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Seite 1/31 Konfliktmanagement Friedensbrücke Projektzeitraum von September 2024 bis Juni 2025 Thalita Check und Anicia Kunz Hochschule Luzern – Soziale Arbeit Studienrichtung Sozialpädagogik Begleitperson: Uri Ziegele Eingereicht am: 04.09.2025 Diese Arbeit wurde am 4. September 2025 an der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit eingereicht. Für die inhaltliche Richtigkeit und Vollständigkeit wird durch die Hochschule Luzern keine Haftung übernom-men. Studierende räumen der Hochschule Luzern Verwendungsund Verwertungsrechte an ihren im Rahmen des Studiums verfassten Arbeiten ein. Das Verwendungsund Verwertungsrecht der Studierenden an ihren Arbeiten bleibt gewahrt (Art. 34 der Studienordnung). Studentische Arbeiten der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit werden unter einer Creative Commons Lizenz im Repositorium veröffentlicht und sind frei zugänglich.
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Die Hochschule Luzern – Soziale Arbeit empfiehlt diesen Projektbericht besonders zur Lektüre!
Modul 251 Praxisprojekt Projektbericht Kunz Anicia, Check Thalita Seite 3/31 2. Abstract Der vorliegende Projektbericht dokumentiert ein schulisches Interventionsprojekt zum Konfliktmanagement, das zwischen September 2024 und Juni 2025 im Schulheim X durchgeführt wurde. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass Schüler:innen in Konfliktsituationen häufig auf impulsive oder gewaltgeprägte Lösungsstrategien zurückgreifen. Ziel des Projekts war es, durch die partizipative Einführung und nachhaltige Etablierung der Methode Friedensbrücke die sozialen und emotionalen Kompetenzen einer Primarklasse gezielt zu fördern, den konstruktiven Umgang mit Streit zu stärken und eine respektvolle Streitkultur im Schulalltag zu verankern. Im Rahmen von drei aufeinander aufbauenden Workshops erarbeiteten die Kinder, unter Einbezug ihrer eigenen Erfahrungen, Inhalte zur Selbstund Fremdwahrnehmung, zu den Eskalationsstufen nach Glasl, zum Zusammenhang zwischen Streit und Emotionen sowie zu konkreten, gewaltfreien Handlungsalternativen. Die Gestaltung der Workshops orientierte sich an den Prinzipien der Partizipation, einer altersgerechten Methodik und der Stärkung von Selbstwirksamkeit. Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit Fachpersonen des Schulheims konzipiert, durchgeführt und fortlaufend reflektiert. Die Evaluationsergebnisse zeigen eine Verbesserung der Konfliktwahrnehmung, der Kommunikationsfähigkeit und des gegenseitigen Respekts innerhalb der Klasse. Die im Projekt entwickelten Ansätze eröffnen Perspektiven für die Weiterentwicklung sozialpädagogischer Präventionsangebote im schulischen Kontext und leisten einen Beitrag zur Förderung eines friedlichen, kooperativen Miteinanders.
Modul 251 Praxisprojekt Projektbericht Kunz Anicia, Check Thalita Seite 4/31 Inhaltsverzeichnis 1. Eigenständigkeitserklärung ................................................................................................. 2 2. Abstract ........................................................................................................................... 3 3. Einleitung ......................................................................................................................... 6 3.1. Ausgangslage ................................................................................................................. 6 3.2. Problemstellung/ Fragestellung ......................................................................................... 7 3.3. Projektmotivation ........................................................................................................... 7 3.4. Aufbau des Berichts ........................................................................................................ 8 4. Theoretischer Rahmen ....................................................................................................... 8 4.1. Eskalationsstufen nach Friedrich Glasl (2011) ..................................................................... 9 4.2. Gruppenpädagogik und TZI ............................................................................................ 11 4.3. Kommunikation und Metakognitives-Lernen ..................................................................... 12 5. Handlungsbedarf aus Sicht der Sozialen Arbeit .................................................................... 13 6. Projektmethodische Fundierung ........................................................................................ 15 6.1. Zielgruppe und Ziele ..................................................................................................... 16 6.2. Intendierte Wirkung ...................................................................................................... 17 6.3. Projektaufbau ............................................................................................................... 18 6.3.1. Projektablauf ............................................................................................................. 19 6.4. Risiken und Chancen ..................................................................................................... 20 6.5. Budget ........................................................................................................................ 21 7. Methodisches Vorgehen .................................................................................................... 23 7.1. Workshop 1: Frieden kennenlernen und Selbstwahrnehmung stärken .................................. 23 7.2. Workshop 2: Streit verstehen und Emotionen ausdrücken .................................................. 23 7.3. Workshop 3: Die Friedensbrücke – Anwendung und Regelbildung ....................................... 24 7.4. Erstellen Konzept für die Organisation ............................................................................. 25 8. Beschreibung und Interpretation Ergebnisse ....................................................................... 25 8.1. Beschreibung der Ergebnisse .......................................................................................... 25 8.2. Beobachtbare Veränderungen ........................................................................................ 26 8.3. Interpretation der Ergebnisse ......................................................................................... 26 9. Evaluation und Sicherung der Nachhaltigkeit....................................................................... 27 9.1. Evaluation ................................................................................................................... 28 9.2. Sicherung der Nachhaltigkeit .......................................................................................... 28 10. Schlussfolgerungen und Perspektiven ................................................................................ 30 10.1. Rückmeldung durch Fachpersonen .................................................................................. 30 10.2. Ausblick ....................................................................................................................... 30 11. Literaturverzeichnis ......................................................................................................... 31 12. Anhang .......................................................................................................................... 31
Modul 251 Praxisprojekt Projektbericht Kunz Anicia, Check Thalita Seite 5/31 Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Zielbaum (eigene Darstellung) ................................................................................. 17 Tabelle 2: Projektaufbau (eigene Darstellung) ........................................................................... 19 Tabelle 3: SWOT (eigene Darstellung) ...................................................................................... 20 Tabelle 4: Budget (eigene Darstellung) .................................................................................... 22 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Die Stufen der Konflikteskalation nach Glasl ............................................................. 9
Modul 251 Praxisprojekt Projektbericht Kunz Anicia, Check Thalita Seite 6/31 3. Einleitung In diesem Kapitel wird das Projekt kurz vorgestellt. Es geht um die Ausgangslage und die aktuelle Situation, die Problemstellung und die Projektmotivation Begründung. Am Schluss dieses Kapitel wird der Aufbau des Berichts erklärt. 3.1. Ausgangslage Das Schulheim X ist eine sonderpädagogische Einrichtung, in der Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen biografischen Hintergründen unterrichtet und betreut werden. Die Schüler:innen besuchen altersgemischte Klassen und leben teils in Wohngruppen des Schulheims, teils in ihren Familien. Der Schulund Betreuungsalltag wird von einem interdisziplinären Team aus Lehrpersonen, Sozialpädagog:innen und Fachpersonen verschiedener Therapiebereiche gestaltet. In der hier beschriebenen Primarklasse lernen Kinder unterschiedlichen Alters und Entwicklungsstandes gemeinsam. Die Gruppe setzt sich aus Schüler:innen mit vielfältigen sprachlichen, sozialen und kulturellen Hintergründen zusammen. Der Unterricht findet in einem strukturierten Rahmen statt, in dem sowohl schulische Inhalte als auch lebenspraktische und soziale Kompetenzen vermittelt werden. Das Miteinander der Kinder ist von einer lebendigen Gruppendynamik geprägt. Begegnungen und gemeinsame Aktivitäten finden sowohl im Klassenzimmer als auch in den Pausen, im Freizeitbereich und während Projekttagen statt. Dabei treffen verschiedene Interessen, Kommunikationsstile und Temperamente aufeinander. Im Tagesablauf wechseln sich Phasen konzentrierten Arbeitens mit gemeinschaftlichen Sequenzen, Pausenzeiten und Betreuungsangeboten ab. Zur pädagogischen Arbeit gehört die Anwendung von bestehenden Konzepten, wie das Neurodeeskalationsmodell und der lösungsorientierte Ansatz. Diese werden von den Fachpersonen im Unterrichtsund Betreuungsalltag genutzt, um den Kindern Orientierung und Struktur zu geben. Neben dem regulären Unterricht werden auch praktische, kreative und sportliche Aktivitäten angeboten, die den sozialen Austausch innerhalb der Gruppe fördern.
Modul 251 Praxisprojekt Projektbericht Kunz Anicia, Check Thalita Seite 7/31 3.2. Problemstellung/ Fragestellung Im Alltag der Primarstufe des Schulheims X treten wiederholt Konflikte zwischen einzelnen Schüler:innen auf. Beobachtungen und Gespräche mit Lehrund Betreuungspersonen verdeutlichen, dass bei vielen Kindern grundlegende Kompetenzen in den Bereichen Konfliktlösung, Selbstregulation und Empathie nur unzureichend entwickelt sind. Häufig bringen die Kinder biografische Belastungen mit, die ihre Fähigkeit zur Emotionsregulation, zur Perspektivübernahme und zur konstruktiven Konfliktbewältigung zusätzlich einschränken. Ein weiterer Einflussfaktor ist das Fehlen stabiler Vorbilder im sozialen Umfeld sowie begrenzte Möglichkeiten, positive Formen der Auseinandersetzung im Alltag zu erproben. In der Folge werden Streitigkeiten oft mit impulsivem, verbalem oder körperlichem Verhalten ausgetragen. Dies erhöht das Risiko von Eskalationen und wirkt sich belastend auf das Klassenklima aus. Bisher angewandte pädagogische Konzepte, wie das Neurodeeskalationsmodell oder der lösungsorientierte Ansatz, greifen vor allem in akuten Situationen. Präventive, partizipative Methoden, die den Kindern konkrete, altersgerechte Werkzeuge zur selbstständigen Konfliktlösung vermitteln, sind hingegen kaum etabliert. An diesem Punkt setzt das Projekt Konfliktmanagement an. Es verfolgt das Ziel, gemeinsam mit den Kindern Wege zu erarbeiten, um Konflikte frühzeitig wahrzunehmen, zu verstehen und gewaltfrei zu lösen. Die methodische Gestaltung orientiert sich an den Lebenswelten der Schüler:innen, stärkt deren Ressourcen und soll durch ihre alltagsintegrierte Umsetzung eine nachhaltige Wirkung entfalten. 3.3. Projektmotivation Als angehende Fachpersonen der Sozialen Arbeit betrachten wir den konstruktiven Umgang mit Konflikten als einen wesentlichen Bestandteil des sozialpädagogischen Alltags, insbesondere in Kontexten, in denen Kinder mit unterschiedlichen biografischen Hintergründen und sozialen Erfahrungen zusammenkommen. Präventive und partizipative Methoden zur Konfliktbearbeitung nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein. Sie ermöglichen nicht nur, Eskalationen vorzubeugen, sondern fördern auch soziale Kompetenzen, Selbstwirksamkeit und das Verantwortungsbewusstsein der Kinder. Die Methode Friedensbrücke bietet hierfür einen besonders geeigneten Ansatz. Sie arbeitet mit einer klaren, visuell gestützten Struktur, die in einzelne, leicht nachvollziehbare Schritte gegliedert ist. Durch ihre niederschwellige Symbolik und die bildhafte Darstellung ist sie für Kinder gut zugänglich und unterstützt sie dabei, Konfliktsituationen zu erkennen, zu benennen und selbstständig gewaltfreie Lösungen zu entwickeln. Aus dieser fachlichen und persönlichen Überzeugung heraus entwickelte das Projektteam ein Konfliktmanagement-Projekt, das die Friedensbrücke in den schulischen Alltag einer Primarklasse im Schulheim X einführt. Ziel war es, den Kindern in einem geschützten Rahmen konkrete, kindgerechte Werkzeuge
Modul 251 Praxisprojekt Projektbericht Kunz Anicia, Check Thalita Seite 8/31 für den respektvollen und konstruktiven Umgang mit Streit an die Hand zu geben. Die Umsetzung erfolgte im Rahmen des Moduls 101/251 des Studiums der Sozialen Arbeit, begleitet durch eine Fachperson der Hochschule Luzern und in enger Zusammenarbeit mit der Leitung und den Mitarbeitenden der Praxisinstitution. 3.4. Aufbau des Berichts Unser Projektbericht gibt einen strukturierten Überblick über die theoretische Fundierung, die Planung, Umsetzung sowie die Evaluation des Projekts Friedensbrücke im Schulheim X. Er verbindet praxisorientierte Einblicke mit wissenschaftlicher Reflexion und soll sowohl zur Weiterentwicklung gewaltpräventiver Ansätze im schulischen Kontext als auch zur eigenen fachlichen Auseinandersetzung beitragen. Zu Beginn wird der theoretische Bezugsrahmen vorgestellt, der zentrale Konzepte wie Konflikt, Frieden, Eskalationsstufen nach Glasl sowie Methoden der Konfliktbearbeitung umfasst. Darauf aufbauend werden die Projektidee, die Zielsetzung und die methodische Vorgehensweise beschrieben. Der Hauptteil des Berichts widmet sich der detaillierten Darstellung des Projektverlaufs von der Planungsphase über die Durchführung der drei Workshops bis hin zur begleitenden Reflexion. Im Anschluss werden die Ergebnisse ausgewertet, beobachtete Wirkungen beschrieben und Herausforderungen benannt, die sich während der Umsetzung ergaben. Eine zusammenfassende Analyse greift die gewonnenen Erkenntnisse auf und ordnet sie sowohl in den fachlichen als auch in den institutionellen Kontext ein. Den Abschluss bilden ein Ausblick auf die Nachhaltigkeit und mögliche Weiterentwicklung des Projekts sowie praxisorientierte Empfehlungen für vergleichbare Bildungsund Betreuungseinrichtungen. Der Bericht orientiert sich am klassischen Aufbau wissenschaftlicher Arbeiten und folgt den formalen Vorgaben des Moduls 101/251. 4. Theoretischer Rahmen Zur fachlichen Fundierung des Projekts wurden mehrere theoretische Zugänge herangezogen, die das Verständnis von Konflikten sowie deren Bearbeitung im sozialpädagogischen Kontext unterstützen. Diese Theorien dienten einerseits der eigenen inhaltlichen Vorbereitung, andererseits wurden sie, in vereinfachter und kindgerechter Form, im Rahmen der Workshops mit den Kindern praktisch erarbeitet und angewendet. Im Zentrum standen dabei die Eskalationsstufen nach Friedrich Glasl (2011), ein Modell zur Einordnung und Einschätzung von Konfliktdynamiken. Ergänzt wurde dieses durch die Themenzentrierte Interaktion (TZI) nach Ruth C. Cohn (2004), welche die Balance zwischen individueller, gruppenbezogener und sachlicher Ebene in der pädagogischen Arbeit beschreibt. Die sozialpädagogische Gruppenarbeit nach Schmidt-Grunert (2009) bot zusätzlich methodische
Modul 251 Praxisprojekt Projektbericht Kunz Anicia, Check Thalita Seite 15/31 6. Projektmethodische Fundierung Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Schulheim X durchgeführt. Zentral war dabei der Anspruch, die Kinder nicht nur als Adressat:innen, sondern als aktive Mitgestaltende des Projekts einzubeziehen. Bereits in der Vorbereitungsphase wurden Bedürfnisse und Ideen aus Gesprächen mit Lehrpersonen sowie Beobachtungen aus dem pädagogischen Alltag in die Feinplanung integriert. Im Verlauf der drei Workshop-Halbtage wurden die Kinder zudem kontinuierlich eingeladen, Inhalte mitzugestalten, Rückmeldungen zu geben und ihre Sichtweisen einzubringen. Die methodische Gestaltung der Workshops basierte auf der im Modul 103/253 entwickelten Projektskizze und wurde entlang folgender Zielsetzungen konkretisiert: • Förderung sozialer und emotionaler Kompetenzen • Reflexion und Verbesserung des Konfliktverhaltens • Stärkung der Selbstund Fremdwahrnehmung • Erarbeitung gewaltfreier Handlungsalternativen Um diesen Zielen gerecht zu werden, kamen eine Vielzahl aktivierender, handlungsorientierter und symbolgestützter Methoden zum Einsatz. Die Methodenwahl orientierte sich dabei an den Bedürfnissen der Zielgruppe und zielte auf die Verbindung von kognitiver Auseinandersetzung und emotionaler Erfahrung ab. Im Einzelnen wurden folgende methodische Elemente verwendet: • Gruppenübungen: Kooperative Spiele und Aufgaben zur Förderung von Gruppenzusammenhalt und gegenseitigem Vertrauen. • Kreative Ausdrucksformen: Zeichnungen, Collagen und Visualisierungen zur Selbstreflexion und Themenerschliessung (z. B. „Wer bin ich?“, Friedenssymbole). • Theaterund Rollenspiele: Inszenierung von Konfliktszenen zur Einübung konstruktiver Streitkultur, Perspektivwechsel und Anwendung der Friedensbrücke. • Symbolarbeit mit Metacom-Bildkarten: Einsatz von klaren, kindgerechten Symbolen zur Darstellung von Emotionen, Konfliktsituationen und Handlungsschritten. • Diskussionsrunden und Reflexionsgespräche: Geleitete Austauschrunden nach jeder Übung, um das Erlebte zu besprechen und in Worte zu fassen. • Feedbackformate: Rückmeldungen über Feedbackkarten, die es den Kindern ermöglichten, ihre Gedanken schriftlich oder zeichnerisch festzuhalten. • Visualisierte Streitregeln: Entwicklung und gemeinsames Festhalten von Regeln auf einem Poster, das im Klassenzimmer sichtbar blieb. Zusätzlich wurde jedes Workshop-Element durch ein klares didaktisches Dreischritt-Modell strukturiert (Einstieg, Aktivität, Reflexion). Dies wurde mit dem Programm Classroomscreen1 gestaltet. Den Kindern 1 https://classroomscreen.com/
Modul 251 Praxisprojekt Projektbericht Kunz Anicia, Check Thalita Seite 16/31 wurde somit ermöglicht, sich schrittweise auf Inhalte einzulassen. Rituale wie gemeinsame Begrüssungsund Abschlussrunden schufen Verlässlichkeit und trugen zur emotionalen Sicherheit bei. Der gesamte Projektverlauf wurde dokumentiert und regelmässig reflektiert – sowohl im Team der Projektleitung als auch in Rücksprache mit der Klassenleitung. Auf diese Weise konnte auf Entwicklungen, Herausforderungen und Rückmeldungen flexibel reagiert und das methodische Vorgehen angepasst werden. 6.1. Zielgruppe und Ziele Die Zielgruppe des Projekts „Konfliktmanagement “ waren Kinder einer altersdurchmischten Primarklasse im Schulheim X, einer Institution, die schulische und sozialpädagogische Angebote für Kinder mit besonderen Bedürfnissen vereint. Die Kinder stammen aus vielfältigen sozialen und familiären Hintergründen. Viele von ihnen sind durch instabile Bindungsverhältnisse, traumatische Erfahrungen und emotionale Überforderung geprägt. Dies äussert sich im Alltag häufig in impulsivem Verhalten, Schwierigkeiten in der Emotionsregulation und mangelnder Konfliktfähigkeit. Besonders auffällig war die geringe Fähigkeit der Kinder, zwischen alltäglichen Spannungen und eskalierenden Konflikten zu unterscheiden. Gewalt (verbal, psychisch oder körperlich) wurde oft als einzig bekannte Reaktion auf Konfliktsituationen eingesetzt. Ziel des Projekts war es daher, den Kindern einen kindgerechten Zugang zu konstruktiven und gewaltfreien Konfliktlösungsstrategien zu ermöglichen, eingebettet in ein schützendes, partizipatives Lernsetting und verfolgte einer klar strukturierte Zielhierarchie. Diese wurde in Form des untenstehenden Zielbaumes erarbeitet. Die Ziele wurden so formuliert, dass sowohl qualitative Entwicklungsziele (z. B. soziale Kompetenzen stärken) als auch konkrete Leistungsziele (z. B. Erarbeitung von Streitregeln) verfolgt werden konnten. Vision Unsere Vision ist es, dass die Kinder der Klasse See durch die Methode «Friedensbrücke» befähigt werden, Konflikte wahrzunehmen und diese auf eine respektvolle, gewaltfreie und konstruktive Art zu lösen. Sie sollen nicht nur in der Lage sein, ihre eigenen Herausforderungen zu bewältigen, sondern auch aktiv zu einem harmonischen und positiven Miteinander in ihrer Klasse und darüber hinaus z.B. im Schulhaus beitragen. Hauptziel Die gemeinsam mit den Kindern entwickelte Methode «Friedensbrücke» wird im Rahmen von Workshops in der Klasse See erarbeitet (Leistungsziel). Dabei dient die Methode als Hilfsmittel für das Konfliktmanagement der Klasse See (Wirkungsziel). Am Ende jedes Workshops findet eine Reflexion der Lerninhalte und des Wohlbefindens der Kinder statt, um den Fortschritt und die Anwendung der Methode in den kommenden Workshops sicherzustellen (Wirkungsziel).
Modul 251 Praxisprojekt Projektbericht Kunz Anicia, Check Thalita Seite 17/31 Teilziel 1 Bis Ende November wird eine Recherche zur Friedensbrücke und zu der Konfliktmoderation bezüglich den Themen Streit/Konflikt und Frieden durchgeführt. Teilziel 2 Bis Ende Dezember werden die Daten für die Workshops und die Kick-Off Sitzung definiert, mit der Auftraggeberin vereinbart und die Kick-Off Veranstaltung wird durchgeführt. Teilziel 3 Die Inhalte der Workshops werden mit der Auftraggeberschaft besprochen und anschliessend in der Klasse See durchgeführt. Teilziel 4 Es wird ein Konzept erstellt mit Theoriebearbeitung, Einführung in die Friedensbrücke und Inhalte der Workshops. Zusätzlich werden die drei durchgeführten Workshops evaluiert und reflektiert. Tabelle 1: Zielbaum (eigene Darstellung) 6.2. Intendierte Wirkung Mit der Umsetzung des Projekts Friedensbrücke werden mehrere kurzund mittelfristige Wirkungen angestrebt, die sowohl auf individueller Ebene der Kinder als auch auf der Gruppenund Institutionsebene zum Tragen kommen sollen. Auf individueller Ebene steht die Förderung sozialer und emotionaler Kompetenzen im Vordergrund. Die Kinder sollen lernen, eigene Gefühle frühzeitig wahrzunehmen, diese konstruktiv zu kommunizieren und das Gegenüber in seiner Perspektive zu verstehen. Durch das strukturierte Modell der Friedensbrücke werden ihnen konkrete Handlungsschritte zur Verfügung gestellt, um Konflikte selbstständig und gewaltfrei zu lösen. Dies soll ihre Selbstwirksamkeitserfahrung stärken und ihnen ein Gefühl von Sicherheit im Umgang mit schwierigen Situationen vermitteln. Auf Gruppenebene wird eine Verbesserung des Klassenklimas angestrebt. Indem die Kinder gemeinsame Regeln und Strategien für den Umgang mit Konflikten erarbeiten, soll das gegenseitige Vertrauen gestärkt und ein respektvolles Miteinander gefördert werden. Die Friedensbrücke dient dabei als gemeinsamer Orientierungsrahmen, der von allen Beteiligten verstanden und akzeptiert wird. Auf institutioneller Ebene kann das Projekt Impulse für die Weiterentwicklung präventiver sozialpädagogischer Konzepte im Schulheim setzen. Die erarbeiteten Materialien und Methoden können in den pädagogischen Alltag integriert und in anderen Klassen adaptiert werden. Dadurch wird eine nachhaltige Wirkung über die Projektlaufzeit hinaus angestrebt. Langfristig soll die Friedensbrücke dazu beitragen, die im Lehrplan 21 Kanton Bern verankerten Werte wie Chancengleichheit, Respekt, soziale Gerechtigkeit und konstruktiven Umgang mit Vielfalt erlebbar zu machen. Durch die partizipative Einbindung der Kinder werden nicht nur ihre Kompetenzen gestärkt, sondern auch demokratische Beteiligung und soziale Verantwortung gefördert.
Modul 251 Praxisprojekt Projektbericht Kunz Anicia, Check Thalita Seite 18/31 6.3. Projektaufbau Die Projektleitung, bestehend aus Thalita Check und Anicia Kunz, übernahm die strategische Planung, Organisation und Durchführung der Workshops. Dazu gehörte die Entwicklung des Gesamtkonzepts, die Festlegung der inhaltlichen Ziele sowie die Auswahl geeigneter Methoden und Materialien. Ein detaillierter Zeitplan stellte sicher, dass die Workshops pädagogisch sinnvoll aufgebaut waren. Neben der inhaltlichen Planung kümmerten sich die Projektleitenden um die Materialbeschaffung und -vorbereitung, richteten den Raum ein und sorgten für eine lernförderliche Umgebung. Während der Durchführung leiteten und moderierten Thalita Check und Anicia Kunz die einzelnen Aktivitäten. Sie führten in Themen, Ziele und Tagesablauf ein, schufen eine motivierende Atmosphäre und achteten auf eine ausgewogene Beteiligung aller Kinder. Durch gezielte Anleitung, klare Erklärungen und flexible Anpassungen bei Bedarf stellten sie sicher, dass alle Teilnehmenden den Übungen folgen konnten. Als Vorbilder für Offenheit, Respekt und Wertschätzung gaben sie Denkanstösse, stellten Fragen und ermutigten die Kinder, eigene Ideen einzubringen. Sie förderten die Zusammenarbeit in der Gruppe, moderierten bei Konflikten neutral und unterstützten die Kinder dabei, Lösungen zu finden. Am Ende jeder Einheit führten sie Reflexionsrunden durch, um Erfahrungen auszuwerten, und sammelten Feedback von Kindern und Lehrperson zur Optimierung der weiteren Einheiten. Die anwesende Lehrperson übernahm eine unterstützende und begleitende Rolle. Sie stand den Kindern als vertraute Ansprechperson zur Verfügung, bot bei Bedarf Verständnishilfen an und achtete darauf, die Selbstständigkeit der Kinder zu wahren. Besonders zurückhaltende oder unsichere Kinder wurden gezielt ermutigt, sich einzubringen. Während der Workshops beobachtete die Lehrperson aufmerksam die Gruppendynamik, um mögliche Ausgrenzungen zu erkennen, und notierte Beobachtungen für die spätere Reflexion mit der Projektleitung. Sie sorgte gemeinsam mit dem Projektteam für die organisatorische Rahmung, stellte Materialien bereit und achtete auf die Einhaltung der vereinbarten Regeln. In Pausen oder nach dem Workshop tauschte sie sich mit den Projektleitenden über ihre Beobachtungen aus, um gezielte Fördermassnahmen ableiten zu können.
Modul 251 Praxisprojekt Projektbericht Kunz Anicia, Check Thalita Seite 19/31 6.3.1. Projektablauf Das Projekt wurde in vier aufeinander aufbauenden Workshops durchgeführt. Der Ablauf folgte einer klaren methodischen Progression. Die erfolgte von persönlichem Erleben über die Auseinandersetzung mit Emotionen bis hin zur praktischen Konfliktlösung. Alle Einheiten hatten einen klar strukturierten Aufbau mit thematischem Einstieg, aktiven Übungen, Reflexionsphasen sowie einem ritualisierten Abschluss. Die Kinder wurden aktiv einbezogen und konnten ihre Erfahrungen, Meinungen und Ideen partizipativ einbringen. Die Workshops fanden in der Schulumgebung statt und wurden jeweils von uns in Zusammenarbeit mit der Klassenleitung begleitet. Phase Ziele und Aktivitäten Meilensteine Ressourcen 1. Projektinitiierung und Recherche Durchführung einer umfassenden Literaturrecherche zu den Themen Konflikt und Frieden sowie zur Friedensbrücke. Bis Ende November hat das Projektteam diese Phase inklusiv Recherche beendet, sowie Verantwortlichkeiten und Termine festgelegt. − Abschluss der Literaturrecherche − Erstellung eines Handlungsplans und Klärung der Verantwortlichkeiten. − Literatur über Konfliktmoderation und Friedensbrücke. − Unterstützung durch die Projektbegleitung. 2. Planung und Vorbereitung Konkrete Planung der Workshops, inklusive Zieldefinition, Methodenwahl und Inhaltserstellung. Erstellung eines strukturierten Zeitplans für die Workshops. Durchführung der Kick-Off-Veranstaltung am 9. Januar 2025. − Planung und Festlegung der Workshops − Kick-Off-Veranstaltung − Zeit und Material für die Vorbereitung der Workshops. − Abstimmung mit der Schulleitung und Projektbegleitung. 3. Durchführung der Workshops Durchführung der Workshops zwischen Januar und März 2025. Jeder Workshop verfolgt ein spezifisches Ziel und baut auf den vorherigen auf, um den Kindern schrittweise die Methode Friedensbrücke näherzubringen. Reflexion nach jedem Workshop mit den Kindern. − Durchführung der vier Workshops − Materialien (Whiteboard, Stifte, Papier). − Klassenzimmer der Klasse See. 4. Evaluation und Konzeptabschluss Evaluation der Workshops durch Reflexion und Zwischenberichte. Erstellung eines Abschlussberichts und Übergabe eines Konzepts an die Schulleitung. − Evaluation der Workshops und Erstellung des Abschlussberichts. − Übergabe des Konzepts an die Schulleitung. − Dokumentation für die Auswertung. − Zeit für die Erstellung des Abschlussberichts. Tabelle 2:Projektaufbau (eigene Darstellung)
Modul 251 Praxisprojekt Projektbericht Kunz Anicia, Check Thalita Seite 20/31 6.4. Risiken und Chancen Zur Einschätzung der Ausgangslage und Entwicklungspotenziale wurde im Vorfeld eine SWOT-Analyse durchgeführt. Diese Methode erlaubt es, sowohl interne Stärken und Schwächen als auch externe Chancen und Risiken systematisch zu erfassen und daraus projektstrategische Überlegungen abzuleiten. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Erkenntnisse für das Projekt. Gegenwart Zukunft + • Innovative Methode: Kindgerechte und spielerische Herangehensweise. • Klare Ziele und strukturierter Plan mit Meilensteinen. • Praxisbezug: Direkte Anwendung in einer realen Klasse. • Unterstützung durch Schulleitung und Nutzung vorhandener Ressourcen. • Motiviertes Projektteam mit Erfahrung im Umgang mit Kindern. • Nachhaltiger Einfluss: Methode kann ins Schulkonzept integriert werden. • Förderung sozialer Kompetenzen bei den Kindern. • Anerkennung des Schulheims als innovativer Bildungsstandort. • Grundlage für zukünftige Konfliktmanagement-Projekte. - • Begrenztes Budget von nur 100 CHF. • Hoher Zeitaufwand und straffe Organisation erforderlich. • Abhängigkeit von Schlüsselpersonen (Anicia, Thalita). • Fehlende Erfahrungen mit dem Modell Friedensbrücke. • Komplexität des Themas: Konflikte sind individuell, emotional und unvorhersehbar. • Akzeptanzprobleme bei Kindern, Lehrpersonal oder Eltern. • Zeitund Ressourcenmangel könnte Projektziele gefährden. • Methode zeigt eventuell nicht die gewünschten Ergebnisse. • Negative Rückmeldungen oder Kritik könnten das Projekt gefährden. Tabelle 3: SWOT (eigene Darstellung) Ergänzend zur SWOT-Analyse wurde im Rahmen der Projektplanung eine differenzierte Risikoanalyse durchgeführt. Ziel war es, potenzielle Gefährdungen des Projektverlaufs frühzeitig zu erkennen, ihre Ursachen zu benennen und geeignete präventive Massnahmen abzuleiten. Ein zentrales Risiko bestand in möglichen Akzeptanzproblemen sowohl bei den Kindern als auch bei Lehrpersonen oder Eltern. Skepsis gegenüber der Methode oder Unklarheiten über deren Nutzen hätten zu Zurückhaltung oder Widerstand führen können. Um dem vorzubeugen, wurden zu Beginn Informationsgespräche geführt und die Vorteile der Friedensbrücke klar kommuniziert. Persönliche Gespräche und direkte Einbindung der Kinder trugen massgeblich zur Vertrauensbildung bei. Ein weiteres Risiko stellte der Zeitund Ressourcenmangel dar. Das Projektteam arbeitete neben dem Studium und musste die Projektdurchführung mit anderen Verpflichtungen koordinieren. Dieses Risiko
Modul 251 Praxisprojekt Projektbericht Kunz Anicia, Check Thalita Seite 21/31 wurde durch eine realistische Zeitplanung, klare Zuständigkeiten und regelmässige Absprachen im Team sowie mit der Auftraggeberin reduziert. Bei Bedarf war eine flexible Anpassung einzelner Projektphasen möglich. Die Unsicherheit bezüglich der Wirksamkeit der Methode war ein methodisches Risiko. Da es keine Vorerfahrungen mit der Umsetzung der Friedensbrücke in dieser spezifischen Zielgruppe gab, war nicht sicher, wie gut die Kinder auf die Inhalte reagieren würden. Um diesem Risiko zu begegnen, wurde das Projekt als lernende Struktur aufgebaut: Reflexionsrunden nach jedem Workshop, kontinuierliches Feedback der Kinder und Rücksprachen mit der Lehrperson ermöglichten eine bedarfsorientierte Feinjustierung. Ebenfalls berücksichtigt wurde die Abhängigkeit von Schlüsselpersonen, insbesondere im Hinblick auf Krankheit oder Ausfall der Projektleitenden. Eine enge Zusammenarbeit im Zweierteam, transparente Dokumentation und die gemeinsame Nutzung digitaler Tools (Microsoft Teams, WhatsApp) sorgten dafür, dass bei Ausfällen flexibel reagiert werden konnte. Abschliessend bestand das Risiko, dass es zu negativen Rückmeldungen oder Kritik seitens Lehrpersonen, Eltern oder Kinder kommt. Um dieses Risiko aktiv zu managen, wurden Feedbackschleifen eingerichtet, kritische Rückmeldungen ernst genommen und das Projektkonzept bei Bedarf angepasst. Eine offene, transparente Kommunikation war dabei zentral. Insgesamt zeigt die Risikoanalyse, dass das Projektteam sich der Herausforderungen bewusst war und professionell mit ihnen umgegangen ist. Durch vorausschauende Planung, flexible Strukturen und eine partizipative Haltung konnten mögliche Risiken frühzeitig erkannt und wirkungsvoll adressiert werden. 6.5. Budget In der Vorbereitung des Projekts wurde eine detaillierte Budgetplanung vorgenommen, um den voraussichtlichen Aufwand und Ertrag transparent darzulegen. Die Aufstellung berücksichtigt sowohl den personellen als auch den sachlichen Aufwand, wobei ein Grossteil der Kosten als Eigenleistung durch die Projektbeteiligten erbracht wurde. Die Berechnung basiert auf einem vorgegebenen Stundenansatz von der HSLU von 50 CHF für die Arbeit der beiden Projektleitenden sowie einem höheren Stundensatz für Fachpersonen der HSLU und der Auftraggebenden Institution. Insgesamt wurden für jede der beiden Projektleitenden 180 Stunden eingeplant (für Planung, Durchführung, Nachbereitung sowie Dokumentation). Der Aufwand der Projektbegleitung und Auftraggeberin wurde mit realistischen Werten ergänzt. Die Sachund Betriebskosten fielen mit 50 CHF sehr gering aus, da Materialien grösstenteils vorhanden waren oder durch die Trägerschaft zur Verfügung gestellt wurden. Weitere Ausgaben entstanden im Bereich Spesen, hier insbesondere durch Fahrkosten und geleistete Fahrzeit.
Modul 251 Praxisprojekt Projektbericht Kunz Anicia, Check Thalita Seite 22/31 Das Gesamtbudget beläuft sich auf CHF 20’638.00. Dieser Betrag setzt sich vollständig aus Eigenleistungen zusammen. Dies geschah unter anderem durch Infrastruktur, persönliche Arbeitszeit, die Unterstützung durch die Projektbegleitung der HSLU sowie das Material, das durch die Organisation bereitgestellt wurde. Somit ergab sich keine externe Finanzierung oder zusätzlicher Mittelbedarf. Die nachfolgende Übersicht stellt den finanziellen Aufwand und die entsprechenden Eigenleistungen systematisch gegenüber: Budget Aufwand Personalkosten pro Person Anzahl Stunden Kosten pro Stunde Total CHF Personalaufwand Anicia Kunz 180 CHF 50.00 CHF 9’000.00 Personalaufwand Thalita Check 180 CHF 50.00 CHF 9’000.00 Personalaufwand Projektbegleitung Uri Ziegele 9 CHF 100.00 CHF 900.00 Personalaufwand Auftraggeber 4 CHF 100.00 CHF 400.00 Total Personalaufwand CHF 19’300.00 Sachund Betriebskosten Anzahl Kosten pro Stunde Büromaterial CHF - Raummiete CHF - Infrastruktur CHF - Druck und Kopierkosten CHF 50.00 Total CHF 50.00 Spesen Anzahl Stunden Kosten pro Einheit Total Fahrkosten 5 CHF 57.60 CHF 288.00 Fahrzeit 20 CHF 50.00 CHF 1’000.00 Total CHF 1’288.00 Gesamttotal Aufwand CHF 20’638.00 Budget Ertrag Eigenmittel Total CHF Infrastruktur und Material (durch Trägerschaft) CHF 50.00 Arbeitszeit durch Trägerorganisation CHF 400.00 Eigenleistung Studierende CHF 19’288.00 Eigenleistung Projektbegleitung HSLU CHF 900.00 Total Ertrag CHF 20’638.00 Aufwand CHF 20’638.00 Ertrag CHF 20’638.00 TOTAL CHF - 4 Tabelle 5: Budget (eigene Darstellung)
Modul 251 Praxisprojekt Projektbericht Kunz Anicia, Check Thalita Seite 23/31 Die vollständige Abrechnung zeigt, dass sämtliche Projektkosten durch Eigenmittel gedeckt wurden. Das Projekt Konfliktmanagement konnte somit ressourcenschonend und mit einem hohen Mass an Eigenverantwortung durchgeführt werden. 7. Methodisches Vorgehen Das Projekt Friedensbrücke wurde in drei aufeinander aufbauenden Workshops umgesetzt, die die Kinder schrittweise an die Themen Frieden, Streit und gewaltfreie Konfliktlösung heranführten. Jeder Workshop setzte einen eigenen Schwerpunkt. Im ersten stand das Kennenlernen und die Förderung der Selbstwahrnehmung im Mittelpunkt, im zweiten das Verstehen von Streit sowie der Ausbau des Emotionsvokabulars, und im dritten die Einführung sowie Anwendung der Friedensbrücke durch praktische Übungen. Die Gestaltung war altersgerecht, visuell unterstützt und partizipativ angelegt, um sowohl kognitive, emotionale als auch soziale Kompetenzen zu fördern. Zum Einsatz kamen dabei unterschiedliche Methoden: kreative Gestaltungsaufgaben, Rollenspiele, bewegungsorientierte Spiele, Symbolarbeit und Reflexionsphasen. Diese Vielfalt stellte sicher, dass verschiedene Lerntypen angesprochen wurden und die Kinder sich aktiv einbringen konnten. Besonders erfolgreich zeigte sich der Transfer im Schulalltag. So eine reale Konfliktsituation in der Pause, wobei dieser von den Kindern selbstständig und regelgeleitet gelöst werden konnte. Die folgenden Unterkapitel beschreiben Ziele, Ablauf und Beobachtungen zu den einzelnen Workshops im Detail. 7.1. Workshop 1: Frieden kennenlernen und Selbstwahrnehmung stärken Methoden: Kennenlernspiel, Brainstorming, kreative Selbstdarstellung, Spiegelübungen, Bewegungsspiel Zum Einstieg diente ein Adjektiv-Kennenlernspiel, das eine persönliche Vorstellung erleichterte und erste positive Gruppendynamik erzeugte. Anschliessend erfolgte ein Brainstorming, bei dem die Kinder ihre Vorstellungen zum Thema Frieden äussern konnten. Diese Methode ermöglichte einen offenen, wertfreien Zugang und machte die Vielfalt der Perspektiven sichtbar. Die Übung «Wer bin ich?» setzte auf eine kreativ-gestalterische Methode: Jedes Kind zeichnete sein Selbstbild. Durch anschliessenden Austausch wurden Selbstund Fremdwahrnehmung in Beziehung gesetzt. Die Reflexion auf dieser Ebene förderte die Auseinandersetzung mit Identität und Selbstwahrnehmung. Ein weiterer methodischer Schwerpunkt lag in den Spiegelübungen zur Körpersprache. Durch Nachahmen von Mimik und Gestik erfuhren die Kinder, wie Gefühle nonverbal sichtbar werden und welche Wirkung Körpersprache auf andere hat. Den Abschluss bildete ein Bewegungsspiel mit Friedenswörtern, das Begriffe in eine körperliche Ausdrucksform überführte und so das Thema spielerisch verankerte. 7.2. Workshop 2: Streit verstehen und Emotionen ausdrücken
Modul 251 Praxisprojekt Projektbericht Kunz Anicia, Check Thalita Seite 24/31 Methoden: Brainstorming, Bildkartenarbeit, Emotionsspiel (Memory), Rollenspielhafte Übungen Der zweite Workshop begann mit einem Brainstorming, bei dem die Kinder beschrieben, wie sich Streit anfühlt. Diese Methode ermöglichte eine niederschwellige Sammlung von Erfahrungen und leitete zur inhaltlichen Vertiefung über. Anhand von Bildkarten wurden typische Streitursachen identifiziert. Diese Methode unterstützt visuelles Lernen und erleichtert den Zugang zu abstrakten Themen durch konkrete Bilder. Die Kinder konnten Ursachen benennen und in Verbindung zu eigenen Erlebnissen setzen. Das anschliessende Emotionen-Memory verband kognitive und körperlich-spielerische Lernformen: Gefühle wurden mimisch dargestellt und mussten sprachlich erkannt werden. Hierbei stand die Differenzierung von Emotionen im Vordergrund sowie das Einüben emotionaler Ausdrucksformen. Zum Abschluss erprobten die Kinder im Spiel «Was tun, wenn ich wütend bin?» konkrete Handlungsstrategien. Diese handlungsorientierte Methode stärkte die Fähigkeit zur Selbstregulation und ermöglichte es, alternative Verhaltensweisen im geschützten Raum auszuprobieren. 7.3. Workshop 3: Die Friedensbrücke – Anwendung und Regelbildung Methoden: Modellrollenspiel, Regelentwicklung, Kinder-Rollenspiele mit Schiedsrichtern, Symboleinsatz, Reflexionsrunde Die dritte Einheit zielte auf den Transfer des Gelernten in den Alltag. Den methodischen Einstieg bildete ein Rollenspiel einer Konfliktszene durch die Projektleitung. Diese modellhafte Darstellung veranschaulichte ein realistisches Beispiel und bereitete die Kinder auf eigene Rollenspiele vor. Im Anschluss wurden in einer moderierten Diskussion konstruktive Streitregeln gesammelt, die sichtbar festgehalten wurden. Diese Methode diente der partizipativen Regelentwicklung und stärkte das Verantwortungsbewusstsein der Kinder. In den anschliessenden Rollenspielen mit Schiedsrichter:innen übernahmen die Kinder selbst Konfliktrollen und erprobten dabei Perspektivwechsel sowie regelgeleitete Konfliktlösung. Durch den Einsatz von Schiedsrichter:innen wurde Verantwortung verteilt und die Bedeutung neutraler Vermittlung verdeutlicht. Die Einführung der Friedensbrücke in sechs Schritten erfolgte anhand von Metacom-Symbolen, die als visuelle Gedächtnisstütze dienten und im Klassenzimmer dauerhaft angebracht wurden. Diese Symbolarbeit verstärkte die Nachhaltigkeit der Methode. Zum Abschluss reflektierten die Kinder in einer gemeinsamen Runde über ihre Lernerfahrungen («Was habe ich gelernt?»). Diese Reflexionsmethode diente sowohl der Konsolidierung als auch der Evaluation aus Sicht der Teilnehmenden. Die Schiedsrichter-Übung förderte Perspektivwechsel und Regelverständnis. Eine reale Konfliktsituation während der Pause wurde ohne Eingriff von Dritten selbst gelöst und es zeigte sich somit ein sichtbarer Projekterfolg.
Modul 251 Praxisprojekt Projektbericht Kunz Anicia, Check Thalita Seite 31/31 11. Literaturverzeichnis AvenirSocial. (2010). Berufskodex Soziale Arbeit Schweiz: Ein Argumentarium für die Praxis. Bern: AvenirSocial. https://avenirsocial.ch/publikationen/berufskodex-soziale-arbeit-schweiz/ Deutsches Komitee für UNICEF (Hrsg.) (1992): Konvention über die Rechte des Kindes. Köln: UNICEF Deutschland. https://headless-live.unicef.de/caas/v1/media/194402/data/77afdd9d17e246129b04e8aef70a01ab Erziehungsdirektion Kanton Bern. abgerufen 10.8.2025. BSG 432.213.11 - Direktionsverordnung über die Beurteilung und Schullaufbahnentscheide in der Volksschule - Kanton Bern - Erlass-Sammlung Glasl, F. (2011). Konfliktmanagement: Ein Handbuch für Führungskräfte, Beraterinnen und Berater (10., unveränd. Aufl.). Institut für Weiterbildung und Medienbildung PHBern. (2015, Juli). Kompetenzen und Orientierung an Kompetenzen im Lehrplan 21. Grundlagendokument, Teil 1. Pädagogische Hochschule Bern. https://www.phbern.ch/sites/default/files/201910/20191021_Grundl_Doku_LP21_Bern_Teil_1_Kompetenzen_IWM.pdf Rosenberg, M. B. (2001). Gewaltfreie Kommunikation. Junfermann. Schmidt-Grunert, A. (2009). Gruppenpädagogik in der sozialen Arbeit. Juventa. Schulz von Thun, F. (2000). Miteinander reden 1–3. Rowohlt. Windolph, A. (2025, 2. Juni). Konflikteskalation: 9 Eskalationsstufen nach Glasl - echte Beispiele. Projekte leicht gemacht. abgerufen am 8.08.2025. https://projekte-leicht-gemacht.de/blog/softskills/kommunikation/konflikte/konflikteskalation-nach-glasl/ Ziegele, U. (2024). Arbeiten mit Gruppen bzw. Klassen – Theorie-Praxis-Relation (PowerPointFolien). Hochschule Luzern – Soziale Arbeit. Unveröffentlichtes Unterrichtsmaterial. Zürcher, R. (2018). Soziale Arbeit mit Gruppen. VS Verlag. 12. Anhang • Projektskizze (LNW Anicia Kunz & Thalita Check) • Arbeitsblatt Körpersprache (eigene Erstellung) • Streitregeln-Plakat (Ergebnis Workshop 3) • Metacom-Symbole (Foto des Türbildes) • Feedbackkärtchen der Kinder (Auswahl) • Stundenpläne & Zeitraster der Workshops • Workshop-Detailplanung