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Rückzugsort: Ein Projekt für Kinder und mit Kindern: Projektbericht

Schimmer, Lisa

Abstract

Das Projekt «Rückzugsort – ein Projekt für Kinder und mit Kindern» zielt darauf ab, den Kindern einen Ort für die selbstständige Regulierung ihrer Emotionen zu bieten. Das Projekt wird in der Betreuung Riedmatt Ost, der Stadt Zug, durchgeführt. Im Moment haben die Kinder in der Betreuung keinen reizarmen Ort zur Beruhigung. Durch die Möglichkeit sich zurückzuziehen, sollen die Atmosphäre in der Grossgruppe entlastet und Konflikte verringert werden. Der Rückzugsort wird gemeinsam mit einer Kindergruppe partizipativ geplant und umgesetzt und mit einer Eröffnungsfeier eingeweiht. Das Projekt macht sich die Theorie vom «Raum als dritter Pädagoge» zunutze, wie auch die Entwicklungsaufgaben und den Sozialraum. Um das Projekt durchzuführen, wurde ein Zielbaum erstellt, welcher mit seinen Teilzielen Orientierung gibt. Zusätzlich gibt die Roadmap einen Überblick über den zeitlichen Aufbau des Projekts. Die Umsetzung erfolgte in verschiedenen Phasen wie Bedürfnisabklärung, Umgestaltung und Evaluation. Die Evaluation wurde mithilfe der SEPO-Methode durchgeführt und konnte einen guten Überblick über den Verlauf des Projekts geben.

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Rückzugsort Hochschule Luzern – Soziale Arbeit Modul 251 – Praxisprojekt Sozialpädagogik Projektbericht Projektdauer: 07. Januar bis 31. Juli 2025 Begleitperson: Uri Ziegele Lisa Schimmer [email protected] 09.September 2025 Ein Projekt für Kinder und mit Kindern Seite 1/1 Rückzugsort Ein Projekt für Kinder und mit Kindern Projektzeitraum von 07. Januar bis 31. Juli 2025 Lisa Schimmer Hochschule Luzern – Soziale Arbeit Studienrichtung Sozialpädagogik Begleitperson: Uri Ziegele Eingereicht am: 09. September 2025 Diese Arbeit wurde am 09. September 2025 an der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit eingereicht. Für die inhaltliche Richtigkeit und Vollständigkeit wird durch die Hochschule Luzern keine Haftung übernommen. Studierende räumen der Hochschule Luzern Verwendungsund Verwertungsrechte an ihren im Rahmen des Studiums verfassten Arbeiten ein. Das Verwendungsund Verwertungsrecht der Studierenden an ihren Arbeiten bleibt gewahrt (Art. 34 der Studienordnung). Studentische Arbeiten der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit werden unter einer Creative Commons Lizenz im Repositorium veröffentlicht und sind frei zugänglich. 09-2022 Originaldokument gespeichert auf LARA – Lucerne Open Access Repository and Archive der Zentralund Hochschulbibliothek Luzern Urheberrechtlicher Hinweis: Dieses Werk ist unter einem Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle NutzungKeine Bearbeitung 3.0 Schweiz (CC BY-NC-ND 3.0 CH) Lizenzvertrag lizenziert. Um die Lizenz anzuschauen, gehen Sie bitte zu https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/ch Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder Medium vervielfältigen und weiterverbreiten. Zu den folgenden Bedingungen: Namensnennung — Sie müssen angemessene Urheberund Rechteangaben machen, einen Link zur Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Diese Angaben dürfen in jeder angemessenen Art und Weise gemacht werden, allerdings nicht so, dass der Eindruck entsteht, der Lizenzgeber unterstütze gerade Sie oder Ihre Nutzung besonders. Nicht kommerziell — Sie dürfen das Material nicht für kommerzielle Zwecke nutzen. Keine Bearbeitungen — Wenn Sie das Material remixen, verändern oder darauf anderweitig direkt aufbauen dürfen Sie die bearbeitete Fassung des Materials nicht verbreiten. Keine weiteren Einschränkungen — Sie dürfen keine zusätzlichen Klauseln oder technische Verfahren einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen, was die Lizenz erlaubt. Jede der vorgenannten Bedingungen kann aufgehoben werden, sofern Sie die Einwilligung des Rechteinhabers dazu erhalten. Diese Lizenz lässt die Urheberpersönlichkeitsrechte nach Schweizer Recht unberührt. Eine ausführliche Fassung des Lizenzvertrags befindet sich unter https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/ch/legalcode.de Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 Abstract Das Projekt «Rückzugsort – ein Projekt für Kinder und mit Kindern» zielt darauf ab, den Kindern einen Ort für die selbstständige Regulierung ihrer Emotionen zu bieten. Das Projekt wird in der Betreuung Riedmatt Ost, der Stadt Zug, durchgeführt. Im Moment haben die Kinder in der Betreuung keinen reizarmen Ort zur Beruhigung. Durch die Möglichkeit sich zurückzuziehen, sollen die Atmosphäre in der Grossgruppe entlastet und Konflikte verringert werden. Der Rückzugsort wird gemeinsam mit einer Kindergruppe partizipativ geplant und umgesetzt und mit einer Eröffnungsfeier eingeweiht. Das Projekt macht sich die Theorie vom «Raum als dritter Pädagoge» zunutze, wie auch die Entwicklungsaufgaben und den Sozialraum. Um das Projekt durchzuführen, wurde ein Zielbaum erstellt, welcher mit seinen Teilzielen Orientierung gibt. Zusätzlich gibt die Roadmap einen Überblick über den zeitlichen Aufbau des Projekts. Die Umsetzung erfolgte in verschiedenen Phasen wie Bedürfnisabklärung, Umgestaltung und Evaluation. Die Evaluation wurde mithilfe der SEPO-Methode durchgeführt und konnte einen guten Überblick über den Verlauf des Projekts geben. Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 3 Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung ....................................................................................................................... 6 1.1 Aufbau des Berichts ............................................................................................... 6 1.2 Allgemeine Informationen zum Projekt ......................................................................... 6 1.3 Trägerschaft ................................................................................................................. 6 1.4 Ausgangslage und aktuelle Situation ............................................................................ 7 1.5 Projektmotivation und -begründung .............................................................................. 8 2 Theoretischer Bezugsrahmen ............................................................................................. 9 2.1 Entwicklungsaufgaben ................................................................................................. 9 2.2 Der Raum als dritter Pädagoge ...................................................................................10 2.3 Sozialraum .................................................................................................................. 11 2.4 Partizipation ................................................................................................................12 3 Bestimmung des Handlungsbedarfs ..................................................................................14 4 Projektmethodische Fundierung ........................................................................................15 4.1 Ziele ............................................................................................................................15 4.2 Zielgruppe ...................................................................................................................17 4.3 Projektaufbauorganisation ..........................................................................................17 4.4 Projektablauforganisation ............................................................................................19 4.4.1 Projektphasen ......................................................................................................19 4.4.2 Zeitplan ................................................................................................................19 4.4.3 Projektcontrolling und -steuerung .........................................................................20 5 Methodisches Vorgehen ....................................................................................................21 5.1 Fachliteratur ................................................................................................................21 5.2 Bedürfniserhebung ......................................................................................................21 5.2.1 Befragung Auftragsgeberin ...................................................................................21 5.2.2 Befragung Mitarbeitende ......................................................................................22 5.2.3 Befragung Kindergruppe .......................................................................................24 6 Beschreibung und Interpretation der Ergebnisse ...............................................................27 6.1 Auswertung der Teilziele .............................................................................................27 6.1.1 Teilziel 1: Literaturrecherche .................................................................................27 6.1.2 Teilziel 2: Bedürfniserhebung Mitarbeitende .........................................................27 6.1.3 Teilziel 3: Bedürfniserhebung Kinder .....................................................................28 6.1.4 Teilziel 4: Umsetzung ............................................................................................28 6.1.5 Teilziel 5: Einweihung und Evaluation ...................................................................30 6.2 Auswertung Budget .....................................................................................................33 6.3 Auswertung Risikoanalyse ..........................................................................................34 7 Evaluation und Sicherung der Ergebnisse .........................................................................37 7.1 Succès – Erfolge .........................................................................................................37 Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 4 7.2 Echecs – Misserfolge ..................................................................................................37 7.3 Potentialités – Möglichkeiten in der Zukunft ................................................................38 7.4 Obstacles – Herausforderungen in der Zukunft ...........................................................38 8 Nachhaltigkeit ....................................................................................................................39 9 Schlussfolgerungen und Perspektiven ...............................................................................40 10 Literaturverzeichnis .........................................................................................................41 Anhang .................................................................................................................................43 Anhang A: Räumlichkeiten der Betreuung Riedmatt Ost ...................................................43 Anhang B: Roadmap .........................................................................................................47 Anhang C: Sitzungsprotokoll Team-Sitzung ......................................................................48 Anhang D: Flipcharts Bedürfnisse Kinder ..........................................................................52 Anhang E: Regeln Chill-Raum ..........................................................................................54 Anhang F: SWOT-Analyse ................................................................................................55 Anhang G: Evaluation Team .............................................................................................56 Anhang H: Evaluation Auftragsgeberin..............................................................................57 Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 5 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Interpretation Rückzugsort (Grafiken von Canva) ............................................. 1 Abbildung 2: Zielbaum (eigene Darstellung) .........................................................................16 Abbildung 3: Projektaufbauorganisation (eigene Darstellung) ...............................................17 Abbildung 4: Flipchart Teamsitzung (eigene Aufnahme) .......................................................23 Abbildung 5: Flipchart Lieblingsplatz (eigene Aufnahme) ......................................................24 Abbildung 6: Flipchart Material (eigene Aufnahme) ..............................................................25 Abbildung 7: Gruppenaustausch (eigene Aufnahme) ............................................................25 Abbildung 8: Chill-Raum unten (eigene Aufnahme ...............................................................28 Abbildung 9: Chill-Raum oben (eigene Aufnahme) ...............................................................29 Abbildung 10: Chill-Raum Vorraum (eigene Aufnahme) ........................................................29 Abbildung 11: Chill-Raum von vorne (eigene Aufnahme) ......................................................29 Abbildung 12: Evaluation Benutzung (eigene Aufnahme) .....................................................31 Abbildung 13: Evaluation Gefallen (eigene Aufnahme) .........................................................31 Abbildung 14: Eingangsbereich (eigene Aufnahme) .............................................................43 Abbildung 15: EG, Raum 1, Gesellschaftsspiele & Laptops (eigene Aufnahme) ...................43 Abbildung 16: EG, Raum 2, Kreativecke (eigene Aufnahme) ................................................44 Abbildung 17: OG, Eingangsbereich (eigene Aufnahme) ......................................................44 Abbildung 18: OG, Ruheraum (eigene Darstellung) ..............................................................45 Abbildung 19: OG, Konstruktionsecke (eigene Aufnahme) ...................................................45 Abbildung 20: OG, Bewegungsecke (eigene Aufnahme) ......................................................46 Abbildung 21: Roadmap (eigene Darstellung) ......................................................................47 Abbildung 22: Flipchart Lieblingsplatz, Teil1 (eigene Aufnahme) ..........................................52 Abbildung 23: Flipchart Lieblingsplatz, Teil 2 (eigene Aufnahme)..........................................52 Abbildung 24: Flipchart Material, Teil 1 (eigene Aufnahme) ..................................................53 Abbildung 25: Flipchart Material, Teil 2 (eigene Aufnahme) ..................................................53 Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Verantwortliche Personen (eigene Darstellung) ..................................................... 6 Tabelle 2: Wichtige Akteur:innen (eigene Darstellung) ..........................................................18 Tabelle 3: SEPO-Matrix (eigene Darstellung) .......................................................................30 Tabelle 4: Budget (eigene Darstellung) .................................................................................34 Tabelle 5: Risikoanalyse (eigene Darstellung) ......................................................................35 Tabelle 6: SWOT-Analyse (eigene Darstellung) ....................................................................55 Tabelle 7: SEPO-Matrix Team (eigene Darstellung) ..............................................................56 Tabelle 8: SEPO-Matrix Auftragsgeberin (eigene Darstellung) ..............................................57 Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 6 1 Einleitung 1.1 Aufbau des Berichts Der vorliegende Projektbericht wurde wie folgt strukturiert: In der Einleitung werden allgemeine Informationen zum Projekt thematisiert. Zu Beginn wird die Trägerschaft vorgestellt und anschliessend die Ausgangslage und aktuelle Situation beschrieben. Abgeschlossen wird die Einleitung mit der Projektbegründung, die die Motivation der Projektleitung aufdeckt. Mit einer detaillierten Analyse der Situation mit Hilfe eines theoretischen Bezugsrahmens sowie der Perspektive der Sozialen Arbeit wird der Hauptteil gestartet. Daraus ergeben sich die projektmethodischen Grundlagen, welche die Beschreibung der Ziele, Zielgruppen, Projektablauf sowie -aufbau beinhalten. In einem weiteren Kapitel werden die gewählten Methoden vorgestellt, welche, während des Projektverlaufs genutzt wurden. Den Abschluss bilden die Beschreibung und Interpretation der Ergebnisse des beendeten Projektes. Im Schlussteil wird das Projekt evaluiert, die Nachhaltigkeit besprochen sowie die gezogenen Schlussfolgerungen und zukünftigen Perspektiven festgehalten. 1.2 Allgemeine Informationen zum Projekt Projekttitel: Rückzugsort – Ein Projekt für Kinder und mit Kindern Projektklassifikation: Entwicklungsprojekt Verantwortliche Personen: Projektleitung Praktikantin Studierende HSLU Lisa Schimmer,12 ECTS / 360h Auftragsgeberin Gruppenleiterin Delphine Eugster Betreuung Stadt Zug, Riedmatt, Gruppe Ost Projektbegleitung Dozent HSLU Uri Ziegele Tabelle 1: Verantwortliche Personen (eigene Darstellung) 1.3 Trägerschaft Die Trägerschaft für das Projekt ist die Betreuung der Stadt Zug mit Standort Riedmatt, Gruppe Ost. Die Auftragserteilung erfolgt durch die Gruppenleitung der Gruppe Riedmatt Ost. Dadurch wird diese zur Auftragsgeberin dieses Projekts. Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 7 Ausserhalb der Unterrichtszeiten wird dort ein Betreuungsangebot für Kindergartenund Primarschulkinder, im Alter von fünf bis zwölf Jahren, zur Verfügung gestellt. Am Mittag wird gemeinsam mit den Kindern gegessen und anschliessend haben die Kinder die Möglichkeit, sich in den Räumlichkeiten frei zu bewegen und selbst zu entscheiden, mit was sie sich im Moment befassen wollen. Die Betreuung als non-formales Angebot setzt einen pädagogischen Auftrag um, welcher sich auf drei Pfeiler stützt: Bildung, Betreuung und Erziehung. Den Kindern soll in der Betreuung ein sicheres und geschütztes Umfeld geschaffen werden, in welchem sie vielseitige Lerngelegenheiten haben können. Dabei steht besonders die Eigentätigkeit und -verantwortung im Mittelpunkt. Durch das Bestreiten des Alltags in der Grossgruppe werden die Kinder in ihrer eigenen Persönlichkeitsentwicklung gefördert sowie in ihren Sozialkompetenzen und der Partizipation (Bildungsdepartement, 2017, S. 3-4). 1.4 Ausgangslage und aktuelle Situation Die Betreuung Riedmatt Ost wird im Mittagsmodul von 63 Kinder gleichzeitig besucht. Die Kinder sind dabei im Alter von vier bis zwölf Jahren, das entspricht den Klassen vom ersten Kindergarten bis zur sechsten Klasse. Dabei ist der grösste Teil der Kinder, die fast täglich in der Betreuung sind, im Kindergarten sowie in der ersten oder zweiten Klasse. Aber auch Kinder aus den höheren Klassen besuchen die Betreuung, diese jedoch meistens nur an einem oder zwei Tagen. Der Betreuungsschlüssel beträgt 1:9, also auf neun Kinder eine Betreuungsperson. Diese Gruppengrösse führt zu einem hohen Lärmpegel und viel Bewegung in den einzelnen Räumen. Die Kinder haben kaum eine Möglichkeit, sich zurückzuziehen und einen Moment für sich zu sein. Die Räumlichkeiten sind nicht spezifisch auf eine Betreuung ausgerichtet, sondern wurden möglichst effektiv genutzt. Somit sind die Räume so genutzt, dass die Kinder spielen und sich austoben können (siehe Anhang A). Das führt dazu, dass es für die Kinder eine reizüberflutende Umgebung ist, welcher sie kaum entgehen können. Die Betreuung besteht aus zwei Stockwerken, auf welchen vier Räume verteilt sind. Der untere Stock besteht aus einem grossen Raum, der durch eine Schiebetüre getrennt werden kann. In diesen Räumen können die Kinder Gesellschaftsspiele spielen, sich in der Rollenspielecke austoben, sich bei der KreativInsel künstlerisch ausleben und begrenzt Zeit am Laptop verbringen. Das Obergeschoss ist hauptsächlich der Konstruktion gewidmet mit Lego, Kapla und ähnlichem. Ausserdem ist dort eine Bewegungsecke angesiedelt, in der sich die Kinder austoben können. Es besteht bereits ein Ruheraum im Obergeschoss. Dieser wird im Moment hauptsächlich zum Lesen von Büchern genutzt, aber nicht zur Beruhigung der Gefühle. Die Betreuungspersonen werden täglich in einen der Räume eingeteilt und tragen dort die Verantwortung. Sie sind auch die ersten Ansprechpersonen für die Kinder in diesem Raum. Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 14 3 Bestimmung des Handlungsbedarfs Wie oben beschrieben sind die Kinder in der Betreuung von den vielen Eindrücken überreizt und können teilweise ihre eigenen Emotionen nicht regulieren. Durch den fehlenden geschützten Raum, in dem sie sich selbst regulieren oder beruhigen können, lassen die Kinder ihre emotionale Überforderung an anderen Kindern oder an Betreuungsmitarbeitenden aus. Dies zeigt sich in häufigen Konflikten und Streitereien. Mit Hilfe eines reizarmen Rückzugsortes kann den Kindern geholfen werden, sich zu regulieren und ihre Emotionen zu verarbeiten. Das soll zu einer entspannteren Atmosphäre in der Grossgruppe führen und die Konflikte vorbeugend angehen. Im Leitbild der Betreuung der Stadt Zug stehen die Förderung von Partizipation, Integration und Selbstwirksamkeit sowie die Förderung des sozialen Zusammenhalts im Mittelpunkt. Durch einen Rückzugsort, welcher die selbstständige Regulierung ermöglicht, kann der soziale Zusammenhalt gestärkt sowie die Selbstwirksamkeit erhöht werden. Bei der Durchführung des Projekts wird die Partizipation und Integration der Kinder gefördert (Bildungsdepartement, 2016, S. 2). Auch im Berufskodex der Sozialen Arbeit wird die Förderung, Sicherung oder Stabilisierung der Entwicklung von Menschen als Ziel und Verpflichtung erwähnt. Dazu gehört es, das Wohlbefinden eines Menschen zu erhöhen und zwischenmenschliche Beziehungen zu stärken. Die Soziale Arbeit lebt nach dem Grundsatz der Selbstbestimmung sowie der Partizipation. Menschen haben das Recht, eigene Entscheidungen zu treffen und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben (AvenirSocial, 2010, S. 7-9). Aufgrund der oben beschriebenen Ausgangslage und der darauffolgenden theoretischen Analyse sowie der Bestimmung des Handlungsbedarfs aus Sicht der Sozialen Arbeit, wurde eine Dringlichkeit für einen Rückzugsort aufgezeigt. Mit Hilfe eines Rückzugsortes, welcher gemeinsam mit den Kindern erarbeitet wird, können die Kinder in ihrer Entwicklung gefördert und unterstützt werden. Das kann ihnen ein Gefühl von Sicherheit vermitteln und die Selbstwirksamkeit sowie das Wohlbefinden in der Gruppe können gestärkt werden. Im nächsten Abschnitt wird aufgezeigt, welche Ziele das Projekt verfolgt, welche Personen beteiligt sind und wie der zeitliche Plan aussieht. Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 15 4 Projektmethodische Fundierung Im folgenden Abschnitt werden die Ziele und Indikatoren sowie die Zielgruppen aufgezeigt. Das Projekt wird mit Hilfe der Projektaufbauorganisation und der Projektablauforganisation strukturiert und in einzelne Schritte aufgeteilt. 4.1 Ziele Das Hauptziel dieses Projekts lautet: Der Rückzugsort ist mit den Kindern erarbeitet (Leistung), damit die Kinder einen Ort haben, welcher ihnen eine selbstständige Regulierung der Emotionen ermöglicht (Wirkung). Das Hauptziel wurde in fünf Teilziele unterteilt und es wurden Indikatoren bestimmt, die auf die Erreichung eines Teilzieles hinweisen. Der ausgearbeitete Zielbaum mit Teilzielen und Indikatoren ist auf der nachfolgenden Seite zu sehen. Die Teilziele werden im Kapitel 6 vertiefter reflektiert und evaluiert. Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 16 Abbildung 2: Zielbaum (eigene Darstellung) Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 17 4.2 Zielgruppe Die primäre Zielgruppe des Projekts sind fünf bis zehn Kinder, die die Kinderprojektgruppe bilden werden. Die Projektleitung wird eng mit dieser Gruppe zusammenarbeiten und mit ihnen den Rückzugsort erarbeiten. Die sekundäre Zielgruppe ist die gesamte Kindergruppe der Betreuung Riedmatt Ost. Die Altersspanne erstreckt sich von vier bis zwölf Jahren und die Gruppe ist geschlechterdurchmischt sowie aus vielen verschiedenen Nationen und Kulturen zusammengesetzt. Der Rückzugsort soll möglichst für jedes Kind ansprechend sein. Die Betreuungsmitarbeitenden bilden die tertiäre Zielgruppe. Auch für die Mitarbeitenden ist ein Rückzugsort für die Kinder wünschenswert und soll in ihren Alltag eingebaut werden können. 4.3 Projektaufbauorganisation In der untenstehenden Abbildung ist die Projektaufbauorganisation dargestellt. Auf der operativen Ebene ist die Projektleitung von grosser Bedeutung, während in der strategischen Ebene die Auftragsgeberin eine wichtige Rolle trägt. Abbildung 3: Projektaufbauorganisation (eigene Darstellung) Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 18 Die Rollen und dazugehörige Aufgabenund Kompetenzbereiche sind in der folgenden Tabelle ersichtlich. Rolle / Akteur:in Aufgabenund Kompetenzbereich Trägerschaft Betreuung der Stadt Zug Standort Riedmatt, Gruppe Ost - Bereitstellen der Räumlichkeiten - Finanzielle Ressourcen Auftragsgeberin Gruppenleiterin Gruppe Ost Delphine Eugster - Auftragserteilung - Direkte Ansprechperson - Mitspracherecht - Unterstützung Projektleitung Projektleitung Lisa Schimmer - Projektumsetzung - Fachwissen aneignen - Trifft Entscheidungen - Kommunikation Projektbegleitung HSLU Uri Ziegele - Coaching - Reflexion - Aussenblick Mitarbeitende - Unterstützung bei Umsetzung - Inputs und Ideen einbringen Kinderprojektgruppe - Hilfe bei Umsetzung - Bedürfnisse einbringen - Stellvertretend für Gesamtgruppe Grossgruppe Kinder - Bedürfnisse einbringen Tabelle 2: Wichtige Akteur:innen (eigene Darstellung) Werte Im Austausch mit der Auftragsgeberin hat die Projektleitung einige Werte zusammengesammelt, welche der Auftragsgeberin sowie der Projektleitung wichtig bei der Projektumsetzung sind. Der Auftragsgeberin ist es wichtig, dass die Umsetzung bei der Projektleitung liegt und diese die Verantwortung trägt. Dies beinhaltet auch, dass sich die Projektleitung selbstständig Feedback einholt und ein gemeinsames Reflektieren mit der Auftragsgeberin zustande kommt. Ausserdem soll die Kommunikation transparent und offen verlaufen, besonders zum Betreuungsteam der Gruppe Ost. So sollen Missverständnisse und Verwirrungen minimiert werden und es soll klar sein, wo die Projektleitung mit der Umsetzung steht. Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 19 4.4 Projektablauforganisation Mit Hilfe der Projektablauforganisation wurden die Teilziele in weitere kleine Schritte unterteilt. So kann bereits ein Zeitplan erstellt werden und die Projektleitung erhält eine Übersicht, welche Projektphase am Laufen ist. Am Ende einer Phase werden im Rahmen einer Meilensteinsitzung die erreichten Ziele evaluiert. 4.4.1 Projektphasen Das Projekt ist in vier Phasen unterteilt, welche meist durch eine Meilensteinsitzung beendet werden. In der Recherchephase werden alle nötigen Informationen gesammelt und festgehalten. In einer weiteren Phase wird das Projekt umgesetzt. In der Eröffnungsphase wird der Raum für die Kinder geöffnet und erste Erfahrungen mit dem Rückzugsort werden gesammelt. Das Projekt schliesst mit der Evaluationsphase ab, in der Feedback gesammelt und der Prozess reflektiert wird. Evaluation Die vier Phasen konnten grundsätzlich gut umgesetzt werden und boten eine lockere Richtlinie. Die Recherchephase zog sich durch alle anderen Phasen hindurch und konnte nicht im Vorherein abgeschlossen werden. Dies war jedoch schlussendlich hilfreich, damit die Projektleitung ihr fachliches Wissen immer wieder erweitern und anwenden konnte. Die Umsetzungsphase verlief ohne grosse Zwischenfälle. Durch allgemeine zeitliche Verschiebung gab es keine klare Trennung zwischen der Eröffnungsphase und der Evaluationsphase. Dies stellte aber nur bedingt ein Hindernis dar. Durch die kurze Eröffnungsphase war es für die Kinder sowie das Team schwierig in der Evaluationsphase auf viele Erfahrungen zurückzugreifen. Für eine erste Evaluation und Einschätzung, war die Zeit jedoch ausreichend. 4.4.2 Zeitplan Das Projekt wurde in einzelne Teilschritte aufgeteilt, welche in einer Roadmap festgehalten wurden. Diese Roadmap dient der Projektleitung als Übersicht und gibt Orientierung über die einzelnen Arbeitsschritte und deren zeitliche Abfolge. Die Roadmap ist im Anhang ersichtlich (Anhang B). Evaluation Der Zeitplan war eine grosse Hilfe für die Projektleitung. Bei der Erstellung war es schwierig einzuschätzen, welche Schritte wie viel Zeit benötigen. In der Umsetzung stellte sich heraus, dass die Einschätzungen meist gut passten und förderten so einen guten Arbeitsfluss. Schlussendlich wurde der Zeitplan aber nicht genau so umgesetzt. Grund dafür war, dass in der Planung das Augenmerk zu wenig auf den Ausfall von der Projektgruppe gelegt wurde. Mit Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 20 den eingeplanten Pufferzeiten konnte aber auch dieser Ausfall gut aufgefangen werden. Lediglich dass die Eröffnungsphase dadurch verkürzt wurde, zeigte sich als hinderlich im weiteren Vorgehen der Evaluation. 4.4.3 Projektcontrolling und -steuerung Für die Dokumentation der einzelnen Arbeitsschritte wird ein Dokument erstellt und von der Projektleitung fortlaufend bearbeitet. Die Auftragsgeberin wird von der Projektleitung in ausgemachten Sitzungen mündlich informiert oder über kleinere Schritte per E-Mail auf den neusten Stand gebracht. Die Mitarbeitenden der Betreuung Riedmatt Ost werden in geplanten Teamsitzungen von der Projektleitung informiert und in das Projekt miteinbezogen. Die Kommunikation zu der Kindergruppe läuft über die Projektleitung und wird in persönlichen Gesprächen gefördert. Die Grossgruppe wird an den täglichen Tischinfos über den aktuellen Stand informiert. Die Projektbegleitung wird mit E-Mails über den Verlauf des Projekts informiert und bei ausgemachten Coaching-Gesprächen werden Probleme und Herausforderungen kommuniziert. Evaluation Die Kommunikation zwischen der Projektleitung und den verschiedenen Akteur:innen verlief sehr positiv. Die Zusammenarbeit mit der Auftragsgeberin konnte regelmässig in kurzen Sitzungen gepflegt werden. Auch gab es genügend Austauschmöglichkeiten zwischen dem Team und der Auftragsgeberin. Die Möglichkeit die Kinder mit Hilfe der täglichen Tischinfos zu erreichen, bewährte sich. Für Kinder die täglich in der Betreuung sind, waren diese Infos jedoch gegen Ende Woche nicht mehr interessant und die Aufmerksamkeit nahm ab. Dies konnte mit persönlichen Gesprächen am Mittagstisch und im Alltag wieder ausgeglichen werden, so dass die meisten Kinder erreicht wurden und sie ihre Meinung einbringen konnten. Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 21 5 Methodisches Vorgehen In diesem Abschnitt werden die verschiedenen Methoden vorgestellt, die für die Erarbeitung vom Rückzugortes gebraucht werden. Erste Überlegungen aus der Projektskizze werden genauer ausgeführt, verworfen und mit neuen Ideen ergänzt. Das beinhaltet die Methoden, die mit der Kindergruppe angewendet werden, sowie die Methoden mit den Mitarbeitenden. 5.1 Fachliteratur Die Projektleitung hat sich vor dem Start des Projekts in die Thematik eingelesen. Dabei wurde der Fokus besonders auf die drei Theorien im Kapitel 2 gelegt. Dazu musste die passende Literatur ausgewählt und gelesen werden. Das Ziel der Recherche war, dass die Projektleitung ihr Wissen erweitert und festigt. Die gelesene Literatur bildete eine Wissensgrundlage für die Durchführung des Projekts. Evaluation Die Literaturrecherche war ein wichtiger Startpunkt für das Projekt. Der Projektleitung half es, sich in die verschiedenen Theorien zu lesen und bereits eine gute Grundlage für die Weiterarbeit zu haben. Es stellte sich heraus, dass die Literaturrecherche nicht im Vorhinein abgeschlossen werden konnte. Selbst während der Durchführung des Projekts hat sich die Projektleitung weiter in die Literatur vertieft und ihr Wissen gefestigt. Die Fachliteratur hat der Projektleitung geholfen das Projekt fachlich und professionell umzusetzen und das eigene Handeln begründen zu können. 5.2 Bedürfniserhebung Für das Projekt war es von grosser Bedeutung die verschiedenen Bedürfnisse der einzelnen Akteur:innen einzuholen. Dabei wurde zwischen Auftragsgeberin, Mitarbeitenden und Kinder unterschieden. So unterschieden sich auch die angewandten Methoden, die eingesetzt wurden. Da das Projekt partizipativ umgesetzt wurde, waren besonders die Bedürfnisse der Kinder wichtig für die spätere Umsetzung. 5.2.1 Befragung Auftragsgeberin Aufbauend auf den Werten transparente und offene Kommunikation sowie gemeinsames Reflektieren im Kapitel 4.3 wurde ein enger Austausch mit der Auftragsgeberin gefördert. Dieser Austausch wurde bereits vor dem Umsetzen des Projektes in Anspruch genommen. Dadurch war der Projektleitung von Anfang an bewusst, welche Erwartungen und Vorstellungen die Auftragsgeberin hatte. Es kristallisierte sich heraus, dass die Auftragsgeberin der Projektleitung freie Hand bei der Planung und Umsetzung lässt, mit der einzigen Bedingung, dass sie Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 22 sowie das Team offen und transparent über den Verlauf informiert werden. Auch für die Auftragsgeberin war es ein Anliegen, dass der Rückzugsort mit Beteiligung der Kinder gestaltet werden kann und die Kinder ihre Ideen und Wünsche einbringen können. In regelmässigen Abständen wurde der aktuelle Verlauf des Projekts gemeinsam reflektiert und falls nötig, neue Ideen und Inputs diskutiert. Für die Projektleitung war dieses Austauschgefäss wertvoll. Durch die Freiheit, das Projekt so zu gestalten, wie es der Projektleitung am besten passt, konnte sehr selbstständig gearbeitet werden. Durch das gemeinsame Reflektieren konnten bereits aufkommende Herausforderungen miteinander angegangen werden und die Projektleitung wurde in ihrem Entscheidungsprozess unterstützt. 5.2.2 Befragung Mitarbeitende Bei der Bedürfniserhebung mit den Mitarbeitenden wurde auf verschiedene Methoden zurückgegriffen. Damit das ganze Team miteinbezogen werden konnte, wurde extra eine zusätzliche Teamsitzung geplant, welche explizit für den Austausch und Ideen sammeln für das Projekt gedacht war. Die Projektleitung hat die Sitzung vorbereitet sowie geführt. In einem ersten Teil wurde über das Projekt informiert und das erste theoretische Wissen geteilt. Anschliessend wurde die Runde eröffnet und die Mitarbeitenden konnten ihre Ideen und Inputs mit der Projektleitung teilen. Die Ergebnisse der Sitzung sind im Anhang C zu sehen. Folgende Methoden wurden dabei angewendet. Sozialraumbegehung Bei der Sozialraumbegehung steht im Zentrum, dass Orte, Siedlungen und Räume mit deren Ressourcen aus Sicht der betroffenen Gruppen angeschaut wird. Die betroffenen Gruppen werdend dabei als Expert:innen für ihren Sozialraum gesehen und führen durch ihre Lebenswelt. So können wichtige Orte im Sozialraum bestimmt werden (Deinet & Krisch, 2009). Für das Projekt wurde die Methode leicht abgewandelt. Den Teammitgliedern wurde die Aufgabe gegeben, dass sie sich in ein Kind aus der Betreuung versetzen sollen. Mit diesem Kind im Kopf sollen sie durch die Betreuung laufen und sich überlegen, welche Räume wichtig sind für das Kind, wo es sich wohl fühlt und wo weniger. Nach einer kurzen Zeit kamen alle wieder zusammen und Gedanken und Eindrücke wurden ausgetauscht und festgehalten. Diese Methode hat mit dem Team gut funktioniert. Die Mitarbeitenden wirkten konzentriert und liessen sich auf die Methode ein. Der Austausch kam zu Beginn eher schwerfällig in Gang, wurde aber je mehr Wortmeldungen es gab, zunehmend bereichernd. Die Sozialraumbegehung war besonders förderlich für die Bestimmung des Rückzugsortes. Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 23 Gruppendiskussion Bei der Gruppendiskussion wird von der Sitzungsleitung eine Eingangsfrage in die Runde gestellt, welche den Anfang für die Diskussion bildet. Das Setting ist offen, so dass sich alle Mitglieder der Gruppe zu Wort melden können. Kann die Gruppe nicht weiter über die Anfangsfrage diskutieren, so kann eine thematisch nachfolgende Frage gestellt werden (Universität Leipzig, o.J.). Aufbauend auf der Sozialraumbegehung wurde eine Gruppendiskussion gestartet mit der Frage: Was stellt ihr euch unter einem Rückzugsort vor? Was gibt es dort? Da das Team schon im Austausch war, lief der Übergang zu der Gruppendiskussion gut und es gab einige Wortmeldungen zum Thema. Die Mitarbeitenden ergänzten sich gegenseitig und es entstand eine gute Diskussion. Die Ergebnisse der Diskussion wurden von einem Teammitglied stichwortartig auf einem Flipchart festgehalten (siehe Abbildung 4). Eine Herausforderung war es, dass das Team mit ihren Ideen beim Thema bleibt und nicht in eine andere Richtung abschweift. Da brauchte es eine gewisse Führung der Projektleitung, damit die Diskussion beim Kernthema blieb. Ausserdem kamen nicht alle Teammitglieder gleich oft zu Wort, was sich aber nicht negativ auf die Diskussion und Ergebnisse auswirkte. Ideenkorb sammeln Eine letzte angewendete Methode war der Ideenkorb. Die Methode kommt aus dem Zürcher Ressourcen Modell. Eine Hauptperson bringt eine Frage oder gewünschtes Ziel in die Runde, während die anderen Ideen und Assoziationen sammeln, die ihnen dazu einfallen. Diese Ideen und Assoziationen werden in einem weiteren Schritt miteinander geteilt, während die Hauptperson, diese auf sich wirken lässt (Bertelsmannstiftung, o.J.). Das gewünschte Ziel des Ideenkorb war es, Methoden zu sammeln, mit welchen die Kindergruppe nach ihren Bedürfnissen gefragt werden können. Für das Sammeln der Ideen war es hilfreich, dass die Mitarbeitenden bereits einige Minuten miteinander diskutiert haben und so ein guter Flow entstanden ist. Auch hier war wieder die Herausforderung, dass das Team mit ihren Ideen bei der Frage bleiben und nicht abschweifen, zu anderen aktuellen Problemstellungen in der Betreuung. Die Ergebnisse vom Ideenkorb wurden stichwortartig im Sitzungsprotokoll festgehalten (Anhang C). Abbildung 4: Flipchart Teamsitzung (eigene Aufnahme) Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 30 6.1.5 Teilziel 5: Einweihung und Evaluation «Das Projekt ist mit der Auftragsgeberin und den Kindern eingeweiht.» Das letzte Teilziel wurde nur bedingt umgesetzt. Da das Projekt zeitlich in Verzug geraten ist, war keine Zeit mehr für ein Eröffnungsfest. In der Wocheninfo wurde der Gesamtgruppe die Eröffnung des Rückzugsortes mitgeteilt, so dass alle Kinder wussten, dass dieser nun genutzt werden kann. Damit die Mädchen aus der Kinderprojektgruppe für ihren Einsatz wertgeschätzt werden, konnten sie gemeinsam mit der Projektleitung eine Glace geniessen und konnten so den Abschluss gemeinsam feiern. In dieser letzten Phase wurde auch die Evaluation mit der gesamten Gruppe, der Kinderprojektgruppe, dem Team und der Auftragsgeberin durchgeführt. Da die Umsetzungsphase eher kurz war, war es teilweise auch schwierig ein aussagekräftiges Feedback der einzelnen Beteiligten einzuholen. Genaueres zur Evaluation wird in den kommenden Zeilen erläutert. SEPO-Methode Für die Evaluation wurde die SEPO-Methode angewandt. Diese stützt sich auf der Idee, dass aufgrund von der Vergangenheit für die kommende Zukunft dazugelernt werden kann. So konzentriert sich die Methode auf die Erfolge (Succès) und Misserfolge (Echecs) des vergangenen Projekts sowie die Möglichkeiten (Potentialités) und Hindernisse (Obstacles) in der kommenden Zukunft (KEK CDC Consultants, 2015, S. 1). + Succès: Was ist gut gelaufen? Welche Erfolge gab es? Was funktioniert gut? + Potentialités: Was kann in der Zukunft verändert werden? Welche Möglichkeiten zur Veränderung gibt es? - Echecs: Was ist schlecht gelaufen? Wo gab es Schwierigkeiten? Was funktioniert weniger gut? - Obstacles: Welche Hindernisse stehen einer positiven Veränderung im Weg? Tabelle 3: SEPO-Matrix (eigene Darstellung) Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 31 Evaluation Gesamtgruppe Mit der gesamten Kindergruppe wurde darauf verzichtet eine grosse Evaluation durchzuführen. Während einer Woche wurden zwei Plakate in der Nähe vom Chill-Raum aufgehängt. Dort konnten die Kinder mit Hilfe eines Klebepunktes mitteilen, ob sie den Chill-Raum schon benutzt haben und wie ihnen der ChillRaum gefällt. Auffällig zu sehen ist, dass viele Kinder den Rückzugsort noch nicht benutzt haben (siehe Abbildung 12). Das lässt sich darauf zurückführen, dass die Eröffnung kurz vor den Sommerferien stattgefunden hat und somit nicht viel Zeit blieb, den Chill-Raum richtig zu etablieren. Da in dieser Zeit auch oft schönes Wetter war, haben die Kinder viel Zeit draussen verbracht statt in den Innenräumen. Bei der Frage, wie ihnen der Chill-Raum gefällt, lässt sich ein eher negatives Bild ablesen (siehe Abbildung 13). Viele Kinder sind nicht zufrieden mit der aktuellen Gestaltung. Es wäre spannend gewesen, genauer zu wissen, was ihnen nicht gefällt, damit an diesen Punkten gearbeitet werden kann. Aus diesem Stimmungsbild lässt sich vielleicht auch erklären, warum noch nicht viele den Chill-Raum genutzt haben. Abschliessend lässt sich sagen, dass das Projekt nicht bei allen Kindern überzeugend angekommen ist. Jedoch lässt sich trotzdem erkennen, dass einige bereits Gebrauch vom Chill-Raum gemacht haben und sich dort wohlfühlen. Evaluation Kinderprojektgruppe Mit der Kinderprojektgruppe wurde eine vereinfachte und verkürzte Form der SEPO-Methode angewendet. Dabei wurde der Punkt mit den zukünftigen Hindernissen weggelassen. Mit den Mädchen wurde angeschaut, was ihnen Spass gemacht hat bei der Umsetzung, was eher anstrengend war und was in Zukunft im Chill-Raum verändert werden könnte. Sie konnten sich gut in ihren Erfahrungen äussern und sprachen wertschätzend von der Zeit der Projektumsetzung. Besonders positiv äusserten sie sich zur Umsetzung vom Rückzugsort, was das Putzen und Einrichten beinhalteten. Was ihnen am Anfang des Projekts nicht bewusst war, war der grössere Zeitaufwand für sie während der Planung und Umsetzung. Abbildung 13: Evaluation Gefallen (eigene Aufnahme) Abbildung 12: Evaluation Benutzung (eigene Aufnahme) Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 32 Evaluation Team Mit den Mitarbeitenden wurde die SEPO-Methode per E-Mail durchgeführt. Dabei konnten sie der Projektleitung ihre Erfahrungen schildern, die sie in der kurzen Eröffnungsphase gemacht haben. Viele vom Team haben ähnliche Erfahrungen gemacht. Der Chill-Raum kam bei den Kindern gut an und die Regeln werden gut eingehalten. Die Kinder nutzen den unteren sowie den oberen Teil und ziehen sich zurück. Die Lautstärke im Raum wurde von den meisten als störend empfunden. Da der Chill-Raum noch nicht lange existiert, sehen viele die Möglichkeit, dass die Kinder mit Hilfe des Personals den Ort regelmässiger nutzen. Dabei könnte hilfreich sein, den Ort noch gemütlicher zu gestalten. Als Hindernis wurde der Standort sowie die Lautstärke genannt. Die Projektleitung zieht daraus den Schluss, dass der Rückzugsort in Zukunft noch ausgebaut und gemeinsam mit den Kindern verändert werden kann. Somit könnte gewährleistet werden, dass er öfters genutzt wird und die Kinder sich gerne zurückziehen. Die Nachhaltigkeit wird im Kapitel 8 noch genauer erläutert. Evaluation Auftragsgeberin Auch mit der Auftragsgeberin wurde in einem Gespräch die SEPO-Methode angewendet. Dabei unterschied sich ihre Evaluation leicht von derjenigen vom Team, da noch mehr auf die Umsetzung auf der Ebene der Projektleitung eingegangen wurde. Die Auftragsgeberin sah die Erfolge besonders im partizipativen Prozess sowie der kreative Anteil im Projekt. Die Misserfolge liegen hauptsächlich auf der planerischen Ebene der Projektleitung. Dort wäre es wünschenswert gewesen, mit mehr Weitblick zu planen und die Auftragsgeberin im Voraus über die geplanten Durchführungs-Nachmittage zu informieren. Auch das gemeinsame Feiern der Eröffnung hat gefehlt. Das Projekt hat viele neue Möglichkeiten eröffnet, weiter am Rückzugsort zu arbeiten. Mit den Kindern kann nochmals in den Dialog gegangen werden, um erneut ihre Wünsche und Ideen abzuholen. So kann auch der Chill-Raum mit neuen Materialien ergänzt werden. Das grösste Hindernis, welches einer positiven Veränderung im Weg steht, ist, dass die Kinder noch stark durch die Kinder oben auf dem Spielturm abgelenkt werden. Für die Projektleitung war besonders die Evaluation mit der Auftragsgeberin lehrreich. Da das Projekt und dessen Umsetzung nicht nur auf der Ebene der Kinder, sondern auch auf der Ebene der Projektleitung reflektiert wurde, zeigte sich hilfreich für die eigene Evaluation der Projektleitung. Abschliessend lässt sich sagen, dass das Projekt eine gute Entwicklung gestartet hat. Vieles hatte einen positiven Einfluss, jedoch gibt es auch Entwicklungspotenzial, den Chill-Raum Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 33 anders zu gestalten und weiterzuführen. Diese Weiterführung vom Rückzugsort wird im Kapitel 8, Nachhaltigkeit, festgehalten. 6.2 Auswertung Budget Ein grobes Budget wurde in der Projektskizze aufgelistet und mit der Auftragsgeberin vorbesprochen. In diesem Teilkapitel werden die geplanten und effektiven Ausgaben gegenübergestellt und ausgewertet. Budget Praxisprojekt Aufwand Personalkosten Anzahl in Stunden Kosten pro Stunde in CHF Geplant in CHF Effektiv in CHF Projektleitung 360 50 18’000 18’000 Auftragsgeberin 11 100 1’100 1’100 Projektbegleitung HSLU 4 100 1’200 400 Total Personalkosten 20’300 19’500 Sachkosten Anzahl Kosten pro Einheit Geplant Möbel 0 0 200 0 Vorhänge 1 7.90 200 7.90 Deko 1 79.90 100 79.90 Anti-Stress-Kiste 1 1 69.90 57.10 0 69.60 57.10 Eröffnungsfeier 1 10.70 50 10.70 Druckund Kopierkosten 0 0 40 0 Total Sachkosten 590 225.50 Gesamtbetrag Aufwand 20’890 19'725.50 Erträge Eigenmittel Eigenmittel budgetiert CHF Eigenmittel effektiv CHF Total in CHF Infrastruktur und Material (durch Trägerorganisation) 590 225.50 590 Arbeitszeit (durch Trägerorganisation) 1’100 1’100 1’100 Eigenleistung Studierende 18’000 18’000 18’000 Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 34 Eigenleistung Projektbegleitung HSLU 1’200 400 1’200 Gesamttotal Erträge 19'725.50 20’890 Erfolgsrechnung Geplant in CHF Effektiv in CHF Aufwand 20’890 19'725.50 Ertrag 20’890 19'725.50 Erfolgstotal 0 0 Differenz Geplant 20’890 Effektiv -19'725.50 Differenz total 1'164.60 Tabelle 4: Budget (eigene Darstellung) Wie der Tabelle oben zu entnehmen ist, wurde für das Projekt weniger Geld benötigt als budgetiert. Dies lässt sich dadurch erklären, dass viele Möbel und Materialien aus der Betreuung neu genutzt worden sind. So mussten nur wenige Neuanschaffungen gemacht werden. Ausserdem wurden weniger Coachings mit dem Mentor in Anspruch genommen, da vieles direkt mit der Auftragsgeberin besprochen werden konnte. Da es zeitlich nicht für eine Eröffnungsfeier reichte, wurde auch dort an Ausgaben gespart. 6.3 Auswertung Risikoanalyse Jedes Projekt bringt Stärken und Schwächen mit sich, mit denen gearbeitet werden muss. Zu Beginn des Projekts wurde eine SWOT-Analyse erstellt (siehe Anhang F). Die dort festgestellten Risiken wurden in der folgenden Risikoanalyse dargestellt (siehe nächste Seite). Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 35 Risikoanalyse Risiko Ursache Folgen Priorisierung Vorbeugende Massnahme Absichernde Massnahmen Überforderung der Projektleitung Projektleitung holt sich zu wenig Hilfe Stress, Unzufriedenheit, geringe Motivation hoch Projektleitung holt sich aktiv Hilfe bei den betroffenen Personen Regelmässige Updates zum Projektverlauf an Auftragsgeberin Krankheitsbedingte Ausfälle Krankheit von Projektleitung oder Mitarbeitenden Verzögerungen in der Umsetzung Mittel Mitarbeitende über Projekt informieren Mitarbeitende kennen die Projektphasen und - abläufe Zu wenig zeitliche Ressourcen Das Projekt wird zu umfassend Projekt wird nicht rechtzeitig fertig mittel Das Projekt wird nicht zusätzlich vergrössert Die Projektleitung hält sich an ihre Projektskizze Kinder wollen im Projektteam nicht mithelfen Die Kinder haben kein Interesse an einem Rückzugsort Rückzugsort wird allein oder mit den Mitarbeitenden erarbeitet tief partizipativ mit den Kindern arbeiten und auf ihre Bedürfnisse eingehen Kindergerechte Methoden verwenden, von Anfang an Kinder einbeziehen Tabelle 5: Risikoanalyse (eigene Darstellung) Die Überforderung der Projektleitung wurde in der Risikoanalyse am höchsten eingestuft. Dieses Risiko ist nur bedingt eingetroffen, hat jedoch den Projektverlauf nicht negativ beeinflusst. Mit Hilfe der absichernden Massnahme konnte der Überforderung gut entgegengewirkt werden, da die Auftragsgeberin jederzeit wusste, in welcher Phase sich das Projekt befindet und wie sich die Projektleitung fühlt. Besonders fördernd war es, dass die Auftragsgeberin eine hohe Eigenmotivation hatte und somit die Projektleitung unterstützte bei der Umsetzung. Als mittelhohes Risiko wurden krankheitsbedingte Ausfälle und zu wenig zeitliche Ressourcen eingestuft. Während der Umsetzung gab es einerseits krankheitsbedingte Ausfälle der Projektleitung, aber auch anderweitige Ausfälle von der Projektleitung sowie der Kinderprojektgruppe. Dies führte dazu, dass es schlussendlich auch zu wenig zeitliche Ressourcen gab. Die Projektleitung reagierte darauf, dass sie der Kinderprojektgruppe in ihrer Abwesenheit einen Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 36 Auftrag gab, welchen sie selbstständig bearbeiten konnten und beim nächsten Treffen besprechen konnten. Ausserdem wurde auf die Eröffnungsfeier aus zeitlichen Gründen verzichtet. Das letzte Risiko wurde richtig eingeschätzt und beeinflusste das Projekt kaum. Die Kindergruppe war motiviert am Projekt mitzuarbeiten und gaben fleissig Inputs und Ideen. Besonders die Kinderprojektgruppe zeigte eine hohe Eigenmotivation und arbeitete auch in Abwesenheit der Projektleitung am Projekt weiter. Dieses Verhalten wurde durch die partizipative Arbeitsmethode gesteigert, da die Kinderprojektgruppe selbstständig wählen konnten, wann und an was gearbeitet wird. Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 37 7 Evaluation und Sicherung der Ergebnisse Im den folgenden Unterkapitel wird das Projekt gesamthaft evaluiert. Dazu wird auf die SEPOMethode zurückgegriffen, welche im Kapitel 6.1.5 beschrieben wird. 7.1 Succès – Erfolge Die Projektleitung kann einige Erfolge in der Umsetzung vom Rückzugortes feststellen. Die Kinder sowie das Team zeigten ein hohes Interesse am Projekt und konnten so die Projektleitung immer wieder motivieren. Ein grosser Erfolg war die Arbeit mit der Kinderprojektgruppe. Die drei Mädchen zeigten viel Eigenmotivation und Eigeninitiative, was der Projektleitung Arbeit abnahm. Durch ihre Ideen und Engagement konnte die ganze Gesamtgruppe in das Projekt involviert werden. Der Projektleitung zeigte dies, dass Partizipation mit Kindern ein Erfolg sein kann, bei dem Erwachsene sowie Kinder bestärkt werden. Obwohl die Eröffnungsphase eher kurz geraten ist, liess sich ein positives Bild zeichnen. Der Rückzugsort wurde immer öfters von den Kindern gebraucht. Vor allem die Anti-Stress-Kiste war sehr beliebt und die Kinder zogen sich gerne in den unteren aber auch den oberen Bereich zurück, um ein wenig Ruhe zu haben. 7.2 Echecs – Misserfolge Weniger gut umgesetzt wurde der Zeitplan auf Ebene der Projektleitung. Im Vorhinein wurden viele Gedanken bezüglich des zeitlichen Verlaufs gemacht. Jedoch wurden diese Überlegungen in der Umsetzung nicht immer realisiert. Für ein weiteres Projekt wäre es hilfreich sich mehr am Zeitplan zu orientieren und diesen auch der Auftragsgeberin darzulegen. Die Projektleitung hat teilweise spontan am Projekt gearbeitet, was mit der aktuellen Besetzung gut ging. Es wäre transparenter gewesen, die Umsetzungstage verbindlich im Voraus zu planen und festzulegen. So hätte die Auftragsgeberin, das Team und die Kinder stets gewusst, wann es weiter geht. Zusammenhängend mit der Zeitplanung ist die Eröffnung des Rückzugortes ein Misserfolg gewesen. Da es zeitlich nicht für eine Eröffnungsfeier reichte, schloss die Umsetzungsphase inoffiziell beendet. Den Kindern wurde kommuniziert, dass sie den Rückzugsort nun nutzen können. Anhand der eher tiefen Zahlen der Benutzung (siehe Kapitel 6.1.5) lässt sich deuten, dass nicht allen Kindern der neue Ort aufgefallen ist. Mit einer offiziellen Feier wäre das Ergebnis eventuell anders ausgegangen. Ausserdem wäre es besonders für die Kinderprojektgruppe schön gewesen, das Projekt mit allen Kindern zu eröffnen. Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 38 7.3 Potentialités – Möglichkeiten in der Zukunft Die Projektleitung zeigt sich zuversichtlich, dass der Chill-Raum in der Zukunft häufiger gebraucht wird. Jede Veränderung braucht ihre Zeit und die Kinder brauchen die Chance, sich zuerst an den neuen Ort in der Betreuung zu gewöhnen und ihre Erfahrungen zu machen. Zeit stellt damit eine wichtige Möglichkeit dar, den Chill-Raum attraktiver werden zu lassen. Ein grosses Thema dabei ist sicher auch die Weiterentwicklung des Ortes. Durch das Aufnehmen im Team-ABC und der Übergabe der Verantwortung an eine neue Betreuungsperson wird gewährleistet, dass der Rückzugsort weiterhin gepflegt und weiterentwickelt wird. Zusätzlich könnte der Chill-Raum als Jahresziel der Betreuung behandelt werden und während dem Jahr, immer wieder thematisiert werden. Durch erneutes Aufgreifen der Wünsche und Ideen der Kinder, kann der Ort noch mehr auf ihre Bedürfnisse angepasst werden. Mit einer Umgestaltung könnte auch dem Lärm im Raum entgegengewirkt werden, in dem schalldämpfende Materialien gebraucht werden. So wäre es besonders für das Kind im unteren Bereich des Chill-Raums bedeutend ruhiger und somit reizarmer. Diese Entwicklung wäre hilfreich, damit die Kinder noch mehr von den umliegenden Reizen abgeschirmt werden und in Ruhe sich ihren Emotionen widmen können. Möglich wäre auch eine Verschiebung des Chill-Raums in einen ruhigeren Raum in der Betreuung. 7.4 Obstacles – Herausforderungen in der Zukunft Im Moment steht besonders der Lärm einer positiven Veränderung im Weg. Bei den Möglichkeiten für die Zukunft konnten bereits einige Ideen dagegen gesammelt werden. Bei einer zu hohen Lärmbelastung und Ablenkung fällt es den Kindern schwer, sich selbst zu beruhigen und herunterzufahren. Das Projekt wird in der Abschlussphase mit allen involvierten Personen evaluiert. Die Methoden zur Evaluation werden in der Umsetzungsphase von der Projektleitung erarbeitet und festgelegt. Die Evaluation soll dabei helfen, den Rückzugsort nachhaltig zu gestalten und in einem nächsten Schritt anpassen zu können. Die Reflexion mit den Kindern wird auf eine spielerische und einfache Art geschehen, während die Evaluation mit den Mitarbeitenden im Rahmen einer Team-Sitzung ihren Platz finden wird. Diese Auswertung wird am Ende der Umsetzungsphase stattfinden. Gemeinsam mit der Auftragsgeberin und der Projektbegleitung wird das Projekt an den Meilenstein-Sitzungen reflektiert und evaluiert. Dabei wird besonders auf die Zielerreichung und die Auswahl der Methoden geachtet. Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 39 8 Nachhaltigkeit Das Projekt wurde so umgesetzt, dass es auch langfristig genutzt werden kann und sich auch neue Kinder auf der Wohngruppe wohlfühlen. Der Rückzugsort soll aber wandelbar bleiben und sich den Bedürfnissen der aktuellen Kindergruppe anpassen können. Nach Abschluss des Projekts sind die Mitarbeitenden sowie die Auftragsgeberin für das Weiterführen verantwortlich. Die Projektleitung und die Auftragsgeberin haben in der letzten Sitzung bereits sichernde Massnahmen besprochen, die verhelfen, den Rückzugsort nachhaltig und langlebig zu gestalten. So wird die Verantwortung für den Rückzugsort im Team-ABC festgehalten und eine neue verantwortliche Person wird nach den Sommerferien bestimmt. Diese Person ist verantwortlich, dass der Rückzugsort gepflegt und weiterentwickelt wird. Gemeinsam wurde auch abgemacht, dass die Projektleitung den abgeschlossenen Projektbericht den Mitarbeitenden zustellt, damit sie Zugriff haben auf das erarbeitete theoretische Wissen sowie die bereits gemachten Erfahrungen und Learnings. Auch die Kinder sollen erneut die Möglichkeit haben, sich in der Weitergestaltung mitzuhelfen, in dem nochmals auf ihre Bedürfnisse eingegangen wird. Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 46 Abbildung 20: OG, Bewegungsecke (eigene Aufnahme) Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 47 Anhang B: Roadmap Projektteam Ferien Stadt Zug Ferienbetreuung Ferien Lisa Auftragsvereinbarung und Projektskizze verfassen x x x x Auftragsvereinbarung besprechen und unterschreiben x x Abgabe Projektskizze x Initialisierung (Vorgehensplanung) Literaturrecherche 20 x x partizipative Methoden recherchieren 10 Kick off für alle Beteiligten durchführen 1 5 2 x Projekt den Mitarbeitenden vorstellen 1 2 x x Vorbereitung Bedürfnisbefragung Mitarbeitende 10 x x Befragung der Mitarbeitenden 2 5 x Auswertung der Bedürfnisse Mitarbeitende 10 x x Besuch von anderen Betreuungen 15 x Coaching 2 2 x Zeitpuffer 5 Erhebung und Analyse Information an die Kindergruppe 5 x Befragung der Kindergruppe 15 x x Auswertung der Bedürfnisse Kindergruppe 20 x x Ort definieren 1 5 x 1. Meilenstein: Bedürfnisse sind erhoben MA erneut informieren 1 5 x Kinderprojektgruppe für Umsetzung definieren 5 x Coaching 2 2 x Zwischentotal 6 141 6 Umsetzung (mit Kinderprojektgruppe) Vorbereitung der Sitzungen mit Kinderprojektgruppe 1 10 x Sitzung mit Kinderprojektgruppe 20 x x Material beschaffen 10 x Deko basteln 10 x x Raum einrichten 30 x x x Coaching 2 2 x Zeitpuffer 10 2. Meilenstein: Umsetzung ist abgeschlossen Zwischentotal 1 92 2 Eröffnung letzte Infos an Mitarbeitende 10 x Einweihungsfest planen 1 5 x Einweihungsfest vorbereiten 1 10 x Einweihungsfest durchführen 5 x Coaching 2 2 x 3. Meilenstein: Rückzugsort ist eröffnet. Zwischentotal 2 32 2 Evaluation Evaluationsmethoden planen 10 x x Evaluation mit Auftraggeberin 1 5 x Evaluation mit Mitarbeitenden 5 x Evaluation mit Kinder 10 x Auswertung 10 x x Abschlusssitzung 1 5 2 x Projektcontrolling und Projektdokumentation 40 x x x x x x x x x x x x Zeitpuffer 10 4. Meilenstein: Abschlusssitzung Zwischentotal 2 95 2 Total 11 360 12 KW 7 Sportferien KW 8 Beratung Auftraggeber Projekteiterin Beratung KW 1 2025 Weihnachtsferien KW 2 KW 3 KW 4 KW 5 KW 6 Sportferien KW 47 KW 48 KW 49 KW 50 KW 51 KW 52 Weihnachtsferien Auftraggeber Projekteiterin KW 45 2024 KW 46 KW 9 KW 10 KW 11 KW 12 KW 13 KW 14 KW 15 KW 16 / Frühlingsferien KW 17 / Frühlingsferien KW 18 KW 24 KW 25 KW 26 KW 27 KW 19 KW 20 KW 21 Hospitation KW 22 KW 23 KW 28 KW 29 KW 30 KW 31 KW 32 KW 38 KW 39 KW 33 KW 34 KW 35 KW 36 KW 37 Abbildung 21: Roadmap (eigene Darstellung) Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 48 Anhang C: Sitzungsprotokoll Team-Sitzung Sitzungsvorbereitung Dienstag, 28. Januar 10:00 Uhr: Projekt vorstellen -> mit Hilfe von Visualisierung vom Kick-Off - Ausgangslage: Reizüberflutung für die Kinder -> brauchen Rückzugsort zur Regulierung ihrer Emotionen - Theorien: o Entwicklungsaufgaben nach Kitty Cassée o Raum als dritter Pädagoge o Sozialraum ➔ Visualisierung vom Kick-Off ➔ B.C. wegen Raum als dritter Pädagoge ➔ Uri Ziegele schreiben - Zielgruppe o Primäre: Projektkindergruppe, 5 bis 10 Kinder oder so o Sekundäre: gesamte Kindergruppe o Tertiäre: Mitarbeitende - Aufgaben/Rolle vom Team: klar kommunizieren - Hauptziel: Der Rückzugsort ist mit den Kindern erarbeitet (Leistung), damit die Kinder einen Ort haben, welcher ihnen eine selbstständige Regulierung der Emotionen ermöglicht (Wirkung). ➔ Projektaufbauorganisation vom Kick-Off zeigen - Grober Ablauf: o Jan: Befragung Mitarbeitende o Feb: Befragung Kindergruppe o Mär/Apr: Umsetzung o Mai: Eröffnungsfest Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 49 o Jun: Evaluation 10:15 Uhr: Ideenkörbe sammeln - Rückzugsort: was stellt gehört dazu? Welche Ideen habt ihr? Wo stellt ihr euch das vor (passender Ort)? Übergreifendes Thema? Assoziationen? - Vorstellen wir sind Kinder und kommen in die Betreuung. Wo sucht ihr den Rückzugsort? Aussenund Innenraum. Durch jeden Raum laufen. Nicht alle starten im gleichen Raum. Auf den Boden liegen und den Raum wahrnehmen, den Raum wirken lassen. Ca. 15 Minuten - Anschliessend zusammentragen o Was? Wo? Wie? - Befragung der Kindergruppe: Methoden? 15 Minuten -> spontan von ihnen abholen 11:00 Uhr: Ende - Wer Interesse hat, kann meine Projektskizze lesen, stelle ich gerne per E-Mail zu. - Bei Fragen/Ideen bei mir melden, nehme diese gerne auf. Ideen-Sammlung: Ort: - Spielturm oben - Spielturm verschieben -> Raum 1 mit Ergänzung von Spielhaus - Raum 1 -> suchen Ruhe unter den Spieltürmen - Neue Kokon - OG ist zu weit weg vom Geschehen - Ecken im Ruheraum -> mit einem Kokon ergänzen Anzahl: - Einzel und Zweier - Tendenziell Einzel, aufgrund aktueller Thematik Wie: Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 50 - Lärm dämmend - Mit Holz arbeiten - Gemütlich einrichten - Mit Farben arbeiten - Mit Lichtern und Stoff o Viel vorhanden schon in der Betreuung - Mit Absprache von Betreuungsmitarbeiterin Was: - Toniebox hören mit Kreativ-Tonie - Musik - Kleine Ecken unter der Fensterbank - Ruhige Lichter mit leichter Bewegung -> Galaxie-Lampe - Stillkissen - Bücher - Anti-Stress-Kiste - Piktogramme von Gefühlen -> Kinder können dort sitzen, wie sie sich gerade fühlen - Kaleidoskop -> für Traumwelt - Kleiner Tisch, der leuchtet und verschiedene Formen gemacht werden können - Taschenlampe / Büchertaschenlampe - Verschiedene Kisten und diese auswechseln Langeweile ist gut für Kinder -> nicht zu viel anbieten Mindfulness -> sich selbst spüren und mit Hilfe zur Ruhe kommen Workshops zum Einführen: Was hilft mir dieser Ort? Wie nutze ich ihn? Methoden: - Plakat und Punkte setzen - Am Tisch fragen, welche Themen sie interessieren o Ort thematisch gestalten - Wunschbox: Frage aufschreiben und Kinder können darauf antworten o Wo? Was? Wie? o Bildlich darstellen lassen Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 51 - Ältere Kinder einbeziehen -> S., Ma., P., O., Mi. o Kinder befragen lassen - Rückzugsort zeichnen lassen Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 52 Anhang D: Flipcharts Bedürfnisse Kinder Abbildung 22: Flipchart Lieblingsplatz, Teil1 (eigene Aufnahme) Abbildung 23: Flipchart Lieblingsplatz, Teil 2 (eigene Aufnahme) Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 53 Abbildung 24: Flipchart Material, Teil 1 (eigene Aufnahme) Abbildung 25: Flipchart Material, Teil 2 (eigene Aufnahme) Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 54 Anhang E: Regeln Chill-Raum Regeln Chill-Raum: 1 Kind unten (max. 25min). Das untere Kind wird nicht gestört. 4 Kinder oben Wir sind leise. Wir hinterlassen den Ort aufgeräumt. Wir turnen nicht herum. Wenn das Schild rot ist, ist der untere Teil besetzt. Lisa Schimmer Projektbericht Modul 251 55 Anhang F: SWOT-Analyse Gegenwart Zukunft Stärken - Auftragsgeberin sieht Handlungsbedarf - Mitarbeitende sind interessiert am Projekt - Partizipative Vorgehensweise - An den Bedürfnissen der Kinder orientiert - Ressourcen stehen zur Verfügung - Grosse Kindergruppe Chancen - Nachhaltige Veränderung der Atmosphäre - Verbesserte Regulierung der Emotionen Schwächen - Zeitliche Ressourcen beschränkt - Kein Interesse der Kinder am Projekt - Keine garantierten Zeiten für die Arbeit am Projekt Risiken - Überforderung der Projektleitung - Krankheitsbedingte Ausfälle - Zu wenig zeitliche Ressourcen für Umsetzung - Kinder wollen nicht im Projektteam mitarbeiten Tabelle 6: SWOT-Analyse (eigene Darstellung)