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Waldzustandsbericht 2025 für Schleswig-Holstein

Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt; Ministerium für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz

Abstract

Zur Beurteilung der Vitalität der Wälder werden alljährlich die Ergebnisse der Waldzustandserhebung herangezogen. Als wichtigste Kriterien gelten die Einschätzung des Verlichtungsgrades der Oberkronen und jeweils die Anteile stark geschädigter Bäume, neu abgestorbener Bäume sowie wegen Windwurfes oder biotischer Schädigung entnommener Bäume.Die Waldzustandserhebung 2025 gibt für alle Baumarten und Alter eine leichte Verbesserung der Vitalität im Vergleich zum Vorjahr aus. Die mittlere Kronenverlichtung liegt mit 22 % ein Prozentpunkt unter dem Vorjahreswert. Insgesamt 2,9 % der Bäume sind als stark geschädigt einzustufen. Von den insgesamt 3072 angesprochenen Bäumen waren 6 neu abgestorben (0,2 %) und 15 fielen wegen Windwurfs bzw. biotischer Ursachen aus (0,49 %).

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1 Waldzustandsbericht 2025 NW-FVA Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt Ministerium für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz des Landes Schleswig-Holstein 3 Inhaltsverzeichnis  Seite Hauptergebnisse4 Forstliches Umweltmonitoring    6 UlrikeTalkner,CarolineKlinckundUwePaar WZE-Ergebnisse für alle Baumarten    8 CarolineKlinckundUwePaar Buche10 Eiche12 Fichte14 Kiefer16 AndereLaub-undNadelbäume    18 Fallbeispiele anderer Laubund Nadelbäume in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Hessen 20 CarolineKlinck  Witterung und Klima23 JohannesSutmöller Insekten und Pilze28 MartinRohde,RainerHurling,GittaLanger,JohannaBußkamp, PavelPlašilundRobertFritz  Atmosphärische Stoffeinträge bis 202432 BirteScheler  Naturschutzwerte, Verbreitung und Bewirtschaftung historischer Hutewälder in Schleswig-Holstein  36 DarioWolbeck,MarcusSchmidtundAndreasMölder  Weiterentwicklung des Entscheidungsunterstützungssystems der klimaangepassten Baumartenwahl (BaEm) 39 MatthiasSchmidtundHansHamkens Hoffnung für die Esche – Erkenntnisse aus der Genressourcenforschung    42 KatharinaBirgitBudde,AndréHardtke,MartinHofmannund AkiMichaelHöltken Humusformen als Spiegel des Waldes: Dynamik, Wandel und Funktion       45 OlivervanStraaten,FelixGrünundJanEvers  Impressum       48 Foto: C. Klinck 4 Hauptergebnisse Waldzustandserhebung (WZE) Die Waldzustandserhebung 2025 gibt für alle Baumarten und Alter eine leichte Verbesserung der Vitalität im Vergleich zum Vorjahr aus. Die mittlere Kronenverlichtung liegt mit 22 % ein Prozentpunkt unter dem Vorjahreswert. Insgesamt 2,9 % der Bäume sind als stark geschädigt einzustufen. Von den insgesamt 3072 angesprochenen Bäumen waren 6 neu abgestorben (0,2 %) und 15 fielen wegen Windwurfs bzw. biotischer Ursachen aus (0,49 %). Die Baumarten im Einzelnen Das WZE -Kollektiv umfasst in Schleswig-Holstein aktuell 31 Baumarten. Mit 26 % hat die Buche den größten Anteil, gefolgt von der Gruppe der sonstigen Laubbäume mit 22 %. Anteile unter 20 % haben die Fichte mit 17 %, die Gruppe der sonstigen Nadelhölzer mit 16 % und Eichen mit 14 %. Kiefern nehmen einen Anteil von 6 % ein. Nach der sehr starken Fruktifikation bei Buche im vergangenen Jahr hatten 2025 nur wenige Buchen starken Fruchtbehang. Durch die geringere Fruktifikation sank wie nach jedem Mastjahr die Kronenverlichtung der Buche wieder ab. Sie liegt 2025 für ältere Buchen mit 26 % 5 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Geringere Rückgänge der Kronenverlichtung gab es bei Eiche, anderen Laubhölzern und Kiefer, Anstiege bei anderen Nadelhölzern und Fichte. Der Anteil von als stark geschädigt eingestuften Bäumen erhöht sich bei Fichte und der Gruppe der anderen Laubhölzer, bei allen anderen Baumarten sank er im Vergleich zum Vorjahr. Die Absterberate ist insgesamt weiter sehr niedrig und stieg nur bei den anderen Laubhölzern und Eiche etwas an. Auch die Ausfallrate, also wegen Windwurfs oder biologischer Schädlinge entnommene Bäume, ist noch niedriger als im Vorjahr. Allein bei Fichte erhöhte sie sich leicht. Fallbeispiele anderer Laubund Nadelbäume in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, SachsenAnhalt und Hessen – Vitalität von Gemeiner Birke, Bergahorn, Europäischer Lärche und Douglasie In der Waldzustandserhebung werden alle Baumarten außer Buche, Eiche, Fichte und Kiefer in den Gruppen der anderen Laubund der anderen Nadelhölzer zusammengefasst. Ihre waldbauliche Bedeutung nimmt aktuell jedoch immer mehr zu. Die Waldzustandsberichte geben seit Jahren einen Einblick in die Vitalität dieser beiden Baumartengruppen. Auf einzelne Baumarten wurde bisher wegen ihrer geringen Anzahlen in den länderspezifischen Berichten nicht eingegangen. Aus der Idee heraus, die Daten aller vier Trägerländer der NW-FVA zusammen auszuwerten, wird die Vitalität von Gemeiner Birke, Bergahorn, Europäischer Lärche und Douglasie als sehr häufig vorkommende Nebenbaumarten im Vergleich zu den Hauptbaumarten überblicksartig betrachtet. Jüngere Birken haben sowohl im Vergleich zu Bergahorn als auch zu Buche und Eiche eine höhere mittlere Kronenverlichtung. Bei den älteren Birken ist die Verlichtung wie bei Bergahorn niedriger als bei Buche und Eiche. Birke reagierte stärker auf die Trockenheit nach 2018 als Bergahorn. Sowohl die über 60-jährige Europäische Lärche als auch die ältere Douglasie zeigen geringere Kronenverlichtungswerte als die Fichte bzw. im Mittel ähnliche wie die Kiefer im jeweiligen Alter. Auf die Trockenheit nach 2018 reagierten beide Baumarten in allen Altern. Witterung und Klima Im Vegetationsjahr 2024/25 fielen im Flächenmittel von Schleswig-Holstein mit 730 mm Niederschlag rund 50 mm weniger als im langjährigen Mittel. Dabei kam es von Februar bis Anfang Juli zu einer fünfmonatigen Trockenperiode. Mit einer Mitteltemperatur von 10,2 °C war das Vegetationsjahr wiederum eines der wärmsten seit Auswertungsbeginn. Der langfristige Erwärmungstrend setzt sich unvermindert fort. Im Vergleich zur Klimanormalperiode 1961–1990 beträgt die Erwärmung nach der neuen LOESS-Trendlinienberechnung 2,2 K. Das Zusammenspiel von überdurchschnittlich hohen Temperaturen und gleichzeitig geringen Niederschlägen führte dazu, dass im Frühjahr und Frühsommer die Oberböden besonders im Nordosten und Südosten des Landes stark austrockneten. Insekten und Pilze Die Auswertungen des Waldschutzmeldeportals und andere Untersuchungen des Waldschutzes geben ergänzende Einblicke zu biotischen Schädigungen der Wälder in SchleswigHolstein jenseits des Rasters der Waldzustandserhebung. 2025 erhöhte sich die Schadholzmenge durch rindenbrütende Borkenkäfer im Vergleich zum Vorjahr. Bei Kiefer trat das Diplodia-Triebsterben auf. Für Eichen wurden neben überwiegend nur geringem Fraß durch die Eichenfraßgesellschaft spürbare Schäden unter Beteiligung von Eichenprachtkäfern und verschiedenen Bakterienarten dokumentiert. Es wurden keine neuen Fälle von komplexen Buchenerkrankungen registriert. An Douglasien kam es vereinzelt zu Schädigungen, die zumeist auf pilzliche Erreger zurückzuführen waren. Atmosphärische Stoffeinträge bis 2024 Das Kalenderjahr 2024 war niederschlagsreich. Unter dem Kronendach wurden in Bornhöved 115 % des 10-jährigen Mittels (2014–2023) registriert. Der Sulfatschwefeleintrag in den Bestand hat im Zeitraum 2015–2024 trotz des bereits erreichten niedrigen Niveaus noch weiter signifikant abgenommen. 2024 betrug er unter Buche 2,9 kg je Hektar, davon ist knapp die Hälfte meersalzbürtig und damit nicht anthropogen bedingt. Die Gesamtdeposition von anorganischem Stickstoff (Ammonium und Nitrat) betrug 2024 unter Buche 10,8 kg je Hektar. Seit Untersuchungsbeginn (Mittel 1989–1998) hat sie um 66 % abgenommen. 5 Hauptergebnisse Naturschutzwerte, Verbreitung und Bewirtschaftung historischer Hutewälder in Schleswig-Holstein HistorischeHutewäldersindWälder,diebisheuteSpurenfrüherer Waldweidenutzung aufweisen, etwa alte Bäume mit tiefen Kronenansätzen oder durch Viehverbiss entstandene besondere Wuchsformen. Aufgrund der Kombination aus Lichtwaldstrukturen,langlebigenAltbäumen,TotholzundvielfältigenMikrohabitatensindsieHotspotsderBiodiversitätim Wald.EineumfassendeLiteratur-undDatenrecherchediente der Erstellung einer aktuellen Verbreitungsübersicht historischer Hutewälder in Niedersachsen, Hessen, Sachsen-Anhalt undSchleswig-HolsteinsowiederZusammenführungdesverfügbarenWissenszuderenArtenvielfalt,Bewirtschaftungund Geschichte. Trotz ihrer herausragenden naturschutzfachlichen Relevanz sindhistorische Hutewälderund diean siegebundenen Artenakutgefährdet,insbesonderedurchdieAusbreitungvon Schattbaumarten seit Aufgabe der Beweidung. Die Entwicklung tragfähiger Schutz- und Erhaltungskonzepte ist daher dringend notwendig. Daher befasst sich die NW-FVA zurzeit imRahmeneinesForschungsvorhabensmitdernachhaltigen EntwicklunghistorischerHutewälderdurchWaldweide. Weiterentwicklung des Entscheidungsunterstützungssystems der klimaangepassten Baumartenwahl (BaEm) Der Klimawandel stellt für die Forstwirtschaft durch die begrenzteAnpassungsfähigkeitunsererBaumarteneinebesondereHerausforderungdar.DiewichtigstewaldbaulicheHandlungsoptionzurRisikovorsorgeistbeiWiederbewaldungvon SchadflächendieWahlstandortsgerechterBaumarten.DasaktuelleSystemderNW-FVAfürdieEntscheidungsunterstützung beiderBaumartenwahl(BaEm)basiertaufderStandortswasserbilanzundderNährstoffversorgungderforstlichenStandorte.DieStandortswasserbilanzisteinedynamischeGrößezur AbschätzungdesbaumartenspezifischenTrockenstressrisikos, die auf der Grundlage von Klimaprojektionen auch ProjektionendeszukünftigenRisikoserlaubt.DasbisherigeSystem derBaumartenempfehlungenschöpftallerdingsdieOptimierungsmöglichkeitenbeiderBaumartenwahlbeiweitemnicht aus.DaherwirdaktuelleinmultikriteriellerBewertungsansatz imRahmendesProjektes„ModellbetriebfürKlimaschutzplus imStaatswalddesHessischenForstamtsBurgwald“(Burgwaldprojekt) erprobt, der zusätzlich zumTrockenstress das Risiko durch Winterstürme und Fichtenborkenkäfer berücksichtigt. AußerdemwerdenWuchsleistungundKohlenstoffsequestrierungexplizitprojiziert,sodassMortalitätsrisikenundZuwachsverlustegetrenntbetrachtetwerdenkönnen.ImRahmendes ProjekteswurdeaucheinAnsatzzurnaturschutzfachlichenBewertungvonWaldentwicklungszielen(WEZ)integriert. Hoffnung für die Esche – Erkenntnisse aus der Genressourcenforschung DieGemeineEscheisteine Baumartvonökologischer,wirtschaftlicherundkulturellerBedeutung,dielangeZeitalseine ArtmithohemAnpassungspotenzialandenKlimawandelgalt, dasieeinbreitesSpektrumanUmweltbedingungentolerieren kann.DasEschentriebsterben,verursachtdurchdenPilz„FalschesWeißesStängelbecherchen“(Hymenoscyphus fraxineus), hatjedochindenletztenzweiJahrzehntenzueinemstarken RückgangderEschenbeständeinDeutschlandgeführt.ExperimentelleAnpflanzungenhabengezeigt,dassdieAnfälligkeit fürdasEschentriebsterbenzumTeilgenetischbedingtist,und dassinvielenBeständeneingeringerAnteilderEschenbereits wenigeranfälliggegenüberdemPathogenist.Diessindgute VoraussetzungenfürdenErhaltdieserBaumartundaktuelleErgebnisselassenvermuten,dassdienatürlichenBeständesich langsamandenErregeranpassen.EinwaldbaulichesManagement,dasgezieltdieNaturverjüngungderGemeinenEsche fördert,kanndenAnpassungsprozessunterstützen. Humusformen als Spiegel des Waldes: Dynamik, Wandel und Funktion Die Beobachtung von Humusformen über lange Zeiträume stellteinnützlichesWerkzeugzurBeurteilungdesZustandes vonWaldbödendar.HumusformengebenAufschlussüberdie Abbauraten von organischem Material und somit über den gesamtenNährstoffkreislaufdesWaldbodens.ImRahmender BodenzustandserhebungimWald(BZE)wurdeuntersucht,wie sichdieHumusformenindenWäldernNordwestdeutschlands in den letzten 30 Jahren entwickelt haben. Die Ergebnisse zeigen,dasssichderAnteilnährstoffarmerRohhumusformen deutlich verringert hat, während nährstoffreichere Humusformen wie Mull häufiger vorkommen. Gründe dafür liegen in der Verbesserung der Streuqualität durch zunehmenden WaldumbauhinzuhöherenLaubwaldanteilen,aberauch in der Verbesserung der Streuabbaubedingungen durch den fortschreitendenTemperaturanstieg,erhöhteatmosphärische StickstoffdepositionundderrückläufigenSäureeinträge. Foto: J. Evers 6 Forstliches Umweltmonitoring Ulrike Talkner, Caroline Klinck und Uwe Paar https://doi.org/10.5281/zenodo.17524581 Das Forstliche Umweltmonitoring hat eine langjährige GeschichteunderöffnetdamiteinengutenEinblickindieVeränderung der Waldökosysteme. Die Umweltbedingungen habensichindenvergangenenJahrzehntenkontinuierlich verändert, aber das Ausmaß und die Geschwindigkeit der aktuellen Klimaveränderungen sind in der Geschichte des ForstlichenUmweltmonitoringseinmalig.DieWaldschäden zuZeitendessaurenRegenswarendeutlichzusehen,doch übertreffendieaktuellenSchädeninbestimmtenRegionen und für einige Baumarten das damalige Ausmaß. In den 1990erJahrenwurdenerfolgreichpolitischeMaßnahmenergriffen,umdieversauerndenEinträgeindieWälderzuminimieren.NunstelltsichdieFrage,obwiraucherfolgreichin derEindämmungdesKlimawandelsseinwerden.Feststeht, dassdieReduzierungderCO2-Emissionennotwendigist,um den menschengemachten Klimawandel abzumildern und damitdenZustanddesWaldeszustabilisieren. DasForstlicheUmweltmonitoringistausderWaldökosystemforschungentstanden.DieErgebnissederUntersuchungen dienenderErarbeitungvonEntscheidungshilfenfürdieforstlichePraxisundderBeratungderPolitikauffachlicherGrundlage. GrundsätzlichwerdenimForstlichenUmweltmonitoringfolgendeKategorienunterschieden: •Level I: waldflächenrepräsentative Übersichtserhebungen aufeinemsystematischenStichprobenraster(Waldzustands- undBodenzustandserhebung) •LevelII:UntersuchungvonausgewähltenWaldökosystemen miterhöhterMessintensität(IntensivesForstlichesUmweltmonitoring) •Level III: Erforschung der Auswirkungen von WaldbewirtschaftungsmaßnahmenaufdenNährstoff-undWasserhaushaltvonWäldern(Experimentalflächen). DieVerknüpfungundKombinationvonLevelI,IIundIIIeröffnetdieMöglichkeitderÜbertragungvonErgebnissenaus dem Forstlichen Umweltmonitoring aufWaldflächen ohne Beobachtungen (Regionalisierung). Für die Beantwortung vonkomplexenforst-undumweltpolitischenFragenistdie VernetzungallerdreiKategoriendesForstlichenUmweltmonitoringszweckmäßig. DiemethodischenInstrumentedesForstlichenUmweltmonitoringssindeuropaweitnachdenGrundsätzendesICPForests (2020)harmonisiert.DieWaldzustandserhebung(WZE)liefert seit mittlerweile 42 Jahren als Übersichtserhebung Informationen zur Vitalität der Waldbäume unter dem Einfluss sich ändernder Umweltbedingungen. Das Stichprobenraster der Waldzustandserhebungistdaraufausgelegt,diegegenwärtigeSituationdesWaldeslandesweitrepräsentativabzubilden. Das Ergebnis ist das Gesamtbild desWaldzustandes für das Bundesland.DieStichprobederWaldzustandserhebungvermittelteinzahlenmäßigesBildzumEinflussvonWitterungsextremen, Stürmen sowie Insekten- und Pilzbefall. Lokale Befunde,wiesturmgefalleneBäumeodereinextremerBefall einesBestandesdurchPilze,könnenallerdingsvondemlandesweitenErgebnisabweichen.VerschiedeneAuswertungen belegeneinehoheRepräsentativitätdesRasternetzesfürverschiedeneFragestellungen. Waldzustandserhebung – Methodik und Durchführung Aufnahmeumfang DieWaldzustandserhebungerfolgtaufmathematisch-statistischerGrundlage.AufeinemsystematischüberSchlessteinverteiltenRasternetzwerdenseit1984anjedemErhebungspunkt 24Stichprobenbäumebegutachtet.FürdenZeitraum1984– 2012 betrug die Rasterweite des landesweiten Stichprobennetzes 2x2km, 2x4km, 4x2km und 4x4km mit 148 bis 200Erhebungspunkten.AlleStichprobenbäumewurdenmit gleicherGewichtungbeiderBerechnungderEr-gebnisseberücksichtigt. ImVorfeldderErhebung2013wurdeeinlandesweiteinheitlichesErhebungsraster(4x2km)mit129Stichprobenpunkten eingerichtet.2025konnten128ErhebungspunkteindieInventureinbezogenwerden.DieserAufnahmeumfangermöglicht repräsentativeAussagenzumWaldzustandaufLandesebene sowieZeitreihenfürdieBaumartenBuche,Eiche,Fichte,Kiefer unddieGruppendersonstigenLaub-undNadelbäume.Das WZE-Kollektiv umfasst 2025 in Schleswig-Holstein 31 Baumarten.DengrößtenAnteilhatmit26%dieBuche,gefolgtvon derGruppedersonstigenLaubbäume(22%).HiersindBirken, Erlen und Ahorne besonders häufig vertreten, gefolgt von Esche, Hainbuche, Roteiche sowie Pappel undWeidenarten. Anteileunter20%habendieFichte(17%),diesonstigenNadelhölzer(15%),indievorallemLärchen,aberauchSitkafichte, DouglasienundverschiedeneTannenfallen,unddieEichemit 14%.KiefernnehmeneinenAnteilvon6%ein. Die Aufnahmen zurWaldzustandserhebung erfolgten im Juli und August 2025. Sie sind mit qualitätssichernden Maßnahmensorgfältigüberprüft.FürdenParametermittlereKronenverlichtungzeigtdieTabelleaufSeite7denStandardfehlerund die95%-Konfidenzintervalle(Vertrauensbereiche)fürdieBaumartenundAltersgruppenderWZE-Stichprobe2025.Jeweiter WZE-Aufnahmeteams bei der Schulung im Juli 2025 Foto: C. Klinck 7 Forstliches Umweltmonitoring derVertrauensbereich,destounschärfersinddieAussagen.Ab einemStandardfehlervon>5werdendieWerteindenGrafiken nichtmehrdargestellt.DieWeitedesVertrauensbereicheswird imWesentlichenbeeinflusstdurchdieAnzahlderStichprobenpunkteinderjeweiligenAuswerteeinheitunddieStreuungder Kronenverlichtungswerte.FürrelativhomogeneAuswerteeinheiten(z.B.Bucheüber60Jahre)mitrelativgeringstreuenden KronenverlichtungensindengeKonfidenzintervalleauchbei einergeringenStichprobenanzahlsehrvielleichterzuerzielen alsfürheterogeneAuswerteeinheiten(z.B.sonstigesNadelholz bis60Jahre),diesowohlinderAltersstrukturalsauchinden KronenverlichtungswerteneinbreitesSpektrumumfassen. Aufnahmeparameter BeiderWaldzustandserhebungerfolgteinevisuelleBeurteilung desKronenzustandesderWaldbäume,dennBäumereagieren aufUmwelteinflüsseu.a.mitÄnderungeninderBelaubungsdichte und der Verzweigungsstruktur. Wichtigstes Merkmal ist die Kronenverlichtung der Waldbäume, deren Grad in 5%-Stufen für jeden Stichprobenbaum erfasst wird. Die KronenverlichtungwirdunabhängigvondenUrsachenbewertet, lediglichmechanischeSchäden(z.B.dasAbbrechenvonKronenteilendurchWind)gehennichtindieBerechnungderErgebnissederWaldzustandserhebungein. Die Kronenverlichtung ist ein unspezifisches Merkmal, aus demnichtunmittelbaraufdieWirkungvoneinzelnenStressfaktoren geschlossen werden kann. Sie ist daher geeignet, eine allgemeine Belastungssituation der Wälder aufzuzeigen. BeiderBewertungderErgebnissestehennichtdieabsoluten Verlichtungswerte im Vordergrund, sondern die mittel- und langfristigen Trends der Kronenentwicklung. Zusätzlich zur KronenverlichtungwerdenweiteresichtbareMerkmaleanden ProbebäumenwiederVergilbungsgradderNadelnundBlätter, dieaktuelleFruchtbildungsowieInsekten-undPilzbefallerfasst. Mittlere Kronenverlichtung DiemittlereKronenverlichtungistderarithmetischeMittelwertderin5%-StufenerhobenenKronenverlichtungswerte derEinzelbäume. Starke Schäden UnterdenstarkenSchädenwerdenBäumemitKronenverlichtungen über 60% (inkl. abgestorbener Bäume) sowie BäumemittlererVerlichtung(30–60%),diezusätzlichVergilbungenüber25%aufweisen,zusammengefasst. Absterberate DieAbsterberateergibtsichausdenBäumen,diezwischen derErhebungimVorjahrundderaktuellenErhebungabgestorbensindundnochamStichprobenpunktstehen,bezogenaufdieimVorjahrnochlebendenBäume.DurchWindwurfundDurchforstungausgefalleneBäumegehennichtin dieAbsterberate,sondernindieAusfallrateein. Ausfallrate DasInventurverfahrenderWZEistdaraufausgelegt,dieaktuelleSituationderWaldbeständeunterrealen(Bewirtschaftungs-)Bedingungenabzubilden.Daherscheidetinjedem Jahr ein Teil der Stichprobenbäume aus dem Aufnahmekollektiv aus.DerAusfallgrundwirdfürjedenStichprobenbaumdokumentiert.GründefürdenAusfallsindu.a.Durchforstungsmaßnahmen, methodische Gründe (z.B., wenn derStichprobenbaumnichtmehrzudenBaumklassen1–3 gehört),SturmschädenoderaußerplanmäßigeNutzungaufgrundvonInsektenschäden. Dort,woandenWZE-PunktenStichprobenbäumeausfallen, werdennachobjektivenVorgabenErsatzbäumeausgewählt. SindaufgrundgroßflächigenAusfallsderStichprobenbäume keine geeigneten Ersatzbäume vorhanden, ruht der WZEPunkt,biseineWiederbewaldungerfolgtist. Die im Bericht aufgeführte Ausfallrate ergibt sich aus den infolgevonSturmschäden,TrockenheitundInsekten-oder PilzbefallamStichprobenpunktentnommenenBäumen.Die AusfallratewirdseitdemAufnahmejahr1996/97ermittelt. Literatur ICP Forests (2020): Manual on methods and criteria for harmonized sampling,assessment,monitoringandanalysisoftheeffectsof airpollutiononforests.UNECE,ICPForests,Hamburg Baumartengruppe Altersgruppe Anzahl Bäume Anzahl Plots Raster Standardfehler 95%- Konfidenz- intervall Buche alleAlter bis60Jahre über60Jahre 796 184 612 73 27 52 4x2km 4x2km 4x2km 1,8 1,9 1,6 18–25 4–11 23–29 Eiche alleAlter bis60Jahre über60Jahre 445 121 324 66 20 51 4x2km 4x2km 4x2km 1,7 2,2 1,9 21–28 9–18 25–32 Fichte alleAlter bis60Jahre über60Jahre 522 142 380 57 17 44 4x2km 4x2km 4x2km 2,3 4,8 2,3 24–33 10–30 27–36 Kiefer alleAlter bis60Jahre über60Jahre 172 19 153 21 4 18 4x2km 4x2km 4x2km 1,2 3,8 1,3 12–17 1–25 12–17 andere Laubbäume alleAlter bis60Jahre über60Jahre 661 333 328 79 36 54 4x2km 4x2km 4x2km 1,7 1,9 2,1 17–23 10–17 23–31 andere Nadelbäume alleAlter bis60Jahre über60Jahre 476 176 300 54 20 37 4x2km 4x2km 4x2km 1,9 2,5 2,4 15–23 10–20 16–26 alle Baumarten alleAlter bis60Jahre über60Jahre 3072 975 2097 128 56 97 4x2km 4x2km 4x2km 0,9 1,4 1,0 20–24 11–16 24–28 Baumanzahl, Plotanzahl, Raster sowie Standardfehler und 95 %-Konfidenzintervall der Kronenverlichtung für alle Baumartenund Altersgruppen der Waldzustandserhebung 2025 in Schleswig-Holstein. Das 95 %-Konfidenzintervall (=Vertrauensbereich) gibt den Bereich an, in dem der wahre Mittelwert mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 % liegt. Das berechnete Konfidenzintervall kann jenseits der logischen Parametergrenzwerte (0 bzw. 100) liegen. 8 WZE-Ergebnisse für alle Baumarten Mittlere Kronenverlichtung in % Anteil starker Schäden (inkl. abgestorbener Bäume), alle Alter in % Anteil starker Schäden BäumemiteinerKronenverlichtungvonüber60%werden alsstarkgeschädigtbezeichnet.ImVergleichzuBäumenmit vollbelaubtenBaumkronenkommtesbeiBäumenmitgeringererBelaubungzuEinschränkungeninderVersorgungder BäumemitWasserundEnergie.DasVermögenderBäume, sich an wechselnde Bedingungen anzupassen, verringert sichdadurch. Nach den erhöhten Anteilen stark geschädigter Bäume in denJahren2019und2020sankendieWertebis2023kontinuierlich.2024stiegderAnteilwiederdeutlichauf3%,im aktuellenJahrsankerleichtauf2,9%. Caroline Klinck und Uwe Paar https://doi.org/10.5281/zenodo.17524589 Mittlere Kronenverlichtung Die über alle Baumarten und Alter gemittelte Kronenverlichtungbeträgt2025inSchleswig-Holstein22%undliegt damitgeringfügigunterdemVorjahreswert.DerRückgang fandinderGruppederälterenBäumestatt,woderWertum 2Prozentpunktevon28%auf26%sank.Beidenjüngeren Bäumengabesmiterneut14%keineVeränderunggegenüberdemVorjahr. Entscheidend für diese Entwicklung ist der Rückgang der KronenverlichtungbeidenälterenBuchen,dieimvergangenenJahrinfolgedersehrstarkenFruktifikationeinehöhere Kronenverlichtungaufwiesen.DervorübergehendeAnstieg derVerlichtungdurchFruktifikationistnichtalsVitalitätsverlustzuwerten. InsgesamtwurdeeineleichteVerbesserungbeiallenLaubbaumartendokumentiert.BeiallenNadelbäumenbisaufdie ältereKiefererhöhtesichdieKronenverlichtungleicht. Alle Baumarten mittlere Kronenverlichtung in % 40 35 30 25 20 15 10 5 0 199519901985 2000 2005 2010 2015 2020 2025 alle Altersstufen bis 60 Jahre über 60 Jahre 22 26 14 13 11 9 Anteil starker Schäden (inkl. abgestorbener Bäume), alle Baumarten, alle Alter in % 5 4 3 2 1 0 199519901985 2000 2005 2010 2015 2020 2025 2,9 Foto: J. Evers Foto: J. Evers 9 WZE-Ergebnisse für alle Baumarten Jährliche Absterberate (stehende Bäume), alle Alter in % Jährliche Ausfallrate (als Schadholz entnommene Bäume), alle Alter in % Anteil an den Vergilbungsstufen, alle Baumarten, alle Alter in % Absterberate Bäume mit einer erstmaligen Kronenverlichtung von 100% gehenindieAbsterberateein.2025starbeninSchleswig-Holsteininsgesamt6Bäumeneuab,wasbeiderGesamtzahlvon 3072angesprochenenBäumeneinemProzentsatzvon0,2% entspricht. Im Mittel der Beobachtungsjahre liegt die Absterberate für alleBaumartenundAlterbei0,23%aufeinemsehrniedrigen Niveau.GeringfügigeAnstiegegabes2025nurbeiEicheund derGruppederanderenLaubhölzer. Ausfallrate IndieAusfallratezählenalleinfolgevonSturmwurf,Trockenheit,InsektenundPilzbefallamStichprobenpunktentnommenenBäume.InSchleswig-HolsteinsindvorallemStürme Fazit Die mittlere Kronenverlichtung für den Gesamtwald in Schleswig-Holstein verringert sich 2025 leicht gegenüber demVorjahr.Vorallembeidenüber60-jährigenBäumengibt esleichteVerbesserungen.SowohldieAbsterberatealsauch derAnteilderalsSchadholzentnommenenBäume(Ausfallrate)sind2025sehrniedrig. DieVergilbunghat2025einenneuenMinimalwerterreicht. füreinenAnstiegderAusfallrateverantwortlich.Diemit5% höchstenAusfälleversursachtedasSturmtief"Xaver"imOktober2013. 2025 fielen 0,49% der Stichprobenbäume aus, was einen Rückgang von ca. einem halben Prozentpunkt gegenüber demVorjahrdarstellt. Vergilbung Vergilbungen von Nadeln oder Blättern sind in SchleswigHolsteinimBeobachtungszeitrauminsgesamtwenigaufgetreten.DerAnteilvonBäumenmitVergilbungenderNadeln bzw.Blättervonüber10%amGesamtkollektivliegtimMittel bei1,7%undmaximalbei5,9%imJahr2007.Seit2008sind durchgehend niedrige Vergilbungswerte ermittelt worden, dienurindenJahren2008und2019über1%lagen.2025 markiertderWert0,07%einneuesMinimuminderZeitreihe. Foto: J. Evers Foto: J. Evers 1,0 0,8 0,6 0,4 0,2 0 Jährliche Absterberate (stehende Bäume), alle Baumarten, alle Alter in % 0,2 91-92 92-93 93-94 94-95 95-96 96-97 97-98 98-99 99-00 00-01 01-02 02-03 03-04 04-05 05-06 06-07 07-08 08-09 09-10 10-11 11-12 12-13 13-14 14-15 15-16 16-17 17-18 18-19 19-20 84-85 85-86 86-87 87-88 88-89 89-90 90-91 20-21 21-22 22-23 23-24 24-25 Jährliche Ausfallrate (als Schadholz entnommene Bäume), alle Baumarten, alle Alter in % 91-92 92-93 93-94 94-95 95-96 96-97 97-98 98-99 99-00 00-01 01-02 02-03 03-04 04-05 05-06 06-07 07-08 08-09 09-10 10-11 11-12 12-13 13-14 14-15 15-16 16-17 17-18 18-19 19-20 84-85 85-86 86-87 87-88 88-89 89-90 90-91 20-21 21-22 22-23 23-24 24-25 6 5 4 3 2 1 0 0,49 Anteil an den Vergilbungsstufen, alle Baumarten, alle Alter in % 7 6 5 4 3 2 1 0 199519901985 2000 2005 2010 2015 2020 2025 0,07 Stufe 1 (11 - 25 % der Nadel-/Blattmasse) Stufe 2 (26 - 60 % der Nadel-/Blattmasse) Stufe 3 (über 60 % der Nadel-/Blattmasse) 16 Anteil starker Schäden (inkl. abgestorbener Bäume), alle Alter in % Foto: J. Evers Foto: J. Evers Kiefer Mittlere Kronenverlichtung in % Ältere Kiefer FürdieälterenKiefernwurdenindenAnfangsjahrenderWaldzustandserhebungenbisetwa1996sehrniedrigeKronenverlichtungswertevonunter15%dokumentiert.Danachstiegen dieWertekontinuierlichbiszueinemMaximumvon27%im Jahr2004an.Anschließenderfolgtebis2007eineErholungsphase,inderdieKronenverlichtungderälterenKieferauf15% zurückging.SeitdemliegtderWertmitkleinerenAbweichungenaufdiesemNiveau.2025beträgter15%. Jüngere Kiefer DieKronenverlichtungderjüngerenKiefernfolgtdemVerlauf derGruppederälterenKiefernaufeinemetwasniedrigeren Niveau.ImMittelliegendieUnterschiedebei4Prozentpunkten.Zwischen2015und2022gabesimWZE-Kollektivsehr wenigejungeKiefernmitsostarkstreuendenWerten,dassauf eineAuswertungverzichtetwerdenmusste.Seit2023kann derWertwiederangegebenwerden.Erliegt2025bei13%. DerMittelwertüberalleJahreistmit11%etwasniedriger. Starke Schäden Mit0,9%imMittelderZeitreihe1984–2025sinddiestarken SchädenbeiKiefervergleichsweisegering.DerWertfür2025 lagmit0,6%nochdarunterundauchweitunterdemWert füralleBaumarten(2,3%). Kiefer mittlere Kronenverlichtung in % 40 35 30 25 20 15 10 5 0 199519901985 2000 2005 2010 2015 2020 2025 15 13 13 4 über 60 Jahre bis 60 Jahre 12 10 8 6 4 2 0 199519901985 2000 2005 2010 2015 2020 2025 Anteil starker Schäden (inkl. abgestorbener Bäume), alle Alter in % 0,6 Kiefer alle Baumarten 17 Ausfallrate Die Kiefer hat im Vergleich zu anderen Nadelbäumen in Schleswig-Holstein eine relativ geringe Ausfallrate. Für das WZE-Kollektiv beträgt sie im Mittel über alle Jahre 0,59%. NachdemimVorjahrmit2,4%einneuerHöchstwerterreicht wurde,fielen2025mit0,58%deutlichwenigerKiefernaus. DieserAnteilliegtleichtüberdemWertfürdenGesamtwald. Jährliche Absterberate (stehende Bäume), alle Alter in % Jährliche Ausfallrate (als Schadholz entnommene Bäume), alle Alter in % Absterberate DieAbsterberateder Kieferliegt imMittelderZeitreihebei 0,23%. Im Erhebungszeitraum schwankt sie zwischen 0% undmaximal0,7%imJahr2011.Nachdem2020und2021 keineKiefernabgestorbenwaren,betrugderWert2022und 20230,6%.WieauchimVorjahrstarb2025keineKieferausder WZE-Stichprobeneuab. Kiefer Foto: J. Evers 2,5 2,0 1,5 1,0 0,5 0 0 91-92 92-93 93-94 94-95 95-96 96-97 97-98 98-99 99-00 00-01 01-02 02-03 03-04 04-05 05-06 06-07 07-08 08-09 09-10 10-11 11-12 12-13 13-14 14-15 15-16 16-17 17-18 18-19 19-20 20-21 21-22 22-23 23-24 24-25 84-85 85-86 86-87 87-88 88-89 89-90 90-91 Kiefer alle Baumarten Jährliche Absterberate (stehende Bäume), alle Alter in % Jährliche Ausfallrate (als Schadholz entnommene Bäume), alle Baumarten, alle Alter in % 20 18 16 14 12 10 8 6 4 2 0 Kiefer alle Baumarten 0,58 91-92 92-93 93-94 94-95 95-96 96-97 97-98 98-99 99-00 00-01 01-02 02-03 03-04 04-05 05-06 06-07 07-08 08-09 09-10 10-11 11-12 12-13 13-14 14-15 15-16 16-17 17-18 18-19 19-20 84-85 85-86 86-87 87-88 88-89 89-90 90-91 20-21 21-22 22-23 23-24 24-25 18 Andere Laubund Nadelbäume Die Wälder Schleswig-Holsteins werden von einer Vielzahl vonBaumartengeprägt.ImStichprobenkollektivderWaldzustandserhebung2025wurdeninsgesamt30Baumartenerfasst.NebendenHauptbaumartenBuche,Fichte,Eicheund Kiefer kommen in den Wäldern Schleswig-Holsteins Birke, Lärcheundauchz.B.Sitkafichte,BergahornoderDouglasie vor.JedeBaumartfürsichgenommenistinderStichprobe der Waldzustandserhebung allerdings zahlenmäßig so geringvertreten,dassallenfallsTrendaussagenzurKronenentwicklung möglich sind. Bei der Darstellung der Ergebnisse werdensiedaherindenGruppenandereLaubbäumeund andereNadelbäumezusammengefasst. ZudenanderenLaubbäumengehörennebendenhäufiger vorkommendenBaumartenBirke,ErleundBergahornauch z.B.Esche,Hainbuche,Pappel,RoteicheoderWildkirsche.Bei denanderenNadelbäumenhandeltessichvorwiegendum Sitkafichte,EuropäischeundJapanlärchensowieDouglasie, aberauchz.B.umEdel-,Weiß-,Nordmanns-undKüstentanne. Mittlere Kronenverlichtung Die Gruppe der anderen Laubbäume (alle Alter) reagierte 2019 auf die vorangegangenen Witterungsbedingungen miteinerErhöhungderKronenverlichtungauf24%.Dieser WertstelltdasMaximumderinzwischen42-jährigenZeitreihedar.ZwischenzeitlichsankderWertwiederallmählichund erreichte202217%.NachdemAnstiegauf21%imVorjahr sankderWert2025wiederauf20%.Erliegtdamitdeutlich überdemlangjährigenMittelvon15%. Auch die Gruppe der anderen Nadelbäume (alle Alter) reagierteaufdieTrockenheitab2018miteinemAnstiegder mittlerenKronenverlichtung.2020wurdemit22%derzweithöchsteWertseit1984erreicht.NacheinerErholungsphase stiegderWert2025von17%imVorjahrauf19%.Erliegtdamitca.6ProzentpunkteüberdemlangjährigenMittelwert. Starke Schäden DerAnteilstarkerSchädenliegtfürdieGruppederanderen Laubbäume(alleAlter)imErhebungszeitraumimMittelbei 3,3%.MitAusnahmevon2023wurdedieserDurchschnittswertseit2009fortlaufendüberschritten.Auch2025liegter mit4,8%deutlichdarüber. Für die anderen Nadelbäume (alle Alter) gibt es seit 1984 starkeSchwankungenbeimAnteilstarkerSchäden,imMittel sindes1,8%.MaximalagenindenJahren2008und2020mit 7%bzw.12%.2025wurdenmit2,1%etwaswenigerBäume alsstarkgeschädigteingestuftalsimVorjahr. Mittlere Kronenverlichtung in % Anteil starker Schäden (inkl. abgestorbener Bäume), alle Alter in % Erle Sitkafichte Foto: J. Evers Foto: T. Friedhoff Andere Laubund Nadelbäume mittlere Kronenverlichtung in % 40 35 30 25 20 15 10 5 0 199519901985 2000 2005 2010 2015 2020 2025 19 20 12 5 andere Laubbäume, alle Altersstufen andere Nadelbäume, alle Altersstufen Anteil starker Schäden (inkl. abgestorbener Bäume), alle Alter in % 8 6 4 2 0 4,8 andere Laubbäume alle Baumarten 12 10 8 6 4 2 0 199519901985 2000 2005 2010 2015 2020 2025 2,1 andere Nadelbäume alle Baumarten 19 Jährliche Absterberate (stehende Bäume), alle Alter in % Jährliche Ausfallrate (als Schadholz entnommene Bäume), alle Alter in % Absterberate DieAbsterberatederanderenLaubbäumeliegtinfastallenErhebungsjahrenüberdemWertallerBaumarten.ImJahr2025 sindmit0,61%doppeltsovieleBäumeabgestorbenwieim langjährigenMittel(0,55%). DieAbsterberatederanderenNadelbäumeliegtimZeitraum 1984–2024imMittelbei0,17%.DasdritteJahrinFolgestarb 2025keinBaumausderGruppederanderenNadelhölzerneu ab. Ausfallrate BeidenanderenLaubbäumenwirdseit2014eineAusfallrate festgestellt,die deutlich über dem langjährigen Mittelvon 1,11%liegt.2023lagderWertmit0,59%erstmaligwieder darunter.2024stiegerallerdingswiederan,undauch2025 liegtermit1,4%darüber. DieGruppederanderenNadelbäumewar2014stärkerals alle anderen Baumartengruppen durch Sturmschäden betroffenunderreichtemit19%einabsolutesMaximumder Ausfallrate.AnschließendbliebdieRatemitunter0,5%niedrig.NacheinemvorübergehendenAnstiegauf1,5%imJahr 2023fiel2025keinBaumneuaus. Esche DieEschespieltinSchleswig-Holstein eine besondere Rolle. Sie kommtmiteinemAnteilvon1,7% am Gesamtkollektiv allerdings nichtsehrhäufigvor;inderGruppe der anderen Laubhölzer steht siemit7,6%anvierterStelle.DahersindErgebnissezurEschestatistischnichtbelastbarundsollen hier nur zur Orientierung aufgeführtwerden.DieVitalitätsentwicklungderEschen(alleAlter)hebtsichdeutlichvondenender anderenBaumartenab.Bis2003warendiemittlerenKronenverlichtungenmit3–16%niedrig.Ab2004erfolgteeinAnstieg,der2019einenHöchstwertvon47%erreichte.Inden letztenJahrengingendieWerteleichtzurück.2025liegensie bei41%,und25%derEschensindstarkgeschädigt. DieVerschlechterungderVitalitätderEschefindetsichauch indenAbsterberatenwieder.Seit2011wurdenvergleichsweisehoheRatenvonbiszu8,7%imJahr2019festgestellt. 2024starben2EschenausdemKollektivneuab,waseiner Ratevon3,7%entspricht.DieAusfallrateistwieimVorjahr erhöhtundbeträgt2025mit11%(siehedazuSeite42). Sitkafichte DieSitkafichteistmiteinem Anteilvon31%diehäufigste BaumartinderGruppederanderenNadelbäumeundistim WZE-Gesamtkollektiv mit einem Anteil von ca. 5% vertreten.WiebeiderEschereichtesauchhierdurchdiegeringe BaumzahlnurfüreinengrobenÜberblickundnichtfüreine statistischgesicherteAussage.2020hattendieSchädenbei derSitkafichte(alleAlter)–auchaufgrundvonBefalldurch dieFichtenröhrenlaus–sehrstarkzugenommen.Diemittlere Kronenverlichtunglagbei50%undübertrafdamitallebisherigenWerteimErhebungszeitraum.Seitdemverbesserte sichdieSituationallmählich.AllerdingsstiegdieKronenverlichtung2025wiederleichtumeinenProzentpunktgegenüberdemVorjahranundliegtnunbei29%.WieimVorjahr wurden6%derangesprochenenSitkafichtenauchimaktuellenJahr2025alsstarkgeschädigteingestuft.DieAbsterberateliegtdasvierteJahrinFolgebei0%.AuchdieAusfallrateliegtbei0%,da2025keineSitkafichteausdemKollektiv außerplanmäßigalsSchadholzentnommenwurde. Foto: C. Klinck Andere Laubund Nadelbäume Jährliche Absterberate (stehende Bäume), alle Alter in % 2,5 2,0 1,5 1,0 0,5 0 0,61 andere Laubbäume alle Baumarten 1,5 1,0 0,5 0 0 91-92 92-93 93-94 94-95 95-96 96-97 97-98 98-99 99-00 00-01 01-02 02-03 03-04 04-05 05-06 06-07 07-08 08-09 09-10 10-11 11-12 12-13 13-14 14-15 15-16 16-17 17-18 18-19 19-20 20-21 21-22 22-23 23-24 24-25 84-85 85-86 86-87 87-88 88-89 89-90 90-91 andere Nadelbäume alle Baumarten 1,4 Jährliche Ausfallrate (als Schadholz entnommene Bäume), alle Baumarten, alle Alter in % 10 8 6 4 2 0 20 18 16 14 12 10 8 6 4 2 0 91-92 92-93 93-94 94-95 95-96 96-97 97-98 98-99 99-00 00-01 01-02 02-03 03-04 04-05 05-06 06-07 07-08 08-09 09-10 10-11 11-12 12-13 13-14 14-15 15-16 16-17 17-18 18-19 19-20 84-85 85-86 86-87 87-88 88-89 89-90 90-91 20-21 21-22 22-23 23-24 24-25 andere Laubbäume alle Baumarten andere Nadelbäume alle Baumarten 0 20 Fallbeispiele anderer Laubund Nadelbäume in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Hessen Vitalität von Gemeiner Birke, Bergahorn, Europäischer Lärche und Douglasie Caroline Klinck https://doi.org/10.5281/zenodo.17524620 In derWaldzustandserhebung werdendie sogenanntenNebenbaumartenindenGruppenderanderenLaub-undderanderenNadelhölzerzusammengefasst.Immerhäufigerjedoch werdenBaumartendieserbeidenGruppeninWälderneingebracht,umdenAusfallderHauptbaumartenzukompensieren oderumdieBaumartenvielfaltindenBeständenzuerhöhen unddamitdasRisikovonSchädenzuverringern. DieWaldzustandsberichte beschreiben seit Jahren dieVitalitätdieserbeidenBaumartengruppen,ohneausführlicherauf einzelneBaumarteneingehenzukönnen.Hintergrundistdie geringezahlenmäßigeBesetzungindenDatensätzen,sofern dieBundesländereinzelnbetrachtetwerden. ImFolgendenwirdderAnsatzverfolgt,dieDatenderNebenbaumartennachdenbeidenAltersklassengetrenntüberdie vier Trägerländer der NW-FVA Schleswig-Holstein, Niedersachsen,Sachsen-AnhaltundHessenzusammenzufassen,um einenstabilerenDatensatzzuerhalten.FüreinigeBaumarten reichtauchdasnichtaus,umstatistischgesicherteAussagen treffenzukönnen.AußerdemerhöhtsichdurchdasgroßeBezugsgebietdieStandortsvielfalt,dieeinenerheblichenEinfluss aufdieVitalitäthat.DieErgebnissesinddaherstetsvordiesem Hintergrundzubewerten. IndenfolgendenAbbildungensind,getrenntnachdenAltersgruppen ≤60 Jahre und >60 Jahre, die mittleren jährlichen KronenverlichtungenvonBuche,Eiche,BirkeundBergahorn sowie von Kiefer, Fichte, Europäischer Lärche und Douglasie dargestellt.DabeiistjeweilsimunterenDiagrammteildieAnzahl der eingehenden Bäume pro Jahr für die Nebenbaumarten eingefügt und oben die der Hauptbaumarten. VeränderungendieserZahlensindnichtzwingendaufveränderte AnteileimWaldzurückzuführen,sondernkönnenauchdurch ÄnderungenderRasterdichteverursachtsein. FüreineVitalitätsbetrachtung istaußerdemdieAbsterberate vonBedeutung.SiebeziehtsichaufalleAltersstufen. Gemeine Birke Bezogen auf das WZE-Stichprobenraster der vier betrachteten BundesländeristdieGemeineBirke oderSandbirkemiteinemGesamtanteilvon4%aktuelldiehäufigste Baumart neben den vier Hauptbaumarten.DieseltenereMoorbirkewirdhiernichtbetrachtet. DieGemeineBirkekommtinallen betrachteten Bundesländern vor. Als Pionierbaumart erreichen die hieruntersuchtenBirkenseltenAlterüber100Jahre.Vonden jüngerenBirkendesWZE-Kollektivsstehenjeweils35%inNiedersachsen und Schleswig-Holstein, 22% in Sachsen-Anhalt und8%inHessen.BeidenälterenBirkenbefindensich40%in Niedersachsen,28%inSachsen-Anhalt,23%inSchleswig-Holsteinund9%inHessen. DieKronenverlichtungderjüngerenBirkenliegtimMittelbei etwa15%undistdamitimVergleichzudenanderenLaubbaumartenrelativhoch.ImErhebungszeitraumgabesPhasen erhöhterWertewieAnfangder1990erJahre,zwischen2004 und2006sowieab2018,undPhasenmitniedrigenWertenwie 2011–2017.NachdemTrockenjahr2003gabeseinenAnstieg derWerte.2018erhöhtesichdiemittlereKronenverlichtungbereitsimTrockenjahrselbstundindenFolgejahrennochweiter. SieerreichtenimJahr2019einenMaximalwertvonfast40%. ZurBeurteilungderVitalitätmussdaraufhingewiesenwerden, dassdieKronenverlichtungswerteinnerhalbderJahreselten normalverteiltsind.GeradeindenJahrennach2018lagder Median,alsoderWert,dendieHälftederBäumeaufwies,deutlich unter dem Mittelwert. Das bedeutet einerseits, dass die SpannbreitederKronenverlichtungswerteindenJahrensehr großistundesdurchauseinegroßeZahlanBirkengibt,die sehrniedrigeVerlichtungenaufweisen.AndererseitsgibtesgenügendBirkenmithohenundsehrhohenVerlichtungswerten, diedenMittelwertanheben.DieseBirkensindinihrerVitalität geschwächt,wasdurchdierelativhohemittlereAbsterberate bestätigtwird.SostarbenimMittelderBetrachtungsjahremit 0,9% vergleichsweise viele der Birken desWZE-Kollektivs ab (ohneAbb.).EsgabauchinsgesamtnurvierJahre,indenendie Ratebeinulllag.AmhöchstenwarsieimJahr2019,alsfast8% derBirken(49Einzelbäume)abstarben. Bergahorn Die im WZE-Datensatz vorhandenen Bergahorne befinden sich zu ähnlichen Anteilen in allen vier Trägerländern der NW-FVA (unter 60 Jahre: 32% Niedersachsen, 26% Hessen, 24% Schleswig-Holstein, 18% Sachsen-Anhalt; über 60Jahre: jeweils32%Niedersachsenund Sachsen-Anhalt, 30% Schleswig-Holstein, 6% Hessen). Bezüglich der Häufigkeit desVorkommensstehternachBirke,Esche,Erle,undHainbuchean fünfterStelleinderGruppederanderenLaubbäume.Seitetwa 10JahrennimmtderAnteilvonBergahornlangsam,aberkontinuierlichzu.DieHälftederbetrachtetenBergahorneistjünger als50Jahre. Die Altersklasse der jüngeren Bergahorne hat im Mittel sehr niedrigeKronenverlichtungen.Siereagiertenauffälligstarkauf Foto: M. Spielmann Foto: M. Spielmann 21 Fallbeispiele anderer Laubund Nadelbäume in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Hessen dieTrockenheit2018,danachsankendieWertejedochwieder bis2021.2022und2023stiegendiemittlerenVerlichtungen wiederaufdasMaximalniveauvon2018. DieälterenBergahorneüber60JahrehabenimMitteldieim VergleichzudenanderenLaubbaumartenniedrigstenVerlichtungswerte.DieWerteschwanktenzwischendenJahrenrelativstarkundstiegen2018deutlichan.Seitdemliegensieauf erhöhtemNiveau. DieAbsterberate(ohneAbbildung)beidenBergahornender WZE-Stichprobe ist gering; sie liegt im Mittel bei 0,1%. Die höchsteAbsterberatewurdeimJahr2023mit1,23%(5Einzelbäume)erreicht.In33der40Betrachtungsjahrestarbenkeine BergahornedesKollektivsab. Europäische Lärche NebenKiefernundFichtensindLärchenimWZE-Kollektivder vierTrägerländerderNW-FVAdiehäufigstenNadelbäume.DabeiistdieEuropäischeLärcheetwashäufigeralsdieJapanische Lärche.InSchleswig-HolsteinüberwiegenJapanischeLärchen, während in Hessen und Niedersachsen mehrheitlich und in Sachsen-AnhaltausschließlichEuropäischeLärchenstehen. DasVorkommenderEuropäischenLärcheninderWZE-Stichprobehateinen SchwerpunktinHessen:50% derjüngeren und48%derälterenEuropäischenLärchenstehenhier.Auf Niedersachsen entfallen 24% der jüngeren und 38% der älteren Lärchen. In SachsenAnhaltstehen22%derjüngerenund8%derälterenBäume undinSchleswig-Holstein4% bzw. 8% der Europäischen LärchenderWZE-Stichprobe. Dieunter60-jährigenEuropäischenLärchenhatteneinemit denanderenNadelbaumarten vergleichbare mittlere jährlicheKronenverlichtung.ErhöhteWertevonetwasüber15% wurdenzuAnfangder1990erJahreundseit2019beobachtet. DiemittlerenJahreswertederKronenverlichtungfürdieälteren EuropäischenLärchenverlaufenaufeinemähnlichenNiveau wiediederKieferunddeutlichunterdemderFichte.Dabei schwankendieWertezwischendenJahrenstärkeralsbeider Kiefer.DaskanneinerseitsaufdendeutlichkleinerenDatensatzzurückzuführenseinoderandererseitsauchdarauf,dass derEinflussdersaisonalenWitterungbeiLärchendurchden jährlichen Nadelabwurf früher und im Folgejahr kaum noch zuerkennenist.SostiegendieWertederKronenverlichtung Foto: T. Friedhoff 1984 1986 1988 1990 1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014 2016 2018 2020 2022 2024 0 10 20 30 40 50 60 70 Kronenverlichtung bei Buche, Eiche, Bergahorn und Birke (unter 60 Jahre, alle BL) KV [%] o o oo oooo o o ooooooooo ooooo oooooooooo o ooo o o o ooo o o o o o oo oooooooooo oo o oo oo ooooooo o oo ooooo o o Jahresmittelwerte der Kronenverlichtung Bergahorn ≤ 60 Jahre Birke ≤ 60 Jahre Buche ≤ 60 Jahre Eiche ≤ 60 Jahre 103 113 111 47 83 80 131 168 127 141 188 147 158 201 177 177 173 162 161 165 165 167 180 176 175 165 168 178 166 183 194 212 221 218 231 227 254 273 250 246 262 250 790 838 824 338 314 322 736 1054 564 583 1063 581 602 1103 1055 1050 1029 1045 1027 1027 1013 541 522 528 542 513 488 512 465 441 445 431 459 454 438 425 449 464 447 448 445 430 n BAh = n Bi = 1971 2036 2034 746 858 854 1361 2056 903 954 2009 1036 967 2002 1208 1205 1236 1132 1141 1133 1107 1174 1138 1163 1158 989 944 1055 1037 959 961 858 838 865 870 845 844 896 893 895 1095 1062 1002 1062 1047 373 355 399 875 1389 633 642 1395 657 647 1354 957 934 946 892 835 826 798 667 701 672 673 596 607 648 661 654 621 518 517 512 508 499 501 524 526 536 577 582 n Bu = n Ei = o Kronenverlichtung bei Buche, Eiche, Bergahorn und Birke (über 60 Jahre, alle BL) oo oo o oo o o oo o o ooo o o o o o oo o oooo ooo oo o ooooo o oo o oo o o oo o o o ooo oooo o oo ooo o o oo ooooooo o o oo ooo o o o Jahresmittelwerte der Kronenverlichtung Bergahorn > 60 Jahre Birke > 60 Jahre Buche > 60 Jahre Eiche > 60 Jahre 57 67 71 26 26 27 75 89 41 42 85 43 41 95 66 65 71 81 82 82 83 88 87 92 94 84 84 93 115 100 101 107 107 118 117 118 138 136 162 178 186 201 113 148 156 70 79 78 130 199 112 113 202 127 122 258 199 206 230 232 241 249 260 247 255 253 251 246 265 296 326 289 295 302 273 247 254 292 291 285 294 288 299 280 n BAh = n Bi = 6047 6300 6316 3040 3637 2644 3867 6930 3067 3048 7048 3348 3269 7105 4054 4069 5122 4150 4173 4190 4232 4251 4296 4343 4371 4134 4197 4465 4496 4060 4037 4129 4129 4155 4173 4188 4230 4254 4225 4270 4229 4275 2450 2787 2790 1069 1226 841 1731 3131 1200 1204 3189 1439 1411 3336 2421 2433 2627 2482 2525 2551 2562 2617 2622 2655 2663 2518 2542 2721 2756 2230 2251 2284 2227 2215 2179 2292 2337 2315 2325 2374 2406 2412 n Bu = n Ei = 0 10 20 30 40 50 60 70 KV [%] 1984 1986 1988 1990 1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014 2016 2018 2020 2022 2024 Kronenverlichtung bei Birke, Bergahorn, Buche und Eiche für alle Bundesländer unter 60 Jahre über 60 Jahre 22 Fallbeispiele anderer Laubund Nadelbäume in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Hessen indenTrockenjahren2018/19starkan,sankenjedochbereits 2020wiederdeutlichabundbliebenseitdemaufeinemleicht erhöhtenNiveau.ImVergleichzuKieferoderDouglasiereagiertendieälterenLärchendamitkurzfristigdeutlichaufdieTrockenjahre,erholtensichaberschnellwieder. DiemittlereAbsterberateüberden40-jährigenBetrachtungszeitraumliegtfürdieEuropäischenLärchenallerAlterbei0,3% (ohneAbb.),wobeiininsgesamt25JahrengarkeinBaumneu abstarb.DiehöchstenWertegabes2019mitknapp7%bzw. 23Einzelbäumen.ZumVergleich:2019lagdieAbsterberatefür FichteüberdievierBundesländermit163Bäumenbei8%. Douglasie Als häufig gewählte Ersatzbaumart für die Fichte spielt die Douglasie innerhalb der Gruppe der anderen Nadelbäume eine bedeutende Rolle. In der WZE-Stichprobe ist sie die zweithäufigste Baumart innerhalb der Gruppe der anderen Nadelbäume.Provenienzenkönnenhiernichtunterschieden werden. Die im WZE-Datensatz vorkommenden jüngeren Douglasien(≤60Jahre)befindensichmit49%zumgrößten TeilinNiedersachsen;30%steheninHessen,18%inSchleswig-Holsteinund3%inSachsen-Anhalt.Vondenüber60-jährigenDouglasienstehen49%inHessen,36%inNiedersachsen,14%Schleswig-Holsteinund1%inSachsen-Anhalt. Die Kronenverlichtungswerte der jüngeren Douglasien sind niedrig und liegen mit Werten um 10% auf dem NiveauderjüngerenFichten und Kiefern. Eindeutige Anstiege sind 2005/2006 und 2018 zu beobachten. Nach 2006 sanken die Werte bis zumJahr2009wiederaufdas Ausgangsniveau, wogegen nach2018bisjetztkeinAbsinkenerkennbarist. DieJahresmittelderKronenverlichtungswertederälterenDouglasienliegen etwa auf dem Niveau dererder Kieferund in einigenJahrenunterdenenvonFichte,KieferundauchEuropäischerLärche.NachdenTrockenjahren2018/19stiegendie Wertelangsam,aberdeutlichbis2021anundsankendanach leichtab.SeitdemliegensieaufleichterhöhtemNiveau,allerdingssehrdeutlichunterdenWertenderFichte. ImMittelderJahreistdieAbsterberatebeiDouglasiemit0,04% sehrgering.ImBetrachtungszeitraumgabesin34Jahrenkeine AbsterbeerscheinungeninnerhalbdesWZE-Kollektivs.Insechs der41JahrestarbniemehralseineDouglasieneuab. Foto: H. J. Arndt Kronenverlichtung bei Douglasie, Europ. Lärche, Fichte und Kiefer (unter 60 Jahre, alle BL) o ooo o o oo oo oo oo ooooooo oooo ooooooooo oooooo o o oo oo oo oo ooooooo ooooooooooooooo ooooo oooo o o o o Jahresmittelwerte der Kronenverlichtung Douglasie ≤ 60 Jahre Eur. Lärche ≤ 60 Jahre Fichte ≤ 60 Jahre Kiefer ≤ 60 Jahre 898 982 965 185 237 232 499 686 232 239 669 238 222 731 430 426 406 403 408 406 414 185 189 191 182 170 170 212 216 185 197 191 200 224 219 221 238 243 233 232 267 258 765 781 769 170 143 126 241 859 234 240 843 250 233 798 312 299 298 296 299 300 300 215 218 239 243 237 235 244 245 230 235 230 225 222 186 172 177 180 181 177 225 174 n Dgl = n ELä = 7196 7358 7236 1741 2721 2611 4546 7345 3154 3096 6966 2917 2337 6576 3502 3504 3430 3327 3312 3218 3147 1763 1776 1629 1569 1464 1378 1404 1330 1201 1091 1021 971 954 916 904 694 536 460 446 514 511 5188 5360 5366 1381 1356 1321 4660 7032 3262 3203 6863 3301 3219 6611 6219 6140 5998 5946 5881 5839 5822 3026 2980 2919 2886 2670 2518 2472 2349 1999 1878 831 775 772 749 695 686 679 668 633 668 666 n Fi = n Ki = o 0 10 20 30 40 50 60 70 KV [%] 1984 1986 1988 1990 1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014 2016 2018 2020 2022 2024 Kronenverlichtung bei Douglasie, Europ. Lärche, Fichte und Kiefer (über 60 Jahre, alle BL) o ooooo oooo o oo o o o o oo ooo oo ooooo ooo oo o ooo oooo oo o ooo o o o o oo oo o oo o o oooooo o o o oooo oo o o oo ooo o o o Jahresmittelwerte der Kronenverlichtung Douglasie > 60 Jahre Eur. Lärche > 60 Jahre Fichte > 60 Jahre Kiefer > 60 Jahre 402 407 363 142 21 19 19 31 29 29 54 51 51 64 39 39 54 54 55 55 55 39 39 39 49 47 49 50 50 64 65 65 65 60 71 75 90 93 111 118 129 140 175 197 209 70 118 80 128 262 95 94 303 119 119 372 180 193 195 201 204 203 202 164 164 161 168 154 159 177 179 150 151 153 158 165 196 203 192 202 206 206 243 295 n Dgl = n ELä = 4206 4333 4380 2055 2726 1979 2437 4449 2171 2155 4532 2337 2284 4580 2278 2270 2322 2304 2343 2440 2396 1708 1750 1575 1624 1556 1601 1680 1712 1595 1672 1753 1740 1779 1644 1451 1280 1243 1054 935 946 940 3209 3484 3478 1978 2369 1584 2449 5040 3015 3051 5308 3479 3517 5654 4667 4756 4876 4898 4975 4994 5041 3614 3789 3804 3865 3889 4039 4150 4199 4274 4454 3012 2991 2937 2913 3016 3251 3292 3215 3252 3251 3232 n Fi = n Ki = o 0 10 20 30 40 50 60 70 KV [%] 1984 1986 1988 1990 1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014 2016 2018 2020 2022 2024 Kronenverlichtung bei Douglasie, Europäischer Lärche, Fichte und Kiefer für alle Bundesländer unter 60 Jahre über 60 Jahre 23 Witterung und Klima Johannes Sutmöller https://doi.org/10.5281/zenodo.17524642 Für eine flächenhafte Aussage für das Land Schleswig-HolsteinwerdendieklimatologischenGrößenNiederschlagund Temperatur anhand der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ausgewertet. Die Messwerte werden mit einem kombinierten Regionalisierungsverfahren (Inverse Distance Weighting, Höhenregression) auf ein einheitliches 50-Meter-Rasterinterpoliert.DieMitteltemperaturwirdinGrad Celsius(°C)unddieAbweichunginKelvin(K,entspricht°C) angegeben.ImWaldzustandsberichtwirddieWitterungdes aktuellenVegetationsjahresbeschrieben.DasVegetationsjahr umfasstdieMonateOktoberdesVorjahresbiseinschließlich SeptemberdesaktuellenJahres.Umdenanthropogenverursachten Erwärmungstrend zu verdeutlichen, werden die Monatsmittelwerte des aktuellenVegetationsjahres mit den langjährigenWertenderinternationalgültigenKlimanormalperiode 1961–1990 verglichen. Neben eigenen AuswertungenwerdendieErgebnisseausdenKlimastatusberichtendes DWDberücksichtigt. DasVegetationsjahr2024/25warimLandesmittelvonSchleswig-Holsteinmit10,2°Cum1,9KwärmeralsdasMittelder Klimanormalperiodeundum0,9KimVergleichzuraktuellen Klimareferenzperiode1991–2020(Tabellerechts).DabeiwarenalleMonatewärmeralsimlangjährigenMittelderKlimanormalperiode.DasKalenderjahr2024(JanuarbisDezember) warmitrund10,8°CdasmitAbstandwärmsteJahrseitBeobachtungsbeginn in Schleswig-Holstein. Die Jahresmitteltemperaturlagum0,3KüberdemRekordwertausdenJahren2020und 2014.ImVegetationsjahr2024/25 fielenrund 730mmNiederschlag.Diessindrund50mmwenigerimVergleichzumlangjährigenMittelundfast400mmNiederschlag wenigeralsimvergangenenJahr.DabeiwurdevonFebruar bisJuninuretwasmehrals60%dersonstüblichenNiederschlagsmengegemessenundnurdieMonateNovemberund JuliwieseneinendeutlichenÜberschussauf. Witterungsverlauf von Oktober 2024 bis September 2025 ZuBeginndesVegetationsjahres2024/25setztesichdieunbeständigeWitterungderVormonatefort.DieersteMonatshälfteimOktoberwardurcheineregeTiefdrucktätigkeitmit häufigen Niederschlägen geprägt. Fast im gesamten Land warendie Böden sehrfeucht.DieBodenfeuchtelag inden oberstenBodenschichtenbis60cmhäufigüber100%nutzbarerFeldkapazität(nFK)unddamitdeutlichüberdenlangjährigenMittelwerten.NachMonatsmittesetztesichstabiles HochdruckwetterdurchundesfielkaumnochNiederschlag. Mit 61mm Niederschlag wurde das Monatssoll um knapp 15% unterschritten. Die Monatsmitteltemperatur betrug 11,1°C.DamitwarderOktober2024um1,6Kwärmeralsim MittelderKlimanormalperiode(Tab.undAbb.rechts).Auchzu Novemberbeginndominierteruhiges,durchHochdruckwetterlagengeprägtesHerbstwetter.InderzweitenMonatshälfte lebtedieTiefdrucktätigkeitaufundmehrereSturmtiefsbrachten dem gesamten Land ergiebige Niederschläge. Im Nordseeumfeldfielverbreitetmehrals150%derüblichenNiederschlagsmenge.ImLandesmittelfielen103mmNiederschlag. Diessindrund25%mehralsim30-jährigenMittelderPeriode 1961–1990.ImNovembersetztesichdiemildeWitterungfort. MiteinerMonatsmitteltemperaturvon6,3°CwarderMonat 1,2Kwärmeralsnormal.DieoberstenBodenschichtenwiesen Abweichungen von Niederschlag und Temperatur vom Mittel der Klimareferenzperiode 1961–1990 (durchgezogene schwarze Linie) in SchleswigHolstein, Monatswerte für das Vegetationsjahr 2024/2025 (Oktober 2024– September 2025). Abweichungen von Niederschlag und Temperatur 2024/25 Daten des Deutschen Wetterdienstes, Offenbach Temperaturmittelwerte und Niederschlagssummen für das Vegetationsjahr 2024/2025 (Oktober 2024–September 2025) sowie die langjährigen Mittelwerte der Referenzperioden 1961–1990 und 1991–2020 zukalt*-5K-3K-1K+1K+3K+5Kzuwarm* zunass*175%150%125%75%50%25%zutrocken* * Abweichung zur Periode 1961-1990 Temperatur (°C) Niederschlag (mm) 2024/25 1961– 1990 1991– 2020 2024/25 1961– 1990 1991– 2020 Oktober 11,1 9,5 9,9 61 73 75 November 6,3 5,1 5,7 103 82 70 Dezember 5,2 1,9 2,9 63 74 77 Januar 2,7 0,3 1,9 69 63 71 Februar 2,1 0,7 2,1 941 55 März 5,7 3,2 4,3 852 53 April 9,8 6,6 8,2 25 48 39 Nichtvegetationszeit 6,1 3,9 5,0 338 433 440 Mai 12,4 11,5 12,2 55 53 54 Juni 16,4 15,0 15,4 71 68 73 Juli 18,3 16,3 17,7 142 80 84 August 17,4 16,2 17,6 53 74 84 September 15,2 13,3 14,2 69 74 72 Vegetationszeit 15,9 14,5 15,4 390 349 367 Vegetationsjahr 10,2 8,3 9,3 728 782 807 5 3 1 -1 250 200 150 100 50 0 Okt. Temperatur (K) Niederschlag (%) Nov. Dez. Jan. Feb. Mrz. Apr. Mai Jun. Jul. Aug. Sep. 24 Witterung und Klima weiterhinhoheBodenfeuchtewertevonüber100%nFKauf. DerDezemberwarsehrmild,trockenundinfolgehäufigerInversionswetterlagenüberwiegendtrüb.DieMitteltemperatur von5,2°Clagum3,3KüberdemlangjährigenMittelwertder Klimanormalperiode.DasNiederschlagssollwurdelandesweit umrund15%unterschritten.DieNiederschlagshöhebetrug 63mm.InfolgedesgeringenVerdunstungsanspruchsderVegetationwarenauchimDezemberdieBödenbis60cmTiefe überdurchschnittlichmitWassergefüllt. DerJanuar2025warnassundmild.Dabeifielindenwestlichen LandesteilenüberdurchschnittlichvielNiederschlag,während imSüdostendaslangjährigeSollregionalnichterreichtwurde. DieNiederschlagsmengevon69mmimLandesmittellagum 10%überdemWertderKlimanormalperiode.MiteinerMonatsmitteltemperaturvon2,7°CwarderJanuarum2,5KwärmeralsimDurchschnittderPeriode1961–1990.ImFebruar stelltesichdieWetterlagenachhaltigum.HäufigerHochdruckeinflussführtedazu,dassmit9mmNiederschlagnurrund20% derüblichenMengegemessenwurde.Besonderstrockenwar esmiteinemNiederschlagsdefizitvonbiszu90%indenmittlerenundsüdlichenLandesteilen(nur3mmNiederschlagin Wedel).ImLaufedesMonatstrocknetendieOberbödenetwas ab,sodassdieBödenleichtunterdurchschnittlicheWassergehalte aufwiesen. Die Monatsmitteltemperatur betrug 2,1°C. SomitwarderFebruar20251,4KwärmeralsimMittelderKlimanormalperiodeundentsprachderMonatsmitteltemperatur deraktuellenReferenzperiode1991–2020.AuchderMärzwar extremtrocken,überdurchschnittlichwarmundsehrsonnenscheinreich.StabileHochdruckwetterlagenführtendazu,dass eszuausgeprägtenTagesgängenbeiderTemperaturkamund derMonatmiteinerMitteltemperaturvon5,7°Cum2,5Kim Landesmittel zu warm war. Die Niederschlagshöhe erreichte mit8mmnurrund15%deslangjährigenKlimamittels.BesondersindenwestlichenundsüdöstlichenLandesteilenwurde aneinigenStationensogutwiekeinNiederschlaggemessen (z.B.3mminOldenburginHolstein).Infolgederzunehmenden Verdunstungsraten und geringen Niederschläge nahm dieBodenfeuchteindenobersten60cmdeutlichabundlag vielfach unter den langjährigenWerten. Die trockeneWitterung setzte sich mit kurzen Unterbrechungen im April fort. Im Gebietsmittel von Schleswig-Holstein fielen 25mm Niederschlag.Diesentsprichtrund50%derlangjährigenNiederschlagssumme.DabeigabesregionalgroßeUnterschiedein derNiederschlagshöhe.WährendimNordwestenundimOstendesLandesteilweisenur10mmNiederschlaggemessen wurde,führtenintensiveNiederschlägeam23./24.Aprildazu, dass im äußersten Süden und Südwesten mit rund 60mm NiederschlagdasMonatssollübertroffenwurde.InweitenTeilendesLandesnahmdieBodenfeuchteimOberbodenweiterabundlagdeutlichunterdendurchschnittlichenWerten. DerAprilwarnichtnurtrocken,sondernauchwarmundsehr sonnig.DieMonatsmitteltemperaturvon9,8°Cbedeuteteine positiveAnomalievon3,2K.AuchderMaipräsentiertesich trocken und sehr sonnenscheinreich. Aufgrund häufiger AnströmungvonkühlenLuftmassenausnördlichenRichtungen warerjedochnurum0,9KwärmeralsimMittelderKlimanormalperiode.DieMonatsmitteltemperaturvon12,4°Centsprach annähernd der langjährigen Temperatur der aktuellen Referenzperiode1991–2020,wobeiesindensüdöstlichenLandesteilenetwaskühlerwaralsnormal.GeringerLuftfrostum-1°C wurdenurnochzuBeginndesMonatsaneinigenStationen beobachtet.DietrockeneWitterungdervergangenenMonate setztesichindenmeistenRegionenfort.ImFlächenmittelvon Schleswig-Holsteinfielen55mmNiederschlag.Diesentspricht demlangjährigenMittelwert.Indenöstlichenundsüdlichen Landesteilen wurde ein Defizit von bis zu 30% beobachtet, währendimNordseeumfeldundTeilenderMittediemittlere Niederschlagshöhedeutlichübertroffenwurde.InfolgederanhaltendenTrockenheitimSüdenundOstenlagendieWassergehalteimOberbodenteilweiseumbiszu30%unterdenfür MaiüblichenWerten.DerJuniwarimSüdostenundNordosten vonSchleswig-HolsteinderfünftezutrockeneMonatinFolge. ImLandesmittelfieljedochmit71mmrund100%derlangjährigenNiederschlagsmenge.TypischfüreinenSommermonat wardieungleicheVerteilungderNiederschlägeimLand.InfolgevonStarkregenereignissenwurdeineinemStreifenvon derNordseebisnachKieldasNiederschlagssolldeutlichübertroffen (106mm, Itzehoe), während im nordwestlichen und südöstlichenSchleswig-HolsteineinNiederschlagsdefizitvon biszu30%gemessenwurde.AuchdieBödenwarenindiesen Foto: C. Klinck 25 1500 1000 500 0 mm Okt. Okt.Nov. Dez. Jan. Feb. Mrz. Apr. Mai Jun. Jul. Aug. Sep. Bandbreite (1948-2024), Erläuterung siehe Text rechts über dem Mittel unter dem Mittel Mittel 1961-1990 2025 Witterung und Klima Teilendes Landesdeutlich trockenerals üblich.DieMonatsmitteltemperaturbetrug16,4°C.DerJuniwarimFlächenmittel 1,4K wärmer als im Mittel der Klimanormalperiode.DerJuli starteteheiß.InGrambeckstiegdasThermometeram2.Juli auf 37,6°C. Die Monatsmitteltemperatur mit 18,3°C lag um 2,0KüberdemWertderKlimanormalperiode.Dabeiwardie Temperaturabweichung im Nordwesten von Schleswig-HolsteindeutlichgrößeralsindensüdlichenLandesteilen.ImJuli wurdedasNiederschlagssolllandesweitdeutlichübertroffen. Besondersinden Regionenin derLandesmittefielteilweise mehr als das Doppelte der üblichen Niederschlagsmenge. DieNiederschlagshöhelagimFlächenmittelbei142mm.An derStationWittenbornbeiBadSegebergbetrugdieMonatssumme185mm.WährendinderMittedesLandesdieBodenwasserspeicher in den obersten 60cm überdurchschnittlich gefülltwaren,erreichtedasBodenwasserdefizitindenübrigen Gebietenbiszu30%imVergleichzudenlangjährigenWassergehalten. Der August startete mit einer dreiwöchigenTrockenperiode und erst am Monatsende führte Tiefdruckeinfluss zu einer vermehrten Niederschlagsaktivität. Mit 53mm im Gebietsmittel blieb es um knapp30%trockeneralsüblich.DersonnigeundtrockeneMonatwarmit17,4°Cum 1,2KwärmeralsimlangjährigenMittelder Klimanormalperiode. Um die Monatsmitte tratennochmalsindiesemSommerHöchsttemperaturenvonmehrals30°Cauf.Zum Abschluss des Vegetationsjahres 2024/25 folgteeinwarmerundsonnenscheinreicher September. Die Monatsmitteltemperatur betrug15,2°Cundlagdamitum1,9Küber dem langjährigen Mittel. Im Flächenmittel von Schleswig-Holstein fielen 69mm Niederschlagunddamitetwaswenigeralsdas Niederschlagssoll. InderAbbildunglinksistderaufsummierteNiederschlagander DWD-Klimastation Schleswig für dasVegetationsjahr 2024/25 imVergleichzudenJahren1947/48(Messbeginn)bis2023/24 dargestellt. In der Zeitreihe wurden teilweise Lücken gefüllt, sodassimgesamtenMesszeitraumnurwenigeJahreaufgrund vonDatenausfallunberücksichtigtblieben.DieBandbreitewird durchdasimBeobachtungszeitraumtrockensteJahr(1995/96) unddasbisherniederschlagreichsteJahr(2023/24)aufgespannt. VonOktober2024bisAnfangFebruar2025schwanktendieaufsummiertenNiederschlägeanderDWD-KlimastationSchleswig um den langjährigen Durchschnitt der Klimanormalperiode 1961–1990.VonFebruarbisEndeJunifielenanderMessstation nur rund 180mm Niederschlag statt der üblichen 300mm. ZumEndederfünfmonatigenTrockenperiodebetrugdasNiederschlagsdefizit mehr als 100mm. Nachfolgend setzten im JulivermehrtNiederschlägeein,sodassdasDefizitnahezuabgebautwurde.DaimAugustundSeptemberwenigerNiederschlaggemessenwurdealsimlangjährigenMittel,erhöhtesich dasNiederschlagsdefizitbiszumEndedesVegetationsjahresauf 85mm. Temperatur und Niederschlag im langjährigen Verlauf ObwohldasaktuelleVegetationsjahr0,5Kkühlerwaralsdas sehrwarmeVegetationsjahr2023/24,setztsichderlangfristige Erwärmungstrend unvermindert fort. Nach dem gleitenden Mittel der letzten 30 Jahre beträgt dieTemperaturzunahme 1,2K(Abb.unten).SeitAprildiesesJahresverwendetderDWD ein neues Verfahren zur Trendlinienberechnung. Das sogenannteLOESS-Verfahren(Locallyestimated/weightedScatterplotSmoothing)bildetdenbeschleunigtenTemperaturanstieg derletztenJahrerealitätsnaherabalsreinlineareBerechnungsmethoden. Dabei werden die Jahresmitteltemperaturen der Abweichungen von Niederschlag und Temperatur 1961–2025 Daten des Deutschen Wetterdienstes, Offenbach Daten des Deutschen Wetterdienstes, Offenbach Abweichungen von Niederschlag (oben) und Temperatur (unten) vom Mittel der Klimaperiode 1961–1990 (durchgezogene schwarze Linie) und gleitendes Mittel der letzten 30 Jahre ( gepunktete graue Linie) in Schleswig-Holstein, Jahreswerte für das Vegetationsjahr (Oktober bis September) Akkumulierter Niederschlag im Vegetationsjahr an der Klimastation Schleswig 1200 1100 1000 900 800 700 600 500 11 10 9 8 7 6 Abweichungen von Niederschlag und Temperatur vom Mittel der Klimareferenzperiode 1961–1990 und gleitendes 30-jähriges Mittel in Schleswig-Holstein, Jahreswerte für das Vegetationsjahr (Oktober–September) 1995199019851965 1970 1975 1980 2000 2005 2010 2015 2020 2025 Daten des Deutschen Wetterdienstes, Offenbach Mittel der Klimareferenzperiode 1961–1990 gleitendes 30-jähriges Mittel Temperatur (°C) Niederschlag (mm) 32 Atmosphärische Stoffeinträge bis 2024 Birte Scheler https://doi.org/10.5281/zenodo.17524667 Nähr-undSchadstoffewerdensowohlingelösterFormmit demNiederschlagalsauchgas-undpartikelförmiginWälder eingetragen. Aufgrund ihrer großen Kronenoberflächen filternBäumegroßeMengenanSchadstoffenund(Fein-)Stäuben aus der Luft (Immissionsschutzfunktion). Daher ist der atmosphärischeStoffeintraginWäldernhöherals beiallen anderen Landnutzungsformen. Diese Einträge stellen aber fürdasÖkosystemWaldeineBelastungdar,dahoheEinträge vonSäureundStickstoff(Nitratund Ammonium)daschemischeBodenmilieudurchVersauerungundEutrophierung verändern.Seit1989wirdinSchleswig-HolsteinimRahmen desIntensivenForstlichenUmweltmonitoringsderStoffeintragineinenBuchenbestandbeiBornhövederfasst.Zielist einerseitsdieQuantifizierungderatmosphärischenStoffeinträge,insbesonderedervonSchwefel,StickstoffundSäure. Andererseits ermöglicht das umfassende MonitoringprogrammdieUntersuchungderFolgenundRisikenfürWälder, WaldbödenundangrenzendeÖkosysteme,diemiterhöhten Stoffeinträgen,aberauchmitdemKlimawandelverbundenenseinkönnen. Der Bestandesmessfläche (Kronentraufe) ist eine Freifläche (Freilandniederschlag) zugeordnet. Zusätzlich wird zur ErfassungdesgesamtenBestandesniederschlagsderStammablaufgemessenundanalysiert,derinBuchenbeständenim VergleichzuanderenBaumartenquantitativbedeutsamist. Mittels eines Kronenraumbilanzmodells (Ulrich, 1994) werdenausdengemessenenStoffflüssenimBestandundFreilandGesamtdepositionsratenberechnet. Niederschlag Das Kalenderjahr 2024 war niederschlagsreich. Im Freiland fielen891mmundimBestand inkl.Stammablauf697mm Niederschlag.ImVergleichzum10-jährigenMittelderJahre 2014–2023wurdedamitimFreiland115mmundimBestand 91mmmehrNiederschlagregistriert. RelativgesehenfielensowohlimFreilandalsauchimBestand 115%des10-jährigenNiederschlagsmittels(2014–2023). Foto: J. Evers Foto: J. Evers 33 Atmosphärische Stoffeinträge bis 2024 Schwefeleintrag DurchdiekonsequenteUmsetzungvonMaßnahmenzurLuftreinhaltungwieRauchgasentschwefelungsowiedieEinführungschwefelarmerbzw.schwefelfreierKraft-undBrennstoffe wurden die Schwefeldioxidemissionen in den letzten Jahrzehnten wirksam reduziert. Durch dieses Maßnahmenpaket sinddieehemalssehrhohenSchwefeleinträgeindieWaldökosystemenurnochsehrgering.ImFreilandliegtderEintrag seit 2015 mit jährlichen Schwankungen auf einem ähnlich niedrigen Niveau, im Bestand wurde in den letzten 10JahrenweiterhineinsignifikanterRückgangdesSulfatschwefeleintragsbeobachtet. 2024betrugerimFreiland2,3kgundunterBuche2,9kgje Hektar.VonderSchwefelgesamtdepositionunterBuchewarenaufgrundderNähezumMeer1,6kgproHektarbzw.55% seesalzbürtig,d.h.natürlichenUrsprungs. Stickstoffeintrag StickstoffwirdalsNitrat(oxidierteForm:Kfz-Verkehr,Verbrennungsprozesse)undalsAmmonium(reduzierteForm:landwirtschaftliche Quellen) in das Ökosystem eingetragen. Im FreilandlagderAmmoniumanteilamanorganischenStickstoffeitragimMittelderJahre2015–2024bei59%undmit derGesamtdepositionbei56%. DurchdieUmsetzungverschiedenerMaßnahmenzurReduktionderStickstoffemissionenhabendieanorganischenStickstoffeinträgeinBornhövedseitUntersuchungsbeginndeutlichabgenommen.DiesignifikanteAbnahmevonNitrat-und Ammoniumstickstoffhatsichindenvergangenen10Jahren durchgezogene Linie: signifikante Abnahme Sulfatschwefeleintrag (SO4-S inkl. seesalzbürtigem Anteil) im Freiland und im Bestand in kg je Hektar und Jahr Sulfatschwefeleintrag (SO4-S inkl. seesalzbürtigem Anteil) im Freiland und im Bestand in kg je Hektar und Jahr 20001990 1995 2005 2010 2015 2020 Bornhöved, Buche 30 20 10 0 Freiland Gesamtdeposition im Bestand Foto: J. Evers Foto: J. Evers 34 Atmosphärische Stoffeinträge bis 2024 von2015–2024sowohlmitderGesamtdepositionunterBuchenalsauchimFreilandfortgesetzt.2024betrugderNitratstickstoffeintragjeHektarimFreiland2,6kgund5,1kgunter Buche (Gesamtdeposition), der Ammoniumeintrag belief sichauf3,5kgimFreilandund5,7kgunterBuche(Gesamtdeposition). TrotzderbeobachtetenAbnahmesinddieanthropogenbedingten atmosphärischen anorganischen Stickstoffeinträge unter Buche mit 13,0kg je Hektar und Jahr (Mittel 2020– 2024)immernochauferhöhtemNiveau.Siesolltenjedochin einerGrößenordnungliegen,diedurchdieinternenRegulationsmechanismenderÖkosysteme(Pflanzenaufnahmeund Speicherung)kompensiert werdekann.Beieiner langfristigen Überschreitung der Belastungsgrenzen können nach dembisherigenKenntnisstandschädigendeEffektefürdas ÖkosystemWaldundangrenzendeÖkosystemewieOberflächen-undGrundwasserkörpernichtausgeschlossenwerden. Gesamtsäureeintrag DerGesamtsäureeintragberechnetsichalsSummederGesamtdeposition von Nitrat, Ammonium, Sulfat und Chlorid (jeweilsnichtseesalzbürtigeAnteile,Gaugeretal.2002). 2024 betrug er im Freiland 0,5kmolc und unter Buche 0,9kmolcjeHektar. Foto: J. Evers durchgezogene Linie: signifikante Abnahme Stickstoffeintrag (NH4-N + NO3-N) im Freiland und im Bestand in kg je Hektar und Jahr Stickstoffeintrag (NH4-N + NO3-N) im Freiland und im Bestand in kg je Hektar und Jahr 20001990 1995 2005 2010 2015 2020 Bornhöved, Buche 60 40 20 0 Freiland Gesamtdeposition im Bestand 35 EinTeildesSäureeintragswirddurchdieebenfallsmitdem NiederschlageingetragenenBasengepuffert.Berücksichtigt man diese Pufferleistung und zieht die nicht seesalzbürtigenAnteilederBasenCalcium,MagnesiumundKaliumvom Gesamtsäureeintragab,erhältmandenökosystemarbedeutsamenNetto-Gesamtsäureeintrag(Gaugeretal.2002). AufderFlächeBornhövedwurdenimMittelderJahre2020– 202415%derGesamtsäureeinträgedurchnichtseesalzbürtigeeingetrageneBasengepuffert. ObwohldieGesamtsäureeinträgedeutlichzurückgegangen sind (vgl. Abb. unten), zeigen vieleWaldstandorte erhöhte Konzentrationen von basischen und/oder sauren Kationen imSickerwasser.DiesesgiltinsbesonderefürStandorte,diein derVergangenheithohenSchwefeldepositionenausgesetzt waren. Auf entsprechenden Standorten werden nach wie vor standortsangepasste Bodenschutzkalkungen erforderlichsein,umdasNährstoffangebotunddieFilterfunktionder Waldbödenlangfristigzuerhaltenundzustabilisieren. anthropogen: durch menschliche Aktivitäten verursacht Deposition: Ablagerung von Stoffen Eutrophierung: Nährstoffanreicherung kmolc: Kilomol charge, Menge an Ladungsäquivalenten. Sie berechnet sich wie folgt: Elementkonzentration multipliziert mit der Wertigkeit des Moleküls (= Ladungsäquivalente pro Molekül), dividiert durch das Molekulargewicht. Multipliziert mit der Niederschlagsmenge ergibt sich die Fracht an Ladungsäquivalenten in kmolc je Hektar. Literatur Gauger,T.;Anshelm,F.;Schuster,H.;Draaijers,G.P.J.;Bleeker,A.;Erisman, J.W.;Vermeulen,A.T.&Nagel,H.-D.(2002):Kartierungökosystembezogener Langzeittrends atmosphärischer Stoffeinträge und Luftschadstoffkonzentrationen in Deutschland und deren VergleichmitCriticalLoadsundCriticalLevels.Forschungsvorhaben imAuftragdesBMU/UBA,FE-Nr.29942210,InstitutfürNavigation,Univ.Stuttgart.207S. Ulrich,B.(1994):NutrientandAcid-BaseBudgetofCentralEuropeanForestEcosystems.In:Godbold,D.u.Hüttermann,A.:EffectsofAcid RainonForestProcesses.Wiley-Liss.NewYork.S.1-50. Foto: J. Evers Atmosphärische Stoffeinträge bis 2024 Gesamtsäureeintrag im Freiland und im Bestand in kmolc je Hektar und Jahr durchgezogene Linie: signifikante Abnahme Gesamtsäureeintrag im Freiland und im Bestand in kmolc je Hektar und Jahr 20001990 1995 2005 2010 2015 2020 Bornhöved, Buche 6 4 2 0 Freiland Gesamtdeposition im Bestand Level II-Fläche Bornhöved Foto: P. Gawehn 36 Naturschutzwerte, Verbreitung und Bewirtschaftung historischer Hutewälder in Schleswig-Holstein Dario Wolbeck, Marcus Schmidt und Andreas Mölder https://doi.org/10.5281/zenodo.17524693 DiegroßeBedeutunghistorischerWaldnutzungsformenfür denWaldnaturschutzwirdzunehmenderkannt.Nebender Nieder-undMittelwaldwirtschaft(Mölderu.Schmidt2023) zählt insbesondere die Waldweide zu den traditionellen Waldnutzungen, die über Jahrhunderte bis Jahrtausende hinwegdasErscheinungsbilddermitteleuropäischenWaldlandschaften maßgeblich geprägt haben.Waldbereiche, in denen die durch Waldweide entstandenen Strukturen bis heuteerhaltengebliebensind,werdenalshistorischeHutewälderbezeichnet(Wolbecketal.2025).Diesezeichnensich durcheinebesondereVielfaltvonArtenaus,dieaneinenhohenStrukturreichtumlichterWaldstrukturenundeinelange Habitatkontinuität gebunden sind (Kratochwil u. Aßmann 1996,Assmannu.Falke1997,Plieningeretal.2015,L ő rinczet al.2024).HäufigfindensichindiesenBeständenkulturhistorische Relikte der früheren Nutzung, wie etwa Grenzsteine vonHutebezirkenoderBäumemitcharakteristischenSchneitelformen(Jørgensenu.Quelch2014). VondiesereinstinDeutschlandundEuropaweitverbreitetenNutzungsform(Seidensticker1896,Bergmeieretal.2010) sindheutenurnochkleinflächigeResteerhalten(Glaseru. Hauke 2004). Nach unseren Hochrechnungen im Rahmen einesvonderDeutschenBundesstiftungUmweltgefördertenProjekts(Nr.38031/01)beläuftsichderaktuelleBestand historischerHutewälderbundesweitaufetwa10.000Hektar. Dasentsprichtlediglich0,1%derdeutschenWaldfläche.DamitistdieserBiotoptypwesentlichselteneralsanderehistorischeWaldnutzungsformenwieNiederwälder(32.500ha)und Mittelwälder(46.000ha)(Mölderu.Schmidt2023).DieverbliebenenBeständewerdenheuteinderRegelnichtmehr beweidetundeineaufdenErhaltderspezifischenSchutzgüterausgerichtetePflegefindetnurnochinAusnahmefällen statt–unddies,obwohlderBiotoptypHutewaldinderRoten ListederBiotoptypenDeutschlandsals„akutvonvollständigerVernichtungbedroht“eingestuftwird(Fincketal.2017). DennochgibtesguteGründe,optimistischindieZukunftzu blicken. So entstehenvermehrt lokaleBeweidungsprojekte inhistorischenHutewaldbeständen,dieexemplarischaufzeigen, wieWaldweide unter heutigen Rahmenbedingungen erfolgreichzumintegrativenWaldnaturschutzbeiträgt(Sonnenburgu.Gerken2004,Menke2012,Thiery2021,Tielkeset al.2025).ZudembetonenKonzeptevonBundundLändern, wie etwa die Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt 2030oderdasNiedersächsischeLandschaftsprogramm,die NotwendigkeitderWiederentwicklungvonWaldweidekonzeptenundeines angepasstenSchutzeshistorischer Hutewälder,umdereneinzigartigeBiodiversitätundkulturhistorischeBedeutungzubewahren(z.B.BMUV2024,MU2021, WBWu.WBBGR2020). Biodiversität HutewäldervereinenStrukturenhalboffenerundbewaldeter LebensräumeundbesitzendaherdasArteninventarbeider Habitate,ergänztumSpezialistenlichtreicherWaldstandorte (Vosselu.Assmann1995,Assmannu.Falke1997,L ő rinczet al.2024).CharakteristischfürhistorischeHutewäldersindinsbesondereeinhoherAnteilanAlt-undTotholzsowieeine außergewöhnliche Vielfalt an Baummikrohabitaten (Ranius u.Jansson2000,Broughtonetal.2022).DavieledieserWäldernachweislichseitderfrühenNeuzeitbestehen,sindihre Habitatstrukturen seit mehreren Jahrhunderten kontinuierlichvorhanden.DieselangfristigeHabitatkontinuitätistvon großer Bedeutung für spezialisierte, häufig ausbreitungsschwacheArten–insbesondereHolzkäfer,PilzeundFlechten –undgiltalskaumodergarnichtregenerierbar(Jørgensen u.Quelch2014). AuchohneWeidenutzunghabenvielehistorischeHutewälderdurchBeweidungentstandeneHabitatmerkmale,StrukturenundArtenbisheute bewahrt. Diese sind jedochzunehmenddurchdienatürlicheSukzessionschattentoleranter Baumarten,insbesonderederRotbucheundderHainbuche, gefährdet. Die damit einhergehendeVereinheitlichung der LichtverhältnisseundzunehmendeBeschattungführeninsbesondere zum Verlust lichtbedürftiger Arten, die auf besonnteHabitatstrukturenangewiesensind(Heinecke2000, Schaffrath2001,Kaiser2008).InderKrautschichtverschwindenzunächstkonkurrenzschwache,späterlichtliebendeArten(Toppetal.2018). Nur durch eine fortgesetzte oder wiederaufgenommene BeweidunglässtsichdieHabitatkontinuitäthistorischerHutewälder nachhaltig bewahren. Darüber hinaus schafft das WeideviehzusätzlichewertvolleStrukturenwieRohbodenstellen,dieetwafürWildbienenbedeutendsind,oderliefert Dung, der spezialisierten Käferarten als Lebensgrundlage dient(Jedicke2015,Buseetal.2022).AuchMikrohabitatean BäumenentstehenunterdemEinflussderWeidetiereinverstärktemMaße. Frühlingsaspekt im mit Rindern beweideten historischen Hutewald Lange Bahn im Bramwald, Südniedersachsen Foto: D. Wolbeck 37 Naturschutzwerte, Verbreitung und Bewirtschaftung historischer Hutewälder in Schleswig-Holstein Hutewaldwirtschaft historisch WaldweideundWaldmastzählenzudenältestenWaldnutzungsformen Mitteleuropas. Seit der Sesshaftwerdung des Menschen und der EntwicklungderViehhaltungin Mitteleuropavoretwa6000JahrenwurdederWaldalsWeidefläche genutzt(Bergmeieretal.2010,Ptákováetal.2021).DieWaldweidewarfestindenjahreszeitlichenZyklusderViehhaltung integriertundspielteeinezentraleRollefürdieSicherungder LebensgrundlagenderBevölkerung.Wiesenwarenbiszum Endedes19.JahrhundertsfastausschließlichfürdieHeugewinnungzurWinterfütterungreserviert(Berthold2023),währenddasViehindenSommermonatenzurWeideindenWald getriebenwurde(Burckhardt1864,Vowinkel1998,Frankeet al.2002). DerErhaltderWaldbeständewardabeivongroßerBedeutung,dasienebenGrünfutterauchzahlreicheweitereRessourcenzurVerfügungstellten.DazugehörtenetwaEicheln undBucheneckernfürdieSchweinemast,Brenn-undBauholz, Gerberrinde, Heilpflanzen und Früchte (Burckhardt 1879,Oppermann 2014).DieWaldweidestelltedamit eine differenzierte Wirtschaftsform dar, die spätestens seit dem MittelalterunterzunehmenderstaatlicherKontrollestand.In HutereglementswurdedieNutzungformalgeregelt,umdie nachhaltigeBewirtschaftungdesWaldesunddieSicherung seinervielfältigenErträgezugewährleisten(Grebe1861,Hesmeru.Schroeder1963). Mancherortskamesabdem17.Jahrhundertinsbesondere aufgrund von Bevölkerungswachstum zu einer ÜberbeanspruchungderWälderauchdurchdieViehweide,derenAblösung die moderne Forstwirtschaft ab dem ausgehenden 18.Jahrhundertanstrebte(Mölderu.Schmidt2024).Darüber hinausmachtenFortschritteinderLandwirtschaftdieHutewaldwirtschaft im 19. Jahrhundert zunehmend unattraktiv, undderwirtschaftlicheFokusimWaldverlagertesichinsgesamtaufBauholzalsHauptnutzung(Burckhardt1879,Huss etal.2017).DieseEntwicklungenführtenimspäten19.und frühen20.JahrhundertzurweitgehendenAufgabederWaldweide und letztlich zum Verlust wertvoller Lebensräume (Meyeretal.2018). Merkmale historischer Hutewälder EinereglementierteWaldweideführtzurEntwicklungeines heterogenen, lichtenWaldbestandes mit einer dichten, artenreichen Krautschicht mit zahlreichen Elementen der Magerrasen und Heiden (Hüppe 1997). Markante Baumformen rühren vom Einfluss großerWeidetiere her (Pott u. Hüppe1991)undlassensichinvielenaufgegebenenfrüherenWaldweidennochheuteerkennen.BeiWaldbeweidung überlebt durch selektiven Verbiss nur ein Teil der Gehölzverjüngung.DiezurückbleibendenBäumewachsenkrumm aufundentwickelnbereitsinjungenJahrenMikrohabitate (Raniusu.Jansson2000).BesondersdieEicheprofitiertvom VerbissschattentoleranterKonkurrenzarten–historischwar sie zudem von zentraler Bedeutung für die Schweinemast (Burckhardt 1879, Seidensticker 1896). Infolgedessen sind vielehistorischeHutewälderbisheutedurchmarkante,dickstämmigeundkrummeEichenmittiefansetzenden,ausladendenKronengeprägt.Dieseentstandenentwederdurch ihrerelativeSolitärstellungimlichtenBestandodergezieltes KappenzurErhöhungdesMastertrages(Wolbecketal.2025). AuchwurdenEichenplanmäßignachgepflanztoderEichenPflanzwälderimsystematischenRastervonca.10x10Meter angelegt,dieWaldweide,MastundHolzwirtschaftvereinten (Burckhardt1864,Seidensticker1896). NebenEichenfindensichinhistorischenHutewäldernhäufig Kopfbäume,meistHainbuchen,diein2–3mHöhe–oberhalb derMäulerdesViehs–regelmäßiggeschneiteltwurden,etwa zurGewinnungvonLaubheu,FlechtmaterialoderBrennholz (Burrichter u. Pott 1983, Pott u. Hüppe 1991). Die Strauchschicht wird häufig von dornenreichen Arten geprägt, die vomWeideviehgemiedenwerden,etwaWeiß-undSchwarzdorn,WildrosenoderWacholder(Seidensticker1896).Diese Gehölzebegünstigendiesogenannte„Käfigverjüngung“,indemsiejungenBäumenSchutzvorVerbissbieten(Pottu. Alte Hutewaldeiche beim Gut Salzau in Holstein. Lithographie, abgebildet in Mielck (1863). 38 Naturschutzwerte, Verbreitung und Bewirtschaftung historischer Hutewälder in Schleswig-Holstein Hüppe1991).AuchWildapfelundWildbirnezählenzuden dornenbewehrtenArten,derenFrüchtehistorischzurViehmastgenutztwurden(Michelu.Mahn1998). Situation der Hutewälder in Schleswig-Holstein DurchAbfragenunddieAuswertungvonGeodatensowie einschlägigerLiteraturquellenkonnteninSchleswig-Holstein insgesamt etwa 87 Hektar historischer Hutewälder identifiziert werden,verteiltauf15Einzelflächen. Dies entspricht lediglichrund0,05%dergesamtenWaldflächedesBundeslandes. Die Verbreitungsschwerpunkte dieser historischen WaldnutzungsformliegeninderOberenTreenelandschaftim KreisSchleswig-FlensburgsowieimRaumBad Segeberg. Historisch wurde schon im frühen 19.Jahrhundert die Ablösung der Waldweide konsequent vorangetrieben. Die wirtschaftlich produktivstenWaldstückewurdenalserstesvon allerBeweidungfreigestelltundfortanals„geschlosseneGehege“nachforstlichenGesichtspunktenbewirtschaftet.DieseGehegewurden mitdichtenKnicks(Wallhecken)umgeben,um das Eindringen von Weidevieh zu verhindern (Mölderetal.2014). Neben den klassischen Hutewäldern kommen inSchleswig-HolsteinvielerortsKrattwäldervor. DieseNiederwälder,meistausHainbucheoder Eiche bestehend, entstanden infolge historischerBrennholznutzungundsindinTeilendurch bäuerlicheWaldweidebeeinflusst(Koppitzetal. 2025). Aufgrund der fehlenden Dominanz der WaldweidealsHauptnutzungsformwurdensie jedochimRahmenderErhebungdurchdieNordwestdeutscheForstlicheVersuchsanstalt(NW-FVA)nichterfasst. Von den in Schleswig-Holstein erfassten Hutewaldflächen liegenachtzumindestens10%innerhalbvonFauna-FloraHabitat-(FFH-)Gebieten und sieben zu mindestens 10% in Naturschutzgebieten. Auf sieben Flächen findet zumindest teilweiseBeweidungstatt. DiegrößtedokumentierteFlächemiterkennbaremEinfluss historischerWaldweidestellteinetwa23HektargroßerKopfhainbuchenbestandbeiSchieren(KreisSegeberg)dar.Weitere bedeutende Relikte sind imTönsheiderWald im Kreis Rendsburg-Eckernförde erhalten, wo rund 21Hektar zusammenhängenderHutewaldbisheuteexistieren.Darüber hinausbefindetsichimSachsenwaldeinhistorischerEichenpflanzwald, der zur kombinierten Nutzung für Waldweide, SchweinemastundHolzproduktionangelegtwurdeunddamitauchkulturhistorischeBedeutungbesitzt. DieStrategiezumErhaltderbiologischenVielfaltinSchleswig-Holstein benennt als Maßnahme die Entwicklung und UmsetzungeinesPflegeprogrammsunterBerücksichtigung historischerWaldnutzungsformen (MELUND 2021). Im HinblickaufdenEinsatzderWaldweideistdabeisicherzustellen, dass Zielkonflikte zwischen den Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen des Waldes sorgfältig vermieden werden. DieWaldweidesollteinausgewähltenbewaldetenTeilenvon Schutzgebieten rechtlich zu einer dem Schutzzweck oder einerdenErhaltungszielendienlichenPflegemaßnahmewerden.Insbesonderesolltesiedazudienen,dielandestypische undhistorischeVielfaltdesWaldeszuerhaltenundzuentwickeln(Koppitzetal.2025). Literatur DownloaddesLiteraturverzeichnissesunter: https://doi.org/10.5281/zenodo.17529332 Verbreitung historischer Hutewaldrelikte im Land Schleswig-Holstein auf Basis der TK25-Messtischblatt-Quadranten (Quellen: Hutewaldflächen: Kartierung NW-FVA, Stand: 01.2025; Grenzen Bundesländer & TK25-Quadranten: © GeoBasis-DE / BKG (2025)) Strukturen historischer Waldweidenutzung im Geschendorfer Moor zwischen Geschendorf und Strukdorf Foto: C. Koppitz mitNachweis ohneNachweis historischerHutewald Messtischblattquadranten 39 Datengrundlagen des multikriteriellen Entscheidungsunterstützungssystems der klimaangepassten Baumartenwahl. Die abstrahierten Baumartenmischungen (rechts) stehen stellvertretend für die länderspezifischen Listen an möglichen Baumartenkombinationen. Weiterentwicklung des Entscheidungsunterstützungssystems der klimaangepassten Baumartenwahl (BaEm) Matthias Schmidt und Hans Hamkens https://doi.org/10.5281/zenodo.17524699 DerKlimawandelstelltfürdieForstwirtschafteinebesondere Herausforderungdar,daabzusehenist,dassdieAnpassungsfähigkeit der heimischen Baumarten auf vielen Standorten nichtausreichenwird,umleistungsfähige,multifunktionale Wälder zu erhalten. Die extremenWitterungsbedingungen der letzten Jahre haben dabei deutlich gemacht, dass die Widerstandsfähigkeitder Baumartengegenüber klimawandelbedingtenRisikofaktorensehrunterschiedlichist.Sowohl dieinsgesamtgestiegenen Mortalitätsratenalsauchderen große baumartenspezifische Unterschiede lassen sich für dieHauptbaumartenanhandderWaldzustandserhebungen statistisch nachweisen (https://www.nw-fva.de/veroeffentlichen/waldzustandsberichte). Die Widerstandsfähigkeit von Baumarten kann in unterschiedlichem Ausmaß durch waldbauliche Maßnahmen bspw.zurFörderungderEinzelbaumvitalitäterhöhtwerden. AuchdieVerkürzungderProduktionszeiträumeüberabgesenkteZielstärkenkanndieVulnerabilitätvonEinzelbäumen undBeständenreduzieren.DiemitAbstandwichtigstewaldbauliche Handlungsoption zur Risikovorsorge aber ist die Wahl standortsgerechter Baumarten und ihrer Mischung. Fehler bei der Baumartenwahl sind besonders schwerwiegend,dasieaufgrundderlangenProduktionszeiträumekurzfristig kaum oder nur mit kostenintensiven waldbaulichen Maßnahmenkorrigiertwerdenkönnen.EinSchwerpunktder KlimafolgenforschunganderNW-FVAliegtdaherinderstetigenmethodischenWeiterentwicklungdesEntscheidungsunterstützungssystems der Baumartenwahl (BaEm: https:// www.nw-fva.de/unterstuetzen/software/baem). Dasaktuelle Systemder NW-FVAfürdie Entscheidungsunterstützung bei der Baumartenwahl basiert auf der Standortswasserbilanz und Nährstoffversorgung der forstlichen Standorte. Die Standortswasserbilanz ist eine dynamische Größe zur Abschätzung des baumartenspezifischen Trockenstressrisikos,dieaufderGrundlagevonKlimaszenarien auchProjektionendeszukünftigenRisikoserlaubt.DasSystem der Baumartenempfehlungen hat sich seit seiner Einführunggrundsätzlichbewährt.AllerdingsschöpftderAnsatz die Anpassungsmöglichkeiten bei der Baumartenwahl bei weitem nicht aus.Vor diesem Hintergrund wird aktuell ein multikriterieller BewertungsansatzimRahmendesProjektes Modellbetrieb für Klimaschutz-plus im Staatswald des Hessischen Forstamts Burgwald(Burgwaldprojekt)erprobt.DerAnsatzberücksichtigtzusätzlichzurTrockenstressgefährdungdasRisiko durchWinterstürmeundFichtenborkenkäferundermöglicht somiteinesehrvieldifferenziertereAnalysederStandortsgerechtigkeiteinerBaumart.AlsweitereIndikatorenwerdendie WuchsleistungunddieKohlenstoffspeicherungstandortssensitiv projiziert (Abb. links). Damit wird eine Unterscheidung zwischen dem Mortalitätsrisiko und demRisikovonZuwachsverlusten möglich. Alle Indikatoren werden für den Zeitraum bis 2100 projiziert, wobeidieBedingungenverschiedenerKlimaläufeunterstelltunddie zugehörigen Klimaparameter in der Modellanwendung verwendetwerden. Die Verwendung eines Klimaensembles,d.h.mehrererKlimaprojektionen, dient der BerücksichtigungdergroßenUnsicherheitvon Klimaszenarien. Die verschiedenenIndikatorenbasierendabeiin stärkerem Maße auf empirischen, d. h. datenbasierten Modellen als das aktuelle Expertensystem der Baumartenempfehlungen.Die Indikatoren sind überwiegend sensitiv gegenüber kleinräumigen, topographisch-bedingten Standortsunterschieden. Daher werden die Indikatoren in einer räumBaumartenmischungsempfehlung Trockenstressrisiko Sturmschadensrisiko Borkenkäferrisiko Bodenparameter Wuchsleistung Kohlenstoffspeicherung 40 Weiterentwicklung des Entscheidungsunterstützungssystems der klimaangepassten Baumartenwahl (BaEm) lichenAuflösungvon50x50m projiziert und erst anschließend fürStandortspolygonegemittelt. Auf diese Weise können bspw. dieUnterschiedezwischenNord- undSüdhängenbzgl.derRisiken durch Winterstürme, Fichtenborkenkäfer und Trockenstress berücksichtigt werden. Wie im aktuellenSystemderBaumartenempfehlung werden ergänzend Setzungen auf der Grundlage von Erfahrungswissen wie der Ausschluss von Fichte auf Kalk- und wechselfeuchten Standortenverwendet.DermultikriterielleBewertungsansatzistmodular aufgebaut und kann prinzipiell füreinenochumfassendereBewertung der Waldfunktionen um zusätzliche Indikatoren erweitertwerden.Sosindz.B.IndikatorenfürdieGrundwasserneubildungunddieNährstoffnachhaltigkeitdenkbar.Das umfassend erweiterte, multikriterielle EntscheidungsunterstützungssystemderklimaangepasstenBaumartenwahlwird derzeitintensivevaluiert.DabeiwerdendieErgebnisseder BaumartenempfehlungeninZusammenarbeitmitdenLandesforstbetrieben der Trägerländer der NW-FVA analysiert undbewertet.DarüberhinauswerdendieDatengrundlagen, die verwendeten Methoden und die grundsätzliche Konzeption detailliert dokumentiert. Erste Ergebnisse aus dem Burgwaldprojekt zeigen bereits die deutlich verbesserten Planungsmöglichkeitenauf,diedasmultikriterielleEntscheidungsunterstützungssystembietet. Das multikriterielle Entscheidungsunterstützungssystem der klimaangepassten Baumartenwahl (BaEm) als Grundlage für die strategische Waldbauplanung im Staatswald des Hessischen Forstamtes Burgwald Diestandortssensitive,multikriterielleBewertungvonBaumartenmischungen(Abb.Seite39)istaucheinehervorragende Grundlage für die strategische Waldbauplanung unter zusätzlicher Berücksichtigung von Nebenbedingungen, wiesieausSchutzgebietsauflagen,Zertifizierungsvorgaben, betrieblichen Zielen und übergeordneten forstpolitischen VorgabenresultierensowiederwaldbaulichenAusgangssituation,dieimRahmenderForsteinrichtungerfasstwird.Die strategische Waldbauplanung gleicht somit die PotenzialbetrachtungderBewertungvonBaumartenmischungenin Abhängigkeit von baumarten- und standortssensitiven RisikenmitdenspezifischenNebenbedingungenundZielen einesForstbetriebesab. Spezifischer Wertbaum, der im Rahmen des Burgwaldprojektes entwickelt wurde. Der Gesamtwert (blau) einer Baumartenmischung (WEZ/WET/BZT) für einen spezifischen Bestand wird aus den unterschiedlichen Kriterien (grün; Subkriterien: gelb) berechnet, welche wiederum aus den Indikatoren (grau) abgeleitet werden. Die roten Kreise beschreiben die Gewichte der jeweiligen Kriterien/Indikatoren. Der Wertbaum teilt sich in standortssensitive Kriterien und den Abgleich mit dem Ist-Zustand, d. h. der waldbaulichen Ausgangssituation, auf. ZentralesInstrumentdermultikriteriellenBewertungsowohl in der Potenzialbetrachtung als auch unter zusätzlicher Berücksichtigung von Nebenbedingungen im EntscheidungsunterstützungssystemderNW-FVAisteinWertbaum.DerspezifischeWertbaum,derimRahmendesBurgwaldprojektesmit VertreternvonHessenForstunddemHessischesMinisterium fürLandwirtschaftundUmwelt,Weinbau,Forsten,Jagdund Heimat(HMLU)entwickeltundabgestimmtwurde,beinhaltet verschiedeneKriterien(Abb.oben).ZumeinensinddiesKriterien,diesichausstandortssensitivenIndikatoren(Abb.Seite 39)ableitenundsomitdiePotenzialeohneBerücksichtigung der waldbaulichen Ausgangssituation abbilden. Zum anderensinddiesKriterienaufBasisvonIndikatorenzumAbgleich mitderwaldbaulichenAusgangssituation.Diewaldbauliche AusgangssituationwirdüberDatenderForsteinrichtungzum HauptbestandundNachwuchserfasst.AlleIndikatorenwerden mit Hilfe vonWertfunktionen auf einen vergleichbaren Wertebereich im Intervall [0,1] transformiert und dann gewichtet zu einem Gesamtwert je Handlungsalternative und Planungseinheit (Bestand) aufsummiert. Die Gewichte spiegelndie Zielsetzungen des Forstbetriebeswider.DieHandlungsalternativen sind definierte Baumartenmischungen. DieseBaumartenmischungenwerdeninHessenalsWaldentwicklungsziele (WEZ), in Niedersachsen und Schleswig-HolsteinalsWaldentwicklungstypen(WET)undinSachsen-Anhalt als Betriebszieltypen (BZT) bezeichnet. Mit Bezug zum BurgwaldprojektwirdhierdieAbkürzungWEZverwendet.Die DefinitionderWEZbeinhaltetnebendenBaumartenanteilen einezusätzlicheEinordnungbzgl.derWaldfunktionen.Sowerdenu.a.auchProduktionszieleinFormvonZielstärkendefiniert.DieseAspektespielenfürdieBewertungallerdingsnur eineuntergeordneteRolle. Gesamtwert Standortsgerechtigkeit Abgleich der WEZ mit dem lst-Zustand (ein Wert je WEZ) Standortssensitive Potenziale (ReKlieEs-De Ensemble / 7 Projektionen) Trockenstress Risiko Wuchsleistung Borkenkäfer Sturm Site-lndex Kohlenstoffsequestrierung Relative Vorteilhaftigkeit Naturschutzfachliche Bewertung Abweichung Hauptbestand Abweichung Nachwuchs Naturnähe Waldbauliche Umsetzbarkeit 40 25 10 25 2 1 1 1 1 1 1 1 1 1 41 Weiterentwicklung des Entscheidungsunterstützungssystems der klimaangepassten Baumartenwahl (BaEm) Vergleich der WEZ-Auswahl aus der Forsteinrichtung (FE) und der optimierten Lösung des ILP (Optim). WEZ sind gruppiert nach der führenden Baumart. WEZ-Gruppen mit sehr geringen Anteilen sind unbeschriftet (hellgrün = Edellaubbäume; dunkelgrün = Weichlaubbäume; rot = Lärche). Die spezifische Gewichtung der verschiedenen Indikatoren undKriterienim Burgwaldprojektwar ErgebnisderAbstimmung mit dem Forstbetrieb HessenForst und dem HMLU. Nebenbedingungenresultiertenu.a.ausdenWassereinzugsgebietenderWaldmoore.AufdiesenFlächenwurdenBaumartenmischungen mit Nadelbäumen in Abhängigkeit einer Prioritätsstufe teilweise oder ganz ausgeschlossen, um die Grundwasserneubildungzuerhöhen.AuchdieVorgabenbezüglichLebensraumtypenderFFH-Richtliniewurdeninden entsprechendenBeständenberücksichtigt.Einschränkungen aufgrund von Zertifizierungen wurden dagegen nicht vorgenommen. Anhand der über den Wertbaum bestimmten GesamtwerteresultierteineRangfolgederWEZfürjedenBestand.DasWEZmitdemhöchstenWertistsomittheoretisch diebesteWahlfürdiesenBestand.Allerdingsgibtesgesamtbetrieblich betrachtet – d.h. im Burgwaldprojekt auf den StaatswaldimForstamtBurgwaldbezogen–weitereNebenbedingungen,diebeiderWahleinesWEZzuberücksichtigen sind.IndiesemFallwurdederDouglasienanteilaufmaximal 15% und der Lärchenanteil auf mindestens 5% festgelegt. DieBerücksichtigungderartigerNebenbedingungenistdeutlichkomplexer,alslediglichdieListedermöglichenWEZin bestimmtenBeständen einzuschränken. Zur Problemlösung wurdehierdieMethodikderGanzzahligenLinearenOptimierung (ILP; Integer Linear Programming) verwendet, welche sehrrecheneffizientdiebestmögliche–undsomitoptimale – Lösung unter Berücksichtigung aller Nebenbedingungenermittelt. Ein Vergleich der Flächenanteile der WEZ, die über die klassische Forsteinrichtung geplant wurden, mit der hier beschriebenen modellgestützten Optimierung wird in Form eines“Wählerwanderdiagramms“ dargestellt (Abb. rechts). Die Flächenanteile für Buche, KieferundEichesindähnlich,während dieOptimierungbeiFichtezudeutlich geringeren,beiDouglasieaberzudeutlichhöherenFlächenanteilenführt.Betrachtetman,ausgehendvonderklassischen Forsteinrichtungsplanung, für welche Bestände die gleiche Baumart geplantwird,soweisenhierDouglasie undBuchediegeringsten“Baumartenwanderungen“auf.FürKiefer,Eicheund FichtezeigtsicheinabweichendesBild. Obwohl die Gesamtfläche von Kiefer undEicheinbeidenPlanungenähnlich ist,tretenbeiderZuweisungderBaumart zu den einzelnen Beständen deutliche (Kiefer) bzw. sehr starke (Eiche) Unterschiedeauf.SogibtesbeiEicheso gutwiekeineÜbereinstimmungaufder EbenederBestände.BeiderFichteresultiertdergeringeAnteilanübereinstimmendenEinzelbestandsplanungenausder starken Reduktion der Gesamtfläche. Eine vertiefte Analyse, inwieweit bspw. die Berücksichtigung zusätzlicher IndikatoreninderOptimierungodereineabweichendeGewichtung derwaldbaulichenAusgangssituationindenbeidenPlanungenzudenunterschiedlichenErgebnissengeführthat,steht nochaus.AndieserStellemussallerdingsdaraufhingewiesen werden,dassdieForsteinrichtungnochunteranderenRahmenbedingungen stattgefunden hat. Beispielsweise wurde dieDouglasiewegendernochgeltendenFSC-Zertifizierung deutlich restriktiver behandelt. Um eine größere Praxisnähe in der nächsten Planungsperiode zu gewährleisten, wurde die Optimierung nach Wegfall der FSC-Zertifizierung ohne dieentsprechendenEinschränkungendurchgeführt.Diehier dargestelltenErgebnissesinddahernurbegrenztfürVergleichegeeignet.AußerdemkönnendieModellgrundlagennoch nicht die komplette Baumartenpalette abdecken, weshalb bspw. keine Edellaubholz-WEZ berücksichtigt werden können.EingrundsätzlicherVorteil der modellgestütztenWaldbauplanungbestehtdarin,dassverschiedensteVariantenwie z.B.mitundohneBerücksichtigungvonZertifizierungsauflagenberechnetundanalysiertwerdenkönnen.Auchkönnen nichtnureinzelneForstämter,sondernganzeWaldbauregionenoderauchganzeLandesforstbetriebesehrrecheneffizient optmiertwerden. Ki Dgl Fi Bu Ei Ki Dgl Fi Bu Ei 0 25 50 75 100 FE Optim Grundlage Flächenanteil [in %] TorbenWahler Außenaufnahmen,Kontrollen BirteScheler Stoffeinträge JohannesSutmöller WitterungundKlima Redaktion:KlinckC,PaarU, GawehnP,SpielmannMundTalknerU Titelfoto:EversJ Layout:StarickE Herstellung:Nordwestdeutsche ForstlicheVersuchsanstalt Druck:KlartextGmbHGöttingen Zitiervorschlag NordwestdeutscheForstlicheVersuchsanstalt, MinisteriumfürLandwirtschaft,ländlicheRäume,EuropaundVerbraucherschutzdesLandes Schleswig-Holstein(Hrsg.)(2025):Waldzustandsbericht2025fürSchleswig-Holstein,48S https://doi.org/10.5281/zenodo.17524571 ZitatederEinzelbeiträgebittenach folgendemSchema: KlinckC,PaarU(2025):WZE-Ergebnisse füralleBaumarten.In:NordwestdeutscheForstlicheVersuchsanstalt,MinisteriumfürLandwirtschaft,ländlicheRäume,EuropaundVerbraucherschutzdesLandesSchleswig-Holstein (Hrsg.):Waldzustandsbericht2025fürSchleswigHolstein .S8-19. https://doi.org/10.5281/zenodo.17524589 DiesesWerkistlizensiertuntereinerCreative CommonsNamensnennung4.0International Lizenz . (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0) DerWaldzustandsbericht2025 istabrufbarunter https://www.nw-fva.deund https://www.schleswig-holstein.de/ Landesregierung Impressum: NordwestdeutscheForstlicheVersuchsanstalt AbteilungUmweltkontrolle SachgebietWald-undBodenzustand Grätzelstraße2,37079Göttingen Tel.:0551/69401-0 Zen[email protected] www.nw-fva.de HauptverantwortlichefürdieWaldzustandserhebunginHessen, Niedersachsen,Sachsen-AnhaltundSchleswig-Holstein: Dr.UlrikeTalkner Abteilungsleiterin Umweltkontrolle Dr.UwePaar SachgebietsleiterWald-und Bodenzustand,Redaktion Dr.JanEvers Bodenzustandserhebung Dr.CarolineKlinck LeiterinderAußenaufnahmen, Auswertung,Redaktion AndreasHafner Datenmanagement Dr.UweKlinck Datenmanagement PeterGawehn Außenaufnahmen,Kontrollen MichaelSpielmann Außenaufnahmen,Kontrollen DieseDruckschriftwirdimRahmenderÖffentlichkeitsarbeitderSchleswig-HolsteinischenLandesregierungherausgegeben.SiedarfwedervonParteiennochvon WahlwerberinnenundWahlwerbern,WahlhelferinnenundWahlhelfernwährendeinesWahlkampfeszumZweckederWahlwerbungverwendetwerden.Diesgiltfür Europa-,Bundestags-,Landtags-undKommunalwahlen. MissbräuchlichistinsbesonderedieVerteilungaufWahlveranstaltungen,anInformationsständenderParteiensowiedasEinlegen,AufdruckenoderAufklebenparteipolitischerInformationenoderWerbemittel.UntersagtistgleichfallsdieWeitergabeanDrittezumZweckederWahlwerbung.AuchohnezeitlichenBezugzueiner bevorstehendenWahldarfdieDruckschriftnichtineinerWeiseverwendetwerden,diealsParteinahmederLandesregierungzugunsteneinzelnerpolitischerGruppen verstandenwerdenkönnte.DieBeschränkungengeltenunabhängigdavon,wann,aufwelchemWegundinwelcherAnzahldieseDruckschriftdemEmpfängerzugegangenist.DenParteienistjedochgestattet,dieDruckschriftzurUnterrichtungihrereigenenMitgliederzuverwenden.