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Schmiede – Heiligtum – Wassermühle. Cham-Hagendorn (Kanton Zug) in römischer Zeit. Grabungen 1944/45 und 2003/04. Antiqua 52 (Basel).

Schucany, Caty; Winet, Ines

Abstract

(English version below) 1944/1945 wurde in Cham-Hagendorn eine Wassermühle ausgegraben, die dank des aussergewöhnlich guten Erhaltungszustandes ihrer hölzernen Bestandteile seit Langem einen prominenten Platz in der Forschung einnimmt. 2003 und 2004 konnte die Kantonsarchäologie Zug den Platz erneut archäologisch untersuchen. Dabei wurden nicht nur weitere Reste der Wassermühle geborgen, sondern auch Spuren älterer und jüngerer Anlagen gefunden: eine ältere (Horizont 1a) und eine jüngere Schmiedewerkstatt (Horizont 3) sowie ein zweiphasiges Heiligtum (Horizonte 1a/1b). Alle diese Anlagen lassen sich nun in das in den neuen Grabungen erkannte stratigraphische Gerüst einhängen. Dank der Holzerhaltung können die meisten Phasen dendrochronologisch datiert werden: Horizont 1a mit Schlagdaten zwischen 162 (?)/173 und 200 n. Chr., Horizont 1b um 215/218 n. Chr. und Horizont 2 um 231 n. Chr. Ferner konnten in den neuen Grabungen Proben für mikromorphologische und archäobotanische Untersuchungen entnommen werden. In der vorliegenden Publikation werden Befund und Baustrukturen vorgelegt, desgleichen sämtliche stratifizierten Funde und eine umfassende Auswahl der 1944/1945 geborgenen Funde. Dank anpassender Fragmente, sog. Passscherben, haben sich diese zum Teil nachträglich in die Schichtenabfolge einbinden lassen. In 1944/1945 a watermill was excavated in Cham-Hagendorn which, because of the extraordinarily good state of preservation of its wooden components, has long occupied a prominent place in research. In 2003 and 2004 the Archaeology Department of Canton Zug once again carried out archaeological examinations at the site. These uncovered not only further remains of the watermill, but also traces of earlier and later installations: an earlier (horizon 1a) and a later smith’s workshop (horizon 3) and a sanctuary with two phases (horizons 1a/1b). All these installations can now be fitted into the stratigraphic sequence observed during the recent excavations. Thanks to the good state of preservation of the wood most of the phases could be dated using dendrochronological methods: Horizon 1a yielded felling dates between AD 162 (?)/173 and AD 200, horizon 1b around AD 215/218 and horizon 2 around AD 231. Moreover, samples were taken during the recent excavations for micromorphological and archaeobotanical analyses. This publication presents the features and building structures and all the stratified finds as well as a comprehensive selection of the finds recovered in 1944/1945. Thanks to pottery joins, we have now been able to fit some of the latter into the stratigraphic sequence.

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I S B N 9 7 8 - 3 - 9 0 8 0 0 6 - 4 4 - 2 A nt i qu a 5 2 S c h m i e d e – H e i l i g t u m – W a s s e r m ü h l e A n t i q u a 5 2 C a t y S c h u c a n y u n d I n e s W i n e t C at y S ch u c an y u nd I n es W i ne t C h a m - H a g e n d o r n ( K a n t o n Z u g ) i n r ö m i s c h e r Z e i t G r a b u n g e n 1 9 4 4/ 4 5 u n d 2 0 0 3 / 0 4 S C H M I E D E - H E I L I G T U M - W A S S E R M Ü H L E Cham-Hagen dorn _An tiqua_Umschlag 20.03.14 15:45 Seite 1 Caty Schucany und Ines Winet S c h m i e d e – H e i l i g t u m – Wa s s e r m ü h l e Cham-Hagendorn (Kanton Zug) in römischer Zeit Grabungen 1944/45 und 2003/04 Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:02 Seite 1 Veröffentlichung der Archäologie Schweiz Publication d’Archéologie Suisse Pubblicazione d’Archeologia Svizzera Publication of Swiss Archaeology A N T I Q U A 5 2 Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:02 Seite 2 S c h m i e d e – H e i l i g t u m – Wa s s e r m ü h l e Cham-Hagendorn (Kanton Zug) in römischer Zeit Grabungen 1944/45 und 2003/04 Mit Beiträgen von Eckhard Deschler-Erb, Sabine Deschler-Erb, Stephen Doswald, Ludwig Eschenlohr, Dorothea Hintermann, Renata Huber, Vera Hubert, Kristin Ismail-Meyer, Ildiko Katona Serneels, Markus Peter, Philippe Rentzel, Marianne Senn, Vincent Serneels, Richard Sylvestre, Patricia Vandorpe, Johannes Weiss, Lucia Wick und Marie Wörle. Mit Zeichnungen von Eva Kläui, Sabina Nüssli Bouzid und Salvatore Pungitore. Mit Fotografien von Res Eichenberger. Von Caty Schucany und Ines Winet. Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:02 Seite 3 4 Impressum Umschlag Vorderseite oben: Terrakotten-Ensem- ble von vorne (Abb. 381); Rückseite oben: Terra- kotten-Ensemble von hinten (Abb. 397). Bildstrecke unten von Rückseite links nach Vor- derseite rechts: ältere Schmiede, Horizont 1a (Abb. 505); Langbau des älteren Heiligtums, Horizont 1a (Abb. 506); Langbau des jüngeren Heiligtums (Abb. 507) und Opferhandlung vor dem Terrakotten-Ensemble, Horizont 1b (Abb. 508); Wassermühle (Abb. 514), Wellbaum mit Sternnabe im Erdgeschoss (Abb. 515) und Mahl- werk im Obergeschoss (Abb. 516), Horizont 2; jüngere Schmiede, Horizont 3 (Abb. 519). Herausgegeben vom Amt für Denkmalpflege und Archäologie des Kantons Zug, Direktion des Innern, und vom Kantonalen Museum für Urgeschichte(n) Zug, Direktion für Bildung und Kultur. Publiziert mit Unterstützung des Kantons Zug. Redaktion, Satz, Layout und Korrektorat: Edition arcHart, Daniel Hartmann, Muri AG. Zeichnungen: Eva Kläui, Sabina Nüssli Bouzid, Salvatore Pungitore, ADA ZG. Fotos: Res Eichenberger, KMUZ. Übersetzungen: Luisa Bertolaccini, Zürich (Italienisch), Sandy Hämmerle, Galway, Irland (Englisch), Catherine Leuzinger-Piccand, Winterthur (Französisch), Delia Sieber, Basel (Deutsch). Lithos: Edition arcHart, Daniel Hartmann, Muri AG; Multicolor Print AG, Baar ZG. Druck: Multicolor Print AG, Baar ZG. Alle Rechte der Vervielfältigung, der Fotokopie und des auszugsweisen Nachdrucks vorbehalten. Copyright © 2014 by Archäologie Schweiz, Basel. ISBN: 978-3-908006-44-2. Archäologie Schweiz Archéologie Suisse Archeologia Svizzera Archeologia Svizra Swiss Archaeology Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:02 Seite 4 5 Zum Geleit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 1 Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 1.1 Lage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 1.2 Die Ausgrabungen 1944/1945 und 2003/2004 . . . . . . . . . . 13 1.2.1 Die Altgrabungen von 1944/1945 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13 1.2.2 Die neuen Grabungen 2003/2004 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 1.2.3 Verknüpfung der beiden Ausgrabungen . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 1.3 Projektgeschichte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 1.4 Ziele und Vorgehen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 2 Befund und Baustrukturen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21 2.1 Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21 2.1.1 Vorgehen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21 2.1.2 Stratigraphie und Phasengliederung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 2.1.3 Zuweisung der datierten Hölzer, insbesondere der Pfähle . . 22 2.1.4 Grundrisse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 2.1.5 Erhaltung von Befund, Baustrukturen und Hölzern . . . . . . . . 23 2.2 Die mikromorphologischen Untersuchungen der Bachablagerungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 2.2.1 Einführung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 2.2.2 Methodik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 2.2.3 Die Schichttypen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 2.2.4 Archäologische Horizonte und Überschwemmungsphasen . . 30 2.2.5 Prozesse und Charakteristiken in den Rinnen und Kanälen . . 35 2.2.6 Fazit aus der Schichtenanalyse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37 2.2.7 Klima- und Landschaftsgeschichte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37 2.2.8 Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40 2.3 Das natürliche Gelände . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41 2.3.1 Geländeverlauf in römischer Zeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41 2.3.2 Anstehender Boden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42 2.4 Bach und Überschwemmung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43 2.4.1 Vorbemerkung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43 2.4.2 Erste Überschwemmung(en) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45 2.4.3 Zweite Überschwemmung(en) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50 2.4.4 Dritte Überschwemmung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53 2.4.5 Vierte Überschwemmung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55 2.4.6 Fünfte Überschwemmung und Verlandung . . . . . . . . . . . . . . 57 2.5 Horizont 1a: Werkstatt (Schmiede?) und Holzkonstruktionen (Heiligtum?) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58 2.5.1 Spuren einer Werkstatt im Südwesten . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59 2.5.2 Holzkonstruktionen beim Südufer der Rinne 423/550 . . . . . . 65 2.5.3 Reste eines Gehniveaus, Pfahlreihen, Steg und Grube: Spuren eines ersten Heiligtums? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69 2.5.4 Ein Heiligtum im Nordosten? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 84 2.6 Horizont 1b: Heiligtum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85 2.6.1 Uferverbauung der Bachrinnen 423 und 550 sowie Horizont beidseits der Bachrinne 550 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85 2.6.2 Holzkonstruktion in der Bachrinne 550 . . . . . . . . . . . . . . . . . . 91 2.6.3 Fundort der Tonstatuetten und Pfirsichsteine sowie weitere Funde . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 107 I N H A L T S V E R Z E I C H N I S Von Manuela Weichelt-Picard und Stephan Schleiss Von Ulrich Eberli, Dorothea Hintermann, Stefan Hochuli und Gishan F. Schaeren Von Caty Schucany und Ines Winet. (Caty Schucany) (Caty Schucany) (Ines Winet) (Caty Schucany und Ines Winet) Von Caty Schucany. Mit einem Beitrag von Kristin Ismail-Meyer und Philippe Rentzel, in Zusammenarbeit mit Johannes Weiss und Philippe Rentzel. (Kristin Ismail-Meyer und Philippe Rentzel) Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:02 Seite 5 6 Inhaltsverzeichnis 2.7 Horizont 2: Wassermühle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 111 2.7.1 Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 111 2.7.2 Reste und Bestandteile der Wassermühle . . . . . . . . . . . . . . . 114 2.7.3 Rekonstruktion der Wassermühle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 150 2.7.4 Oberirdischer Zuflusskanal und Dämme in den Bachrinnen 550 und 548 mit zugehörigem Horizont . . . . . . . . . . . . . . . 152 2.7.5 Abflusskanal in der Rinne 423 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 164 2.7.6 Umleitungskanal 422/203 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 165 2.7.7 Kiesboden und Dekantationsniveau im Südwesten sowie Zugangsdamm zur Wassermühle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 166 2.7.8 Steg 74 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 168 2.8 Horizont 3: Schmiede (?) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 172 2.9 Jüngere Horizonte und Spuren unsicherer Zeitstellung . . . . 174 2.9.1 Horizont 4 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 174 2.9.2 Gruben: Spuren zur Lehmgewinnung? . . . . . . . . . . . . . . . . 176 3 Funde . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 177 3.1 Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 177 3.1.1 Erhaltung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 177 3.1.2 Die Funde von 1944/1945: eine Auswahl? . . . . . . . . . . . . . . 178 3.2 Keramik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 180 3.2.1 Materialgrundlage und quantitative Erfassung . . . . . . . . . . . 180 3.2.2 Formen- und Typenspektrum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 181 3.2.3 Graffiti auf Gefässkeramik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 251 3.2.4 Die Keramikensembles und ihre Bedeutung . . . . . . . . . . . . . 266 3.3 Objekte aus Buntmetall, Blei und Silber sowie Gusstiegel . . 276 3.3.1 Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 276 3.3.2 Vorlage des Materials . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 276 3.3.3 Auswertende Betrachtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 306 3.3.4 Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 310 3.4 Eisenfunde . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 312 3.4.1 Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 312 3.4.2 Eisenfunde nach Funktionsgruppen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 314 3.4.3 Verteilung der Eisenfunde . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 332 3.4.4 Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 335 3.5 Beinartefakte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 335 3.5.1 Fundensemble . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 335 3.5.2 Typologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 335 3.5.3 Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 339 3.6 Terrakotten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 340 3.6.1 Das Ensemble und seine Datierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 340 3.6.2 Methode zur Ermittlung der Mindestindividuenzahl (MIZ) . 340 3.6.3 Herstellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 341 3.6.4 Die typologische Zusammensetzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . 343 3.6.5 Bemalung und Farbuntersuchungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 354 3.6.6 Aufstellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 357 3.6.7 Deutung und Würdigung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 358 3.7 Münzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 360 3.7.1 Übersicht und Chronologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 360 3.7.2 Die Fundmünzen von Cham-Hagendorn: Votive oder Zufallsverluste? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 361 3.7.3 Fundmünzen und Horizonte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 362 3.8 Varia . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 368 3.8.1 Lavez . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 368 (In Zusammenarbeit mit Johannes Weiss und Philippe Rentzel) Von Ines Winet. Mit Beiträgen von Eckhard Deschler-Erb, Sabine Deschler-Erb, Stephen Doswald, Ludwig Eschenlohr, Dorothea Hintermann, Renata Huber, Vera Hubert, Ildiko Katona Serneels, Markus Peter, Caty Schucany, Marianne Senn, Richard Sylvestre, Patricia Vandorpe, Lucia Wick und Marie Wörle. (Richard Sylvestre) (Eckhard Deschler-Erb, mit einem Beitrag von Ines Winet) (Marianne Senn und Caty Schucany) (Sabine Deschler-Erb) (Ines Winet, mit einem Beitrag von Vera Hubert und Marie Wörle) (Stephen Doswald und Markus Peter) (Ines Winet, mit einem Beitrag von Vincent Serneels und Ildiko Katona Serneels) Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:02 Seite 6 7 3.8.2 Glas . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 376 3.8.3 Leder . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 387 3.8.4 Bergkristall . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 389 3.8.5 Ziegel und Baukeramik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 391 3.8.6 Steinartefakte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 392 3.8.7 Feuerschlagsteine? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 395 3.9 Die verschlackten Abfälle der Schmiedetätigkeiten . . . . . . . . 397 3.9.1 Einführung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 397 3.9.2 Fragestellung und Vorgehen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 397 3.9.3 Morphotypologische Einordnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 400 3.9.4 Mengenangaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 402 3.9.5 Räumliche Verteilung und stratigraphische Zuweisung . . . . 403 3.9.6 Interpretationsansätze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 405 3.9.7 Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 406 3.10 Tierknochen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 413 3.10.1 Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 413 3.10.2 Untersuchungen zur Taphonomie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 415 3.10.3 Tierarten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 418 3.10.4 Skelettteilspektrum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 421 3.10.5 Schlachtalter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 426 3.10.6 Metrische Auswertung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 428 3.10.7 Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 428 3.11 Pflanzenreste . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 430 3.11.1 Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 430 3.11.2 Erhaltung, Konzentration und Pflanzenspektrum . . . . . . . . . 431 3.11.3 Exkurs zu den Pfirsichsteinen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 434 3.11.4 Aussagen zur Umwelt und zu den menschlichen Tätigkeiten im Laufe der Zeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 436 3.11.5 Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 446 4 Datierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 447 4.1 Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 447 4.1.1 Stratigraphie und relative Chronologie . . . . . . . . . . . . . . . . . 447 4.1.2 Absolute Chronologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 448 4.2 Dendrochronologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 448 4.2.1 Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 448 4.2.2 Schlagdaten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 449 4.2.3 Datierung von Mühlbestandteilen aus Holz . . . . . . . . . . . . . 452 4.2.4 Verbindung von Schlagphasen und Bautätigkeiten mit den Horizonten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 453 4.3 Münzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 457 4.3.1 Die Münzreihe im Überblick . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 457 4.3.2 Fundmünzen und Horizonte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 457 4.4 Keramik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 458 4.4.1 Ausgangslage und Vorgehen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 458 4.4.2 Die Keramikspektren der Horizonte im Vergleich . . . . . . . . . 459 4.4.3 Die Keramik von Cham-Hagendorn im Vergleich zu Referenzkomplexen und einzelnen Keramiktypen . . . . . . . . 462 4.4.4 Konsequenzen für die Datierung chronologisch relevanter Typen (Drag. 37, Niederbieber 33) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 464 4.4.5 Würdigung der dendrochronologisch datierten Keramikensembles . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 468 4.5 Fazit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 468 (Dorothea Hintermann und Ines Winet) (Ines Winet) (Ines Winet) (Caty Schucany) (Caty Schucany) (Renata Huber) (Ludwig Eschenlohr) (Sabine Deschler-Erb) (Patricia Vandorpe und Lucia Wick) Von Caty Schucany und Ines Winet. In Zusammenarbeit mit Stephen Doswald und Markus Peter. (Caty Schucany) (Caty Schucany) (Caty Schucany, in Zusammenarbeit mit Stephen Doswald und Markus Peter) (Ines Winet) (Caty Schucany und Ines Winet) Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:02 Seite 7 li c he m De t ri tu s a u f de r Le es e it e vo n S t r ö - mung shinde rnissen un d f estgef ahrenen Äs ten sowie sparrigen Hölzern, die auf ein in westli- ch er bi s no rdw est li che r Ri cht ung f lie ss end es Ge wäs ser h in wie sen . Da rin f and en s ich , los e im S chw emm san d ei nge be tte t, ve rs chi ede ne Werkhölzer, etwa zahlr eiche fa st quadr atische H ol z b r et t c h en u n d e i n e m ä c h ti g e h öl z e r n e Ra dna be mi t S tec ken lö che rn, so wie e in ga nz erhaltener Läuf erstein einer Mühle und meh- rere Fragmente von Mühlsteinen (Abb. 5), die als Rest e ei ner W asserm ühle anzuse hen sind. 1.2.2 Die neuen Grabungen 2003/2004 Im V orf eld e ine s E rw eit eru ngs bau s der F ens ter - fa br ik Ba umg ar tn er ko nnt e di e Kan to ns arc hä o- logie Zug das Umfeld der Altgrabungen 1944/ 19 45 in zw ei Ka mpa gne n arc hä olo gis ch un ter - suc hen. Di e Grabu ngen dauert en vom 28. Juli bi s 1 9. No vem be r 2 00 3 u nd vo m 2 6. Fe bru ar bi s 1. Okt obe r 200 4, i nsg es amt 4 6 Woc hen , un d bet raf en eine Flä che von 24 × 60 m, insg e- sa mt r und 1 30 0 m² i nkl . de r 19 44/ 19 45 z um 14 1 Einleitung Pos. 44/2 4–4 4/27 Pos. 44/5 Pos. 44/7 Pos. 44/23 Pos. 44/34 Pos. 44/1 2 Pos. 44/8 Abb. 4 Cham-Hagendorn. Ausgrabungen 1944/1945. Reste der Wasser- mühle des Horizontes 2 (s. Kap. 2.7.2). Trog (Pos. 44/34), Firstbalken (Pos. 44/23) und Podest (Pos. 44/25–44/27) mit Pfählen (Pos. 44/5, 44/7, 44/8, 44/12) und Verkeilung (Pos. 44/43). Ungefähr Felder 119, 122 (Ausgrabun- gen 2003/2004). Aufnahme nach Süden. Abb. 5 Cham-Hagendorn. Ausgrabungen 1944/1945. Mühlstein Pos. 44/45. Aufnahme nach Norden. Sondierschnitte 2003 1 53 1 49 1 45 93 9 7 1 01 1 05 1 09 1 1 3 1 1 7 1 21 1 25 1 29 1 33 1 3 7 1 41 1 53 1 49 1 45 93 9 7 1 01 1 05 1 09 1 1 3 1 1 7 1 21 1 25 1 29 1 33 1 3 7 1 41 5 1 2 5 1 8 488 494 500 506 5 1 2 5 1 8 488 494 500 506 F1 39 F1 38 F1 3 7 F1 52 F1 36 F1 35 F1 34 F1 5 1 F1 33 F1 32 F1 3 1 F1 50 F1 61 F1 30 F1 29 F1 28 F1 49 F1 27 F1 26 F1 25 F1 48 F1 2 4 F1 23 F1 22 F1 4 7 F1 2 1 F1 20 F1 1 9 F1 46 F1 1 8 F1 1 7 F1 1 6 F1 45 F1 1 5 F1 1 4 F1 1 3 F1 44 F1 1 2 F1 1 1 F1 10 F1 43 F1 09 F1 08 F1 07 F1 42 F1 06 F1 0 5 F1 04 F1 4 1 F1 03 F1 02 F1 0 1 F1 40 F1 55 F1 54 F1 53 F1 60 F1 58 F1 5 7 F1 56 F1 59 Schnitt 22 Schnitt 21 Schnitt 20 Schnitt 1 9 Schnitt 1 8 Schnitt 5 Kanal 422 Rinne 423 Bucht 424 Kanal 203 Rinne 550 Rinne 548 Rinne 623 5 m N Grabungsnorden Grabungsgr enze Grabungen 1 944/1 945 neuzeitliche Drainagen Grabung 2003 Grabung 2004 Abb. 6 Cham-Hagendorn. Sondierschnitte und Felder der Grabungen 2003/2004. Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 18.02.14 13:59 Seite 14 11 2003: Daniela Arnold, Bruno Birrer, Marzell Ca- menzind, Isa Gasi, Adriana Hertach, Eugen Jans, David Jecker, Ilias Kaufmann, Thomas Keiser, Xavier Näpflin, Kilian Weber, Dino Zimmermann; 2004: Daniela Arnold, Isa Gasi, Adriana Hertach, Martin Hürlimann, Eugen Jans, David Jecker, Jürg Lindauer, Florian Meienberg, Xavier Näpflin, Gregor Schneider, Edgar Steiner, Kilian Weber, Tobias Winkler, Dino Zimmermann. 12 Tugium 1, 1985, 75 mit Abb. 36; Keller 1990. 13 Der maschinelle Aushub wurde von Hans Lüthi, Fislisbach AG, einem weithin für seine grosse Erfahrung und unglaubliche Präzision bekannten Baggerführer, durchgeführt. 14 Allerdings war es bei der Instruktion zum Schläm- men durch Stefanie Jacomet, Basel, zu Missverständnis- sen gekommen, so dass die Schlämmproben zum Teil nochmals aufbereitet werden mussten (s. Kap. 3.11.1). 15 1.2 Die Ausgrabungen 1944/1945 und 2003/2004 Te il vo ll stä nd ig a usg eg rab en en bz w. du rch - wü hlt en Flä che (s. Ka p. 1.2 .1) . Di e v on Gish an F. S ch aer en , de m L eit er F ach be rei ch U r- u nd Fr ühg es chi ch te der K ant on sar ch äol og ie Zug (heute Amt für Denkmalp flege und Archäo lo- gi e de s Kan ton s Zu g, Abt eil ung Ur- u nd f rüh ge- schichtliche Archäologie), betreuten Grabun- ge n s tan de n u nte r d er ör tli che n Lei tun g z we ier au sge wie sen er Gr abu ngs tec hni ke r, von J oha n- ne s Wei ss un d Ben edik t Lüd in. Ihne n sta nde n zw ei bi s ach t, du rc hsc hn it tl ich vi er bi s fün f Per - son en al s Aus gräbe r und Zeic hner zur S eite 11 . Zu r P la t zi er u ng un d E in s ch rä n ku ng de r Grab ungsf läche wur den m it d em B agger vor - gä n gi g im B au p er im e te r 53 S on d ie rs c hn it t e von 1, 00–1,5 0 m Breite und 2,5 0–3,0 0 m Län- ge angel egt. Sie erga ben, dass nur im Süden – am Fu sse de s b ew ald ete n A bh ang s d es Mo rä- nenzu ges be i Hüne nberg (s. Kap. 1.1), im un- mi t te lb a re n U mf e ld d e r A lt gr a bu ng e n v on 19 4 4/ 19 4 5 – m i t a rc hä o lo gi s ch en Be f un de n und Funden zu rec hnen wa r (s. B eil. 1 ). Weit er nördlich waren lediglich Schwemmschichten und alte Flu ssrin nen z u be obacht en, wie dies scho n Auf schlüs se i n frü heren Sond ierun gen aufg ezeig t hatt en 12 . Di e G ra b un gs f lä ch e w ur d e in 6 0 F el d er von 4 × 6 m auf getei lt, die als Ausgr abung sein- heiten dienten (Abb. 6), wobei deren zwanzig 2003 und dere n vierz ig 2004 a usgeg raben w ur- de n . D i e A us g ra bu n gs ar b ei te n wu r de n t e il s mi t dem Bag ger ( Abb . 7) , tei ls von Han d dur ch- geführ t (Abb . 8). Der Bagger trug die grossfl ä- ch i ge n S c hi ch t en , i ns b es on d er e d ie o b er en Hu mus - u nd Ac ker sc hic hte n s ow ie die Ü ber - schw emmun gssedi mente, ab 13 . Kamen Befun - de zu m Vorsch ein, insbeso ndere die zahl reich vorh anden en Hölze r, so wurde a uf Handa rbeit – Pickel und Sch aufel sowi e Ke lle – ge wechse lt. Die fre igeleg ten Fläch en w urden in min - d es t e n s zw e i , j e n a c h B ef u n d a b er i n b i s z u a ch t N iv e a u s s t e in g e r ec h t i m M as s s t ab 1 :2 0 d ok u m e nt i e r t ( A b b . 9 ) . Fü r di e S ch i c h te n - k or r e l at i o n w u r d en 1 5 me i s t d u r c hg e h e nd e Quer- und 4 Lä ngsprofile angelegt und doku- mentiert. Insgesamt liegen über 2900 Di aposi- t iv e un d 2 8 0 st e in g e r ec h t e F e l d au f n a hm e n vor. Die beobachteten Schichten und Struktu- ren wurden m it Positionsnu mmern (Pos.) ver- sehen und von Johannes Weiss und Benedikt Lü d in de t ai l li er t b e sc h ri eb e n; in s ge s am t l ie - gen über tausend Aufschlüsse vor. Ange sicht s der guten Er haltun g von orga- nisc hen Best andtei len wurd en 240 Erdp roben zum Schlämmen entnommen 14 . Die oft nicht le ich t aus ein an der zud ivi die ren den S chw emm - Abb. 7 Cham- Hagendorn. Ausgra- bung 2003, Feld 147. Arbeit mit dem Tele- skopbagger. Aufnahme nach Südwesten. Abb. 8 Cham- Hagendorn. Ausgra- bung 2004, Feld 102. Freilegen des Brettes Pos. 693 in der ersten Überschwemmung. Abb. 9 Cham- Hagendorn. Ausgra- bung 2003, Feld 111. Von Hand ausgraben und dokumentieren. Aufnahme nach Süd - osten. Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 18.02.14 14:29 Seite 15 sc h ic ht e n de r ve r sc h ie de n en Ü be rs c hw em - mu n ge n w ur de n mi t 32 P r ob ek o lo nn e n e r - fas st, welch e die Grund lage der mikro morp ho- logi schen Analy se bil den ( Kap. 2 .2). In der Baugrube konnten schliesslich mit g eg e n h u n de r t M e ss p u n kt e n v e r sc h i e de n e geologische und archäologische Befunde, m ei s t v or r öm i sc h er Ze i t, d ok u me n ti e rt we r - den (s. Beil. 1) 15 . Ferner untersuchte man mit- tels mehrerer Sondierschnitte die Baugruben- w än d e i m N o r d en u n d W e st e n . Z u m A b- schlu ss d er A usgrabung en n ahm man mit wei- tere n gu t 4 0 M esspunk ten den Geländ everlau f im Süden auf. 16 1 Einleitung 1 1 3 1 1 7 1 2 1 1 25 1 29 1 33 1 3 7 Pos. 33 Pos. 6 7 Pos. 71 Pos. 1 16 Pos. 68 P os. 3 Pos. 8 Pos. 425 Pos. 33/Pos. 42 7 Pos. 425? Pos. 454 Pos. 70 Pos. 5 70 1 30 1 29 1 28 1 49 F1 27 F1 26 F1 25 F1 48 F1 2 4 F1 23 F1 22 F1 4 7 F1 2 1 F1 20 F1 1 9 F1 46 F1 1 8 F1 1 7 F1 1 6 F1 45 F1 1 5 F1 1 4 F1 1 3 F1 4 4 F1 1 2 F1 1 1 F1 1 0 F1 43 F1 0 F1 0 F1 0 F1 4 Schnitt 21 Schnitt 20 1 30 1 29 1 28 1 49 F1 27 F1 26 F1 25 F1 48 F1 2 4 F1 23 F1 22 F1 4 7 F1 2 1 F1 20 F1 1 9 F1 46 F1 1 8 F1 1 7 F1 1 6 F1 45 F1 1 5 F1 1 4 F1 1 3 F1 4 4 F1 1 2 F1 1 1 F1 1 0 F1 43 F1 0 F1 0 F1 0 F1 4 Kanal 422 Rinne 423 Bucht 42 4 Kanal 203 Rinne 550 5 m N Grabungsnorden Gr abungsgrenze Grabungen 1 944/1 945 neuzeitliche Drainagen ca. –30 cm ca. –50 cm ca. –70 cm ca. –90 cm 5 1 2 5 1 8 494 500 506 5 1 2 5 1 8 494 500 506 1 1 3 1 1 7 1 2 1 1 25 1 29 1 33 1 3 7 Abb. 10 Cham- Hagendorn. Areal der Grabungen 1944/1945 innerhalb der Felder 2003/2004. Aushub - tiefe der Grabungen 1944/1945. 0% ! 10 % ! 20% ! 30% ! 40% ! 50% ! 60% ! 70% ! 80% ! 90% ! 10 0 % ! Pos. 1 9 (52 m  ) ! P os. 96 (35 FK) ! Pos. 1 38 (96 FK) ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! Horizont 4 ! Horizont 3 (Schmiede) ! Horizont 2 (W assermühle) ! Horizont 1b (Heiligtum) ! Horizonte 1a/1b ! Horizont 1a (Heiligtum) ! Abb. 11 Cham- Hage ndorn. Antei l der 1944/1 945 au s- gegr abenen Schic h- ten (Pos. 19) am Aush ubvolu men (m³) , die sich a uf- grun d der Rekon- stru ktion des da ma- lige n Abba us ein em Hori zont z uweise n lass en, so wie An teil der damals durch - wühl ten Sc hichte n (Pos . 96, 138), die sich anhan d des Vork ommens bzw. Fehl ens vo n Schm ie- desc hlacke n in d en Abba ukompl exen (Fun dkompl exen, FK) einem Horizo nt zuwe isen l assen. Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:02 Seite 16 1.2.3 Verknüpfung der beiden Ausgrabungen F ür d i e A u sw e r t un g d er G ra b u n ge n s in d d i e ve rsc hi ed ene n Ka mp agn en z usa mm enz uf as- sen u nd mit ein and er in Ve rbi ndu ng zu br in- g en . D i e A u f s ch l ü s se d er n e ue n G r a b un g e n von 2003/2004 lassen einige Aussagen zu Um- f an g u n d Au s m a ss d e r A lt g r a bu n g e n v o n 1944/1945 zu sowie zur Schichtzuweisung der damals erfassten Sedimente. Ferner liefert die Ve rk nü pf un g v on A lt fu nd en m it s tr at if iz ie r- t en F un d e n d e r n e ue n G r a b un g e n w ic h t i ge Hinweise zu deren Schichtzugehörigkeit. Di e G ra b un ge n 1 94 4 /1 94 5 b et r af en ei n Rech teck von rund 290 m² zwisch en de n Ach - sen 113 und 137 bzw. 496 und 515 (Abb. 10). Im Ber eich der Bachr inne 42 3/550 (Achse 506 zwi sch en A chs e 11 7 u nd 131 ,40) wu rden au f einer Län ge vo n 14, 40 m und ein er Br eite von 2,3 0 m sämtl iche römis chen S chicht en bi s in den ans teh ende n Bo den ent fer nt, so das s di e 2003 / 200 4 west lich u nd öst lich der al ten Gr a- bung sfläche erk annten Sch ichtabf olgen nic ht mehr mite in and er z u ve rbi nde n wa ren (s. Kap . 2. 1.2 ). F er n er mü ss e n d ie 1 94 4/ 1 94 5 a u f d er So hle der G rab ungs flä che a nge trof fen en, n och intakten römischen Schichten mehr oder we- nig er stark d urch wühl t wor den sein, so das s sie 20 03 / 20 04 n ur no ch a ls « ge st ör t» zu b er ge n wa r en ( s. Pos . 9 6, 1 3 8) . Na ch A b sc hl u ss d er Grab ungen ver füllte man 194 5 das Grabu ngs- loch mit dem Aus hub, der 20 03/200 4 masc hi- nell wied er ent fernt wurde (Pos. 19). Befund und Schichtzuweisung 19 44/1 945 wurd en in sges amt rund 284 m ³ Er- de a usg eh obe n, w obe i der en 2 32 m³ au f die ne uze it lic he H um uss ch ich t (P os. 1) und die na chr öm isc he n Sc hwe mm sch ic hte n (P os . 2) en tfi ele n. A nge sic hts der K uba tur ist z u fra gen , ob die rezenten Schichten nicht zum Teil ma- sc hin el l o de r m it Ba ua rbe it ern b zw. in d en ni ch t er fa ss te n Ta ge n 19 44 ab ge st os se n wor de n sind (s. Kap. 1.2 .1 mit Anm. 8). An römisc hen Sc hic ht en un te rsu ch ten die A us grä be r von 1944 /1945 etwa 52 m³, was für die erwähnt en 17 Arb eit sta ge ein e T age sle ist ung von 0, 4 m ³ pr o A us grä be r e rg ibt , ei n W er t, de r dur ch aus he uti gen Er fa hru ngs wer ten en tsp ri cht . Anh and des 20 03/2 004 er fasst en Rel iefs , da s s ic h n ac h d em En tf ern en de r Wi ede rei n- füllung von 1945 (Pos. 19) zeigte, und im Ver- gle ich mi t d en ben achb arten i ntak ten Pro fil - aufschlüssen von 2003/2004 (s. Beil. 3 und 4) lässt sich er mitteln, welche Schichten der Aus- h ub v o n 1 9 44 / 1 9 45 u mf a s s t h a be n k ö n n te . Fern er lasse n s ich die 194 4/194 5 d urchwü hl- t en S c h ic h t e n ( P o s . 9 6 , 1 38 ) b e ur t e i le n , s o dass sie mit einiger Wahrscheinlichkeit einem Ho riz ont zu gew ies en we rde n kön nen , wob ei in j e de m Fe l d zu ü b er pr üf en i s t, a us w el c he r Schicht die unter Pos. 96 (körniger Kies) sowie u nt e r P o s. 1 3 8 (S a n d u nd K i e s m i t g r öb e r e n Steinen) abgebauten Fundkomplexe ur- sprünglich stammen könnten 16 . Zur Ü berpr üfung d ieser Schich tzuwei sun- gen haben wir überd ies den Ante il der Schm ie - desc hlack en her angezo gen: D enn es ist z u ver- mu t en , d as s F un dk o mp le x e, d ie v ie l e Sc h la - ck en e nth al te n, a us Sc hi ch te n s ta mm en , di e mit ein er der beiden Sch mieden – Horiz ont 1a (s. Kap. 2 .5.1) bzw. Horizo nt 3 ( s. Ka p. 2.8 ) – in Verb indun g zu b ringen sind . Der Aushub 1944 /1945 (Pos. 19) dürfte zu gu t 40% S ch ich ten u mf ass t hab en ( Abb . 11 ), die Funde der Ho rizonte 1a und 1b enthielten, nämlich Ablagerungen des Horizontes 1a, der ers ten und zw eite n Ü bers chwe mmun g s owie Planien für Damm 3, die den Bauhorizont der Wa ss er mü hl e de s H or iz on te s 2 da rs te ll en . Je gut 20% sche inen Schic hten betro ffen zu ha- ben, die Funde des Horizontes 2 (Wassermüh- le) bzw. der Schlackenhalde (P os. 4) des Hori- zo nt es 3 b ar ge n. Le di gl ic h gu t 1 0% k ön nt en F un d e d e s j ü ng s t e n H o ri z o n te s 4 e n t h al t e n haben. Auch be i den durchwühlten Schichten f äl l t a u f , d a ss F un d k o mp l e xe , d ie w oh l d e m H or i z o nt 1 a z u zu w e i se n s i n d , m i t ü b er 5 0% ( Po s . 9 6 ) b z w . ü b e r 8 0% (P o s . 1 3 8 ) m it Ab - s ta n d a m b e s t en v e r tr e t e n s i n d , g e f o lg t v o n F un d e n de s Ho r i zo n t e s 2 (P o s . 96 ) . Z u s a m- me nf as se nd k ön ne n wi r sa ge n, d as s d ie G ra - bu nge n 1 944 /1 945 vo r all em Fu nd sch ich ten des Horizontes 1a und – in geringe rem Mas se – des Horizontes 2 zutage gebracht haben. Me hre re s te hen de P fäh le w urd en i n be i- den Grabungen erfasst (s. Kap. 2.7.1 mit Abb. 10 4) 1 7 . Si e erm ög lic he n, di e Be fun de d er be i- d en K a m p ag n e n z u r D e c k un g z u b ri n g e n. 15 Leider hat sich bei den Messpunkten 22–30 ein systematischer Fehler eingeschlichen, so dass sie auf Beil. 1 nicht erscheinen. 16 Laut den Ausgräbern lassen sich die beiden Schichten Pos. 96 und Pos. 138 oft kaum voneinander trennen. Pos. 96 soll an Pos. 4 (Horizont 3) erinnern, Pos. 138 an Pos. 95 (1. Überschwemmung). Während Letzteres aufgrund der vermuteten Zuweisung bestätigt werden kann, scheinen die unter Pos. 96 abgebauten Fundkomplexe aus verschiedenen Schichten und nicht nur aus Pos. 4 (nur 9%) zu stammen (s. unten). 17 Pfähle: Pos. 102, 128, 129, 233, 244, 247, 248, 260, 261, 266, 267, 320, 322, 323. 17 1.2 Die Ausgrabungen 1944/1945 und 2003/2004 Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:02 Seite 17 h or i zo n t d es H or i zo n te s 2 zu r W a ss e rm ü h le (Pos. 476) bzw. als Rutschungen nach der ers- ten Überschwemmung (Pos. 470) ansprechen (s. Kap. 2.7.7 bzw. 2.4.2) 18 . Die Keramikfunde (P o s. 4 7 0) d ür f te n d em n ac h z ur H au p ts ac h e d em Ho r i zo n t 1 a z u z u re c h n en se i n , de s s e n B au t e n ( Ka p . 2 . 5. 4 ) v om e r s t en H o c hw a s s er zerstört worden sind. D ie 1 94 4 / 1 94 5 a ns c h l ie s s e nd w ei t e r nör dli ch im Be reic h ein es nac h Wes ten fl ies- senden Gewässers erfassten Schichten dürften de n 2 0 03 /2 0 04 in de r R in n e 4 23 a n ge t ro ff e - n en S e di m e n te n d e r d r i t te n Ü b e r sc h w e m- m un g ( P os . 4 3 2, 4 64 , 4 6 5) en t s pr e ch e n . D ie darin geborgenen Werkhölzer, darunter zahl- reiche Holzbr ettchen und eine mächtige höl- zerne Radnabe sowie ein ganz erhaltener Läu- ferste in e iner Mühle und meh rere Fragmen te von Mühlsteinen (s. Kap. 1.2.1), sind als Reste der Wassermühle des Horizontes 2 anzusehen (Kap. 2.7.2). Der etwa 7 m östlich der Wasser- mühle ang etroffen e Lä ufer (Pos. 44/49 ) la g a uf dem 2 003/ 2004 e rfas ste n D amm 3 (P os. 19 7, 303), in dem der oberirdisch e Zuf lusskanal zur W as s e r mü h l e v e r a n ke r t wa r ( s . Ka p . 2 . 7 . 4) . Funde Zwei spezielle Fundkategorien bieten eine w ei t e r e M ög l i c h ke i t z u e ra h n e n, w e l c he Sc hic ht en 19 44 /19 45 a nge sch ni tte n wu rde n bzw. aus welchen Schichte n da s da mals gebor- gen e F undm ateri al zur Ha uptsa che st ammen k ön n t e . E s s i n d d i e s z u m e i n en d i e i n u n g e - w öh n l ic h g r os s e r Z ah l g e f un d e ne n P f i rs i ch - stei ne ( über 400! ) un d zu m a nderen die zah l- re ic h en T on sc h er be n b ei de r G ra bu ng en , d ie aneinander passen oder zumindest so ähnlich si n d, da s s si e v o m gl e ic h en G e fä ss st a mm e n könnten. Pa sss ch erb en ver bi ndu nge n : S cho n be i de r A uf - nahme der Keramik hat sich gezeigt, dass sog. Pass scherben , a npassen de Scherbe n od er Frag- m en t e , d ie m i t g r os s e r W ah r s c he i n l ic h k e it v om g le i c h en G ef ä s s s t am m e n , v o rh a n d en si n d. D i es b e we gt e u ns , w äh r en d d re ie r W o- c he n e i n e g ez i e lt e S u c he n ac h P a ss s c he r b en v or z u n eh m e n , i n de r H of f n u ng , d as g r os s e und schöne Keramikensemble der Altgrabun- ge n 1 94 4/ 19 4 5 an d ie in d en Ne ug ra bu n ge n 2 00 3 / 2 00 4 e r k a nn t e S t ra t i g ra p h i e u nd P h a - sengliederung anknüpfen zu können 19 . Ferner erhofften wir uns eine Überprüfung der strati- g ra p hi s ch e n A us w e rt u ng un d P h as e n zu w ei - sung (s. Kap. 2.1.1) 20 . Insgesamt waren weit über 400 Passsche r- b en v e r bi n d u n ge n z u f i n d en ( s . A b b . 39 , 4 3 , 18 1 Einleitung Auch einige liegende Hölze r (Pos. 44/3, 44/21, 4 4/ 2 6 , 44 / 3 2 b z w. P o s. 1 33 , 13 4 , 25 4 , 25 7 ) hatte man 1944/1945 erfasst und liegen gelas- sen, so dass sie 2003/2004 erneut angetroffen wu rden , wob ei in des m it Ve rsc hie bun gen z u rec hne n und in j ede m F all di e urs prü ngl iche Fundlage abzuklären ist. D ie im F r ü hj a h r 1 9 44 v e r l eg t e R o h rl e i - tun g d ürfte d er Tonl eitu ng (Pos . 7 0) der Gr a- b un g en 2 00 3 /2 0 0 4 e nt s p re c he n , w e lc h e d i e Fe lde r 16 1, 1 49, 1 48, 1 22 , 12 0, 11 8 vo n Sü d- west en nach No rdost en durch quert e. Sie war in einem 1,5 0 m ti efen Graben (UK ca . 39 3,29) vers enkt worde n u nd l ag 1 ,35 m ( UK 393,44 ) unter der Oberfläche (s. Beil. 3b). Die 1944 im Südwesten als Erstes erfasste römische Fundschicht lag in etwa 90 cm Tiefe innerhalb einer muldenartigen Vertiefung im l eh m i g en U nt e r g ru n d ( P o s. 6 , 1 4 7) u nd b e- stand aus Sand, der stark mit zum Teil grossen Keramikf ragmenten, Holza bfällen und Pflan- zen res ten d urc hse tzt wa r (s. K ap. 1. 2.1 ). Au f- g ru n d d e r B e ob a c h tu n g e n v on 2 0 0 3 /2 0 0 4 muss es sich um die in der sog. Bucht 424 an- getroffenen Pos. 476 (vor allem Pflanzenreste) und Pos. 470 (v or allem Keram ik) handeln , d ie wir als oft feuchtes Niveau bzw. D ekantations- 0% ! 10 % ! 20% ! 30% ! 40% ! 50% ! 60% ! 70% ! 80% ! 90% ! 10 0 % ! 1 944/1 945 (n = 20 1) ! Horizont 1a (n = 63) ! verlande ter Bach (n = 2 4) ! Horizont 1b (n = 52) ! Horizont 2 (n = 4 7) ! Horizont 3 (n = 56) ! Pfirsichsteine (n = 71) ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! aus Horizont 3 (Schmiede) ! aus Horizont 2 (W assermühle) ! aus Horizont 1b (Heiligtum) ! verlande ter Bach 423 (Horizonte 1a/1b?) ! aus Horizont 1a (Heiligtum) ! Abb. 12 Cham- Hagendorn. Anteile der sicheren und mögli- chen Passscherbenver- bindungen und der stratifizierten Pfirsich- steine je Horizont. Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:02 Seite 18 45–47), von denen 251 (57%) anpassende Scherben darstellen, während 192 Fragmente (43%) aufgrund ihrer grossen Ähnlichkeit da- für sprechen, dass sie von ein und demselben Gefäss stammen könnten. D i e Ke r a m i k d e r Al t g r a b u n g e n 1 9 4 4 / 19 45 lä sst sic h mi t 139 Ver bin dun gen , 69 s i- c he r e n ( 5 1 %) u nd 7 0 m ö g li c h en ( 49 % ) , m i t ein er S chi cht d er Gr abu nge n 200 3/2 004 v er- k n ü p f e n , d i e e i n e m H o r i z o n t z u g e w i e s e n we rd en k an n. Da zu k om me n 62 Ve rb in du n- ge n, z ur H äl fte s ic he re, z ur H äl fte un sic he re, mit Fra gment en, die zw ar aus den 194 4/194 5 durc hwühl ten Schi chten (P os. 96, 138 ) st am- men , si ch ab er an han d der o ben d arg eleg ten Ü b e r l e g u n g e n m i t e i n i g e r W a h r s c h e i n l i c h - k ei t i n d i e S c h ic h t en s e qu e n z e i n bi n d en l a s- sen, so dass es für insgesamt 201 Gefässindivi- d u e n m ö g l i c h o d e r z u m i n d e s t w a h r s c h e i n - lich wird (100 bzw. 101 Exemplare), sie einem der vier Ho rizont e zuzuwei sen, dem Hori zont 1a od er 1b, d ie bei de grö sste nteil s ein He ilig - tum be trafe n (s. Kap. 2 .5.4, 2 .6.3, 3 .2.4), d em H o r i z o n t 2 d e r W a s s e r m ü h l e ( s . K a p . 2 . 7 , 3. 2. 4) s ow ie d em H or iz on t 3 e in er S ch mi ede (Kap . 2.8 , 3.2 .4) 21 . Wi e sc ho n di e Re ko ns tr uk ti on de s Sc hi ch t- ab bau s d er Gr a b u ng e n 1 9 4 4/ 1 9 4 5 w ah r - s ch e i n li c h m a c h t ( s . o b en ) , s c h e in t si c h d a s K er a m i ke n s e mb l e d e r A lt g r a bu n g e n 1 9 4 4 / 1945 aufgrund der Passscherbenbe ziehungen m eh r he i tl i ch au s G e fä s s en z u s am m en z us e t- ze n , di e u rs pr ün g li ch a u s de m H ei li gt u m im N or d o s te n d er G r ab u n g sf l ä c he s t am m e n ( Ab b . 1 2 ) , w o b ei g ut 3 0 % d e m ä l t er e n H o r i - zont 1a und gut 15% dem jünger en Ho rizont 1 b z u z u we i s e n s i n d . G u t 1 5% s t a mm e n a us dem währen d der Phas e 1b verl andeten Bach 423 (Pos. 309); diese Scherben können sowohl vom Horizont 1a als auch vom Horizont 1b in die Bachverfüllung verlagert worden sein. Die d oc h b e t rä c h t li c h e n A nt e i l e v on 9 % f ü r d ie Pa sss ch erb en a us de m Ho riz on t 2 bz w. s oga r 28% aus dem Horizont 3 warnen indes davor, d as Ke r a mi k e n se m b l e d e r Al t g r ab u n g en al s ganzes pauschal dem Heiligtum (Horizonte 1a /1 b) z uz uw ei s en , au ch w en n f ür d ie se b ei - de n jü ng er en H or iz ont e a ufg ru nd d er v ie le n Ü be r s c hw e m m un g e n (s . K a p. 2 . 4 ) m i t e in e r gew isse n V ermi sch ung zu re chne n ist. I n d er T at l ä ss t s i c h e i n e s o l ch e a u c h a n h an d d e r P as s s c he r b e n n a c hw e i s e n: D i e H o r iz o n t e 2 und 3 enthielten offensichtlich einiges Mate- r ia l a u s d en z u v o r a b ge l a g er t e n S ch i c h te n (Horiz onte 1a/1b), das sich in immerhin je gu t 30% der Passscherben manifestiert. Pfir sichs teine : 1944/1945 kamen 333 Pfirsich- s te i n e z u m Vo r s c he i n , e i ne un g e w öh n l i ch gr oss e Za hl i n B ez ug a uf di e un ter su cht e Fl ä- che (290 m²). Da diese Fundgattung auch un- te r Fe uch tb ode nb edi ng ung en n ich t al ler or ts u nd n ic h t i n j ed e r S c h ic h t z u e rw a r t en i s t , kön nten di e 2 003/ 2004 ge borg enen Pf irsi ch- s te i n e u n s e b en f a l ls an z e i ge n , m i t w e l ch e n Schich ten d ie Al tfunde zu verknüp fen s ind 22 . V on d e n 73 s t r at i f i zi e r t en P f i rs i c h st e i n en stammt die überwiegende Mehrheit, nämlich de r en 5 4 (7 4% ) au s Sc h ic ht en de s He i li gt um s in d er N or do s te ck e de r G ra bu n gs fl ä ch e ( s. A bb . 1 2; s. Kap. 2.5 , 2. 6), 14 aus dem älter en H orizon t 1a und 40 au s dem jünge ren Ho rizont 1b. Da die re stli chen Pf irsi chst eine in un mitt elba rer Nä he ( Fel de r 10 7, 1 08, 1 11 u nd 1 17) b zw . in Überschwemmungsschichten zum Vorschein ka men , is t d av on au sz uge hen , da ss s ie na ch- t rä g l ic h a u s e i n er Sc h i c ht de s Ho r i zo n t es 1 a o de r 1b v er l a g er t wo r d e n w a re n un d so m i t ebenfalls zum Ensemble zu zählen sind. Somit gla uben wi r, die 194 4/19 45 gefu ndene n P fir- sichsteine mit guten Gründen in den gleichen Kontext stellen zu dürfen. Der Befund legt na- he (s. Kap. 2.5.4, 2.6.3), dass im Heiligtum ein Pfirsichbaum stand, dessen Früchte vor allem am Ende de r P hase 1b nic ht mehr auf geles en wu rde n und so in di e Sc hic hte n kam en (s . auc h Kap. 3.11.3). 18 In Pos. 476 fanden sich 1775 unverkohlte Pflan- zenreste (20 pro Liter) und lediglich 13 Scherben, in Pos. 470 hingegen nur 88 Pflanzenreste (88 pro Liter), jedoch 141 Scherben. 19 Zwei Studentinnen, Adina Wicki, Universität Ba- sel, und Yolanda Alther, Universität Zürich, führten die Suche unter der Leitung von Ines Winet durch, unter- stützt von Dorothea Hintermann, KMUZ. Allen Beteilig- ten möchten wir für ihr gutes Auge und ihre grosse Be- harrlichkeit herzlich danken. 20 Zur Auswertung der Passscherbenbeziehungen zwischen den Schichten innerhalb der Grabungen 2003/2004 s. Kap. 2.4–2.8. 21 Bei Horizont 1a ist je nach Fundlage auch eine Zu- weisung zur älteren Schmiede oder zum vermischten Bereich (ältere Schmiede oder älteres Heiligtum) mög- lich (s. Kap. 3.2.4, 4.1.1). 22 Zur Häufigkeit und Seltenheit sowie Stetigkeit von Pfirsichsteinen in Fundschichten vgl. z. B. Biesheim- Oedenburg (Dép. Haut-Rhin, F; P. Vandorpe/St. Jacomet in: Reddé 2012, Bd. 2, 29 f.); s. auch Kap. 3.11.3. 19 1.2 Die Ausgrabungen 1944/1945 und 2003/2004 Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:02 Seite 19 Fazit : S ow oh l di e Pf ir si c hs te in e wi e au ch di e Passsc herben legen nah e, da ss di e 19 44/1945 g eb o r g en e n F u nd e z u r H au p t s ac h e a u s Schi chten des He iligtu ms i n d er N ordost ecke der Grabungsfläche stammen (s. Abb. 12), wie e s s c ho n d i e R e ko n s t ru k t i on d e s A u sh u b e s vo n 19 44 /1 945 w ah rs ch ein li ch g em ach t ha t (s. oben). Dennoch ist bei den weniger spezifi- s ch e n F u nd e n , i n s b es o n d er e d e n T i e r kn o - chen, vor einer bedenkenlosen Zuweis ung zu den Ho rizon ten 1a und 1b Vo rsic ht g ebot en, d en n w i r kö n n e n n ic h t a us s c h li e s s en , d a s s diese – zumindest zum Teil – aus den jüngeren H or i z o nt e n s t a mm e n , d em H or i z o nt 2 z u r Wassermühle und dem Horizont 3 zur jünge- ren Schmiede, und somit in einen völlig ande- ren Kontext zu stellen sind. 1.3 Projektgeschichte Ines Winet D ie Res ult ate der Neu gra bun gen 200 3/2 004 be w og en d as M us e um f ü r Urg e sc hi c h - te ( n) Z ug un d d ie K an t on sa r ch äo l og ie Z u g, dies en wichti gen römi schen Fun dplatz aus zu- we rt e n. Ei n e Z u sa mm en ar be it z wi sc h en de n beid en Inst itutio nen bot si ch an, da di e Funde de r e rs t en G r ab un g en v o n 1 94 4/ 1 94 5 i n d er Obhut des Mus eums und jene der Grab ungen 20 03/ 200 4 in d erj eni ge n der Kan ton sar chä olo - gi e lieg en. I m Auf tra g von S tef an Hoc hul i, dem Kan tonsa rchä ologe n, und Ulri ch Eber li, dem Mus eum slei ter , beg leit eten Gish an F. Sch aer en seit ens der Kan tonsar chäol ogie und Dor othea Hint erman n sei tens des Museu ms das Projek t. Di e A uf tr a gg eb e r l ie ss e n 2 00 8 e in A u sw er - tungsk onzept von Christ a Ebnöt her erstellen . Gemäss diesem sollte sie die Fundstelle in Zu- sam mena rbe it mit eine m Team , bes tehe nd aus ver schi eden en S pezi alis tinn en u nd S pezi alis - ten, wiss enscha ftlich aufa rbeite n. 2009 st artete das Pr ojektt eam die Aus wer- tung unte r der Leit ung von Christa Ebnöt her. Si e s el be r n ah m s ic h d er B ef u nd au s we rt u ng an , Ine s Wi net beg ann m it der Ker ami kau swe r- tung un d un terstü tzte Chri sta Ebnö ther in ad- mini strat iven Belange n sowie bei der Fundv er- walt ung. Aufg rund ihre r B erufun g a n de n V in- do n is sa - Le hr s tu hl de r U n iv er s it ät Ba s el u n d weiterer Arbeitsverpflichtungen entschied Ch r is ta E bn ö th er , da s P ro je kt C h am -H a ge n- do r n p e r En de 2 00 9 zu v e rl as se n. F ü r d i e B e - fu n da us w er tu n g ko n nt e Ca t y S c hu ca n y ge - wo n ne n w er d en . D ie Pr o je kt l ei tu n g la g ab 2010 in den Händen von Caty Sch ucany un d Ines Winet. In Zusamme narbeit mit den M it- aut ori nnen u nd Mitau tore n Eck hard Desc hler - Er b , S ab in e D es ch l er -E r b, S te p he n D os w al d un d M ar k us P et e r, D o ro th e a H in te r ma nn , Lu dw i g E sc h en lo hr , Re na ta H ub er , Ve ra H u- be r t un d Ma r ie W ö rl e, K r is ti n I sm a il -M e ye r und P hilip pe Ren tzel, Maria nne Senn, V incen t Se rne els u nd Ild ik o K ato na Se rne els , Ric ha rd Sy lv es tr e, Pa tr ic ia Va nd or pe u nd Lu ci a Wi ck so w ie J oh an ne s W ei ss i st i nn e rh al b vo n v ie r Jahr en da s vorl iegend e Wer k ents tande n. E in g r o s se r D a n k g eh t n i c ht n u r a n a ll e M it a ut o r in n e n u nd M it a u to r en f ür da s g u t e Geling en, s ondern auch an Doroth ea Hi nter- m an n f ü r e i n u mf a s s en d e s L e kt o r a t u ns e r e r Texte sowie an Daniel Hartmann für die sorg- fältige Redaktion und Buchgestaltung. 1.4 Ziele und Vorgehen Caty Schucany und Ines Winet Z i el d e r U n te r s u ch u n g is t e s , B ef u n d u nd Fu nde so woh l de r A ltg ra bun g 1 944 /1 945 al s a uc h de r N eu gr ab un g 2 00 3/ 20 04 m it ei n - ander zu verbinden und umfassend auszuwer- ten (Kap. 2 und K ap. 3), diese zu datier en (Kap. 4) und zu deuten (Kap. 5) sowie in einen grös- s er e n Zu s am m e n h an g in s b es o n d er e in n e r- hal b d es Sied lungs raum es zu ste llen (K ap. 6). D ie e i n ze l ne n A u to r in n e n u nd Au t or e n a rb e i t et e n z u er s t u n a bh ä n g ig v o n e in a n d er . Nac h A uswer tung des Be fund es wurd e i hnen d ie P h as e n z uw e i s un g d e r e i nz e l n en F un d - k om p le x e z ur V e rf ü gu n g g e st e ll t , s o d as s s ie i hr M at e r i al i n d ie S ch i c h te n a b fo l g e e i n g e- bu nde n an aly si ere n ko nnt en. Z we i A ut ore n- treffen 2010 und 201 1 dienten dem Informa- t io n s a us t a u sc h . En d e 20 1 1 l ag e n d i e M a n u - sk ri pt e de r Mi ta ut ori nn en u nd - au tor en v or , so dass die Projektleiterinnen deren Ergebnis- se mitein ander verwebe n un d in die Te xte ein- binden konnten. Die vorlieg ende Publi kation ist nicht line- ar aufgebaut, v ielmehr werden die verschiede- nen Aspekte in den einzelnen Kapiteln jeweils un t er e in e m be s ti mm te n B li c kw in ke l v or ge - stellt und diskutiert. 20 1 Einleitung Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:02 Seite 20 2.1 Einleitung 2.1.1 Vorgehen V on C hri st a Ebn öt her , de r er ste n Be fun d- b ea r b e it e r i n (s . K a p. 1 . 3) , l a g en e i ni g e V or a r b ei t e n z u r B ef u n d au s w e rt u n g vo r , v or a ll em fü r d i e Z on e , w o 2 00 3 /2 0 04 d i e T er r a- k ot t a - Fi g u r in e n z u m Vo r sc h e i n g ek o m m en w ar e n ( F e l d 1 5 4 ) . N a c h d e m A r b e it s a n tr i t t 2010 erfasste ich als Erstes sämtliche Flächen- aufnahmen in einem Ges amtplan mitt els des Programmes Illustrator, angeordnet nach Ab- stichen in bis zu acht Ebenen. Die 1944/1945 erfassten Hölzer kamen in eine eigene Ebene. An s ch li e ss en d a na ly s ie rt e i ch s ä mt li ch e Quer- und Längsprofile , indem ich die Schi ch- ten mit einer jeweils eigenen Harris-Matrix er- fa ss t e. A us d ie se n S ch ic ht ab f ol ge n si n d zw ei s yn t h e ti s c h e A b f o lg e n e nt s t a nd e n ( B ei l . 2 ). Die insg esam t fü nf Üb ersc hwem mung sere ig- ni ss e er la ube n es, di e er fa sst en Sch ic hte n, Hori- zonte und Bau struktur en ü ber die ganze Gra- bun gsfl äche zu sy nchr onis iere n u nd den un - t er s c h ie d l ic h e n P h as e n z u z u we i s en ( s. a uc h Kap . 2.1 .2) 2 3 . Ans chli ess end wu rde n d ie de n- drochronologisch datierten Hölzer in den Be- fu nd un d in di e ein ze lne n P has en ei nge bu n- de n ( s. Be il . 5 ). Da ra u s ko n nt en di e G es am t - pläne der einzelnen Phasen erarbeitet werden (s. B eil . 6–1 0). Di ese e nth alt en di e i n der F lä- che dokumentierten Positionen, während die H ar r i s -M a t r iz e n ( B e il . 2 ) d i e i n d e n P ro f i l en dokumentierten Positionen der Schichten so- w ie d ie d a r i n e nt h a l te n e n d e nd r o d at i e r te n H öl z e r w ie d e r ge b e n ( s. a u c h B ei l . 3 u n d 4) . Di e Ph as en gl ie de ru ng , in sb es on de re d ie Ü be r s c hw e m m un g s p h as e n , w ur d e m i t d er m ik r o m or p h o lo g i s ch e n A n al y s e d er a u s ge - w äh l t e n P r of i l k ol o n n en ü b e r p rü f t . B es t ä t i- gung und wichtige Hinweise haben ferner die Passscherben geliefert (s. Kap. 1.2.3). D ie B e sc h r e ib u n g de r Po s i t io n e n le h n t sich eng an die während der Ausgrabung vor- g en o m m en e B e sc h r e ib u n g du r c h Jo h a n ne s Weiss und Benedikt Lüdin an (s. Kap. 1.2.2) 24 . Ange sicht s de r v ielen Höl zer war es ei n ni cht zu un ters chät zend er Vor teil , d ass be ide da nk ihrer ursprünglichen Ausbildung – J. Weiss als ehem alige r Sc hrein er und B. Lüd in a ls ausge - 21 2.1 Einleitung bildeter Innenarchitekt – ein zusätzliches spe- zi fi sc he s Fa ch wis se n mi tb ra ch te n. I hre m g e- s ch u l t en Bl i c k ve r d a n ke n w i r v i e le se h r g e - nau e B eoba chtu ngen un d anre gend e Über le- gu nge n, di e in d ie vo rli ege nde B esc hre ib ung der Positionen eingeflossen sind. Nebe n den mit einer Pos ition snumm er ( Po s. ) ve rs eh en en Be f un de n we rd en je we il s we i - tere S trukt uren a ufgef ührt, d ie kei ne ei gene Num mer trag en. Sie werd en mi t ihr en Koord i- nat en geken nzei chne t, so das s sie sich auf den Pl ä ne n (z . B. Be il . 6– 10 ) un d Ab bil du n ge n l ei ch t finden lassen. Die 1944/19 45 erfasste n Hölzer u nd Be fu nd e w ur de n n ac ht r äg li c h mi t e in er Po - siti onsnu mmer vers ehen, der zur Kenn zeich - nu n g 44 v or ge sc ha lt et is t (P os . 44 /… ). D as V e rm e s s un g s n et z d er A us g r a bu n g weic ht u m 6 0° im Uhrze igers inn von den ge- nord eten Lan desk oordi naten ab . Um di e A n- s pr a c h e z u v er e i n fa c h e n, w i rd i n d e r v o r l ie - g en d e n P u b l ik a t i on N o r d- N o r do s t al s « G ra - bungsnorden» bezeichnet. Di e Ho lz be sti mm un g er fo lgt e in m eh re - r en S c hr i t t en , s o d a s s u n t er s c h ie d l i ch e B e - stimmungsqualitäten vorliegen: Die nicht ge- bo rg en en H öl z er b es ti mm te J oh an ne s We is s grob auf der Ausgrabung, wobei ihm seine ur- sprün gliche Ausbil dung als Schrein er ( s. o ben) zugut ekam. Die Eiche n- u nd N adelhölz er h a- b en s i ch s o g u t b e s t im m e n l a s se n , d o c h b e i anderen Holz arten war er un sicher, so dass der Ante il an nicht be stimm baren Höl zern zie m- lich hoch liegt. Die 372 dendrochronologisch analysi erten Hölzer bestimmte Kur t Wyp räch- tig er, La bor fü r D endr ochr onol ogi e d er Sta dt Z ür i c h , b e zü g l i ch d er A r t, d ie k on s e r vi e r t en Höl zer Wer ner H. Sch och, La bor für qu artär e Hölzer, Langnau am Albis ZH 25 . 2 B e f u n d u n d B a u s t r u k t u r e n Von Caty Schucany. Mit einem Beitrag von Kristin Ismail-Meyer und Philippe Rentzel, in Zusammenarbeit mit Jo hannes Weiss und Philippe Rentzel. «Wir müssen das Resultat im Zusammenhang des Ablaufes sehen und in Visionen denken.» Martin Lory, Forensisches Institut Zürich 23 Für fruchtbare Diskussionen habe ich vor allem dem Grabungsleiter Johannes Weiss sowie Kristin Ismail- Meyer und Philippe Rentzel, IPNA Basel (Kap. 2.2), zu danken, ferner Gishan F. Schaeren, Benedikt Lüdin und Toni Hofmann, ADA ZG, sowie Ulrich Eberli, KMUZ. 24 Korrigiert wurden nur offensichtliche Fehler. 25 Aus der Beschreibung der Hölzer (Positionsnum- mer im Katalog bzw. in den Abbildungslegenden) ist er- sichtlich, ob das Holz dendrochronologisch analysiert wurde (Bestimmung K. Wyprächtiger) oder konserviert ist (W. H. Schoch). Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:02 Seite 21 2.1.2 Stratigraphie und Phasengliederung An han d de r 4 Lä ng spr of ile u nd d er 15 Q ue r- p ro f i l e ( s . Be i l . 3 u n d 4 ) s ow i e d er B e sc h r e i- bung der darin erfassten gut 300 Schichtposi- t io n e n h a b e n wi r d ie S c h i ch t a b fo l g e n i m Westteil wie im Ostteil der Grabungsfläche er- ar bei te n kö nne n (B eil . 2) 26 . A lle rdi ng s la sse n sich diese nicht miteinander verbinden, denn d ie G r ab u n g en 1 94 4 / 1 94 5 h ab e n s ä m tl i c h e S ch i c h ta n s c h lü s s e u n te r b r oc h e n , d a s i e e i n Loch von 290 m² Grundfl äche (14,50 × 20 m) in s G el än de e i ng et ie ft ha tt en ( s . Be il . 5 ), d as me hr h ei tl ic h b is i n d en a ns te h en de n Bo d en reichte (Pos. 19, 96, 138). M i t f o l g e n d e r Ü b e r l e g u n g i s t e s g e l u n - g e n , d i e b e i d e n S c h i c h t a b f o l g e n i m O s t e n und im West en d ennoc h m itein ander zu ver- b i n d e n ( s . a u c h A b b . 3 8 ) : D i e w i e d e r h o l t e n Ü be r s ch w e m mu n g en s t el l e n E r e ig n i s se d a r, d i e d a s g e s a m t e G e l ä n d e b e t r o f f e n h a b e n . Wir ge hen dav on aus, d ass sie in be iden Gr a- bu ng s be re ic he n g le ic he rm as se n S pu re n u nd Ab lag eru nge n hi nte rl ass en h abe n. A ufg run d i h r e r st r a t i g r a p h i s c h e n S t e l l u n g un d i h r e r Ä h n l i c h k e i t w e r d e n v e r s c h i e d e n e Ü b e r - s c h w e m m u n g s s c h i c h t e n im O s t - u n d i m We st te il g le ich ge se tz t. I ns ge sam t l as sen si ch f ü n f Ü b e r s c h w e m m u n g s p h a s e n d e f i n i e r e n (s. Ka p. 2.4) . Darau s ergib t sich fol gende Glie- deru ng 27 : – Hor iz ont 1 a (K ap . 2 .5 ): Sp ur en , B au res te und Horizonte, die vom ersten Hochwas- ser beeinträchtigt wurden. – Erste Überschwemmung (Kap. 2.4.2). – Hor izo nt 1b (K ap. 2 .6) : S pur en, B aur est e und Horizonte, die zum Teil über den Se- di m en te n d er e r st en Ü b er sc hw e mm un g en t st an de n u nd v o m zw ei t en H oc h wa s- s er in M it l ei d e ns c ha f t g e zo g e n w ur d e n. – Zw e i t e Üb e r s ch w e m m un g ( K a p . 2. 4 . 3 ). – Horizont 2 (Kap. 2.7): Baureste und Hori- z on t e , d ie e r s t n ac h d e r z w ei t e n Ü be r - sc h we mm un g e nt st an de n u nd z um Te il v on d e r d r i t te n Ü be r s c h we m m u ng z e r - stört und überlagert wurden. – Dr i t t e Ü b er s c h we m m u ng ( K a p . 2 . 4 . 4) . – Horizont 3 (Kap. 2.8): Horizont, der über den Sedim enten d er drit ten Über schwe m- mung errichtet wurde. – Vi e r t e Ü b er s c h we m m u ng (K a p . 2 . 4. 5 ) . – Ho r i z on t 4 ( K ap . 2 . 9 ) : Ü b e rr e s t e v o n S tr u k t ur e n , d ie n a c h d e r v i er t e n Ü b e r - schwemmung entstanden. – Fü n f t e Ü b e r sc h w e mm u n g (K a p . 2 . 4 . 6) . Diese Gliederung haben wi r nicht nur anhand der d atie ren den Fu nde , i nsb eson der e d er Ke - ramiken sembles, sowi e der sog. Pass scherben ü be r p r üf t u n d b e st ä t i ge n k ö n n en , s o n de r n a uc h a n h a nd d er K al o t t en s c h la c k e n. W äh - r en d K e r am i k , T i er k n o ch e n u n d E i se n f r ag - mente zum nor malen Funda nfall eine r jed en ar chä olo gis che n F un dsc hic ht rö mis che r Zei t geh ören , t riff t dies fü r die Ka lott ensc hlac ken nic ht zu . S ie ge lte n a ls ch arak ter ist isch er Ab - fall vo n Eisenv erarbe itung un d w eisen auf ent- s pr e c he n de s H a n dw e r k h in ( s. Ka p . 3 . 9) . S i e geben somit einer Schicht ein spezifisches Ge- präge. Die vorliegende Gliederung findet ihre Be s tä t ig u ng e b en f al l s i n d er A n al y se de r m i- kromorphologischen Proben (Kap. 2.2). 2.1.3 Zuweisung der datierten Hölzer, insbesondere der Pfähle Pfähle und ste hende Hölzer entziehen sich be- k an n t l ic h m e i st e i n er s t r a ti g r a ph i s c he n Z u - weisung. In Cham-Hag endorn liegen zahlrei- che Hö lzer vo r, die de ndro chron olog isch da - tier t w erden konnte n ( Kap. 4.2. 2). Diese la ssen sich zu drei Zeithorizonten gruppieren: – Hö l z e r v o n B ä u m en , d i e b i s 2 0 0 n. C h r . geschlagen worden sind, – Hölzer mit Schlagdaten von 215 und 218 n. Chr., – Pfähle mit Waldkante um 231 n. Chr. Die Pfäh le des erst en Ze itho rizo nte s lass en sich ei ne r se it s in z we i Ko n st ru kt io ne n be im S üd - ufer (Fe lder 107, 110 , 113) einsc hreibe n (189– 19 9 n . C hr . ), a n de re r se it s i n e in e P fa h lr ei h e (2 00 n. C hr. ) i n der M itt e d er Ri nne 5 50 2 8 . In den 1944 /1945 nicht bee inträc htigt en Sc hich- ten der ersten Überschwemmung (Kap. 2.4.2) fan den sich bei der Pfah lrei he (Fe lder 102, 1 54, 157) sowie nordöstl ich und westli ch der Kon- st r uk ti o ne n b ei m Süd u fe r ( Fe l de r 1 08 , 1 11 bz w . F e ld 1 16 ) za h lr ei c he H ol zr e st e, d ie a ls Schutt dieser Konstruktionen anzusehen sind (K ap . 2. 5. 2 , 2 .5 . 3) . Ei n um 1 90 /2 00 d at ie rt es Holz ( Pos. 293), das in Feld 10 8 unter den Sedi - men ten der e rsten Übers chwem mung auf dem an ste hen den Bo den la g, le ide r a ber ni cht ge - na u dok umen tie rt wo rden ist (s. Anm . 97), ver- bind et die se bis späte stens um 200 n. Chr. e nt- standene n Konstr uktionen mit de m vom ers- te n H o ch wa s se r ü be r sc hw e mm te n H or i zo n t 1a (s. Kap . 2.5). Bohle n, Bretter und insb eson- der e Schi ndeln sprec hen dafür , dass d iese K on- stru ktion en ein Dach trugen 2 9 . Elemen te einer Wass ermüh le lie gen hi ngege n kein e vor . 22 2 Befund und Baustrukturen Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:02 Seite 22 Die um 215 n. Chr. datierten Hölzer (Pos. 23, 111) sind T eile ein er Konst ruktion, mit der m an n a ch de r e r st e n Ü be r sc h we m mu n g d as Ufer der Bac hrinn e 55 0 wi ederh ergest ellt hat (Kap. 2.6.1). Über dieser Uferbefestigung kam da s Ge hn ive au ( Po s. 26 , 60 8) d es H ori zo nt es 1 b z u l ie g e n . F er n e r w u r d e s i e sp ä te r vo m Damm 2 (Pos. 81) des Horizontes 2 überdeckt. Da mit is t der en Zu geh öri gke it zu m Hor izo nt 1b gege ben. Ein in der Rinne 550 erfa sstes, 218 n. C hr. d atiertes Holz (Pos . 10 19), das zusam- men mit weiteren Holzresten (Pos. 894) unter d en S e di m e n te n d e r z w e it e n Ü b e r sc h w e m- mung zum Vorschein kam, stellt eine Verbin- dung zu den dort angetroffenen Pfählen (Pos. 589–592, 930, 933, 935) gleichen Datums dar (s. Beil. 7) und i st z usammen mit d en n icht da- tierten Hölzern als Sc hutt de r Pfah lkonstrukti- o n a n zu s e h en ( Ka p . 2 . 6 . 2) . B o h l en , B r e t te r und Sch indeln (Po s. 573, 799 , 89 3, 900, 921 / 922, 924 ) wei sen auch dies e Kon strukti on a ls üb er da ch te s G eb äu de a us . Wi e de ru m fe hl en Elemente einer Wassermühle. Die u m 2 31 n. Chr . ges chla gen en Höl zer stammen alle von der Wassermühle des Hori- z on t e s 2 o de r e i n er i h r e r zu g eh ö r i ge n K o n - struktionen (Kap. 2.7.2, 2.7.4) 30 . Zwei Bauele- mente der Wa ssermühle, ein e Speichenschau - fel (Pos. 460; s. Abb.111) und ein Achsenlager (Pos. 428), fanden sich in einem Sediment der dr it te n Ü be rs ch we mm un g (s . A bb . 10 4) . D ie ü be r d e n S e d im e n t en d e r zw e i t en Ü b er - s ch w e m mu n g ei n g e br a c h te n D äm m e 2– 4 ( Po s . 8 1 , 1 8 1 , 5 07 ) , d i e d e r A b di c h t un g d e r B ac h r i nn e n 5 50 u n d 5 4 8 di e n t en , g e hö r e n f un k t i on a l z u m a b ge h o b en e n M ü hl e k a na l und müss en u nmittel bar nach desse n Ba u e nt- st an den s ei n, de nn z wi sch en i hne n un d de n S ed i m e nt e n de r z we i t e n Ü b e rs c h w em m u n g w ar e n k e i n er l e i R e st e e i n e s ä l te r e n G e hn i - v ea u s z u r W a ss e r m üh l e z u f as s e n . E rs t ü b e r den Dä mmen 2– 4 w ar ein in te ils ste hende m W as s e r a b g e l ag e r t er s o g . D e k a nt a t i on s h o ri - z on t ( P os . 7 6 6 ) z u f i nd e n ( s . K ap . 2 . 2 .4 ) , d e r späte r vo n d en S ediment en d er vierte n Üb er- s ch w e mm u ng ü be r d ec k t w u rd e . D a mi t s i n d al l die se K ons tru kt ion en d em Ho riz on t 2 zu- zuweisen. 2.1.4 Grundrisse Um d ie of t ni cht i n e in e St ra tig ra ph ie ei nz u- hä n ge nd e n Pf ä hl e u nd P fo s te ns p ur en d en - no ch ei nord nen z u kön nen , gre ifen wir im Fol- genden auf eine in der Archäologie geläufige Me t ho de z ur üc k . S te h en n ä ml ic h d r ei o d er meh r Pf ähle ode r Pf oste n i n ei ner Reih e o der bil den sie son st eine n plau sible n Grun driss , et- wa ei n Rechte ck, so be trach tet man s ie als Ein - heit, auch wenn sich ihre Zusammengehörig- keit stre ng genommen nicht bew eisen lässt 31 . Im vorliegenden Fall sind indes dank der dendr ochron ologisc hen Datier ung einige ge- s ic h e r te R e ih e n u n d Gr u n d ri s s e n a c h ge w i e - s en . M it we i te r en Pf ä hl e n k ön n en w i r s ie zu p la u s i bl e n G e b il d e n e rg ä n z en . E s s i nd d i e s zum einen zwei mehr oder weniger rechtecki- ge Gebilde sowie eine Pfostenreihe mit Daten v or u n d u m 2 00 n . C hr . f ü r d en Ho r iz o nt 1a sowie Reste einer Uferverbauung (215 n. Chr.) un d ei n re cht ec ki ger G ru ndr is s (2 18 n. C hr. ) für den Hor izont 1b, zum and eren Pfäh le d er Wassermüh le und des dazugehörigen abgeho- b en e n Z u l e it u n g sk a n a ls m i t D a te n um 2 3 0/ 231 n. Chr. (s. Beil. 5 und Beil. 6–8). 2.1.5 Erhaltung von Befund, Baustrukturen und Hölzern Di e 2 00 3 /2 00 4 e rf a ss t en H ö lz er w a re n m eh r oder weniger stark verwittert, das heisst in der verti kalen Dimen sion oft nicht mehr vollstä n- dig erhalten, so dass häufig nur zwei Masse zu m es s e n w a r en , n ä m l ic h d i e L ä n ge u n d d i e Breite. 13 P fähle wurd en sowohl 1944/19 45 wie auc h 2003 /20 04 dok umen tie rt. Gu t e in Dr it- tel war bei der zweiten Erfassung 60 Jahre spä- t er u m du r c hs c h n it t l i ch 1 5 % g e s ch r u m pf t , 23 2.1 Einleitung 26 Das Schema zeigt die anhand der Profile erarbei- teten Schichtabfolgen, während die in den Beschreibun- gen dokumentierten stratigraphischen Bezüge im Kata- log genannt werden. Bei Widersprüchen haben wir den im Profil dokumentierten Befund der Positionsbeschrei- bung vorgezogen. 27 Da i m Nordo sten da s Gehn iveau ( Pos. 49 8) des Hori zontes 1b Teil e eine r älter en Phas e enthi elt (s . Kap. 2.5. 3, 2.6. 1; s. a uch Anm . 110) , haben wir zu Beginn der Ausw ertung diese b eiden Phasen mit Hor izont 1 a und Hori zont 1b bezeic hnet, u m dere n Zusam mengehö rig- keit zu bet onen, a uch we nn im L aufe de r Auswe rtung klar geword en ist, dass e s sich doch u m zwei vonein an- der insgesa mt ziem lich u nabhäng ige Pha sen han delt. 28 Pfähle der Bauten beim Südufer: Pos. 246, 248, 267 bzw. Pos. 48, 76, 242, 302, 383; Pfahlreihe: Pos. 873, 594. 29 Bauten beim Südufer: Pos. 287/288, 290/291, evtl. Pos. 130; Pfahlreihe: Pos. 654, 657, 665, 668, 680, 827. 30 Wassermühle: Pos. 323, 403; abgehobener Was- serkanal: Pos. 223, 233, 243, 247, 260, 320, 390, 404; Querriegel in Damm 3: Pos. 523, 545. 31 Schucany 1997. Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:02 Seite 23 2.2.4 Archäologische Horizonte und Überschwemmungsphasen Durch eine Abgleichung der Profile, Funde und Befunde konnten me hrere Phas en zusam- mengefasst werde n, auf die wir uns im Folge n- den beziehen. Die Phasen liessen sich grob in fünf fluviale Überschwemmungsphasen (Kap. 2. 4) un d vi er B enu tzu ng sho ri zon te e int eil en (Kap. 2.5–2.8), die jedoch nicht alle durch die m ik r o m or p h o lo g i s ch e n P ro b e n a b g ed e c k t sind. An dieser Stelle soll versucht werden, die erf asst en Hau ptph asen k urz zu ch arak teri sie- re n, vo n der B asi s he r b eg inn end , al so in d er Abfolge ihrer Entstehung (Abb. 29) . Es werden nur die Schichtnummern erwähnt, die mikro- morphologisch untersucht wurden. Für eine komplette Schichtübersicht siehe Katalogteile in Kap. 2.3–2.9. Natürliche vorrömische Schichten V or de r a n t ik e n N ut z u ng bi l d et e n s i ch im G eb i et von Cham-Hagend orn übe r eine r Rinne nverfüllung aus Moräne (Pos. 152) dichte fluviale Ablagerungen eines vorrömi schen B achlaufes (Pos. 7, 791, 7 97; s. auch Kap. 2.3). Deren Sand- und Feinanteil stammt von ver witte rten Morä nen und Mol assea blage run- gen . D arüb er l age rte sic h ei n l eich t s andi ger Leh m ab ( «g el ber L eh m» , Po s. 6, 1 37 ; Ab b. 30 ). G en er ell zei gen die an steh end en S chic hte n ei ne lei chte Bo - de nb il du n g i n Fo r m v on T on ei ns ch w em mu ng en . Au f di es e m U nt e rg ru nd w ur de n in r öm is ch er Z ei t am bestehenden Bach (Hauptrinne 423/550) ein als Schmiede gedeutetes Gebäude sowie Holzkonstruk- tionen eines ersten Heiligtums erstellt, das vermut- lich auf einer von Wasserläufen (Seitenarm der Lor- ze?) g ebildeten I nsel im Norden ausserhalb des un- tersuchten Geländes erbaut war (Kap. 2.3, 2.5). Die- se al s Hor iz ont 1 a b en ann te Sc hi cht is t in de n mi- kromorphologischen Proben nicht vorhanden. Erste Überschwemmung Infol ge einer erste n Überschw emmung der Lor ze in römi scher Zeit wurde die Hau ptrinn e 423/5 50 woh l au sg e rä um t (s . au ch K ap . 2 .4 .2 m it A bb . 39 ). A be r auch in der so g. Bucht 424 zeigen sich deutli che Ero- sion sspur en 50 . Es s chein t, da ss an diese r Ste lle e ine Fort setzun g der Rinnen bildun g wege n des im Sü den ansteh enden Mo lasserück ens bei Hünenb erg nich t mö gli ch wa r. Anl äs sli ch di ese r Ü ber sc hwe mm ung wu rd e di e u nm it te lb ar a m Wa s se rl au f ge le g en e, wo hl sch on ver la sse ne Sc hmi ede vo lle nd s ze rs tör t (K ap. 2.5. 1), d esg leic hen d ie Ho lzko nst rukt ion en des Heil igtum s (Ka p. 2. 5.2, 2.5. 3). D arauf geri et im Sü- den der instabile Molassehang ins Rutschen. Es bil- dete sich , wo hl au ch du rch menschl iches Zutun , ei n Stein pflaster (Pos. 732; m ikromor phologis ch nic ht erf asst) , da s vo n ein em L ehm ( Pos. 470) übe rlag ert wu rd e . L et zt er er w ur de ve rm u tl ic h e be nf a ll s v om 30 2 Befund und Baustrukturen f eu c ht e n S i t ua t io n e n b e k an n t i st , re l a ti v n ah , s o dass wir das Mili eu hi er a ls su mpfig inte rpreti eren. A m be s t en e r h al t en s i n d d ie A b l ag e ru n ge n i n d e r B uc h t 4 24 , w o o ff e ns i c ht l ic h i n fo l ge H a n gw a ss e r vom Molasserücken eine grössere Feuchtigkeit in den Sedimenten vorhanden war. Anthropogene Anzeiger In Cham-Hagendorn wurden mehrheitlich fluviale S ch i ch t a bf o lg e n b ep r ob t , d ie i h re r s ei t s k au m a n - t hr o po g e n b e ei n f lu s st e A bl a ge r u ng e n a u f we i se n . Am deutlichsten lässt sich menschlicher Einfluss an d en l e h mi g en Da m mk o ns t r uk t io n e n ab l es e n . In den Dekantationsniveaus ist aufgrund der geringen Fliessgeschwindigkeit ausserdem jeweils die grösste A nz a hl vo n M a kr o re s t en vo r ha n de n , w as fü r menschliche Aktivitäten in unmittelbarer Nähe spr ich t. Es han del t s ich um Fe igen säm che n, ein en P fi r si c h st e in u nd e i n n i ch t n ä h er b es t im m b ar e s verkohltes Getreid ekorn. Direkte Begehungss puren, D un g re s te o d e r As c he n , d ie s i ch of t i n N ut z un g s- s ch i ch t e n f es t s te l le n l a ss e n , k on n t en in d en en t - nommenen Proben nicht erfasst werden. Dies weist darauf hin, dass wir uns in einer Art Off-Site-Situati- on, also ausserhalb einer intensiv benutzten Dauer- siedlung, befinden. Zudem ist zu berücksichtigen, dass durch fluviale Aktivität auch Teile von archäo- l og i sc h e n S c hi c ht e n we g ge s p ül t od e r z u m in d es t stark ausgedünnt wurden. Abb. 27 Cham- Hagendorn. Laubblät- ter, durch Verwitterung überprägt, so dass der Zellaufbau kaum mehr zu erkennen ist. Das or- ganische Material zer- fällt bis in feinste Be- standteile, sog. Detri- tus. Pos. 476 (Horizont 2), Dünnschliff Inv.-Nr. 15 08. 717 .1 (s. Be il. 3c ). Abb. 28 Cham- Hagendorn. Dunkel- brauner Dopplerit (blaue Pfeile), entstan- den aus Huminsäuren, die infolge Verwitte- rung aus organischem Material gelöst wur- den. Aus Pos. 476 (Ho- rizont 2), Dünnschliff Inv.-Nr. 15 08. 71 7.2 (s . B eil . 3 c). Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 18.02.14 14:31 Seite 30 Mola sserüc ken her einge schwemm t (Abb . 31) 51 . Der br oc k ig e L e hm ze i gt D ef or ma ti on ss pu r en un d sc hei nt e ben fal ls ant hro pog en bee inf lu sst zu sei n. Na chg ewi ese ne Kom pak tio nen kö nnt en bei sp iel s- we ise durc h Fes tst amp fen u nd Ab sich ern d es inst abi - len Hange s mit grossen Gerö llen entstand en sein 52 . Da rü be r la ge rt e s ic h d ur ch d ie Üb er sc hw em mu ng ein geb ände rter , ki esig er S and ab, der mit Ton ver - mengt ist (Pos. 451, 490, 491, 631/632, 979 ). Selten las sen sich K alzi tkör ner fass en, die woh l aus eine r fri- sche n Morä nenabl agerun g erod iert wurden . Die un- tere Schi chtgre nze fällt oft sehr deut lich aus, so dass von einer Erosion des L iegenden ausgegangen wer- den muss (s. Abb. 31) . Int eressa nt ist, dass die Flies s- geschwindigk eit im Bereich der Bucht 424 offenbar höhe r wa r als in d er Ha uptr inne, was mit eine r Be- sc hle un ig ung de s W as ser fl uss es in ei ner K urv e z u- sa mm e nh än ge n kö n nt e 53 . P fl an zl ic he R es t e ko m- men regelmässig vor, darunter r echt gut erhaltenes Holz , Rind en und Laubbl ätter. Geg en o ben sche int sic h ei ne B eruh igung der Ü be r sc h w em m un g a bz u z ei c hn e n , s o d as s t on i g - feinsan dige Sc hichten zur A blagerung kamen (Pos. 11 2, 1 13 , 13 9) . Im D ün ns ch li ff f as se n wi r hi er g e- b än d er t e , fl u vi a l e Ab l ag e r un g en (P os . 1 13 , 1 3 9 ; s . A b b. 1 5 ), d ie k ar b on a t is c he B es t a nd t ei l e s o wi e Ver witte rung slehm ei ner Morä ne b einh alten . Au f- fä l li g i st , d as s s ie g rö s se r e Me n ge n a n gu t e rh al t e- nem Laub und Moos führen. Wir interpretieren die- se S ch ic ht en a ls zy kl is ch e, f lu vi al e Se di me nt at io n au s fa st st eh en de m W as se r (D ek ant at io ns ni vea u) . In der Rinn e 55 0 la ssen sic h 12 bis 14 wohl jah res- z ei t li c h e Z yk l e n f as s e n, i n B u c ht 42 4 d e r en a c h t, wobei dort nicht die ga nze Sch icht in der Probe er- fa ss t w or de n i st 54 . V erm ut li ch ha t di es e S it ua tio n, na ch de m si c h d as B ac h be tt ( Po s. 3 09 ) vo ll st än di g ve rf üll t ha tt e ( s. un te n, Ho ri zo nt 1b ), wä hr en d 1 0 bis 15 Jahren bestanden (zu jahreszeit lichen Ablage- rungen siehe weiter unten bei Horizont 2). Horizont 1b Anschl iessend lassen sich archä ologisch Bauak tivi- tä t en u nd u mf an gr e ic he I nt er ve n ti on en a n B ac h- läufe n fa ssen (Kap. 2.6.1) , di e au ch m ikromorp holo- gisch analysie rt wer den kon nten. In der Haupt rinne e nt s ta n d e i ne D am m ko n s tr u kt i o n z u r S i ch e ru n g des Ufers. Es lassen sich konvolute tonige Sandschichten fassen (Pos. 498, 757, 790), die relativ viel Holzkoh- le enthalten. Sie weisen regelmässig Gras auf 55 . Eine recht deutlic he Bodenbildung überprägte diese Ab- lagerungen, was sich in Wurzelspuren, Eisenausfäl- lu nge n und T one in was ch ung en äu ss ert (A bb . 3 2) . Die se L ehm schi chte n ha ben sic h o hne Was sere in- fluss gebildet. Wir interpretieren sie als eingebrach- te Bodenu nterlage auf Dam m 1, die dur ch Bo denbil- dung überformt wurde. D ie s a n di g -k i es i ge Sc h i ch t P o s. 3 0 9 s te l l t d ie a b s ch l i e s s e n de V e r fü l l u n g d e r R i n n e 4 2 3 d a r ( s. K a p. 2 .4 . 2 ), d ie v on de r zw e i te n Üb e r sc h w em - mung üb erdec kt wurde un d somit ze itlich z u H ori- zont 1b ge hört. Zweite Überschwemmung D as zw e it e fl u vi a le Üb e rf l u tu n gs e r ei g ni s sc h ei n t si ch a nh an d v on s tr at ig ra ph is ch en Üb er le gu ng en i n zw e i P ha s e n gl i e de r n z u la s s en ( K a p. 2 . 4. 3 ) . Du rc h di e Ü be rf lu tu ng h ab en s ic h zw ei n eu e Ri n - ne n ge b il de t, d ie v o n S ü do st en k om m en de R in ne 54 8 s owi e ein e ge gen No rd en fü hre nde R inn e 6 23 (s. Abb. 43). Der darin sedimentierte kiesige Sand ist n ur l ei c h t g e sc h ic h t et u nd e h er s ch l ec h t s o rt i e rt (Pos. 421 , 450 , 986 ). Er enth ält r und 2 0% To n. Di e nachträgliche Überflutung scheint von stärkerer E ro s io n s kr a ft a ls d ie e rs t e P h as e g e w es e n z u s e in (Pos. 503). Hier kommen vereinzelte kalkhaltige Be- st and tei le vor , w as ev ent uel l m it rü cks chr eit end er Eros ion in e inen Morä nenhan g zu samme nhänge n k ön n te . Im Z ug e di e s er Ü be r sc h w em m un g e n r ut s ch t e n a us s e rd e m T e il e d e s H o ri z on t e s 1 b a b (Pos. 790, 757, s. Kap. 2.6.1). Horizont 2 Zum arc häol ogis chen Hor izon t 2 geh ören di e fe st- gestellte Wassermühle (Kap. 2.7.2) und der im Nor- den g elegene Mühlekanal 422/20 3. Bei funktion ie- render Mühle wurde das Wasser auf einem abgeho- benen Zufü hrungs kanal heran geleite t (Ka p. 2. 7.4), b ei d e r en N i c ht g eb r a uc h b z w. St i l ls t an d h a t m an d as W as s er d ur c h d e n U m le i tu n g sk a na l 4 2 2 /2 0 3 fliess en las sen (Ka p. 2.7 .6). Di e Damm konstrukt io- nen 2–4 sol lten die Hau ptri nne 550 und di e Ri nne 548 abdichten (Kap. 2.7.4). Damm 4 (Pos. 506, 508) in Rinne 548 besteht aufgru nd uns erer Analysen aus ei n em k o mp a kt en , u ng e sc hi c ht e te n s an di g -k i es i- g en T o n, d e r k au m H ol z k oh l en u n d o rg a ni s c he s Material enthält. Er wurde von einer Bodenbildung recht deutlich überprägt. Ein kalkfreier, geschichte- te r Le h m ( P os . 81 ) w ur de i n un mi tt e lb ar er U mg e - bung abgebaut und zur Verstopfu ng der Rinne 550 v er w en d e t. D e r h oh e o r ga n i sc h e A nt e i l v on 2 5 % geht auf Rinden, Laub und Dopplerit zurück. Eben- falls zum Ho rizont 2 gehört ein im Umfeld der Müh- le sowie auf Damm 2 gebildeter, gebänderter, leicht toniger Sand (Pos. 476, 766; s. Abb. 14b, 33). Das or- g an i sc h e Ma t er i al , da s h ie r üb e r 1 5 % a u sm a c ht , geht auf feinste organische Partikel (Detritus), Holz, 31 2.2 Die mikromorphologischen Untersuchungen der Bachablagerungen 50 Die grösseren Ereignisse scheinen eher mit der Lorze gekoppelt zu sein als mit einem lokalen Bach. Es lässt sich nicht feststellen, welche Rinnen bereits vor der ersten Überschwemmung bestanden haben und welche erst hier neu gebildet wurden. 51 Zur Steinschicht Pos. 732 sind ferner folgende Partien zu zählen: Pos. 231, 232, 492 (Grabungsfläche von 1944/1945), Pos. 17, 95, 187 (Rinne 550); s. auch Kap. 2.4.2. 52 Freundlicher Hinweis Johannes Weiss, ADA ZG. 53 Unserer Meinung nach liegt hier demnach nicht eine Bucht im eigentlichen Sinne vor. Wir behalten je- doch diese Formulierung bei, da der Begriff in dieser Verwendung auch sonst in der Publikation auftritt. 54 Rinne 550: Proben Inv.-Nr. 1508.864, 1508.1112 (Pos. 112, 113, 139) und 1508.1568; Bucht 424: An- schliff Probe Inv.-Nr. 1508.666, Pos. 451. 55 Es könnte sich um weggerissene Reste der mit Gras bewachsenen Uferböschung handeln (das heisst um «umgelagerten Humus»). Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 25.02.14 14:28 Seite 31 Probe (Inv. - Nr. 1508.) Bodenbildung Pflanzlic he Reste Rinne Pos. Fazies Tendenz Matrix Holz Baumrinde Laubblätter Zweige Moos Grasreste Makrores ten Erhaltung Modern Bucht 424 571 2 sandiger Ton – – – – – o – o Rinne 623 814 2 sandiger Ton – – – – – – – – Rinne 550 1570 2 toniger Sand – – – – – o – x Rinne 548–55 0 1162 497 toniger Sand – – – – – o – x 5. Überschw emmung Rinne 422 569 3 Sand o o – – – – – o Bucht 424 571 3 sandiger Ton – – – – – o – o Bucht 424 717 3 Sand bis Kies – o o – – – – o R inne 203 1 298 3 t oniger Feinsan d – – – – – o – – Rinne 550 1159 3 sandiger Ton – o – – – – – o Rinne 550 1399 3 Sand – o – – – o – o Rinne 550 864 535 sandiger Ton – – – – – – – – Horizont 4 Rinne 548 1159 485 sandig-k iesiger Ton – x – – – – – x 4. Überschw emmung Rinne 203 1298 29 toniger Sand x x – – – o – o Rinne 550 1399 612 toniger Sand o x o – – o – o Rinne 550 1163 624 toniger Sand – o – – – o – o Rinne 550 1163 765 Sand-Kies – x x – – x – o Rinne 550 569 5 Sand o o – – – o 2 o 3. Überschw emmung Rinne 422 569 406 Sand-Kies o o – – – – – o Rinne 422 569 410 toniger Sand – o o – – x – x Rinne 203 1298 18 Sand x x – – – – – o Rinne 623 816 465 Sand-Kies – – – – – – – – Horizont 2 (M ühle, Kanal 203 –422) Bucht 424 717 476 organischer F einsand – x xxx o o – 1 x Rinne 550 1163 766 toniger Sand o x xx – o x 3 x Rinne 550 1164 766 toniger Sand – o o – – o – x Rinne 550 1164 628 toniger Sand x – x – – – 2 x Damm 4 Rinne 550 1112 81 toniger Sand – x o – – – 4 x Rinne 548 1159 508 sandig-k iesiger Ton – o – – – – – o Rinne 548-550 1162 506 Sand – – – – – o – x 2. Überschw emmung Rinne 550 1399 503 Sand-Kies x x – – – x 1 o Rinne 550 1568 503 Sand-Kies – – – – – – – – Bucht 424 571 421 toniger Sand – x – – – o – o Rinne 623 814 450 toniger Sand – – – – – – – – Rinne 550 1568 986 Sand-Kies o o o – o – – o H o r i z o n t 1 b ; eing ebrachter Lehm auf Damm 1 Rinne 550 1164 757 toniger Sand -Kies – – – – – o – o Rinne 550 1570 498 toniger Sand – – – – – o – x Rinne 550 1569 498 toniger Sand – – – – – x – x Rinne 550 1569 ähnlich 6 toniger Sand – – – – – x – x Rinne 550 1399 790 toniger Sand -Kies o x – o – – – x 1. Überschw emmung Rinne 550 1112 112 toniger Sand – – x – o – 3 xx Rinne 550 1112 113 toniger Sand o – o – o – – xx Rinne 550 1112 139 sandiger Ton o o xx – o o 4 xx Rinne 423 816 309 Sand-Kies – – – – – – – – Rinne 550 864 631/632 Sand o x x o – x 1 o Bucht 424 717 490 Sand-Kies – o o – – – 1 x Bucht 424 717 491? Sand-Kies – – – – – – – – Rinne 550 1568 979 toniger Sand x xx xx – x o – x Rinne 423 571 451 toniger Sand o x – – – o – x Bucht 424 717 470 feinsandiger T on – – – – – – – – Vorrömischer Bachla uf Rinne 203 1298 6 feinsandiger T on – – – – – – – o Rinne 623 814 137 sandiger Ton – – – – – – – – Rinne 203 1298 7? toniger Sand – – – – – – – o Rinne 550 1568 797 Sand – – o o – o – x Rinne 550 1569 797 toniger Sand -Kies – – – – – o – x Rinne 548–55 0 1162 791 Sand – – – – – – – – Rinne 550 1112 152 Sand-Kies – – – – – – – x ! 32 2 Befund und Baustrukturen Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 32 Vierte Überschwemmung Vom archäologischen Horizont 3 konnte keine Pro- b e e n t no m me n w er d e n. I m Mü h l ek a na l 4 22 / 2 03 und in der Hauptrinne 550 folgt auf die dritte Über- schwemmung eine vierte (Pos. 5, 29, 612, 624, 765; s. Abb. 47), die sich von der vorangehenden folgen- dermassen unterscheidet: Der geschichtete Sand bis Ki es fä ll t l ei cht t oni ge r a us (1 5% ), da s re gel mä ssi g vorhandene organische Material geht auf Baumrin- den, Grasreste und seltener Laub zurück. Das Ereig- nis s chei nt im Mü hle kan al und in de r H aup tri nne 5 50 re l a ti v h e ft i g g ew e s en zu s ei n ( s . a u ch K a p . 2. 4.5 ), wo bei i n L et zte re r e ine B eru hi gun g d er fl u- vialen Aktivität gegen oben feststellbar ist (Pos. 612; Abb. 34). Der für die Wassermühle erstellte Damm 2 zur A bdic htu ng de r H aup trin ne sc hei nt mit di ese r Übe rsc hwem mun g d urch bro chen wo rde n z u s ein. Die südliche Rinne 548 mit Damm 4 wurde von der Überf lutung hinge gen k aum betroffe n, s ie v erlande- te weiterhin. In Bereichen der Hauptrinne 550 und im Mühlekanal 422/203 zeigen deutliche Bodenbil- du ng en , da ss n ac h de r vi er te n Üb e rs ch we mm un g hi er ü be r l än ge re Z ei t k ei n Wa ss er m eh r g ef lo ss en i st ; m ög l ic h e rw e is e e nt s p ri c ht d i es e r Un t e rb r uc h der Nutzungsdauer von Horizont 4. Horizont 4 De r ar c hä ol og i sc he H or i zo nt 4 w ar i n ei n er P ro be aus der Rinne 548 enthalten, wo ein sandig-kiesiger Ton (Pos. 485) mit mehreren Baumrinden vorliegt. Sie wird als Planie gedeutet, eine Annahme, welche d ie re c ht de u t li c he n Bo d en b i ld u ng s a nz e ig e r i n Form von Wurzeln und verlagerten Tonmineralien unterstützen. Eine ebenfalls als Planie angesproche- ne Schicht (Pos. 535) aus der Hauptrinne 550 inter- pr et ie re n wi r hi ng eg en a ls fl uv ia le s Se di me nt , da s d ur c h B o de n bi l d un g st a rk ü be r pr ä g t i st ( Ka p . 2.9.1 ) 56 . Möglic herweise geh ört diese Schic ht b ereits zu r nä ch st e n – u nd l et zt en – Ü be rs ch we mm un g 5 (Pos. 3). Fünfte Überschwemmung Als letztes fluviales Ereignis ist in Cham-Hagendorn e in e Ü be r sc h w em m un g d ok u m en t ie r t , d i e in d e r Ha upt ri nne 4 23/ 550 u nd im Mü hl eka na l 4 22 /20 3 Rinden, viel Laub (s. Abb. 20) und seltener Moos zu- rück (s. Abb. 21). Insgesamt sechs Makroreste gehen unter anderem auf Brombeer- und Feigensamen zu- rück (s. Abb. 22, 23). Hinzu kommen mehrer e Ins ek- tenre ste. Die Schich ten haben sich offenbar zyk lisch aus sehr langsam fliessendem oder stehendem Was- ser ausgefällt (Dekantationsniveau). Da dies abgese- h en v o n d e r H a u pt r in n e gl e i ch z ei t i g a u c h i n d er Bucht 424 vorkommt, muss man sich hier während der fu nkt ion ier end en Was ser müh le ein su mpf ige s M il i eu v or s te l l en , s o d a s s z ei t w ei s e F e in s a nd un d L au b in s t eh e n de m Wa s s er a bg e l ag e rt w u rd e (Ab b. 33 ). Mög lic her weis e h and elt es sic h h ier um jah resz eitli che Abl ager unge n, d as heis st u m S ande als Fol ge d er F rühja hrho chwas ser und um Lau bak- k um u la t i on i m H e r bs t . F a l ls d ie s e H y p ot h es e s ti m mt , kö n n en w ir a nh a nd m ik r om o r ph o lo g i - sch er U nter suchu ngen meh rere Jah re g leic hför mi- ger Mü hlenutzung e rkennen. In der Bu cht 424 wa- ren bei bes ser erhalt ener Schic htung rund 28 «Sand- Blä tte r»-N ive aus erk enn bar, wo bei au s a rchä olog i- s ch e r Si ch t v on e i n em Z e it r au m v on 2 3 1– 2 6 0 n . C hr . a us g e ga n ge n w i rd ( K a p. 4 . 3 .2 , 4 .4 . 3 , 4. 5 ) . E s ma ch t de n An sc he in , da ss d as A bd ic ht en d er R in - nen 548 und 550 mit den Dämmen 2–4 einigermas- sen gelungen ist. Dritte Überschwemmung Da s dr i tt e Ü b er sc hw em mu ng se re ig n is s ch ei nt d ie W as s er m ü hl e d e s H or i z on t es 2 z e rs t ör t z u h a be n (s. Kap. 2.4.4 mit Abb. 45). Aufgrund der mikromor- phologischen Resultate kann man von einem erosi- ven Ere ignis spr echen (s. Abb . 16 ). Zu r Ab lager ung ge l an gt e gu t so r ti er te r un d g es ch ic ht e te r Sa nd b is Kie s, d er rund 10 % To n e nthä lt ( Pos. 18 , 40 6, 410, 4 65 ) . O r ga n is c h es Ma t e ri a l u n d H o lz k oh l e n s in d nur s elten vo rhanden. Eine Ve rwitterung der A bla- g er u ng e n l ä ss t s i c h n i ch t f e st s t el l en , wi e au c h i n den m ikromorpholog ischen P roben kei ne eigent li- c he V er l an d u ng d er b ep r o bt e n R i n ne n s p ü rb a r w ir d . Di e s e B e o ba c ht u n ge n l as s e n s i c h f ü r d e n Mü hl ek an al 4 22 /20 3 be st ät ig en . Di e Dä mm e 2– 4, welche die Rinnen 548 und 550 abdichteten, konn- ten dem Hochwasser widerstehen und waren weiter f un k ti o ns t üc h ti g . Da s W as s er l i ef of f en b ar w e it e r h au p ts ä c hl i ch üb e r d en n ör d li c h en M ü h le k an a l 422/203. 33 2.2 Die mikromorphologischen Untersuchungen der Bachablagerungen Sedimentationsunterbruch – nicht vorhand en o selten, schwa ch x gut vorhande n, deutlich xx oft vorhanden , ausgeprägt lehmige Ab lagerung Dekantations niveau sandige Ab lagerung sandig-kiesige A blagerung vorrömisch e Sandablagerung leichte Boden bildung deutliche Bode nbildung starke Boden bildung Abb. 29 Cham- Hagendorn. Über - sichtstabelle über die Fazies. 56 Die in der Probe angeschnittene Schicht ent- spricht nicht der in der Fläche definierten Schicht Pos. 535. Dem Profil nach (Beil. 4b) könnte es sich in der Tat um ein vom Wasser eingeschwemmtes Sediment han- deln. Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 33 mikr omorpho logisch bep robt wurde. Di ese Überflu - tung scheint weniger erosiv gewesen zu sein als die vorangehende, wobei tonige Sande zur Ablagerung k am e n ( Ab b . 3 4; s . A b b. 1 4 b ). I h re S c h ic h tu n g i st w en i g a u sg e pr ä g t, w as mi t d e r r e la t i v s ta r k en Bo - denbildung zusammenhängt, die sich hier manifes- ti er t. S ie äu ss er t si ch in F or m vo n W ur ze lk an äl en , E is e na u s fä l lu n g en , T o ne i ns c h we m mu n g en u n d weitgehendem Abbau des organischen Materials. In de r H au p tr in n e 55 0 u nd i n B uc ht 4 2 4 sc h ei nt d i e Überfl utung stärker agiert zu h aben. Im M ühlekanal 422 /203 kan n m an v on eine r e igen tlic hen Ver lan- d un g s p re c h en . N a ch d ie s e r f ün f t en E in s ch w e m- mung war das gesamte Gelände von Bodenbildung betroffe n; es ist demnach kaum mehr Wasser geflos- sen . 34 2 Befund und Baustrukturen a b Abb. 30 Cham- Hagendorn. a: Detail des vorrömi- schen «gelben Lehms» Pos. 6 (unterstes Drit- tel), erodiert und über- lagert von der sandi- gen dritten Über- schwemmung Pos. 18. Dünnschliff Inv.-Nr. 1508.1298.3 (s. auch Abb. 16). b: Wie a, aber mit ge- kreuzten Polarisatoren aufgenommen. Quarz- sand erscheint bläulich bis weiss, Karbonat bräunlich, Porenraum schwarz. Moderne Ablagerungen In m e hr er e n Pr o be n l ie ge n r ez en t e Ab l ag er u ng e n vor (Pos. 2, 497; s. Abb. 19). Sie zeichnen sich gene- rell durch ei nen hohen Tongehalt (Al-Horizont, fast 4 0% ) , ei ne n m it t l er e n Sa nd a n te i l vo n r u n d 5 5 % u nd e i ne n g e ri n g en o r ga n i sc h en A n t ei l a us . U r - sprünglich handelt es sich hier um fluvial e Ablage- rungen, die jedoch von Bodenbildungen stark über- prägt wurden, illus triert durch Toneinschw emmun- ge n, d eut li ch e Ei se na us fäl lu ng en u nd Wu rz el sp u- re n. Mö gl ic her we is e z ei chn en s ich i m n or dw es tli - chen Bereich der Ausgrabungs fläche auch S taunässe und Pflugspuren ab. a b Abb. 31 Cham- Hagendorn. a: Detail des kompak- ten, verlagerten Molas- selehms Pos. 470 mit Aggregaten (braun, unten). Die erste Über- schwemmung führte zu Erosion und Überlage- rung mit fluvialem Sand (Pos. 491). Dünnschliff Inv.-Nr. 1508.717.3 (s. Beil. 3c; s. auch Abb. 14). b: Wie a, aber mit ge- kreuzten Polarisatoren aufgenommen. Quarz- sand erscheint bläulich bis weiss, Karbonat bräunlich, Porenraum schwarz. Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 22.01.14 09:07 Seite 34 2.2.5 Prozesse und Charakteristiken in den Rinnen und Kanälen Dieser Abschnitt behandelt die Charakteristi- ken der einzel nen R innen und zeigt ihre Ver- bindungen untereinander auf. Hauptrinne 423/550 Der östliche Teil der Hauptrinne 550 wurde mit Ab- stand am ausführlichsten beprobt. Hier manifestie- ren sich auch die vi elseitig sten menschli chen Beein- flussungen in Form von Dämmen zur Kanalisierung u nd A b d ic h tu n g d er R in n e f ür d ie W a s se r mü h l e. Zudem standen in den Uferzonen und in der Rinne selbst Gebäude, die zu einem Heiligtum gehörten (Kap. 2.5.2, 2.5.3 , 2.6.2). Im östlichsten Teil der Rin- 35 2.2 Die mikromorphologischen Untersuchungen der Bachablagerungen a b Abb. 32 Cham- Hagendorn. a: De tai l a us der ei nge - br ach ten Bo den unt erl a- ge Po s. 498 im Ho riz ont 1b . D er ung esc hic hte te Le hm wei st ton ige Ei n- sc hwe mmu nge n i nfo lge Ve rwi tte run g a uf (he ll- br aun e P ore in de r M it- te re cht s). Dü nns chl iff In v.- Nr. 15 69. 1.2 (s . B eil . 4 c). b: Wie a, aber mit ge- kreuzten Polarisatoren aufgenommen. Quarz- sand erscheint bläulich bis weiss, verwitterte Tonmineralien erschei- nen grau gesprenkelt, die Toneinschwem- mung ist braun meliert und der Porenraum schwarz erkennbar. ne ware n die Ein wirku ngen der Über schwe mmun- ge n he f ti ge r, w äh r en d ge g en d as Z en tr um h i n d i e Fl i es s ge s ch w in d ig k ei t en t e nd e nz i el l t ie f er w a re n . Im Berei ch der Hauptri nne schein t d er B ach eine an- ste hend e M orä ne a nge schn itte n z u h aben , d a hi er immer wie der u nverwitt erte karbona tische Bestan d- t ei l e i n Ü be r f lu t un g s se d im e n te n vo r k am e n. E i ne mö gli ch e Q ue ll e d af ür wä re di e vor rö mis ch e Kie s- schic ht 152 (s. Kap. 2.2. 3 mit Abb. 15; s. a uch K ap. 2.3.2). Vermutlich wurden sie auch Richtung Bucht 4 24 v e r la g er t , w o si e s i ch i m M a te r ia l d e r er s te n Ü be r sc h w em m un g f i n de n . N a ch d er Bi l d un g d e s Horiz ontes 2 z ur Wa ssermü hle k ommen sie hinge - g en g e ne r e ll n i ch t m e hr v o r. V e rm u t li c h h at d e r Ba ch a b d ie se m Z ei tp un kt di e Mo rä ne ni ch t me hr erreicht. Währen d die Uferverba uung (D amm 1) die a b Abb. 33 Cham- Hagendorn. a: Detail aus den zykli- schen Dekantations- und Sandablagerun- gen Pos. 476, Horizont 2. Die braunen Schich- ten, die aus Laub be- stehen, akkumulierten sich vermutlich im Herbst. Die dünnen Sandbänder könnten im Frühjahr infolge Hochwassers einge- schwemmt worden sein. Dünnschliff Inv.- Nr. 1508.717.1 (s. Beil. 3c; s. auch Abb. 14b). b: Wie a, aber mit ge- kreuzten Polarisatoren aufgenommen. Quarz- sand erscheint bläulich bis weiss, Porenraum und organisches Mate- rial schwarz. Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 22.01.14 09:08 Seite 35 36 2 Befund und Baustrukturen geric hteten Bachb ettverl auf. D ie le icht geschic hte- ten tonigen Sande enthalten wenig organisches Ma- t er i al , d as vo n R in d e n un d L a ub s t am m t . In t e re s - sant ist die Ablagerung Pos. 476, eine zyklische Ab- folg e vo n Fe insand und Laub blätter n, d ie d em M üh- le ho ri z on t 2 z ug er e ch ne t wi rd ( Ka p. 2 .7 .7 ; s. A bb . 14b, 27, 33). Sie zeichnen sich durch wenig Wasser- fluss aus (Dekantationsniveaus), was wohl mit dem ko nt rol li ert en W ass er re gim e fü r d ie Wa ss er müh le zusammen hängt, während deren Nutzung nur we- nig Wasser («Tropfwasser») in die südliche Zone ge- langte (s. Kap. 2.2.4). Mühlekanal 422/203 I m M ü hl e ka n a l s i nd n eb s t v o rr ö m is c he n A bl a ge - rungen die fluvialen Sedimente der dritten bis fünf- t en Üb e rs c h we m mu n g v o r ha n de n , d a de r K a n al erst mit dem Mühlehorizont 2 angelegt wurde (Kap. 2.7.6). E s scheint sich um relativ he ftige erosive Er- e ig n is s e zu h a nd e l n (s . A b b. 1 6 ). Z u r A b l ag e ru n g kam ein leich t ge schichte ter und g ut s ortierte r Sa nd. To n is t d ur ch we gs v or h an de n (1 5 %) , or ga ni s ch es Material ist eher schlec ht erhal ten und setzt sich aus Hol z-, Ri nden res ten und se lte ner Gra s z usa mmen . Kanal 623 I m na t ür l ic h e n Ve r bi n d un g sk a n al z wi s ch e n d e r Hauptrinne 423 und dem späteren Mühlekanal 422 lassen sich ledigl ich nat ürlich anstehe ndes Ma teri- a l, t on i g -s a nd i g e S e di m e nt e d e r z w ei t e n Ü b er - schwemmung und eine moderne Einschwemmung fassen. Die Verbindung scheint nur kurze Zeit wäh- r en d d e s H or i zo n t es 2 fu n kt i o ni e rt zu ha b e n u nd verlandete alsbald. Rand zone der Haupt rinne 550 sichert e, b lockte man d ie s el b e m i t de m D a m m 2 z u r F u nk t i on s ze i t d e r Mühle (Horiz ont 2) ab. Es en tstanden darauf zykli- s ch e o rg a n is c he Ab l a ge r un g en , d i e s ic h b i s i n di e B uc h t 4 2 4 v e rf o l ge n l a ss e n ( s . A bb . 1 4 b ). O b w i r hi er mi t j ah re sz ei tl ich e Ab lä uf e fa ss en, s ei z ur Di s- kussion gestellt (s. auch Kap. 2.2.4). Die dritte Über- schwemmung, welche die Mühle zerstört hat, ist in der Hauptrinne nicht sichtbar, so dass die Dämme 2 und 4 als Block ade der Rinne noch funkti onierten . H in g eg e n i st d a s v ie r t e Ü be r f lu t un g s er e ig n i s i n me hr er en Pr ob en g ut il lu st ri er t u nd z ei gt ge ne re ll ein heftiges Ereignis an, bei dem die Dämme in der H au p tr i n ne d u rc h b ro c he n w u rd e n . Di e f ün f t e Ü be r sc h w em m un g v e rl i ef h i n ge g en s an f te r u n d deutet auf eine allmähliche Verfüllung und Verlan- dung der Rinne hin. Rinne 548 und Rücken zwischen Hauptrinne 550 und Rinne 548 Der südöstliche Grabun gsbereich wurde weniger in- tensiv beprobt. Der hier festgestellte Damm 4 sollte fü r d ie Wa ss erf üh run g de r M üh le (H ori zo nt 2) di e Rinne 548 abdichten (Kap. 2.7.4). Gegen oben zeigt sic h ei ne V erla ndung de s Be reich es mit Dek antat i- onsablagerungen, so dass diese Rinne ab dem Müh- lehorizont 2 kaum mehr stark wasserführend gewe- sen sein dürfte. Bucht 424 In der sog. Bucht lassen sich Spuren der ers ten, zwei- ten und fünften Überflutung fassen, die generell re- lat iv h eftig au sfiel en. Von ein er g esch ützte n, r uhi- ge n La g e ka nn h ie r ke i ne R ed e se i n, s on de rn e he r von einem kur vigen, gegen den süd lichen Prall hang a b Abb. 34 Cham- Hagendorn. a: De tai l d er lei cht or - ga nis che n S and abl age - ru ng Pos . 6 12 aus de r vi ert en Übe rsc hwe m- mu ng (un ter ste s D rit - te l), er odi ert vo n E in- sc hwe mmu nge n P os. 3 de r f ünf ten Üb er- sc hwe mmu ng. Im mi tt- le ren Dr itt el ein e e ros i- ve , f ein san dig e S chi cht , di e v on ein er gro bkö rni - ge ren Sa nds chi cht üb er- la ger t w urd e ( obe rst es Dr itt el) . D ünn sch lif f In v.- Nr. 15 08. 139 9.2 (s . B eil . 4 b). b: Wie a, aber mit ge- kreuzten Polarisatoren aufgenommen. Quarz- sand erscheint bläulich bis weiss, Porenraum und organisches Mate- rial schwarz. Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 22.01.14 09:09 Seite 36 2.2.6 Fazit aus der Schichtenanalyse D ie F u n d st e l l e C h a m -H a g e nd o r n l ie f e r t e m eh r e r e m i t e in a n d er v e rb u n d en e B a ch r i n - nen mit typischen fluvialen Verfüllungen, die ein komplexes Patchwork bilden. Diese Struk- t ur e n w ur d en du r ch b au l ic h e A kt i vi t ät e n i n römischer Zeit beeinflusst und verändert. Auf einer letzteiszeitlichen Moräne im S ch w e m mg e b i et d e r L o r z e ( A u sf l u s s d e s Zu - gersees) hatten sich natürliche Lehme abgela- gert, auf denen eine erste Schmiede (Horizont 1a) errichtet wurde. Schon damals muss in der Nähe de r F undst elle ein na türli cher Ba chlau f gewe sen sein (Hau ptrinn e 42 3/550) . W ährend eines heftig en ers ten Üb erflutungse reignisses z wi s c h en 2 0 0 u n d 2 1 5 n . C h r. w ur d e di e Hauptrinne vertieft und nahm gegen Südwes- te n e in en ku rvi gen V erl auf a n. Au fg run d der Pral lhangs ituati on durch den Mo lasser ücken b ei H ü n en b er g e n ts t an d d i e s og . B u c ht 4 2 4 . Die Schmiedewerkstatt wurde durch die Über- flutung offenba r vollen ds zers tört bz w. deren R ui n en w ur d e n v om B ac h w e gg e r is s e n, de s - gleichen die Umfriedung eines Heiligtums auf einer nördlich der Grabun gsfläche gelegenen Ins el. D ie nä chs te mi krom orp hol ogi sch fa ss- b ar e P h a s e b i ld e t H o r iz o n t 1 b, d er e in e r i m Ja hr 2 15 n . Ch r. e rst el lt en U fer si ch er ung d es Hauptka nals, Damm 1, z ugeteilt wird, was mit dem Wiederaufbau des Heiligtums auf der In- sel in Zusammenhang steht. Ein zweites Über- schwemmungsereignis führte zur Bildung der neuen Rinne 548 . Danach wurde im zen tralen B er e i c h d e r F u nd s t e ll e um 2 31 n . C h r . e i n e W as s e r mü h l e e r r i ch t e t . D a f ür d i ch t e t e m a n mit den Dämm en 2 und 4 die beid en R innen 548 und 550 ab. Das Wasser wurde mittels ei- ne s a bg eh ob e ne n Ka na l s zu r M üh le g ef ü hr t. Bei Nichtgebrauch der Mühle leitete man das Wass er durch de n n eu angele gten Mühl ekana l 4 22 / 2 0 3. W ä hr e n d d e r F u nk t i o ns z e i t d e r Mühle lagerten sich im Bereich der Hauptrin- n e 5 5 0 u n d d e r B u ch t 4 2 4 z yk l i s ch e S a n d- s ch i c ht e n m i t E i ns c h al t u n ge n v o n L a u b a b , die auf jahreszeitliche Ereignisse zurückgehen d ür f t e n u n d d a du r c h m i n d e st e n s 2 5 bi s 30 Jahre Nutzungsdauer repräsentieren. Die Fun- de liefern keine Hinweise, dass die Mühle län- ge r al s bi s 2 60 n . Ch r. g enu tz t wu rd e (s . K ap. 4. 3 .2 , 4 .4 . 3) , s o d as s s ic h d ie s e D at en gu t e r- gänz en. Infol ge der drit ten Übers chwemm ung dur chbr ach der B achl auf den Da mm 4 in der Rinne 548 und zerstörte die Mühle. Der Bach- lau f set zte s ich da nn in R ich tung d es Mü hle - k an a l s 4 22 f o r t. D a m m 2 i n d e r H au p t r in n e 37 2.2 Die mikromorphologischen Untersuchungen der Bachablagerungen 55 0 s c he i nt n o ch fu n kt i on s tü c ht ig ge w es e n zu sein. Der vierten Überschwemmung konn- te er jedoch nicht standhalten. In allen Z ufüh- rungsrinnen (203, 548 und 550) kamen sa ndi- ge Se dime nte zu r A blag erun g, wob ei die E nt- w äs se r un g a u ch hi e r d ur c h d en M ü hl e ka n al 4 22 s t at t g e fu n d e n h a be n d ür f t e . D i e l e t zt e , fünfte Überflutung des Baches konnte in allen R in n e n f e s t ge s t e ll t we r d e n, wo b e i i n de r Bucht 424 und dem Abflusskanal 422 eine re- l at i v h o h e Fl i e ss e n e rg i e g e h er r s c ht h a b e n m us s . I n de n ü br i g e n Z o ne n s ch e i n t s i ch z u d ie s e m Ze i t p un k t e he r e i ne V e r la n d u ng d e r Sequenz abzuzeichnen. Nach diesem Ereignis fand flächend eckend eine Bodenbi ldung statt . I n m o de r n e r Z e it m ac h t e s i c h ei n e e r n e ut e Ü be r f l ut u n g i m B er e i c h d e r H a u pt r i n ne b e - m er k ba r , d ie d an a ch vo n e i ne r w e it e re n B o - denbildung abgelöst wurde. 2.2.7 Klima- und Landschaftsgeschichte Im Folgenden soll der Versuch unternommen w er d e n , di e g e o lo g i s ch e n u nd a r c h äo l o g i- s ch e n B e f u nd e v on C h am - H a ge n d o rn i n e i - n en l an d s ch a f ts g e sc h i c ht l i ch e n R a hm e n z u stellen (Abb. 35). Diese Betrachtungen beru- hen auf Vergle ichen mit publizie rten paläokli- matisc hen Daten, die aus ganz unt erschied li- chen Archiven stammen, darunte r Klimap ro- xies aus Seeablagerungen, von Flussauen oder aus alpinen Gletschern. Versc hiedene Stu dien zur Klim aentwi ck- lu ng z ei ge n, d as s si ch i n Mi tt el eu ro pa g ege n Ende der Spätbronzezeit generell eine kühlere K li m a p ha s e b em e r k ba r m a ch t , d ie a u c h d i e Si ed lu ng sa kt iv it ät en a n Se eu fe rn b ee in fl us st ha t 57 . Ab 8 00 v . Ch r. lä ss t si ch e in d eu tli ch er Klimarückschlag fassen 58 . Das Klima war kühl u nd f e uc h t, Se e sp i eg e l s ti e ge n a n , G le t sc h er dehnten sich aus, und in fluvialen Schwemm- ebe nen la gert en sich Üb erfl utun gsse dime nte ab 59 . Um 650 v. Chr. lässt sich an den Seeabla- ge ru ng en i m S ch we iz er M it te ll an d e in e wa r- me, t roc ken e Pha se ab les en, di e bis e twa 45 0 57 Ph. Rentzel/B. Röder in: Röder/Huber 2007, 99– 112; Tinner et al. 2005; Wanner et al. 2008; Stewart et al. 2011. 58 Ehemals als Göschenen Ia bezeichnet, in der Westschweiz als Bourget bekannt. 59 Maise 1998; Magny 2004; Magny et al. 2005; Tinner et al. 2005; Ph. Rentzel/B. Röder in: Röder/Huber 2007, 99–112; Guélat 2009; Stewart et al. 2011. Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 18.02.14 14:32 Seite 37 v . C h r . a n h i el t 6 0 . Ei n z w ei t e r K l i m as t u r z u m 400 v. Chr. äussert sich wiederum in Form von Gletschervorstössen und Hangrutschungen 61 . Die Seespieg el der Westsc hweizer Se en blieben h in g eg e n n ie d ri g , w äh r en d d e r Z ür i c hs e e i n v or r ö m is c h e r Z e it h o ch s ta n d 62 . U m 3 0 0 v . C h r . z e i c hn e t s i c h e i n Ü b e r ga n g z u e i ne r warme n Kl imaphase ab, die mit niedrige n Se e- spi ege ln im Mi tte llan d und Bo den bil dung en 38 2 Befund und Baustrukturen a uf Ü b e rf l u t un g s s ed i m e n te n e i nh e r g eh t 63 . Diese generell wärm ere Phase hält mit Unter- brüch en b is 2 30 n . Chr. an und wir d au ch a ls rö mi sc he s Kl im ao pt im um b ez ei ch ne t 64 . Wi e verschiedene landschaftsgeschichtliche Un- tersuchungen belegen, muss während dieses Z ei t r a um s a u ch m i t i n t e ns i v e r R o d u ng d e s Hint erlan des und erh öhter Bo dener osion ge - rechnet werden 65 . Eine leicht kühlere Episode K limaphasen C ham-Hagendorn Datierung Phase Tendenzen Datierung Archäologisch e Phase Fluviale Aktivität 850 n. Ch r. bis heute 650–850 n. C hr. Göschenen II Petit Maclu 2 3. Gletschervors toss Seespiegelhochstände nachrömisch? 5. Überschw emmung Verlandu ng, wenig Fliessenergie 400–600 n. C hr. Göschenen II 2. Gletschervors toss Erosionen, Ho chwasser 260–400 n. C hr. Göschenen II Seespiegelhochstände ca. 270/275 n. Chr. Horizont 4 Bodenbildung ca. 265/270 n. Chr.? 4. Überschwemmung Zerstörung Da mm 2 um 260 /270 n. Chr. Horizont 3 Schmiede ? ca. 260 n. Chr. 3. Überschw emmung Zerstörung M ühle 300 v. Chr. bis 230 n. Ch r. Römisches Klimaoptimum 100–300 n. C hr. Göschenen II P etit Maclu 1 1. Gletschervo rstoss Überflutung s- sedimente 230/231– 2 60 n. Chr. Horizont 2 W assermühle Zyklische Stillwassersedimente während 28 Ja hren, fluviale Aktivität im Mühlekanal 225/230 n. Ch r. 2. Überschw emmung Mittlere Energie 215/218– 225/230 n. C hr. H orizont 1b Uferverbauun g (Damm1 ), Heiligtum Zyklische Sandablagerungen während 10 b is 15 Jahren 210/215 n . Chr. 1. Überschw emmung Hohe Energie, Zerstörung Sc hmiede, Heiligtum, Abru tschung Molasseh ang 160/170– 210/215 n . Chr. Horizont 1a Schmiede, H eiligtum ? 45–135 n. Chr. Warmphase, Bodenbildungen Leichte Boden bildung 210 v. Ch r.– 50 n. Chr. Verstärkte Erosio n, Destabilisierung der Böden Vorrömische Überflutung ssedimente der Lorze? 300–210 v. C hr. Warmphase Seespiegel Z ürichsee tief ? 400–350 v. C hr. Göschenen Ib Verstärkte Erosio n, hohe Sed imentations - raten Vorrömische Überflutung ssedimente der Lorze? 650–450 v. C hr. Warmpha se, trocken ? 800–700 v. C hr. Göschenen I Bourget Hohe Seespieg el, Überflutung s- sedimente Vorrömische Überflutung ssedimente der Lorze? Kaltphase Warmphase keine eindeutig e Aussage möglich Abb. 35 Cham- Hagendorn. Korrelati- on der Überschwem- mungen mit den Kli- maphasen (nach Magny et al. 2005; Holzhauser 2008). Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 22.01.14 10:04 Seite 38 lä ss t si ch a b 15 0 b is 2 50 n . Ch r. f as se n 66 . De r Aletsc hgletsche r st iess vor, die Seespieg el s tan- d en ho c h , u nd in F lu s st ä l er n f ü hr t e n H oc h - wasserereignisse zur Ablagerung von Überflu- t un g s s ed i m e n te n 67 . Ei n st ä r k er e r Kl i m a ei n - br u ch f a nd u m 2 6 0 n. Ch r . s ta tt 68 . I m W al li s u nd i n S ü d we s t d eu t s c hl a n d l a ss e n s i c h f ü r d en Z ei t a b sc h n i tt z w i s c he n 2 6 0 u n d 5 00 n. Chr. ein Rückgang der La ndnutzung und e i- ne verstärkte fluvia le Akti vität o hne men sch- lic hen E inf lus s f est ste lle n 69 . E twa um 4 40 bi s 600 n. Chr. muss mit einer erneuten Klimaver- schlechterung gerechnet werden 70 . Au s die se r Ze it si nd Ho ch wa ss er er eig ni ss e mit Er os io n be- legt 71 . Diese k ühlfeuchte Klimap hase hielt bis mi nd es te ns 70 0 n. Chr . an , i n d er We st sc hw ei z la s se n s ic h v on 65 0 b is 85 0 n. Ch r. er hö ht e S ee - s p ie ge l f a s se n 7 2 . Zw is ch en 1 05 0 u nd 1 15 0 n . Ch r. is t v on ei ne r we it er en Ka lt ph as e mi t ho he n Se e- sp i eg el n au sz ug eh en 73 . Ve r su c ht ma n , d ie s en k l im a ge sc h ic h tl i - ch en H in te rg ru nd in B ez ie hu ng z u d en N ut - z un g s p ha s e n vo n C ha m - H ag e n d or n ( et w a 17 0 bi s 26 0/2 70 n . Ch r.) z u br in gen , so m üs - sen verschiedene Punkte in die Überlegungen miteinbezogen werden. Zu nä ch st is t fes tz uh al ten , da ss ver we nd ba - re Date n von Cham -Ha gend orn in er ster Lini e di e f ünf Ü ber flu tun gse rei gn iss e d ars tel le n, von de ne n di e er st en zw ei de nd ro ch ro no lo gi sc h da - tiert sind. Diese Überflutun gen kann man am ehesten mit Kälteeinbrüchen in Verbindung br ing en . Al le rdi ng s mu ss d az u er wä hnt w er - de n, d as s fl uvi ale Sy ste me nic ht n ur auf gr oss e, langandaue rnde Klimaschw ankungen reagi e- re n, son de rn au ch emp fi ndl ic h s in d auf an - thr opog ene Ver ände rung en d er U mwel t, w ie si e be isp iel swe ise von Rod ung sph ase n oder Bo- denn utzung ausge hen. Z udem k önnen Über- flu tun gen auc h au f pu nktu ell e ka tas trop hal e Er ei gn iss e aus se rh al b vo n kli ma ti sc hen De pr es- si one n z ur ück ge hen 74 . De nn och se i h ie r d er Ve rsu ch unte rn omm en, H och flu ter eig ni sse i m Lo rze tal au f ei ne n mö gli ch en k lim at isc hen Zu - sa mme nha ng hi n z u ü ber prü fen . W ä h r e n d v o r r ö m i s c h e r Ü b e r f l u t u n g e n d er L o r ze e b e ne – w oh l i nf o l g e K a l tp h a s e n – h a b e n s i c h i n C h a m - H a g e n d o r n k o m p a k t e Sa nde (P os. 7 , 7 91 u nd 7 97 ) so wie ei n ge lbe r Lehm (Po s. 6 und 137) abg elage rt. B etrac htet m a n d i e Z on e w e i te r s ü d li c h u m d e n L or z e - e i nf l u s s i n d e n Z u g e r se e , s o l a s s e n s i c h d o r t S c h w em m s a n d e m it v e r l a g e r te n r ö m i s c h en Fund en nachweis en, die frühest ens in die ers- t e H ä l f t e d e s 2 . J h . n . C h r . d a t i e r e n 7 5 . O b glei chzei tig auch in Cham -Hage ndorn San de a b g e l a g e r t w u r d e n , i s t n i c h t z u b e u r t e i l e n . F ür d en Z ei t ra u m d e s r ö mi s c he n Kl i ma o p ti - m um s ( r un d 3 0 0 v . C h r. b is 2 30 n. C hr . , m it mehr eren kühl en Phase n) darf im Bereic h des Zu ger see -No rdu fer s zwe ife llo s mi t we chs eln - d e r F l u s s a k t i v i t ä t g e r e c h n e t w e r d e n 7 6 . E i n - d e u t i g b e l e g t i s t , d a s s i n C h a m - H a g e n d o r n 60 Tinner et al. 2005; Maise 1998; Ph. Rentzel/B. Rö- der in: Röder/Huber 2007, 99–112. 61 Ehemals als Göschenen Ib bezeichnet. Siehe Mai- se 1998; M. Straub/F. Anselmetti/L. Wick in: Paccolat 2011, 283–313; M. Guélat/Ph. Rentzel/L. Wick in: Pac- colat 2011, 64–66; Tinner et al. 2005; Büntgen et al. 2011; Stewart et al. 2011. 62 Westschweizer Seen: Magny et al. 2005; Magny 2004; Zürichsee: Wild 2008. 63 Ph. Rentzel/B. Röder in: Röder/Huber 2007, 99– 112; M. Straub/F. Anselmetti/L. Wick in: Paccolat 2011, 283–313; Brombacher et al. (im Druck a); Wild 2008. 64 Stewart et al. 2011; Tinner et al. 2005; Ph. Rent- zel/B. Röder in: Röder/Huber 2007, 99–112; L. Wick in: Paccolat 2011, 300–315; M. Guélat/Ph. Rentzel/L. Wick in: Paccolat 2011, 64–66. 65 Büntgen et al. 2011; Wehrli et al. 2007; L. Wick in: Paccolat 2011, 300–315; M. Guélat/Ph. Rentzel/L. Wick in: Paccolat 2011, 64–66. 66 Erster Gletschervorstoss während des römischen Klimaoptimums, zu Göschenen II mitgezählt, in der Westschweiz als Petit Maclu 1 bekannt. Siehe auch Magny et al. 2005; Magny 2004; Holzhauser et al. 2005; Holzhauser 2008; M. Guélat/Ph. Rentzel/L. Wick in: Paccolat 2011, 64–66. 67 Jacomet et al. 2002; Stewart et al. 2011; Tinner et al. 2005; Guélat 2009; Brombacher et al. (im Druck b); Wanner et al. 2008; M. Guélat/Ph. Rentzel/L. Wick in: Paccolat 2011, 64–66. 68 M. Straub/F. Anselmetti/L. Wick in: Paccolat 2011, 283–313; Stewart et al. 2011; L. Wick in: Paccolat 2011, 300–315; M. Guélat/Ph. Rentzel/L. Wick in: Paccolat 2011, 64–66; Zolitschka et al. 2003. 69 L. Wick in: Paccolat 2011, 300–315; Zolitschka et al. 2003. 70 Zweiter Gletschervorstoss, zu Göschenen II mitge- zählt. Siehe auch Büntgen et al. 2011; Stewart et al. 2011; Wehrli et al. 2007; Holzhauser 2008. 71 M. Straub/F. Anselmetti/L. Wick in: Paccolat 2011, 283–313; Wanner et al. 2008; L. Wick in: Paccolat 2011, 300–315; Büntgen et al. 2011; Jacomet et al. 2002; Ph. Rentzel/B. Röder in: Röder/Huber 2007, 99–112; Brombacher et al. (im Druck b); Wild 2008. 72 Dritter Gletschervorstoss, zu Göschenen II mitge- zählt, in der Westschweiz als Petit Maclu 2 bekannt. Sie- he Wanner et al. 2008; Tinner et al. 2005; für die West- schweiz: Magny et al. 2005; Magny 2004; Holzhauser et al. 2005; Holzhauser 2008. 73 Wanner et al. 2008; Mahler 2009; L. Wick in: Pac- colat 2011, 300–315; M. Guélat/Ph. Rentzel/L. Wick in: Paccolat 2011, 64–66. 74 Zolitschka et al. 2003; L. Wick in: Paccolat 2011, 300–315; M. Guélat/Ph. Rentzel/L. Wick in: Paccolat 2011, 64–66. 75 Zur Lorze: Ausgrabungen Sennweid, Cosmeto- chem. – Am Nordufer des Zugersees erfolgt sowohl der Seezufluss als auch der Seeabfluss durch Flüsse, die bei- de als Lorze benannt werden. Zur Datierung: B. Röder in: Röder/Huber 2007, 44–50. 76 Ph. Rentzel/B. Röder in: Röder/Huber 2007, 99– 112. 39 2.2 Die mikromorphologischen Untersuchungen der Bachablagerungen Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 22.01.14 09:16 Seite 39 ru ts ch te , wi e au ch 2 00 3/ 20 04 , Ma te ria l v om St ei lh an g hi nu nt er ( Po s. 4 70 ). B ei m Wi ed er - aufba u de s H eiligtum s de s fo lgenden Horizon- tes 1b scheint man versucht zu haben, diesen Ru t sc hu n ge n H er r z u w er de n ( s. K a p. 2 . 6. 1) ; die in der mikr omorphol ogischen Pr obe beob- a ch t e t en V e r di c h t un g e n d ü r f te n d a be i e n t- standen sein. Auch die grossen St eine könnte man eigens dafür hingebracht haben. D as H o ch w a s se r ha t t e o f f en b a r d i e R u i - nen eines im Südwesten errichtete n Gebäudes (H or iz on t 1a ), w ohl e in e sc ho n au fg el as se ne S ch m i ed e , w e gg e r is s e n ( s . K a p. 2 .5 . 1 ). S ei n e z er st ö re r is c he K r af t w a r a n z ah lr e ic h en kl e i- n en Sp ü l tr i c h te r n a u f d e m G e l ä nd e r ü ck e n zwischen der Bucht 424 und der Abflussrinne 4 23 z u e r ke nn e n ( Ab b . 4 1) , w o d as Ge b äu d e einst gestanden hatte. Anschliessend lagerten s ic h d o rt s a nd i g e S e d i me n t e ( P o s . 6 2 0 , 6 4 2 ) ab . Im Sü de n bz w. N or do st en d er G ra bu ng s- 46 2 Befund und Baustrukturen Hochwasser muss sich einerseits in eine unter de r B ac hr in n e ge le g en e vo rr ö mi sc he G e rö ll - schicht (Pos. 35) eingefressen und daraus Ma- terial aufgewühlt und weggerissen haben. An- de r er se i ts w u rd e i m S üd en , i ns b es on d er e i m Bereich der Bucht 424, das Ufer unterspült, so dass der weiter südlich gelegene Steilhang ins Rutschen kam, wie d as auch während der Gra- bungen 2003/2004 der Fall war, als wir zu na- h e a n d ie s e n Ha n g ka m e n 86 . D a b e i m ü s se n a uc h T e i le d er M o r ä ne a ng e r i ss e n w o r de n sei n, den n dor t w ar ein Ge mis ch von ve rwi t- terten Sandsteinen, Kies und Lehm (Pos. 865, 866) anzutreffen. Diese Steinschichten stellen wohl das unmittelbare Ergebnis des Hochwas- se rs d ar . S ie d ür ft en s ic h z um e in en a us d em dabei aus der vorrömischen Steinschicht weg- g er i s s en e n M a te r i a l z u sa m m e ns e t z en , z u m an der en au s Ma ter ial v om un ter spü lt en Uf er und v om St eil han g i m Süd en. A nsc hli ess end 1 53 1 49 1 45 1 1 3 1 1 7 1 2 1 1 25 1 29 1 33 1 3 7 1 4 1 1 53 1 49 1 45 1 1 3 1 1 7 1 2 1 1 25 1 29 1 33 1 3 7 1 4 1 5 1 2 5 1 8 488 494 500 506 F1 39 F1 38 F1 3 7 F1 52 F1 36 F1 35 F1 3 4 F 1 5 1 F1 33 F1 32 F1 3 1 F1 50 F1 6 1 F1 30 F1 29 F1 28 F1 49 F1 27 F1 26 F1 25 F1 48 F1 2 4 F1 23 F1 22 F1 4 7 F1 2 1 F1 20 F1 1 9 F1 46 F1 1 8 F1 1 7 F1 1 6 F1 45 F1 1 5 F1 1 4 F1 1 3 F1 4 4 F1 1 2 F1 1 1 F1 1 0 F1 43 F1 0 9 F1 08 F1 07 F1 4 2 5 m N Grabungsnorden Gr abungsgrenze Profil dok umentier t Profil abgebildet (Beil. 3, 4) Grabungen 1 944/1 945 F 1 38 F1 3 7 F1 35 F 1 34 F1 32 F1 3 1 F 1 50 F 1 6 1 F1 28 F 1 49 26 F1 25 F1 48 F1 22 F1 4 7 F1 2 0 F1 1 9 F1 1 7 F1 1 6 F1 1 4 F1 1 3 F 1 1 1 F1 1 0 F1 08 F1 0 7 P o s. 4 3 4 Pos. 434 Pos . 4 34 Pos. 1 87 Pos. 1 7 Pos. 1 7 P o Kalottenschlack en Herdw andfragment Pfirsichsteine Pos. 309 Pos. 309 Pos. 620 Pos. 309 Pos. 309 Pos. 620 Pos. 4 70 Pos. 4 70 Pos. 490/ 491 Pos. 732 Pos. 45 1 Pos. 309 Pos. 4 70 Pos. 95 Pos. 1 38/95 Pos. 95 Pos. 1 36 Pos. 23 1 Pos. 232 Pos. 1 7 Pos. 864 Pos. 864 Pos. 866 Pos. 865 Pos. 804 Pos. 453/ 452 Pos. 434 P o Pos. 38 1 Pos. 469 Pos. 688 Pos. 380 Pos. 8 72 Pos. 395 Pos. 396 Pos. 730 Pos. 55 Pos . 69 Pos. 307 Pos. 492 Pos. 1 87 Passscherben verbindung Kanal 422 Rinne 423 Bucht 42 4 Rinne 623 verlande ter Bach Abb. 39 Cham- Hagendorn. Gesamt- plan der ersten Über- schwemmung(en). Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 46 fläche muss die Überschwemmung einen Bau auf Pfählen sowie eine Pfahlreihe weggerissen h ab e n , w o hl d ie G r e n z ma r k i er u n g u nd d en Lan gbau eines Heili gtums (s. Kap . 2.5. 2, 2.5. 3). D ab e i g i n g en za h l re i c h e K er a m i kg e f ä ss e z u Bruc h u nd wurden zu m T eil mitge rissen , d enn e s f a n de n s i c h i n d e n Ü b e rs c h w em m u n gs - schich ten m indestens 14, wahr scheinli ch so - gar über 40 anpassend e Frag mente, die bis zu 30 m au se in an de r l ag en ( s. A bb . 3 9) . Si e v er - binden die Schichten der erst en Überschw em- mung im Westen mit Schichten im Osten, die e in G e h n iv e a u r ep r ä s en t i e re n , d a s s o wo h l während des Horizontes 1a als auch während des Horizontes 1b begangen wurde, sich indes nicht in die einzelnen Phasen auftrennen liess (s. oben Anm. 27 und unten Anm. 110). In der St einsc hicht u nd der da rüber ge - rutsc hten Ki esschi cht fand en sich f erner se hr vi el e kal ot te nfö rm ig e Eis en sc hla ck en (A bb . 4 2; s . Ab b. 39 ), w ie si e be i Sc h mi ed ea rb e it e n in gr os - se n Me ng en a nf al le n (s . K ap . 3. 9) 87 . V ie le Ei s en - sc h la ck en k am en fe rn er im B er ei ch d er P fos te n- kons trukt ionen des Horizon tes 1a (Kap . 2.5.2 ) zum Vorsc hein, doch wurde n dort die Schich - ten 19 44/19 45 durc hwühl t (P os. 96, 13 8), so dass ih re str atigr aphis che Zuo rdnun g n icht ga nz gesi che rt ist (s. Kap . 1. 2.3 ). Fer ner fan den si ch, we nn auc h i n de ut lic h g eri nge re r Me ng e, eini ge Schl acken in d en anges chwem mten Sa nd ab lag erun gen sow ie in d er Ve rfü llu ng des let zten Bac hlau fes (Pos. 309 ; je 4%). In di esem 86 Der Hang musste aufwendig mit viel Holz gesi- chert werden, das zum Teil sogar an den oberhalb ste- henden Bäumen angebunden werden musste. Dennoch kam es immer wieder zu Rutschungen und Einschwem- mungen. 87 Pos. 95, 231, 732 (Steinschicht), Kiesschicht (Pos. 469, 470, 471). 47 2.4 Bach und Überschwemmung 93 9 7 1 0 1 105 1 09 93 9 7 1 0 1 105 1 09 5 1 2 5 1 8 488 494 500 506 1 0 9 1 08 1 07 1 4 2 F1 06 F1 05 F1 0 4 F1 4 1 F1 03 F1 02 F1 0 1 F1 40 F1 55 F1 5 4 F1 53 F1 60 F1 58 F1 5 7 F1 56 F1 59 1 08 1 0 7 F 1 0 5 F 1 0 4 F1 02 F1 54 F1 5 7 7 1 7 P os. 5 5 Pos. 7 68 Pos. 1 87 /7 68 Pos. 1 87 Pos. 630 Pos. 526 Pos. 630 Pos. 63 1 Pos. 9 79 Pos. 526 Pos. 9 79 Pos. 526 Pos. 1 87 Pos. 1 87 Pos. 1 87 Pos. 63 1 /632 Pos. 1 87 s. 5 5 P o s. 69 Pos. 7 88 Pos. 7 87 Kanal 203 Rinne 550 Rinne 548 Pos. 1 7 Pos. 1 5 Pos. 69 Pos. 54 Pos. 2 1 Pos. 58 Pos. 1 3 Pos. 1 2 Pos. 1 4 Pos. 22 Pos. 20 Pos. 55 Pos. 7 Abb. 40 Cham-Hagendorn. Ausgrabung 2003, Feld 108. Steinschicht (Pos. 17) auf der Sohle nach der ersten Überschwemmung. Aufnahme gegen Süden. Pos. 868 Pos. 6 Abb. 41 Cham-Hagendorn. Ausgrabung 2004, Feld 151. Spültrichter der ersten Überschwemmung im Nordostviertel des Feldes. Aufnahme gegen Westen. Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 47 letz ten Bachlau f w aren ferner ü ber hun dert Wa nd fr agm en te vo n H erd en bz w. Fe uer st el le n an z ut re ff en (s . Ab b. 48 ), di e da s W as se r a us den Ru i ne n d ie s es Ge bä ud es, w oh l de r We rk st at t ei - n es Sc h mi ed es , he ra u sg el ös t un d v er sc hw e mm t hatt e. Sie fa nden sic h v or alle m nö rdlic h d er Nord ostec ke d er S chmie de. Die gle ichen Sc h ic ht en e nt hi el te n au ch se hr vi ele Ba uh öl ze r (s . K ap . 2. 5. 1 mi t Ka t al og ). Ob die Äste und Stam mteile , d ie vor allem i n d e r Zu f l us s r i nn e 5 50 z u m V o rs c h e i n k a - me n , v on E i ch e n un d B uc h en s t am m en , d ie v om H o c h wa s s e r w eg g e r is s e n w ur d e n , o de r o b si e B ä um e be z eu g e n , di e e r st im N a ch - hi nei n i n die R inn e fie len u nd da nn ei ns edi - me n ti er t w ur de n ( Po s . 63 0 ), m u ss o ff e nb le i - ben 88 . Vi ell eich t w urd en sie au ch er st von ei - n er w e i te r e n Ü b er s c h we m m u ng ( P o s. 5 2 6, 955) zu Fall gebracht (s. unten) 89 . Der westlichs te Teil der Abflussrinne 423 scheint sich indes rasch verfüllt zu haben, wo- bei Pos. 309 den letzten Bachlauf anzeigt. Da- n ac h d ü r f te d er B a c h k a um m eh r o d e r n u r noch sporadisch Wasser geführt haben. In der Zuflussrinne 550 und in der sog. Bucht 424 im Südwes ten w aren nämlic h fei ne Se dimentab - la g er un g en z u f as s en , d ie 1 2 –1 4 j ah r es ze i tl i- ch e Zy kl en b ez eug en k ön nt en ( s. K ap. 2 .2 .4 ) u nd di e b e l eg e n , d a s s de r B a c h b a l d ni c h t mehr ständig Wasser führte. Aufgrund der Funde muss das erste Hoch- wa s se r i m e rs t en J a hr z eh nt de s 3 . J h. n. Ch r . erfolgt sein (s. Kap. 2.2.4, 4.4.3). Bevor das Ge- lä nd e wi ed er m it d em B au e in er U fe rve rb au - u ng f ü r H or i zo n t 1 b u m 2 15 n . C hr . g e nu t z t wurde (Kap. 2.6.1, 4.2.4), scheinen nach dem Zeug nis teils sa ndiger , t eils kies iger Sed imen- te, die sich innerhalb der Buc ht (Po s. 45 2, 490 , 491) und der Zuflussrinne 550 (Pos. 526, 955) i m O s t en ü be r d e n S i l ts c h i ch t e n a b ge l a g er t hatten, ein oder mehrere weitere Hochwasser stattgefunden zu haben (s. Kap. 2.2.4). Katalog der ersten Überschwemmung Pos. 17: Ansam mlung von g erundete n Stei nen mi t bis zu 2 0 cm Durchmes ser, m ind. ei ner hit zegerötet, da zw is ch en l eh mi ge r S il t, g le ic hz us et ze n m it P os . 187 (1. Überschwemmung). P os . 5 5: g ro s se r S te i n, 5 5 × 4 0 × 2 0 c m ; i n P o s. 1 7 (1. Überschwemmung). evtl . Po s. 6 2: verschm utzter, gr ober Kies mit bräu nli- chem Sand, auf der S ohle; über P os. 7 (anste hend), unter Pos. 60 (3./4. Überschwemmung); wohl Fort- setz ung der Rinne 423 , evt l. 1 . Üb erschw emmun g. Po s. 69 : E ic hen ast (s . A bb. 40 ), Spä lt lin g, sta rk er o- d ie r t, 2 8 c m l an g , Du r ch m e ss e r 7 c m , i n Po s . 17 (s. oben). P os . 95 : g r ob e r K ie s u nd S a n d; ü b er P o s . 14 5 , 1 46 (anstehend). ev tl. Po s. 11 2: ho mog en e M oos la ge; üb er Po s. 11 3 (wohl 1. Überschwemmung), unter Pos. 81 (Damm 2 zu Horizon t 2) ; de r mi kromorp hologis chen Analy- se ( K ap . 2 .2 .4 ) n ac h f lu vi a le A bl a ge ru n g (w o hl 1 ., evtl. auch 2. Überschwemmung). evtl. Po s. 113: grauer Schlick , homogenes Material; ü be r P os . 1 39 ( w oh l 1 . Ü be rs c hw e mm u ng ) , u nt e r Pos. 112 (s. oben); der mikromorphologischen Ana- lyse (Kap. 2.2.4) nach fluviale Ablagerung, Dekanta- tionsniveau (wohl 1. Überschwemmung). evtl. Po s. 139: Mooslage; übe r Pos. 140, 152 (anste- hend), unter Pos. 112, 113 (s. oben); der mikromor- phologischen Analyse (Kap. 2.2.4) nach fluviale Ab- l ag e ru n g , D ek a n ta t io n s ni v ea u ( w oh l 1 . Ü b e r- schwemmung). Pos. 187: verschmutzter Kies, mit kleinen verrunde- ten Brocken aus Sandstein durchsetzt, über Pos. 200 (anstehend). e vt l . P os . 1 92 : S c hl i c k, ä h nl i c h Po s . 1 13 ( w o hl 1 . Ü be r s ch w em m u ng ) , üb e r P os . 1 8 7 (1 . Ü be r - s ch w em m u ng ) , u n t er P o s. 1 81 ( D am m 3 z u H or i - z on t 2 ), u n kl a r ob 1 . od e r 2 . Ü be r s ch w em m u ng . P os . 2 31 : S p ül t ri c h te r , gr o be r K i es un d Sa n d m it grossen Steinen; über Pos. 145 (anstehend). P os . 2 32 : S p ül t ri c h te r , gr o be r K i es un d Sa n d m it gr os se n St e in en ; ü be r Po s. 2 41 ( an st eh en d) , un te r Pos. 73 (2. Überschwemmung). P os . 3 07 : g r o be r , b rä u n li c he r Sa n d, zu m T e i l g e- s ch i ch t e t, gl e i ch z us e t ze n m i t P o s. 4 70 (1 . Ü b e r- schwemmung). P os . 3 09 : s t ar k m i t o rg a n is c he n R e st e n u nd Schwemmholz verschmutzter Silt; Bachablagerung, i m ob e re n T e il W u rz e ls p u re n ( s. K a p. 2. 2 .4 ) ; ü be r Pos. 310 (1. Übersc hwemmung) , unt er P os. 4 33, 4 50 ( 2. Ü b er s ch w e mm u ng ) u nd P o s. 4 6 5 (3 . Ü be r - schw emmung ), Ve rlandu ng de s le tzten Bach laufes vor der 2. Überschwemmung. Pos. 310: beigegrauer, leicht verschmutzter Silt, mit wenig organische n Re sten durchsetz t, ha lbwegs ver- rottete Wurzelreste; über Pos. 137 (anstehend). P os . 3 80 : S a nd ; ü b er P o s . 3 81 ( 1. Ü be r sc h w em - mung ) un d un ter Pos. 379 (2. Übe rsch wemmu ng). 48 2 Befund und Baustrukturen S chicht A nzahl A nteil der v ollständigen S chlacken Horizont 1a (Po s. 620, 794, 864) 11 6% 55% S teinschicht in Rinne 423/550 (Pos. 95, 187 , 231) 1 07 5 5% 9 9% R utschung in Bucht 424 (Pos. 470, 47 1, 732) 6 0 3 1% 4 1% S andablage rung in Bucht 424 u nd Rinne 423 (Pos. 351 , 434, 469, 642) 7 4 % 1 00% l etztes Bachb ett in Rinne 423 (Po s. 309) 8 4 % 3 8% S andablage rung in Rinne 550 (Pos. 381, 630, 784) 7 4 % 1 00% Total 193 100% ! Abb. 42 Cham- Hagendorn. Kalotten- schlacken von Horizont 1a und aus Schichten der ersten Über- schwemmung(en). Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 48 Pos. 381: Silt und Sand, mit relativ viel organischem Anteil und liegenden Hölzern, darunter einige Tan- nenäste; über Pos. 17 (1. Überschwemmung), unter Pos. 380 (1. Überschwemmung). Pos. 395: gr osser Nage lflu hfin dling , 50 × 50 × 23 cm, s ta r k n a c h S ü do s te n g en e ig t ; ü b e r P o s. 3 5 ( a n st e - hend), unter Pos. 381 (1. Überschwemmung). P os . 3 96 : gr o s se r S an d st e i nf i nd l i ng , ab g e ru n d et , oben relativ flach, 50 × 45 × 20 cm, leicht nach Süd- osten geneigt, weiter im Südosten ein rundlicher S an d st e i n m i t B r an d s pu r en , 20 c m D u rc h m es s er ; üb er P os. 3 5 (a ns te hen d) , un te r Po s. 38 1 (1 . Üb er - schwemmung). Po s. 40 0: a uf ge sp al t en er A st , R un d ho lz , Hä lb li ng , gekrümmt, evtl. bearbeitet, 91 cm lang, Durchmes- ser 3 cm, in Pos. 381 (1. Überschwemmung). Po s. 4 34: d un kel v ers ch mu tzt er , fle ck ig er Si lt , m it v er r ot t e te m or g an i sc h e m M at e r ia l un d k l ei n en , schl echt erh alten en H olzre sten ; üb er P os. 137 (an- s te h en d ) , u nt e r P os . 4 3 3 ( 2 . Ü be r s ch w em m u ng ) . Pos. 451: t eils kiesiger, teils s iltiger Sand auf der Soh- le de r Bu cht ; s and ige Bac hab lag erun g m it Gra sres - ten (s. Kap. 2.2.4); über Pos. 137 (anstehend), unter Pos. 421 (2. Überschwemmung). Po s. 4 52 : Sa nd m it s il ti ge n , t e il s ki es ig en S ch i ch t- ch en ; üb er Po s. 4 53 (1 . Üb er sc hw emm un g) , un te r Pos. 421 (2. Überschwemmung). Pos. 453: teils sandiger Silt, mit organischem Mate- ria l v ersc hmu tzt; üb er Pos . 1 37 (an steh end ), u nte r Pos. 452 (1. Überschwemmung). Pos. 469: graubräunlicher Silt, m it feinteiligem, or- ga ni sc he m An te il u nd ei nz el ne n Ho lz re st en ; üb er Pos. 470 (1. Überschwemmung). Pos. 470: de r Posi tionsnummern beschreibung nach verschmutzter Kies mit Steinen und kleineren Holz- r es t en , d er m i kr o mo r ph o l og i sc h e n A n a ly s e n a c h ei nge sc hwe mmt er Mo la sse leh m (Ka p. 2. 2. 4); üb er Pos. 732 (1. Übersc hwemmung) , unt er P os. 4 69, 4 91 (1 . Ü ber sch wem mun g) un d P os. 47 6 ( Hor izo nt 2) . P os . 4 71 : r os t i ge r K i es , w ie P o s . 47 0 ( 1. Ü b e r- sc hw em mu ng ), ab er m it ei se nh al ti ge m S ch la mm ; über Pos. 147 (anstehend). Pos. 490: verschmutzter, relativ feiner Kies, ähnlich wie Pos. 470 (1. Über schwem mung); übe r Pos . 49 1 (1. Überschwemmung); feinkiesige Bachablagerung (s. Kap. 2.2.4); unter Pos. 476 (Horizont 2). Pos. 491: Silt, mit feinem organischem Material ver- s ch m ut z t , s a nd i g- k i es i ge B ac h a bl a ge r u ng ( Ka p . 2.2. 4); ü ber P os. 4 70 ( 1. Üb erschw emmung ), un ter Pos. 490 (1. Überschwemmung). Pos. 492: rostfa rbener, aus gewasche ner Kies, mit Ke- ra m ik u nd E is en f ra gm en t en d ur ch s et zt , i n M u ld e ein gesc hwem mt; übe r Po s. 146 (an steh end) , u nter Pos. 138 (1944/1945 wohl durchwühlt). P os . 52 6: be ige gra uer , fe ine r San d; üb er Po s. 78 4 (1 . Üb ers ch wem mu ng) , unt er Pos . 498 (Ho ri zon t 1b) . Pos. 620: beigegrauer Sand; üb er Pos. 6 (anstehend), unter Pos. 465 (3. Überschwemmung). P os . 6 30 : f e in e r, b e i ge r S a nd , m it fe i n em , o r ga n i- schem Material durchsetzt, in zahlreichen dünnen Schichtchen abgelagert; über Pos. 189 (anstehend), u nt e r Po s. 5 0 3 (l et z t e P h a se d e r 2 . Ü b er s ch w e m- mu ng ), de n Fe ld au fna hm en n ach a uc h u nt er P os. 631 (1. Überschwemmung). Pos. 631: dunkel verschmutzter, graubeiger Silt, mit w en i ge n H o lz k oh l e st ü ck c h en u n d z ah l re i c he n H ol z st ü c ke n u n d k l ei n en o rg a ni s c he n R e st e n dur chs etzt ; B acha blag eru ng ( Kap . 2 .2.4 ); übe r Po s. 18 9 (a n st eh en d ), u nt er P os . 6 32 ( 1. Ü be rs ch w em - mung), dem Profil (Achse 506) nach a uch unt er Pos. 538 (2. Überschwemmung). Pos . 63 2: Lin se aus du nke lbe ige m S and , B ach abl a- gerung (Kap. 2.2.4); über Pos. 631 (1. Überschwem- m un g ), un te r P o s. 5 0 3 ( le t z te P h a se d e r 2 . Üb e r- sc hw emm un g), d em Pr of il (A ch se 50 6) na ch au ch unter Pos. 538 (2. Überschwemmung). Pos. 642 : brä unlic hgraue r si ltiger Leh m mit fei nen or ga n is ch en T ei lc he n; ü be r Po s . 1 3 7 ( a ns te he nd ), unter Pos. 309 (1. Überschwemmung). Pos. 65 0: E ichen ast, 98 cm lang , 13 cm bre it, wohl in Pos. 630 (1. Überschwemmung). Po s. 6 66: la ng er, dü nn er As t, 12 6 c m lan g, Du rch - m es s er o v a l, 2 × 4 c m , w oh l i n P os . 6 3 0 ( 1. Ü b e r- schwemmung). P os . 6 88 : F ra g me n t e i ne r A st g a be l , Bu ch e , R i n de zum Teil erhalten, 62 cm, evtl. 120 cm lang, Durch- m es s er u r s pr ü ng l i ch w o h l c a. 1 0 c m , i n P os . 4 9 0 ( 1. Ü b er s c hw e mm u n g) ; un te r Po s . 4 9 1 ( 1. Ü be r - schwemmung). P os . 7 03 : F r a gm e nt e in e s A s te s , 6 2 c m l a n g, 6 c m br ei t, d er Fe ld au fn ah me n ac h au f Po s. 1 89 (a ns te - h en d ), wo h l i n P os . 6 3 0 ( 1 . Ü be r sc h w em m un g ) . Pos. 730: grosser Stein, Granit oder G neis, 65 × 45 × 15 cm; in Pos. 732 (1. Überschwemmung). Pos. 732: locker gestreute Steinlage im unteren Teil des Kieses (Pos. 470); über Pos. 297 (anstehend) und P os . 48 9 (H o r iz o nt 1 a) , un t e r P o s. 4 70 ( 1 . Ü b er - schwemmung). Pos. 747: liege ndes Stämmch en, mind. 110 cm lang, 4 cm breit, in Pos. 630 (1. Überschwemmung). Pos. 753: Ast, 69 cm lang, im Querschnitt ursprüng- l ic h w o hl o v al , 4 × 7 c m , i n P os . 6 3 0 ( 1. Ü b e r- schwemmung). Pos. 768: San d und Kie s mit Hol zfragm enten; übe r Pos . 1 87 ( 1. Übe rsch wemm ung ) un d P os. 7 (ans te- hend). Po s. 773 : Fra gment eine s Wurz elsto ckes, ca. 5 0 cm la ng, 18 cm b rei t, in P os. 6 30 (1. Über sch wem mung ). Pos. 784: Kies und Sand; über Pos. 791 (anstehend), u nt e r Po s. 5 0 3 (l e tz t e Ph as e d er 2 . Ü be r sc h w em - mun g) u nd P os. 790 (be i de r 2 . Üb ersc hwemm ung abgerutschter Teil von Horizont 1b). Pos. 787: Fragment eines Mühlsteins; auf Sohle Pos. 630 (1. Überschwemmung). Pos. 788: Fragment eines Mühlsteins; auf Sohle Pos. 630 (1. Überschwemmung). P os . 8 04 : Ki e s u n d S a n d a u f d e r S o h le d er R i nn e . Po s. 86 4: s il ti g er Sa n d, äh n li ch w ie Po s . 6 20 ; üb er Pos. 6 (anstehend), unter Pos. 857 (Horizont 2). Po s. 8 65: w ie Po s. 86 6; üb er Po s. 13 7 (a nst eh en d), unter Pos. 3 (5. Überschwemmung). 88 Pos. 650, 660, 666, 688, 738, 747. 89 Hölzer aus Pos. 526: Pos. 965–969, 973, 1002, 1003. 49 2.4 Bach und Überschwemmung Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 49 Po s . 8 66 : Ge m en ge a us v er wi t te rt en S an d st ei ne n , Kies und Lehm, evtl . verl agertes Morän enmater ial, v gl . P os . 8 65 ( 1 . Ü be r sc h we m mu n g) , u nt e r Po s . 3 (5. Überschwemmung). P os . 8 72 : b r au n g ra u er Le h m, ve rl e h mt e s or g a ni - sc hes Ma ter ial , n atü rl ich e A bla ger ung ; ü be r P os. 6 (anstehend). Pos. 955: o rganisches Mate rial; über Pos. 797 ( anste- hend), unter Pos. 980 (2. Überschwemmung). Pos. 966: Fragment einer Wurzel und eines Eichen- stammes, ca. 75 cm lang, ca. 20 cm breit, in Pos. 526 (1. Überschwemmung). Pos. 968: liegendes Fragme nt eines Eichenstammes, R un d ho l z , 5 8 c m l an g , 1 0 c m b r ei t , i n P o s. 5 2 6 (1. Überschwemmung). Po s . 9 79 : Sa n d; B ac h ab la ge r un g, z um T e il b ei f as t stehendem Wasser (s. Kap. 2.2.4); über Pos. 797 (an- stehend), unter Pos. 805 (Horizont 1b). Pos. 1028: Fragment e ines Eichenstammes mit Ast- g ab e l ( s . A b b. 86 ) , i m Q u er s ch n i tt v ol l st ä nd i g es R un d ho l z , 4 6 c m l an g , 1 8 c m b r ei t , i n P o s. 9 7 9 ( 1. Üb e rs c h we m mu n g ); 4 8 J ah r ri n g e ( un d at i e rt ) , ohne Splint. Labor-Nr. 664444. 2.4.3 Zweite Überschwemmung(en) N ac h d em de r B a c h w ä hr e n d d es H or i z on t e s 1b sei n B ett vol lstän dig auf gefül lt hatt e ( Pos. 309), grub er sich anlässlich der zweiten Über- s ch w em m un g v o n O st e n h er ko m me n d m i t z we i R i nn e n , d e r a l t e n R i n n e 5 5 0 u n d ei n e r neu en Rin ne 548 im Sü dost en, in de n B oden e in ( A bb . 4 3) . D ab e i r i s s e r in d e r R i n ne 5 5 0 a m n ö r dl i c h en w i e a m s ü d l ic h e n U f e r T e i le des Ge hhori zonte s 1 b w eg 90 . Da s G leich e g ilt f ür d e n n e ue n B a c h l au f ( P o s . 5 3 2, 6 0 1) , d e r s ic h w e i te r s ü d li c h v o n O s te n h e r i n e in e m n eu e n V e rl a uf , R i nn e 5 4 8 , i n d e n a ns t e he n - den Boden (Pos. 145, 791) eingefressen hatte. Z ur g l e i ch e n Ü be r s c h we m m u ng s i n d f er n e r die Sedimente zu zählen, die sich in der Rinne 5 50 ü b e r d e n S e d i me n t e n d e r e r s t en Ü b er - s ch w e m mu n g a b g el a g e rt h a t t en ( P o s . 3 7 9, 9 80 ) . Au c h i m We s t e n, in d er A bf l u s sr i n n e 423 und im Ostteil der Rinne 424, waren Sedi- 50 2 Befund und Baustrukturen 1 53 1 49 1 45 1 1 3 1 1 7 1 2 1 1 25 1 29 1 33 1 3 7 1 4 1 1 53 1 49 1 45 1 1 3 1 1 7 1 2 1 1 25 1 29 1 33 1 3 7 1 4 1 5 1 2 5 1 8 488 494 500 506 F1 39 F1 38 F1 3 7 F1 52 F1 36 F1 35 F1 34 F1 5 1 F1 33 F1 32 F 1 3 1 F1 50 F1 6 1 F1 30 F1 29 F1 28 F1 49 F1 27 F1 26 F1 25 F1 48 F1 2 4 F1 23 F1 22 F1 4 7 F1 2 1 F1 20 F1 1 9 F1 46 F1 1 8 F1 1 7 F1 1 6 F1 45 F1 1 5 F1 1 4 F1 1 3 F1 4 4 F1 1 2 F1 1 1 F1 1 0 F1 43 F1 09 F1 08 F1 07 F1 42 5 m N Grabungsnorden Gr abungsgrenze Profil dok umentier t Profil abgebildet (Beil. 3, 4) Grabungen 1 944/1 945 F1 38 F 1 36 F1 3 5 F1 32 F1 3 1 F1 29 F1 28 F 1 49 F 1 26 F1 25 F1 48 F 1 22 F1 4 7 F1 20 F1 1 9 F1 1 7 F1 1 6 F1 1 4 F1 1 3 F1 1 1 F1 F1 08 7 Kalottenschlack en Herdw andfragment Gussform Pfirsichstein Pos. 450 Pos. 450 Pos. 450 Pos. 433 Pos. 433 Pos. 420 Pos. 450 Pos. 73 Pos. 420 Pos. 42 1 Pos. 42 1 Pos. 445 Pos. 433 Pos. 42 1 Pos. 73 Passscherben verbindung Kanal 422 Rinne 423 Bucht 42 4 Rinne 623 Abb. 43 Cham- Hagendorn. Gesamt- plan der zweiten Über- schwemmung(en). Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 50 di e Sc hw em ms ch ic ht en v ie le Ba uh öl ze r (s . Ka p. 2. 6 m it K at al og ). Di e D yn am ik de s Ho ch wa ss e rs i st auc h b ei de r z we it en Ü be rs ch we m mu ng a n de n mi nd es - tens acht Pass scher benve rbind ungen abzu le- s en , di e ei ne D is t an z v on bi s z u 3 4 m üb er b rü c k- ten (s. Ab b. 4 3). Kalo ttenf örmig e Sc hmied e- sc hl ac ke n un d He rd fr agm en te ka me n vo r al le m in Zonen zum Vorschei n ( Abb. 44), wo schon bei der erst en Ü bersc hwemm ung d erart ige Schl acken in gro sser Zahl anzut reffe n wa ren (vg l. Abb. 39 mi t Abb. 43). Sie dür ften aus den dort zu vor abg elage rten Sc hwemm schic hten b zw . au s de r n oc h v or ha n de ne n A bf al lh al de am Sü du fe r de r Rin ne de r S chm ie de st amm en un d som it ei gentl ich Horiz ont 1a zuzu weise n sei n. Mit Überschwemmungssedimenten wur- den die Rinnen erneut verstopft, so dass es zu w ei t e re n Üb e r fl u t u ng e n ( P os . 5 0 3 ) k a m, d ie w ie d e r um A b b r üc h e u n d R ut s c h un g e n d e s H or i z o nt e s 1 b ( Po s . 7 5 7) m i t s i ch b r a c ht e n . Dabei müs sen a uch einige Bäu me um gekippt sein, wie einzelne Teile von Wurzelstöcken u nd z a h lr e i c he Ä s t e w a h r sc h e i nl i c h m a - c he n 9 1 . Be i m Ba u d es a b ge h o b en e n Zu l e i - tungskanals zur Wassermühle des Horiz ontes 2 w u rd e n d i e se S ch i c h te n d a n n ü b er d e c k t. A uf g r u nd d e r d e n dr o c h ro n o l og i s c he n D at e n e r f ol g t e n d i e z w ei t e n Ü b er s c h we m - mungen nach 218 n. Chr., dem Bau der Holz- ko ns tr u kt io n zu m H ei li gt um d es Ho ri zo nt es 1b, und vor 231 n. Chr., dem Bau der Wasser- müh le des Ho riz onte s 2 (s . Kap. 2 .2.4 , 4 .2.4 ). Katalog der zweiten Überschwemmung evtl. Pos. 61: s andiger Kies mi t Silta nteil, graubräun- lich; über Pos. 7 (anstehend), unter Pos. 60 (evtl. 3. od er 4 . Üb er sc hw em mu ng ); w oh l Fo rt se tz un g de r Rinne 423, evtl. 2. Überschwemmung. Pos. 73: Sand; über Pos. 6 und 137 (anstehend), un- ter Pos. 82 (Horizont 2). ev tl. Po s. 1 12: ho mog en e M oos lag e; üb er Po s. 113 (1. Üb ers chwe mmu ng) , un ter Po s. 81 (Da mm 2 z u H or i zo n t 2) ; d e r m i k ro m or p h ol o gi s c he n A na l ys e (Kap. 2.2.4) nach fluviale Ablagerung (wohl 1., evtl. auch 2. Überschwemmung). e vt l . Po s . 1 9 2: S c hl i c k, ä h nl i c h Po s . 1 13 ( w oh l 1 . Ü be r s ch w em m u ng ) , üb e r P os . 1 8 7 (1 . Ü be r - s ch w em m u ng ) , u nt e r P os . 1 8 1 (D a m m 3 z u H or i - z on t 2 ), un k l ar , o b 1 . o de r 2 . Ü be r sc h w em m un g . Pos. 379: körniger Sand und Kies; über Pos. 380, 17 und 187 (1. Überschwemmung). Pos . 4 20: san dig- silt iger Ki es mit wen igen St eine n; 90 Bach: Pos. 538, 769; Horizont 1b: Pos. 498, 536, 790. 91 Äste: Pos. 786, 881, 945, 948, 950, 960–963, 971, 975, 989, 990; Baumstrünke und Wurzelstöcke: Pos. 560, 1025. 51 2.4 Bach und Überschwemmung 93 9 7 1 01 1 05 1 09 93 9 7 1 01 1 05 1 09 5 1 2 5 1 8 488 494 500 506 0 9 08 0 7 4 2 F1 06 F 1 0 5 F1 0 4 F1 4 1 F1 03 F1 02 F1 0 1 F1 40 F1 55 F1 5 4 F1 53 F1 60 F1 58 F1 5 7 F1 56 F1 59 0 8 7 F1 05 F1 0 4 F1 0 F1 0 1 F1 54 F 60 F1 5 7 F1 56 F1 59 Pos. 7 69 Pos. 538 Pos. 538 Pos. 790 Pos. 532 Pos. 954 Pos. 532 Pos. 538 Pos. 60 1 Pos. 683 Pos. 560 Pos. 7 86 Pos. 88 1 Pos. 9 7 5 Pos. 950 Pos. 9 7 6 Pos. 989 Pos. 990 Pos. 960 Pos. 96 1 Pos. 962 Pos. 963 Pos. 9 71 Pos. 984 Pos. 1 025 Pos. 945 Pos. 948 Pos. 928 Pos. 999 Pos. 538 Kanal 203 Rinne 550 Rinne 548 m en t e z u b e o ba c h t en , d i e e i n em z w e i te n H oc h w a ss e r z u z u we i s e n si n d ( P o s. 73 , 4 2 0 , 42 1 , 4 33 , 4 50 ) . H ie r k ön n te d a s H oc hw a ss e r eine Abzweigung nach Norden (Rinne 623) in den B oden e inge fre ssen h aben , die vi elle ich t de n V er la uf de s s pä te re n K an al s 4 22 v or ga b. Di e S ch ich ten b est and en te il s a us sa nd i- gen Kiesen (Pos. 379, 420, 433, 532, 601), die si ch eh er i m u nt ere n Tei l de r Rin nen a bg ela - ger t h atte n, tei ls aus Sa nd (Po s. 73, 45 0, 769 ) bzw. Sil t ( Pos. 421), die eh er im o beren Teil an- zu t re f fe n w ar e n. Le t zt er e s d ür f te s c ho n e in e g ew i s s e V er l e h mu n g i m Z u g e e i n er Ve r l a n- dung anzeigen. Im Osten, in der Zuflussrinne 55 0 u nd i n d er n eu e n Ri n ne 5 48 , e nt hi e lt en die oberen siltigen Schichten viel Holz und andere organische Bestand teile (Pos. 538, 954, 9 80 ) ; v e re i n ze l t b e st a n de n si e a u c h a u s K i es (Pos. 532). In der Zuflussrinne 550 enthielten Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 51 erhaltene Länge ca. 45 cm; in Pos. 503 (letzte Phase d er 2 . Ü be r sc h w em m un g ), o b en ; 6 9 J ah r ri n ge b i s 1 50 n . C hr . ( A -D a t ie r un g ) , o h ne S p li n t, S c hl a g - datum nach 160/170 n. Chr. Labor-Nr. 664422. Pos. 954: mit vi el organis chem Mater ial durchs etzte Ab lag eru ng, üb er Po s. 79 7 ( ans teh end ), un ter Po s. 953 (3. Überschwemmung). P os . 96 0: F ra gm en t e i ne s E ic h en as te s, i m Q ue r - sc hn i tt v ol ls t än di ge s R un dh o lz , c a. 4 m l an g, b is 14 c m br ei t; i n P os . 50 3 (l et zt e Ph as e de r 2 . Üb er - schw emmung ), obe n, gri ff unter Pos. 498 (Horizo nt 1b) , die dem Pro fil nach dort a ller dings v erki ppt war. Po s. 9 61 : Fr a g me n t e i ne s Ei c h en a st e s , i m Qu e r- schnitt vollständiges Rundholz, 9 cm breit, erhalte- n e L ä ng e 4 8 c m ; i n P os . 5 03 ( le t z te P ha s e de r 2 . Ü be r sc h we m mu n g) , o b en . 5 4 Ja h rr i n ge ( u nd a - t ie r t) , mi t M ar k , o hn e Sp li n t . La b o r- N r. 66 4 4 24 . Pos. 962 : Fragment eines Astes ode r Stammes, Erle, im Querschnitt vollständiges Rundholz; in Pos. 503 (letzte Phase der 2. Überschwemmung), oben. Pos. 963: Frag ment eines lieg enden Erlen stammes , im Qu ersc hni tt vol lstä ndi ges Ru ndho lz, bi s 2 0 c m breit, erhaltene Länge 240 cm; in Pos. 526 (1. Über- s ch w em m u ng ) un d P o s. 50 3 (l e tz t e P ha s e d e r 2. Überschwemmung), oben. Pos. 971: Fragment eines Eichenastes, 9 cm breit, er- ha lte ne Lä nge 4 6 c m; in Po s. 50 3 (le tz te Ph ase d er 2 . Ü be r sc h we m mu n g) , o b en . 5 5 Ja h rr i n ge ( u nd a - tiert), ohne Splint. Labor-Nr. 664426. Pos. 975: Fragment eines Eichenastes, abgewinkelt, 5 cm b re it , er ha lt en e Lä ng e ca . 55 c m; i n Po s. 5 03 (letzte Phase der 2. Überschwemmung), oben. P os . 9 76 : F ra g me n t ei n e s E ic h en a s te s , le ic h t ge - krümm t, 11 cm breit, erhalte ne Lä nge 75 cm ; in Pos. 503 (l etzt e P hase de r 2 . Ü bers chw emmu ng), ob en. Po s. 98 0: o rg an is ch es M at er ia l, ü be r Po s. 9 55 u nd 979 (1. Ü berschwemmung), unter Pos. 612 (4. Über- schwemmung). Pos. 984: Fragment eines Astes (s. Abb. 86), Erle, ge- pre sst, bi s 1 5 c m br eit , er hal tene Lä nge 120 cm ; i n P os . 8 9 4 ( S ch u tt e in e r H o lz k on s t ru k ti o n z u H o ri - z on t 1 b; s . Ka p . 2. 6 . 2) , P os . 5 03 ( l et z t e P h a se d e r 2. Überschwemmung). P os . 9 86 : Ab l a ge r un g v on o rg a n is c he m Ma t e ri a l, v er l eh m t; Ba c ha b l ag e ru n g m it z u n eh m en d er Ge - s ch w in d i gk e it ( s. K a p. 2 .2 . 4) ; in n e rh a lb v on P o s. 5 03 ( le t zt e Ph a s e d er 2 . Ü b er s c hw e mm u n g) , d e m Profil nach unter Pos. 503. Pos. 989: Fragment eines Erlenastes, im Querschnitt vollständiges Rundholz, 22 cm breit, erhaltene Län- g e m in d . 2 1 0 c m; i n P os . 5 0 3 ( le t z te P h as e d e r 2. Überschwemmung), oben. Pos. 9 90: Fragm ent eines Eichena stes mit Astgabel , im Qu ersc hni tt vol lstä ndi ges Ru ndho lz, bi s 1 8 c m breit, erha ltene Länge 55 cm; in Po s. 50 3 (l etzte Pha- s e d e r 2 . Ü be r sc h w em m un g ) , o b en . 5 1 J a hr r i ng e (undatiert), ohne Splint. Labor-Nr. 664432. 52 2 Befund und Baustrukturen über Pos . 4 33 ( 2. Übersch wemmun g), unter Pos. 465 (3. Überschwemmung), gleichzusetzen mit Pos. 421 (2. Überschwemmung). Po s. 4 21 : si lt ig er S an d, du rc h Bo de nb il du ng üb er - pr äg te fe in sa nd ig e b is f ei nk ies ig e Ba ch ab lag er un g (s. Kap. 2.2.4), gleichzusetzen mit Pos. 420 (2. Über- schwemmung). Po s . 4 33 : gr o be r Sa n d, f un dr e ic h, i m un t er en T ei l mit siltigen Brocken und einigen Steinen; über Pos. 434 (1. Ü berschwemmung), unter Pos. 420 (2. Über- schwemmung). Pos. 45 0: f einer , re lativ rei ner Sand ; vo n Bo denbi l- dung überprägte Bachablagerung (s. Kap. 2.2.4); un- ter Pos. 420 (2. Überschwemmung). Pos. 503: grauer, lehmiger Silt, evtl. hellere Version de r P os. 49 8 ( Hor izo nt 1b ); de r m ikr omo rph olo gi- schen Untersuchung (Kap. 2.2.4) nach Bachablage- r un g ; ü be r Po s . 5 8 5 ( an s te h e nd ) u n d P o s. 53 8 ( 2. Ü be r s ch w em m u ng ) , u n te r P o s . 5 35 ( Pl a ni e z u H or iz o nt 4 ) , d en F e ld a uf n ah me n n ac h u nt e r P os . 6 12 , 9 4 6 ( 4 . Ü b er s c hw e mm u n g) ; l e t zt e Ph a s e d e r zweiten Überschwemmung. Pos. 532: sandiger Kies, mit feinen organischen Be- standteile n und Holzstücken; über Pos. 79 7 (anste- hend), unter Pos. 531 (3. Überschwemmung). P os . 53 8: du nkl er , g rau br aun er Si lt mi t ei nze lne n Ho lzk ohle stü ckc hen u nd zah lre ich en, z um Tei l gro s- se n Ho lzs tüc ken und wei ter em org anis che m M ater i- al , üb er Pos . 63 1 un d 63 2 (1 . Übe rs chw emm ung ), un- ter Pos. 503 (l etzte Phase der 2. Über schw emmun g). Pos. 5 60: Baum strun k, evtl . Ei che; der Fel daufn ah- m e n a c h i n P os . 5 03 ( l et z te P h as e d er 2 . Üb e r - schwemmung). P os . 6 01 : K ol k , v er f ül l t m it k i es i g em S a nd , u n te r Pos. 532 (2. Überschwemmung). P os . 62 3: Qu er rin ne bz w. Ausb uc htu ng Ri ch tun g No rde n, ver fül lt mit Pos . 450 ( 2. Ü be rsc hw emm ung ). Pos . 7 69: gräulichbeiger , feiner Sand, über Pos. 760 ( Ho r iz o n t 1 b ), u n te r P os . 7 57 ( na c h d e r 2 . Ü be r - schwemmung abgerutschtes und einsedimentiertes Material von Horizont 1b). Pos. 78 6: Fr ag me n t ei ne s Ei ch e na st e s, st a rk ve r wi tt e rt ; in Pos. 503 (letzte Phase der 2. Überschwemmung). Po s. 881: Fragment eines Buchenastes, 4,5 cm breit, 1 ,7 c m d ic k , e rh a lt e n e Lä ng e 9 0 c m; i n P os . 5 0 3 (letzte Phase der 2. Überschwemmung), oben. Pos. 928 : Fra gment eine s As tes, nich t Eic he, Rund- ho lz , i m Qu ers ch ni tt vo ll stä nd ig , s ta rk ve rw it ter t, 1 5 cm br e it , e r ha l t en e L ä ng e 3 0 c m ; i n P o s. 53 2 (2. Überschwemmung). Pos. 945: Fragment einer Wurzel, Eiche, in Pos. 503 (letzte Phase der 2. Überschwemmung), oben. P os . 9 48 : Fr ag m e nt ei n e s E ic h e na s te s , im Qu er - schnitt vollstä ndiges R undholz, 17 c m breit, erhal- t en e L ä ng e 28 c m; i n P o s. 5 03 ( le t zt e P h a se d er 2. Überschwemmung), oben. Pos . 9 50: Fra gmen t e ines Ei chen aste s, 11 cm bre it, Schicht Anzahl A nteil der vollständigen S chlacken H orizont 1b (Pos. 26, 498) 1 2 % 1 00% R inne 423/Bucht 424 (Pos. 420, 42 1, 433, 450) 3 1 6 1% 6 5% Rinnen 423/5 50 (Pos. 73) 17 33% 100% R inne 550 (Pos . 379, 503) 1 2 % 1 00% Rinne 548 (Pos. 532) 1 2% 100% T otal 5 1 1 00% ! Abb. 44 Cham- Hagendorn. Kalotten- schlacken von Horizont 1b und aus Schichten der zweiten Über- schwemmung(en). Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 52 Pos. 1025: Fragm ent eines Eiche nholzes (s. Abb . 8 6), e vt l . R e st e i n es S t a mm e s, a n d er U nt e rs e i te R e s te von Baumrinde, keine Anzeichen einer Bearbeitung an d er O be rs ei te , b is 1 4 c m br ei t, e rh al te ne L än ge 40 cm ; i n P os. 894 (S chut t ei ner Hol zkon str ukti on zu Horizont 1b; s. Kap. 2.6.2). 2.4.4 Dritte Überschwemmung Von einem dri tten Hochwa sser (Abb. 45) wa- ren Sedim ente einzig in der Abf lussrinn e 423 und in der von Südosten komm enden jünge- r en Z uf l u s sr i n n e 5 4 8 z u b e ob a c h te n , n i c ht a be r i n d e r m it e i n e m D a m m v er f ü l lt e n Hauptrinne 550, d ie offensichtlich verschont g eb l i e be n w a r . D ie s e s H o ch w a s se r ü b e r - s ch w e m mt e f er n e r d e n n ö rd l i c h v o r be i f ü h- rend en, für die Was sermü hle neu ang elegte n Kanal 422/203 (Kap. 2.2.4). Von der Kraft des Wassers zeugen Lehmbrocken, die vom anste- h en d e n B o de n w e g ge r i s se n w o r d en w a r e n (Pos. 409), ferner zahlreiche Äste, Stammteile, Baumstrünke und Wurzelstöcke von Bäumen (Po s. 332 , 4 82, 44 /20) , d ie wei ter ös tlic h ent- w ur ze l t u nd an g es c hw e mm t w o rd e n w ar e n, sowie mehrere Passscherben (s. Abb. 45). Auf- g ru n d d e r g u t e r h al t e n en B l ä t te r ( P o s. 6 0 4 ) müssen die um gestürzten Bä ume schnell ein- s ed i m e nt i e r t w o r de n s ei n . Da s H oc h w a ss e r mu ss im S üd o st en a uc h T ei le d er Sc hl ac k en - halde des Horizontes 1a (s. Kap. 2.4.2) wegge- riss en haben , d enn im unter sten kie sigen Sedi- ment (Pos. 607) in der Rinne 548 fanden sich zahlreiche Fragmente von zertrümmerten Ka- lo t te n sc h la ck e n. A u ch di e v ie l en F r ag m en te v on H e r d sc h l a ck e n i n d er R i n n e 4 2 3 ( Po s . 465) belegen, dass Teile des Schuttes der einst u nm i t t el b a r s ü dl i c h g el e g e ne n S c h mi e d e - werkstatt (Horizont 1a) ebenfalls von den Flu- ten erfasst worden waren. Am gröbsten war das mitgebrachte Mate- rial in der Zuflus srinne 548 von Südoste n ( Pos. 534 ), vor al lem au f d er Soh le (Po s. 607 , 9 53), während die Abflussrinne 423 im Westen mit feinerem siltigem Material verfüllt worden war (Pos.432, 464, 465). Demnach scheint das W as s e r z w ar re l a ti v s c h n el l z u g e fl o s s e n, je - doch eher langsam abgeflossen zu sein. Im Ka- nal 422/203 waren die abgelagerten Sedimen- te auf der Sohle durchgehend sandig (Pos. 18, 40 9 , 4 10 ); d a s W as se r s ch e in t d or t g ef lo s se n zu sei n, ohne zu st ocken . N ach dem ei gentl i- chen Hochw asser kam es zu e inem ruhiger en Wasserfluss, denn die obersten Schichten wa- ren si ltige r u nd star k m it o rgan ische n R esten durchsetzt (Pos. 406, 534). I n d e n Se d i m en t e n de r d r it t e n Üb e r - s ch w e m mu n g ka m e n v ie l e Ba u h öl z e r z u m V or s c h ei n , v or a l l em B r et t e r u n d S ch i n d el n ( s. K a p . 2 . 7 m i t K a t al o g ) . Z w e i d i es e r H ö l z er s in d B e s ta n d t ei l e e i n e r W a s se r m ü hl e ( P o s. 428, 460). Da kein Sedimen t der vorangegan- genen Hochwass er ein derart iges El ement g e- liefert hat (s. Kap. 2.4.2, 2.4.3), sprechen diese beid en Hölz er dafü r, dass da s v on der dri tten Überschwemmung zerstörte Gebäude mit der 19 4 4/ 19 45 en td e ck te n W as se r mü hl e g le ic h- gesetzt werden darf. D ie d r i tt e Ü b e rs c h w em m u n g k a n n e r s t nach der Mitte des 3. Jh. erfolgt sein, da sie die um 231 n. Chr. erbaute Wassermühle des Ho- ri z on te s 2 ( Ka p. 2 . 7, 4 .2 . 4) z er st ö rt e, d ie de n j äh r l ic h e n Ü be r s ch w e mm u n ge n i m U m f el d so wi e d en F un d en n ac h b is e tw a 2 60 n . C hr . bestand (s. Kap. 2.2.4, 4.4.3). Katalog der dritten Überschwemmung ev tl . Pos . 44 /2 0: evt l. St ock ei ne s Ba um es , 40 c m bre it , bi s 90 cm l an g, 19 44 /1 945 er fa ss t (s. Ab b. 10 4; Be il. 8) . Pos. 1 8: g ra u ve rs c hm ut zt es S an d sc hi ch tc he n m it Spuren von verrottetem Holz; Bachablagerung, UK eingefressen (s. Kap. 2.2.4); über Pos. 6 (anstehend), unter Pos. 29 (4. Überschwemmung). evt l. P os. 60: fei ner San d, m it kl ein en o rga nis chen Te ilc hen d ur chs etz t, g esc hic hte t; ü ber P os . 61 , 62 (e vtl . 2. bz w. 1. Über sc hwe mmu ng) ; unt er Po s. 2 (n ach röm isc he Sch wem msc hic ht) ; wo hl For tse tzu ng de r Ri nne 42 3, evt l. 3. od er 4 . Ü ber sch wem mun g. ev tl . Po s . 6 4 : G e mi sc h au s br äu nl i ch em S an d un d silti gen L ehmbrocke n, S and m it o rganische n Re sten du rc hs et zt ; üb er P os . 7 (a ns te he nd ), u nt er Po s. 6 3 (evtl. 4. Üb erschwemmung); Fortsetzung des Ka nals 422, wohl 3. Überschwemmung. ev tl . Po s. 1 67 : Ri n ne , v e rf ül lt m it g rä ul ic he m, f ei - nem Sand, mit organischem Material durchsetzt; in P os . 1 3 7 ( an s te h e nd ) e i ng e ti e f t; u n t er P o s . 5 (4. Überschwe mmung) und Pos. 166 (ev tl. 4. Über- schwemmung); wohl Fortsetzung der Rinne 423, äl- tere Phase, evtl. 3. Überschwemmung. e vt l . P o s. 17 0 : S a n d, K ie s u n d S i lt ä hn l ic h P os . 5 (4. Überschwe mmung) und Pos. 166 (ev tl. 4. Über- schwemmung); über Pos. 6, 7, 137 (anstehend), un- t er P o s. 2 (n a c hr ö mi s c he r S ch w e mm l eh m ) ; wo h l F or t se t z un g d e r R in n e 4 23 , e v tl . n ö rd l i ch e r A rm , evtl. 3. oder 4. Überschwemmung. P os . 4 06 : m e hr e r e fl e c ki g e, gr a ub r a un e b i s b ei g e Schi chtch en, teil s ve rmehr t mi t fe inere m un d gr ö- b er e m o rg a n is c he m M a te r ia l u n d H ol z st ü c ke n durchsetzt, teils siltig, teils sandig; feinkiesige Bach- ablagerun g, dur chsetzt mit wo hl unte rspülten, weg- g er i ss e n en B ro c k en d es a ns t e he n de n B od e ns (s. Kap. 2.2.4); über Pos. 410 ( 3. Ü berschwem mung), unter Pos. 5 (4. Überschwemmung). P os . 4 09 : s ta r k m it L e h mb r öc k c he n v er m i sc h te r , f le c ki g e r, g r au b rä u nl i c he r S an d , un t e r P o s. 4 1 2 (3. Überschwemmung). 53 2.4 Bach und Überschwemmung Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 53 Pos. 410: Sand mit wenig organ ischem Materi al u nd etwas Holz; sandige Bachablagerung (s. Kap. 2.2.4); unter Pos. 406 (3. Überschwemmung). Po s. 4 12: S ilt m it ho hem A nte il an fe in em or gan i- sc h em M at er ia l un d s ch le ch t e rh al te ne n H ol zs tü - ck en , üb e r P o s. 4 09 ( 3. Ü be rs ch we m mu ng ), u nt er Pos. 410 (3. Überschwemmung). Po s. 4 32: gr au er bi s b eig eg rau er Si lt, ü ber Po s. 42 0 (2. Überschwemmung). Pos. 442: Wurzelstock, 90 cm breit, erhaltene Länge 10 0 cm ; i n Po s. 40 6 (3 . Üb ers ch we mm ung ) ei ng e- schwemmt 92 . Pos. 464: braungrau er, lei cht san diger S ilt, mi t ver- e in z el t en f e in e n o rg a ni s ch e n Be s ta n dt e il e n , üb e r Po s. 6 ( an st e he nd ) un d Po s. 4 21 ( 2. Ü be r sc hw em - m un g ), g l e ic h zu s e tz e n m it P os . 4 65 ( 3 . Ü be r - schwemmung). P os . 4 65 : b r äu n li c h gr a ue r , l e ic h t s a nd i ge r S i lt ; durch Bodenbildung leicht überprägte Bachablage- rung (s. Kap. 2.2.4); über Pos. 420 (2. Überschwem- m un g ), g l e ic h zu s e tz e n m it P os . 4 64 ( 3 . Ü be r - schwemmung). P os . 4 74 : la n g es E ic h e nh o lz ( s . A b b. 1 6 7, H 26 6 ) , gr os se r ab ge b ro ch en er A st st am m, i m Qu er sc hn it t mind. 10 × 12 cm, erhaltene Länge 208 cm; auf Pos. 4 76 ( H or i z on t 2 ); 9 9 J a hr r in g e ( u n da t ie r t ), o h ne Splint. Labor-Nr. 664209. P os . 4 82 : Wu r ze l s to c k, e vt l . H a se l (s . Po s . 56 1) , Querschnitt ca. 25 × 55 cm, erhaltene Länge 60 cm; dem Pr ofil nach auf P os. 534 (s. un ten) und in Pos . 5 00 ( 5 . Ü be r sc hw em mu ng ), u nt er P os . 483 , 484 (5. Üb erschw emmung) . Pos. 531: l ehmiger, bräun lichgrauer Silt , mit orga ni- s ch e m M at e r ia l u nd H o l zs t üc k e n, ü b e r Po s . 5 32 (2 . Ü be rs ch we mm un g) , un te r Po s. 4 ( Ho ri zo nt 3) . Po s . 5 34 : G em is c h a u s Sa n d un d K ie s, m it f e in em organ ischem Mat erial und einze lnen Holzs tücken , ü be r P o s . 1 89 ( an s t eh e nd ) un d P o s . 6 0 7 ( 3 . Ü be r - s ch w em m u ng ) , u n t er P o s. 5 02 ( 4 . Ü b e rs c hw e m - mung). Po s . 5 61 : H ol zp rü g el , Ha s el , 6 cm b r ei t, e rh a lt en e Länge mind. 60 cm; in Pos. 534 (s. oben). Po s . 5 62 : H ol zp rü g el , Ha s el , 6 cm b r ei t, e rh a lt en e Länge mind. 140 cm; in Pos. 534 (s. oben). 54 2 Befund und Baustrukturen 1 53 1 49 1 45 1 1 3 1 1 7 1 2 1 1 25 1 29 1 33 1 3 7 1 4 1 1 53 1 49 1 45 1 1 3 1 1 7 1 2 1 1 25 1 29 1 33 1 3 7 1 4 1 5 1 2 5 1 8 488 494 500 506 F1 39 F1 38 F1 3 7 F1 52 F1 36 F1 35 F1 34 F1 5 1 F1 33 F1 32 F1 3 1 F1 50 F1 6 1 F1 30 F1 29 F1 28 F1 49 F1 27 F1 26 F1 25 F1 48 F1 2 4 F1 23 F1 22 F1 4 7 F1 2 1 F1 20 F1 1 9 F1 46 F1 1 8 F1 1 7 F1 1 6 F1 45 F1 1 5 F1 1 4 F1 1 3 F1 4 4 F1 1 2 F1 1 1 F1 1 0 F1 43 F 1 0 9 F1 0 8 F1 07 F1 4 2 5 m N Grabungsnorden Gr abungsgrenze Profil dok umentier t Profil abgebildet (Beil. 3, 4) Grabungen 1 944/1 945 F 1 3 8 F1 36 F1 35 3 4 F 1 F 1 32 F 1 3 1 F1 2 9 F 1 26 F1 25 F1 23 F1 22 F1 20 F1 1 9 F1 1 7 F1 1 6 F1 1 4 F1 1 3 F1 1 F1 1 0 F1 09 F1 0 7 Kalottenschlack en Herdw andfragment Gussform Pos. 465 Pos. 465 Pos. 465 Pos. 465 Pos. 464 Pos. 465 Pos. 465 Pos. 409 Pos. 4 10 Pos. 406 Pos. 406 Pos. 406 Pos. 4 1 2 Pos. 406 Pos. 1 8 Pos. 465 Pos. 432 Pos. 442 Pos. 4 7 4 Pos. 72 7 Passscherben verbindung Kanal 422 Rinne 423 Bucht 42 4 Rinne 623 Abb. 45 Cham- Hagendorn. Gesamt- plan der dritten Über- schwemmung. Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 18.02.14 14:54 Seite 54 Po s . 5 63 : H ol zp rü g el , Ha s el , 7 cm b r ei t, e rh a lt en e Länge mind. 126 cm; in Pos. 534 (s. oben). Pos. 564: Holzprügel, Hasel, leicht gekrümmt, 4 cm b re i t, e rh a lt e n e L än g e mi nd . 70 cm ; in P os . 53 4 (s. oben). Pos . 565 : H olz prü gel, As tga bel , b is 14 cm br eit , e r- haltene Länge mind. 110 cm; in Pos. 534 (s. oben). Pos. 566: kurz es Holzst ück, Ast; in Po s. 534 (s. oben). Pos . 604: org anische Reste und zahlreich e Blä tter in- nerhalb der Pos. 534 (s. oben). Po s. 60 7: k ie sig es M at er ia l mi t St ei ne n u nd S ch la - ckenfragmenten unterhalb Pos. 534 (s. oben). P os . 6 89 : A st f ra g m en t , Bu c he , S pä l tl i n g, ¼ e in e s Rundholzes, 134 cm lang, Querschnitt viertelkreis- förmig, 10 × 13 cm, in Pos. 607 (s. oben). Pos. 929: Astgabel, Erle, ca. 190 cm lang, 8 cm breit, in Pos. 531 (s. oben). Pos. 952: Sand, über Pos. 953 (s. unten ), unt er Pos . 612 (4. Überschwemmung). P os . 9 53 : Ki e s, ü b er P os . 95 4 ( 2. Ü be r sc h w em - m un g ), un t e r P os . 9 5 2 ( s . o be n ) u nd Po s . 9 2 6 (4. Überschwemmung). 2.4.5 Vierte Überschwemmung Sedi mente d er vie rten Ü bersc hwemm ung (Abb . 46) w aren n ur im a ufgel assen en Kan al 4 22 /2 03 im N or de n s ow ie in de n ve rf ül lt en R in - ne n 55 0 un d 54 8 im Ost en zu fa ss en . In de r Ri n - ne 4 23 un d d er Bu ch t 4 2 4 i m W es te n h in ge ge n wa re n ke in e en ts pre ch end en Sed im ent e zu b e- obac hten; s ie schei nen scho n vom dritt en H oc hw a ss er vo ll st än di g v er fü l lt wo rd en zu se i n. Eini ge bi s geg en 20 m aus einan der g elegen e Pa s ss ch er be n b e ze ug en di e Dy na mi k de s H oc h- wa ss ers . I n de r nör dli ch en Rin ne 550 mu ss das Was ser etwas kräf tige r gef losse n sei n als in de r sü d li ch en R in ne 54 8, d en n di e S ed im en te (P os . 5, 58 7, 62 4, 76 5, 946 ) wa ren do rt sa nd ig er un d gr i ff en in di e z uv or ab ge la ge rt e n S ch ic ht en ei n, wä hr en d i n d er Ri nn e 54 8 di e ei ng es ch we mm - ten Schicht en (Pos . 501, 502) si ltig war en und sich übe r dem Hori zont 3 ( Pos. 4) abg elage rt ha tt en (s . a uc h Ka p. 2. 2. 4) . I m No rd we s te n wu r- de n zu de m T ei le de s U fe rs un te rs pü lt (P os . 63) . Von d er ansc hlies sende n Verla ndung z eugen de r hö he re Le hm an te il (P os . 61 2, 92 6) s ow ie d ie or g an is ch en R es te ( Po s . 5, 2 9, 5 02 ). Schm iedesc hlacke n fa nden sich vo r a llem in der Rinne 548 im Südosten (s. Abb. 46). Sie dürften von d er Schlackenhalde am südlichen Ufer, Horizont 3 (Pos. 4), weggerissen worden sein. Katalog der vierten Überschwemmung Pos. 5: S and unters chiedl icher Körnung, mi t i nkohl- tem Holz und a nderem feine m org anische m Mat eri- al; s andig e Bacha blage rung m it toni gen Ein schwe m- mu ng e n (s . K ap . 2. 2. 4 ); ü be r P os . 17 (1 . Üb e r- schw emmung ), un ter P os. 3 (5. Über schwem mung). Pos. 9: H olzfragm ent, v ermutlic h kein Eiche nholz, stark vermodert, evtl. 55 cm lang, 8 cm breit; recht- w in k li g z u H ol z ( Po s . 1 0) g e le g e n, e v tl . d a ru n t er , evtl. vom gleichen Baumstrunk; in Pos. 29 (4. Über- schwemmung). Pos. 10: Ho lzfragment , ver mutlich kein Eichenho lz, stark vermodert, 40 cm lang, 8 cm breit, rechtwink- lig zu Holz (Pos. 9) gelegen, evtl. darüber, evtl. vom gl eic he n B au mst ru nk; i n P os . 2 9 (4 . Ü be rsc hw em- mung). Pos . 2 9: g rau ver schmu tzte r, flec kige r Si lt mit Spu - ren von vergangenem organischem Material; Bach- abla gerun g, ev tl. mit gele gentl ichen Übe rschwe m- m un g en ( s. K ap . 2. 2 . 4) ; ü b e r P o s. 1 8 ( 3 . Ü b er - schwemmung). evt l. P os. 60: fei ner San d, m it kl ein en o rga nis chen Te ilc hen d ur chs etz t, g esc hic hte t; ü ber P os . 61 , 62 (e vtl . 2. bzw . ev tl. 1 . Über sc hwe mmu ng) ; un ter Pos . 2 92 Der Stock wurde in der Fundlage nicht dokumen- tiert. 55 2.4 Bach und Überschwemmung 93 9 7 1 01 1 05 1 09 93 9 7 1 01 1 05 1 09 5 1 2 5 1 8 488 494 500 506 1 0 9 1 0 8 1 07 1 4 2 F1 06 F1 05 F 1 0 4 F1 4 1 F1 03 F1 02 F1 0 1 F1 40 F1 55 F1 54 F1 53 F1 60 F1 58 F1 5 7 F1 56 F1 59 1 09 1 0 7 F 1 0 4 F1 0 1 F 1 53 F1 60 F1 56 F1 59 1 8 Pos. 534 Pos. 534 Pos. 1 8 Pos. 53 1 Pos. 53 1 Pos. 953/952 Pos. 1 8 Pos. 562 Pos. 56 1 Pos. 565 Pos. 563 Pos. 564 Pos. 604 Pos. 560 Pos. 482 Pos. 566 Pos. 929 Pos. 53 1 bei Pos. 8 73 Pos. 1 8 Kanal 203 Rinne 550 Rinne 548 Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 55 tung zu sehe n sind oder ob sie auf ein weiteres hier ausg eübtes Ge werbe hin deuten, mus s offenbl eiben. In d en Sedim enten de s später verland eten Ba- che s ( Pos. 30 9) k ame n au sser de n e rwäh nten za hl- r ei c he n H e rd f ra g m en t en a u c h ü be r du r c hs c hn i tt - lich viele Ziegelbruchstücke zum Vorschein (s. Kap. 3.8 .5). Sch lacke n wi e Zi egel fragm ente dür ften von zerstörten Feuerstellen stammen. Katalog der Werkstatt im Südwesten evtl. Pos. 157: f lache Grube ähnlich Pos. 150 (jünge- re Grube, s. Kap. 2.9.2), ca. 20 cm in den anstehen- den Lehm (Pos. 6) eingetieft (UK 394,22). evtl. Pos. 1 58: brandgerötetes Material auf der Soh- le der Grube Pos. 157. evtl. Pos. 159: vergrauter , lehmi ger Silt , Verfü llung der Grube Pos. 1 57, vergleich bar mit P os. 153 ( nach- rö mis ch e A bla ge run g im Ka nal 4 22; s . K ap. 2 .9. 2) . evtl. Pos. 2 54: Ru ndholz (Abb. 49, 141,H186 ), Ei che, Hälbling, 218 cm lang, 39–49 cm breit, 21 cm dick, an der Oberse ite bearbeite t, 85 cm nördlich des Süd- e nd e s e i n e q u e r v e rl a u fe n de N u t v o n 5 c m B re i te und 32 cm Lä nge m it Re sten eines Holzes (Pos. 312); 107 Jahrringe, mit Mark, 2 1 Jahre Splint, Wal dkante F rü h li n g 1 73 n. C h r. (A - Da t i er u ng ) ; i n Po s . 1 38 ( 19 4 4/ 1 9 45 d u r ch w üh l t ), e v t l. id e n ti s ch mi t P o s. 44/21 (s. Kap. 2.7.2). Labor-Nr. 663831. ev tl . Po s. 25 5: F rag me nt e in es Ei ch en ho lz es , s ta rk e ro d ie r t , Q u e rs c h ni t t ev t l . ei n s t r e c ht e ck i g , 6 × 12 cm, erh alte ne L änge 60 cm; in Pos. 19 (Wi eder- e in f ül l u ng d er G ra b un g 19 4 4 /1 9 4 5) , d e r F e ld a u f- nahme nach satt auf Pos. 254. evtl. Pos. 256: Fragment eines Eichenholzes, unför- mig , sc hlec ht e rhal ten, in zwe i St ücke zer broc hen, i m Q u e rs c hn i t t d re i ec k i g, 1 8 cm b r e it , b is 1 0 c m d ic k , e r ha l t en e L ä n ge c a. 1 04 c m; ü be r P os . 3 1 5, 316, der Feldaufnahme nach bei Pos. 254, evtl. Teil von Pos. 317 (s. unten). 69 Jahrringe bis 102 n. Chr. ( A- D at i e ru n g) , o h ne S p li n t , Sc h la g da t u m na c h 110/120 n. Chr. Labor-Nr. 663832. e vt l . P o s. 25 7 : l i eg e nd e r E i ch e ns t a mm , i m Q u er - sc h ni tt v o ll st ä nd i ge s Ru n dh ol z , an b e id en E n de n ab g es ch n it te n, 1 7 6 cm l an g , ov al e r Du rc h me ss e r, 62 2 Befund und Baustrukturen Funde und Funktion Die Überschwemmu ngsschichten des ers ten Hoch- wa ss e rs e nt hi el te n i m B e re ic h de s G eb äu de s vi e le Wa ndf rag men te von He rde n bz w. Feu ers tel len so - wie einig e ka lottenf örmige Eis enschla cken (Abb. 52; s. Abb. 4 8; s. auch Ka p. 2.4.2). Zahlre iche Kalotten- sch lac ken fan den sic h fe rne r in den süd lic hen Fel - der n e ntl ang dem Sü dufe r d er R inn e 42 3/5 50. Ob- wo hl in den Feld ern 110, 1 13 und 119 die Al tgra bun - gen 1944/ 1945 bis in den ansteh enden Boden (Pos . 14 6) hi nei ng egr if fen un d die Sc hi cht en de r e rs ten Übe rsch wemm ung (Po s. 9 5, 1 87, 231) wei tge hend ent fernt b zw. dur chwüh lt habe n, weis en die dort ab- ge ba u te n Fu nd k om pl ex e d es d ur ch wü hl te n S ed i- me ntes ( Pos . 138) e ben fal ls seh r vie le Ei sens chl acke n au f, s o da ss d av on a us zu ge he n is t, d as s ei n st ei ne durchgehende Schlackenhalde vorhanden war, na- mentli ch auch im Bereich der etwas jünger en Holz- ko ns t ru kt io ne n d es H or iz on te s 1 a ( K ap . 2 .5 .2 ) 9 4 . Kalo ttensc hlacken stelle n Abfall dar, wie er bei Schm iedear beiten i n g rosse n M engen anfäll t (s. Kap. 3.9 ). He rdsc hlac ken wie Kalot tens chl acke n lege n na- he , d as zer st ört e G eb äud e i m S üdw es ten al s W erk - st at t e in es Sch mi e de s zu d eu te n , in d er a u ch d er mutm asslic he Amboss (s. Abb . 51) gestand en haben dür fte. Der beim Schm iede n anf alle nde A bfal l, vo r alle m Kalot tensch lacke n, wurde am S üdufe r d er Rin- ne 4 23 /5 5 0 o b er ha lb d es G eb äu de s e nt so rg t. O b auch das Gräbchensystem und vielleicht die Grube Pos . 15 7 in Zus amme nhan g mit der Eis enve rarb ei- Abb. 51 Cham- Hagendorn. Trommel aus gelblichem Sand- stein (s. Abb. 433,ST1); FO Feld 148 (Quadrat- meter 496/136); erste Überschwemmung. Inv.-Nr. 1508.932.1. Fundgattung Objekt Anzahl Katalog-Nr. Gesamtkata log (Kat.) Keramik Gefässe (RS/to tal) 15/112 K39 2, 13, 19, 27, 2 8, 31, 49, 50 Glas Gefäss 1 GL22 67 Buntmetall Scheibe 1 B115 79 Buntmetall Stäbchen, Sc hrott 1 B124 80 Eisen Flachmeissel 1 E11 94 Eisen Altmetall (?) 3 E30, E34, E3 6 96, 97, 99 Eisen Möbelbes tandteile 2 E69, E86 100, 101 Eisen Schmiedeabfall 3 Münzen Hadrian, Maximinus Thrax (verlagert?)  M7, M ! 70 Baukeramik Ziegelfragmente 57 Schlacken Herdschlac ken 101 Schlacken Kalottenschlacke n 146 Tierknochen 9 Pflanzenreste 19 Abb. 52 Cham- Hagendorn. Horizont 1a, Funde zur Schmie- de inkl. Schlackenhalde (fett: für die Deutung wichtige Funde). Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 62 30 × 34 cm, bis 47 cm breit; 90 Jahrringe, mit Mark, 21 Ja hr e S pli nt bi s 193 n . Ch r. (A -Da ti eru ng ), ev tl. W al d ka n te ; i n P os . 1 38 ( 1 9 44 / 19 4 5 d ur c hw ü hl t ); evtl. identisch mit Pos. 44/26 (s. Kap. 2.7.2). Labor- Nr. 663833. ev tl . Po s. 3 12 : Fr ag me nt e in es Ei ch en ho lz es ( Ab b. 1 41 , H 18 6 ), i n d er N ut d e s R un d ho l z es P o s. 2 5 4. evtl. Pos. 313 : Fragment eines Eichenbalken s, stark er o di er t, i m Qu e rs ch ni t t u r sp rü ng l ic h ev tl . r ec ht - e ck i g, 1 0 × 2 0 c m , er h a lt e ne L ä ng e 5 5 c m ; i n P os . 1 38 ( 1 94 4 /1 9 4 5 d u r ch w üh l t ), s a tt a u f Po s . 2 5 4 (s. oben). evtl. Pos. 314: Fragment eines Eichenbalkens , mehr- seitig bearbeitet, Querschnitt rechteckig, 7 × 16 cm, e rh a lt e n e L ä n ge 6 7 c m; i n P os . 1 38 ( 1 94 4 / 19 4 5 d ur c hw ü h lt ) , de r F el d a uf n ah m e n ac h u n te r P o s. 256 (s. oben). evtl. Pos. 315: Fragment eines Eichenholzes, mehr- seitig bearbeitet, der Fundzeichnung nach ein Kant- holz, Que rschnitt rechteck ig, 14 × 20 cm, erhalte ne Länge 50 cm; in Pos. 13 8 (1944/1945 durchwühlt), unter Pos. 256 (s. oben). ev tl . Po s. 3 16 : F ra gm en t ei ne s Ei ch en ho lz es , st ar k er o di er t , b i s ca . 20 c m b re it , mi n d. 7 0 cm l a ng ; in Po s . 1 38 ( 19 4 4/ 1 94 5 d ur c hw üh l t) , u nt e r Po s . 25 6 (s. oben). ev tl. P os. 3 17: F rag men t ein es Eich enh olze s, sch lech t er hal ten, 16 cm b rei t, e rha lten e Lä nge 35 cm ; in Pos. 1 38 ( 1 94 4 / 19 4 5 du r ch w üh l t ), d e r Fe ld a u fn a hm e nach evtl. Teil von Pos. 256 (s. oben). evtl. Pos. 318: Fragment eines Eichenbret tes, in zwei Te ile ze rbr oc hen , m ehr se iti g b ear be ite t, 11 –12 cm bre it, 0,5 –1 c m di ck, erh alte ne L änge ca. 16 cm; in Pos. 138 (1944/19 45 dur chwühlt), der Feldauf nah- me nach bei Pos. 254 (s. oben). evtl. Pos. 439: brettartige Unterlage aus Eichenholz, Spältling, 1 ⁄ 8 e i ne s Ru n dh o l ze s , q u er ge b r oc h en , 2 7, 6 c m l a ng , Q ue r sc h n it t l i n se n fö r m ig , 18 , 6 c m brei t, bi s 4, 6 cm dic k, er halten e Lä nge 2 8 cm ; qu er u nt e r P os . 2 54 ( s . o be n ), ü b e r Po s . 4 40 ( s . u nt e n) . ev tl . Po s. 440 : Fra gme nt ein es Ei che nho lz es, me hrs ei- tig bear beit et, unte r Pos . 254 und Pos. 439 (s. obe n), parallel zu Pos. 254, 48 cm lang, Querschnitt recht- ec kig , 5 × 10 c m, Län gssc hni tt kei lfö rmig . evtl. Pos. 441: kurzes Fragment eines Eichenholzes, mehrseitig bearbeitet; un ter Pos. 439 (s. oben), 26,5 cm lang, Querschnitt rechteckig, 3 × 6 cm. Po s. 44 3: li ege nde s E ich enh olz , sch lec ht er hal ten , 1 86 c m l a ng , 26 c m b r ei t , i n P o s . 4 3 4 ( 1 . Ü b er - schwemmung). Pos. 489: sandiger Silt mit beigen, lehmigen Siltbro- c ke n , v er s ch m ut z te O K d e s a ns t eh e nd e n B od e ns , über Pos. 297 (anst ehend), unter Pos. 470 (1. Über- schwemmung). evtl. Pos. 688: Fragment einer Astgabel, Buche, Rin- de zum Teil erhalten, 62 cm, evtl. 120 cm lang, Dur chme sse r u rspr üngl ich woh l c a. 10 cm, in Pos . 490 (1. Überschwemmung); unter Pos.491 (1. Über- schwemmung). P os . 7 58 : Wu r ze l , e r ha l te n e Lä n ge 10 c m ( U K 3 94 , 23 ) , D u r ch m es s e r 6 c m , e vt l . S t a nd o rt ei n e s Ba um es ; de n Fe ld au fn ah me n na ch u nt er P os . 47 0 u nd i n P o s. 7 3 2 ( 1. Ü be r sc h w em m un g ) u nd P o s. 297 (anstehend). Po s. 79 4: m ög li ch e Pf os t en gr ub e im a ns te he nd en Lehm (Po s. 6) , im Gru ndriss qua drati sch m it a bge- ru nd ete n Ec ken , Se ite nl än ge 40 c m, ca . 26 cm t ief (UK 394,24), mit vergrautem sandigem Silt verfüllt, unter Pos. 3 (5. Überschwemmung). Po s. 80 3: m ög li ch e Pf os t en gr ub e im a ns te he nd en Leh m (P os. 6), ver glei chbar Po s. 8 61 ( s. u nten ), i m G ru n dr i s s wo h l o va l , c a. 4 0 c m Du r c hm e ss e r , ca . 30 cm tief (UK 394,30), Sohle flach, mit gräulichem Silt verfüllt. Po s. 85 8: m ög li ch e Pf os t en gr ub e im a ns te he nd en Lehm (Pos. 6) , als kleiner Spültrichte r beschri eben, im Grun driss ova l, c a. 5 7 × 6 3 cm , ca . 20 cm eing e- tieft (UK 393,88), Sohle spitz zulaufend, verfüllt mit Pos. 620 (1. Überschwemmung). Po s . 8 5 9: m ög l ic he P f os te n gr ub e m it P fo s te nl o ch im anstehe nden Lehm (Pos. 6), als kleine r Spü ltrich- t er b e sc h ri e b en , i m G r u nd r is s w oh l o va l , Du r c h- messer ca. 52 cm, Pfostenloch Durchmesser 25 cm, ca. 30 cm tief (UK 3 93,77), Sohle flach, ver füllt mit Pos. 620 (1. Überschwemmung). Pos. 860 : mög liches kurz es Ba lkengrä bchen im an- stehenden Lehm (Pos . 6), als kleiner Spültrichter be- schrieben, ca. 80 cm lang, ca. 46 cm breit, ca. 20 cm ein geti eft ( UK 393 ,88) , verf üllt m it Pos . 620 (1. Übe r- schw emmung ). Po s. 86 1: m ög li ch e Pf os t en gr ub e im a ns te he nd en Lehm (Pos. 6) , als kleiner Spültrichte r beschri eben, im G run dr is s r ec ht eck ig m it ab ge ru nde te n Ec ken , 62 × 66 cm, ca. 20 c m ein getieft (UK 393,9 0), So hle s pi t z z u la u f en d , v e rf ü l lt m i t P os . 6 2 0 ( 1. Ü be r - schwemmung). Pos. 863: Grube unter dem Kiesboden Pos. 857 (Ho- ri zon t 2 ), unr ege lmä ssi ge Fo rm, ca . 2 5 c m tie f ( UK 394,25), verfüllt mit gräulichem, lehmigem Silt (ähnlich Pos. 620, 1. Überschwemmung). Po s. 86 7: m ög li ch e Pf os t en gr ub e im a ns te he nd en Lehm (Pos. 6), erst nach Abtrag des Kiesbodens Pos. 8 57 ( H or i zo n t 2 ) s ic h t ba r , i m G r u nd r is s l än g l ic h oval, 48 × 100 cm, ca. 23 cm tief (UK 394,17), Sohle spitz zulaufend, mit b raungräulichem sandigem Silt verfüllt. P os . 8 68 : m ö g li c he T ra u f ri n ne i m a n s te h en d e n L eh m ( P os . 6 , 1 3 7) , m i nd . 7 , 3 0 m l a ng , c a . 8 5 c m breit, ca. 15 cm tief (UK 394,28), Sohle U-förmig, ca. 15 c m t ie f ( UK 3 94 , 42 –3 9 4, 4 4) , mi t s an d ig em S i lt (Pos. 869) verfüllt. Pos. 869: Verfüllung von Pos . 868 ( s. oben), braun- gräulicher sandiger Silt. Po s. 87 0: m ög li ch e Pf os t en gr ub e im a ns te he nd en L eh m (P o s. 6) , im Gr u n dr i ss r ec h te c k ig , ca . 4 8 × 62 cm, ca. 17 cm eing etieft (UK 394,02), Sohle flach, m it v e rs c hm u tz t em s i lt i ge m L eh m v er f ül l t, u n te r Pos. 872 (1. Überschwemmung). Pos. 910: Gräbchen im anstehenden Lehm (Pos. 6), m in d . 3 , 20 m l an g , c a . 4 5 c m b r ei t , c a. 1 6 c m t ie f ( UK 3 9 4, 4 5) , S oh l e fl a c h U - f ör m ig , v er f ül l t mi t 94 Inv.-Nr. 1508.292–1508.294 (Feld 110), 1508.295–1508.308 (Feld 113), 1508.313–1508.316, 1508.321, 1508.343 (Feld 119); s. auch Kap. 3.9. 63 2.5 Horizont 1a: Werkstatt (Schmiede?) und Holzkonstruktionen (Heiligtum?) Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 63 verfüllt, im oberen Teil graubräunlich, gefleckt, im unteren Teil grau. Pos . 913 : m ögl ich er Dra ina geg rab en im an steh en- den Lehm (Pos. 6), wird von Gräbchen Pos. 912 ge- schnitten, wohl mind. 4,50 m lang, ca. 1 m breit, ca . 1 0 c m t ie f ( UK 3 9 4, 4 4 ), S o hl e f la c h, m i t g ra u er , schlammiger Verfüllung. Pos . 91 4: mögl iches Ba lkeng räbc hen im anst ehen - den Lehm (Pos. 6), ca. 2 m lang, 15–20 cm breit, ca. 12 cm einget ieft, Sohle U-f örmig, verfüllt mit br aun- gräul ichem sandi gem Silt ähnlic h Po s. 8 69 ( s. o ben). Po s. 91 5: m ög li ch e Pf os t en gr ub e im a ns te he nd en L eh m ( Po s . 6 ) , Du r c hm e ss e r ca . 6 0 c m , c a . 10 c m tief, mit gräulichem Sand verfüllt. 50 2,5 0/1 50, 50 –15 2: m ögl ich es Bal ken grä bc hen , lä ngl iche Ver tie fun g im ans teh end en Lehm (Po s. 6), ca . 1, 40 m la ng, ca. 20 cm bre it , Ti efe nic ht gem es sen . 140 ,50 /50 5,5 0: mög lic he Pfo ste ngr ube , o val e V er- t ie f un g i m a ns t e he n de n S i lt ( P os . 1 3 7) , c a . 40 × 70 cm, ca. 10 cm tief (UK 393,52). 146/499,50: mögliche Pfostengru be, Vertiefu ng im an st e he nd en L eh m ( Po s. 6 ), a mo rp he r G ru nd ri ss , Dur chme sser ca. 90 cm, je doch vom Bag ger bee in- trächtigt, ca. 15 cm tief. 14 7,4 0/4 96: mö gli che Pf ost eng rub e, im Gr und ris s lä n gl i ch e V er t ie fu n g mi t E in s ch n ür u ng i m a ns te - henden Lehm (Pos. 6), 34 × 84 cm, ca. 1 0 cm tief ( UK 394,49), evtl. Doppelpfosten. 148 /499: mög lich e Pf oste ngrub e, o vale Ver tief ung 64 2 Befund und Baustrukturen Pos. 204 Pos. 207 Abb. 53 Cham- Hagendorn. Ausgra- bung 2003, Feld 108, Ostteil. Pfahl Pos. 204 (Horizont 2) und Rest des Pfahles Pos. 207 (Horizont 1a) des älte- ren Holzbaus am Süd- ufer, der beim Einschla- gen des jüngeren Pfahls (Pos. 204) ge- stört worden ist. Auf- nahme gegen Süden. b ra u ng r ä ul i ch e m s a nd i g em S il t äh n l ic h P o s . 8 6 9 (s. oben). Pos. 911: Gräbchen im anstehenden Lehm (Pos. 6), mind. 2,40 m lang, ca. 45 cm breit, ca. 15 cm einge- tieft, Sohle flach, verfüllt mit braungräulichem san- digem Silt ähnlich Pos. 869 (s. oben). Pos . 91 2: mögl iches Ba lkeng räbc hen im anst ehen - d en L eh m (P o s . 6 ) , s c hn e i de t Gr a be n P os . 91 3 , mi nd . 5 ,4 0 m la ng, c a. 35 b re it, c a. 10 c m ti ef (U K 3 94 , 53 ) , So h l e fl a c h U -f ö rm i g , m i t sa n d ig e m S il t 1 0 1 1 05 1 09 1 1 3 1 1 7 1 21 1 25 1 29 1 33 2 7 26 25 48 F1 2 4 F1 23 F1 22 F1 4 7 F1 2 1 F1 20 F1 1 9 F1 46 F1 1 8 F1 1 7 F1 1 6 F1 45 F1 1 5 F1 1 4 F1 1 3 F1 4 4 F1 1 2 F1 1 1 F1 1 0 F1 43 F1 09 F1 08 F1 07 F1 42 F1 05 F1 0 4 F1 4 1 F1 03 F1 02 F1 0 1 F1 40 1 F1 06 5 m N Grabungsnorden Phase 1 Phase 2 P os. 8 1 7 Pos. 266 Pos. 302 (um 1 85/1 95) P os. 59 4 Pos. 205 Pos. 207 Pos. 1 28 Pos. 28 7–288 Pos. 439 Pos. 44 1 Pos. 440 Pos. 239 P os. 8 7 3 Pos. 3 1 4 Pos. 3 1 3 Pos. 3 1 5 Pos. 256 Pos. 3 1 6 Pos. 3 1 7 Pos. 3 18 Pos. 3 1 2 Pos. 255 Pos. 22 4 Pos. 234 Pos. 1 30 Pos. 28 1 /282/284/ 293 (um 1 90/200)/ 294 Pos. 2 46 (1 98) Pos. 2 48 (1 89) Pos. 26 7 (um 1 90/1 95) Pos. 7 6 (um 1 90/200) Pos. 2 42 (um 1 85/1 95) Pos. 48 (um 1 85/1 95) Pos. 383 (1 95?) Pos. 1 33 (um 1 70/1 80?) Pos. 1 02 (nach 1 70/1 80) Pos. 25 7 (1 93?) Pos. 254 (1 73) Pos. 1 90 (nach 1 35/1 45) Pos. 400 Pos. 38 1 Pos. 235 Pos. 54 Pos. 58 Pos. 225 Pos. 227 Pos. 828 Pos. 286/ 290 / 291 /295/296 Pos. 39 1 Pos. 862 Pos. 226 P os. 7 80 P os. 655 P os. 7 7 6 P os. 7 43 P os. 7 45 P os. 7 4 4 P os. 7 4 1 P os. 7 42 P os. 7 4 7 P os. 7 40 P os. 7 39 P os. 7 7 7 P os. 7 7 8 P os. 7 49 P os. 7 22 P os. 7 48 P os. 7 3 7 P os. 7 2 1 P os. 7 38 P os. 7 5 4 P os. 7 7 3 P os. 7 1 3 P os. 7 7 5 P os. 7 82 P os. 7 6 4 P os. 7 56 P os. 7 7 4 P os. 7 83 P os. 7 7 1 P os. 7 52 P os. 7 5 1 P os. 7 35 P os. 7 36 P os. 7 53 P os. 7 8 1 P os. 7 55 P os. 7 50 P os. 7 79 P os. 7 7 2 P os. 7 1 2 P os. 7 1 1 P os. 7 1 5 P os. 7 1 6 P os. 7 1 4 P os. 65 4 P os. 656 P os. 65 7 P os. 658 P os. 659 P os. 660 P os. 66 1 P os. 662 P os. 663 P os. 66 4 P os. 665 P os. 666 P os. 66 7 P os. 668 P os. 669 P os. 6 70 P os. 6 7 1 P os. 6 7 2 P os. 6 7 3 P os. 6 7 4 P os. 6 7 5 P os. 6 7 6 P os. 6 7 7 P os. 6 7 8 P os. 6 79 P os. 680 P os. 68 1 P os. 68 4 P os. 685 P os. 68 7 P os. 6 49 P os. 650 P os. 65 1 P os. 652 P os. 653 P os. 7 70 P os. 693 P os. 695 P os. 696 P os. 69 4 P os. 699 P os. 705 P os. 702 P os. 70 1 P os. 700 P os. 703 P os. 706 P os. 707 P os. 7 1 0 P os. 70 4 P os. 708 P os. 709 P os. 700 P os. 700 P o 44/34 (1 62?) Bucht 42 4 Rinne 550 Grabungsgrenze Profil dok umentier t Profil abgebildet (Beil. 3, 4) Grabungen 1 944/1 945 1 09 1 1 3 1 1 7 1 21 1 25 1 29 1 33 5 1 2 5 1 8 500 506 5 1 2 5 1 8 500 506 Baumreste Hölzer Schindeln ältere K onstr uktion (um 1 95 n. Chr .) jüngere Konstruktion (um 1 98 bzw . 200 n. Chr .) Beil. 3c Beil. 4a Abb. 1 69 Abb. 54 Cham- Hagendorn. Horizont 1a. Bauten am Süd- ufer. Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 22.01.14 10:10 Seite 64 i m a ns t e he n de n L e h m ( Po s . 6 ) , 5 4 × 6 6 c m, c a. 15 cm tief (UK 394,40). 14 8,5 0/ 50 0: Pf ost en lo ch, s pit ze Ve rt ief un g i m an- st eh end en L ehm ( Pos . 6) , b ed ec kt vo m Ki esb od en 857 (Horizont 2), Durchmesser ca. 18 cm, 32 cm tief (UK 393,95). Q ua d ra t m et e r 4 9 6 /1 3 6: T ro m m el a us g e lb l ic h e m San dst ein mi t D elle (A bb. 51 , 4 33, ST1) , U nte rse ite grob zugehaue n, ü brige Oberfl ächen saube r be arbei- t et , o v a le r Q u er s c hn i t t, 1 7 × 20 c m , 1 8 c m h o c h, Delle oval, 8 × 9 cm, 1,5 cm tief; Inv.-Nr. 1508.932.1 (s. auch Kap. 3.8.6). 2.5.2 Holzkonstruktionen beim Südufer der Rinne 423/550 Am Südrand der Rinne 423/550 kamen in den F el d e r n 1 0 7 , 1 1 0 u nd 1 1 3 n e u n P f ä h le z u m V or s c h ei n , d ie a l l e e i n S c h l ag d a t um i n d e n 9 0e r J a hr e n d e s 2 . J h . n . C hr . a u fw e i s en (s. Beil. 6, s. auch Beil. 5 mit Kap. 4.2.2). Ihnen sind wohl zwe i wei tere Pfähle (Po s. 2 05, 2 07) anzuschliessen, die an der Oberfläche des dar - über gelegenen Horiz ontes 2 noc h nich t sich t- bar waren: Den einen Pfahl (Pos. 207) scheint m an be i m B a u de r a b g e h ob e n e n Was se rle i- tu ng z ur W ass er müh le d es H ori zo nte s 2 h er - au sge ris sen un d ze rkl ein ert zu hab en (Ab b. 53) . F er n e r m ö ch t e n w i r z we i we i t er e u n d at i e r te P fä h l e ( P os . 1 0 2 , 1 2 8 ) d a zu z ä h le n , d e n n s i e la ss en si ch m it di es en f rü he n P fä hl en g ut zu einem Grundriss verbinden. Die insgesamt 13 P fä h l e l a s se n z w e i G r un d r i s se n e r k e nn e n (Abb. 54), die sich indes ausschliessen und so- mit nicht gleichzeitig sind. Auf gru nd de r D end rod aten s che int ma n um 195 n. Chr. im Oste n eine erste leicht tra- pe z fö rm ig e K on st r uk ti o n vo n k na pp 2 × 3 m (5, 1 m²) e rri cht et zu ha ben ( Pos. 4 8, 76 , 207 , 242, 302, 383). Als Pfähle dienten sechs Rund- hölzer mit einem Durchmesser von 16–24 cm, wobe i m anche de r in de r B achri nne (Pos . 4 8, 24 2, 38 3) st eh end en H ölz er et wa s m äc hti ger w ar e n a ls j e ne n a he a m U f e r ( P o s . 7 6 , 3 0 2 ) . Die P fähle wurden gut einen halben Meter in den G rund eingeschlage n, wobei der mittlere P fa h l ( P o s. 3 83 ) i n d e r N o r dw a n d s o wi e d e r Pf ah l i n de r Sü dw est ec ke ( Pos . 30 2) m it üb er 80 cm am tiefsten reichten. Nur wenige Jahr e s päter entst and im Wes- ten eine weite re Ko nstruktio n (Po s. 24 6, 24 8, 2 66 , 2 6 7 , e vt l . P o s. 1 0 2 , 1 28 , 2 0 5 , 2 39 ) . D i e Sc h la gd at en le ge n na he , da ss si e um 19 8 n. Ch r. errichtet wurde, wobei man für den mittleren Pfahl (Pos. 248) in der Südseite offensichtlich ein neun Jahre altes Holz verwendete, viel- l ei c h t e in A l t h ol z a u s d er ä l t e re n K o n st r u k - tion. Die n icht datierten Pfä hle (Pos. 205, 239) lassen sich in keines der Gebilde der jüngeren Ho riz on te g ut ei ng lie de rn (s . Be il . 5), s o da ss wir sie dieser jüngeren Phase zuordnen möch- ten. Zudem scheint sich der Pfahl Pos. 205 auf de n P fa hl Po s. 76 d er er st en Ko nst ruk ti on zu be z ie h en . E r k ön n te d e re n N or d os t ec ke da r - stellen. Trifft diese Überlegung zu, dann mass d er l e i c ht t r a pe z f ö rm i g e Gr u n d r is s e t wa 2 × 9,40 m (18,8 m²). Die n eue Ko nstr ukti on kö nnte di e ält ere Ko ns tr uk ti on i m Os te n er se tz t ha be n, w ob ei d re i i h r er P f ä h le w e i te r v e rw e n d et w u r d en (Pos. 76, 242, 302), währ end di e zum Teil da- ti e rt en P fä h le P os . 4 8, 2 07 un d 2 83 o ff en b ar keine Verwendung fanden. Ob auch der neun Jahre alt e Pf ahl Pos. 248 als weiterv erwendet es Hol z d er älte ren Kon struk tion an zuse hen ist , muss off enblei ben; er könn te e ine anson sten n ic h t w e it e r b e ze u g t e P f a h lr e i h e an z e i ge n (s. unten). Die vier neuen mächtigen Pfähle im Wes- ten (Pos. 24 8, 267, evtl. 102, 128) w aren vier- kantig zuges chlagen und reichten über einen Meter in den Gr und der Rinne. Die zwei neu- e n Pf ä h l e we i t e r ös t l i ch w a r e n mi t e i ne m Durchmesser von 24 cm etwas weniger starke R un d h ö lz e r ( P os . 2 4 6 , 2 6 6 ) , di e m a n m i t 6 0 c m n u r h a l b s o t i e f i n d e n B o d e n e i n g e - ra m mt h at te . D er ä hn l ic h ti e f ei ng e ra mm te , vi er ka nti g zu ge sc hl age ne P fa hl P os. 2 39 v on nur 12 cm Durchmesser weiter östlich scheint kein Pendant in der Südseite der Konstruktion z u h a b e n; e r k ön n t e e i n e R e p a ra t u r d a r s te l - len 95 . Das ös tlich anschlie ssende Paar bildeten die beiden wied erverw endeten Pf ähle Pos. 242 und 302 der alten Konstruktion. Die Ostwand d er n e ue n K o n s tr u k t io n b e s t an d a u s e i n em we i te r en w i ed e rv e rw en d et e n P fa hl (P o s. 7 6 ) i n d e r S üd o s t ec k e un d ei n em n eu e n Pf a hl (P o s. 2 0 5) v on na he z u qu a dr at i sc he m Q ue r- s ch n i t t i n d e r N o rd o s t ec k e , d er m it M as s e n von 12 × 13 cm nur knapp einen halben Meter in d en Grund reichte. Trotz der Unterschiede i n A b me s s u ng e n u n d V e ra n k e r un g s t ie f e m öc h t e n w i r d i e a c ht n eu e n u n d d r e i a l te n , w ie d e r ve r w e nd e t e n P f ä h le a l s E i n he i t be - trachten, nicht nur ihrer Datierungen wegen, s on d e r n a u c h, w ei l s i e e i n e n p l au s i b le n Grundriss bilden. I m u n m it t e l ba r e n U m f e ld d er b e id e n Holzkonstruktionen, in den F eldern 108, 111 un d 11 6, k ame n in d en S ch ich te n de r er ste n 95 Der Pfahl lässt sich in keinen anderen Grundriss sinnvoll einbinden. 65 2.5 Horizont 1a: Werkstatt (Schmiede?) und Holzkonstruktionen (Heiligtum?) Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 65 Übe rsch wemm ung in sges amt 49 Hö lze r z um V or s c h ei n ( s . A bb . 5 4 ) , d ie w i r a l s R e s t e d e s S ch u t t es d i e s er B a u te n a n s eh e n m öc h t e n (Ab b. 55 –59 ). Me hrh eitl ich ( 61% ) h and elt es s ic h u m E i c he n h o lz , w äh r e n d T a n ne n h o l z m it 2 % se l te n i st 9 6 . We i t e r e H o lz a r t en s i nd nicht vert reten, alle rdings hat sic h bei gut ei- n em D r i tt e l ( 36 % ) d ie H ol z ar t n i ch t b e st i m- me n la ss en . Ob es s ic h eb en fa ll s we it ge he nd u m E ic h en h ol z h a nd e lt , m u ss j e do c h o ff e n- bleiben. Für die insgesamt vier, evtl. fünf Sch inde ln (Po s. 287, 2 88, 290 , 291; ev tl. Po s. 1 30 ) a u s d e n F e l de r n 1 0 8 u n d 11 6 i s t w o h l eher von Nadelholz auszugehen (Abb. 56,H2, 5 8) . S ie s p re c h e n d a f ür , d as s w ir m i t e i n em Dach zu rechnen haben, während die Bohlen (Pos. 225, Abb. 59,H5) und die 12 Bretter (Pos. 226, 227, 234, 281, 282, 286, 293–296, 391; s . Ab b . 5 9 , H 6– H 9 ) s o w oh l v o m B o d e n a l s auch von Wänden stammen könnten. 66 2 Befund und Baustrukturen A rt A nzahl A nteil P os. P fähle 1 4 2 0% 4 8, 76, 102, 128 , 205, 239, 242, 246 , 248, 266, 267, 302, 383 Bohlen, Balken, K anthölzer 2 3% 225(?), 282(?) B retter 1 0 1 4% 2 26, 227, 2 34, 281, 286 , 293–296, 3 91 b earbeitete Hölze r 8 1 2% 1 33, 235, 2 84, 387, 392 –394, 400(? ) Schindeln (u ngefähr) 8 12% 130, 287, 288 , 290, 291 L atten, Stangen 0 0 % Abfall 3 4% 384–386 u nbestimmbar 1 8 2 6% 5 4, 58, 190 , 381 Äste (ung efähr) 6 9% 69, 381 T otal 6 9 1 00% ! Abb. 55 Cham- Hagendorn. Horizont 1a. Hölzer im Umfeld der Konstruktionen am Südufer des Baches 423/550. H3 H4 H2 H1 Abb. 56 Cham-Hagendorn. Horizont 1a. Höl- zer, evtl. zu den Konstruktionen am Südufer des Baches 423/550. M. 1:5. H1 Fragment eines bearbeiteten Eichenholzes (Pos. 235; s. Abb. 57), mehrseitig bearbeitet, Konstruktions- holz mit eingezogener Mitte, evtl. Teil einer Welle, 30 cm lang, Querschnitt als Kreissegment, 18 cm breit, bis 4,5 cm dick; in Pos. 232, 95 (1. Überschwemmung); konserviert, Konservierungsnr. K03.113.07; Inv.-Nr. 1508.1598.1. H2 Fragment einer Schindel aus Tannenholz (Pos. 130), mit zwei Eisennägeln und einem Nagelloch, bis 13 cm breit, 2 cm dick, erhaltene Länge 49 cm; in Pos. 138 (1944/1945 durchwühlt, evtl. aus der 1. Über- schwemmung); konserviert; Konservierungsnr. K03.113.01. Inv.-Nr. 1508.1593.1. H3 Kleines, kurzes, unförmiges Holzstück (Pos. 393), Holzabschlag mehrseitig bearbeitet, auf einer Seite Ab- schlag, 7,7 cm lang, 5,5 cm breit, bis 2 cm dick; in Pos. 381 (1. Überschwemmung). H4 Kleines, kurzes Holzstück (Pos. 394), Holzab- schlag, mehrseitig bearbeitet, gesägt, 5,3 cm breit, Längsschnitt dreieckig, 7 cm lang, bis 3 cm dick, in Pos. 381 (1. Überschwemmung). Abb. 57 Cham- Hagendorn. Horizont 1a. Fragment eines be- arbeiteten Konstrukti- onsholzes (Pos. 235) aus Eiche aus der ers- ten Überschwemmung (s. Abb. 56,H1). Aus- grabung 2003, Feld 117. Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 66 A uf g r u nd d e s d e nd r o c hr o n o lo g i s ch e n D at u m s ( c a . 1 9 3 n . C h r. ) k ön n t e a u c h d a s mas sive Ho lz Pos. 25 7, das of fenba r s päte r i n d er W a ss e r m üh l e d es H o ri z o n te s 2 ve r b au t w ar ( s . K a p. 2 . 7. 1 ; A b b . 1 0 4 , P o s. 4 4 /2 6 ) , z u diesen Kon struktion en b eim Südufer gehören, au ch w enn e s in F or m un d Ab me ss ung en a n d ie e b e nf a ll s i n d er W as s er m üh l e v er b au t en Alt höl zer ( Pos . 1 33, 2 54, 44 /34 ) eri nne rt, d ie wir eher der Werk statt im S üdwest en z uweise n möchten (s. Kap. 2.5.1). Funktion Die Funktio n der bei den H olzbauten lässt sich allein au s i hr em Be fu nd he ra us ni ch t s ic he r b es tim me n. Die D atierung d es jünger en Holzba us in die spä ten 1 90 e r J a hr e s p ri c h t d a fü r , z u mi n de s t d i es e n e h er mi t de r u m 20 0 n. Ch r. er ri ch te te n P fa hl re ih e, di e ein Heiligtu m auf eine r Ins el im Nordo sten begrenzt haben könnte (s. Kap. 2.5.3), in Zusammenhang zu bringen als mit de r mutmas slichen S chmiedewerk - s ta t t i m Sü d w es t en ( K a p. 2 . 5. 1 ) , fü r w e lc h e i n d ie 1 60 er / 17 0 er J a hr e d at i er t e H öl z er v o rl i eg e n (K a p. 4.2.2, 4.2.4). Dazu passt der Umstand, dass die Süd- o st e ck e ( Po s . 76 ) d i es e s B au s s ic h o ff e nb a r in d i e dur ch die Pf ahlr eih e im Os ten geg ebe ne Lin ie e in- schreiben lässt (s. Beil. 6). Das Gleiche gilt vielleicht au ch f ür d ie Sü dw es te ck e (P os . 12 8) b ez üg li ch d er vermuteten Pfahlreihe im Westen (s. Kap. 2.5.3). Es k ön n te s i c h um ei n e A rt P o r ti k us h a nd e l n, i n d e r m an W ei h eg e s ch e nk e un d Ku l t ge r ät e un t e rg e - bracht hatte (s. Kap. 2.5.4, 5.3). Ob der um 195 n. Ch r. dati erte ers te Pfah lbau ebenfa lls z um H eiligtum gehört und eine älte re Ph a- se darste llt, ob er d er äl teren Werks tatt im Südwes - t en z u z uw e is e n i st o de r o b e r e i ne e i g en s tä n d ig e Ph as e d ar st ell t, mu ss h ing eg en of fe nbl ei be n. Fa ll s wi r ei ne ei ge ns tä ndi ge P ha se vo r un s ha be n, is t er auch bezüglich seiner Funktion nicht einzuordnen. I nd i z fü r d ie I n t er p re t a ti o n al s er s te s H ei l i gt u m könnte der neun Jahre alte Pfahl (Pos. 248) sein, der spä ter fü r d en jün gere n P fah lbau we ite rve rwen det wurd e, f alls er als Zeu ge e iner ers ten P fahl reihe ge- deutet werden darf. Katalog der Holzkonstruktionen beim Südufer der Rinne 423/550 Po s . 4 8: E ic h en p fa h l, R un d ho l z, D u rc hm e ss e r ca . 20 cm, erhaltene Länge 102 cm (UK 393,34), Spitze c a. 60 c m , 4 4 J a hr r i ng e b i s 17 5 n. C hr . ( A - Da t ie - r un g ), mi t M a rk , 1 Ja hr Sp l in t , S c hl a gd a t um um 185/195 n. Chr. Labor-Nr. 663812. Pos . 5 4: F ragm ent ein es E iche nhol zes, 29 cm lan g, 18 cm breit, in Pos. 17 (1. Überschwemmung). Pos . 5 8: F ragm ent ein es E iche nhol zes, 62 cm lan g, 17 cm breit, in Pos. 17 (1. Überschwemmung). Pos. 76: Eichenpfahl (s. Abb. 162), mehrseitig bear- beitet, zuge spitzt auf einer Länge von ca. 10 0 cm, im Qu er sc h ni tt r un dl ic h, D ur ch me ss er c a. 1 8 cm , er - haltene Länge 114 cm (UK 393,42); 66 Jahrringe bis 1 88 n . Ch r . ( A - Da t ie r u ng ) , mi t M a rk , 1 1 Ja h re Splint , Schl agdatum um 190/200 n. Chr. Labor- Nr. 663815. evtl. Pos. 102: Eichenpfahl, mehrseitig bearbeitet, r ec h te c k ig e r Q ue r s ch n it t 2 5 × 2 8, 5 c m, e r h al t en e L än g e 1 1 5 c m ( UK 2 92 , 93 ) , m i t l an g e r, sc h la n k er Spit ze, Splin t wei tgehe nd a bgehau en; 65 J ahrri nge b is 1 62 n . C hr . (A - D at i er u n g) , mi t M ar k , o h ne S pl i nt , S ch l ag d at u m n ac h 1 70 / 18 0 n . C hr . ; 1 94 4 / 1945 schon erfasst. Labor-Nr. 663818. evtl. Pos. 128: Eichenpfahl, mehrseitig bearbeitet, Quers chnitt rechte ckig, Durchme sser 25 × 28 cm, er - h al t en e L ä ng e m in d . 1 67 c m ( U K 3 92 , 53 ) . 1 94 4 / 1945 schon erfasst, eine Seitenlänge damals 32 cm; konse rviert, Konservie rungsnr. K03. 113.03; Inv.-Nr. 1508.1592.1. evtl. Pos. 130: Fragment einer Schindel aus Tannen- ho l z (A b b. 5 6, H 2) ; i n Po s. 1 3 8 (1 9 44 /1 9 45 d ur c h- wühlt, evtl. aus der 1. Überschwemmung). evtl. Po s. 1 33: Fragmen t ei nes Eichens pältling s, 1 ⁄ 8 ei- n es R un d ho l z es , a n be i d en S ei t en a bg e s ch n it t e n, 7 3 cm l an g , Q u e rs c hn i t t d r ei e c ki g , 1 5 cm b r ei t , 1 0 c m d ic k , 5 3 Ja h rr i ng e b is 1 6 9 n . C h r. ( B -D a ti e - r un g ), 8 J a h re S p li n t , S ch l ag d a tu m u m 17 0/ 1 8 0 n. Chr.; in Pos. 138 (1944/1945 durchwühlt). Labor- Nr. 663821. Pos. 190: Eichenholz in Pos. 190 (anstehend), unter Pos. 17 (1. Überschwemmung); 92 Jahrringe bis 119 n. C hr . ( A- Da t ie r un g) , o hn e S pl in t , na c h 13 0 /1 40 n. Chr. Labor-Nr. 664220 97 . Pos . 2 05: Eic hen pfah l, o ben ver witt ert , me hrse iti g bearbeitet, rechteckiger Querschnitt, 12 × 13 cm, er- haltene Länge 76 cm (UK ca. 393,44), Spitze 27 cm, zwei Ker ben o berha lb d er S pitze. Der Pfa hl sc heint an der Oberfläche des Dammes 3 (Pos. 181) des Ho- r iz o nt e s 2 no c h n i ch t s i c ht b ar g ew e se n z u se i n 98 . P os . 2 07 : S t u mp f e i n es Ei c h en p fa h l s, im Q ue r - schnitt vollständ iges Run dholz, Kern ero diert, ohne Spitze, Durchmesser 16 cm, ca. 16 cm lang (UK evtl. 3 94 , 02 ) . D e r P f a hl s c he i nt a n d e r O b e rf l äc h e d e s Da mme s 3 ( Po s. 18 1) de s H ori zo nte s 2 n oc h n ich t sichtbar gewesen zu sein 99 . Er scheint beim Einram- m en d es P fa h le s 2 0 4 ( H or i z on t 2 ) h e r au s ge r i ss e n un d vi e ll ei ch t au c h ab ge b ro ch en b zw . ze r kl ei ne r t worden zu sein (s. Abb. 53); konserviert, Konservie- rungsnr. K04.150.01; Inv.-Nr. 1508.1594.1. Pos. 225: Fragmen t ei ner Bohle (Abb. 59,H5 ); i n Po s. 190 (s. oben). 96 Tannenäste in Pos. 381. Ob sie als Konstruktions- holz der Bauten anzusehen sind, ist fraglich; vermutlich handelt es sich um Reste umgestürzter Bäume. 97 In Feld 108 wurden folgende Hölzer weder in ih- rer Fundlage noch in ihren Massen dokumentiert: aus Pos. 190 (anstehend): Pos. 190, 281, 282, 284, 293, 294; aus Pos. 17 (1. Überschwemmung): Pos. 286, 290, 291, 295, 296. 98 Der Pfahl wurde in einem Schnitt geborgen ohne Dokumentation des Abtrages. Mit OK ca. 394,20 reichte er nicht bis OK (394,30) des Dammes 3 (Pos. 181). 99 Der Pfahl wurde in einem Schnitt geborgen ohne Dokumentation des Abtrages. Mit OK 394,18 reichte er nicht bis OK (394,30) des Dammes 3 (Pos. 181). 67 2.5 Horizont 1a: Werkstatt (Schmiede?) und Holzkonstruktionen (Heiligtum?) Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 67 P os . 2 26 : F ra g me n t e in e s Ei c h en b re t t es ( A bb . 5 9, H6); in Pos. 190 (s. oben). P os . 2 27 : F ra g me n t e in e s Ei c h en b re t t es ( A bb . 5 9, H7); aus Pos. 17 (1. Überschwemmung); 56 Jahrrin- ge bis 175 n. Chr. (A-Datierung ), ohne Splint, nach 185/195 n. Chr. Labor-Nr. 663827. ev tl. Po s. 23 4: Fr agm en t e ine s E ic hen bre tt es (A bb. 5 9, H 8) ; s c h rä g i n P o s. 9 5/ 1 3 8 s t ec k en d ( 1 . Ü b er - schw emmung , 194 4/194 5 dur chwüh lt, e vtl. 1944/ 1945 verkippt). Pos. 235: Fragment ein es bearbeitete n Eichenholzes ( Ab b . 5 6, H 1 u nd 5 7 ); i n Po s . 2 32 , 9 5 ( 1 . Üb e r - schwemmung). Pos. 239: Eichenpfahl (s. Abb. 15 4), vierk antig zuge - s ch l ag e n , m e h rs e it i g b ea r be i t et , D ur c hm e s se r 12 cm, erhaltene Länge 92 cm (UK 393,31). Pos. 242: Eichenpfahl (s. Abb. 154), im Quersch nitt voll ständig es Rundho lz, Durch messer 23 cm, erhal- tene Län ge 1 01 c m (U K 39 3,29); 85 Jahr ringe bis 179 n. Ch r . ( A- D at ie ru ng ), m it M ar k, 2 J ah re S pl in t, Schl agdatu m um 185/19 5 n. Chr. L abor-N r. 66 4499. Pos. 246 : Ei chenp fahl, meh rseit ig b earbe itet, wohl R un d ho l z , D ur c h me s se r 24 cm , er h al t e ne Lä n g e 97 cm (UK 393,35); 74 Jahrringe, mit Mark , 14 Jahre Splint, Waldkante Herbst/Winter 198 n. Chr. (A-Da- tierung). Labor-Nr. 663829. P os . 2 48 : m a ss i ve r E i ch e np f a hl m i t S pl i n th o lz , m eh r se i t ig b ea r b ei t et , Q ue r sc h n it t vi e rk a n ti g , Du r ch me s se r 28 c m, e r ha lt e ne L än ge 1 5 6 c m ( UK 3 92 , 68 ) ; 8 2 J ah r ri n g e, m i t M ar k , 1 4 J a h re S p li n t , W al d ka n t e H e rb s t/ W i nt e r 1 8 9 n . C hr . ( A - Da t ie - rung ); 19 44/19 45 sc hon erfas st. Labor -Nr. 66383 0. evtl. Pos. 257: liegender Eichenstamm, im Quer- sc h ni tt v o ll st ä nd ig e s Ru n dh ol z , an b e id en E n de n abgeschnitten, 176 cm lang, ovaler Durchmesser, 30 × 34 cm, bis 47 cm breit; 134 Jahrringe, mit Mark, 21 Ja hr e S pli nt bi s 193 n . Ch r. (A -Da ti eru ng ), ev tl. W al d ka n te ; i n P os . 1 38 ( 1 9 44 / 19 4 5 d ur c hw ü hl t ); evtl. identisch mit Pos. 44/26 (s. Kap. 2.7.2). Labor- Nr. 663833. Pos. 266: Eichenpfah l, im Que rschnitt vollst ändiges R un d ho l z , D ur c h me s se r 24 cm , er h al t e ne Lä n g e 97 cm (UK 393,26); 45 Jahrringe bis 164 n. Chr. (A- D at i er u n g) , m it M ar k , oh n e S p l in t , S ch l ag d a tu m nach 175/185 n. Chr.; 1944/1945 schon erfasst. La- bor-Nr. 664504. Po s. 2 67: Ei ch enp fah l, me hr sei tig b ear bei te t, vi er- k an t ig z u g eh a ue n , r ec h te c k ig e r Q ue r sc h n it t 2 3 × 30 c m, erh alt ene Lä nge 14 8 c m ( UK 392 ,68) , K lin - gen brei te des Be ils min d. 1 3 c m, mit wen ig Spl int, Waldkante auf der Grabung noch erkennbar (nicht aber be i der Pr obe); 89 Jahrringe bis 187 n. C hr. (A- Datierung), mit Mark, 12 Jahre Splint, Schlagdatum e vt l . 1 8 7 n . C hr . bz w . e v t l. u m 1 9 0/ 1 9 5 n . C hr . ; 1944/1945 schon erfasst. Labor-Nr. 664203. Pos. 281: kurze s Holz brett (wie Anm. 97), mehrse i- tig bear beite t; au s Po s. 19 0 (a nstehe nd), unte r Po s. 17 (1. Überschwemmung). P os . 2 82 : k ur z e s Ho l z br e tt o d e r B oh l en f r ag m en t (w ie Anm . 97) , meh rse it ig bea rb eit et; au s P os . 1 90 (ans tehend ), un ter Pos. 17 (1. Übers chwemm ung). Pos. 284: bearbeiteter Holzabschnitt (wie Anm. 97), mehrseitig bearbeitet; aus Pos. 190 (anstehend), un- ter Pos. 17 (1. Überschwemmung). 68 2 Befund und Baustrukturen Abb. 58 Cham- Hagendorn. Horizont 1a. Schindel (Pos. 288) aus der ersten Über- schwemmung. Ausgra- bung 2003, Feld 116. H5 H7 H9 H6 H8 Abb. 59 Cham-Hagendorn. Hölzer, evtl. zu den Konstruktionen am Südufer des Baches 423/ 550. M. 1:20. H5 Fragment einer Bohle (Pos. 225), Eiche, mehrsei- tig bearbeitet, zugespitzt, 40 cm lang, Querschnitt rechteckig, 7 × 21 cm, auf der einen Oberfläche in der Mitte eine Fase von 6 cm Breite; in Pos. 190 (anste- hend); konserviert, Konservierungsnr. K04.150.02; Inv.-Nr. 1508.1596.1. H6 Fragment eines Eichenbrettes (Pos. 226), mehrsei- tig bearbeitet, eine Oberfläche leicht abgeschrägt, 37 cm lang, 11 cm breit, bis 3,5 cm dick, in Pos. 190 (s. oben). H7 Fragment eines Eichenbrettes (Pos. 227), mehrsei- tig bearbeitet, ein abgesägtes Ende mit Nagelloch, am anderen Ende zwei Einkerbungen, 35 cm lang, Quer- schnitt linsenförmig, 4 × 15 cm; aus Pos. 17 (1. Über- schwemmung); 56 Jahrringe bis 175 n. Chr. (A-Datie- rung), ohne Splint, nach 185/195 n. Chr. Labor-Nr. 663827. H8 Fragment eines Eichenbrettes (Pos. 234), zuge- spitzt, mehrseitig bearbeitet, Querschnitt rechteckig, 4 × 10 cm, erhaltene Länge 50 cm; schräg in Pos. 95/ 138 steckend (1. Überschwemmung/1944/1945 durch- wühlt, evtl. 1944/1945 verkippt); konserviert, Konser- vierungsnr. K04.150.03. Inv.-Nr. 1508.1597.1. H9 Fragment eines Eichenbrettes (Pos. 391), sehr schlecht erhalten, mehrseitig bearbeitet, mit abgeschnit- tenem Ende, 46 cm lang, ursprünglich wohl recht - eckiger Querschnitt, 2 × 20 cm, in Pos. 381 (1. Über- schwemmung). Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 68 Pos. 286: Eichenbrett (wie Anm. 97), mehrseitig be- arbeitet; aus Pos. 17 (1. Überschwemmung). Po s. 2 87: S chi nd el, m ehr se iti g bea rb eit et ; a us Po s. 95 (1. Überschwemmung) 100 . Po s. 2 88 : me hr er e S ch in de ln (w ie A nm . 1 00 ; Ab b. 5 8) , m e hr s e it i g b e ar b ei t e t; a u s P o s. 95 ( 1. Üb e r - schwemmung). Pos. 290 : Sc hindel (wi e An m. 97 ), m ehrse itig bear - beitet; aus Pos. 17 (1. Überschwemmung). P os . 2 91 : S ch i nd e l (w i e An m . 9 7) , a us P o s. 1 7 (1. Überschwemmung). Po s . 2 93 : Ei ch e nb re tt ( wi e A nm . 97 ); a us P os . 1 90 (ans tehend ), un ter Pos. 17 (1. Übers chwemm ung); 62 Ja hrr ing e b is 185 n. Chr . ( A-D ati eru ng) , 6 Ja hre Splint, um 190/200 n. Chr. Labor-Nr. 663835. Po s . 2 94 : Ei ch e nb re tt ( wi e A nm . 97 ), a us P os . 1 90 (ans tehend ), un ter Pos. 17 (1. Übers chwemm ung); 6 2 J a hr r i ng e (u n d at i er t ) , o h ne S p li n t. L a bo r -N r . 663836. P os . 2 95 : E i ch e nb r e tt ( w i e A nm . 9 7 ), a us P o s . 1 7 (1 . Ü ber schw emm ung ); 106 Ja hrr ing e b is 161 n. Chr. (A-Da tierung) , mi t Ma rk, ohne Splint, nac h 170 /180 n. Chr. Labor-Nr. 663837. P os . 2 96 : H ol z b re t t (w i e An m . 9 7) , i n Po s . 1 7 (1. Überschwemmung). P os . 3 02 : E ic h e np f ah l , m eh r se i t ig b e ar b ei t e t, Du r ch me s se r 19 c m, e r ha lt e ne L än ge 1 0 7 c m ( UK 393,20); 76 Jahrringe bis 182 n. Chr. (A-Datierung), m it Ma rk , 8 Ja h re Sp l in t , Sc h l ag d at u m w o hl um 185/195 n. Chr. Labor-Nr. 663839. Pos . 38 1: Ans amm lun g l ieg end er Höl zer , d aru nte r e in ig e T an n en ä st e , ü be r P os . 1 7 (1 . Ü be r sc h we m - mung), unter Pos. 380 (1. Überschwemmung). Pos. 383: Eichenpfahl (s. Abb. 154), im Querschnitt vollständiges Rundholz, Durchmesser 24 cm, erhal- t en e L ä ng e 1 2 0 c m ( UK 39 3 , 05 ) , S pi t z e 8 5 c m; 64 Jahrringe, mit Mark, 18 Jahre Splint, evtl. Waldkan- te 195 n. Chr. (A-Datierung). Labor-Nr. 664511. Po s . 3 8 4: A b fa l l vo n H ol z be ar b ei t un g , me h rs ei t ig b ea rb e it e t, 2 , 5 c m br e it , 1 0 c m la n g, p a ss t z u P os . 385, 386; aus Pos. 380 (1. Überschwemmung). Po s . 3 8 5: A b fa l l vo n H ol z be ar b ei t un g , me h rs ei t ig bearbeitet, 2 cm breit, 8 cm lang, pass t zu Pos. 384, 386; aus Pos. 380 (1. Überschwemmung). Po s . 3 8 6: A b fa l l vo n H ol z be ar b ei t un g , me h rs ei t ig bearbeitet, 1 cm breit, 7 cm lang, pass t zu Pos. 384, 385; aus Pos. 380 (1. Überschwemmung). Pos. 387: bearbeitetes Stämmchen, Hälbling, 30 cm lang; aus Pos. 381 (s. oben). P os . 3 91 : F ra g me n t e in e s Ei c h en b re t t es ( A bb . 5 9, H9); in Pos. 381 (s. oben). Po s. 39 2: d ün ne r Sp äl tl in g, m eh rs ei ti g be ar be it et , 12 cm breit, 49,5 cm lang; in Pos. 381 (s. oben). P os . 3 93 : k l ei n e s, k ur z e s, u nf ö rm i g es H ol z s tü c k (Abb. 56,H3); in Pos. 381 (s. oben). Pos. 394: kleines, kurzes Holzstück (Abb. 56,H4); in Pos. 381 (s. oben). Pos . 400 : H älb ling , a ufg esp alt ener As t, gek rüm mt, be arb ei tet , 9 1 cm la ng, D urc hme ss er 3 cm , i n P os . 381 (s. oben). 2.5.3 Reste eines Gehniveaus, Pfahlreihen, Steg und Grube: Spuren eines ersten Heiligtums? I n un d nö r dl ic h de r Ha u pt ri n ne 5 50 k am en ve r- sc h ie de ne St ru kt ur en zu m Vo rs ch ei n (s . Be i l. 6) , di e st ra ti gr ap hi sc h ä lt er si nd a ls da s er st e Ho ch - wa s se r (K ap . 2. 4. 2) . Pfähle und Hölzer (Abb. 60) In der Bachrinn e 550 kame n in den Fe ldern 105 und 154 zwei Pfähle (Pos. 594, 873) zum Vorschein, die au fgr und de r d end roc hro nol ogi sch en Ana lys e u m 200 n. Chr. gefällt worden und somit dem Horizont 1 a z u z uw e is e n s in d ( s. K a p. 4 . 2 .2 , 4 .2 . 4) . I h ne n möchten wir vier weitere Pfähle (Pos. 931, 938, 941, 95 9 ) zu o rd ne n , di e u ng e fä hr i n d er V er l än ge r un g de r b ei den d ati ert en Pf äh le li ege n und s ich i n k ei - nen der jüngeren Grundrisse plausibel einschreiben lassen – mit Ausnah me des Pfahl es Po s. 938 , der sich ebenso sinnvoll in den Grundriss des Horizontes 1b eino rdne n li esse (s. Kap . 2. 6.2) 1 01 . Aufgrund seiner P os i ti o n i n de r P f ah l re i h e zw i sc h en d en b ei d en Pfählen Pos. 941 und 959 möchten wir ihn trotz al- ler Bedenken im Horizont 1a belassen. Diese Hölzer bilden eine Pfahlreihe östlich der Bauten beim Süd- ufer (Kap. 2.5.2). 18 m wei ter west lich, im Ansch luss an die Bau- ten beim Südufe r (K ap. 2.5.2), wurden zwe i w eitere Pfäh le (P os. 224, evtl. Pos. 402) erfas st (s. Beil 6), die mehr oder weniger in der tiefsten Furche der Rinne 423 staken . Wir möchte n in ihnen eine Fortset zung de r Pf ah lr eih e na ch We st en ve rm ut en , den n de r öst li - ch e Pf ah l (P os . 22 4) lä ss t si ch ni ch t zw in ge nd in ei ne n de r jü nger en Grun dri sse einb ind en (s. Beil . 7– 10) 102 . In Feld 102 fande n sic h in eine m mit Sand ver- füllten Kolk (Pos. 630) zahlreiche Hölzer. Zuunterst la gen dre i Pf äh le ( Pos . 65 5, 738 , 77 2) s ow ie e in a ls Pfahl zugespit zter Balke n (Pos. 750; Abb. 61; s. Abb. 63c ). S ie w are n wo hl v om H och was ser umge ris sen worden. Da sie stratigraphisch zum Horizont 1a ge- hö ren , habe n wir s ie m it d er P fa hlr eih e zu ver bin den . Über den liegenden Pfählen kamen zahlreiche H öl z er (A b b. 62 ) z um Vo r sc h ei n 103 . S i e s i n d al s Schutt der Pfahlreihe bzw. der mit dieser in Verbin- d un g s t eh e n de n H o lz k o ns t ru k t io n a n z us e he n , 100 Weder die Fundlage der beiden Schindeln aus Feld 116 noch ihre Abmessungen wurden dokumen- tiert. 101 Der Pfahl ragte bis in die nachrömische Schwemmschicht Pos. 2, scheint jedoch keinen Bezug zur Konstruktion des abgehobenen Kanals des Horizon- tes 2 zu haben (Kap. 2.7.4). Eine noch jüngere Datie- rung – Horizont 3 oder 4 – kann somit nicht ausge- schlossen werden. 102 Der westliche Pfahl (Pos. 402) wäre auch als Fort- setzung der südlichen Uferverbauung des Abflusskanals in der Rinne 423 der Wassermühle des Horizontes 2 denkbar (s. Kap. 2.7.5). 103 Pos. 649–681, 684, 685, 687, 711–716, 721, 722, 735–745, 747–756, 764, 771–783, 823, 824, 826, 827, evtl. Pos. 699–701, 702–710. 69 2.5 Horizont 1a: Werkstatt (Schmiede?) und Holzkonstruktionen (Heiligtum?) Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 69 de nn de r S an d ( Po s. 63 0) wa r v on Se di men te n d er erste n Üb erschwem mung (Pos. 631, 632) überdeckt , in die sich später die zw eite Übersch wemmung (Pos. 53 8) e in ge fr es se n ha tt e 1 04 . M eh re re z um Te il ü be r 2 m la nge Rundh ölzer (s. Abb. 67,H 15–H17 ), S tan- gen und Latten (s. Abb. 64 und 67,H12–H14) lagen quer zur Rinne 550 (Abb. 63a, b) 105 . Sie müssen den Bachlauf verbarrikadiert haben, so dass dort weitere Hö lze r hä nge n bli eb en un d nic ht we it er tr an spo r- ti ert we rde n kon nt en. Na ch de r G ro bbe sti mmu ng während der Grabung (s. Kap. 2.1.1) handelt es sich me hr h ei tl ic h um E ic h en ho lz ( 56 %) , wä h re nd B u- c he n ho l z ( 1 %) un d Ta n n en h ol z ( 2 % ) s el t e n s i nd u nd w e i te r e Ho l za r te n f e hl e n 106 . Al le r d in g s wa r auch hier bei vielen Hölzern (41%) die Hol zart n icht z u be s ti m me n . N eb e n Hö l ze r n, d e re n F o rm n i ch t me h r z u er k en n en w a r, s i nd e s 1 3 Fr a gm e nt e v on B oh l en , B a lk e n b zw . K a nt h ö lz e rn ( s . A bb . 6 8 ), 30 Fragmente von Brettern (s . Abb. 71–7 3) sowie min - destens fünf Fragmente von Schindeln (s. Abb. 69), die beleg en, dass hier einst eine mit e inem Dach ver- sehene Konstrukt ion stan d 107 . Bohl en, Kanth ölzer, Schindeln, Stangen und Latten kamen eher im obe- r en T e i l zu m V o rs c h ei n ( s . Ab b . 6 3a ) , b ea r b ei t et e und nic ht n äher bes timm bare Höl zer verm ehrt im 70 2 Befund und Baustrukturen 93 9 7 1 0 1 1 05 1 09 1 1 3 5 1 8 1 2 1 1 1 0 F1 09 F1 08 F1 07 F1 06 F1 05 F1 0 4 F1 03 F1 02 F1 0 1 F1 55 F1 54 F1 53 F1 58 F1 5 7 F1 56 1 9 Sc hnitt 1 8 Phase 1 Pos. 8 1 7 Pos. 7 6 (um 1 90/200) P os. 2 42 Pos. 48 (um 1 85/195) Pos. 383 (1 95?) Pos. 94 1 Pos. 93 1 Pos. 594 (200) Pos. 205 Pos. 207 Pos. 959 Pos. 938 Pos. 87 3 (um 1 90/200) Pos. 909 (nach 1 25/1 35) Pos. 904 Pos. 891 Pos. 903 Pos. 1 032 (nach 1 85/195) Pos. 968 Pos. 9 73 Pos. 1 028 Pos. 1 052 Pos. 1 053 Pos. 966 Pos. 96 7 Pos. 965 Pos. 969 Pos. 1 002 Pos. 1 003 Pos. 1 0 42 Pos. 1 035 Pos. 1 034 Pos. 1 054 Pos. 1 033 Pos. 1 90 (nach 1 35/1 45) Pos. 54 Pos. 58 Pos. 225 Pos. 227 Pos. 828 Pos. 28 1 /282/284/ 293 (um 1 90/200)/ 294 Pos. 286/ 290 / 291 /295/296 Pos. 391 Pos. 862 Pos. 226 Rinne 550 5 1 2 500 506 5 1 2 500 506 93 9 7 1 01 1 05 109 1 1 3 93 9 7 1 01 1 05 109 1 1 3 5 m N Grabungsnorden Gr abungsgrenze Profil dokumentiert Profil abgebildet (Beil. 4) Grube Hölzer Schindeln liegende Pfähle Brett er Bohlen Stangen, Latten bearbeite te Hölzer Baumreste Beil. 4a Beil. 4b Beil. 4c Abb. 1 78 Abb. 60 Cham- Hagendorn. Horizont 1a. Pfahlreihe im Bach. Abb. 61 Cham- Hagendorn. Horizont 1a. Zugespitzte Bohle (Pos. 750) aus der ers- ten Überschwemmung. Ausgrabung 2004, Feld 102. Art Anzahl Anteil Pos. Pfähle und ste hende Hölzer in der Bachrinn e 14 10% 224, 344, 365, 402/ 594, 655, 738, 750, 772, 873, 931, 938, 941, 959 Bohlen, Balken, K anthölzer 14 10% 649, 651, 659 –661, 669, 685/70 0/722, 735, 748, 756 , 781/973 Bretter 37 27% 652, 653, 6 56, 658, 670, 6 73, 674, 678–6 80, 687/693, 6 99, 701, 702, 7 11, 712/736, 7 39, 740, 744, 7 45, 749, 754, 75 5, 764, 770, 7 75, 776/824, 8 28, 891, 903, 9 09, 1032, 1033 , 1042 bearbeitete Hö lzer 31 23% 671, 672, 681 , 684/705–707, 70 9, 710, 715, 716/721 , 737, 741, 742, 751 , 752, 771, 777–78 0, 783/823, 825, 82 6, 862, 967, 1002, 10 33, 1052 Schindeln (u ngefähr) 5 4% 654, 657, 665 , 668/827 Latten, Stange n 11 8% 663, 664, 667 , 675–677/696, 71 3, 714/743, 774 Abfall 0 0% unbestimmbar 14 10% 662/694, 695 , 704, 708, 782, 904 , 965, 969, 1003, 103 4, 1035, 1053, 1 054 Äste (ung efähr) 9 7% 650, 666, 703 , 747, 753, 773, 966, 9 68, 1028 Total 135 100% ! Abb. 62 Cham- Hagendorn. Hori zont 1a. Hölzer im Um feld der Pfahlr eihen über der Bachri nne 42 3/550. Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 70 unte ren Te il (s. Abb. 63b), währen d Bret ter ob en wie un ten ähnl ich h äufi g anz utr effe n war en. Ein Eich en- holz (Pos. 969) , ein Kanth olz ( Pos. 9 73), zwei Frag- me nt e v on B oh le n o de r B re tt er n ( Po s. 90 3, 9 0 9; s. A bb . 68, H 22 .H 23 ) sow ie v ie r Bre t te r ( Po s . 8 91 , 1032, 1 033, 1042; s. Abb. 71,H42, 7 2,H49, 73,H 55) kame n wei ter ös tlich zum V orsch ein, oberh alb d er qu er l ieg end en Hol zan sam ml ung . Si e l age n me hr - heit lich am Rand der Rinne , wohin sie das Hochwa s- se r wo h l ei ns t ge sp ül t ha t te . Au ch u n te rh al b de r Hol zans ammlu ng w aren einz elne Höl zer a nzut ref- fe n, etw a das kl ein e Fra gm en t ei ne s Br et te s (P os . 82 8). Rekonstruktion Die sechs st ehenden Pfä hle (Pos. 594, 873, 931, 941, 9 38 , 9 5 9) i n d e r Ri n n e 5 50 r e i he n s ic h z u e in e r leic ht ge krümmt en Li nie auf, die etwa auf der Mit - t el a ch s e d e s B a c he s v e r lä u ft ( s. A bb . 6 0) . Z w e i i m Westen erfasste Pfähle (Pos. 224, 402) liegen auf ei- ner Linie, die ebenfalls ungefähr in der Mittelachse des Baches 423 verläuft (s. Beil 6). Beide Pfahlreihen l as s en s i ch m i t d en B a ut e n be i m Sü d u fe r ( Ka p . 2 .5 . 2) ü b er d er e n S ü d we s t- b z w. S üd o s te c ke ( P os . 128 bzw. Pos. 76) verbinden. Alle diese Kons truktio- nen könnten demnach Teil von ein und demselben Bauwerk sein, das in der Mitte des Bachbettes stand und die im Norden gelegene Insel (s. Kap. 2.3.1) be- grenzte. Die P fäh le war en mit 8– 15 cm de utl ich we ni- ger mäch tig als jene der Bauten bei m Sü dufer. Einzig der vom ersten Hoch wasser nicht umgerissen e Pfa hl Pos. 594 war mit um die 20 cm Durc hmesser etwas mächtiger. Mit 56–85 cm reichten die Pfähle im Os- 104 s. Kap. 2.4.2. Diese Hölzer sind demnach nicht mit den Hölzern Pos. 894 weiter östlich in Verbindung zu bringen, die mit einem um 218 n. Chr. datierten Holz (Pos. 1019) eindeutig dem Horizont 1b zuzuweisen sind (s. Kap. 2.6.2). 105 Pos. 663, 664, 667, 675, 677, 696, 713, 714, 774, evtl. Pos. 743. 106 Buche: Pos. 1034; evtl. Tanne: Pos. 693 (Brett), Pos. 823. 107 Kanthölzer und Ähnliches: Pos. 649, 651, 659– 661, 669, 685, 700, 722, 735, 748, 756, 781; Bretter: Pos. 652, 653, 656, 658, 670, 673, 674, 678–680, 687, 693, 699, 701, 702, 711, 712, 736, 739, 740, 744, 745, 749, 754, 755, 764, 770, 775, 776, 824; Schindeln: Pos. 654, 657, 665, 668, 680, 827. 71 2.5 Horizont 1a: Werkstatt (Schmiede?) und Holzkonstruktionen (Heiligtum?) Pos. 6 78 Pos. 6 79 Pos. 680 Pos. 68 1 Pos. 684 Pos. 685 Pos. 68 7 Pos. 649 Pos. 650 Pos. 65 1 Pos. 652 Pos. 653 Pos. 594 (200) P os. 9 Pos. 662 Pos. 663 Pos. 664 Pos. 665 Pos. 666 Pos. 66 7 Pos. 668 Pos. 669 Pos. 6 70 Pos. 6 71 Pos. 6 72 Pos. 6 73 Pos. 6 7 4 Pos. 6 7 5 Pos. 6 7 6 Pos. 6 77 Pos. 654 Pos. 656 Pos. 65 7 Pos. 658 (nach 1 85/1 95) Pos. 659 Pos. 660 (nach 1 65/1 7 5) Pos. 66 1 P os. 9 Pos. 594 (200) Pos. 696 Pos. 77 8 Pos. 7 53 Pos. 779 Pos. 77 4 Pos. 7 83 Pos. 77 1 Pos. 7 52 Pos. 7 51 Pos. 7 6 4 Pos. 7 56 Pos. 735 Pos. 736 Pos. 7 81 Pos. 7 55 Pos. 7 45 Pos. 7 4 1 Pos. 71 3 Pos. 71 2 Pos. 71 1 Pos. 71 6 Pos. 71 4 Pos. 71 5 Pos. 7 4 7 Pos. 77 5 Pos. 77 3 Pos. 7 82 Pos. 7 54 Pos. 722 Pos. 7 48 Pos. 7 49 Pos. 705 Pos. 706 Pos. 7 40 Pos. 739 Pos. 77 7 Pos. 7 42 Pos. 71 0 Pos. 704 Pos. 702 Pos. 77 6 Pos. 7 43 Pos. 703 Pos. 699 Pos. 708 Pos. 709 Pos. 770 Pos. 70 1 Pos. 700 Pos. 694 Pos. 693 Pos. 695 Pos. 707 Pos. 73 7 Pos. 72 1 Pos. 7 44 Pos. 738 Pos. 655 Pos. 77 2 Pos. 7 50 Pos. 594 (200) P os. 9 s. 828 2 Rinne 550 Rinne 550 Rinne 550 a: obere Holzlage b: untere Holzlage c: liegende Pfähle zuunterst Beil. 4b 1 01 1 05 1 01 1 05 506 506 506 506 506 506 909 Grabungsgrenze Profil dokumentiert Profil abgebildet (Beil. 4b) Hölzer Schindeln liegende Pfähle (Punkt = Spitze) Brett er Bohlen Stangen, Latten bearbeite te Hölzer Baumreste 1 m N Grabungsnorden Abb. 63 Cham-Hagendorn. Horizont 1a. Pfahlreihe im Bach in Feld 102. Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 71 78 2 Befund und Baustrukturen H49 H48 H44 H46 H43 H45 H50 H5 1 H4 7 72 Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 78 79 2.5 Horizont 1a: Werkstatt (Schmiede?) und Holzkonstruktionen (Heiligtum?) Abb. 72 Cham-Hagendorn. Horizont 1a. Bret- ter zur Pfahlreihe bzw. zum Steg im Bach 550. M. 1:5. H43 Fragment eines Eichenbretts (Pos. 653), mehrsei- tig bearbeitet, 33 cm lang, im Querschnitt dreieckig, 9 cm breit, bis 4 cm dick; wohl in Pos. 630 (1. Über- schwemmung), oben. H44 Stehendes Fragment eines Eichenbrettes (Pos. 658), mehrseitig bearbeitet, 64 cm lang, im Querschnitt dreieckig, 13 cm breit, bis 8 cm dick; wohl aus Pos. 630 (1. Übersch wemmung ), oben ; 101 Jahrrin ge bis 174 n. Chr. ( A-Datie rung), ohne S plint, nach 18 5/195 n . Chr. Labor-Nr. 664217. H45 Fragment eines Holzbrettes (Pos. 670), mehrseitig bearbeitet, 31 cm lang, im Querschnitt dreieckig, 7 cm breit, bis 1,8 cm dick; in Pos. 630 (1. Überschwem- mung), oben. H46 Holzbrett (Pos. 673), mit Spuren evtl. von Tier- zähnen, mehrseitig bearbeitet, 25 cm lang, im Quer- schnitt dreieckig, 11,7 cm breit, bis 2,2 cm dick; in Pos. 630 (1. Überschwemmung), oben. H47 Kurzes Holzbrett (Pos. 678), mehrseitig bearbei- tet, an einem Breitende mit Axt schräg abgeschlagen, bis 17 cm lang, 11,5 cm breit, bis 3,5 cm dick; in Pos. 630 (1. Überschwemmung), oben. H48 Kurzes Holzbrett (Pos. 749), mehrseitig bearbei- tet, mit abgeschrägten Seiten, bis 17 cm lang, bis 11 cm breit, bis 4,1 cm dick; in Pos. 630 (1. Überschwem- mung), unten. H49 Fragment eines Eichenbrettes (Pos. 1032), mit An- satz eines Astes und eines Zweiges, 30 cm lang, Quer- schnitt halbkreisförmig, 17 cm breit, 7 cm dick; in Pos. 979 (1. Übe rschwem mung); 45 Jah rringe bis 175 n. Chr. (B-D atierun g), ohn e Splin t, nac h 185/1 95 n. Chr. Labor- Nr. 664445. H50 Brettartiges Holz (Pos. 712), mehrseitig bearbei- tet, 48 cm lang, im Querschnitt dreieckig, 12,5 cm breit, bis 4,5 cm dick; in Pos. 630 (1. Überschwemmung), un- ten. H51 Fragment eines zugespitzten Holzbrettes (Pos. 775), mehrseitig bearbeitet, 56 cm lang, im Querschnitt dreieckig, 7 cm breit, bis 3,5 cm dick; in Pos. 630 (1. Überschwemmung), unten. H54 H52 H55 H53 Abb. 73 Cham-Hagendorn. Horizont 1a. Bret- ter zur Pfahlreihe bzw. zum Steg im Bach 550. M. 1:20. H52 brettartiges Holz (Pos. 711), Hälbling, 77 cm lang, im Querschnitt trapezförmig, bis 10 cm breit, 6,5 cm dick; in Pos. 630 (1. Überschwemmung), unten. H53 Fragment eines Eichenbrettes (Pos. 754), Spält- ling, ein Viertel eines Rundholzes, lanzenförmig, an ei- nem Ende schräg abgeschnitten, bis 100 cm lang, im Querschnitt dreieckig, bis 17 cm breit, bis 9 cm dick; in Pos. 630 (1. Überschwemmung), unten; 57 Jahrringe (undatiert), mit 10 Jahren Splint. Labor-Nr. 664229. H54 brettartiges Holz (Pos. 755), Hälbling eines Rund- holzes, 145 cm lang, bis 21 cm breit, bis 7 cm dick, in Pos. 630 (1. Überschwemmung), unten. H55 Fragment eines Eichenbrettes (Pos. 891; s. Abb. 87), mit einer bearbeiteten Längskante, mehrseitig bear- beitet, 59 cm lang, Querschnitt dreieckig, 15 cm breit, bis 4 cm hoch; der Feldaufnahme nach unter Pos. 903 (1. Überschwemmung). 49 Jahrringe (undatiert), ohne Splint. Labor-Nr. 664236. 73 Pos. 685: F ragment eines Kantholzes (Abb. 68,H2 8); in Pos. 630 (1. Überschwemmung), oben. Po s. 6 87: F ra gme nt ei ne s Ei che nb ret te s od er ei ne r - bo h le ( A bb . 6 8, H 20 ) ; wo h l in P o s. 6 3 0 ( 1 . Üb e r - s ch w em m u ng ) , ob e n , u n te r P os . 5 96 ( H ol z a us 4. Überschwemmung). Pos. 693: Fragment eines Brettes (Abb. 66; 70,H34); a uf Po s . 18 9 ( an s t eh e nd ) , in Po s . 6 32 ( 1. Üb e r- schwemmung), unten. Pos . 694 : A bspl itt erun g e ine s E iche nho lze s, 5 5 c m l an g , 4 c m b r ei t , d er F el d au f n ah m e n ac h a u f P o s. 189 (anstehend), wohl in Pos. 631 (1. Überschwem- mung), unten. Pos. 695: Fragment eines Eichenholzes, 46 cm lang, ca. 4 cm breit, der Feldaufnahme nach auf Pos. 189 ( an s te h e nd ) , w o h l i n P o s. 6 3 1 ( 1 . Ü b er s c hw e m- mung), unten. Pos. 69 6: Fr ag m en t ei n er Ei ch en st an ge ( Ab b. 7 5, H6 4 ); der F eldauf nahme nach auf Po s. 189 (a nstehe nd), wo hl i n Po s. 63 1 (1 . Üb er sc hwe mm un g) , un te n. Pos. 699: Fragme nt ein es Eic henbre ttes, evtl. Abfal l, me hr se it ig be ar be ite t, 2 5 cm la ng , Que rs ch ni tt un ge - fähr dreieckig (evtl. Rundholz), 9 cm breit, bis 3 cm d ic k, de r F el da uf n ah me na ch au f P os . 1 89 (a ns t e he nd ) , w oh l in P o s. 6 30 ( 1. Ü be r sc hw em mu n g) , un te n . Po s. 7 00: F ragment eine s Eich enbalk ens, mehrfa ch b ea r be i t et , m it a b ge s c hr ä gt e m En d e , 2 3 c m la n g , Q ue rs c hn i tt t r ap e zo i d, b i s 18 c m l an g , 6 c m di c k, de r Fe ld au fn ah me n ac h in P os . 63 0, 6 31 ( 1. Ü be r- schwemmung), unten. Pos . 701: Fragment eines Eichenbrettes, mehrseitig bear beitet , 26 cm la ng, Quer schnit t linse nförmig er- ha lte n, 7, 4 c m b re it, 2 cm di ck, de r F el dau fn ahm e nac h in Pos . 630, 6 31 (1. Ü bers chwe mmun g), unten . Pos. 70 2: 3 Bruchstücke eines Eichenbrett es, mehr- seitig bearbeitet, 64 cm lang, Querschnitt dreieckig, Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 79 9 cm breit, 2,5 cm dick, der Feldaufnahme nach auf P os . 1 89 ( a n st e h en d ), w o h l i n P os . 6 30 (1 . Ü b er - schwemmung), unten. P os . 7 04 : F r a gm e nt e in e s E i ch e nh o l ze s , m i nd . 20 cm lang, 8 cm breit, der Feldaufnahme nach auf P os . 1 89 ( a n st e h en d ), w o h l i n P os . 6 30 (1 . Ü b er - schwemmung), unten. Po s . 7 05 : kl e in es F ra g me nt e in es E i ch en as t es , mi t A xt h ie b en , m eh r se i ti g b ea r be i te t , c a. 2 5 c m la n g, Querschnitt fünfeckig, bis 7 cm breit, 5 cm dick, der Feldaufnahme nach auf Pos. 189 (anstehend), wohl in Pos. 630 (1. Überschwemmung), unten. Pos. 706 : Abschlag eines Eichenholzes, evtl. Abfall, me h rs e it i g be a rb e it e t, 1 0 c m la n g, 6 c m b re i t, d e r Feldaufnahme nach auf Pos. 189 (anstehend), wohl in Pos. 630 (1. Überschwemmung), unten. Po s. 70 7: Ab sch lag ei nes Ei ch enh olz es, me hrs eit ig bearbeitet, 18,4 cm lang, bis 15 cm breit, bis 2,2 cm d ic k, de r F el d au f na h me n a ch a u f Po s . 1 89 ( a ns t e- hend), wohl in Pos. 630 (1. Überschwemmung), un- ten. Po s. 7 08: H ol zfr ag men t, c a. 70 cm l an g, bi s 12 cm br ei t, d er F eld au fn ah me n ac h au f Po s. 1 89 (a ns te - hend), wohl in Pos. 630 (1. Überschwemmung), un- ten. Po s . 7 0 9: F ra g me n t ei n es E ic h en h ol ze s , Hä l bl in g , Qu er s ch ni tt S eg me nt e in es K re i se s, 1 0, 5 cm b re it , bis 4 cm dic k, 8 2 c m la ng; der Fe ldau fnah me n ach auf Pos. 189 (anstehend), wohl in Pos. 630 (1. Über- schwemmung), unten. Pos. 710: kurzer Eichenklotz, mehrseitig bearbeitet, 16,8 cm lang, Querschnitt rechteckig, 10 × 17,4 cm, de r Fe ld au fn ah me na ch a uf P os . 1 89 ( an st eh en d) , wohl in Pos. 630 (1. Überschwemmung), unten. 99 Jahrrin ge (un datiert), mit Mark. Labor-N r. 6642 28. P os . 7 11 : br e t ta r ti g e s H o lz ( Ab b . 7 3 , H5 2 ); i n P o s . 63 0 (1 . Üb er sch we mm un g) , üb er Po s. 7 80 , u nt en . P os . 7 12 : br e t ta r ti g e s H o lz ( Ab b . 7 2 , H5 0 ); i n P o s . 630 (1. Überschwemmung), unten. Pos. 71 3: S tück ein es E ichen holze s, s tark zer falle n, 1 20 c m l a ng , 8 c m b re i t , i n P o s. 6 3 0 ( 1. Ü b e r- schwemmung), unten. Pos. 714: Stück eines Eichenholzes, im Querschnitt vo ll st änd ig es R un dh olz , ein se it ig zu geh au en , 21 2 cm lang, 7 cm breit, in Pos. 630 (1. Überschwemmung), unten. Po s. 7 15 : S tü ck ei ne s E ic hen ho lze s (A bb. 7 6,H 66 ); in Pos. 630 (1. Überschwemmung), unten. P os . 7 16 : H ol z s tü c k ( Ab b . 7 6, H 67 ) ; i n P os . 6 3 0 (1. Überschwemmung), unten. P os . 7 21 : A b sc h n it t e i n es Ei c h en h ol z e s ( A bb . 7 4 , H 62 ) ; i n P os . 63 0 ( 1. Ü be r s ch w em m u ng ) , u n t en . P os . 7 22 : A bs c hn i t t e i n es m a ss i v en E i ch e nh o l ze s ( Ab b . 65 , 7 0, H 3 3) ; in P o s. 6 3 0 (1 . Ü be r s ch w em - mung), unten. Pos. 735: Abschnitt eines Balkens (Abb. 68,H24); in Pos. 630 (1. Überschwemmung), unten. Pos . 736 : F ragm ent ei nes Br ette s ( Abb . 7 1,H4 0); in Pos. 630 (1. Überschwemmung), unten. P os . 7 37 : b e ha u e ne r H o lz k l ot z ( A bb . 7 4 , H5 6 ); i n Pos. 630 (1. Überschwemmung), unten. Pos. 738: Fragment eines liegenden Pfahles wie Pos. 655, 772 (s. oben und unten), mehrseitig bearbeitet , Run dho lz mit be las sene m A sta nsa tz, 13 0 c m l ang, 80 2 Befund und Baustrukturen H56 H5 7 H59 H60 H62 H6 1 H58 Abb. 74 Cham-Hagendorn. Horizont 1a. Holz- klötze (H56–H58) und Holzabschnitte (H59– H62) zur Pfahlreihe bzw. zum Steg im Bach 550. M. 1:5. H56 Behauener Holzklotz (Pos. 737), mehrseitig bear- beitet, 13,7 cm lang, im Querschnitt linsenförmig, 11,9 cm breit, bis 4,5 cm dick; in Pos. 630 (1. Über- schwemmung), unten. H57 Holzklotz (Pos. 742), mehrseitig bearbeitet, Kreis- segment, 5 × 11,2 cm, 12,6 cm lang; in Pos. 630 (1. Überschwemmung), unten. H58 Holzklotz (Pos. 751), mit Hieb oder Schnitt auf der einen Oberfläche, 8 cm lang, Querschnitt unförmig, 8 cm breit, bis 6 cm dick; in Pos. 630 (1. Überschwem- mung), unten. H59 Kleiner Holzabschnitt (Pos. 671), mehrseitig bear- beitet, im Querschnitt ein rechtwinkliges Dreieck, ca. 9 cm lang, ca. 8 cm breit, bis 7 cm dick; in Pos. 630 (1. Überschwemmung), oben. H60 Kleiner Holzabschnitt (Pos. 672), mehrseitig bear- beitet, 4,6 cm lang, im Querschnitt rechteckig mit einer Spitze, bis 6,6 cm breit, 2,3 cm dick; in Pos. 630 (1. Überschwemmung), oben. H61 Fragment eines Abschlages (Pos. 684), Eiche, mehrseitig bearbeitet, mit quer laufender Sägespur, an einem Breitende abgesägt, am anderen Ende mit Beil- spuren, 21 cm lang, 18 cm breit, 7 cm dick; in Pos. 630 (1. Überschwemmung), oben. H62 Kurzer Abschnitt eines Eichenholzes (Pos. 721), mehrseitig bearbeitet, 17,4 cm lang, wohl Teil eines Rundholzes, 13,6 cm breit, bis 3,9 cm dick; in Pos. 630 (1. Überschwemmung), unten. Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 80 J ah r ri n g e ( u nd a ti e r t) , 1 0 J ah r e S p li n t . L a bo r -N r . 664229. P os . 7 55 : br e t ta r ti g e s H o lz ( Ab b . 7 3 , H5 4 ); i n P o s . 630 (1. Überschwemmung), unten. P os . 7 56 : K a nt h ol z ( A b b. 6 8 , H2 9 ); i n P o s. 6 3 0 (1. Überschwemmung), unten. Pos. 764 : Fra gment eine s Ho lzbret tes, star k ve rwit- tert, mind. 20 cm lang, 15 cm breit, ca. 3 cm dick, in Pos . 63 0 (1 . Üb ersc hwemm ung) , un ten, unt er P os. 755 (s. oben). Pos. 770: Brett mit Hiebspuren, mehrseitig bearbei- t et , ca . 1 8 c m br e i t, c a. 5 c m d i ck , i n P o s. 7 6 8 (1. Überschwemmung), unten. P os . 7 71 : F r ag m e nt e in e s E i ch e nh o l ze s ( A b b. 7 6, H 68 ) ; i n P os . 63 0 ( 1. Ü be r s ch w em m u ng ) , u n t en . Po s. 7 72: li eg end er Ei che np fah l, Ru ndh ol z, me hr- s ei t ig b e ar b e it e t, D u r ch m es s e r 1 2 c m , e r h al t en e Länge 100 cm, auf einer Länge von ca. 35 cm mehr- s ei t ig z ug e sp i t zt , v e rg l ei c h ba r z u P o s. 65 5 , 7 3 8 (s. oben), in Pos . 630 (1. Übers chwemmung), unten; 28 J ah rr ing e (u nd at ie rt ), mi t Ma rk , 9 Ja hr e S pl in t, evtl . Wa ldkant e He rbst/ Winter . La bor-Nr . 66 4230. Pos. 774: Holzfragment, leicht gebogen, ca. 105 cm lang, 3 cm breit, in Pos. 630 (1. Überschwemmung), unten. Pos. 775: Fragment eines Holzbrettes (Abb . 72, H51); in Pos. 630 (1. Überschwemmung), unten. Pos. 776: Fragment eines Holzbrettes (Abb.71,H41); in Pos. 630 (1. Überschwemmung), unten. Pos. 777: Fr agment eines Astes, im Querschnit t voll - s tä n di g e s R u nd h ol z , zu g es p it z t , 2 1 ,5 c m l a ng , Durch messer oval , 4,5 × 5 c m, in Pos. 630 (1. Über- schwemmung), unten. Pos . 7 78: Holz frag ment (Ab b. 76,H 69); in Pos . 6 30 (1. Überschwemmung), unten. Pos . 7 79: Holz frag ment (Ab b. 76,H 71); in Pos . 6 30 (1. Überschwemmung), unten. Po s. 7 80 : Ho lz fr ag m en t, D op pe ll at t e m i t z w ei L ö- c he r n ( Ab b . 6 7 ,H 1 4) ; u n te r P o s. 7 11 ( s . o be n ) , i n Pos. 630 (1. Überschwemmung), unten. 81 2.5 Horizont 1a: Werkstatt (Schmiede?) und Holzkonstruktionen (Heiligtum?) Durchme sser o val, 1 0 × 13 cm, m ehrseitig zugespi tz- t e S p it z e v o n 4 0 c m L än g e , i n P o s . 6 3 0 ( 1 . Ü b e r- schwemmung), unten. Pos. 73 9: Ho lzbr ettch en, mehrs eitig bea rbeit et, ca. 1 5 cm l a n g, c a . 1 0 cm b r e it , i n P os . 6 30 ( 1 . Üb e r - schwemmung), unten. P os . 7 40 : H ol z b re t tc h e n, m e hr s e it i g be a rb e it e t , 30 cm lang, 9 cm breit, in Pos. 630 (1. Überschwem- mung), unten. Pos. 741: kleiner Holzabschnitt, mehrseitig bearbei- t et , 1 0 c m l an g , 8 c m b re i t, i n P os . 6 3 0 ( 1. Ü be r - schwemmung), unten. P os . 7 42 : H ol z kl o t z ( A b b. 7 4 ,H 5 7 ); i n Po s . 63 0 (1. Überschwemmung), unten. Pos. 743: kurze Holzlatte (Abb. 67,H10); in Pos. 630 (1. Überschwemmung), unten. P os . 74 4 : A bs c hn i tt ei n es Ho l zb r et t e s, m e hr s ei t ig b ea r be i t et , 25 c m l a n g, 4 cm b re i t , i n Po s . 63 0 (1. Überschwemmung), unten. P os . 7 45 : H o lz b r et t ( A b b. 71 , H3 5 ) ; i n P os . 6 3 0 (1. Überschwemmung), unten. Pos. 748: Absch nitt eines Hol zbalke ns, Abschl ag m it L oc h , me hr s e it i g be a rb e it e t , 1 6 cm l an g , 1 1 cm b re i t, i n P o s. 6 30 ( 1. Ü b er s ch w e mm u ng ) , u n te n . P os . 7 49 : k u rz e s H o lz b re t t ( A bb . 7 2 ,H 4 8 ); in P os . 630 (1. Überschwemmung), unten. Po s. 750: Fragment eines vierkantigen Holzbalkens (Abb. 61), mehrseitig bearbeitet, 67 cm lang, im Qu er sch ni tt r ec hte ck ig , 9 × 14 cm b re it, 9 cm dic k, auf ein er Lä nge von 5 5 cm zwei sei tig e xakt zug espi tzt, ev tl. als Pfah l ve rwe nde t, Einz els tüc k, in Po s. 630 (1. Überschwemm ung), unten; konservi ert, Konservie- ru ngs nr. K04 .15 0.1 6; I nv. -Nr . 1 508 .114 8.1 . Po s. 7 51 : H o l zk l ot z ( A bb . 7 4 ,H 5 8 ); in P o s . 63 0 (1. Überschwemmung), unten. Pos. 752: dünner Ast, leicht geschweift, mehrseitig be ar be it et , 98 c m l an g, Q ue rs ch ni tt tr ap ez fö rm ig , 3 × 4 cm, in Pos. 630 (1. Überschwemmung), unten. P os . 7 54 : F ra g me n t e in e s Ei c h en b re t t es ( A bb . 7 3, H53); in Pos. 630 (1. Überschwemmung), unten; 57 H63 H64 Abb. 75 Cham-Hagendorn. Horizont 1a. Bear- beitete Hölzer zur Pfahlreihe bzw. zum Steg im Bach 550. M. 1:20. H63 Fragment eines Eichenholzes (Pos. 967) mehrsei- tig bearbeitet, Querschnitt rechteckig, 6 × 7 cm, durch Bearbeitung leichte Krümmung, 150 cm lang; in Pos. 526 (1. Überschwemmung); 56 Jahrringe (undatiert), ohne Splint. Labor-Nr. 664425. H64 Fragment einer Eichenstange (Pos. 696), mit an- hanftenden Metallresten, mehrseitig bearbeitet, 78 cm lang, Querschnitt rechteckig, sich verjüngend, 4,5 × 5 cm (Mitte), bis 6 cm breit; der Feldaufnahme nach auf Pos. 189 (anstehend), wohl in Pos. 631 (1. Über- schwemmung), unten. Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 81 P os . 7 81 : F r ag m e nt e in e s E i ch e nh o l ze s ( A b b. 6 8, H 25 ) ; i n P os . 63 0 ( 1. Ü be r s ch w em m u ng ) , u n t en . P os . 7 82 : F r ag m e nt e in e s E i ch e nh o l ze s ( A b b. 7 6, H 70 ) ; i n P os . 63 0 ( 1. Ü be r s ch w em m u ng ) , u n t en . P os . 7 83 : F r ag m e nt e in e s E i ch e nh o l ze s ( A b b. 7 6, H73), mehrseitig bearbeitet, 18,5 cm lang, Quer- schn itt fünf ecki g, b is 6 ,8 c m br eit, bis 2,8 cm dic k, in Pos. 630 (1. Überschwemmung), unten. Pos. 817: Grube, ca. 1 × 1,25 m, ca. 20 cm in den an- stehenden Lehm (Pos. 6) eingetieft (UK 394,60), mit Pos. 498 (Horizont 1b) verfüllt. Pos. 8 23: bear beitetes Fragment eines Nadelholze s, stark abgewittert, im Querschnitt rechteckig, ca. 10 × 10 cm, ca. 1,5 cm dick, auf einer Seite mit zwei s au b er a b ge s c hn i tt e n en A s ta n sä t z en , i n P os . 6 30 (1. Überschwemmung) 116 . P os . 8 24 : F r ag m en t e i ne s E i ch e n br e tt c h en s ( w ie An m . 11 6 ), m e hr se i ti g b ea rb e it e t, c a. 1 4 c m la n g, ca. 8 cm breit, ca. 1,5 cm dick, in Pos. 630 (1. Über- schwemmung). P os . 8 2 5: H o lz a bs c hn i tt (w i e An m . 1 16 ) , ca . 6 c m la ng , ca. 7 cm br ei t, c a. 1 cm di ck , in Po s. 630 (1 . Üb er - sc hwem mun g). P os . 8 2 6 : Ab s ch l a g ei n es Ei c he n ho l ze s ( w ie A n m. 116), mehrse itig b earbeitet , ca. 7 cm lang, ca. 9 cm brei t, ca . 1, 5 cm dick , in Pos. 630 (1. Über schwe m- mung). Pos. 827: Fragment wohl einer Schindel, mehrseitig 82 2 Befund und Baustrukturen H7 4 H73 H72 H71 H69 H70 H6 7 H68 H66 H65 Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 82 be a rb ei te t , ca . 1 0 c m l an g, c a. 5 c m b re it , a us P os . 630 (1. Überschwemmung). Pos. 828: Fragmen t eine s Holzb rettchen s, mehr sei- tig bearbeitet, ca. 15 cm lang, ca. 10 cm breit, in Pos. 768 (1. Überschwemmung). Pos. 862: Fra gment eine s Eic henho lzes, mehr seitig bearbeitet, ca. 18 cm lang , ca. 6 cm br eit, Kerbe auf de r O ber sei te, e vtl . S pur e ine s K ehr hak en s, in Po s. 187 (1. Überschwemmung). Pos. 871 : san diger Lehm ähnl ich w ie Po s. 6 (ans te- h en d ), ü b er P os . 7 91 ( a ns t eh e n d) , 78 4 ( 1. Ü be r - schwemmung), unter Pos. 541 (s. oben). Pos. 873: Eichenpfa hl (s . Abb . 87; 88), Run dholz mit Rest en v on S plint, mehrseit ig b earbeit et, Durchme s- ser 15 × 16 cm, erh altene Lä nge 106 cm (UK 393,65), Klingenbreite des Beils mind. 7 cm, der Feldaufnah- m e n ac h i n P o s . 5 3 5 ( Pl a n ie zu H or i z on t 4 ) r e i- c he n d, di e di r ek t a u f P o s. 5 03 ( le t z te P h a se de r 2 . Ü be r s ch w em m u ng ) la g ; 6 8 Ja h r ri n ge b is 1 82 n. Chr. (A-Datierung), mit Mark, wohl 1 Jahr Splint, S ch l ag d at u m w oh l u m 1 90 / 20 0 n . C hr . L ab o r- N r. 664231 117 . P os . 8 91 : F ra g me n t e in e s Ei c h en b re t t es ( A bb . 7 3, H55; s. Abb. 87); der Feldaufnahme nach unter Pos. 903 (s. unten) ; 49 Jahrringe (und atiert), ohn e Spl int. Labor-Nr. 664236. 116 Das Holz wurde nicht im Detail dokumentiert. 117 Das Holz wurde nicht im Detail dokumentiert. UK muss tiefer liegen als 393,99. 83 2.5 Horizont 1a: Werkstatt (Schmiede?) und Holzkonstruktionen (Heiligtum?) Abb. 76 Cham-Hagendorn. Horizont 1a. Höl- zer zur Pfahlreihe bzw. zum Steg im Bach 550. M. 1:5. H65 Fragment eines Holzes (Pos. 662), 28 cm lang, wohl Teil eines Rundholzes, ca. 13 cm breit, bis 7 cm dick, in Pos. 630 (1. Überschwemmung), oben. H66 Stück eines Eichenholzes (Pos. 715), mehrseitig bearbeitet, 35 cm lang, im Querschnitt rechteckig, 4 × 15 cm; in Pos. 630 (1. Überschwemmung), unten. H67 Kleines Holzstück (Pos. 716), mehrseitig bearbei- tet, 31 cm lang, im Querschnitt trapezförmig, 6 cm breit, bis 2 cm dick, in Pos. 630 (1. Überschwemmung), unten. H68 Fragment eines Eichenholzes (Pos. 771), evtl. Ab- schlag, unförmig, mehrseitig bearbeitet, bis 28 cm lang, bis 15 cm breit, bis 4 cm dick; in Pos. 630 (1. Über- schwemmung), unten. H69 Holzfragment (Pos. 778), mehrseitig bearbeitet, bis 25 cm lang, Querschnitt gewellt, ca. 2 × 12 cm; in Pos. 630 (1. Überschwemmung), unten. H70 Fragment eines Eichenholzes (Pos. 782), mehrsei- tig bearbeitet, 10 cm lang, Querschnitt fünfeckig, bis 8 cm breit und bis 4 cm dick; in Pos. 630 (1. Über- schwemmung), unten. H71 Holzfragment (Pos. 779), Spältling, ¼ eines Rund- holzes, 44 cm lang, Querschnitt rechtwinkliges Dreieck, 5 × 5 cm; in Pos. 630 (1. Überschwemmung), unten. H72 Fragment eines Eichenholzes (Pos. 1052), an ei- nem Ende abgesägt, evtl. mit Spuren von Schädlingen, 11 cm lang, Querschnitt Segment eines Rundholzes, 12 cm breit, bis 3,6 cm dick; in Pos. 979 (1. Über- schwemmung). H73 Fragment eines Eichenholzes (Pos. 783), mehrsei- tig bearbeitet, 18,5 cm lang, Querschnitt fünfeckig, bis 6,8 cm breit, bis 2,8 cm dick; in Pos. 630 (1. Über- schwemmung), unten. H74 Fragment eines Eichenholzes (Pos. 1054), leicht gekrümmt, 40 cm lang, Querschnitt ungefähr dreieckig, 6 cm breit, 2 cm dick; in Pos. 979 (1. Überschwem- mung). 37 Jahrringe (undatiert), ohne Splint. Labor-Nr. 664449. Po s. 9 03: F ra gme nt ei ne s Ei che nb ret te s od er ei ne r -bohl e (A bb. 6 8,H21; s. Abb. 87), mehrse itig bearbei - tet , 5 5 c m l ang, Qu ersc hni tt rec htec kig , 4 × 1 2 c m, i n Po s . 52 6 ( 1 . Üb e rs c h we m mu n g ); 5 7 J a h rr i ng e (undatiert), ohne Splint. Labor-Nr. 664242. Pos. 904: Fragment eines Eichenholzes, 60 cm lang, 8 cm breit, in Pos. 526 (1. Überschwemmung). Po s. 9 09: F ra gme nt ei ne s Ei che nb ret te s od er ei ne r - bo h le ( A b b. 6 8 ,H 2 2 ; s. A b b. 8 7 ); i n P o s. 5 2 6 (1. Überschwemmung); 91 Jahrringe bis 116 n. Chr. (A - Da t ie ru n g) , o hn e S pl in t , na c h 12 5 /1 35 n . Ch r . Labor-Nr. 664244. Po s. 9 31 : E ic hen pf ahl ( s. Ab b. 86 ), ev tl . m it Kä fe r- f ra s s, im Q u e rs c hn i t t v ol l st ä n di g es Ru n d ho l z, Du r ch me s se r 1 3 × 1 7 c m , er h al te n e Lä ng e 1 20 c m (UK 393, 40), Klin genbre ite des Beils mind . 9, 2 cm, in Pos. 503 (letzte Phase der 2. Überschwemmung), b is i n P o s. 61 2 ( 4 . Ü be r s ch w em m u ng ) r a ge n d; 52 Jahrri nge (u ndatiert ), mit Mark, ohne Splin t, Kam- bium zum Teil erhalten. Labor-Nr. 664247. e vt l. P o s . 9 3 8: E i c he np f a hl , i m Qu e rs ch ni tt v o ll st än d i - ges Rundh olz, Durchme sser 13 cm, erhal tene Länge 115 cm (UK 393,39 ), zugesp itzt mit Beilkli nge von m i nd . 8 , 5 c m B r e it e, 33 J a hr ri n ge ( u nd a ti er t ), m i t M a rk , oh ne Sp li nt , st ar k sk el et ti er t, in P os . 50 3 (l et zt e Ph as e d er 2. Ü be rs ch we m mu ng ) un d bi s in Po s. 2 ( na ch rö mi - sche Schwe mmschi cht) ragend , wo der Pfahl mit ei- n em V or ho f u m ge be n wa r. L a bo r- Nr . 66 4 4 16 . Po s. 94 1: Ei ch enp fa hl (s . A bb . 8 6) , i m Que rs chn it t vo ll st än di ge s Ru n dh ol z, Du rc h me ss er 11 × 12 c m, erhaltene Länge 110 cm (UK 393,37), Klingenbreite des Beils mind. 6,7 cm, in Pos. 503 (letzte Phase der 2. Über schwe mmun g) r agend ; 49 Jah rring e (u nda- t ie r t) , mi t M ar k , o hn e Sp li n t . La b o r- N r. 66 4 4 18 . e vt l . P os . 9 5 9: E i ch e np f a hl , i m Q ue r s ch n it t v o ll - ständiges Rundholz, Durchmesser 7 cm, evtl. 8 cm, erhaltene Länge 65 cm (UK 393,74), Beilbreite nicht zu erkennen. Po s. 9 65 : Ho lz fr ag men t, m in d. 22 c m la ng , 1 2 cm breit, in Pos. 526 (1. Überschwemmung). P os . 9 67 : F r ag m e nt e in e s E i ch e nh o l ze s ( A b b. 7 5, H63; in Pos. 526 (1. Überschwemmung); 56 Jahrrin- ge (undatiert), ohne Splint. Labor-Nr. 664425. Pos. 968: F ragment eines im Querschnit t vol lständi- gen R undholzes, Eiche, 58 cm lang, 16 cm breit, in Pos. 526 (1. Überschwemmung). Pos. 969: Fragment eines Eichenholzes, 84 cm lang, 18 cm breit, in Pos. 526 (1. Überschwemmung). Po s . 9 7 3: F ra g me nt e i ne s K an th o lz es , E ic he , s ta rk v er w it t e rt u n d a bg e b au t , m e hr s ei t i g b ea r be i t et , 82 cm lang, 8 cm breit, evtl. zu Pos. 967 (s. oben), in Pos . 5 26 (1. Üb ersc hwe mmun g); 40 Ja hrri nge (un - datiert), ohne Splint. Labor-Nr. 664427. Pos. 1002: Fragment einer Eichenspriesse, stark ver- witt ert, ca. 104 cm lang , ca . 4 cm brei t, i n Po s. 5 26 (1. Überschwemmung). Pos. 1003 : Fra gment eines Eich enholze s, ca . 64 cm la ng, ca . 1 0 cm br eit , i n P os . 5 26 (1 . Ü ber sch wem - mung). Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 83 Po s. 10 32 : F rag men t ein es Ei che nbr et tes (A bb. 7 2, H4 9) ; i n Po s. 97 9 (1 . Üb ers ch we mm ung ); 4 5 J ah r- r in g e b i s 1 7 5 n . C hr . ( B- D at i e ru n g) , o hn e S pl i nt , wohl nach 185/195 n. Chr. Labor-Nr. 664445. P os . 1 03 3 : Fr a gm e n t ei n es Ei ch e n br e tt c h en s , ur - s pr ü ng l i ch ca . 50 c m l an g u n d c a . 3 0 c m b r ei t , i n Pos. 979 (1. Überschwemmung). Pos. 1034: Fragment eines Buchenholzes mit Reste n d er R i n de , 2 5 c m l an g , 1 2 c m b re i t , i n P os . 9 7 9 (1. Überschwemmung). Pos. 10 35: Absp litte rung ein es E ichen holz es i n Di - mension eines Brette s, 100 cm lang, bis 7 cm breit, in Pos. 979 (1. Überschwemmung). Po s. 10 42 : F rag men t ein es Ei che nbr et tes (A bb. 7 1, H42); d er Feldaufnahme nach i n Pos. 9 79 (1. Über- sc hw em mun g) . 67 Jah rr in ge ( un da tie rt ), ohn e Spl in t. Labor-Nr. 664448. Po s. 10 52 : Fr ag me nt e in es E ic he nh ol ze s ( Ab b. 7 6, H72); in Pos. 979 (1. Überschwemmung). Pos. 1053: Eichensplitter, ca. 30 cm lang, ca. 12 cm breit, in Pos. 979 (1. Überschwemmung). Po s. 10 54 : Fr ag me nt e in es E ic he nh ol ze s ( Ab b. 7 6, H7 4) ; i n Po s. 97 9 (1 . Üb ers ch we mm ung ). 3 7 J ah r- r in g e (u n da t ie r t ), o h ne S p li n t. L a bo r - Nr . 6 64 4 49 . 2.5.4 Ein Heiligtum im Nordosten? Di e s ic h au ss ch li e ss en de n Pf ah lb au t en b ei m Südufer (Kap. 2.5.2) und die Pfahlreihe in der Bachrinne (Kap. 2.5.3) weisen dendrochrono- logische Daten auf, die innerhalb von nur we- nigen Jahren liegen: 19 5 n. Chr. für den ersten k le i n e re n B a u b e i m S ü d u fe r , 1 98 n . Ch r . f ür d es s e n zw e i te P ha s e , ei n e n L a ng b a u , s o w ie 200 n. Chr. für die Pfahlreihe. Dies spricht da- für , d ass di ese Ko nstr ukt ione n z usa mmen ge- h ör e n u n d e i ne s pä t e r e N u tz u n g d e s P l at z e s da rst ell en al s di e Sch mi ede wer kst at t i m Sü d- w es t e n , de r w i r d i e de n d ro c h r on o l o g is c h schon in die 160er/170er Jahre datierten Höl- zer zuweisen möchten (Kap. 2.5.1). Die Pfahlr eihe und die Bauten lassen si ch in e in e ge krü mm te L in ie e ins ch rei be n 118 . S ie könn ten eine inm itten des Bac hes verl aufen - de Begrenzung eines heiligen Bezirkes darstel- le n ( s. au ch Ka p. 5. 3. 1) , d er nö rd li ch de s B a- che s, vi ell eich t auf ein er In sel z wisc hen z wei F l u s s l ä u f e n , l a g ( s . K a p . 2 . 4 . 1 ) . D e r n a c h g e - w i e s e n e S t e g ve r b a n d di e s e I n s e l m i t d e m Südufer des Baches und ist wohl als Zugang zu deut en. Fol gende E lement e stütz en die Th ese eine s Heil igtum s: ein Pfirs ichba um, di e Form de s in d ie B egr en zun g in teg ri ert en L ang bau s u nd d a s K e r a mi k e n s em b l e ( A b b . 7 7 ; s. a u c h Kap. 5.3. 2). D ie i n d e n S ed i me n te n d e r e rs t en Üb e r- s ch w e m mu n g un d i m B a u ho r i z on t z ur f o l- gende n Ph ase 1b nachgewi esenen Pfirsichs tei- n e u n d - p o ll e n b e l e ge n , d a s s d e r d a n k e i ne s Ho lz e s (P os . 9 99 ) f ür d en H or i zo nt 1 b s ic he r b ez e u g te P f ir s i c h ba u m ( s . K a p . 2 . 6 . 3) s c ho n währen d de s Ho rizontes 1a dort stand. Es han- de l t si ch um e in e A rt , d ie i n u ns er en G e ge n- d en n i c h t a us w i l de r n k a nn ; d e r B au m m u s s d or t g e p f la n z t w o rd e n s e i n 119 . W i r m ü s se n demnach mit eine m ei gens angelegten Garten od er ei ne m H ai n s ch on in d ies er Ph as e rec h- nen. Da d er Platz nach Aussag e der mikromor- 84 2 Befund und Baustrukturen Fundgattung Objekt Anzahl Katalog-Nr. Gesamtkata log (Kat.) Keramik Gefässe (RS/to tal) 74/499 K31, K32, K 46, K 62, K114, K145, K18 5, K 213 6, 8, 11, 12, 16 , 22, 3 2, 34, 37, 39 –43, 45, 47, 48, 5 1, 52, 5 3, 55–59 Buntmetall Fingerring 1 B42 76 B untmetall B lech 1 B 146 8 3 Eisen Spitzmeissel 1 E21 95 Eisen Glockenklöppe l 1 evtl. E47 evtl. 98 M ünzen A ntoninus Pius bis Commodus 1 M 24 7 3 Baukeramik Ziegelfragmente 2 Schlacken Herdschlac ken 47 Schlacken Kalottenschlacke n 0 Tierknochen inkl. aus nicht sich er zuweisbarem Ko ntext 71 Pflanzenreste 0 ! Abb. 77 Cham- Hagendorn. Horizont 1a, Funde zum Heilig- tum (fett: für die Deu- tung wichtige Funde). Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 84 2.6 Horizont 1b: Heiligtum A rch äolo gis che S pure n und Ü berr este , die nach der e rsten Übers chwem mung ( Kap. 2 . 4 . 2 ) en t s t a n d e n un d v o m zw e i t e n H o c h - w a s s e r ( K a p . 2. 4 . 3 ) z e r s t ö r t w o r d e n wa r e n , ware n n ur im Nord osten zu fa ssen (s. Be il. 7). S i e s p r e c h e n d a f ü r , d a s s d a s a u f d e r I n s e l nörd lich des Bache s ve rmutet e He iligt um de s H o r i z o n t e s 1 a ( K a p . 2 . 5 . 4 ) n a c h d e r Z e r s t ö - rung wiederhergestellt wurde. 2.6.1 Uferverbauung der Bachrinnen 423 und 550 sowie Horizont beidseits der Bachrinne 550 Die erste Überschwemmung (Kap. 2.4.2) muss in der Zuflus srinne 550 Tei le de s Uf ers u nter- spül t ha ben, insbe sondere im Ber eich der Ach- se 109, denn über der dabei aufgewüh lten und abgel agerten Ste inschic ht ( Pos. 17) war abge - brochenes Material (Pos. 16) des anstehenden Bodens (Pos. 6) anzutre ffen 120 . Dem Hochwas- s er f i e l en f e r n er d i e H o lz k o n st r u k ti o n e n im Ba ch z um O pfe r (K ap . 2. 5. 2, 2 .5. 3) , di e wo hl s ch o n e i n e r s t es H e il i g t um b e gr e n z t h a t te n (Kap. 2.5.4). Beim Wi edera ufbau si chert e m an a ls Ers- tes das Ufer de r Ri nne 550 sowoh l im Nor den a ls a u c h i m S üd e n m it e i n er U f e rv e r b au u n g (s. B eil. 7 ). Auf beide n Seit en der Rinne waren Pfö stch en un d Stak ete n anzu tref fen, d ie si ch i n j e e i ne R ei h e p a ra l le l zu m Uf e r e i ns c hr e i - ben l assen ( Abb. 78 ) 121 . Di e P föst chen h atten e in e n D u r c hm e s se r v on m eh r h e it l i ch 4 cm , v e r e i n z e l t 8 – 1 0 c m ( P o s . 9 5 8 , 1 0 2 2 ) u n d r e i c h t e n e t w a 3 5 – 4 0 c m in d e n B o d e n ( U K 3 9 4 , 9 8 – 3 9 4 , 1 5 ) , se l t e n w e n i g e r ti e f ( P o s . 84 8) . D er z ic kz ac kf ör mig e V er la uf d er S ta ke - t e n r e i h e n s p r i c h t d a f ü r , d a s s s i e a l s F l e c h t - od er F asc hin enw an d zu r eko ns tru ier en s ind . In den Sedim enten de r z weiten Üb ersch wem- mun g (Kap . 2.4. 3), et wa im Sc hutt ( Pos. 8 94) der Holz konst rukti on üb er de m Bac h (s. Kap. 2 . 6 . 2 ) f a n d e n s i c h d e n n a u c h z a h l r e i c h e 118 Die Pfahlreihe (Pos. 873, 594) verläuft schräg zur Flucht des jüngeren Kanals des Horizontes 2. 119 Freundliche Mitteilung von Lucia Wick; s. auch Kap. 3.11.3. 120 s. Abb. 38; im Ostprofil (Achse 109) waren diese Schichten indes nicht vorhanden (s. Beil. 4a). 121 Nordufer: Pos. 761, 847, 850, 731, 835–840, 848, 878, 1080, 1022, 958; Südufer: Pos. 527, 544, 789, 992, 991,1043, 957. 85 2.6 Horizont 1b: Heiligtum p ho l o g is c h e n w i e d e r a r c h äo b o t a ni s c h en A na l y s en ( s . Ka p . 2 .2 , 3 . 1 1) f e r na b v o n b e - wohnten Häusern, inmitten eines bewaldeten Ge län des l ag, i st di es er Ga rte n od er Ha in am plausibelsten in Zusammenhang mit einem isolierten Heiligtum zu deuten. Bei der am Nordr and d es S teges und aus- serha lb der Reichwe ite des ersten Ho chwasse rs erfassten Grube scheint es sich nicht um eine f ür e in H e i l ig t u m t yp i s c h e O pf e r g ru b e o d er u m e i ne E n t s or g u n gs g r u be f ü r W ei h e o pf e r ( favissa ) zu handeln, da Funde fehlen und kei- nerl ei S puren eine r B randschi cht zu fassen wa- re n. Si e kön nte e in Ba uml och d ars tel len , da s e in v o m e r s t en H o c hw a s s er e n t wu r z e lt e r Baum oder Strauch hinterlassen hat. D ie j ün g e re K on s t ru k t io n be i m S ü d uf e r s te l l t e i n en s c hm a l e n L a ng b a u v o n g u t 9 m Länge und 2 m B reite dar, der im Bach stand. Er er inn ert i n A bme ssu nge n und P osi tio n an den inmitten des Baches errichteten Langbau de s H or iz on t es 1 b, i n d es se n u nm it te l ba re m Vo r fe l d da s T er r ak o tt en - En se m bl e z um Vo r- schein kam ( s. Kap. 2.6.2, 2.6.3). Mit mindes- tens 12,40 m war dieser zwar etwas länger und mit 1,65 m et was sch maler, doch w iesen beide eine ähn liche Grun dfläche auf (20 ,5 m² bzw. 18,8 m²). Wir möchten in diesen Langbauten Ko n st r uk t io ne n s e he n, we l ch e d ie Fu n kt io n d er P or t i ke n in n e ha t t e n, w ie s ie of t en t l a ng der Temenos-Begrenzung antiker Tempel zu fi n de n s in d , un d d ie zu r A uf b ew ah r un g v on W ei h e g es c h e n ke n u n d K u l t ge r ä t en d i e nt e n (s. Kap. 5.3). In den Schic hten der ersten Überschwe m- mung fanden sich zahlreiche, zum Teil grosse K er a m i kf r a g me n t e ( s. a u c h K ap . 3 . 2 .4 ) . S ie kö n nt e n, zu m in d es t d ie gr o ss e n F ra gm e nt e , beim Hochwasser zerbrochene Gefässe bezeu- g en . A n g e si c h t s d e s F ra g m e nt i e r un g s g ra d e s k ön n en s i e n äm l ic h n i ch t v o n s eh r w e it he r v er l a g er t w o r d en s e i n . D a s i e o b er h a l b d e r Schmiedewe rkstatt auftraten, kommt diese als Herkunft dieses Geschirrs nicht in Frage. Viel- mehr dürften diese Fragment e, wie es auch die v ie l e n P a ss s c h er b e n n ah e l e ge n ( s . A b b. 3 9) , vom vermuteten Heiligtum im Nordosten weggespült und eingeschwemmt worden sein oder , wa s di e gr ossen Fra gmente be trifft, vo n Gefä ssen stam men, die ei nst im Langb au beim Südufer aufgestapelt gewesen waren. Weitab v on b e wo h n t en H ä us e r n i s t d i es e s G e s c hi r r mit den hier vorgenomme nen Tä tigkeiten zu verbi nden, etwa mit kulti schen Bankett en, die n ac h O pf e rh a nd l un g en st a tt z uf i nd e n p fl eg - ten (s. auch Kap. 5.3.2). Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 85 Ä st e 12 2 . D ie b ei de n z ug es pit zt en Hö lz er ( Po s. 5 2 9 , 5 5 1 ; A b b . 79 ) , di e li e g e n d in Fe l d 10 1 z u m V o r s c h e i n k a m e n , m ö c h t e n w i r e b e n - f a ll s d e r U f e r v e rb a u u n g z u o r d n en , d e n n s i e lage n auss erhal b der Ko nstru ktion in der Ri n- ne ( Kap. 2.6.2 ). Im Westen könnten die beiden Staketen- re i he n d ur ch j e ei n e h i nt er e Re i he v er st ä rk t word en sein 123 . Ver einzelt sch eint man eine m Pföst chen der vord eren Reihe eine Stak ete der zuge ordne ten Reih e als Paar zuw eisen zu kö n- ne n 124 . I n d er hi n te re n Re ih e d e r s üd li c he n Uf e rv er b au un g , d er wo hl au ch di e o b en er - wähnte n lieg enden zugespi tzten Hölzer (Pos. 52 9, 551) z uzu ord nen s ind , kön nte m an Ste ine (Po s. 841 ) einge baut h aben . Viell eich t gesc hah dies e rst im Laufe der Zeit, denn unte r einzel- nen Steine n (Pos. 90 7, 917) war en Fragmente von Re ibsc hal en ( Pos . 91 8) anz utre ffe n. S ind diese Zusa tzreihen als Verstä rkung oder Repa- ra t ur de r U f er ve r ba uu n g a nz u se he n ? D ie s kö n nt e f ür d ie h i nt er de r s üd li c he n U fe rv e r- bauung im Westen err ichtete Reihe (Pos . 580, 84 1 , 5 28 , 9 17 , 9 05 – 90 7) z u tr ef f en , w äh r en d da s B a lk en g rä bc h en P o s. 81 8 u nd da s P f ös t- chen Pos. 851 der Reihe hinte r der nörd lichen Uf e rv er b au un g wo hl e he r m i t d e m D am m 1 (s. unten) in Zus ammenh ang zu bringe n sind . 86 2 Befund und Baustrukturen F1 09 F1 06 F1 03 F1 55 F1 58 F1 08 F1 07 F1 54 F1 53 F1 05 F1 04 F1 02 F1 0 1 F1 5 7 F1 56 ? ? Pos. 73 1 Pos. 83 7 Pos. 838 Pos. 839 Pos. 840 Pos. 835 Pos. 836 Pos. 848 Pos. 849 Pos. 85 1 Pos. 84 7 Pos. 850 Pos. 8 78 Pos. 1 022 Pos. 1 080 Pos. 958 Pos. 25 Pos. 32 Pos. 2 4 Pos. 1 1 Pos. 23 (21 5) Pos. 52 Pos. 6 10 Pos. 53 Pos. 1 6 Pos. 528 Pos. 7 89 Pos. 527 Pos. 580 Pos. 905 Pos. 99 1 Pos. 992 Pos. 1 043 Pos. 544 Pos. 71 8 Pos. 938 Pos. 933 (21 8) Pos. 930 (21 8) Pos. 8 7 5 Pos. 940 Pos. 7 61 Pos. 95 7 Pos. 1 1 1 (um 21 5/225) Pos. 935 (21 8) Pos. 589 (21 8) Pos. 59 1 (21 8) Pos. 592 (21 8) Pos. 590 (21 8) Pos. 627 Pos. 626 Pos. 906 Pos. 594 Pos. 1 068 (nach 21 5/225) Pos. 939 Pos. 593 Pos. 1 4 1 Pos. 529 Pos. 55 1 Pos. 1 069 Pos. 89 7 Pos. 996 Pos. 84 1 Pos. 498 Pos. 498 Pos. 498 Pos. 498 Pos. 498/806 Pos. 498 FK 1 532 FK 1 507 Pos. 907 Pos. 498 Pos. 498 Pos. 498 Pos. 498 Pos. 36 Pos. 9 1 8 Pos. 9 1 7 Pos. 26 Pos. 498 394.35 394.5 1 394.58 394.68 394.59 394.57 394.7 5 394.79 394.90 394.66 394.70 394.77 394.57 394.71 394.53 394.42 394.4 7 394.61 394.53 394.60 394.56 394.45 394.66 394.53 394.85 394.68 394.7 6 394.36 4 1 m 93 9 7 1 0 1 1 05 1 09 5 1 2 506 93 9 7 1 0 1 1 05 1 09 5 1 2 506 N Grabungsnorden Gr abungsgrenze Profil dokumentiert Profil abgebildet (Beil. 4) Hölzer liegende Pfähle (Punkt = Spitze) Damm 1 Horizontreste Keramik/T errak otten St eine Rinne 550 T errakotten Beil. 4b Beil. 4c Beil. 4a Abb. 78 Cham- Hagendorn. Horizont 1b. Uferverbauung und Pfahlkonstruktionen in der Rinne 550. H7 5 H7 6 Abb. 79 Cham-Hagendorn. Horizont 1b. Lie- gende Pfähle im Bach 550, wohl zur Uferverbau- ung. M. 1:20. H75 Fragment eines Eichenholzes (Pos. 529), zuge- spitzter Pfahl oder Bohlenfragment, mehrseitig bearbei- tet, im Querschnitt unförmig, 8 × 10 cm, erhaltene Län- ge 105 cm; in Pos. 503 (letzte Phase der 2. Über- schwemmung). H76 Eichenholz (Pos. 551), evtl. Pfahl, im Querschnitt oval, 9 × 13 cm, erhaltene Länge 109 cm; in Pos. 549 (Holzansammlung in der Bachrinne; s. Kap. 2.6.2). Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 86 Am Westra nd d er n ördliche n Uf erverbau - u ng g e n üg t e d ie F a s ch i n e nk o n s tr u k t io n o f - fenbar nicht. Dort muss das erste Hochwasser ein gross es Lo ch a us de m Uf er ge brochen ha- ben (Pos. 16), so das s man den Gelä ndeverlauf mit einer dammartigen Konstruktion, Damm 1, w ie de rhe rs te ll te ( s. Ab b. 7 8) . Da fü r sc hl ug man zuge spitzt e B retter (Po s. 11, 23–25 , 1 11) s en k re c ht i n d en Bo d e n, di e e i ne A rt Ka s te n (Pos. 52) bildeten (Abb. 80, 81), den man mi t f et t e m Le h m ( P os . 3 2) u nd v er s c h mu t z t em Silt (Pos. 53, 178) verfüllte. Dieser Kasten (Pos. 5 2) l ä s st s i c h ü b e r z w e i l ä n g li c h e G r ä b ch e n (P os . 7 18 b zw . 6 10 ), d ie je e in en Ba lk en en t- halten haben könnten, mit der hinteren bzw. der vorderen Reihe d er nördlich en Ufersich e- r un g i n V e rb i n d un g b r in g e n ( s. o b e n ). D r e i Br e tt e r ( Po s. 23 , 2 4, 11 1 ) d es H o lz k as te n s z u D am m 1 s i n d d e n d r oc h r o no l o g is c h u nt e r - s uc h t w o r d en , d ar u n t er e i ne s m i t S c h l ag d a - tum (Pos. 23) sowie eines mit Splint (Pos. 111 ). S ie sp r e c he n da f ü r, da s s de r D a mm 1 un d wohl auch die Uferverbauung um 215 n. Chr. errichtet wurden (s. Kap. 4.2.2, 4.2.4). A uc h d i e Ab f l u ss r i n ne 42 3 i m W e st e n sc he in t b ef es ti gt w or de n z u se in , d en n be id - seits des jüngsten Bachbettes (Pos. 3 09), das in di e S ed im en t e de r e rs te n Ü be rs ch we m mu ng (Pos. 434) hineingefressen worden war, waren auf Ac hse 141 di e S puren zw eier Br etter (P os. 540, 605, 137/507,62) zu finden (s. Beil. 7 und Beil. 3a), die zu einer Uferverbauung gehören k ön n t e n. I n d e r F o lg e v er f ü l lt e s i c h d i e A b - f lu s s r in n e 4 2 3 i n d es v o ll s t ä nd i g ( P o s. 3 0 9) . Zw e i R ei h en vo n S t ak e te n b zw . d ü nn e n Pfählen am Süduf er, in den Feld ern 11 6 (Po s. 2 69 – 2 7 1) u n d 1 45 ( P o s . 8 4 2 – 84 6 ) , k ö n n t en eben falls zu ei ner Fas chine nkons trukt ion ge- h ör e n u n d b e le g e n , d as s m a n v er s u c h t h at , d en S t e i lh a n g i m S ü d e n zu b e f e st i g e n. O b - wohl sie sich stratigraphis ch nicht einbinden lassen, möchten wir sie mit den Massnahmen i n V e rb i n d un g b r i ng e n , d ie n ac h d e r e rs t e n Ü be r s c hw e m m un g n ö t ig w u r de n , d e n n d a - mals ist offenbar auch der Steilhang im Süden ins Rutschen gekommen (s . Ka p. 2.4.2). In den 122 Po s. 1 014 , 10 18, 102 0, 102 1, 1 024 , 10 26. Bei de n in Pos . 5 03 ( let zte Pha se der 2. Über sch wem mung ) a nge- tr offe nen Äst en (Po s. 7 86, 881 , 9 48, 959 , 9 60, 961 , 97 1, 97 5, 9 76, 984 , 9 89, 990 ) m uss off enbl eib en, ob sie von de r Uf erv erba uun g s tamm en oder vo n u mges tür zten Bä umen , w ie e s f ür die Wur zels töc ke und Sta mmfr ag- me nte (Po s. 5 60, 94 5, 9 62, 963 , 1 026) zu ve rmut en ist. 123 Nordufer: Pfostenloch Pos. 851 mit Gräbchen Pos. 718; Südufer: Pos. 580, 528, 905. 124 z. B. Pos. 851 zu Pos. 731 (Nordufer) oder Pos. 580 zu Pos. 527 (Südufer). 87 2.6 Horizont 1b: Heiligtum Pos. 1 6 Pos. 2 4 Pos. 26 Pos. 32 Pos. 7 Pos. 1 1 Abb. 80 Cham-Hagendorn. Horizont 1b. Damm 1 (Pos. 32) der Uferver- bauung mit zwei Brettern (Pos. 11, 24) der Kastenkonstruktion (Pos. 52), links Reste des Horizontes (Pos. 26), rechts hinten abgerutschtes anstehen- des Material (Pos. 16). Feld 108, Aufnahme gegen Westen. H78 H77 H79 H80 Abb. 81 Cham-Hagendorn. Horizont 1b. Pfäh- le der Konstruktion des Dammes 1. M. 1:20. H77 Stehendes Eichenbrett (Pos. 11; s. auch Abb. 80), oberflächlich schlecht erhalten, mehrseitig bearbeitet, Querschnitt rechteckig, 9 × 29 cm, erhaltene Länge 106 cm (UK 393,29), unten zugespitzt; konserviert, Konservierungsnr. K03.113.04. Inv.-Nr. 1508.1589.1. H78 Stehendes Eichenbrett (Pos. 23), mehrseitig bear- beitet, zugespitzt, 20 cm breit, bis 5 cm dick, erhaltene Länge 91 cm (UK 393,43); 111 Jahrringe, 12 Jahre Splint mit Waldkante, Endjahr Herbst/Winter 215 (A-Datie- rung). Labor-Nr. 663808. H79 Stehendes Eichenbrett (Pos. 24; s. auch Abb. 80), mehrseitig bearbeitet, zugespitzt, 22 cm breit, 5 cm dick, erhaltene Länge 96 cm (UK 393,38); 113 Jahrringe bis 136 n. Chr. (A-Datierung), ohne Splint, Schlagdatum nach 145/155 n. Chr. Labor-Nr. 663809. H80 Fragment eines Eichenbalkens (Pos. 111), mehr- seitig bearbeitet, zugespitzt, ähnlich wie Pos. 23–25, Querschnitt dreieckig, 23 cm breit, bis 8 cm dick, erhal- tene Länge 67 cm (UK 393,53); wohl abgekipptes Brett der Konstruktion 52 (Damm 1); 126 Jahrringe bis 213 n. Chr. (A-Datierung), 10 Jahre Splint, Schlagdatum um 215/225 n. Chr. Labor-Nr. 663819. Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 87 Rekonstruktion Pfahlgrundriss und Bauschutt, vor allem Schindeln und Bre tter, ermöglich en es, ein Gebäude wie folgt zu rekonstruieren: Die insgesamt drei Paare bilden- d en m äc h t ig e n P f ä hl e (P o s . 5 9 1/ 5 9 2, 5 89 / 5 90 , 933/935) in der Nord- und der Südwand (s. Abb. 83) dürften mit den beiden mit schmächtigeren Althöl- zern (Pos. 5 94, 938) jeweils ein Paar bilden den Pfäh- len (Pos. 593, 939) das Dach getragen haben ( s. au ch A bb . 9 1 ) . Ei n we i te r es Pa a r k ön n te n di e m it 18 – 22 cm eb enfalls recht stark en Pf ähle (Pos. 930/1068 ) darstellen. Der etwa auf der Mittelachse des Gebäu- des in liegender Position zum Vorschein gekomme- ne Pf ahl (Po s. 106 9) kön nte den Fi rst balk en dir ekt getragen bzw. angesichts des mit 13 cm eher gerin- gen Durchmessers und der Tatsache, dass er ein Ein- zelfall darstellt, die Dachkonstruktion nachträglich abgestützt haben. Die übr igen Pfähle (Pos. 627, 875, 8 97 ) , d ie mi t 8 –1 5 c m Du rc h me s se r de ut li ch sc h mä c h- ti ge r au sfalle n (s . Ab b. 84 ,H83) , sin d wo hl e her d er Wandkonstruktion zuzurechnen bzw. als Reparatu- ren zu deuten (s. oben). Das Gleiche ist für das zuge- spitzte Bre tt (Pos. 99 6) zu vermu ten (Abb. 84,H84), obwohl es ebenfalls etwa auf der Mittel achse la g, wo Firstträger zu erwarten wären. Der mi t e inem Du rchm esse r v on 10 cm nic ht be son der s d ick e P fah l (Po s. 94 0) vo r d er Nor ds eit e de s B aus , ung ef ähr i n d ere n Mit te , k önn te mi t d er Stakete (Pos. 849) in der nördlichen Uferverbauung sowie mit zwei weiteren Staketen (101/511,28, 101/ 51 2, 10) w eit er nö rd lic h ei ne Re ih e s en kre ch t z um Ufer gebildet haben, die vielleicht den Zugang zum Gebäude über dem Bach markierte (s. Beil. 7). Diese Reih e la g gu t 3 m wes tlich des vor dem Gebä ude auf- gestellten Terrakotten-Ensembles (Kap. 2.6.3). 94 2 Befund und Baustrukturen Pos. 92 1 Pos. 900 Pos. 922 Pos. 92 4 Pos. 923 Pos. 882 Pos. 8 73 Abb. 88 Cham-Hagendorn. Horizont 1b. Unterster Teil des Schuttes (Pos. 894) des Langbaus in der Rinne 550 (Pos. 900, 920–924), Holz (Pos. 882) aus der zweiten Überschwemmung (Pos. 503); im Vordergrund Pfahl (Pos. 873) zu Horizont 1a. Feld 154, Westteil, Aufnahme gegen Osten. Art Anzahl Anteil Pos. Pfähle und ste hende Hölzer 23 15% 529, 551, 589 –594, 626, 627, 87 5, 897, 930, 933, 935 , 938–940, 996, 10 68, 1069, (101/511.28 ), (101/512.10) Bohlen, Balken, K anthölzer 10 7% 553, 556, 883 , 944, 972, 977, 985, 9 93, 1005, 1013 Bretter 39 26% 519, 555, 559 , 571, 575, 576, 588, 6 16, 636–641, 882 , 886, 887, 889, 895, 899, 919, 920, 949 , 964, 974, 987, 988, 9 94, 997, 998, 1000, 1001, 1006, 1009, 1 011, 1015–1017, 1041, 1073 bearbeitete Hö lzer 25 17% (549), 552, 55 4, 558, 572, 581, 582 , 611, 645, 646, 785 , 888, 890, 896, 898, 902, 923, 978, 982 , 983, 1008, 1010, 10 12, 1027, 1031 Schindeln (u ngefähr) 8 5% 573, 799, 810 , 893, 900, 921, 922 , 924 lange Hölzer , Stangen, Latten 0% Abfall 0% unbestimmbar 20 13% 530, 557, 574 , 633, 880, 901, 910, 936, 937, 947, 970, 9 95, 999, 1007, 101 9, 1023, 1029, 1030, 1 036, 1070 Äste, Stämm e, Wurzeln 25 17% 560, 786 , 881, 928, 94 5, 948, 950, 960–963, 97 1, 975, 976, 984, 989, 990 , 999, 1014, 1018, 1 020, 1021, 1024– 1026 Total 150 100% ! Abb. 89 Cham- Hagendorn. Horizont 1b. Hölzer im Umfeld des Baus in der Rinne 550. Abb. 90 Cham-Hagendorn. Horizont 1b. Schindel (Pos. 900) aus dem Schutt (Pos. 894) des Langbaus in der Rinne 550. Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 94 Das Geb äude sch eint bei m zw eite n Ho chwas - s er i n d er M i tt e au s e in a nd e r ge b ro c h en z u se i n , denn im Westen lag der Schutt von Balken, Brettern und Schind eln südlich und westlich des Ge bäudes, i m O st e n v o r a ll e m i n ne r ha l b u nd n ör d li c h d er Konstruktion (s. Abb. 85; Beil. 7). De r P fah l P os. 6 26 im We ste n l äss t sic h n ich t in den Gebäudegrundriss einordnen. Da er vom Be- fund her zu keiner jüngeren Konstrukt ion gehör en kann und keinem anderen Grundriss sinnvoll zuzu- weisen ist, könnte er mit den stehen gebliebenen Pf ähl en (P os. 48 , 102 , 266 , 2 67 ) d es Ho riz ont es 1a weiter westlich (Beil. 7), die auch im folgenden Ho- ri z on t 2 n oc h v er w en d et w u rd e n, e i ne P f ah lr e ih e g eb i ld e t h ab e n, d i e w ie i n d er v o r an g eg a n ge n en Phase 1a die sakrale Zone im Norden gegen die pro- f an e U mw e l t i m S üd e n a bg r e nz t e ( s. K a p . 2 .5 . 3, 2 .5 . 4) . Ob d er s üd l ic h de s e i n en P fa h ls ( Po s . 1 0 2) stehen gebliebene Pfahl Pos. 12 8, de n man ebenf alls in Hori zont 2 weit erver wende t ha t, i n Zu samm en- hang mit einem Steg über den Bach bzw. einem Zu- gang zum heiligen Bezirk auf der Insel zu sehen ist, muss offenbleiben. Katalog der Uferverbauung sowie des Horizontes beidseits der Bachrinne 550 Pos . 519: Eic henh olz, ev tl. Frag ment ei nes Bre ttes , mehrseitig bearbeitet, ca. 24 cm breit, evtl. 4,5 cm dick, erhaltene Länge mind. 34 cm; der Feldaufnah- m e n a c h i n P os . 5 03 ( l et z te P h as e d er 2 . Üb e r - schwemmung). ev tl . Po s. 5 29 : Fr ag me nt e in es E ic he nh ol ze s (A bb . 7 9, H 75 ) ; i n P o s. 5 03 ( l et z te P h as e d e r 2 . Ü b e r- schwemmung); evtl. zu Uferverbauung (Ka p. 2.6.1). ev tl . Po s. 5 30 : Fr ag me nt e in es E ic he nh ol ze s (A bb . 99,H132); über Pos. 529 (s. oben). 95 2.6 Horizont 1b: Heiligtum 5 1 2 5 1 0 508 506 395,00 393,00 394,00 Stake te Pos. 849 Pos. 933 Pos. 930 Pos. 536 Pos. 498 Bachrinne 550 T errakott en Ufer verbauung Ufer verbauung Geschirr? Insel sakral profan Langbau Abb. 91 Cham- Hagendorn. Horizont 1b. Schematischer Schnitt durch den Langbau und die Rinne 550. Blick gegen Osten. Pos. 549: A nsammlung von kreuz und qu er liege n- den, be arbeiteten und unbearbeitete n Hölzern; der F el d au f n ah m e n ac h v or a l le m i n P o s . 5 0 3 (l e t zt e Phase der 2. Überschwemmung). evtl. Pos. 55 1: Ei chenholz (Abb. 79,H76) , evt l. Pf ahl, i m Q ue r sc h n it t o v a l, 9 × 1 3 c m, er h al t e ne Lä n ge 10 9 cm ; in P os . 5 49 ( s. ob en ); ev tl . zu Uf er ve rb au- ung (Kap. 2.6.1). Pos. 552: Holzfragment (Abb. 99,H130); in Pos. 549 (s. oben). P os . 5 5 3 : Fr a gm e n t ei n er B o h le ( A bb . 9 3, H 90 ) ; i n Pos. 549 (s. oben). P os . 5 54 : E i ch e nh o l z ( Ab b . 9 9, H 1 31 ) ; i n P os . 5 0 3 (letzte Phase der 2. Überschwemmung). Po s. 5 5 5 : B o h le n b r et t , E i c h e, m e hr s e it i g be a r b ei - tet, im Querschnitt dreieckig, 17 cm breit, bis 4 ,5 c m d i ck , e r ha l te n e L ä ng e 1 3 7 c m; i n P os . 54 9 (s . obe n). P o s . 5 56 : E i ch e n bo h le , c a . 4 1 c m b r ei t , e rh a l te n e Länge ca. 158 cm; in Pos. 549 (s. oben). P os . 5 57 : k u rz e s Ho l z , 14 c m b r ei t , m i nd . 3 4 c m lang; in Pos. 549 (s. oben). Pos. 558: Holzfragment mit einem abgeschnittenen E nd e , 18 c m b re i t, m i nd . 3 8 cm l a ng ; i n Po s . 54 9 (s. oben). Pos. 559: Brett (Abb. 95,H100); in Pos . 549 (s. oben); Inv.-Nr. 1508.833. P os . 5 71 : F ra g m en t e in e s H ol z br e t te s ( Ab b . 95 , H106); über Pos. 556 (s. oben). P os . 5 72 : F r ag m e nt ei n e s E ic h e na s te s ( A b b. 99 , H133); innerhalb von Pos. 549 (s. oben). P os . 5 73 : F ra g me n t e in e s B re t te s , ev t l . S c h in d el , m eh r se i t ig be a rb e it e t , 1 3 c m br e i t, mi n d. 30 cm lan g; in Pos . 5 03 (let zte Ph ase der 2. Üb ersc hwe m- mung). Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 95 96 2 Befund und Baustrukturen H88 H8 7 H86 H85 92 Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 96 97 2.6 Horizont 1b: Heiligtum Abb. 92 Cham-Hagendorn. Horizont 1b. Schindeln zum Langbau im Bach 550. M. 1:5. H85 Fragment einer Schindel (Pos. 900; Abb. 90; s. auch Abb. 87, 88), Weisstanne, beide Längsseiten mit erhaltener Bearbeitungskante, mit alter Bruchstelle, mehrseitig bearbeitet, im Querschnitt dreieckig, leicht gebogen, 12 cm breit, bis 1 cm dick, erhaltene Länge 92 cm; aus Pos. 894 (Schutt des Langbaus, 2. Über- schwemmung); 71 Jahrringe (undatiert), ohne Splint. Labor-Nr. 664241. H86 Fragment einer Schindel (Pos. 921; s. auch Abb. 88), Tanne, mehrseitig bearbeitet, an beiden Längssei- ten Bearbeitungskante erhalten, 8 cm breit, 0,5 cm dick, erhaltene Länge 87 cm; aus Pos. 894 (Schutt des Lang- baus, 2. Überschwemmung); konserviert, Konservie- rungsnr. K04.150.18; Inv.-Nr. 1508.1434.1. H87 Fragment einer Schindel (Pos. 922; s. auch Abb. 88), Tanne, mehrseitig bearbeitet, beide Längsseiten mit erhaltener Bearbeitungskante, eine Kante leicht aufge- stülpt, im Querschnitt rechteckig, 0,7 × 7 cm, erhaltene Länge 78 cm; aus Pos. 894 (Schutt des Langbaus, 2. Überschwemmung); konserviert, Konservierungsnr. K04.150.19; Inv.-Nr. 1508.1435.1. H88 Fragment einer Schindel (Pos. 893), mehrseitig bearbeitet, 4,8 cm breit, 0,4 cm dick, erhaltene Länge 18,5 cm; unter Pos. 887 (letzte Phase der 2. Über- schwemmung). H89 H90 H9 1 H92 H93 Abb. 93 Cham-Hagendorn. Horizont 1b. Bohlenfragmente zum Langbau im Bach 550. M. 1:20. H89 Fragment eines Kantholzes (Pos. 1013; s. auch Abb. 86), Eiche, mehrseitig bearbeitet, erhaltener Quer- schnitt dreieckig, bis 9 × 9 cm, erhaltene Länge 88 cm; in Pos. 894 (Schutt des Langbaus, 2. Überschwemmung). H90 Fragment einer Bohle (Pos. 553), mehrseitig bear- beitet, im Querschnitt trapezoid, 5,5 cm dick, bis 15 cm breit, erhaltene Länge 150 cm; in Pos. 549 (Schutt in der letzten Phase der 2. Überschwemmung). H91 Fragment eines Holzbalkens (Pos. 944), mehrsei- tig bearbeitet, Querschnitt quadratisch, 11 cm Durch- messer, erhaltene Länge 136 cm; in Pos. 503 (letzte Pha- se der 2. Überschwemmung), unten. H92 Fragment eines Eichenbalkens (Pos. 977), eine Seite verwittert, mehrseitig bearbeitet, im Querschnitt wohl rechteckig, 12 × 15 cm, erhaltene Länge 67 cm; in Pos. 503 (letzte Phase der 2. Überschwemmung), oben; 98 Jahrringe bis 149 n. Chr. (A-Datierung), ohne Splint, Schlagdatum nach 160/170 n. Chr. Labor-Nr. 664429. H93 Fragment einer Bohle (Pos. 985), mehrseitig bear- beitet, im Querschnitt rechteckig, 8,5 × 26 cm, erhaltene Länge 157 cm; in Pos. 503 (letzte Phase der 2. Über- schwemmung), unten; 44 Jahrringe bis 64 n. Chr. (A- Da tier ung ), o hne Sp lint , S chla gda tum nac h 7 5/85 n. Chr . Labor-Nr. 664521. 93 Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 22.01.14 10:54 Seite 97 Po s. 57 4: Fr agm en t e ine s Ei che nho lz es, 4 cm b rei t bzw. dick, erhaltene Länge 36 cm 131 . Pos . 5 75: Fra gmen t ei nes Bre ttes , k ein Eic henh olz, stark verwittert, 30 cm br eit, erha ltene Lä nge 47 cm; in Pos. 503 (letzte Phase der 2. Überschwemmung). Po s. 5 76: Fr ag men t ein es Br ett es , e vt l. Ei che , sta rk verwitt ert, 8 cm breit, 1 cm dick, erhaltene Länge c a. 1 00 cm ; i n P o s. 50 3 ( l e tz t e P h as e d e r 2 . Ü be r - schwemmung). P os . 5 81 : E i ch e nh o l z ( Ab b . 9 8, H 1 26 ) ; i n P os . 5 4 9 (s. oben). Pos. 582: Holz (Abb. 98,H127); in Pos. 549 (s. oben). P os . 5 88 : H o lz f ra g m en t ( Ab b . 9 5, H 1 01 ) , äh n li c h 98 2 Befund und Baustrukturen wie Brett Pos. 559 (s. oben); in Pos. 503 (letzte Phase der 2. Überschwemmung). Pos . 5 89: Ei chen pfa hl, Run dho lz, me hrse iti g be ar- be it et, D ur chm es se r 2 1 cm , mi t V or ho f c a. 25 c m, erhaltene Länge 158 cm (UK 392,93), mit Beilklinge v on mi n d. 10 c m B re i te au f ei n er Lä n g e v on ca . 6 0 c m z ug e s pi t zt ; 7 3 J a hr r in g e , m it M a r k, 9 Ja h r e Splint, Waldkante Herbst/Winter 218 n. Chr. (A-Da- tierung). Labor-Nr. 664518. Po s. 590 : Eic hen pf ahl , Run dho lz , me hr sei tig be arb ei - te t, Dur chm ess er ov al, 2 1 × 26 c m, mit V orh of 26 cm , erhalte ne Länge 139 cm (UK 393,16), Klingenbreit e de s Be ils min d. 10 cm, Spi tz e 88 c m; 81 Jah rri nge , mit H9 7 H99 H96 H95 H98 H94 Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 98 Mark, 9 Jahre Splin t, Waldkante Herbst/Wint er 218 n. Chr. (A -Da tie rung ). Lab or- Nr. 664 519 . Pos. 591 : E ich enp fah l, Run dhol z, me hrse iti g b ear - be it et, D ur chm es se r 2 9 cm , mi t V or ho f c a. 30 c m, erhaltene Länge 178 cm (UK 392,82), mit Beilklinge v on m in d . 9, 4 c m B r ei t e au f e in e r L ä n ge v on 6 0 – 7 0 c m z ug e s pi t zt , a n d er S p i tz e t e il w ei s e b ra u n- s ch w ar z e K ru s te ; 7 8 J ah r r in g e, m i t M ar k , 8 J ah r e Splint, Waldkante Herbst/Winter 218 n. Chr. (A-Da- tierung). Labor-Nr. 664213. P os . 5 92 : E ic h e np f ah l , m eh r se i t ig b e ar b ei t e t, Durch messer oval, 27 × 30 cm , mi t Vo rhof 32 cm, er- ha lt e ne L än ge 1 53 c m ( U K 3 9 3, 08 ), K li ng en br ei t e des Beils ca. 11 cm, Spitze ca. 70 cm, mit teerartigem M at e ri a l ve r se h en ; 66 J ah r ri n g e, 7 Ja h re S pl i nt , W al d ka n t e H er b st / F rü h li n g 2 1 8 n . Ch r . ( A -D a ti e - rung). Labor-Nr. 664520. ev tl . Po s . 5 93 : Ei c he np fa hl , Ru nd ho lz , me hr se i ti g bea rbei tet, im Que rsch nitt ov al, Dur chme sser 34 × 35 cm, erhaltene Länge 200 cm (UK 392,52), Spitze ca. 80 cm, Breite des Beiles mind. 10 cm; 53 Jahrrin- ge (undatiert), mit Mark, ohne Splint, zwei Zentren; ab Pos. 599 (feiner Sand über Pos. 535 des Horizon- tes 3, evtl . Ho rizon t 4) sic htbar . La bor-N r. 6 6422 4. evtl. Pos . 594 (s. Kap. 2.5 .3): Eichenpf ahl, Rundhol z, mehrseitig bearbeitet, Durchmesser 20 cm, erhalte- n e Lä n g e 14 6 c m ( U K 3 9 3, 1 9 ), Sp it z e b i s 6 0 cm , Kli nge nbr eite de s B eil s m ind. 10 cm ; 7 8 J ahr ring e, 2 7 J a h re S pl i n t, W a ld k an t e He r b st / Wi n t er 2 00 n . C hr . ( A -D a t ie r un g ) , Al t h ol z v on Ho r i zo n t 1 a (Kap. 2.5.3). Labor-Nr. 664225. Pos . 611 : E iche nkl otz, na ch Süd en gen eigt (s . B eil . 4 b) , R un d ho l z, H ä lb l in g , ba n an e nf ö rm i ge r Q ue r - s ch n it t , c a . 1 0 × 1 8 c m, er h al t en e Lä n ge 40 cm ; schräg in Pos. 503 (letzte Phase der 2. Überschwem- mung) steckend. Pos. 616: Fragment eines Eich enbrettes, meh rseitig b ea r be i t et , 13 c m d i c k, b is 4 8 c m br e i t, e rh a l te n e Län ge 7 9 cm ; in Pos . 5 03 ( letzt e P hase der 2. Übe r- s ch w em m u ng ) . 8 4 J ah r r in g e ( u nd a ti e r t) , o h ne Splint. Labor-Nr. 664216. Pos . 62 6: Eic hen pfa hl, ob ere r T eil st ark ve rwi tte rt, mehrseitig bearbeitet, Querschnitt rechteckig, 7,5 × 8 cm, erhaltene Länge 48 cm (UK 393,86), erst beim A bt r ag d er P os . 50 3 (l e t zt e Ph a se d er 2 . Ü b er - s ch w em m u ng ) s i c ht b ar , un t er P os . 5 ( 4. Ü be r - schwemmung). Pos . 62 7: E iche npfah l, schr äg s teck end in Pos. 538 (2. Überschwemmung), wohl nach Westen gekippt, mehrseitig bearbeitet, Querschnitt trapezoid, 14 cm bre it, bi s 5 cm dic k, erf asst e L änge 57 cm (UK ev tl. 394,03), erst beim Abtrag der Pos. 503 (letzte Phase der 2. Überschwemmung) sichtbar. P os . 6 33 : F r ag m e nt e in e s E i ch e nh o l ze s ( A b b. 9 8, H125); in Pos. 503 (letzte Phase der 2. Überschwem- mung). Pos. 636: Fragment eines Brettes (Abb. 95,H104); in P os . 5 0 3 ( l et z t e P h as e d e r 2 . Ü b er s c hw e mm u n g) . Pos. 637: Fragment eines Brettes (Abb. 96,H110); in P os . 5 0 3 ( l et z t e P h as e d e r 2 . Ü b er s c hw e mm u n g) . P os . 6 38 : F ra g me n t ei n e s B r e tt e s ( Ab b . 95 , H 10 5 ), me h rs ei ti g b ea rb ei te t , i m Q ue rs ch ni t t a n nä he rn d rechteckig, 13,4 cm breit, mind. 1,2 cm dick, erhal- t en e L ä ng e 14 c m; i n P o s. 5 03 ( le t zt e P h a se d er 2. Überschwemmung). P os . 6 39 : F ra g me n t ei n e s B r e tt e s ( Ab b . 96 , H 11 1 ), me h rs ei ti g b ea rb ei te t , i m Q ue rs ch ni t t a n nä he rn d rechteckig, 9 cm breit, 2,5 cm dick, erhaltene Länge 1 11 cm ; i n P o s. 50 3 ( l e tz t e P h as e d e r 2 . Ü b er - schwemmung). Pos. 640: Fragment eines Brettes (Abb. 95,H102); in P os . 5 0 3 ( l et z t e P h as e d e r 2 . Ü b er s c hw e mm u n g) . Pos. 641: Fragment eines Brettes (Abb. 96,H112); in P os . 5 0 3 ( l et z t e P h as e d e r 2 . Ü b er s c hw e mm u n g) . P os . 6 45 : F r ag m e nt e in e s E i ch e nh o l ze s ( A b b. 9 8, H124); in Pos. 503 (letzte Phase der 2. Überschwem- mung). Po s. 6 46 : Fr agm en t ei ne s A st es ( Abb . 98 ,H 12 8); i n P os . 5 0 3 ( l et z t e P h as e d e r 2 . Ü b er s c hw e mm u n g) . Pos. 785: Eichenklotz, in ähnlich schräger Lage wie P os . 6 1 1 ( s . o b en ) ; i n P o s. 5 03 ( le t z te Ph a s e d e r 2. Überschwemmung). Pos. 799: Fragment einer Schindel, mehrseitig bear- beitet; auf Pos. 757 (nach der 2. Überschwemmung ab geru tsc hte s u nd ei nse dim ent ier tes Ma ter ial vo n Horizont 1b). Pos. 810: Fragment einer Schindel, mehrseitig bear- be ite t; in Po s. 75 7 ( nac h der 2 . Ü ber sch we mmu ng ab geru tsc hte s u nd ei nse dim ent ier tes Ma ter ial vo n Horizont 1b). 131 Das Holz wurde weder in der Fundlage noch als Objekt dokumentiert. 99 2.6 Horizont 1b: Heiligtum Abb. 94 Cham-Hagendorn. Horizont 1b. Bretter zum Langbau im Bach 550. M. 1:5. H94 Holzfragment (Pos. 1041), evtl. Brett, mehrseitig bearbeitet, Querschnitt keilförmig, 12,5 cm breit, bis 5 cm dick, erhaltene Länge 12,5 cm; in Pos. 894 (Schutt des Langbaus, 2. Überschwemmung). H95 Fragment eines Eichenbrettes (Pos. 920; s. auch Abb. 87), mehrseitig bearbeitet, im Querschnitt ur- sprünglich wohl rechteckig, 3,4 cm dick, bis 116 cm breit, erhaltene Länge 24 cm; aus Pos. 894 (Schutt des Langbaus, 2. Überschwemmung). H96 Fragment eines Eichenbrettes (Pos. 895; s. auch Abb. 87), mehrseitig bearbeitet, im Querschnitt fünf- eckig, 11 cm breit, bis 5 cm dick, erhaltene Länge 32 cm; in Pos. 894 (Schutt des Langbaus, 2. Über- schwemmung); 69 Jahrringe (undatiert), ohne Splint. Labor-Nr. 664237. H97 Fragment eines Eichenbrettes (Pos. 899; s. auch Abb. 87), mehrseitig bearbeitet, im Querschnitt trape- zoid, 8 cm breit, bis 2 cm dick, erhaltene Länge 43 cm; in Pos. 894 (Schutt des Langbaus, 2. Überschwem- mung); 70 Jahrringe bis 135 n. Chr. (A-Datierung), ohne Splint, nach 145/155 n. Chr. Labor-Nr. 664240. H98 Fragment eines Eichenbrettes (Pos. 1015; s. auch Abb. 86), mehrseitig bearbeitet, Querschnitt trapezoid, bis 8,5 cm breit, 3,5 cm dick, erhaltene Länge 49 cm; in Pos. 894 (Schutt des Langbaus, 2. Überschwemmung). H99 Fragment eines Eichenbrettes (Pos. 1016; s. auch Abb. 86), mehrseitig bearbeitet, mit einer gerundet zu- geschnittenen Schmalseite, Querschnitt ursprünglich wohl rechteckig, bis 7 × 19 cm, erhaltene Länge 63 cm; in Pos. 894 (Schutt des Langbaus, 2. Überschwem- mung); 59 Jahrringe (undatiert), ohne Splint, verwach- sen. Labor-Nr. 664441. Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 99 100 2 Befund und Baustrukturen H1 00 H1 0 1 H1 02 H1 03 H1 04 H1 05 H1 07 H1 08 H1 06 Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:03 Seite 100 P os . 8 7 5: E i c he n pf a hl ( s . Ab b . 8 7) , O K v er w it t er t , zu m T ei l R in de je doc h er hal ten , im un te rst en Te il nur als Spur erhal ten, Rundhol z, m ehrseiti g be arbei- te t, D ur c hm es se r 13 , 5 c m , e r ha lt en e Lä n ge 6 3 c m (UK 393, 68), nur auf zwei Sei ten zugesp itzt mit einer Beilkli nge vo n mind . 8,4 cm Breite, in Pos. 503 (letz- t e P h as e d er 2 . Üb e r sc h we m m un g ), o f fe n ba r v on Pos. 612 (4. Überschwemmung) überdeckt; 18 Jahr- r in ge (u n da t ie r t) , m it M a rk , 7 J ah r e Sp l in t , W al d- kante Herbst/Winter. Labor-Nr. 664233 132 . Pos. 880: Fragmen t e ines Eichen holzes, sta rk v erwit- tert , Obe rfläc he st ellen weise oxyd iert, 10 cm b reit, erhaltene Länge 66 cm; in Pos. 503 (letzte Phase der 2. Überschwemmung), oben. Po s. 8 82: F ra gme nt ei ne s Bre tt es (s . Ab b. 88 ), Er le , 1 0 c m b re i t , e vt l . 1 5 8 c m l a ng ; i n P o s. 5 03 (l e t zt e Phase der 2. Überschwemmung), oben. P os . 8 83 : F r ag m e nt ei ne s B a l ke n s au s r ö t li c he m Holz, Erle, stark verwittert, 15 cm breit, 0,6 cm dick, erhaltene Länge 95 cm; in Pos. 503 (letzte Phase der 2. Überschwemmung), oben. Pos. 884: Holzfragment (s. Abb. 87); in Pos. 790 (bei d er 2. Ü b er s c hw e mm u n g ab g e ru t sc h t er Te il vo n Horizont 1b) 133 . Pos. 886: Fragment eines Brettes (Abb. 96,H116); in P os . 5 0 3 ( l et z t e P h as e d e r 2 . Ü b er s c hw e mm u n g) , oben. Pos. 887: Fragment eines Brettes (Abb. 95,H107); in P os . 5 0 3 ( l et z t e P h as e d e r 2 . Ü b er s c hw e mm u n g) , oben. Pos. 888: F ragment eines Eichenholzes, Spältling, ¼ eines Rundh olzes, bis 10 cm breit , erhal tene L änge 67 cm; in Pos. 503 (letzte Phase der 2. Überschwem- m un g ), o b en . 3 8 J a hr r i ng e ( un d at i e rt ) . L a b or - Nr . 664235. Pos. 889: Fragment eines Brettes (Abb. 95,H108); in P os . 5 0 3 ( l et z t e P h as e d e r 2 . Ü b er s c hw e mm u n g) , oben. Pos. 890: A bschnitt eines Eichenho lzes, me hrseitig bearbeitet, 11 cm breit, 8 cm lang; in Pos. 503 (letzte Phase der 2. Überschwemmung), oben. Po s . 8 93 : F ra gm en t e in er S ch i nd el ( Ab b . 92 ,H 8 8) , mehrseitig be arbeitet, 4,8 cm breit, 0,4 cm dick, er- h al t en e L ä ng e 1 8 ,5 c m ; u nt e r P os . 8 8 7 ( s . o be n ). P os . 8 94 : A n sa m ml u n g vo n H öl z e rn i n fl a ch e m Spültri chter, dazwischen sandiger Silt; über Pos. 797 ( an s te h e nd ) , u nt e r P o s. 50 3 ( l et z t e Ph a s e d er 2. Überschwemmung), unten. P os . 89 5: F rag men t e ine s Ei che nb ret tes (Ab b. 94, H96 ; s. auc h Abb. 87); in Pos. 894 (s. oben) ; 69 Jah r- ri nge ( und ati er t), o hne Spli nt. L ab or- Nr. 6 642 37 . Po s. 89 6: F rag men t ei nes Eic he nkl otz es ( Abb . 97 , H1 20; s. au ch A bb. 87) ; in Pos . 89 4 (s . ob en); 75 J ahr - ri nge ( und ati er t), o hne Spli nt. L ab or- Nr. 6 642 38 . Po s. 897: Fragment eines Eichenastes (Abb. 84,H83; s. auch Abb. 87); in Pos. 894 (s. oben). P os . 8 98 : F r ag m e nt e in e s E i ch e nh o l ze s ( A b b. 9 7, H 12 1 ; s . a u c h A b b. 8 7 ); i n P o s. 8 9 4 ( s . o b en ) ; 4 5 Ja hrr in ge (u nd ati er t), o hne S pli nt , P ro be ge pre ss t. Labor-Nr. 664239. P os . 8 99 : F ra g me n t e in e s Ei c h en b re t t es ( A bb . 9 4, H97; s. auch Abb. 87); in Pos. 894 (s. oben); 70 Jahr- r in g e b i s 1 35 n . Ch r . ( A- D a ti e ru n g ), o h n e S p li n t, nach 145/155 n. Chr. Labor-Nr. 664240. Pos. 900: Fragment einer Schi ndel (Abb. 90, 92,H85; s . a uc h A b b. 8 7, 8 8 ) , W ei s s ta n ne ; a u s P o s. 8 9 4 (s. oben); 71 Jah rringe (un datiert), ohne Spl int. La- bor-Nr. 664241. P os . 9 01 : F ra g me n t ei n e s Er le n h ol z es , e vt l . 8 c m breit, evtl. 30 cm lang; in Pos. 50 3 (letzte Pha se der 2. Überschwemmung), oben. Po s. 90 2: F ra gm en t e in es E ic he na st es ( s. Ab b. 8 7) , mehrseitig bearbeitet, 5 cm breit, mind. 80 cm lang; aus Pos. 894 (s. oben). Pos. 919: Fragment eines Eichenbrettes (s. Abb. 87), ca . 8 c m b re it, e rha lt ene L äng e ca. 4 4 c m; au s Pos . 894 (s. oben). P os . 9 20 : F ra g me n t e in e s Ei c h en b re t t es ( A bb . 9 4, H95; s. auch Abb. 87); aus Pos. 894 (s. oben). 132 Das Fragment wurde nicht im Detail dokumen- tiert. Die erhaltene Länge könnte aufgrund der nicht massstäblichen Skizze ca. 20 cm betragen haben, UK muss tiefer liegen als 393,99. 133 Das Fragment wurde weder in Fundlage noch im Detail dokumentiert. 101 2.6 Horizont 1b: Heiligtum Abb. 95 Cham-Hagendorn. Horizont 1b. Bretter zum Langbau im Bach 550. M. 1:5. H100 Breites Holz (Pos. 559), Brett mit Kamm, mehrsei- tig bearbeitet, Querschnitt verfranst, 34 cm breit, bis 5 cm dick, erhaltene Länge ca. 50 cm; in Pos. 549 (Schutt in der letzten Phase der 2. Überschwemmung); Inv.-Nr. 1508.833. H101 Holzfragment (Pos. 588), ähnlich wie Brett H100 (s. oben), mehrseitig bearbeitet, im Querschnitt unför- mig, 11 cm breit, bis 7 cm dick, erhaltene Länge 32 cm; in Pos. 503 (letzte Phase der 2. Überschwemmung); konserviert, Konservierungsnr. K04.150.12; Inv.-Nr. 1508.878.1. H102 Fragment eines Brettes (Pos. 640), mehrseitig be- arbeitet, im Querschnitt annähernd rechteckig, ca. 8 cm breit, 1 cm dick, erhaltene Länge 38 cm; in Pos. 503 (letzte Phase der 2. Überschwemmung). H103 Fragment eines Brettes (Pos. 964), mehrseitig be- arbeitet, eine Oberfläche bearbeitet, an einer Längssseite mit rundlicher Einkerbung; Querschnitt ursprünglich wohl rechteckig, bis 10,4 cm breit, 2,6 cm dick, erhalte- ne Länge 28 cm; in Pos. 526 (1. Überschwemmung) und Pos. 503 (letzte Phase der 2. Überschwemmung), oben. H104 Fragment eines Brettes (Pos. 636), mehrseitig be- arbeitet, im Querschnitt annähernd rechteckig, 26 cm breit, 3 cm dick, erhaltene Länge 14 cm; in Pos. 503 (letzte Phase der 2. Überschwemmung). H105 Fragment eines Brettes (Pos. 638), mehrseitig be- arbeitet, im Querschnitt annähernd rechteckig, 13,4 cm breit, mindestens 1,2 cm dick, erhaltene Länge 14 cm; in Pos. 503 (letzte Phase der 2. Überschwemmung). H106 Fragment eines Holzbrettes (Pos. 571), mehrseitig bearbeitet, im Querschnitt dreieckig, 11 cm breit, bis 4,5 cm dick, erhaltene Länge 9 cm; über Pos. 556 (Schutt in der letzten Phase der 2. Überschwemmung). H107 Fragment eines Brettes (Pos. 887), mehrseitig be- arbeitet, 10,5 cm breit, 1 cm dick, erhaltene Länge 27 cm; in Pos. 503 (letzte Phase der 2. Überschwem- mung), oben. H108 Fragment eines Brettes (Pos. 889), mehrseitig be- arbeitet, 15 cm breit, 3 cm dick, erhaltene Länge 23 cm; in Pos. 503 (letzte Phase der 2. Überschwemmung), oben. Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:22 Seite 101 102 2 Befund und Baustrukturen H12 H1 09 H1 1 0 H1 1 1 H1 1 2 H1 1 3 H1 1 4 H1 1 5 H1 1 6 H1 1 7 H1 1 8 Abb. 96 Cham-Hagendorn. Horizont 1b. Bretter zum Langbau im Bach 550. M. 1:20. H109 Fragment eines Eichenbrettes (Pos. 1011; s. auch Abb. 86), mehrseitig bearbeitet, 115 cm lang, 20 cm breit, 4 cm dick; in Pos. 894 (Schutt des Langbaus, 2. Überschwemmung); 45 Jahrringe (undatiert), ohne Splint. Labor-Nr. 664440. H110 Fragment eines Brettes (Pos. 637), sehr schlecht erhalten, mehrseitig bearbeitet, im Querschnitt annä- hernd rechteckig, 10 cm breit, 3 cm dick, erhaltene Län- ge 71 cm; in Pos. 503 (letzte Phase der 2. Überschwem- mung). H111 Fragment eines Brettes (Pos. 639), mehrseitig be- arbeitet, im Querschnitt annähernd rechteckig, 9 cm breit, 2,5 cm dick, erhaltene Länge 111 cm; in Pos. 503 (letzte Phase der 2. Überschwemmung). H112 Fragment eines Brettes (Pos. 641), mehrseitig be- arbeitet, im Querschnitt annähernd rechteckig, 11 cm breit, 1–6 cm dick, erhaltene Länge 52,5 cm; in Pos. 503 (letzte Phase der 2. Überschwemmung). H113 Fragment eines Eichenbrettes (Pos. 974), mehrsei- tig bearbeitet; der Feldaufnahme nach in Pos. 503 (letz- te Phase der 2. Überschwemmung), unten. H114 Fragment eines Eichenbrettes (Pos. 987), mehrsei- tig bearbeitet, Querschnitt unförmig, 18,5 cm breit, bis 9,5 cm dick, erhaltene Länge 55 cm; in Pos. 503 (letzte Phase der 2. Überschwemmung), oben. 61 Jahrringe (undatiert), ohne Splint, verwachsen. Labor-Nr. 664431. H115 Fragment eines Eichenbrettes (Pos. 994), mit Res- ten von Rinde, mehrseitig bearbeitet, Querschnitt ur- sprünglich wohl rechteckig, 27 cm breit, bis 6 cm dick, erhaltene Länge 79 cm; in Pos. 503 (letzte Phase der 2. Überschwemmung), unten. H116 Fragment eines Brettes (Pos. 886), mehrseitig be- arbeitet, im Querschnitt rechteckig, 3 × 14 cm, erhaltene Länge 56 cm; in Pos. 503 (letzte Phase der 2. Über- schwemmung), oben. H117 Fragment eines Eichenbrettes (Pos. 1000), an einer Oberfläche Hiebspuren, mehrseitig bearbeitet, Querschnitt linsenförmig, 39 cm breit, bis 4,5 cm dick, erhaltene Länge 116 cm; in Pos. 503 (letzte Phase der 2. Überschwemmung), unten. H118 Fragment eines Eichenbrettes (Pos. 1001), mehr- seitig bearbeitet, Querschnitt wohl rechteckig, 9 cm breit, bis 1,5 cm dick, erhaltene Länge 65 cm; in Pos. 503 (letzte Phase der 2. Überschwemmung); 107 Jahr- ringe bis 91 n. Chr. (A-Datierung), ohne Splint, wohl nach 100/110 n. Chr. Labor-Nr. 664436. Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:22 Seite 102 103 2.6 Horizont 1b: Heiligtum H1 2 1 H1 22 H1 23 H1 1 9 H1 20 Abb. 97 Cham-Hagendorn. Horizont 1b. Hölzer zum Langbau im Bach 550. M. 1:5. H119 Fragment eines Eichenholzes (Pos. 1010), mehr- seitig bearbeitet, 23 cm lang, 15 cm breit, 7 cm dick; in Pos. 894 (Schutt des Langbaus, 2. Überschwemmung). H120 Fragment eines Eichenklotzes (Pos. 896; s. auch Abb. 87), mehrseitig bearbeitet, eine Oberfläche oxy- diert, Querschnitt unförmig, 23,5 cm breit, bis 12 cm dick, erhaltene Länge 20 cm; in Pos. 894 (Schutt des Langbaus, 2. Überschwemmung); 75 Jahrringe (unda- tiert), ohne Splint, Probe gepresst. Labor-Nr. 664238. H121 Fragment eines Eichenholzes (Pos. 898; s. auch Abb. 87), evtl. Reste von Splint, auf einer Seite verformt und eingedrückt, mehrseitig bearbeitet, im Querschnitt dreieckig, 8,5 cm breit, bis 6 cm dick, erhaltene Länge 30 cm; in Pos. 894 (Schutt des Langbaus, 2. Über- schwemmung); 45 Jahrringe (undatiert), ohne Splint. Labor-Nr. 664239. H122 Holzfragment, Buche (Pos. 1027; s. auch Abb. 86), Spältling, ¼ eines Rundholzes, mit Resten von Rin- de und Ansatz von zwei Ästen, Querschnitt dreieckig, bis 6 × 6 cm, erhaltene Länge 53 cm; in Pos. 894 (Schutt des Langbaus, 2. Überschwemmung). H123 Abschlag eines Eichenholzes (Pos. 923; s. auch Abb. 88), mehrseitig bearbeitet, im Querschnitt drei- eckig, 5 cm breit, bis 1 cm dick, erhaltene Länge 41 cm; aus Pos. 894 (Schutt des Langbaus, 2. Überschwem- mung). P os . 9 21 : F r a gm e nt e in e r S c hi n d el ( Ab b . 9 2 ,H 8 6 ; s. auch Abb. 88); aus Pos. 894 (s. oben). P os . 9 22 : F r a gm e nt e in e r S c hi n d el ( Ab b . 9 2 ,H 8 7 ; s. auch Abb. 88); aus Pos. 894 (s. oben). P os . 9 23 : A bs c hl a g ei n e s Ei c h en h ol z e s ( A b b. 9 7 , H123; s. auch Abb. 88); aus Pos. 894 (s. oben). Po s. 9 24: F rag me nt ei ne r S ch ind el (s . Ab b. 88 ), Ei - ch e; ca. 7 cm br eit , erh alt en e L äng e c a. 96 cm ; a us P os . 8 9 4 ( s. o b e n) , 3 3 J ah r r in g e ( un d a ti e rt ) , o hn e Splint. Labor-Nr. 664245. Pos . 930 : E iche npf ahl (s. Ab b. 86) , i m Q uer schn itt vollständiges Rundholz, relativ tief reiche nd, Kam- bium erhalten, Durchmesser 22 cm, erhaltene Län- g e 1 80 cm (U K 39 2 ,7 2 ), Kl i n ge n br e i te de s Be i ls 8 ,5 cm ; 72 J ah r r in g e, m i t M a rk , 1 1 J a hr e S pl i nt , W al d ka n t e H e rb s t/ W i nt e r 2 1 8 n . C hr . ( A - Da t ie - rung). Labor-Nr. 664246. Pos . 933 : E iche npf ahl (s. Ab b. 86) , i m Q uer schn itt vollständiges Rundholz, relativ tief reichend, Spitze le i ch t ge st au c ht , Ri nd e zu m T ei l er ha lt e n, D ur ch - messer 19 cm, erhaltene Länge 186 cm (UK 392,58), K li n ge n b re i te d es Be i l s m in d . 9 c m ; 6 5 J a hr r in g e , mit Mark , 10 Jahr e Sp lint, Wald kante Herb st/Win - t er 2 18 n . C hr . ( A -D a t ie r un g ) . L a bo r -N r . 6 6 42 4 9. Pos . 935 : E iche npf ahl (s. Ab b. 86) , i m Q uer schn itt Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:22 Seite 103 Dem Hori zont 1b sind weit ere Funde zu- zuw eise n ( Abb. 10 3), die an ei nem vo n W ald umg ebe nen F und plat z aus ser hal b jed er Si ed- lu ng be mer ken swe rt si nd. Z u erw ähn en s ind ausser dem umfangreichen Keramikensemble ( Ka p . 3 . 2. 4 ) i n sb e s o nd e r e ei n e m i t G ol d b e - stüc kte Glasp erle (GL60 ), eine Silb erfibel (B 38) so wie me hre re Mün ze n (M 17, M2 5, M2 7, M28 , M39). Di e To nf ig ur en s pr ec he n da fü r, d as s a uf d er I n se l n ör d l i ch d e s B a ch e s e i n H e i l ig t u m sta nd, vi elle ich t i nmi tten e ines Ga rte ns ode r eines Hains, wo man einen oder mehrere Pfir- s ic h b ä um e g e pf l a n zt h a tt e ( K a p . 5 . 3 ) . D e r B ac h bi l d e te o ff e n s ic h t l ic h di e Be g r en z u n g z wi s c he n de r sa k r a le n Z o n e u n d d e m p r of a - nen Umf eld. Di e in mitte n d es Bache s v erlau- fe nd e Pf ahl ko ns tru kt io n, i n d ie e in L ang ba u eingebunden war, betonte, wie schon in Hori- zo nt 1a ( Ka p. 2 .5. 4) , di ese G re nzl in ie z usä tz - lich. Der Lang bau d ürfte wieder um d ie Fu nk- tion einer Portikus innegehabt haben, wo die Geräte und Weihegeschenke aufbewahrt wur- den (s. Kap. 5.3.1). Katalog des Fundortes der Tonstatuetten Pos. 805: schwärzlicher Silt, mit einigen Holzkohle- stückchen durchsetzt, über Pos. 7 (anstehend), ähn- lich wie Pos. 498 (Horizont 1b), wohl abgerutschter Teil des Gehniveaus (Pos. 498). Po s. 9 25 : An sa mml un g vo n Te rra ko tt en i m d un k- l en , s c h la m mi g e n S i lt , de r m it P os . 80 5 (s . o be n ) und 498 (Horizont 1b) gleichzusetzen ist. Pos. 999: Fragment eines Astes oder einer Wurzel ei- nes Pfirsichbaumes (s. Kap. 2.6.2). 110 2 Befund und Baustrukturen Fundgattung Objekt Anzahl Katalog-Nr. Gesamtkata log (Kat.) Keramik Gefässe (RS/t otal) 192/1481 K2, K13, K33, K35, K48, K 49, K54, K71, K 115, K144, K15 4, K168, K18 4, K188 185–271 Lavez Gefässe 2 L4, L12 272, 273 Glas Schmuckperle 1 GL60 275 Silber Fibel 1 B38 284 Buntmetall Fibel P  B32, B37 282, 283 Buntmetall Messer 1 B14 281 Buntmetall Zaumzeug 1 B76 288 Buntmetall Beschlag 1 B86 289 Buntmetall Scheibe 1 B113 292 Buntmetall Stäbchen 1 B123 293 Buntmetall Bänder 3 B130, B138, B139 294–296 Buntmetall Bleche 3 B144, B172, B175 297–299 Buntmetall Brocken 1 B197 300 B lei T üllen 2 B 90, B91 2 90, 291 Eisen Flachmeissel 1 E6 301 Eisen Kettenringe 2 E138, E1 44 302, 303 Bein Haarnadel 1 BA10 304 Leder Sandalen 2 LE1 305 Terrakotten Statuetten 23 TK1–TK32 306 Münzen Marcus Aure lius, Hadrianus bis Comm odus, Septimius Severus, Caracalla, Gordian III. (verlagert?), unb estimmt 6 M17, M25, M27, M28, M35( ?), M39 276–280 Baukeramik Ziegelfragmente 131 Keramik Gusstiegel  B51, B54 286, 287 Buntmetall Gussrest 1 B46 285 Schlacken Herdschlac ken 13 Schlacken Kalottenschlacke n (verlagert aus H orizont 1a) 48 Tierknochen 64 Pflanzenreste 251 Abb. 103 Cham- Hagendorn. Horizont 1b, Funde zum Heilig- tum (fett: für die Deu- tung wichtige Funde). Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:22 Seite 110 2.7 Horizont 2: Wassermühle (in Zusammenarbeit mit Johannes Weiss und Philippe Rentzel) 2.7.1 Einleitung D ie Wassermühle (Kap. 2.7.2) wurde 1944/ 1 94 5 w e i t ge h e n d a u sg e g r ab e n ( K a p. 1 .2 . 1 ) . 2 0 0 3/ 2 0 0 4 k a m en v o r a l le m F lä c h e n im Vo rf el d w ei te r ö st li ch hi nz u ( Ka p. 1 . 2. 2) , w o d i e R e s te d e s z u g eh ö r i ge n a bg e h o be n e n Kanals zu finde n waren (Kap. 2.7.4). Diese frü- h e E nt d ec k un g d e r W as s er m üh l e i st z u m e i- n en z u b e da u e r n, d a m a n w ä h re n d d e r A u s - grabungen 1944/1945 kaum Aufzeichnungen ge mac ht ha t (Ka p. 1. 2. 1), zu m an der en st ell t s ie a b e r a u c h e i n en G l ü ck s f a ll d a r , w e i l d a s Holz dama ls n och w esentli ch be sser erhalt en war als nach fast 60 Jahren der Austrocknung a ls F o l g e d e r T ro c k e n le g u n g v o n 1 94 4 u n d nach Jahren chemischer Düngung 146 . An h an d m e hr er e r s te he n de r P fä h le , d i e ber eit s 1 944 /19 45 dok ume nti ert wo rde n w a- ren und 200 3/20 04 n ochma ls erfa sst wurd en (s. Kap. 1.2. 3), las sen sich die Befun de der be i- de n K am p ag ne n z ur De ck u ng b r in ge n ( Ab b . 10 4) 14 7 . Be i de n in d en F el de rn 1 16 , 11 9 un d 12 2 er fa ss ten l ie ge nd en Hö lz er n i st z um Te il ni c ht k la r , wi e we it m a n si e 19 4 4/ 1 94 5 ve r - sc hob en ha tt e. Wä hr end d ie Hö lze r Po s. 13 3 und 134 i n Fel d 116 mit den 1 944/19 45 er fass- te n H ö lz er n Po s. 4 4/ 3 u n d 4 4/ 3 2 f or m al wi e be z üg li c h P os i ti on ü be re i ns ti m me n u n d d ie Fu n dl ag e s om it i d en ti s ch i st , mu s s di e se b ei den H ölzern P os. 254 und Pos. 25 7 (Horiz ont 1a; s. Kap . 2.5.1 ) hinte rfragt werden. Falls de- re n gr o ss e Äh n li ch ke i t m i t de n Hö l ze rn P os . 44/21 und 44/26 eine Gleichsetzung bezeugt, hat m an dies e beide n Hölze r (Pos . 254 = 44/21, Pos. 257 = 44/2 6) schon 194 4/1945 erfa sst, al- le rdi ngs in eine r an der en Fu ndl age , und s ie um 50–1 00 cm versc hoben liege n gela ssen 14 8 . V o n d e n 1 9 44 /1 94 5 nu r re la t i v g e me ss en en M ee re sh öh e n la ss en s ic h de re n vi e r mi t ab so lu - te n Hö he kor rel ier en, die 200 3/2 004 an ein em P fa hl ( Po s . 32 3 ) un d zw ei n eu z ei tl ic he n W as se r- l ei tu ng en (P os . 3 3 , 5 70 ) ge me s se n w o rd en s in d, s o d as s w ir di e A us ga n gs h öh e vo n 1 94 4 /1 94 5 e r- s ch li e ss e n k ö nn e n: ca . 3 95 ,1 3 m ü. M . D em na c h muss das Gehnive au im Umfeld der Wasser- m üh le au f k na pp 39 4 ,0 0 m ü. M. ge l eg e n h ab en , d en n di e d ar au f l ie ge n de n bz w . be im Ve rf al l d es Hauses darauf gefall en Höl zer la gen mi t ihre r O be rs ei te au f r u nd 3 94 ,1 0 m ü. M. De mn ac h w ar de r A bfl uss im Be rei ch der Wa sse rmü hl e ka um i n de n Bo d en e in ge ti ef t ( s. K ap . 2 .7 .5 ). Die beiden in einem Sediment der dritten Überschwemmung gefundenen Mühlbe- stand teile, ein Ach senlage r (Po s. 4 28) und ei- ne Spe ichen schau fel (Po s. 460), sp reche n d a- für, die 1944/1945 ausgegrabene Wassermüh- le de m au f das z wei te Ho ch was ser f olg end en Horizont 2 zuzuweisen. Dazu passt, dass viele Pfä hle, di e sich i n d en Gru ndri ss der Wa sser - m üh l e un d d er e n K on s t r uk t i o ne n , e t w a d a s Tragg erüst eines abg ehobene n Zuf lusskan als, e in b i n de n l as s e n ( K a p . 2 . 7. 2 , 2. 7 . 4) , e in Sc hl agd at um vo n 23 0/ 231 n . Ch r. a ufw ei sen (s. Kap. 4.2.2, 4.2.4) und somit jünger sind als di e K on str ukt ion en de s Hei li gtu ms de s Hor i- zontes 1a (um 200 n. Ch r.) bz w. de s Hori zon- tes 1b (2 18 n. Chr .) 149 . D as Tra gger üst de s a b- gehobenen Zuflusskanals steckte in den Däm- m en 2 , 3 u n d 4 , m i t de n e n di e R i nn e n 5 5 0 und 548 für den Horizont 2 verri egelt w urden. Obwohl für den abgehobene n Zuflusska - na l m eh re r e P f äh le d e r ä l te re n Ko n st ru k ti o- nen, drei gut 30-jä hrige Hölze r des Hori zontes 1a ( Po s. 4 8, 2 67 , 5 9 4) so w ie vi e r 1 3- j äh ri g e Hölzer des Hori zontes 1b (Pos. 589–5 92), wei- te r ve rw e nd et w ur d en , de u te t n ic ht s d a ra uf hin, dass hier s chon vo r dem Horizon t 2 e ine Wass ermüh le stand. Zu m e inen kam in den äl- ter en Über schw emm ungs schi cht en kei n ein zi- ge s El em e nt ei n er Wa s se rm ü hl e z um V or - sc h ei n, ob w oh l d ie s e z ah lr e ic he Hö l ze r v on zer stör ten Geb äude n, Bre tter und Sc hind eln , au f wi es e n. Z um a nd e re n st el lt d ie V er r ie ge - lun g der Zufl ussr inne 550 sowi e der s üdl ich ge- lege nen Ri nne 548 mit den Dämm en 2, 3 und 4 ein e Mass nahme dar, die eng mit der W asse r- fü hru ng fü r d ie Wa sse rm ühl e v er bun den i st. Al l er di n gs k ön n te w ei t er b ac h au fw ä rt s ei ne Wasse rmühle gesta nden h aben, denn in Fe ld 10 2, etw a 1 0 m o ber hal b, fa nde n s ich in d en Se d im en t en d er e rs te n Üb e rs ch w em mu n g (P o s. 6 3 0) z we i k le in e F ra gm e nt e v on M üh l - 146 s. Kap. 2.1.5. Die 1944/1945 gefundenen Spei- chenschaufeln (Abb. 116,H154.H155) sind noch bis zu 4 cm dick, die 2003/2004 zum Vorschein gekommene Schaufel des gleichen Rades (Abb. 116,H153) lediglich noch knapp 1 cm. 147 Pfähle: Pos. 102, 128, 129, 233, 244, 247, 248, 260, 261, 266, 267, 320, 322, 323. 148 Bemerkenswert ist, dass beide Hölzer (Pos. 254, 257) aufgrund ihrer Dendrodaten offensichtlich Althöl- zer sind und aus dem Schutt der Schmiede (evtl. Pos. 254) oder einer Holzkonstruktion des Heiligtums beim Südufer (evtl. Pos. 257) des Horizontes 1a stammen (Kap. 2.5.1 bzw. 2.5.2). Sie sind somit offenbar sekun- där in der Wassermühle verbaut worden (s. auch unten mit Pos. 44/34). 149 Mit Schlagdatum 230/231 n. Chr.: Wassermühle: Pos. 323, 403; abgehobener Wasserkanal: Pos. 223, 233, 243, 247, 260, 320, 390, 404; Querriegel in Damm 3: 523, 545. 111 2.7 Horizont 2: Wassermühle Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:22 Seite 111 112 2 Befund und Baustrukturen F1 2 7 F1 26 F1 25 F1 48 F1 2 4 F1 23 F1 22 F1 4 7 F1 2 1 F1 20 F1 1 9 F1 46 F1 1 8 F1 1 7 F1 1 6 F1 45 F1 1 5 F1 1 4 F1 1 3 F1 4 4 Sc hnitt 2 1 Sc hnitt 20 P os. 1 9 7 Pos. 1 97 Pos. 1 36 Pos. 1 35 P os. 1 9 7 Pos. 325 394.33 394.53 Pos. 4 76 Pos. 4 73 Pos. 468 Pos. 46 7 Pos. 568 494.52 Pos. 730 Pos. 4 72 Pos. 82 Pos. 82 Pos. 82 Pos. 7 4 Pos. 82 Pos. 82 Pos. 82 Pos. 1 18 Pos. 449 Pos. 448 Pos. 447 Pos. 446 Pos. 456 Pos. 4 1 1 Pos. 407 Pos. 4 1 5 Pos. 4 16 Pos. 4 1 7 Pos. 4 18 Pos. 428 Pos. 435 Pos. 429 Pos. 430 Pos. 43 1 wie Pos. 4 1 1 Pos. 460 Pos. 46 1 Pos. 4 79 Pos. 480 Pos. 493 Pos. 254 (1 73) Pos. 64 7 Pos. 3 1 4 Pos. 3 1 3 Pos. 3 1 5 Pos. 256 Pos. 3 1 6 P os. 3 1 7 Pos. 3 18 Pos. 255 Pos. 1 34 Pos. 1 33 Pos. 342 Pos. 34 1 Pos. 1 27 (MS2) Pos. 262 (MS5b) Pos. 263 (MS5a) Pos. 264 (MS1a) Pos. 305 Inv .-Nr. 1 508.61 2. 1 (MS1b) Pos. 257 (1 93?) Pos. 7 58 Pos. 23 7 , 236, 273, 27 4 Pos. 21 5 Pos. 21 0 Pos. 209 Pos. 208 Pos. 85 Pos. 89 Pos. 87 Pos. 88 Pos. 83 Pos. 84 Pos. 86 Pos. 91 Pos. 89 Pos. 343 FK 10 1 Pos. 88 394.07 394.05 393.98 394.00 394.03 393.94 394. 1 9 394.07 394.08 393.77 393.86 394. 1 2 393.88 Pos. 3 75 Pos. 3 7 4 Pos. 3 71 , 372, 3 73, 37 8, 401 Pos. 3 76 Pos. 9 7 Pos. 98 Pos. 99 Pos. 1 01 Pos. 328 Pos. 329 Pos. 332 Pos. 333 (nach 1 65/1 75) Pos. 334 (nach 1 75/1 85) Pos. 335 Pos. 336 Pos. 33 7 Pos. 1 00 P o Pos. 24 7 (23 1) P os. 266 Pos. 26 7 (um 1 90/195) P os. 320 Pos. 1 02 (nach 1 70/180) Pos. 1 28 Pos. 1 29 Pos. 21 6 Pos. 21 7 Pos. 223 (23 1) Pos. 233 (23 1) Pos. 93 Pos. 94 Pos. 21 4 Pos. 259 Pos. 260 (23 1) Pos. 323 (23 1) Pos. 360 Pos. 36 1 Pos. 403 (23 1) Pos. 4 1 4 Pos. 729 P os. 82 1 Pos. 26 1 Pos. 404 (23 1) 3 FK 669 Pos. 365? Pos. 344 UK 3.4 1 UK 3.53 3.93 44/1 44/2 44/3 44/4 44/5 44/7 44/8 44/9 44/1 1 44/1 2 44/1 4 44/1 5 44/16 44/28 44/29 44/23 44/38 44/39 44/40 44/5 1 4 4/52 44/53 44/54 44/6 44/10 44/1 3 44/19 44/1 7 44/18 44/20 44/21 44/22 44/23 44/24 44/25 44/27 44/30 44/31 44/26 44/32 44/33 44/34 (1 62?) 44/35 44/36 44/37 4 4 44/44 (MS1b?) 44/45 (MS5b?) 44/46 (MS1a) 44/4 7 (MS2?) 44/48 (MS6a?) 4 44/50 44/43 44/55 44/56 44/57 44/58 44/59 44/60 44/61 44/62 Pos. 40 1 Pos. 3 77 Pos. 330 394.07 394.09 1 m N Grabungsnorden Hölzer Schindeln Bre tter Bohlen bearbeite te Hölzer lange Hölzer/Rundholz Baumreste St eine 1 21 1 25 1 29 1 33 1 21 1 25 1 29 1 33 5 1 2 494 500 506 5 1 2 494 500 506 Grabungsgrenze Profil dok umentier t Profil abgebildet (Beil. 3; Abb. 1 69) Grabungen 1 944/1 945 Horizontreste Damm 3 Mühlsteine Beil. 3c Abb. 1 69 Abb. 104 Cham-Hagendorn. Horizont 2. Wassermühle, Befund. Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:22 Seite 112 stei nen ( Pos. 7 87, 78 8), da runte r ein Fragme nt (I n v. -N r . 1 50 8 .1 21 3 ) e in e s g ro s se n B o de n- stei ns au s Gran it (s. Abb. 39, K ap. 2. 4.2) 15 0 . Au fgr un d der Str at igr aph ie – n ac h der zw eit en Üb er sch we mmu ng e nts ta nde n un d dur ch di e dri tte Über schw emmun g ze rstör t – un d d er La ge la ss en si ch ve rsc hi ede ne 20 03 / 20 04 e rfa sst e H ori zon te u nd Kon str ukt ion en de r Was ser mü hle zu wei se n (Be il. 8) , obw ohl si e ni cht d ire kt mi te ina nd er ve rbu nd en si nd. E s sind dies zum eine n der funkti onal zum abg e- ho ben en Zu lei tu ngs ka nal ge hör ig e U mle i- tungskanal 422/203 (Kap. 2.7.6) und zum an- de ren de r w ohl üb er di ese n K ana l f üh ren de St eg 74 ( Ka p. 2. 7.8 ). F er ner mö ch ten wi r di e zwei Horizo nte im Südwesten , das Dekantati- ons niv eau (Pos. 476) und den Ki esbo den (Pos . 857) , aufgrun d ihrer Lag e ebenfal ls der Müh le zu wei se n (K ap. 2 .7. 7) , ob woh l di es s tra ti gra - ph is ch ni cht ge si che rt is t; im mer hi n ent sp ric ht das Niv eau Pos . 47 6 de m st rati grap his ch e in- de uti g de m H ori zon t 2 zuz uwe ise nd en Dek an- ta ti on sn iv ea u (P os . 62 8, 76 6) im Be re ic h de s ab- geh obene n Zuflu sskan als (s . Kap. 2.7.4) . Dies e Zu ord nu ng wi rd dur ch di e F und e b es tät ig t (K ap. 4 .3. 2, 4. 4.4 ). Sc hm ied es chl ac ken b ei- sp iel swe ise ka men , an der s al s et wa i n H ori zon t 3 (Ka p. 2.8 ), nu r w eni ge zum Vo rs che in. D ie j ü n gs t e n S c h la g d a t en b e le g e n , d a s s d ie Wa s s e rm ü h l e um 23 1 n . Ch r . e r ri c h t et wur de. D ie dan k der mi kro mor phol ogi sch en Analyse (Kap . 2.2 .4) wa hrscheinl ich g emach- ten jährlichen Überschwemmungs- und Abla- g er u n g sh o r i zo n t e v o n S a n d en u n d B l ä tt e r n treten 28-mal auf und sprechen für eine Dau- er von ebenso vielen Jahren, was sehr gut mit dem au fgrun d d er Münz en und Ke ramik ve r- muteten Enddatum von um 260 n. Chr. über- einstimmt (Kap. 4.3.2, 4.4.3). Die Bau teile de r Wasser mühle w urden 19 8 4 u nd 1 99 1 vo n Ad ol f Gä hw il e r, e in em a us - ge wi es en en M üh le fa ch m an n, vo rge le gt , so das s der Fun dort Cha m-Hag endor n seithe r einen wi ch tig en Pl at z in de r E rfo rs ch ung de s ant ik en Mühlewesen s einnimmt 151 . Die fol genden Er- läuteru ngen verdanke n diesen Studi en viel 152 . Be i d en 19 4 4/ 19 4 5 g eb or g en en Hö lz e rn i st a l l e rd i n g s n u r b e i d e n e i nd e u t ig a l s B e- s ta n d t ei l e i ne r W a ss e r m üh l e e rk e n n ba r e n Hö l ze r n g eg e be n, da s s s ie m i t g ro s se r W ah r - scheinlichkeit tatsächlich von der vorliegen- den Wassermühle stammen, während bei we- n ig e r k la r a n sp r e c hb a r e n H ö l ze r n e in e H e r- kunf t a uch aus dem Schutt de r Schmie de (Kap. 2 .5 . 1 ) o d e r d e r K on s t r uk t i o n b e i m S ü d u fe r (K ap. 2 .5 .2) d es H ori zo nte s 1a i n Bet ra cht z u zi ehe n is t. Di es g ilt i ns bes on der e fü r di e sog . Althölzer, also Hölzer, die in der Zeit vor dem Bau der Wassermühle um 231/232 n. Chr. ge- schlagen worden sind, auch wenn eine sekun- däre Ve rwendu ng als Baut eil der Wass ermühl e ni ch t au sz us ch li es se n un d in j ed em F al l ei n- zeln zu diskutieren ist. S ch o n d e r A u sg r ä b er v o n 1 9 44 / 1 9 45 , J os e f S pe c k, ha t n ot i er t , d as s d a s A us me s se n von Holz, da s so lan ge im f euchten Boden und unter Druck gelegen habe, sehr probl ematisch sei, so dass sich bei einst gleichen Stücken Dif- feren zen v on m ehreren Zen timetern erg eben könnten 153 . Im Folgenden geben wir die wohl anh and de r n och fe ucht en und un beha ndel - ten Hölzer genommenen Masse wieder 154 . A. Gähwiler und J. Speck erwähnen, dass v ie l e H ö l z er a ng e k o hl t bi s s ta r k a n g eb r a n nt seien, so dass sie zum Schluss kamen, die Was- s er m ü h le s ei e in e m Fe u er z um O pf e r ge f al - len 155 . Ein A uge nsc hei n m it de m Hol zsp ezi a- l is t en W er n er H. S ch o ch , L a bo r f ü r q u ar t är e Hö lz er , L an gn au a m Al bi s ZH ( s. K ap . 2 .1 .5 ), h at n u n e r g eb e n , d a ss k e in e in z i g e s H o lz Br and spu ren a ufw eis t. Di e bis he r o ffe ns ich t- lic h fal sch i nte rpre tie rte S chw arzf ärb ung d er Ei c he n hö l ze r s te l lt ei n t yp i sc h es Ph ä no m en im Alterungsprozess von Eiche dar. Demnach w ur d e d i e W a s s er m ü h le n i c h t d u r c h e in e n Bran d, s ondern – wie di e äl teren Anl agen der Horizonte 1a und 1b – durch ein Hochwasser, nämlich das dritte (Kap. 2.4.4), zerstört. 150 Nach Ph. Rentzel, IPNA, handelt es sich um einen feinkörnigen Granit, der dem Gestein des Bodensteins MS1a des Horizontes 2 (s. Abb. 132) sehr nahesteht, sich jedoch petrographisch geringfügig von diesem un- terscheidet, da er keine idiomorph ausgebildeten Feld- späte und chloritisierten Glimmer führt. 151 Castella 1994, 23; Baatz 1995, 7.13–17; Wikander 2000, 385 f.; Watts 2002, 56; Spain 2008, 49 f. Bei fol- genden Werken über Wassermühlen erscheint der Fund- ort Cham-Hagendorn noch nicht: Moritz 1953, 131– 139; Wikander 1979; Neyses 1983; Wikander 1984, 16 f.; Spain 1987. 152 Gähwiler 1984; Gähwiler/Speck 1991. Da die Wasserräder der Mühle in den beiden Publikationen un- terschiedlich nummeriert sind – Rad II (Gähwiler 1984, Abb. 22) = Rad III (Gähwiler/Speck 1991, Abb. 15) und Rad III (Gähwiler 1984, Abb. 24) = Rad II (Gähwiler/ Speck 1991, Abb. 15) – bezeichnen wir sie neu (s. unten Anm. 163). Achtung: Für die dort abgebildeten Bestand- teile der Mühle ist ein falscher Massstab (1:4) angege- ben (Gähwiler 1984, Abb. 17, 22, 24; Gähwiler/Speck 1991, Abb. 15); der Massstab beträgt 1:5. 153 s. Diskussion mit A. Gähwiler, Nachlass J. Speck (AD A ZG [A rc hi v A]) ; zur Konservierung der Hölzer s. Kap. 2.1.5. 154 s. Notizen von E. Vogt, Landesmuseum Zürich. Diese Masse differieren zum Teil zu den Angaben Gäh- wilers und den heute an den konservierten Hölzern er- mittelten Massen. 155 Gähwiler 1984, 148; Gähwiler/Speck 1991, 42. 113 2.7 Horizont 2: Wassermühle Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:22 Seite 113 D ie F un d s t el l e C h a m- H a g en d o rn s t ic h t m it i h r e m H o l z re i c h t um z w a r a us d e m g e- wo hnt en R ahm en ar ch äol og isc he r Fu nds tel - l en r öm i s ch e r Z e it h er v o r, d oc h m ü s s en wi r u ns v or A ug e n h a l te n , d a s s l e tz t l ic h nu r ei n B ru c h t ei l d e s e i n s t i n d e r W a s s er m ü h le v e r - bauten Holzes auf uns gekommen ist. 2.7.2 Reste und Bestandteile der Wassermühle D i e 2 4 s t e h e n d e n P f ä h l e ( A b b . 1 0 4 ; s . a u c h B e i l . 8 ) s o w i e m e h r e r e o f f e n s i c h t l i c h i n s i t u a n g e t r o f f e n e l i e g e n d e H ö l z e r ( s . A b b . 1 3 0 ; s . a u c h A b b . 4) la s s e n si c h in ve r s c h i e d e n e Gr un dr is s e un d K on st ru k ti on sa no rd nu ng en ei ns ch re i be n, d ie mi t d en b e re it s 1 94 4/ 19 45 ge bor gen en B aut eil en ( s. u nte n) e ine R eko n- s t r u k t i o n d e r Wa s s e r m ü h l e e r l a u b e n ( A b b . 1 0 5 ; s . a u c h A b b . 1 5 2 ) . Da s Mü h l g e b ä u d e stand in der mit Überschwemmu ngssedimen- ten des e rst en un d zwe ite n Ho chwa sse rs ve r- f ü l l t e n B u c h t 4 2 4 , a m R a n d z u m B a c h 4 2 3 . Gebäude Als Eckhölzer des Mühlhauses möchten wir die vier P fä h le ( Po s . 4 4 /1 , 44 / 13 , 44 / 15 , Po s . 2 6 1) se h e n ( s. A b b. 10 4 , 10 5) , di e da s Da ch g et r ag e n h a b en könnten. Sie waren im Querschnitt oval, mit einem Durchmesser von 15–18 cm, wobei die beiden Pfäh- le im Os te n m it ei nem qu ad rat isc he n Q uer sch ni tt ( Po s . 4 4/ 1 5 ) b zw . ei n em mi t gu t 2 5 c m d e ut l ic h grösseren Durchmesser (Pos. 261) aussc heren. Falls d ie n ur 19 4 4 /1 9 45 d ok u m en t ie r t en P fä h le g le i ch tief eingeschlagen waren wie der 2003/2004 erfasste Pfah l Po s. 2 61, reic hten sie gut ein en M eter in den 114 2 Befund und Baustrukturen Pos. 1 27 (MS2) Pos. 262 (MS5b) Pos. 263 (MS5a) Pos. 264 (MS1a) F 44/45 (MS5b?) 44/4 7 (MS2?) 44/48 (MS6a?) P os. 2 P os Pos. 2 47 (23 1) Pos. 266 (nach 1 7 5/185 ) Pos. 26 7 (um 1 90/1 95) Pos. 320 (23 1) Pos. 1 02 (nach 1 70/1 80) Pos. 1 28 Pos. 1 29 Pos. 2 1 6 Pos. 2 1 7 Pos. 223 (23 1) Pos. 233 (23 1) Pos. 93 Pos. 94 Pos. 2 1 4 Pos. 259 Pos. 260 (23 1) Pos. 323 Pos. 360 Pos. 36 1 Pos. 403 (23 1) Pos. 4 1 4 Pos. 26 1 Pos. 404 (23 1) 69 Pos. 3 1 9 Pos. 365? Pos. 344 44/46 (MS1a) F1 2 7 F1 26 F1 25 F1 2 4 F1 23 F1 22 F1 2 1 F1 20 F1 1 9 F1 1 8 F1 1 7 F1 1 6 F1 1 5 F1 1 4 F1 1 3 hnitt 2 1 Sc hnitt 20 44/1 44/3 44/4 44/5 44/7 44/8 4 4/9 44/1 4 44/1 3 44/6 44/1 1 44/1 2 44/10 44/36 44/1 5 4 4/1 6 44/5 1 44/52 44/53 44/54 1 m N Grabungsnorden Pfahl Mühlsteine Hausgrundriss Podest(e) für die Mahlsteine Kanal 5 1 2 500 506 5 1 2 500 506 Grabungsgrenze Profil dok umentier t Profil abgebildet (Beil. 3; Abb. 1 69) Podest(e) W asserrad Abflusskanal Umleitungskanal Gebäude Steg 7 4 Zugang? 1? 2? 3? abgehobener Zuflusskanal Steg? 1 25 1 29 1 33 1 21 1 25 1 29 1 33 1 21 Beil. 3c Abb. 1 69 Abb. 105 Cham- Hagendorn. Horizont 2. Wassermühle, Inter- pretation. Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:22 Seite 114 Bod en ( UK 393, 07). Die se E ckpf ähle ste cken ei nen Grundriss von 5,00–5,20 m Länge und 3,20–3,30 m Br ei te a b, w as ei ne G ru nd fl äc he v on 16 m ² er gi bt . Das l iegende Langho lz Pos . 44/23 könnte den Fir stb alk en des Da chs tuh ls d ars tel len (s . Ab b. 107 , 13 0; s. a uc h A bb . 4 ), d er a u f de n j ew ei ls z w is ch en de n P fä hl e n Po s. 44 /1 un d 4 4/ 13 im We st en bz w. de n P f äh le n P os . 4 4/ 15 u nd 2 61 i m O st en e i ng e- sp an n te n Ba l ke n au fl a g. Vom ei ge nt li c he n Da c h zeugen zahlr eiche Schindeln, die 2003/2004 in den Se dime nte n der d rit ten Über sch wem mun g zum Vor- sch ein k amen (Abb . 106) 156 . S ie la gen in ein er En tfer - nung von 4 –6 m vo n der Flucht der du rch di e Pfäh le Pos. 44/13 und 44 /16 an gezeig ten Nor dwand. Zwei Pfähle ( Pos. 360, 361) und ei n stehende s Holz (Po s. 3 65) an der West seite kön nten den Ver - lauf der Westwand anzeigen. Mit einem Durchmes- ser von um die 10 cm waren sie schmächtiger als die mutmasslich en Tragpf ähle des Daches und reichten wo hl au ch we ni ger t ief i n d en Bo de n ( UK 39 3, 20– 39 3, 61) . De r P fa hl Po s. 25 9 an de r Sü dse it e, de r in A bm e ss u n ge n u n d w o hl a uc h E i n sc h la g t ie f e d e n Dac hpf ähle n e nts pric ht, kö nnte de n V erla uf ein er W an d ko n st r uk t io n i m S üd e n a nz e ig e n; z u r P la t t- fo rm ( s. u nt en ) s ch ei nt e r n ä ml ic h ni ch t zu g eh ö- ren . E r k önnt e e ine äl test e S üdwa nd bez euge n, die be i m U mb a u de r P la t tf o rm a uf g eb r oc h en w e rd e n m us s te ( s . u nt e n) . F ü r di e s e Th e s e sp r ic h t , da s s e r unter einem Holzklotz (Pos. 44/28) lag, der offenbar der Verk eilung der Plat tform in ihre r let zten Phase diente. Ob zu der Zeit die Südseite des Gebäudes of- fen war oder ob m an ei ne Wan d ein gezogen hatt e, ist un kla r; Hin weis e f ür ein e W and fa nden si ch je- denfa lls keine. Die dem Pla n un d zu m Te il den Fotos nach (Abb. 107, 130) ziemlich wirr aufeinander lie- genden Hölzer westlich und nördlich des Gebäudes so wie i m B er eic h von d ess en Sü do ste ck e m öch te n wir als Bestandt eile der nach aus sen gekipp ten Wän- de deut en 157 . Leider wurden 1944/1945 offensicht- li ch ni cht al le di ese H ölz er im Pl an do kum en tie rt. Au f de n F ot os ( s. A bb . 1 07 ,1 ; s. a u ch A bb . 13 0) i s t e t wa e in b re t ta r ti g e s H o lz mi t e i n em g er u nd e t en Einsch nitt zu e rkennen, das au f de m Pla n von 194 4/ 1945 fehlt. Es muss diagonal in der Südwestecke des 156 Pos. 415–418, 431, 436, 446, 448, 479, 480. 157 Pos. 44/18, 44/19 (Westen), Pos. 44/30, 44/31, 44/32 bzw. Pos. 133, 134 (Südosten), Pos. 44/35 (Nor- den). Bemerkenswert ist, dass im Süden offenbar keiner- lei Holzreste zum Vorschein kamen, wie Fotos aus der Anfangszeit der Grabungen 1944/1945 zeigen (s. Abb. 5), obwohl 2003/2004 weiter südlich durchaus Hölzer erhalten waren. 115 2.7 Horizont 2: Wassermühle H1 34 H1 35 H1 36 H1 3 7 H1 39 H1 38 Abb. 106 Cham-Hagendorn. Horizont 2. Schindeln zur Wassermühle. M. 1:5. H134 Fragment einer von zahlreichen Schindeln (Pos. 415), mehrseitig bearbeitet, Querschnitt rechteckig, leicht gebogen, 0,4 × 4 cm, erhaltene Länge 22,5 cm; auf Pos. 406 (3. Überschwemmung). H135 Schindel (Pos. 418), mehrseitig bearbeitet, 5,5 cm breit, bis 0,5 cm dick, erhaltene Länge 22,5 cm; auf Pos. 406 (3. Überschwemmung). H136 Fragment einer Schindel (Pos. 431), mit evtl. künstlich angebrachtem Loch, Spältling, 1 ⁄ 8 eines Rund- holzes, 14 cm breit, bis 1 cm dick, erhaltene Länge 34 cm; in Pos. 406 (3. Überschwemmung). H137 Fragment einer Schindel (Pos. 436), evtl. mit Na- gelloch, mehrseitig bearbeitet, 11 cm breit, bis 1,2 cm dick, erhaltene Länge 21 cm; in Pos. 406 (3. Über- schwemmung). H138 Schindel (Pos. 446), 9 cm breit, 0,4 cm dick, er- haltene Länge 20,5 cm; in Pos. 410 (3. Überschwem- mung). H139 Schindel (Pos. 448), Eiche, biologisch sehr stark abgebaut, evtl. bearbeitet, 11 cm breit, bis 2,2 cm dick, erhaltene Länge 33,5 cm; in Pos. 410 (3. Überschwem- mung); konserviert, Konservierungsnr. K04.150.10; Inv.-Nr. 1508.565.1. Cham-Hagendo rn_Antiqua_Inhalt 21.01.14 14:22 Seite 115 [Document text truncated for crawler view.]