApril Ma;duniJuli Aug. SepA Okt. Nov Dez. i i W-~ ~r 300 200 -  0 ~O N~I ,® 100 Figur. 1. Gewichtkurve 1904-30. neue and wesentliche in der Dia.tfrage, mintlielt (lie liedeulung der Vitan ► ine, cutter Anivendung der bekaunten Strcuid.guard-- schen Gewichtskurven, zutn Gegenstand einiger l,el:ra.ch till) gel' zu ntachen. Figur 1 zeigt eine solche Gewichtskurve "'it der durchschnittlichen Gewichtsznnalune pr. 11lonat, nach den w6chentlichen Gewichtsbestimmungen der Sanaturinntpatie~cten in den Jahren 1904-30 berechnet. Sie zeigt den fiir derartiger Kurven charakterist:ischen Ver lauf: Minimun im 11Iaj—Juni; im Juli, August and September rasche Steigerung zuui Maximum, ivelseltes wesetitlieh well im Oktober persistiert; ini November and December recht jhfie.n, von da an eineii gleichniassigereu hall gegen illinitunnt. Der Gravid diesel eigentiiutliches Verlaufes der Kurve, der, unter Ileriicksichl:igung des Klimas, in allen 5 l rdteilett nachgewiesen werden 'kann, wird dauerild stark diskutiert. Shwndy(Wrd — und mit ihnt viele andere Fonwfier, sowohl in hluropa als anch 17 2 42 I in An ► erika, Australien and Indien  legt besonderen Wert auf die L'edeutung des Lichtes solvie auch auf die meteorologischeu Verhaltnisse, inde ► i ► er darauf hinweist, dass (lie Monate, wiihrend welcher die GeAvichtszunahmen am sti rksten rind, gerade diejenigen Monate sind, in welchen das Ilaro ► neter tief stel ► t, (lie Mederselilage gross and die Temperatures gemiissigt sind. Die Monate hingegen, welche die geringsten Gewichtsz ► mahmen aufweisen, zeichnen sieh Burch hohen Baromet.erstand, geriiige \iederselildge and eutweder besonclers hohe oder besonclers niedrige Temperaturen aus. Sehiinetz hat den -1"ittermigseinflm s auf (lie Temperaturverhilltnisse bei den Sanatoriumspatienten untersucht. Er findet auch, dass der Feuchtigkeitsgrad der Luft eine Rolle spielt, indem derjenige Monat, welcher ein Feuchtigkeitsminimum aufweist — namlich der -Iai —, ein -Maximum an febrilen Fallen zeigt. Er lenkt ausserdem the Aufmerksauikeit darauf hin, dass (lie Stundenanzalil des Sonnenscheines in der P.egel iw -tai wit einer in keinem anderen 110nat vorkommenden Schnelligkeit znnimmt, and das these Intensitat einen Moment darstellen kann, welcher zu fokalen Teaktionen disponiert. Arch Ileiuis, hebt die Bedeutung des Lielites hervor and meint, class der Grund dazu, class lessen Wirlcnng erst im Juli—August einsetzt, obwobl die eigentliche Lichtwirkung im ,-tai beginne, der ist, dass diese Wirking — in Analogie alit der --Tirkung von Lichtand Sonnenbadern — MA erst each lingerer Zeit einsiellt. So ansprechend dieser Gedauke.ngang auch sein mag, so kann er doch nicht als Erkldrnug dafiir dienen, dass gerade im Jul! eine so gewal tsame and schnelle Steigerung in der Gewichtskurve eintritt; ware diese anf eine reine Licht - svirkung zuriickuifiihren, so ware eine ganz gleichmiissige Steigerung zu erwarten. Ant besten wind die rasche Steigerung als 1"Itaminwirkting erklart, One I"r0drung, die bereits 1914 von Eileen unter einer Diskussion in der »Dauischen Geselischaft von Tuberkulosehrzten« angedentet wurde. Er maebte bei dieser Gelegenheit darauf aufnierksam, dass einer der Grunde, auf welchen die Schwingungen Iles All gemehizustandes and der Gewichtskurven berulien, in der Abweelislung der Lebensmittel im Laufe des t Q43 Jahres zu suchen sei, da (lie frischen vegetabilen Lebensinittel (r e  Winter and PrUlijahr seltener werden, wie auch ilir Gehalt an spezifischen Stot'fen, wie Vitamine, verringert and ihi 1Volilgeschinaek herabgeset:zt rind. Zurzeit sind 4 verschiedene `Titamine bekannt.: -- (lie wasserl8slichen »B« and »C« and die fettloslichen >>A<< and » D«. Alle sind. sie fur die normale Entwicklung des Organismas notwendig, and eine vitaminlose Lrmi,hrnng ful ► rt stets zu tu(llichen Lrkrankungen. Von versehiedenen Seiten liegen experimen tell e Untersuchungen fiber den I'influss vitaminarmer Kost auf 1 7 erlauf der Tuberkulose vor. Die ltesultate stimmen aiicht ganz Herein; besonders scheint fiber die Bedeutung -des Wertes der efnzelnen ti itamine Uneinigkeit zu herrsehen, dock scheint es eine Pegel zu sein, class die Tuberkulose bei vitaminarin — besonders » <<-vitaminarm — ernahrten Tieren einen b6sartigeren and stiirmischeren Verlauf als bei Glen Kontrolltieren nininit. Besonders interessant sind Pfau , ne , nstiet's and Scharau's Beobachtun-en, (lass Trnalirung alit vitaminreicher Lost eine bedeutencle Erhohung des Widerstandverm6gens gegen (lie tube.rkulose Infektion bei infizierten Tieren hervorruft, welche ini voraus lurch ganz schwache tuberkulose Infektion inimunisiert wurden. Bei frischen Tieren, (1. h. bei solchen, die nur ein einziges Mal infiziert worden sind, ist der Linfluss der vitaniinarmen Kost wesentlich geringer. Die Vitamine sind ja nicht als eigentliche Vdhrstoffe zu betrachten, vielmehr als fermentartige Stoffe, welche die Zellen zu besserer Assimilation der Nif firstoffe anregen; ist (lie Lost deshalb Teich an Vitaminen, so wird selbstverstandlich bei gleicher Kalorienzufuhr auch eine bessere Ausnutzinig der Nalirtmg, als bei vitaminarmer Lost, erreicht werden. Dieser Unistand liefert eine natiirliche Erkliirnng fur den Umschlag in der Gewiclitskurve inn Juli. Gerade zu' dieser Zeit beglunt man ueue Kartoffeln zu essen, denen die iibrigen frischen Gemiisearten, Avie Erbsen, Kohl, Karotten u. s. w. folgen and welche rich alle Burch grossen Nritaminreiclitum auszeichnen. ,Hach der Kulmination ini September and Oktober folgt Bann ein fin November and Dezember recht 'schroffer, spater gleichmassiger Pall der Kurve bis , mum .Minimum im llaj—Jtuii. 17* 250  N ches die Anzahl der Komplikationen turd damit auch die Sterblielikeit iu den er-sviilinten ZeitrAimien vermehrt, um so mehr, da man annehmen muss, class (lie Iminuuitiitsherabsetziti ► g zu akuten Exacerbationen der Kraukheit disponiert. Ich unterlasse loch niche hier zu pointieren, dass ich natiirlich niche ineine, das Licht sei ohne Bedeutung fiir den Verlauf der GeNvichtskurven. In letzter Instanz muss die Wirkung natiirlich daranf zurtiftefiihrt Averden. Ich meine aber, (lass wean die Jan. Febr, Ma' zApril MaOuni luli Aug. Sepf, Okt. Nov. Dez. 40 Fig. 5. Monatlishe Auftreten von Keratomalacie in Mnemark 1909-1920. Steigerung der Gewichtskurve 2  3 Monate spiiter kommt als die St.eigerung der entsprechende Iturve fiber (lie Lich tintensitaten ) ist der Grund da zu finden, dass (lie Limvirkung der Gewichtskurve nielit direkt dem Licht, sondern den Vitaminen zti verdanken ist, indem diese das notwendige 7.wisclu~nglied.bilde~ ► . AIeinem Urteil nach wiederspricht uichts dieser Deutung der Kurven, auch nicht Sbwndgaards Untersuchungen. Fiir die nordeuropa.ischen Lander MIR die Steigerung der Gewichtskurve snit der > Ka.rtoffelzeI0 zusammen. Ls wird aber interessa.nt zu h8ren, wie es rich damit z. B. im Primodt Moller'schen Sanatorium in Siidindien verhiilt; soweit ich aus geographischen Handbiichern ersehen kann, stimmen die Ernteverhii,ltnisse gut mit dem Verlauf seiner I urven each den pier angefiihrten Gesichtspunkten fterein.l) ') I\ach Dinseudimg dieser Arbeit Imbe ich Gelegenheit gebaht, mil  41 Dr. Frimodt 51011er's erstew Assistentiartz, Dr. Benjamin, welcher sick It 100 0 251 Was das antirachitische, Icalzifizierende D-Vitamin anbetrifft, so ist dieses ji, wie das A-Vitamin, fettloslich. Es wird dildlirch gewonnen, days inan kolesterinhaltige >i etistoffe wie z. L'. Oliven6l ultraviolet bestrahlt, da Whi lick eine darin in geringer Menge enthll.ltene, alit deirc Kolesterin  Verbindling — alas Ergosterin -- durch die Bestrahlung unmittelbar in D-Vitamin umgewandelt wird. Es homnit im allgemeinen mir in geringen Afengen in unsereli \ahrungsmittel vor; aiu stdrksten ist es im Lebertran vertreten, der jedoch als Lebensmittel nnr eine bescheidene Rolle sliielt. Aller 11'ahrsclieinliclikeit each wird es in den Gewebe (ilallt) inter Einivirkung der ultraviolettell Strahlen des Sonnenliclite, , < llervorgerufen, and auf cliese Weise erklArt sick ja i1brigens auch die 1Virl;.ung der ultravioletten Strahlen auf die Rachitis. Es ist schiver zil bestininlen, ob der D-Vitaminmangel irgend welche Pedeutling mit Bezug auf Glen Verlauf der Gewichtskiirve hat; es scheint aber also loch die 1116gliehke.it zu . bestelien, (lass die sonnenlielle. Friibjahrszeit in dieser IIinsiclit etwas 1Virkung ausiibt; walirselleinlich ist es dagegen — was tibrigens auch ans meinen ini laclistelienden beshrochenen Untersuchungen hervorgeht -- , dass eine reichliche Zufuhr von D-Vitamin, water Ehifluss des Kall:- zur Zeit hier . auf einer Studienreise aufliiilt, zu spreehen, Er teilt mit, pass im Sanatorium fast das ganze Tahr hindurch frisches Gemiise gegeben wird; solle er jedoch One Zeit angeben, in welcher dieses besonderers reichlich and von besonders guter Qualitht gegeben wird, so wiire das im November -- zum Schlilss der Itegenperiode — was also selir gut damit iibereinstimmt, class (lie Gewichtskurven zu diesem Zeitpunkt gegen das Maximum steigen and die Kurven fiber (lie Anzalil der Rettlitgerigen gegen. das -Minimum fallen. Wenn ich von Glen bier angefiilu•- ten Gesichtspunkten aus den Verlauf der Gewichtskurven des Aroggavaram Sanatoriums charakterisieren soll, wtirde dies ungefMir so scin: Die Kurve ist von fast gleicliartlgeni Ver),iuf, jedoch mit einer Steigerung im vitmninrelchsten \Ionat November and einem Fall im Miirz— April. Der Grund (lie.". Falles muss wohl im wesenllichen bei der zn diesem Zeitpunkt starhen Wilrme gesucht werden, welche einen Aufeathalt im Preien unmoglich macht, was natiirlich ailch auf den Appetit wirkt, jedoch scheint es mir ebenfalls wahrscheinlich, das der herabgesetzte Verbrauch an frischeni Gemiise in dieser warnwil, trockenen Zeit auch eine mitwirkende Ursache pafiir sein kann. '152 stoffiveclisels, von Le [vu titfitly "ein kaiin, besonders bei gewissen schweren 1 4 "i llen von Tuberkulose. -- In tier Praxis glaube ieh nieht, class roan inn St - ande ist, das gliichliche Znsammentreffen der Faktoren das in Verbindung mit der reichlicheii Zufuhr von Vitaininen die jahe Steigerung der Gewiclitskurve iii Juli--September bedingl, nachzuahmen. Ich glaube indessen, doss imin durch Vitamin zufuhr  Lebertran fund Apfelsinen — in den Priihlingsinonaten in bedeuteuden Gracie der schiidliehen Imninnitii,tsherabsetzug viederstreben kaiiii, die vielleicht in verschiedener Weise die Ursache ties Plianomens >>Friihlingsniiidigkeit« ist. Iudem ich davon ausging, class die Wirkung der I-Iervinanntidorferschen Dint m6glicherweise auf eine Veranderung iin Kalkstoffwechsel des Patienten beruhte, begaim ich gleichzeitig unit der DiAtbehandlung auch die Bestimmung des Seruinkalkspiegels der Patienten. Uiiter alle 1liineralien hat bei der Lungentuberkulose stets das Calcium die grbsste Anfinerksamkeit auf rich gezogen. Zit Anfang schenkte nian besonders der im Urin ausgeschiedeneu Kalkineinge Beaehtung, da man these in Verbiindung snit der anl'genomnienen Kalknieuge braclite. Sona.tor war der erste, der solche Untersuchungen veriif e.Dtlicht.e. Man farad dabei heraus, doss die ausgeschiedene I%alkinenge sowolil quantitativ als auch clualitativ von tier \ ahrung abhangig war, and class ausserdem Unterschiede mvitichen Kranken and Gesundeu bestandvn i da man insbesoudere bei den sogenannten zelirendenhranklieiten, Nvie Lungentuberkulose, Krebs and Diabetes eine erh8lite Kalkattssclneidtiug fond, woraus main den Schluss zog, dass eine pathologische Gmvebeverdndernng musste statt.gefunden haben. Besonders die franziisischen Verfasser befassten sick mit dieser Frage, wie z. B. Gaube, (Ter hervorhob, lass eiit starker Kalkverlust fiir Tuberkulose charakteristiseh sei. 1895 begann Pobim seine Lehre fiber die Demineralisation zu entwickeln, wouach die Luhvieklung der Tuberkulose darauf berulien solle, lass ein pritntiver Salzverlust — besonders Fall: and Magnesia  den Grand fiir die Infektion snit TL. vorbereite. Pin direktes AZasz fiir den Fortschritt der Lrkrankung nieinte er in Clem Deminen i t I )" ralisitionskoeffizient zn besitzen, d. 11, das VerhUtnis z1vischen den unorganischen Urinbestandteilen and Clem gesaanmelten Urinsedinient. Da er diesen hoeffizienten stets erhoht farad -- ca 40 pCt. gegeniiber eine111 Nol , malwerte von 30-35 pCt. —, schloss er auf das Vorhandensein eines unverhUtnislniissibo starken Ascheverlustes. Diese Bestinlmung hat jedoch nur Bann Interesse, tvenn gleiclnzeitig genaue Stoff vecliselversuche angestellt werden, da die geringste Anderiulg in der host and Beeinflussung des vegetativen -'erven system es (lie Ausscheidungsverinaltnisse verschieben konnen. Derartige Versuche wurden von Lal)U and Gali-ppe angestellt, jedoch konnten diese, besonders bei Tuberkulosen, keine negative Bilauz nachweisen. Als einzige Eigentunnliclikeft bei der Tuberkulose kolniten (lie Verfasser eine verstarl:te Kalkausscheidung im Urin, allf K osten der Darnnausscheidungen, feststellen. Ott findet selbst bei febrilen Plithisikern ]:eine negative P,ilanz, wenn blocs eine positive Stickstoffbilanz vorhanden ist, ]Fenn dies nicllt der Pall ist, wird arch hiiuf r eine erhWite Kalkausscheidling stattfinden. Perrier begriindete seine F"ntl:alkungstheorie alit "eiller Beobachtung, Bass die Zalinkaries bei TuberkiiWsen hiiufiger Sind, un(1 (lass these leichter auf dean Nasser fliessen, also vcn ► geringerer Gewichtsfiille Sind. Inn allgenneinen kann es dock als bewiesen betrachtet werden, Bass (lie Lehre caber die Demineralisation als Ursache der I.ungentuberkulose nicht anfrechterhalten werden kann; sie hat jedoch den Anlass dazu gegebell, Bass das Calcium bei der Tuberkulose in grosser Ansdehnling als Therapeutil.um angewan(lt - wordeu ist uud altcll heute nocln angewandt wird, wean arch seine Wirkung jetzt von den meisten als eine rein symptomatische angeschen wird. Ubereisstilnmend wird fiber giiustige Beeinflu~sung der Hilmoptyse, wie auch von anderer Seite fiber giinstige Ilesultate bei. Darmtuberkulose berichtet, solnst aber soll 7ftbrige.ns das Calciunn eine vorteilhafte Wirkung auf die totischen vegetativen Symptonwn au , t - iiben, da die Calcium-Ione als eine spezifische Irritalnente des sympatischen -lervensystemes angesehen wird. In den letzteren Jahren, Avo mall leichtere Afethoden zur Ilestiulnlling des Serlluikalk , ,piegels herausgefunden hat, sin , (] diese I 254 Unterslicliungen In ziemlicli bedeutemlem Umfange bei Tuberkulusen vorgegommen Avordeu. Alle Forscher Sind sieh dariiber einig, lass der Sernmkalkspiegel bei den einzelnen Individuen ausserordentlich konstant ist, and dass er — Avenn normal — uicht wesentlich von der Kalkzufuhr beeinflusst Avird. Dahingegen lasst sieh der subnormale Kalkspiegel vermittels perovaler, subkutaner oder intravenose Kalkgabe auf die Norm heben. Unter normalen Verhiiltnisseil wird der Kalkbedarf des nrganismus auf ca 2 gr CaO taglich veransclilagt, ein Bedarf, Avelcher lurch allgemeine Drnlilirnng reichlich gedeckt tvird, da these Menge Ball. z. B. schon in einem Liter Milch enthalten ist. Wird zuviel Falk zngefiilirt, Nvird dieses nicht abgelagert, sondern sofort. im Urin and Faeces, ohne irgend Avelche Dinwirknng auf den Sernmkalkspiegel, ausgeschieden. Selbst nach I,inspritzung todlicher Dosen fanden Roiza* and Ifettbner keine nachweisbare Kalkablagerung. Ilia, der Kurven Uer die Steigerug des Serunikalke lgels nach sowohl peroraler als auch intramuskuhirer and intraveniiser Kalkeingabe aufgestellt hat, farad, class die biichste and am hingsten anhaltende Steigerung des Kalkspiegels lurch die intrainuskuliire Iujektion verursacht wurde, and diese dauerte sogar nur G Stunden raid z7var nach einer Einspritzung von 5 cem einer 10 /o-igen L¢sung. Die intraveniiseu Injektionen ergabe sofort eine Steigerung, die schon nach 2 Stunden abgAluugen dear. Wenn (lie Kalkzufulir zu Bering ist, so entstehen deutliche Kalkhnngersymptome. Diese geben sieh bei den Versuchstieren lurch einen dyskrasischen Zustand mit Appetitmangel, Diarrh8e, GeAvichtsverlust, Atrophie des Skelettes, allgemeiner Schwdche and endlich Tod an Marasmus zu erkennen. Widhrend also fiber die grosse Konstanz des Kalkspiegels bei dem einzelnen Individuum Einigkeit herrscht, sind die Meinungen fiber absolute Rohe des normalen Kalkspiegels divergierend. Normalwerte Sind da z. B. nach Kyliaz 7  14 mgrpCt., Percival 9,4 — 9 ) 9 mgrpCt., Gorhi:n 10,5 — 12 mgrpCt., Andersen 10,5 — 11,5 mgrpCt., Jansen 11,5 — 12 mgrpCt., Dorlencourt 9 — 13 nigrpCt., Spero 9,5 — 11,5 mgrpCt. Man kann darans )vohl schliessen, dass Werte mischen 10 and 12 mgrpCt. als normal i I angesellell werdell k6nnen, jedocll loiter P,eaclitung der `l`atsaehe, class die Werte bei jtmlgen Individuen etwas 116her lie(rell Iris bei iiReren. Was besonders die Tuberkulose anbetrifft, so finder die meisten I?orscher niedrige AVerte bei progressives, desolatell I+'fillen ) ll•ollingegen diesel bei schweren Fallen snit Gewichtkonstanz nicht der Fall zu sein braucht. Es ist jedocll aueh bemerkt ivorden (h:o&mbodcm misk'Y), das ein niedriger Kallkspiegel besonders bei aktiven, essudadveu I+ ormen vorkonuut, llml m\aa.r so, class der CaInhalt im im Elute zur Ausbreitlnig des Prozesses lnugekehrt proportiomil ist. I1lnis will die Abhallgigkeit des Kalkspiegels von der Konstitntion beiveisen laid gibt MI, (lass die Astlleniker — a.uc h (lie tuberkuMsen -- durehweg nedrigere Werte anfiveisen als die I'ykniker. 1Lnsc ► t8tvin mid 8''Oonid.tAx. linden linter IIamoptyse einen erh6hten Kalkspiegel, der langsam - Nvieder sinkt, llnl spAtestens each vir AVochen wie (ter das urspriingliche \ iveau zu erreichen. M-Poutsiu. fan(], class bei Lettlii.gerigen der Kalkspiogel mmbbiinglg von der ISrankhelt. stieg, um nach flb(lti tall dellel11 Krailkelllager - \vieder zu sinken. Da nun behauptet wind, class die Herrmaunsdorfer'sche Dint rich besonders i'iir solche Mille eignet, bei dellen, nach dem pier Gesagten, ein niedriger Kalkspiegel angenommen werden kann, liegt die Frage nalle, ob deren vermutlich gfinstiger Einfluss auf die Tuberkulose — auf alle Palle teillveise — nicht dem Umstalxie zu verdaukell ,tiei, dass sie inistande. ist, den zu niedrigen Kalkspiegel zu beben. Dieser Gedanke liegt nlnso naher, all mall im vorans der Dint diese Eigenschaft behnisst, and Avenn aueh nur ilires Mellen Lebertraninhaltes wegen; Glenn elan muss es ja als gegeben betrachten, dass die Lebertrangabe. den herabgesetzten Ka.lkspiegel erhoheu kann (Franz Fa.ber). Um diese F rt g ge miller zu nntersuchen., habe ich daher vier llonate lang bei a.11en den im Sanatorium angekommenden Patienien den Kalkspiegel bestinimt, and werde min hn Nachfolgenden kurz das Ergebnis diesel , Untersuchungen anfizllren, welche, wens schon sie an and fur sick nielits \eues gibt, dock On gewisses Interesse beanspruchen _ kann, ganz besonders deshalb, well, I 256 soweit rnir bekaunt, entsprechende diinisclie Untersuchungen dieser Art nicht vorliegen. , Ls handelt sick im ganzen um 140 Patienten. Norinalpersonen habe ich nicht untersue.lit, da die Frage der absoluten 116he der Normalwerte in diesem Zusammenhang Lein besouderes Interesse gehabt hat, and es sick blocs darum handelte, festzustellen, inwiewpit hope oder niedrige Zahlen vorlagen. Alan l:ann also wohl dawn ausgehen, dasg die Alittelwerte der gefundenen Zahlen den Normalwerten bei der angewandten Technik einigermassen entsprechen. Zur Bestimmung wurde ' 18dalls Modifikation der .Iii-amenuudTisdall'schen Methode angewandt. Alle Zahlen sind die Mittelwerte einer Doppelbestimmung, and das Resultat wurde verworfen, wenn die Abweichunn zwischen den beiden Analysen grosser war als 0.,4 m-r pCt. Die Itesultate meiner Serumkalkanalysen decken sick im grossen and ganzen mit friiheren Untersuchungen. Die gefundenen Mchstwerte sind 12,6, die niedrigsten 9, r~ mgr pCt., also Werte, welche, each anderen Forschern, nicht weit von dem, was man als normal bezeichnen wiirde, liegen. Weun ich deshalb im Nachfolgenden von hoheu and niedrigen Werten spreclie, so soll damit nur ausgedrilekt werden, ob die Zahlen uugefahr bei 10 oder 12 m(yrpCt. liegen. Bei progressiven, desolaten fallen, besonders aber Bann, Nveun Komplikationen mit Darmtuberkulose vorliegen, habe ich stets niedrige Werte gefunden, dock ist auf der anderen Seite die `1`atsache, dass der Kalkspiegel in einem gegebenen Palle niedrig ist, nicht gleichbedeutend damit, lass es rich um einen desolaten Pall handelt. Ich habe naialich auch in einzelnen fallen niedrige Werte gefunden, wo die Prognose als gut zu betrachten war, and wo von exsudativen Prozessen iiberhaupt nicht die Ilede sein konnte, — z. B. Fall Nr. 43 in Tabelle 2. Da das Material, pralctisch gesehen, alle Tuberkuloseformen einbefasst, habe ich versucht, herauszufindeu, ob den einzelnen (Iruppen von Fallen, z. B. frische, easudative Mille Oder altere fibrokavernuse FAlle, ein bestimmtes — holies oder niedrigen Kalkspiegeluiveau entspricht. Derartiges lasst sick jedoch bei meinem Material niclit nachweisen. In weitaus den meisten FiilN d 1 257 len babe ich zwiscben 10,5 and 145 mgrpCt. liegende Serumkalk- - %verte gefunden, ohme (lass diese, was die Art der Fiille anbet.rifft, irgendivie an bestinmlt.e Regeln gebunden wiiven, jedoch tivurde elue reelit grosse L-'estaudigkeit des Serunakalkniveaus, was die einzelnen Mille angelit, beobacht.et . Es ist jedoch laicht selten, class der Kalkspiegel wdliveud des Aufeuthaltes im Sanatorium etwas steigt, hisbesonders damn, wean der Patient vor seiner Aufname unter schlechten Verluiltuissen gelebt: hart: and infolgedessen etwas untergewichtig ist. Der wahrend nleiner Untersuchungen ge - wonwlene 13aupteiudruck ist der, dass Lein Grund vorliegt., ein gesetzindssiges, sieheres VerlidIt:nis nvischen der 116he Iles Serunikalkspiegels uml dens Zustande des Patienten anznnehmeii, weder beztiglich deli augenblickliellen Zustalldes 1toC'.Il ill progllistSscller Ifinsic'ht. Dieses kauli ninso nachdriicldicher Irehauptet - \verden, als es snit einer Ultrauolgabe mtiglich ist, in einigen Tagen den herabgesetzten Kalkspiegel wieder auf nornlale and selbst supernormale Werte zu bringen, ohne Haas der subjeldive oder objel,tive Zustand des Patienten in nachweislicbem Grade veriindert rvird. Dies gilt z. B. fur die Mille Nr. 25 and -10 ill Tabelle 2. Iin Gegensatz zu deua normalen Kalkspiegel, welcher durch iiussere Verhalt:nisse recht scliNver zu beeimflussen ist, 1asst sick der heral ► gesetzte, Kalkspiegel auf verschiedene Weise heben. Am haufigsten Nvurde bisher die Verabreichung von Kalksalzen versucht, dock ]asst rich der Kalkspiegel auch durch Phosphatzllfulir, Bestrahlung snit Quarzlicllt, Parathyreoideaestral:t and endlich auch D-Vitainingaben (Lebertrau, Vigautol, Ulttrauol) beeiu traehtigen. Von dem enviibnleu Gedankeugang ausgehend, (lass der Lebertran miiglicherweise der wirksaine Faktor iu cler IIerrinaunsdorferschen Diat sei, babe ich besonders desseu and des daanit verwandten Ultraziol's 1Virkung auf den Scrunikalkspiegel untersucht. Nach diesen UntersuchllDgelt scheilat die 1Virkling MI. beide Stoffe die gleiche zu sein, dock wirkt das Ultranol weitaus krUdger and schneller, in bester Obereinsthunaung dauait, Gass der D-Vitaaniniullalt des letztgenamiten Pniprarates 100nia.l so gross ist als der ales Lebertranes. AVie aus den Tabellen 3 uud 18 258 4 ersiclttlich, ist (lie `Viricung tunso ausgesprochener, ,je niedriger der Kalkspiegel ist; liegt dieser in der Nit,he von Semen wie 12 mgr pCt., scheint sie ohne E'influss zu sein. :flan katin auf diese Weise feststellen, lass die Iferrmannsdorffer'sche Pi-lit auf Grund iltres Vitaminreiclttumes and besonders auf Grund der Leber trangaben imstande ist, einen eventuell herabgesetzten Iialkspiegel zu heben. Da ich die Kalkuntersuchungen erst gleichzeitig mit dent Einsetzen der Diatbehandlung begann, and da eine recht large Zeit verstrich, bevor die Technik der Serumkalkanalysen eingeiibt Avar, and da, ferner die Diatbehandlung bei uns von bedeutend geringerem Umfange Nvurde, als urspriingtich vermutet, habe ich nur bei 2 fallen die Serumkall(mengen soivoltl vor als ouch nach der Diatbehandlung bestitntnen k6linen — \'r. S and T r. 12 in Tabelle 1. Die Zahlen waxen dabei 11,4111A bzw. 10,0-146 mgr pCt., an and fur rich normale Zalilen, mit jedoch deutlicher Tendenz zur Steigerang. Die Bedeutung dieser Tatsache darf nicht unterschatzt werden, denn selbst wean es angenotnmen werden kann, dass nian selbst bei gutartigen Fallen eine niedrigen Kalkspiegel habeas kann, so findet man in der Regel bei. solchen Millen dock hohe nortnale Kalkspiegelwerte, sodas es richer zwecktnassig ist, die Erlaltgung eines solchen lurch Behandlung anzustreben. Rein klinisch gesehen, haben Nvir den Eindruck, dass eine Lebertranbz1N'. Ultranolkur dock in gewissem Grade, and besonders in den schwierigen Friilijaltrsmonaten, stitnulierencl auf die Patienten wirkt, and dass jene, vereint mit Iiohlenbogenlichtbiidern bei der Behandlung der Larynxtuberkulose von Wert ist. TABELLE 2. Die lVi.rloing des Uitravol auf den Seru , ntkalkspiegel.  Nr.  Datum  mgr. of o Ca  Verschreibung  25  14 2  9,8  16-2 Rp, Ultranoi  25-3  12,0  Gtt, 10 X 2  14 1  12,0  Sep, 10--4  43  12--4  0,6  16--4 Rp. Ultranol  »  15--4  9,7  Gtt. 10 X 2  9-5  11,s  Sept. 12-5 i E 259 Nr. Datum mgr. 0 10 Ca Verschreibung 40 20  3 10,2 27-3 Up. Ultranol > 22  4 11,6 Ott. 10 X 2 > 27-5 11 1 9 Sep. 1-5 42 25  2 10,2 27-3 Rp. Ultranol > 21-3 10,5 Gtt. 10 X 2 > 3  4 12,0 Sep. 3-4 77 30-5 10,4 30-5 Rp. Ultranol Gtt. 10 X 2 > 13-6 11,3 Sep, 16--6 58 23-2 10,6 14-2 Rp. Ultranol Gtt. 10  2 X >> 22-4 10,5 > 15-5 11,1 Sep. 15-5 37 14-3 11,0 24-3 Rp, Ultranol Gtt. 10 X 2 > (?-=1 11,5 Sep. 15-4 78 30-5 11,1 30-5 Rp. Ultranol Gtt, 10 X 2 >> 13  6 11,3 Sep, 16-6 62 3-5 11,2 29-5 Rp. Ultranol Gtt. 10 X 2 > 13-6 11,3 Sep. 16  6 26 18-2 11,9 20-1 Rp. Ultranol Gtt. 10 X 2 >> 15-4 11,8 Sep. 1--4 TABELLE 3. Die lVirkund des Lebertranes ay.f den Seruonkalkspiegel. Nr. Datum mgr. o/ o Ca Verschreibung 56 27-3 10,5 1--4 Rp, Lebertran gr 15 X 2 > 29  4 11,8 Sep. 1---6 59 23-3 10,6 25-3 Rp. Lebertran gr 15 X 2 > 20---5 11,6 Sep. 7-5 36 12-3 10,5 26-3 Rp. Lebertran gr 15 X 2 > 21  1 10,5 Sep. 1-5 4 15-2 11,0 16  2 Rp. Lebertran gr 15 X 2 >> 10-3 11,9 Sep. 10-3 is*