MORPHOSYNTAKTISCHE INTEGRATION VON VERBEN NEOLOGISMEN IM BEREICH DES INTERNETS IN DER DEUTSCHEN SPRACHE
Abstract
MORPHOSYNTAKTISCHE INTEGRATION VON VERBEN NEOLOGISMEN IM BEREICH DES INTERNETS IN DER DEUTSCHEN SPRACHE
Full text
558 MORPHOSYNTAKTISCHE INTEGRATION VON VERBEN NEOLOGISMEN IM BEREICH DES INTERNETS IN DER DEUTSCHEN SPRACHE I.O. Ziyadullayev Usbekische staatliche Weltsprachenuniversität deutsch_ilh[email protected] Annotatsiya: Maqolada zamonaviy nemis tilida internet ta’sirida paydo bo‘lgan fe’l-neologizmlarning morfosintaktik integratsiyasi tahlil qilinadi. Inglizcha anglizizmlar o‘zlashuvi, ularning grammatik va sintaktik moslashuvi, shuningdek, nazariy yondashuvlar ham yoritilgan. Nemis tilining morfologik va sintaktik tizimiga ularning kirib borish jarayoni yoritiladi. Kalit so‘zlar: neologizm, internet tili, morfosintaksis, germanlashuv, inglizizm, so‘z yasash, grammatik moslashuv. Аннотация : В статье рассматриваются особенности морфосинтаксической интеграции глаголов-неологизмов, возникших под влиянием интернет-коммуникации в современном немецком языке. Анализируются пути словообразования, грамматическая адаптация англицизмов и их синтаксическое функционирование. Освещаются теоретические подходы к описанию неологизмов, их классификация и механизмы включения в грамматическую систему немецкого языка. Ключевые слова: неологизм, интернет-язык, морфосинтаксис, англицизм, германизация, словообразование, грамматическая адаптация. Annotation: The article focuses on the morphosyntactic integration of internetrelated verb neologisms in modern German. It discusses the theoretical aspects of neologism formation, grammatical adaptation, and syntactic behavior of Englishbased verbs in German. The study also analyzes the process of their Germanization and incorporation into the morphological and syntactic systems of the language. Keywords: neologism, Internet language, morphosyntax, Germanization, Anglicism, borrowing, adaptation. Die Entwicklung der Informationstechnologien, sozialer Netzwerke und digitaler Kommunikation hat neue Bedingungen für das Funktionieren der Sprache geschaffen. Internetkommunikation ist zu einer wichtigen Quelle lexikalischer Innovationen geworden, insbesondere von Verbneologismen, die Handlungen im virtuellen Raum beschreiben: suchen, hochladen, teilen, abonnieren, kommentieren usw. Das moderne Deutsche übernimmt aktiv englischsprachige Begriffe, insbesondere im ITund Medienbereich. Diese Lehnwörter bleiben jedoch nicht fremd
559 – sie durchlaufen eine morphosyntaktische Anpassung, d. h. sie werden in das grammatische System des Deutschen integriert und unterliegen seinen Regeln. Der Begriff „Neologismus“ bezeichnet eine neue Spracheinheit oder eine neue Bedeutung eines bereits bestehenden Wortes. In der Linguistik unterscheidet man lexikalische, semantische und wortbildende Neologismen [4,85]. In der deutschen Linguistik wird das Problem der Neologismen in den Arbeiten von U. Fleischer untersucht [1,135]. Sie betonen, dass im 21. Jahrhundert ein erheblicher Teil der Neologismen mit der Internetkommunikation zusammenhängt, in der eine aktive Interaktion zwischen Deutsch und Englisch stattfindet. Die Internet-Verben können als entlehnte Neologismen betrachtet werden, da die meisten von ihnen aus dem Englischen stammen und im Deutschen durch phonologische, morphologische und syntaktische Anpassungen integriert werden. Auf morphologischer Ebene werden entlehnte Verben an das typische deutsche Verbmodell angepasst. Die wichtigsten Mechanismen sind: 1. Hinzufügung des Infinitivsuffixes –en, typisch für schwache Verben (chatten, googeln, liken, posten, streamen). 2. Konjugation nach dem schwachen Typ: o ich google – du googelst – er googelt – wir googeln – sie googeln o Partizip II: gegoogelt 3. Phonetische Anpassung (deutsche Aussprache): [ˈguːgl n], [ˈtʃætn ], [ˈlaɪkn ] 4. Wortbildungshybridisierung, bei der die englische Basis mit deutschen Präfixen kombiniert wird: o hochladen (hoch + load) – hochladen o runterladen – herunterladen o entfreunden (ent- + Freund) – aus Freundesliste entfernen Diese Beispiele zeigen, dass entlehnte Elemente nicht nur ihre ursprüngliche Semantik bewahren, sondern auch in das morphologische System des Deutschen integriert werden. Morphosyntaktische Integration zeigt sich darin, dass entlehnte Verben in grammatische Kategorien des Deutschen eingebunden werden: Person, Zahl, Zeit, Modus und Genus. Beispiele: • Ich habe das Bild gepostet. • Sie likt jeden Beitrag. • Wir streamen den Film live. Diese Verben funktionieren grammatisch wie typische schwache deutsche Verben, verwenden das Hilfsverb haben und die Partizip-II-Form mit dem Präfix „ge-
560 „(gepostet, geliket, gestreamt). Einige erlauben auch Wortbildungsvariationen (reposten, updaten, entliken), was auf ein hohes Maß an Anpassung hinweist. Die Internet-Verben weisen eine breite syntaktische Kompatibilität auf und bilden typische Valenzstrukturen des Deutschen: • posten + Akkusativ: Er postet ein Foto. • folgen + Dativ: Ich folge dir auf Instagram. • liken + Akkusativ: Sie likt meinen Beitrag. Somit zeigt sich die syntaktische Integration in der stabilen Regie typischer deutscher Strukturen und deutet auf eine vollständige funktionale Assimilation hin. Die allmähliche „Germanisierung“ entlehnter Verben zeigt sich darin, dass sie nicht mehr als fremd wahrgenommen werden. Internetnutzer, insbesondere Jugendliche, verwenden sie, ohne sich ihrer englischen Herkunft bewusst zu sein. Beispiele: • Kannst du das bitte posten? • Ich habe ihn entfreundet, weil er zu viel spammt. Einige Formen haben doppelte Varianten – Englisch und Deutsch: • downloaden ↔ herunterladen • sharen ↔ teilen Anglizismen werden häufiger in informeller und medialer Kommunikation verwendet, deutsche Äquivalente in offiziellen Texten. Die Internet-Verben erweitern nicht nur den Wortschatz, sondern verändern auch kommunikative Muster. Laut M. Grein fördert die Internetkommunikation die Entwicklung eines neuen funktionalen Stils des Deutschen – digitale Alltagssprache [2,93]. Merkmale dieses Stils: • dynamische Wortbildung • hoher Grad der Anglizisierung • Mischung aus mündlicher und schriftlicher Kommunikation • pragmatische Ausrichtung (Kürze, Ausdrucksstärke, Emotionalität) Die Internet-Verben sind somit zentrale Elemente der lexikalischgrammatischen Evolution des modernen Deutschen. Die Analyse zeigt, dass die morphosyntaktische Integration von Verbneologismen im Deutschen ein systematischer, vielschichtiger Prozess ist, der aktive Veränderungen im Sprachsystem unter dem Einfluss digitaler Kommunikation widerspiegelt. Internet-Verben, überwiegend aus dem Englischen entlehnt, durchlaufen schnell den Weg von Neologismen in der Sprache bis hin zu vollwertigen Elementen des grammatischen Systems [3,101]. Sie werden auf allen Sprachebenen adaptiert: phonetisch, morphologisch, syntaktisch und semantisch. Morphologische Integration zeigt sich in der Hinzufügung
561 typischer deutscher Wortbildungssuffixe und Endungen, die die Anpassung an Konjugation und Wortbildung ermöglichen. Syntaktische Anpassung zeigt sich in der Fähigkeit dieser Verben, alle Funktionen deutscher Verben zu erfüllen: Zeitbildung, Passivkonstruktionen, Regieren von Ergänzungen und Teilnahme an komplexen syntaktischen Strukturen [5,88]. Besondere Beachtung verdient der Prozess der Germanisierung von Anglizismen, bei den neuen Worten allmählich ihre Fremdheit verlieren und zu einem natürlichen Bestandteil der Alltagssprache werden. Internet-Verben wie „posten“, „liken“, „streamen“,“entfreunden“ sind bereits fest im aktiven Wortschatz der jungen Generation verankert und funktionieren gleichberechtigt mit ursprünglich deutschen Verben [6,15]. Somit ist die morphosyntaktische Integration von Internet-Verben nicht nur ein spezifisches sprachliches Phänomen, sondern ein wichtiger Indikator für die allgemeine Entwicklung der modernen deutschen Sprache. Sie zeigt ihre hohe Anpassungsfähigkeit, Flexibilität und Offenheit gegenüber globalen kommunikativen Veränderungen. In Zukunft werden diese Prozesse fortgesetzt, wodurch das grammatische und lexikalische System des Deutschen in der digitalen Ära weiter bereichert und aktualisiert wird. LITERATURVERZEICHNISSE: 1. Fill A. Sprachökologie und Ökolinguistik. – Tübingen: Stauffenburg Verlag, 2006.–S.300. 2. Fleischer W. Wortbildung der deutschen Gegenwartssprache. – Leipzig: Enzyklopädie, 2001. –378 S. 3. Herberg D. Neologismen in der deutschen Gegenwartssprache. Probleme ihrer Erfassung und Beschreibung / D. Herberg // Deutsch als Fremdsprache. N« 4. 2002. –S.125-140. 4. Schwarz M. Einführung in die kognitive Linguistik. - Tübingen: A. Francke Verlag, 2006. – S.238. 5. Worbs E. Neue Zeiten neue Wörter - neue Wörterbücher. Beiträge zur. Neologismenlexikografie und -lexikologie / E. Worbs. – Frankfurt a. M.: Peter Lang, 2009.– S.217. 6. Ахмедов А. Ҳозирги немис тили лексикасида инновацион жараёнлар. Филол.фан.бўйича фалсафа доктори (PhD) диссер.автореферати. – Tошкент.2018. –Б.22.