scieee AI-readable full text Open interactive document viewer

Konstruktionsgrammatik

Lasch, Alexander

Abstract

Präsentation zur Vorlesung "Konstruktionsgrammatik" Diese Vorlesung bietet eine umfassende Einführung in die aktuellen Entwicklungen der Konstruktionsgrammatik, eine der zentralen Theorien der kognitiven Linguistik. Im Mittelpunkt steht die Annahme, dass Sprache aus „Konstruktionen“ besteht – konventionalisierten Paarungen von Bedeutung und Form. Die Vorlesung wird durch zwei Schwerpunktsetzungen gekennzeichnet sein. Zum einen ist das die enge Verbindung der Konstruktionsgrammatik mit der Framesemantik. Die Framesemantik kann konstruktionelle Analysen ideal ergänzen, indem sie die konzeptuellen Grundlagen sprachlicher Bedeutung detailliert erschließt. Wir untersuchen, wie Konstruktionen und Frames, Wissensrahmen, in Relation zueinander stehen. Zum anderen widmet sich die Vorlesung der Konstruktikographie. Dieses Gebiet verbindet die theoretischen Erkenntnisse der Konstruktionsgrammatik mit den Methoden der praktischen Lexikographie, um „Konstruktika“ – umfassende Verzeichnisse von Konstruktionen – zu entwickeln. Wir werden Ziele und Methoden der Konstruktikographie erörtern, einschließlich korpusbasierter Workflows, Annotationspraktiken und der Strukturierung von Konstruktionsbeschreibungen. Themen Einführung ins Thema und Organisatorisches Prämissen der KxG Forschungsüberblick I: Morphosyntax Forschungsüberblick II: Framesemantik Livestream/Aufzeichnung Die Vorlesung wird auf Youtube live gestreamt und steht danach als Videoaufzeichnung und im Podcast "Vorlesungen zur Linguistik und Sprachgeschichte des Deutschen" auf allen Audio- und Streamingportalen zur Verfügung (z.B. Spotify).

Full text

Prämissen der gebrauchsbasierten Konstruktionsgrammatik Konstruktionsgrammatik Vorlesung im Wintersemester 2025 Konstruktionsgrammatik · Alexander Lasch · CC BY 4.0 Int. Konstruktionsgrammatik · Alexander Lasch · CC BY 4.0 Int. 32 53. Sneewittchen (Schneeweißchen). Es war einmal mitten im Winter, und die Schneeflocken fielen wie Federn vom Himmel, da ſaß eine ſcho ne Ko nigin an einem Fenſter, das hatte einen Rahmen von ſchwarzem Ebenholz, und na hte. Und wie ſie ſo na hte und nach dem Schnee aufblickte, ſtach ſie ſich mit der Nadel in den Finger, und es fielen drei Tropfen Blut in den Schnee. Und weil das Rothe in dem Weißen ſo ſcho n ausſah, ſo dachte ſie: ha tt ich doch ein Kind ſo weiß wie Schnee, ſo roth wie Blut und ſo ſchwarz wie dieſer Rahmen. Und bald darauf bekam ſie ein To chterlein, ſo weiß wie der Schnee, ſo roth wie das Blut, und ſo ſchwarz wie Ebenholz, und darum ward es das Sneewittchen genannt. Zur Einführung Vyvyan Evans. 2015. Time. In: Ewa Dabrowska & Dagmar Divjak (Hg.). Handbook of Cognitive Linguistics (HSK 39). Berlin, Boston. 509-527. (Progression) (anisotropic) RAUM Transience Types VERB + DIREKTIONAL Jacob und Wilhelm Grimm. 1812. Kinderund Haus-Märchen. Bd. 1. Berlin. 238. Verfügbar im Deutschen Textarchiv (Quelle) Konstruktionsgrammatik · Alexander Lasch · CC BY 4.0 Int. 33 53. Sneewittchen (Schneeweißchen). Es war einmal mitten im Winter, und die Schneeflocken fielen wie Federn vom Himmel, da ſaß eine ſcho ne Ko nigin an einem Fenſter, das hatte einen Rahmen von ſchwarzem Ebenholz, und na hte. Und wie ſie ſo na hte und nach dem Schnee aufblickte, ſtach ſie ſich mit der Nadel in den Finger, und es fielen drei Tropfen Blut in den Schnee. Und weil das Rothe in dem Weißen ſo ſcho n ausſah, ſo dachte ſie: ha tt ich doch ein Kind ſo weiß wie Schnee, ſo roth wie Blut und ſo ſchwarz wie dieſer Rahmen. Und bald darauf bekam ſie ein To chterlein, ſo weiß wie der Schnee, ſo roth wie das Blut, und ſo ſchwarz wie Ebenholz, und darum ward es das Sneewittchen genannt. Zur Einführung Vyvyan Evans. 2015. Time. In: Ewa Dabrowska & Dagmar Divjak (Hg.). Handbook of Cognitive Linguistics (HSK 39). Berlin, Boston. 509-527. (Progression) (anisotropic) RAUM Transience Types VERB + DIREKTIONAL Jacob und Wilhelm Grimm. 1812. Kinderund Haus-Märchen. Bd. 1. Berlin. 238. Verfügbar im Deutschen Textarchiv (Quelle) Konstruktionsgrammatik · Alexander Lasch · CC BY 4.0 Int. 34 Prämissen der gebrauchsbasierten Konstruktionsgrammatik (KxG) Konstruktionsgrammatik · Alexander Lasch · CC BY 4.0 Int. 35 Vyvyan Evans. 2015. Time. In: Ewa Dabrowska & Dagmar Divjak (Hg.). Handbook of Cognitive Linguistics (HSK 39). Berlin, Boston. 509-527. (Progression) (anisotropic) RAUM Transience Types VERB + DIREKTIONAL Hoffmann, Thomas & Graeme Trousdale (Hrsg.). 2013. The Oxford Handbook of Construction Grammar. Oxford. Ziem, Alexander & Alexander Lasch. 2013. Konstruktionsgrammatik. Konzepte und Grundlagen gebrauchsbasierter Ansätze (Germanistische Arbeitshefte 44). Berlin, Boston. Goldberg, Adele. 2019. Explain me this. Competition and the Partial Productivity of Constructions. Princeton: Princeton University Press. Zima, Elisabeth. 2021. Einführung in die gebrauchsbasierte Kognitive Linguistik. Berlin, Boston: De Gruyter. DOI: 10.1515/9783110665642. Verhagen, Arie. 2021. Ten Lectures on Cognitive Evolutionary Linguistics (Distinguished Lectures in Cognitive Linguistics). Leiden, Boston: Brill. Einführende Literatur ‚Traditionelle Grammatik‘ Nicht trennscharfer Überbegriff für Grammatiken, die sich an klassischen, allgemeinen Grammatiken (Griechisch/Latein) zur Beschreibung von einzelsprachlichen Sprachstrukturen (vgl. Terminologie) orientieren. Konstruktionsgrammatik · Alexander Lasch · CC BY 4.0 Int. 36 Vyvyan Evans. 2015. Time. In: Ewa Dabrowska & Dagmar Divjak (Hg.). Handbook of Cognitive Linguistics (HSK 39). Berlin, Boston. 509-527. (Progression) (anisotropic) RAUM Transience Types VERB + DIREKTIONAL Einführende Literatur Strukturalistische Systemlinguistik Klassifikation und Distribution sprachlicher Einheiten und deren systemischer Relationen (bspw. Syntagmatik und Paradigmatik). Konstruktionsgrammatik · Alexander Lasch · CC BY 4.0 Int. 37 Vyvyan Evans. 2015. Time. In: Ewa Dabrowska & Dagmar Divjak (Hg.). Handbook of Cognitive Linguistics (HSK 39). Berlin, Boston. 509-527. (Progression) (anisotropic) RAUM Transience Types VERB + DIREKTIONAL Prämissen der gebrauchsbasierten KxG Konstruktionsgrammatik · Alexander Lasch · CC BY 4.0 Int. 38 Vyvyan Evans. 2015. Time. In: Ewa Dabrowska & Dagmar Divjak (Hg.). Handbook of Cognitive Linguistics (HSK 39). Berlin, Boston. 509-527. (Progression) (anisotropic) RAUM Transience Types VERB + DIREKTIONAL Dependenzund Valenzgrammatiken Orientierung an Modellbildungen der Chemie – das Verb mit entsprechender Wertigkeit (Valenz) projiziert die Satzstruktur. Prämissen der gebrauchsbasierten KxG Funktionale Grammatik Rückgriff auf strukturalistische und valenzgrammatische Theoriebildung, Funktionen sprachlicher Einheiten zur Erklärung sprachlicher Strukturen. Konstruktionsgrammatik · Alexander Lasch · CC BY 4.0 Int. 39 Vyvyan Evans. 2015. Time. In: Ewa Dabrowska & Dagmar Divjak (Hg.). Handbook of Cognitive Linguistics (HSK 39). Berlin, Boston. 509-527. (Progression) (anisotropic) RAUM Transience Types VERB + DIREKTIONAL Prämissen der gebrauchsbasierten KxG Konstruktionsgrammatik · Alexander Lasch · CC BY 4.0 Int. 46 Vyvyan Evans. 2015. Time. In: Ewa Dabrowska & Dagmar Divjak (Hg.). Handbook of Cognitive Linguistics (HSK 39). Berlin, Boston. 509-527. (Progression) (anisotropic) RAUM Transience Types VERB + DIREKTIONAL embodiment Prämissen der gebrauchsbasierten KxG Konstruktionsgrammatik · Alexander Lasch · CC BY 4.0 Int. 47 Vyvyan Evans. 2015. Time. In: Ewa Dabrowska & Dagmar Divjak (Hg.). Handbook of Cognitive Linguistics (HSK 39). Berlin, Boston. 509-527. (Progression) (anisotropic) RAUM Transience Types VERB + DIREKTIONAL entrenchment Prämissen der gebrauchsbasierten KxG Hebbian Learning: „neurons that fire together wire together“ Gemeinsames Auftreten sprachlicher Einheiten und Strukturen im Gebrauch führt zu einer starken Assoziation von Einheiten und damit zu starken Verbindungen mentaler Repräsentationen, die physisch durch das neuronale Netz stabilisiert werden. [Der Igel [V] durchs Laub] [Es war einmal eine [N]] [[[DET][N]] bellt] [Das Schiff ist [VVPP]] [Der Vater hat beim Abschied [VVPP]] Donald O. Hebb. 1949. The Organization of Behavior. New York: Wiley and Sons. Konstruktionsgrammatik · Alexander Lasch · CC BY 4.0 Int. 48 Vyvyan Evans. 2015. Time. In: Ewa Dabrowska & Dagmar Divjak (Hg.). Handbook of Cognitive Linguistics (HSK 39). Berlin, Boston. 509-527. (Progression) (anisotropic) RAUM Transience Types VERB + DIREKTIONAL Prämissen der gebrauchsbasierten KxG Verhagen 2021: 29. Konstruktionsgrammatik · Alexander Lasch · CC BY 4.0 Int. 49 Vyvyan Evans. 2015. Time. In: Ewa Dabrowska & Dagmar Divjak (Hg.). Handbook of Cognitive Linguistics (HSK 39). Berlin, Boston. 509-527. (Progression) (anisotropic) RAUM Transience Types VERB + DIREKTIONAL Kategorisierung Prämissen der gebrauchsbasierten KxG Konstruktionsgrammatik · Alexander Lasch · CC BY 4.0 Int. 50 Vyvyan Evans. 2015. Time. In: Ewa Dabrowska & Dagmar Divjak (Hg.). Handbook of Cognitive Linguistics (HSK 39). Berlin, Boston. 509-527. (Progression) (anisotropic) RAUM Transience Types VERB + DIREKTIONAL Perspektivierung Prämissen der gebrauchsbasierten KxG Konstruktionsgrammatik · Alexander Lasch · CC BY 4.0 Int. 51 Vyvyan Evans. 2015. Time. In: Ewa Dabrowska & Dagmar Divjak (Hg.). Handbook of Cognitive Linguistics (HSK 39). Berlin, Boston. 509-527. (Progression) (anisotropic) RAUM Transience Types VERB + DIREKTIONAL Metaphorisierung Prämissen der gebrauchsbasierten KxG Konstruktionsgrammatik · Alexander Lasch · CC BY 4.0 Int. 52 Vyvyan Evans. 2015. Time. In: Ewa Dabrowska & Dagmar Divjak (Hg.). Handbook of Cognitive Linguistics (HSK 39). Berlin, Boston. 509-527. (Progression) (anisotropic) RAUM Transience Types VERB + DIREKTIONAL Prämissen der gebrauchsbasierten KxG “Any linguistic pattern is recognized as a construction as long as some aspect of its form or function is not strictly predictable from its component parts or from other constructions recognized to exist. In addition, patterns are stored as constructions even if they are fully predictable as long as they occur with sufficient frequency.” Goldberg 2006: 5 “These learned pairings of forms and functions are referred to here as grammatical CONSTRUCTIONS. […] The paradox of PARTIAL PRODUCTIVITY of constructions is what this book aims to address”. Goldberg 2019: 2f. (Seitenzahlen nach der e-Book-Ausgabe zitiert) Konstruktionsgrammatik · Alexander Lasch · CC BY 4.0 Int. 53 Vyvyan Evans. 2015. Time. In: Ewa Dabrowska & Dagmar Divjak (Hg.). Handbook of Cognitive Linguistics (HSK 39). Berlin, Boston. 509-527. (Progression) (anisotropic) RAUM Transience Types VERB + DIREKTIONAL Prämissen der gebrauchsbasierten KxG Konstruktionen Beispiele Derivations-/Flexionsmorpheme -en [Herzen] -heit [Wahrheit] Wörter Herz, Wahrheit komplexe Wörter Wahrnehmungsgegenstandsausschnitt Wortarten [N] Phraseologismen Hab und Gut, Katz und Maus, jem. reinen Wein einschenken, Es ist zum X [Verrücktwerden, aus der Haut fahren], kein Rauch ohne Feuer. […] […] Transfer (mit teilweise offenen Slots) [NNom][schenkt][NDat][ein Buch] Transfer (mit offenen Slots) [NNom][VFIN][NDat][NAkk] Perfektivität (mit teilweise offenen Slots) [Nnom][hat][NDat][ein Buch][geschenkt] Faktizität (mit teilweise offenen Sots) [Nnom][soll][NDat][NAkk][schenken] […] […] Modalität (mit teilweise offenen Slots) [NNom][VFIN][NDat][wohl][NAkk] […] […] Konditionalsätze Wenn [KxN1], dann [KxN2]. …. …. Konstruktionsgrammatik · Alexander Lasch · CC BY 4.0 Int. 54 Vyvyan Evans. 2015. Time. In: Ewa Dabrowska & Dagmar Divjak (Hg.). Handbook of Cognitive Linguistics (HSK 39). Berlin, Boston. 509-527. (Progression) (anisotropic) RAUM Transience Types VERB + DIREKTIONAL Prämissen der gebrauchsbasierten KxG Lexikon-Grammatik-Kontinuum There are hundreds of grammatical constructions, thousands of idioms and conventional phrases, and tens of thousands of words […]. These collectively form our network of interrelated knowledge of language, our CONSTRUCTICON […]. The constructicon is highly structured, just as the lexicon has long been recognized to be.“ Goldberg 2019: 145. Konstruktionsgrammatik · Alexander Lasch · CC BY 4.0 Int. 55 Vyvyan Evans. 2015. Time. In: Ewa Dabrowska & Dagmar Divjak (Hg.). Handbook of Cognitive Linguistics (HSK 39). Berlin, Boston. 509-527. (Progression) (anisotropic) RAUM Transience Types VERB + DIREKTIONAL Prämissen der gebrauchsbasierten KxG „Cognitive linguists and psychologists have often argued that language is best understood as an association network; however, while the network view of language has had a significant impact on the study of morphology and lexical semantics, it is only recently that researchers have taken an explicit network approach to the study of syntax.“ Holger Diessel. 2019. The Grammar Network. How Linguistic Structure is Shaped by Language Use. Cambridge: Cambridge University Press. “The criticism drawn from the metaphor problem has more to it. The metaphor at work in neuroscience is that of computation, and it is so compelling that it goes without challenge. It is the latest in a long line of metaphors for explaining cognition and mental life, and this fact – indeed the fact that a metaphor is doing a great deal of explanatory heavy lifting in this field – at very least requires that it be investigated and is appropriateness justified.” A. C. Grayling. 2021. The Frontiers of Knowledge: What We Know About Science, History and The Mind. London: Penguin Randomhouse. 256. Konstruktionsgrammatik · Alexander Lasch · CC BY 4.0 Int. 62 Vyvyan Evans. 2015. Time. In: Ewa Dabrowska & Dagmar Divjak (Hg.). Handbook of Cognitive Linguistics (HSK 39). Berlin, Boston. 509-527. (Progression) (anisotropic) RAUM Transience Types VERB + DIREKTIONAL Prämissen der gebrauchsbasierten KxG [KxN_KONNEXION] kausal konditional [KxN1] , weil [KxN2] [KxN1], wenn [KxN2] [SATZMODUS_KxN] informativ interrogativ imperativisch exklamativ Er gibt ihr X. Gibt er ihr X? Gib ihr X! Er gibt ihr X! [KxN_MODALITÄT] modifikativ (inkl. Negation als Geltungsmodifikation) Er gibt ihr sicherlich X. Er gibt ihr X nicht. Er gibt ihr X sicherlich nicht. [KxN_TEMPORALITÄT] präsentisch präterital Er gibt ihr X. Er gab ihr X. [KxN_FAKTIZITÄT] Modalkonstruktionen obligativ: Er muss ihr X geben. Er soll ihr X geben. fakultativ: Er kann ihr X geben. Er darf ihr X geben. situativ: Er wird ihr X geben. Er tut ihr X geben. voluntativ: Er will ihr X geben. Er mag ihr X geben. [KxN_PERFEKTIVITÄT] Präsensperfekt & Präsensdoppelperfekt Präteritumperfekt & Präteritumdoppelperfekt er hat ihr X gegeben (gehabt). er hatte ihr X gegeben (gehabt) [KONJ / würde + INF] Er habe ihr X geben dürfen. Er hätte ihr X gegeben. Er würde ihr X geben. Er täte ihr X geben. Er hat ihr X geben müssen Er muss/soll/kann/darf/wird/will/mag ihr X gegeben haben (‚quotativ‘) […] [AGENTIVE-KxN] TRANSFER-KxN er strickt ihm den Schal […] [NONAGENTIVE-KxN] KxN der ASKRIPTION Der Schal ist gestrickt KxN der KOMMUTATION den Schal wird gestrickt KxN der AKZEPTATION er bekommt den Schal gestrickt […] [TRANSFER-KxN] er gibt ihr X [AG-HANDLUNGKxN] {er gibt} [ASKRIPTION-KxN] X ist ihr gegeben [KOMMUTATION-KxN] ihr wird X gegeben [AKZEPTATION-KxN] sie bekommt X gebeben {Morpheme, (attribuierte) Wörter, Adpositionen, (verfestigte) MWE, Wortarten […]} Konstruktionsgrammatik · Alexander Lasch · CC BY 4.0 Int. 63 53. Sneewittchen (Schneeweißchen). Es war einmal mitten im Winter, und die Schneeflocken fielen wie Federn vom Himmel, da ſaß eine ſcho ne Ko nigin an einem Fenſter, das hatte einen Rahmen von ſchwarzem Ebenholz, und na hte. Und wie ſie ſo na hte und nach dem Schnee aufblickte, ſtach ſie ſich mit der Nadel in den Finger, und es fielen drei Tropfen Blut in den Schnee. Und weil das Rothe in dem Weißen ſo ſcho n ausſah, ſo dachte ſie: ha tt ich doch ein Kind ſo weiß wie Schnee, ſo roth wie Blut und ſo ſchwarz wie dieſer Rahmen. Und bald darauf bekam ſie ein To chterlein, ſo weiß wie der Schnee, ſo roth wie das Blut, und ſo ſchwarz wie Ebenholz, und darum ward es das Sneewittchen genannt. Vyvyan Evans. 2015. Time. In: Ewa Dabrowska & Dagmar Divjak (Hg.). Handbook of Cognitive Linguistics (HSK 39). Berlin, Boston. 509-527. (Progression) (anisotropic) RAUM Transience Types VERB + DIREKTIONAL Jacob und Wilhelm Grimm. 1812. Kinderund Haus-Märchen. Bd. 1. Berlin. 238. Verfügbar im Deutschen Textarchiv (Quelle) [Es war einmal eine [N]] Prämissen der gebrauchsbasierten KxG Konstruktionsgrammatik · Alexander Lasch · CC BY 4.0 Int. 64 Vyvyan Evans. 2015. Time. In: Ewa Dabrowska & Dagmar Divjak (Hg.). Handbook of Cognitive Linguistics (HSK 39). Berlin, Boston. 509-527. (Progression) (anisotropic) RAUM Transience Types VERB + DIREKTIONAL [Es war einmal eine [N]] Prämissen der gebrauchsbasierten KxG Konstruktionen als soziale Gestalt:Gestaltbegriff aus der Gestaltpsychologie –z.B. Friedrich Sander (1928) bestimmt Gestalt als eine „gegliederte Ganzheit“ Lakoff, George. 1977. Linguistic gestalts. In: Papers from the 13th Regional Meeting of the Chicago Linguistic Society. 236-287. Feilke, Helmuth. 1996. Sprache als soziale Gestalt. Ausdruck, Prägung und die Ordnung der sprachlichen Typik. Frankfurt a.M.: Suhrkamp. Phraseoschablonen & Phrasem-Konstruktionen: Sie haben “als Ganzes eine lexikalische Bedeutung […], wobei bestimmte Positionen in ihrer syntaktischen Struktur lexikalisch besetzt sind, während andere Slots darstellen, die gefüllt werden müssen, indem ihre Besetzung lexikalisch frei ist und nur bestimmten semantischen Restriktionen unterliegt.” (Dobrovol’skij 2011: 114) Fleischer, Wolfgang. 1997. Phraseologie der deutschen Gegenwartssprache. 2. Aufl., Tübingen: Niemeyer. Dobrovol’skij, Dmitrij. 2011. Phraseologie und Konstruktionsgrammatik. In: Alexander Lasch & Alexander Ziem (Hg.). Konstruktionsgrammatik III: Aktuelle Fragen und Lösungsansätze. Tübingen: Stauffenburg. 111-130. Finkbeiner, Rita. 2008. Zur Produktivität idiomatischer Konstruktionsmuster […]. In: Linguistische Berichte 216. 391-430. Konstruktionsgrammatik · Alexander Lasch · CC BY 4.0 Int. 65 Vyvyan Evans. 2015. Time. In: Ewa Dabrowska & Dagmar Divjak (Hg.). Handbook of Cognitive Linguistics (HSK 39). Berlin, Boston. 509-527. (Progression) (anisotropic) RAUM Transience Types VERB + DIREKTIONAL [Es war einmal eine [N]] Prämissen der gebrauchsbasierten KxG 1 30 es sein einmal eine 2 13 hinaus in die wald 3 13 in die wald und 4 11 in die wald da 5 10 die schön frau in 6 10 fru sed de mann 7 9 ach sed de mann 8 9 birnli wollen nit fallen 9 9 die birnli wollen nit 10 9 in die küche und 11 9 in die wald kommen 12 9 und als er die 13 8 ach fru sed de 14 8 bindt se in een 15 8 de mi slacht t 16 8 die drei golden haar 17 8 een schön vagel sein 18 8 fuhrmann es kosten du 19 8 in die ganz land 20 8 kommen sie an eine 21 8 min moder de mi 22 8 min swester de marleeniken 23 8 min vader de mi 24 8 moder de mi slacht 25 8 schön vagel sein ick 26 8 setzen sich auf die 27 8 so wollen ich du 28 8 söcht alle mine beeniken 29 8 vader de mi att 30 8 wo haben du die 31 7 an die wand wer 32 7 birnli nit die birnli 33 7 da schicken die herr 34 7 die jockli schüttelts birnli 35 7 die machandelboom kywitt kywitt 36 7 die recht rechts braut 37 7 die wand wer sein 38 7 es kosten du dein 39 7 fallen da schicken die 40 7 frau in die ganz 41 7 gehen in die wald 42 7 in die wald hinein […] 696 3 und wenn sie nicht N-Grams (n=4) in den KHM (1812), lemmatisiert. Konstruktionsgrammatik · Alexander Lasch · CC BY 4.0 Int. 66 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!