UniGR-CBS Working Paper Vol. 23 Die Stärkung grenzüberschreitender Kooperation „von unten” – Perspektiven für die Region SaarLorLux im gelebten Europa | Le renforcement de la coopération transfrontalière « par le bas » – Perspectives pour la région SaarLorLux dans l’Europe vécue Julia Dittel Florian Weber
2 Julia Dittel Universität des Saarlandes | Université de la Sarre Fachrichtung Gesellschaftswissenschaftliche Europaforschung | Département d‘Études sociales européennes
[email protected] Florian Weber Universität des Saarlandes | Université de la Sarre Fachrichtung Gesellschaftswissenschaftliche Europaforschung | Département d‘Études sociales européennes
[email protected] UniGR-CBS 2025 Doi: 10.5281/zenodo.15370848 Förderhinweis | Soutien financier Das vorliegende Working Paper umfasst die Ergebnisse eines Forschungsvorhabens zu Bewertungen von Bürgermeister:innen in der Region SaarLorLux zur Zusammenarbeit im gemeinsamen ‚ bassin de vie ‘ und bettet diese in Überlegungen zu einer ‚gelebten‘ Europäischen Union im Lokalen ein. Das Projekt wurde 2024 und 2025 aus Mitteln der saarländischen Staatskanzlei gefördert. Ce Working Paper comprend les résultats d’un projet de recherche sur les évaluations des maires de la région SaarLorLux concernant la coopération dans le bassin de vie commun et les intègre dans des réflexions sur une Union européenne ‘vécue’ au niveau local. Le projet a été soutenu financièrement en 2024 et 2025 par la Chancellerie d’Etat de la Sarre.
3 Die Stärkung grenzüberschreitender Kooperation „von unten“ – Perspektiven für die Region SaarLorLux im gelebten Europa Schritte der europäischen Integration haben Grenzregionen immer stärker von der einstigen Peripherie ins Zentrum geführt – mit vielfältigen Grenzüberschreitungen und Verflechtungen. Das vorliegende Working Paper rückt die Region SaarLorLux innerhalb der sog. Großregion in den Fokus der Betrachtung und beleuchtet Praktiken der gelebten grenzüberschreitenden Kooperation im Jahr 2024, ausgehend von quantitativen Erhebungen auf kommunaler Ebene im Saarland, im département Moselle und dem Großherzogtum Luxemburg, flankiert durch qualitative Tiefeninterviews mit Kommunalvertreter:innen der drei Teilregionen. Die Ergebnisse zeigen, dass die kommunalen Entscheidungsträger:innen Europa in hohem Maße mit offenen Grenzen, der Währungsunion und Solidarität/Zusammenhalt assoziieren und dahingehend die These von Grenzregionen als Laboratorien europäischer Integration durchaus in hohem Maße teilen, doch auch noch Hürden wahrnehmen. Die Verbundenheit mit Europa und der Grenzregion fällt ebenfalls entsprechend hoch aus – noch einmal stärker in Kommunen in direkter Grenzlage. Vorteile der grenzregionalen Lage sind präsent, doch hat die Covid-19-Pandemie gewisse Spuren hinterlassen, die noch nicht wieder alle beseitigt sind. Künftige grenzüberschreitende Zusammenarbeit bedarf in diesem Lichte weiterer Positiventwicklungen, damit Europa hier vor Ort noch stärker mit Leben gefüllt werden kann. Grenzüberschreitende Kooperation, Grenzregion SaarLorLux, Europa, kommunale Perspektiven, Covid-19Pandemie, Living Labs Le renforcement de la coopération transfrontalière « par le bas » – Perspectives pour la région SaarLorLux dans l’Europe vécue Les régions frontalières, initialement périphériques, sont devenues de plus en plus centrales au fil de l’intégration européenne, avec une multiplication des franchissements des frontières et des interconnections. Le présent Working Paper s’intéresse à la région SaarLorLux au sein de la Grande Région et met en lumière des exemples concrets de coopération transfrontalière en 2024, sur la base d’enquêtes quantitatives menées au niveau communal en Sarre, dans le département de la Moselle et au Grand-Duché de Luxembourg, accompagnées d’entretiens qualitatifs approfondis avec des représentant·e·s communaux des trois régions partenaires. Les résultats montrent que les décideurs et décideuses communaux associent l’Europe en premier lieu aux frontières ouvertes, à l’union monétaire et à la solidarité/la cohésion et qu’ils partagent largement la thèse selon laquelle les régions frontalières sont des laboratoires de l’intégration européenne, malgré les obstacles encore perceptibles. L’attachement à l’Europe et à la région frontalière est également très fort, notamment dans les communes situées directement à la frontière. Si la situation frontalière est considérée comme avantageuse, la pandémie de Covid-19 a néanmoins laissé des traces qui ne sont pas encore toutes effacées. Face à ce constat, la future coopération transfrontalière devra connaître de nouveaux développements positifs pour une Europe pleinement vécue au niveau local. Coopération transfrontalière, région frontalière SaarLorLux, Europe, perspectives communales, pandémie de Covid-19, laboratoires vivants Strengthening Grass Roots Cross-Border Cooperation – Living Europe in SaarLorLux Widespread cross-border activities and relations have moved European integration step by step from what was once the European periphery towards the centre. This Working Paper spotlights the SaarLorLux region and describes cross-border cooperation at grass-roots level, as realized in specific activities in 2024. Relevant data is derived from quantitative surveys at the communal (urban and rural district) level in Saarland, the département Moselle, and the Grand Duchy of Luxembourg, complemented by in-depth interviews with representatives of these bodies. The results show that decision makers at this level associate Europe closely with open borders, the common currency, and solidarity, and hence widely agree with the thesis that
4 border regions are – despite all obstacles – laboratories of European integration. The sense of a joint borderland and of connection with Europe is correspondingly high, especially in districts directly on the border. The advantages of the border situation are real and present to those who live here, but the Covid pandemic has nevertheless left traces that have not yet been entirely erased. In this light, future cross-border cooperation calls for further positive input at the local level to fill the concept of Europe with life. Cross-border cooperation, SaarLorLux border region, Europe, municipal perspectives, Covid-19 pandemic, living labs
5 Inhalt | Contenu Die Stärkung grenzüberschreitender Kooperation „von unten“ – Perspektiven für die Region SaarLorLux im gelebten Europa Julia Dittel & Florian Weber 6 Le renforcement de la coopération transfrontalière « par le bas » – Perspectives pour la région SaarLorLux dans l’Europe vécue Julia Dittel & Florian Weber 31
6 Grenzregionen als Orte eines gelebten Europas im Lokalen? Die Grenzregion SaarLorLux als historisch gewachsener Teil der sog. Großregion1 liegt im Nukleus europäischer Integrationsbestrebungen (Scholz, 2016; Weber & Dörrenbächer, 2022). Nicht nur geographisch, sondern auch im gelebten Alltag steht hier ein Europa als Raum der ,Freiheit, der Sicherheit und des Rechts ohne Binnengrenzen‘ im Mittelpunkt: In vielen Bereichen des politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens blicken wir heute auf eine lange etablierte Tradition des Austauschs über nationale Grenzen hinweg zurück (Dörrenbächer, 2014; Lenz et al., 2024; Lorig et al., 2016; Weber & Dittel, 2025; Wille, 2015). Angesichts dieser Verflochtenheiten muss es nicht verwundern, dass Grenzregionen – beispielsweise von der Europäischen Kommission (2021) – unter anderem als ‚Reallabore der europäischen Integration‘ betitelt werden (hierzu weiterführend Bertram et al., 2023; Braun et al., 2025; Dittel & Weber, 2024a). Diesem Ideal stehen gleichzeitig vielfältige Handlungsfelder gegenüber, die sich im alltäglichen Zusammenleben und Arbeiten in der Grenzregion manifestieren und das Bild einer ‚einfachen‘ Kooperation infrage stellen (Biemann & Weber, 2020; Damm, 2018; Funk, 2017; Weber & Lampke, 2025; Wille, 2016). Nicht zuletzt der Schock der Covid-19-Pandemie machte die enge Verflochtenheit zwischen dem Saarland, der französischen région Grand Est und Luxemburg noch einmal sichtbarer, als Etabliertes durch zeitweise Grenzsicherungsmaßnahmen ‚aufgewirbelt‘ wurde. Die Pandemie ließ fortbestehende wie neue Herausforderungen der grenzüberschreitenden Kooperation zeitweise verstärkt ins Scheinwerferlicht rücken (Brodowski et al., 2023; Dittel et al., 2024; Weber, 2022; Weber & Dittel, 2023; Weber et al., 2021). Wo stehen vor diesem Hintergrund die grenzüberschreitenden Beziehungen in der Region SaarLorLux mit einem gewissen Abstand zur Zäsur des Frühjahrs 2020? Was haben politische und administrative Verantwortliche aus den Erfahrungen mit der Pandemie gelernt? Welche Wege können für die künftige grenzüberschreitende Zusammenarbeit eingeschlagen werden? Und welche Perspektiven ergeben sich so im europäischen Mehrebenengeflecht? Diese Fragen sind heute so aktuell wie nie, wie auch die Ministerpräsidentin des Saarlandes, Anke Rehlinger (2023, p.9), in ihrer Regierungserklärung im Vorfeld des 60. Jahrestages des Élysée-Vertrages im Jahr 2023 betonte: In Grenzregionen als „Nahtstellen des Zusammenwachsens“, so Rehlinger, werde Europa konkret erlebund greifbar. Umso wichtiger sei es, genau hier anzusetzen, wo ein „lebensweltliche[r] Praxistest für die Politiken der Hauptstadtschreibtische“ durchgeführt werden könne. Der regionalen und insbesondere der lokalen Ebene wird damit eine zentrale Bedeutung für die grenzüberschreitende Kooperation innerhalb der multi-level governance und so auch für ein ‚gelebtes‘ Europa im Kleinen zuteil (Dittel & Weber, 2024b; Peyrony, 2024; Ulrich, 2021; Verschelde, 2019). Inwieweit dieses Narrativ sich jedoch im Alltäglichen durchsetzen kann, gilt es zu untersuchen (Schulz, 1997; Trillo-Santamaría, 2014). Unser Working Paper zielt entsprechend darauf ab, Bewertungen von Kommunalvertreter:innen im Saarland, im département Moselle und im Großherzogtum Luxemburg zur Zusammenarbeit im gemeinsamen , bassin de vie ‘ vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit der Covid-19-Pandemie und eingebettet in Überlegungen zu einer ‚gelebten‘ Europäischen Union im Lokalen zu kontrastieren und in Beziehung zu setzen. Damit knüpfen wir an ein zwischenzeitlich erfolgtes Forschungsvorhaben der Arbeitsgruppe Europastudien zur Frankreichstrategie des Saarlandes (2020-2021, gefördert von der Staatskanzlei des Saarlandes) an, im Zuge dessen Verflechtungen im Hinblick auf kommunale Perspektiven im Saarland und dem angrenzenden département Moselle erforscht wurden (siehe dazu u.a. Crossey & Weber, 2021; 2022; 2024 [2023]; 2024). An die Befragung zentraler Akteure im kommunalen Kontext aus dem Jahr 2020 haben wir mit einer neuerlichen Erhebung im Jahr 2024 angeschlossen, erweitert um luxemburgische Kommunalvertreter:innen und ergänzende Fragen zu europäischen Entwicklungsperspektiven. Mit der vorliegenden Publikation zu einer „Stärkung grenzüberschreitender Kooperation ‚von unten‘ – Perspektiven für die Region SaarLorLux im gelebten Europa“ leisten wir einerseits forschungsbezogen einen Beitrag zu aktuellen Fragestellungen der Europaund Grenzraumforschung und zielen andererseits praxisbezogen auf eine weitere Stärkung grenzüberschreitender Kooperation ‚von 1 Die Großregion setzt sich aus den deutschen Bundesländern Saarland und Rheinland-Pfalz, der französischen, historisch tradierten région Lorraine innerhalb der seit der Gebietsreform 2016 bestehenden région Grand Est, dem Großherzogtum Luxemburg und der belgischen Wallonie sowie der Fédération Wallonie-Bruxelles und der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens zusammen. Besonders die ‚Kernregion‘ SaarLorLux mit dem Saarland, der Lorraine und Luxemburg blickt dabei auf eine lange Kooperationsgeschichte mit Wurzeln in der Montanindustrie zurück. Als historisch gewachsener Verflechtungsraum rückt sie im Folgenden verstärkt in den Fokus, wobei wir auf französischer Seite mit einer Betrachtung des ‚Grenzsaums‘ insbesondere das département Moselle berücksichtigen.
7 unten‘ in einem weiter mit Leben zu füllenden Europa ab. Im Folgenden legen wir unsere methodische Herangehensweise dar, bevor wir zentrale Ergebnisse aus explorativen qualitativen Interviews mit Kommunalvertreter:innen der Grenzregion sowie den quantitativen Befragungen inklusive zeitlicher und räumlicher Vergleiche vorstellen. Ein Fazit und Ausblick schließen das Working Paper ab. Die methodische Herangehensweise Unsere Forschung zielt darauf ab, Bewertungen der grenzüberschreitenden Beziehungen und deren Bedeutungen für ein ‚gelebtes‘ Europa in der Region SaarLorLux aus einer ‚ bottom-up ‘-Perspektive zu beleuchten. Es ist damit die kommunale Ebene, wo Menschen (grenzüberschreitend) leben, konsumieren und arbeiten, die den Ausgangspunkt der Untersuchung bildet. Kommunalvertreter:innen im Saarland, im département Moselle und im Großherzogtum Luxemburg als gewählte Repräsentant:innen der Bürger:innenschaft auf lokaler Ebene rücken hierbei ins Zentrum der Erhebungen. Sie sind zum einen eng mit alltagsrelevanten Fragen des grenzüberschreitenden Lebens vertraut, zum anderen eignen sie sich aufgrund ihrer Einbindung in politische und administrative Prozesse und ihrer Verantwortlichkeit für die Ausgestaltung der Kooperation ‚im Kleinen‘ zur Beantwortung der angeführten Fragen. Von zentralem Interesse sind hierbei der Stand der Austauschbeziehungen über Grenzen hinweg, die Evaluation von Herausforderungen und Chancen, Wünsche und Anpassungsbedarfe für die Zukunft der Region SaarLorLux bzw. den lokalen grenzüberschreitenden Kontext, Erfahrungen mit der Covid-19-Pandemie sowie Einschätzungen zu Europa und EU-Perspektiven von und für Grenzregionen. Die methodischen Bestandteile der Untersuchung umfassen einen qualitativ und einen quantitativ ausgerichteten Part. Interviews – Vorgehensweise und Auswertung Zur Generierung erster Eindrücke dienten semistrukturierte Leitfadeninterviews. Der hierfür erstellte Gesprächsleitfaden adressiert die voranstehend genannten Themenfelder mit mehreren Fragen, die den roten Faden und thematischen Rahmen des Gesprächs sicherstellen. Die enthaltenen Erzählanreize geben jedoch kein enges Ablaufschema vor, womit Raum für individuelle Anpassungen, freie Äußerungen und Einschätzungen der Befragten geboten ist (Helfferich, 2014). Die daraus resultierenden flexiblen Gesprächssituationen ermöglichen es, im Gegensatz zu einem stärker standardisierten Abfragen von Informationen, individuelle Einschätzungen der Gemeindevertreter:innen zu erhalten. Die Interviewanfragen wurden im März und April 2024 postalisch bzw. per Mail an Bürgermeister:innen mehrerer Grenzgemeinden gerichtet. Insgesamt wurden daraufhin sechs Gespräche mit acht kommunalen Vertreter:innen geführt – je zwei Bürgermeister:innen aus dem Saarland, dem département Moselle und Luxemburg, ergänzt um zwei Beigeordnete französischer Gemeinden, die spezifisch mit grenzregionalen Beziehungen betraut sind (zum Überblick der geführten Gespräche siehe Tabelle 1). Tabelle 1 : Übersicht über die geführten Gespräche Kürzel Beschreibung des Amtes Datum des Interviews Länge des Interviews Art der Durchführung Sprache des Interviews Int_LU_1 Bürgermeister:in einer luxemburgischen Grenzgemeinde 02.04.2024 01:14 h persönlich deutsch Int_LU_2 Bürgermeister:in einer luxemburgischen Grenzgemeinde 03.04.2024 01:09 h persönlich deutsch Int_DE_1 Bürgermeister:in einer deutschen Grenzgemeinde 16.04.2024 01:00 h persönlich deutsch, französisch und lothringisch platt Int_FR_1 Bürgermeister:in einer französischen Grenzgemeinde Int_FR_2 Beigeordnete:r u.a. für grenzüberschreitende Beziehungen einer französischen Grenzgemeinde Int_DE_2 Bürgermeister:in einer deutschen Grenzgemeinde 22.04.2024 00:52 h persönlich deutsch
8 Int_FR_3 Beigeordnete:r u.a. für grenzüberschreitende Beziehungen einer französischen Grenzgemeinde 25.04.2024 00:30 h Zoom französisch und deutsch Int_FR_4 Bürgermeister:in einer französischen Grenzgemeinde 03.05.2024 01:18 h persönlich französisch Int=Interview; LU=Luxemburg; DE=Deutschland; FR=Frankreich; Quelle: Eigene Zusammenstellung. Die Durchführung der Interviews mit einer Dauer von durchschnittlich 60 Minuten erfolgte – je nach Wunsch der jeweiligen Gesprächspartner:innen – persönlich oder per Videokonferenz. Die Sprache des Interviews wurde nicht vorher festgelegt. Zum Schutz der Interviewpartner:innen und zur Wahrung ihrer Anonymität wird auf die Nennung der Namen oder Gemeinden verzichtet. Die Nachvollziehbarkeit wird durch die Vergabe von Kürzeln für jede interviewte Person sichergestellt. Die Gespräche wurden aufgezeichnet, transkribiert und mithilfe der Software MaxQDA kodiert. Die Auswertung erfolgte inhaltsanalytisch in Anschluss an Philipp Mayring (2022). Quantitative Befragung – Vorgehensweise und Auswertung Aufbauend auf den durch die Interviews entwickelten Eindrücken wurde ein Fragebogen für die quantitative Befragung von Bürgermeister:innen in der Region SaarLorLux erstellt. Auch hier folgen die Inhalte dem vorgestellten Erkenntnisinteresse und lassen sich in Themenblöcke unterteilen: Abgefragt wurden allgemeine Bewertungen zu Europa und Grenzregionen, konkrete grenzüberschreitende Beziehungen der jeweiligen Gemeinde, Evaluierungen von Herausforderungen, künftigen Handlungsfeldern und Auswirkungen der Covid19-Pandemie sowie Reflexionen und Einordnungen der Rolle von Grenzregionen innerhalb der EU vice versa. Der Fragebogen wurde auf der Plattform soscisurvey.de angelegt, wo er von den Befragten online ausgefüllt werden konnte. Für jede der drei Teilregionen wurde dabei ein inhaltlich und sprachlich angepasster Fragebogen in deutscher (Saarland), französischer ( département Moselle) und zweisprachig deutsch-französischer (Luxemburg) Version bereitgestellt. Mit 52 Gemeinden im Saarland und 100 Gemeinden in Luxemburg wurde jeweils eine Vollerhebung durchgeführt. Die Zahl zu befragender Bürgermeister:innen im département Moselle wurde aufgrund der hohen Zahl von 725 Gemeinden mithilfe einer Selektion und Stichprobenziehung reduziert. Hierzu wurden zunächst alle Verwaltungssitze der 22 Gemeindeverbände (EPCI: établissements publics de coopération intercommunale ) zur Befragung ausgewählt – der Prämisse folgend, dass es sich hierbei um lokalpolitisch relevante Kommunen einer gewissen Größe handelt. Im zweiten Schritt wurden per Zufallsstichprobe weitere sechs Gemeinden pro Gemeindeverband generiert, woraus sich eine Gesamtzahl von 1512 zu berücksichtigenden Gemeinden im département Moselle ergibt. Die höhere Zahl der kontaktierten Gemeinden in der französischen Teilregion wurde gewählt, da französische Gemeinden verglichen mit deutschen oder luxemburgischen deutlich kleiner und nur neben-/ehrenamtlich besetzt sind, womit eine insgesamt geringere Zahl der Rückmeldungen erwartet wurde. Die Ansprache der Bürgermeister:innen erfolgte postalisch am 10. Mai 2024. Erinnerungsschreiben wurden am 17. Juni 2024 per E-Mail und erneut am 26. Juni 2024 postalisch versandt. Mit dem Ende des Befragungszeitraums am 10. Juli 2024 ergibt sich eine Feldzeit des Fragebogens von rund zwei Monaten. Mit 56 % im Saarland, 37 % im département Moselle sowie 40 % im Großherzogtum Luxemburg ist eine gute Rücklaufquote bei der Befragung zu verzeichnen. Der Stichprobenumfang (n) variiert je nach Frage und Item, da keine Pflichtfelder definiert wurden und so Teile des Fragebogens übersprungen werden konnten. Mehrere offen gestellte Fragen ermöglichten längere Textantworten der Bürgermeister:innen. Diese wurden nachcodiert. Im Zuge der Auswertung werden einzelne direkte Zitate wiedergegeben.3 2 Einige Gemeindeverbände haben weniger als sieben Gemeinden, womit sich die Gesamtzahl der kontaktierten Gemeindevertreter:innen auf 151, nicht auf 154 beläuft. 3 Hier erfolgt eine Kennzeichnung mit der Kürzelsystematik Bef=Befragung; DE=Deutschland; FR=Frankreich; LU=Luxemburg; Case-Nummer.
9 Aus den drei separat durchgeführten Befragungen der Teilregionen4 ergibt sich zunächst die Möglichkeit, Antworten nach Teilregion differenziert auszuwerten. Bürgermeister:innen konnten am Ende der Befragung auf freiwilliger Basis ihre Postleitzahl angeben. Diese wurden im Weiteren zur Unterscheidung von Gemeinden mit und ohne direkte Grenzlage nachcodiert. Auf diese Weise konnte auswertungsbezogen der Frage nachgegangen werden, inwiefern räumliche Nähe oder Distanz zur Grenze sich auf Einstellungen und Einschätzungen auswirken (vgl. allg. u.a. Dörrenbächer, 2020). Um Entwicklungen und Umbrüche im zeitlichen Verlauf herauszuarbeiten, wurden zudem, wo inhaltlich passfähig, Fragen aus dem Vorgängervorhaben („Saarland-Moselle als ein mehrsprachiger Raum deutsch-französischer Prägung: Potenziale und Aufgaben zur Zielerreichung aus vorrangig kommunaler Perspektive“) in die Umfrage integriert. Die damalige quantitative Online-Umfrage wurde von September bis Dezember 2020 unter den 52 Bürgermeister:innen des Saarlandes und 110 Bürgermeister:innen des départements Moselle durchgeführt5. Es konnten Rücklaufquoten von 44 % im Saarland und 25 % im département Moselle erzielt werden (Crossey & Weber, 2021, p.9). Grenzüberschreitende Kooperation in Gemeinden der Region SaarLorLux: Zusammenfassung zentraler Forschungsergebnisse Die nachfolgende Zusammenschau zentraler Forschungsergebnisse ist in mehrere Themenbereiche gegliedert: Zunächst stehen Einschätzungen zu Europa und europäischen Perspektiven auf Grenzregionen – darunter das Narrativ von Grenzregionen als Laboratorien europäischer Integration – im Fokus. Hieraus ergeben sich erste zentrale Erkenntnisse zur Einordnung von Grenzregionen in einen europäischen Kontext. Grundlegende Einstellungen zum Leben und Arbeiten in der Region SaarLorLux und Reflexionen dazu, welche Wirkungen nationalstaatliche Grenzen im Alltag entfalten, werden in einem zweiten Themenblock thematisiert. Bestehende Austauschbeziehungen, Kooperationsfelder und wahrgenommene Herausforderungen der befragten Gemeinden werden daraufhin im Sinne einer ‚Bestandsaufnahme‘ betrachtet. Der vierte thematische Bereich beleuchtet Auswirkungen der Covid-19-Pandemie in der Grenzregion SaarLorLux mit ihren mittelund längerfristigen Folgen auf grenzüberschreitende Strukturen sowie Lehren, die aus den Erfahrungen gezogen wurden. Zuletzt wird im Sinne eines Soll-Zustands die Zukunft der grenzüberschreitenden Kooperation in der Region SaarLorLux und Europas betrachtet. Neben möglichen Ansätzen zur Weiterentwicklung des Status Quo werden Zusammenhänge von Grenzregionen und Europa eingeordnet. Einschätzungen zu Europa und europäischen Perspektiven auf Grenzregionen Der Zusammenhang von Grenzregionen und europäischen Errungenschaften wird nicht selten hervorgehoben – insbesondere politische Statements enthalten entsprechende Positionierungen. Welche Bedeutung Europa jedoch – jenseits von Förderprogrammen (Pallagst, 2018; Reitel et al., 2018) – im lokalen grenzüberschreitenden Kontext zugeschrieben wird, gilt es genauer zu betrachten. Damit einhergehend kann auch die Frage danach gestellt werden, inwieweit die Labor-Metapher, wie sie häufig von Eliten betont wird, auf kommunaler Ebene anerkannt und gerahmt wird (zur Notwendigkeit einer Unterscheidung von Elitenund Bürger:innenwahrnehmungen siehe Trillo-Santamaría, 2014). 4 Es handelt sich hierbei um die Teilregionen Saarland, département Moselle und Luxemburg. Zur besseren Übersichtlichkeit wurden stellvertretend Länderkürzel vergeben: DE=Deutschland (Saarland); FR=Frankreich (département Moselle); LU=Luxemburg. In den erstellten Graphiken werden Ergebnisse immer nach dem Schema Deutschland – Frankreich – Luxemburg geordnet, um eine bessere Lesbarkeit und Vergleichbarkeit der Diagramme sicherzustellen. 5 Die Selektion und Stichprobenziehung erfolgten nach demselben Schema, wie in der 2024 durchgeführten Umfrage. Jedoch wurden 2020 nur fünf Kommunen pro Gemeindeverband (der Verwaltungssitz sowie vier weitere per Zufallsprinzip ausgewählte Gemeinden) berücksichtigt. Aufgrund des damals relativ gering ausfallenden Rücklaufs wurde die Zahl der kontaktierten Gemeinden 2024 erhöht.
16 Abbildung 8: Die Relevanz der Nähe zum jeweiligen Nachbarland 2020 Quelle: Eigene Erhebung und Darstellung 2024. 2024 lässt sich im Vergleich ein Anstieg bei ,sehr relevant‘ im Saarland auf 33 % konstatieren, hingegen ein Rückgang auf 31 % in der Moselle, Luxemburg folgt mit 26 % (Abbildung 9). In Freitextangaben wird die Zustimmung mit der Alltäglichkeit und Normalität von Grenzübertritten begründet, zum Beispiel: „Wir praktizieren diese Zugehörigkeit jeden Tag durch die Nähe zu unseren Nachbarn. Arbeit, Handel, Tourismus“ (Bef_FR_24). Der grenzüberschreitende Arbeitsmarkt wird zu einem zentralen Faktor, positiv hervorgehoben werden auch die Wirtschaftsund Kaufkraft aus den Nachbarländern, gleichzeitig werden aber auch damit einhergehende Abhängigkeiten adressiert. Zudem sind touristische und kulturelle Möglichkeiten Teil der positiven Einschätzung, darunter: die „Grenzerfahrung ist eine kulturelle Bereicherung“ (Bef_DE_7). Im Hinblick auf das französische Antwortverhalten lassen sich Nachwirkungen der Covid-19-Pandemie mit verstärkten Grenzkontrollen von deutscher Bundesebene ausgehend als mögliche Ursache für den Rückgang vermuten (vgl. dazu auch Freitag-Carteron, 2021). Abbildung 9: Die Relevanz der Nähe zum jeweiligen Nachbarland 2024 Quelle: Eigene Erhebung und Darstellung 2024. Ein markant anderes Bild zur Bewertung der Nähe ergibt sich – wie im Lichte bisheriger Differenzierungen bereits erwartbar ist –, wenn auch an dieser Stelle Grenzgemeinden und Nicht-Grenzgemeinden differenziert werden (Abbildung 10). Rund drei Viertel der Grenzgemeinden sehen die Nähe sowohl 2020 als auch 2024 als sehr relevant an, wohingegen der Wert in den Gemeinden ohne direkte Grenzlage bei beiden Erhebungen nur 17 % erreicht. Insgesamt zurückhaltendere Bewertungen 2024 gegenüber 2020 haben sich bei Gemeinden ohne direkte Grenzlage ergeben. 22% 44% 26% 41% 35% 11% 13% 4% 4% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% DE (n=23) FR (n=27) Wie relevant ist aus Ihrer Sicht die Nähe zu Deutschland bzw. Frankreich für Ihre Kommune? (2020) sehr relevant eher relevant teils teils eher nicht relevant gar nicht relevant weiß nicht 26% 31% 33% 13% 33% 15% 33% 27% 37% 23% 5% 11% 5% 4% 4% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% LU (n=39) FR (n=55) DE (n=27) Wie relevant ist aus Ihrer Sicht die Nähe zu Deutschland/Frankreich/Luxemburg für Ihre Kommune? (2024) sehr relevant eher relevant teils teils eher nicht relevant gar nicht relevant weiß nicht
17 Abbildung 10: Die Relevanz der Nähe zum jeweiligen Nachbarland 2020 und 2024 von Grenzvs. Nicht-Grenzgemeinden Quelle: Eigene Erhebung und Darstellung 2024. Die Grenzlage der Kommunen als Vorteil? Ausgeprägte Veränderungen innerhalb der französischen Antworten zeigen sich ergänzend mit Blick auf die Frage nach der Bewertung der kommunalen Lage in der Grenzregion SaarLorLux als Vorteil: Hier ist die volle Zustimmung von 67 % im Jahr 2020 auf 27 % gefallen, wohingegen in Deutschland nur ein leichter Rückgang von 39 % auf 33 % zu verzeichnen ist. Auch an dieser Stelle überrascht die luxemburgische Einschätzung im Lichte der großen Abhängigkeit von Grenzgänger:innen (IBA-OIE, 2024; Nienaber et al., 2023): Die Bewertung der Lage als ,sehr relevant‘ mit 26 % ist überschaubar. Die ökonomische Relevanz wird gleichzeitig durchaus explizit von Befragten in Freitextangaben hervorgehoben, wie beispielsweise: „für unsere Wirtschaft notwendig“ (Bef_LU_31). Etwas weniger ausgeprägt als in den bisherigen Ergebnissen fällt bei der ,Lagebewertung als Vorteil‘ der Unterschied von Grenzgemeinden gegenüber Gemeinden ohne direkte Grenzlage auf: 48 % gegen 24 % stimmen hier voll zu (Abbildung 11). Als Begründungen in den Freitextangaben wird auf persönliche Kontakte und Netzwerke abgehoben, zudem die alltagsrelevanten Aspekte um Arbeiten, Einkaufen und Freunde treffen. Die geführten Interviews unterstreichen diese Eindrücke plastisch: • „[Unsere Gemeinde] wäre, glaube ich, ohne die Grenzregion auch nicht, wie es ja heute ist […]. Die Möglichkeiten, die man hat. Profitieren mit Abstand von der Lage. Ob das jetzt Schule ist, Bildungsinfrastruktur, Verkehrsanbindungen. Ich glaube, wir hätten auch keine so gute Autobahnanbindung oder andere Bereiche ohne Luxemburg. […]. Also wir fahren ja auch nach Luxemburg kaufen oder zu Delhaize oder zu Cactus oder wie auch immer […]. Und die Luxemburger kommen dann zu uns kaufen. So hat man ein breites Sortiment an Waren. Unterschiedliches Sortiment.“ (Int_DE_2) • „Wir genießen das Zusammenleben. Es sind nicht drei Länder, sondern nur ein Land, wenn wir einkaufen gehen. Man sagt nicht: Ich gehe in Deutschland einkaufen, sondern man sagt: Ich gehe zu Aldi, zu Rewe.“ (Int_FR_3) 79% 17% 7% 38% 14% 31% 7% 7% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Grenzgemeinde (n=14) Keine Grenzgemeinde (n=29) Wie relevant ist aus Ihrer Sicht die Nähe zu Deutschland bzw. Frankreich für Ihre Kommune? (2020) sehr relevant eher relevant teils teils eher nicht relevant gar nicht relevant weiß nicht 74% 17% 22% 24% 4% 39% 17% 3% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Grenzgemeinde (n=27) Keine Grenzgemeinde (n=76) Wie relevant ist aus Ihrer Sicht die Nähe zu Deutschland/Frankreich/Luxemburg für Ihre Kommune? (2024) sehr relevant eher relevant teils teils eher nicht relevant gar nicht relevant weiß nicht
18 • „Wie gesagt, für so eine Region zu leben, haben wir wirklich den Vorteil, dass wir wirklich, man setzt den Fuß über die Brücke und man ist sofort im Leben des anderen Landes. Man braucht nicht das Auto zu nehmen und zu fahren“ (Int_LU_2) Eigenständig auf Europa wird an dieser Stelle wiederum, passend zu bisherigen Ausführungen, nur sehr selten rekurriert wie in diesem Beispiel: „Wir befinden uns an der Schnittstelle Europas mit einer guten Karte, die wir gemeinsam ausspielen können“ (Bef_FR_25). Weitere Antworten sind zwar in der Tendenz positiv, enthalten aber gewisse Einschränkungen: Thematisiert werden insbesondere negative Folgen des Grenzgänger:innentums wie steigende Immobilienpreise und Verkehrsbelastungen. Außerdem wird darauf abgehoben, dass Vorteile der Lage zwar gesehen würden, sie jedoch nicht so einfach ‚abzurufen‘ seien – Hindernisse im Alltagsgeschäft (hierzu auch Tabelle 2 im Folgekapitel) und zu langsames ‚Vorankommen‘ werden als Gründe aufgeführt: „Es gibt noch zu viele Beharrungskräfte und einen Mangel an Ehrgeiz “ (Bef_FR_11). Eine neutrale oder ablehnende Einstellung geht fast ausschließlich mit wachsender Entfernung von der Grenze einher, wenn der Austausch weniger relevant erscheint, Vorteile damit weniger spürbar ausfallen, keine sichtbaren Ergebnisse erkennbar seien bzw. keine aktiven Kontakte zu den Nachbarn jenseits der nationalstaatlichen Grenze bestünden. Ein Zitat einer:s deutschen Kommunalvertreterin:s fasst diesen Befund explizit zusammen: „Die Lebenswelt wird mit jedem Kilometer Abstand mehr zur Grenze weniger vom Nachbarland beeinflusst. Die Nähe öffnet den Blick zum Nachbarn und lässt die Sensibilität für europäische Fragen wachsen“ (Bef_DE_10). Abbildung 11: Die Lage in der Grenzregion als großer Vorteil von Grenzvs. Nicht-Grenzgemeinden Quelle: Eigene Erhebung und Darstellung 2024. 48% 24% 48% 36% 25% 4% 14% 1% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Grenzgemeinde (n=27) Keine Grenzgemeinde (n=72) Inwieweit stimmen Sie der folgenden Aussage zu? „Die Lage meiner Kommune in der Grenzregion SaarLorLux empfinde ich als großen Vorteil.“ (2024) stimme voll zu stimme eher zu teils teils stimme eher nicht zu stimme gar nicht zu weiß nicht
19 Trennlinie vs. Schweißnaht Wie sehr nationalstaatliche Grenzen mitunter trennen oder verbinden, verdeutlicht schließlich die Frage danach, ob sie eher als ,Trennlinie‘ oder ,Schweißnaht‘ angesehen werden, ausgehend von einem Statement der damaligen stellvertretenden Ministerpräsidentin Anke Rehlinger aus dem Jahr 2014 zur Vorstellung der Frankreichstrategie des Saarlandes (zur Strategie siehe Landesregierung des Saarlandes, 2014; 2025). Danach im Jahr 2020 gefragt, wurde die Schweißnaht-Metapher von den saarländischen Bürgermeister:innen mit 43 %, von den mosellanischen mit 37 % voll geteilt. 2024 fällt die Zustimmung deutlich zurückhaltender aus (Abbildung 12) – mit einer Halbierung der vollen Zustimmung. Abbildung 12: Die formale Grenze als Schweißnaht 2020 und 2024 Quelle: Eigene Erhebung und Darstellung 2024. In den Interviews wird die Trennlinie, in Fortführung obiger Ausführungen, mit der Covid-19-Pandemie assoziiert: Corona habe die Grenze zurück ins Bewusstsein gebracht (u.a. Int_FR_4; Int_LU_1; Int_LU_2). Die Einschränkungen mit ihrer physischen Präsenz werden deutlich rekapituliert: „Corona war ja eine Katastrophe, weil als die Brücke geschlossen wurde, haben Kinder wieder angefangen, über eine Grenze zu sprechen. Hier war der Begriff Grenze, der war ja, wenn ich jetzt die 10-, 12-Jährigen hier nehme, da hat ja niemand 37% 43% 22% 26% 15% 26% 7% 11% 4% 7% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% FR (n= 27) DE (n=23) stimme voll zu stimme eher zu teils teils stimme eher nicht zu stimme gar nicht zu weiß nicht 21% 19% 19% 38% 47% 56% 17% 28% 19% 17% 6% 4% 8% 4% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% DE (n=24) FR (n=47) LU (n=27) stimme voll zu stimme eher zu teils teils stimme eher nicht zu stimme gar nicht zu weiß nicht In einer Pressekonferenz anlässlich der Verkündung der Frankreichstrategie im Januar 2014 sagte die damalige stellvertretende Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, „dass die formale Grenze, die es noch gibt zwischen Deutschland und Frankreich, weniger im Sinne einer Trennlinie als vielmehr auch als eine Schweißnaht verstanden werden kann.“ Inwieweit stimmen Sie dieser Aussage zu? (2024) In einer Pressekonferenz anlässlich der Verkündung der Frankreichstrategie im Januar 2014 sagte die damalige stellvertretende Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, „dass die formale Grenze, die es noch gibt zwischen Deutschland und Frankreich, weniger im Sinne einer Trennlinie als vielmehr auch als eine Schweißnaht verstanden werden kann.“ Inwieweit stimmen Sie dieser Aussage zu? (2020)
20 mehr über eine Grenze gesprochen. Die gehen Freunde besuchen auf der anderen Seite der Brücke oder die fahren nach [Ort X] oder nach [Ort Y]. Wir haben nie gesprochen: ,Wir fahren jetzt über die Brücke nach Deutschland, über die Grenze nach Deutschland‘. Das war komplett im Wortschatz der Kinder verschwunden, dass dies eine Grenzbrücke war. Aber das ist jetzt wiederum in aller Munde. Die Leute reden wieder: ,Wir fahren über die Grenze.‘ Und das hat Corona mit sich gebracht“ (Int_LU_2). Gleichzeitig wird argumentiert, dass „keine Grenze“ mehr bestünde (Int_LU_2 und Int_FR_1). Weitere Stimmen fallen dahingehend vergleichbar aus, wenn „eine Einheit“ bestünde (Int_DE_2) oder die Grenze sich nur noch spezifisch manifestiere: „Die Grenze spielt eigentlich nur eine Rolle, ja, symbolisch, würde ich sagen, symbolisch. Und dann eben, wenn es auf die Steuer und andere Legislation und Gesetzgebung ankommt. Aber eigentlich ist das sehr fließend“ (Int_LU_1). Als kurze Zusammenschau zum Leben in der Grenzregion lässt sich festhalten, dass grundsätzlich eine hohe grenzregionale Verbundenheit besteht – noch einmal mehr in unmittelbaren Grenzgemeinden. Gerade für Gemeinden mit direkter Nähe zu nationalstaatlichen Nachbarn wird die Grenzlage entsprechend auch als relevanter bewertet. Unterschiedliche grenzüberschreitende Aktivitäten zeugen beispielhaft hiervon. Zudem wird die nationalstaatliche Grenze weniger als Trennlinie und vielmehr als Schweißnaht angesehen, jedoch in der Befragung im Jahr 2024 weniger deutlich als 2020. Ganz vergessen ist die Covid-19-Pandemie nicht, lässt sich als ein Faktor an dieser Stelle mutmaßen. Bestehende Kontakte und Austauschbeziehungen der befragten Gemeinden Nach dem grenzregionalen Lebensalltag rückt im Weiteren das konkrete Handeln der Gemeinden in den Fokus der Auswertung. Mit welchen anderen Gemeinden wird über die nationale Grenze hinweg kooperiert, welche Bereiche des grenzüberschreitenden Austauschs bestehen und in welchem Umfang? Welche Herausforderungen werden angeführt, die Kooperationen Hürden in den Weg stellen? Partnergemeinden In der Nachkriegszeit hat sich der Austausch mittels Städtepartnerschaften zu einem wichtigen Instrument der deutsch-französischen Verständigung entwickelt (Defrance & Pfeil, 2014, pp.95–96; Filipová, 2015). Als niederschwelliger Zugang kommt auch heute noch dem Austausch mit Partnergemeinden Bedeutung zu, aber nicht durchgehend: Knapp die Hälfte (47 %) der befragten Bürgermeister:innen aller Teilregionen, die an unserer Befragung teilgenommen hat (n=86), gab an, dass ihre Gemeinde nicht direkt mit einer bestimmten Gemeinde/mehreren bestimmten Gemeinden in formellem oder informellem Austausch stehe. Die anderen 53 % nannten eine oder mehrere Gemeinden, mit denen eine Form des Austauschs existiere. Basierend auf den angegebenen Partnergemeinden und der Postleitzahl der Gemeinde konnte mithilfe einer Nachcodierung ermittelt werden, in welchem räumlichen Verhältnis kooperierende Gemeinden (n=46) zueinanderstehen. Hierbei fällt auf, dass Austausch nicht zwingend von direkter Nachbarschaft abhängt: 56 % der Bürgermeister:innen nannten Gemeinden, die nicht direkt an die eigene Kommune angrenzen, was auf historisch gewachsene Städtepartnerschaften nicht nur in ,direkter Nachbarschaft‘ hindeutet. 35 % gaben sowohl direkte als auch nicht direkte Nachbargemeinden an, bei weiteren 9 % der Gemeinden besteht nur formeller oder informeller Austausch mit direkten Nachbargemeinden. An dieser Stelle ist neben dem Argument historisch sich entwickelter Partnerschaften und institutionalisierten Formen der Kooperation, etwa durch den Eurodistrict SaarMoselle, davon auszugehen, dass bestimmte Gemeinden wie die Städte Saarbrücken, Forbach, Metz oder Schengen als ‚Anker‘ zur Kooperation fungieren. Bereiche des Austauschs Zur weiteren Einordnung lassen sich Bereiche unterscheiden, in denen grenzüberschreitender Austausch zwischen den jeweiligen Kommunen besteht (Abbildung 13). Die übergreifend betrachtet am häufigsten genannten Anlässe sind ‚Einzeltermine‘: formelle oder informelle gegenseitige Besuche sowie gemeinsame Veranstaltungen. Ebenfalls verhältnismäßig häufig findet Austausch im Kultur-, Tourismusund Bildungsbereich statt. Seltener wurden regelmäßige Kooperationen im öffentlichen Dienst genannt, also Kooperationen zwischen Feuerwehren, Verwaltungspersonal und Ordnungsbehörden bzw. zu Themen wie Verkehrsinfrastruktur und Umweltthemen. Im Vergleich zur Befragung im Jahr 2020 haben informelle Besuche an
21 Bedeutung gewonnen, ansonsten fallen die Ergebnisse sehr vergleichbar aus. Die ergänzend geführten Interviews illustrieren beispielhaft dieses Spektrum: Austausch der Partnerstädte, Wohnen (Int_LU_1), Feuerwehr, Hochwasserschutz, Bürgertransport, Fahrradund Wanderwege, Dorffeste (Int_DE_1; Int_FR_1; Int_FR_3; Int_LU_2), Trinkwasserversorgung, Kindergärten und Schulen (Int_DE_2; Int_FR_3; Int_LU_2), Gesundheitsversorgung (Int_FR_4). Es ergibt sich damit ein Feld zwischen informellerem Austausch und formalisierten Kooperationsformen. Dass letzterer Bereich weniger genannt wird, überrascht im Lichte der Herausforderung von Formalisierungen im grenzüberschreitenden Kontext nicht und illustriert gleichzeitig Hürden der Vertiefung der Zusammenarbeit. Abbildung 13: Bereiche der Kooperation, absteigend sortiert auf Basis der akkumulierten Prozentwerte der drei Teilregionen Quelle: Eigene Erhebung und Darstellung 2024. Herausforderungen Grenzüberschreitende Kooperation ergibt sich, wie die bisherigen Ausführungen zeigen, unter anderem aus der historischen Entwicklung der Grenzregion, engen Verflechtungen, einer europäischen Grundhaltung – ist aber kein ,Selbstläufer‘. Verschiedene Herausforderungen erweisen sich als Barrieren, die in hohem Maße im Saarland, dem département Moselle und dem Großherzogtum Luxemburg vergleichbar ausfallen. Ausgehend von einer langen Liste möglicher Hürden, auf die die Befragten zurückgreifen konnten, kristallisieren sich gleichzeitig nur sechs heraus, die so die TOP 5 der drei Teilregionen abbilden – entsprechend mit hoher Vergleichbarkeit, aber unterschiedlichen Gewichtungen (Tabelle 2): Im Tagesgeschäft haben andere Aufgaben Vorrang, was vor allem im Saarland von nahezu allen Kommunalvertreter:innen angeführt wird. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit stellt eine ergänzende Aufgabe dar, die durch Vorgaben behindert wird: „Durch die überbordende Aufgabenüberlastung, die von Bund und Land ausgelöst ist, bleibt für die Kommune kaum Raum für diese ,freiwilligen‘ Projekte“ (Bef_DE_4). Daran anschließend werden auch die Hauptstädte als zu weit weg von der grenzüberschreitenden Lebensrealität in der Region SaarLorLux angesehen (Bef_LU_5; Int_LU_1; Int_LU_2): „Wenn man in Berlin oder Brüssel oder Paris über das Zusammenleben redet, die wissen ja überhaupt nicht, wie das ist“ (Int_LU_2). Der hohe bürokratische Aufwand der Fördermittelakquise ist ebenfalls in allen drei Teilregionen unter den TOP 3, insbesondere in der Moselle und im Saarland bemängelt. Aus dieser Problematik resultiert, dass sich auch Erklärungsnote gegenüber der 52% 44% 33% 37% 33% 19% 37% 19% 15% 22% 7% 4% 24% 24% 26% 17% 20% 26% 13% 22% 24% 7% 7% 13% 37% 29% 23% 23% 20% 23% 17% 20% 20% 6% 11% 3% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% Gegenseitiger Besuch bei Zeremonien und feierlichen Anlässen Informelle gegenseitige Besuche Gemeinsame Veranstaltungen Austausch zwischen (Musik-, Sport-, Kultur-, etc.) Vereinen Kooperation im Tourismusbereich Austausch zwischen Kindern und Jugendlichen (Schulklassen, Freizeiten o.ä.) Kooperation zwischen Ortsgruppen der Feuerwehr Sonstiges Kooperation im Bereich der Mobilität (z.B. grenzüberschreitende… Austausch von/zwischen Verwaltungspersonal Kooperation im Umweltmanagement und/oder - schutz Kooperation zwischen Ordnungsbehörden/Polizei In welchem/welchen der folgenden Bereiche besteht zwischen Ihrer Kommune und Akteuren in der französischen région Grand Est/im Großherzogtum Luxemburg Austausch oder Kooperation? (Mehrfachantworten möglich) DE (n=27) FR (n=54) LU (n=35)
22 Bevölkerung auftun können: „Aber das ist für den normalen Bürger einfach auch nicht nachvollziehbar, welche Hürden man da nehmen muss“ (Int_DE_1). Unzureichende finanzielle und damit einhergehende personelle Ressourcen sowie unterschiedliche finanzielle Ressourcen in den Nachbarländern – besonders aus luxemburgischer Perspektive kritisiert – sind ebenfalls relevant, was gerade im Hinblick auf letzteren Aspekt auch die Interviews unterstreichen: • „Frankreich nehmen wir mit. […] [I]st halt immer eine Herausforderung, wenn es um die Finanzierung geht.“ (Int_DE_2) • „Eine Hürde ist auch die finanzielle Hürde. Projekte gemeinsam zu begleiten oder gemeinsam zu gestalten, mit den anderen Ländern ist für die Franzosen sehr schwer.“ (Int_FR_3) • „Aber […] die Finanzhaushalte der [französischen] Gemeinden […] sind sehr, sehr klein. Die können sich große Projekte nicht leisten, wenn das nicht von Paris oder aus der Region her mitkommt.“ (Int_LU_1) • „Dann sagen wir, okay, dann zahlt ihr weniger, oder wir machen das zusammen.“ (Int_LU_2) Des Weiteren werden sprachliche Barrieren – wie 2020 (Crossey & Weber, 2021, p.12) – in Deutschland und Frankreich gesehen, in Luxemburg hingegen aufgrund der mehrsprachigen Ausrichtung des Landes nachvollziehbarerweise weniger. Besonders Jüngere würden nicht hinreichend die Nachbarsprache sprechen (Int_FR_1; Int_DE_2), was „wahrscheinlich die größte Barriere“ darstelle (Int_FR_3). Immer mehr würde das Erlernen der Nachbarsprache zu einer persönlichen Entscheidung – mit Auswirkungen auf das grenzregionale Miteinander (Int_FR_4). Tabelle 2: TOP 5 der Herausforderungen (basierend auf ,trifft voll zu‘ und ,trifft eher zu‘) aus Sicht der Kommunalvertreter:innen in den drei Teilregionen Rang Saarland Moselle Luxemburg 1 Andere Aufgaben überwiegen im Tagesgeschäft (92 %, n=25) Hoher bürokratischer Aufwand in der Akquise von Fördermitteln für den grenzüberschreitenden Austausch (85 %, n=41) Unterschiedliche finanzielle Ressourcen (79 %, n=33) 2 Begrenzte finanzielle und personelle Ressourcen in der eigenen Kommune (80 %, n=25) Andere Aufgaben überwiegen im Tagesgeschäft (74 %, n=42) Hoher bürokratischer Aufwand in der Akquise von Fördermitteln für den grenzüberschreitenden Austausch (58 %, n=31) 3 Hoher bürokratischer Aufwand in der Akquise von Fördermitteln für den grenzüberschreitenden Austausch (80 %, n=25) Sprachliche Barrieren (74 %, n=53) Andere Aufgaben überwiegen im Tagesgeschäft (57 %, n=30) 4 Sprachliche Barrieren (77 %, n=26) Begrenzte finanzielle und personelle Ressourcen in der eigenen Kommune (73 %, n=52) Unterschiedliche Verteilung der Zuständigkeiten bzw. Kompetenzen (föderales versus überwiegend zentralstaatliches System) (54 %, n=28) 5 Unterschiedliche finanzielle Ressourcen (72 %, n=25) Unterschiedliche finanzielle Ressourcen (73 %, n=44) Begrenzte finanzielle und personelle Ressourcen in der eigenen Kommune (50 %, n=33) Quelle: Eigene Zusammenschau und Darstellung 2025. Weitere, aber eher nachgelagerte Herausforderungen sehen die Kommunalvertreter:innen in ,kulturellen‘ Unterschieden, zu großer räumlicher Entfernung, begrenztem Interesse seitens des Kommunalpersonals bzw. der Bürger:innen, bis heute an der Grenze endender Zuständigkeiten und damit auch der Raumplanung sowie Grenzkriminalität.
23 Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie in der Grenzregion Die Covid-19-Pandemie mit ihren Auswirkungen auf die Grenzregion SaarLorLux wurde bereits mehrfach kurz angeführt, aber noch nicht vertieft mit gewissem Abstand zum Jahr 2020 betrachtet. Nach der Hochphase der Pandemie im Frühjahr 2020 sind in der Zwischenzeit bereits einige Jahre vergangen, so dass mit einem gewissen Abstand eine erste Rückschau vorgenommen werden kann. Viel diskutiert ist im Lichte der komplexen gesellschaftspolitischen Auswirkungen die Frage nach ,Resilienz‘ (European Parliament, 2021; Hippe, 2024; Just & Plößl, 2021), so auch für den grenzüberschreitenden Austausch (Andersen & Prokkola, 2022; Böhm et al., 2023; Dittel et al., 2024; Dittel & Weber, 2024b; 2025; Hippe et al., 2022; 2023; Korhonen et al., 2021). Rückschritt, Impuls oder weder noch? Vereinfacht stellt sich die Grundfrage danach, ob die Pandemie eher als Rückschritt oder Impuls für die künftige grenzüberschreitende Kooperation bewertet wird. Eine Krise könnte letztlich auch als Chance wirken (Dittel & Weber, 2024b; Theis, 2021). Im Jahr 2024 wird durch die Kommunalvertreter:innen weniger ein Impuls denn ein gewisser Rückschritt gesehen (Abbildung 14). Im département Moselle herrscht mitunter noch der größte Optimismus. Bei dieser Frage ergibt sich auch kein entscheidender Unterschied zwischen Grenzgemeinden und Nicht-Grenzgemeinden. Abbildung 14: Die Covid-19-Pandemie als Rückschritt oder Impuls Quelle: Eigene Erhebung und Darstellung 2024. Wie lässt sich dieser Befund näher erklären und einordnen? Die Bürgermeister:innen begründen ihre teilweise Einschätzung als ‚Rückschritt‘ mit den eingeführten Grenzrestriktionen und deren Auswirkungen, die in den Köpfen verharren, so zum Beispiel: „Dann ist das auch so. Ich war auch nicht froh mit den Deutschen. Das war schon einschüchternd, als ich zu meinen Schwiegereltern wollte und dann diese mit den Maschinengewehren da an der Grenze standen“ (Int_LU_1). Übergreifend werden die verstärkten Grenzkontrollen mit der nur eher kurzen Schließung einiger Grenzübergangsstellen in den Freitextangaben als ‚Grenzschließungen‘ bezeichnet, was die wahrgenommene Wirkung unterstreicht. Damit einhergehend wird die initiale Reaktion der Abschottung kritisiert, die der Lebenswirklichkeit in der Grenzregion zuwiderlief. Ein Teilbereich in diesem Kontext stellen die Auswirkungen auf Pendler:innen dar. Der europäischen Idee lief das Handeln deutlich zuwider, wie ein:e luxemburgische:r Bürgermeister:in anführt (Int_LU_2): „Wenn man [von] Europa redet und man sieht, dass nur ein Fluss, der 50 Meter breit ist, wenn überhaupt, dass da dann anders gehandelt wird, das bringt eine Region nicht zusammen. Das bringt wiederum die Leute dazu, sage ich jetzt mal, gespalten zu denken. Da wäre es unbedingt notwendig, dass viel mehr offiziell harmonisiert wird. Weil ich denke, in den Gedanken oder in unseren Organisationen oder so, was wir machen, da ist die Harmonie größer als auf dem offiziellen Blatt Papier, das geschrieben steht. Also, das ist einfach so.“ Von den befragten 36% 48% 43% 52% 26% 39% 12% 26% 18% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% DE (n=25) FR (n=42) LU (n=28) Hat die Covid-19-Pandemie eher als Rückschritt oder Impuls für die grenzüberschreitende Kooperation in der Region SaarLorLux gewirkt? Rückschritt weder noch Impuls weiß nicht
24 Bürgermeister:innen des département Moselle wird zudem auf zeitweise aufflammende Ressentiments verwiesen, die bleibende Eindrücke hinterließen: „Ausländer, bleib zu Hause!“ (Bef_FR_8). Insbesondere von luxemburgischen Bürgermeister:innen wurde die Herausforderung geäußert, Kontakte und Dynamiken der grenzüberschreitenden Kooperation seien durch die Pandemie zum Erliegen gekommen bzw. ausgebremst worden. Entsprechend mussten Kooperationen nach Ende der Pandemie neu anlaufen, wobei Neustarts in der Dynamik aus deren Sicht nicht das vorpandemische Niveau erreichen: „Vor der Pandemie gab es regelmäßige Treffen zwischen Gemeinden in meiner Region und französischen Nachbargemeinden. Nach dem Abklingen der Pandemie war es zum Teil schwierig, wieder an dem Erreichten aufzubauen. Vieles musste neu begonnen werden, was zum Teil bis heute nicht gelungen ist und dies obwohl die Grenzen zwischen Frankreich und Luxemburg zu keinem Zeitpunkt geschlossen waren“ (Bef_LU_11). Im Hinblick auf Lerneffekte finden sich entsprechend auch kritische Einschätzungen wie diese, die Resilienz mit einem Fragezeichen versehen: „Ich habe das Gefühl, egal was für eine neue Pandemie kommen würde, dass man genauso oben in den obersten Reihen handeln würde. Einfach nur ad hoc handeln, nicht überlegen“ (Int_FR_3). Eine neutrale Einschätzung zur Frage nach Rückschritt oder Impuls ergibt sich dadurch, dass Einschränkungen überwunden worden seien, die Lage sich normalisiert habe und kein längerfristiger Einfluss der Pandemie gesehen würde: „Ich denke, da ist man sensibilisiert, da weiß man auch, was man macht. Aber dass man da jetzt eine großartige Veränderung sieht, würde ich mal sagen, eher nein“ (Int_DE_2). Die Pandemie habe gegenseitige Abhängigkeiten aufgezeigt, was in der konkreten Situation Nachteile mit sich brachte, langfristig aber als positive Lehre bewertet wird, die auf entsprechende Berücksichtigung in Zukunft hoffen lässt. Die Pandemie wurde dahingehend von den befragten Bürgermeister:innen stellenweise als Impuls bewertet, da sie die Notwendigkeit gemeinsamen Handelns aufzeigte. Sie schaffte ein Bewusstsein dafür, dass Abstimmung vonnöten ist. Die zentrale Lehre bestehe insofern darin, dass Grenzschließungen in Zukunft verhindert werden müssten. Solidarität und Miteinander wurden bereits während der Hochphase der Pandemie positiv bewertet (vgl. grundlegend auch European Parliament, 2021, p.64), beispielsweise mit einem deutsch-französischen Covid-19-Testzentrum am Grenzübergang der Goldenen Bremm und einem Austausch im Gesundheitsbereich: „Und das waren auch mal gute Sachen, zum Beispiel an der Goldenen Bremm war das große Testzentrum. Man muss nicht nur immer alles schwarz oder negativ machen. Es gibt auch gute Sachen und das war eine gute Sache“ (Int_FR_1). Solidarität und europäische Überzeugung Die Covid-19-Pandemie stand unmittelbar mit national getroffenen und nur teilweise europäisch abgestimmten Entscheidungen in Zusammenhang, was das gesellschaftspolitische Krisenmanagement betraf. Vergleichbar und daher für die drei Teilregionen übergreifend ausgewertet (Abbildung 15), bewerten die Bürgermeister:innen aus dem Saarland, der Moselle und Luxemburg in diesem Lichte die erste Phase der Pandemie in hohem Maße als ,sehr emotionale Zeit‘. Genau in solchen Zeiten erfordere es gegenseitiger Unterstützung und grenzüberschreitender Solidarität (70 % stimmen voll zu). Darin liegt nicht nur eine europäische Überzeugung, sondern auch ein ganz praktischer Nutzen für eine so eng verflochtene Grenzregion. Etwas weniger Zustimmung erfährt das Statement im Hinblick auf Grenzregionen als nationalstaatliche ,Stiefkinder‘, doch auch hier stimmen 42 % voll zu. Für die Bürgermeister:innen gehören offene Grenzen ohne Restriktionen in Krisenzeiten zu einem Normalfall, ebenso die gegenseitige Hilfeleistung jenseits des eigenen Nationalstaats, was von konkreten Facetten eines ,gelebten Europas‘ zeugt.
25 Abbildung 15: Einschätzungen zur Covid-19-Pandemie Quelle: Eigene Erhebung und Darstellung 2024. ZUKUNFT DER GRENZÜBERSCHREITENDEN KOOPERATION UND DEREN BEITRÄGE ZU EUROPA Der letzte Part widmet sich im Weiteren der Zukunft grenzüberschreitender Kooperation aus kommunaler Sicht und deren möglichen Beiträgen zur europäischen Entwicklung. Welche Möglichkeiten sehen die befragten Kommunalvertreter:innen zur Stärkung des Grenzüberschreitenden im gelebten Europa? Verbesserungsund Anpassungsbedarfe Aus der quantitativen Befragung sowie den geführten vertiefenden Interviews lassen sich sechs Bereiche herauskristallisieren, in denen Verbesserungsund Anpassungsbedarfe identifiziert werden: Bildung und Sprache, Abbau bürokratischer Hindernisse, Stärkung kommunaler Kompetenzen, stärkere Bürger:innennähe, pragmatische Verfahrensweisen und grundlegende ,Ermöglichungshaltung‘ zugunsten grenzüberschreitender Kooperation (vgl. Abbildung 16). 58% 42% 70% 58% 27% 28% 25% 31% 8% 22% 4% 7% 5% 8% 4% 2% 1% 1% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Als überzeugte(r) Europäer(in) waren die ersten Wochen und Monate der Pandemie eine sehr emotionale Zeit, weil es hier an der Grenze, die eigentlich keine mehr war, plötzlich wieder Kontrollen gab. (n=108) Grenzregionen sind bis heute politische Stiefkinder nationalstaatlicher Prioritäten, was sich zu Beginn der Covid-19Pandemie zeigte. (n=101) In Krisensituationen bedarf es gegenseitiger Unterstützung und grenzüberschreitender Solidarität. (n=110) Plädoyers für die Aufhebung der Grenzkontrollen entsprangen nicht nur einer europäischen Überzeugung. Es ging insbesondere darum, dass die Region, in der wir wohnen, lebenswichtig davon abhängt, dass Austausch stattfinden kann. (n=103) Die Covid-19-Pandemie hat die Gewissheit offener Grenzen zeitweise ins Wanken gebracht und stellte eine zentrale Herausforderung für Grenzregionen dar. Inwieweit stimmen Sie den folgenden Aussagen zu? stimme voll zu stimme eher zu teils teils stimme eher nicht zu stimme gar nicht zu weiß nicht
32 le bas › – perspectives pour la région SaarLorLux dans une Europe vécue », nous contribuons d’une part, en nous basant sur la recherche, aux questions actuelles de la recherche sur l’Europe et sur les espaces frontaliers et visons d’autre part, en nous basant sur la pratique, à renforcer davantage la coopération transfrontalière « par le bas » dans une Europe à raviver sans cesse. Nous décrivons ci-après notre approche méthodologique avant de présenter les principaux résultats des entretiens exploratoires qualitatifs menés avec des représentant·e·s communaux de la région frontalière ainsi que des enquêtes quantitatives, assorties de comparaisons temporelles et spatiales. Une conclusion et des perspectives viennent clôturer le Working Paper . L’approche méthodologique Notre recherche vise à mettre en lumière la manière dont les relations transfrontalières et leur importance pour une Europe « vécue » dans la région SaarLorLux sont considérées, en adoptant une perspective « bottom-up » (ascendante). C’est donc le niveau communal, où les gens vivent, consomment et travaillent (de part et d’autre de la frontière), qui a été choisi comme point de départ de l’enquête. Les représentant·e·s communaux en Sarre, dans le département de la Moselle et au Grand-Duché de Luxembourg, sont des élu·e·s locaux qui représentent leurs citoyen·ne·s et, à ce titre, ils sont au centre de ces enquêtes. D’une part, ils connaissent bien les questions de la vie transfrontalière au quotidien et, d’autre part, leur implication dans les processus politiques et administratifs et leur responsabilité dans l’organisation de la coopération « à petite échelle » en font des interlocuteurs et interlocutrices pertinents. Ils ont été invités à s’exprimer sur les thèmes centraux suivants : l’état des échanges transfrontaliers, l’évaluation des défis et des opportunités, les souhaits et les adaptations nécessaires pour l’avenir de la région SaarLorLux, le contexte transfrontalier local, les expériences avec la pandémie de Covid-19, leurs considérations sur l’Europe et les perspectives de l’UE par et pour les régions frontalières. Les éléments méthodologiques de l’enquête comprennent une partie qualitative et une partie quantitative. Entretiens – Procédure et analyse Les premières impressions ont été recueillies à l’aide d’entretiens semi-directifs. Le guide élaboré à cet effet aborde les thématiques susmentionnées à travers plusieurs questions qui servent de fil rouge et de cadre à l’entretien. Toutefois, le flux narratif n’est pas restreint par un schéma strict, ce qui permet aux personnes interrogées d’exprimer librement des variations individuelles, des propos et des considérations (Helfferich, 2014). Grâce à ce cadre d’entretien souple, il est possible de recueillir les considérations personnelles des représentant·e·s communaux, ce qui ne serait pas le cas avec des demandes d’informations plus standardisées. Les demandes d’entretien ont été adressées par courrier postal ou électronique aux maires de plusieurs communes frontalières en mars et avril 2024. Au total, six entretiens ont été menés avec huit représentant·e·s communaux : deux maires de Sarre, deux maires du département de la Moselle et deux maires du Luxembourg, ainsi que deux adjoint·e·s aux maires de communes françaises chargés des relations frontalières (cf. aperçu des entretiens menés dans le Tableau 1). Tableau 1: aperçu des entretiens menés Abréviation Description de la fonction Date de l’entretien Durée de l’entretien Type de réalisation Langue de l’entretien Ent_LU_1 Maire d’une commune frontalière luxembourgeoise 02/04/2024 01:14 h Présentiel Allemand Ent_LU_2 Maire d’une commune frontalière luxembourgeoise 03/04/2024 01:09 h Présentiel Allemand Ent_DE_1 Maire d’une commune frontalière allemande 16/04/2024 01:00 h Présentiel Allemand, français et francique lorrain Ent_FR_1 Maire d’une commune frontalière française Ent_FR_2 Adjoint·e au maire, chargé·e notamment des relations transfrontalières, d’une commune française
33 Ent_DE_2 Maire d’une commune frontalière allemande 22/04/2024 00:52 h Présentiel Allemand Ent_FR_3 Adjoint·e au maire, chargé·e notamment des relations transfrontalières, d’une commune française 25/04/2024 00:30 h Zoom Français et allemand Ent_FR_4 Maire d’une commune frontalière française 03/05/2024 01:18 h Présentiel Français Ent=entretien ; LU=Luxembourg ; DE=Allemagne ; FR=France ; Source : propre compilation. Les entretiens, d’une durée moyenne de 60 minutes, ont été réalisés en présentiel ou par visioconférence, à la convenance des interlocuteurs et interlocutrices. La langue de l’entretien n’a pas été déterminée en amont. Afin de protéger les personnes interrogées et de préserver leur anonymat, les noms et les communes ne sont pas indiqués. La traçabilité est assurée par l’attribution d’abréviations pour chaque personne interrogée. Les entretiens ont été enregistrés, transcrits et encodés à l’aide du logiciel MaxQDA. L’analyse du contenu a été réalisée selon l’approche de Philipp Mayring (2022). Enquête quantitative – Procédure et analyse Sur la base des impressions recueillies lors des entretiens, un questionnaire a été élaboré pour l’enquête quantitative menée auprès des maires de la région SaarLorLux. Là encore, le contenu du questionnaire est axé sur les aspects présentés qui nous intéressent et peut être divisé en blocs thématiques : considérations générales vis-à-vis de l’Europe et des régions frontalières, relations transfrontalières concrètes de la commune considérée, évaluation des défis, des futurs champs d’action et des effets de la pandémie de Covid19, réflexions et compréhension du rôle des régions frontalières au sein de l’UE et inversement. Le questionnaire a été créé sur la plate-forme soscisurvey.de, où les personnes interrogées pouvaient le remplir en ligne. Un questionnaire adapté au niveau du contenu et de la langue a été mis à disposition en allemand (Sarre), en français (département de la Moselle) et en version bilingue allemand-français (Luxembourg) pour chacune des trois régions considérées. Une enquête exhaustive a été réalisée dans 52 communes de Sarre et 100 communes du Luxembourg. En raison du nombre élevé de communes (725) dans le département de la Moselle, le nombre de maires à interroger a été réduit à l’aide d’une sélection et d’un échantillonnage. Pour ce faire, tous les sièges administratifs des 22 établissements publics de coopération intercommunale (EPCI) ont d’abord été retenus pour l’enquête, pourvu qu’il s’agît de communes d’une certaine importance et ayant un impact sur la politique locale. Dans un deuxième temps, six autres communes ont été choisies par échantillon aléatoire pour chaque EPCI, ce qui donne un total de 1519 communes à prendre en compte dans le département de la Moselle. Le nombre plus élevé de communes contactées en France a été accepté, car les communes françaises sont nettement plus petites que les communes allemandes ou luxembourgeoises et que les personnes qui y travaillent sont des bénévoles, ce qui laissait présager un taux de réponse globalement plus faible. Les maires ont été contactés par voie postale le 10 mai 2024. Des rappels ont été envoyés par courrier électronique le 17 juin 2024, puis par courrier postal le 26 juin 2024. La période d’enquête s’étant terminée le 10 juillet 2024, le questionnaire a été disponible pendant environ deux mois. Le taux de réponse est satisfaisant, avec 56 % pour la Sarre, 37 % pour le département de la Moselle et 40 % pour le Grand-Duché de Luxembourg. La taille de l’échantillon (n) varie en fonction de la question et de l’item. En effet, le questionnaire ne comportait aucun champ obligatoire, il était donc possible de sauter certaines parties. Plusieurs questions ouvertes permettaient de répondre plus longuement. Celles-ci ont été encodées ultérieurement. Certaines citations directes sont reproduites dans l’analyse.10 Les trois enquêtes menées séparément dans les différentes régions partenaires11 permettent dans un premier temps d’analyser les réponses de manière différenciée selon la région. À la fin de l’enquête, les maires 9 Certains EPCI comptent moins de sept communes, ce qui porte le nombre total de représentant·e·s communaux contactés à 151, et non à 154. 10 La nomenclature des abréviations ici utilisée est la suivante : Enq = enquête ; DE=Allemagne ; FR=France ; LU=Luxembourg ; numéro de cas. 11 Il s’agit des régions de la Sarre, du département de la Moselle et du Luxembourg. Pour plus de clarté, des abréviations ont été attribuées aux pays : DE=Allemagne (Sarre) ; FR=France (département de la Moselle) ; LU=Luxembourg ; dans
34 qui le souhaitaient pouvaient indiquer leur code postal. Celui-ci a ensuite été encodé afin de distinguer les communes directement frontalières des autres. Ce faisant, nous avons pu analyser dans quelle mesure la proximité ou l’éloignement géographique de la frontière a une incidence sur les positions et les considérations (cf. Dörrenbächer, 2020). Afin de mettre en évidence les évolutions et les bouleversements au fil du temps, des questions issues du projet précédent (« Sarre-Moselle en tant qu’espace plurilingue d’imprégnation franco-allemande : potentiels et fonctions pour la réalisation des objectifs d’une perspective essentiellement communale ») ont également été intégrées dans l’enquête lorsque leur contenu était pertinent. La première enquête quantitative en ligne a été menée de septembre à décembre 2020 auprès des 52 maires de Sarre et des 110 maires du département de la Moselle12. Les taux de réponse en Sarre et dans le département de la Moselle étaient respectivement de 44 % et de 25 % (Crossey & Weber, 2021, p. 9). Coopération transfrontalière dans des communes de la région SaarLorLux : synthèse des principaux résultats de recherche La synthèse des principaux résultats de recherche ci-après est divisée en plusieurs thématiques. Tout d’abord, l’accent est mis sur les considérations vis-à-vis de l’Europe et des perspectives européennes dans les régions frontalières, y compris du narratif des régions frontalières en tant que laboratoires de l’intégration européenne. Les premières conclusions ainsi tirées sont essentielles pour situer les régions frontalières dans un contexte européen. Les positions fondamentales vis-à-vis du cadre de vie et de travail au sein de la région SaarLorLux et les réflexions sur les effets des frontières nationales au quotidien sont abordées dans un deuxième bloc thématique. Les échanges existants, les champs de coopération et les défis perçus par les communes interrogées sont ensuite examinés dans l’esprit d’un « état des lieux ». Le quatrième domaine thématique met en lumière les effets de la pandémie de Covid-19 dans la région frontalière SaarLorLux, avec ses conséquences à moyen et long terme sur les structures transfrontalières, ainsi que les enseignements tirés de ces expériences. Enfin, les souhaits concernant l’avenir de la coopération transfrontalière dans la région SaarLorLux et en Europe sont analysés. Des interactions entre les régions frontalières et l’Europe sont présentées, à côté d’approches possibles pour développer le statu quo. Considérations vis-à-vis de l’Europe et des perspectives européennes dans les régions frontalières Le lien entre les régions frontalières et les acquis européens est régulièrement mis en avant, notamment dans les déclarations politiques qui adoptent des positionnements en ce sens. Cependant, il convient d’examiner de plus près l’importance que l’on attribue à l’Europe (Pallagst, 2018 ; Reitel et al., 2018) dans le contexte transfrontalier local, au-delà des programmes de financement. Parallèlement, on peut également se demander dans quelle mesure la métaphore du laboratoire, souvent mise en avant par les élites, est reconnue et soutenue au niveau communal (sur la nécessité de faire la distinction entre les perceptions des élites et celles des citoyen·ne·s, cf. Trillo-Santamaría, 2014). Associations avec l’Europe Interrogés sur ce qu’ils associent à l’Europe (cf. Illustration 1), les maires ont fourni des réponses diverses mais dont ressortent de grands axes clairs. Avec 51 codages, le thème des frontières ouvertes et de la liberté de circulation correspondante est le plus souvent cité. L’idée de l’UE en tant qu’ union monétaire et la les graphiques créés, les résultats sont toujours classés selon le schéma Allemagne – France – Luxembourg afin d’assurer une meilleure lisibilité et comparabilité des diagrammes. 12 La sélection et l’échantillonnage ont été effectués selon le même schéma que dans l’enquête réalisée en 2024. Cependant, en 2020, seules cinq communes par EPCI (le siège administratif et quatre autres communes sélectionnées au hasard) avaient été prises en compte. En raison du taux de réponse relativement faible à l’époque, le nombre de communes contactées a été revu à la hausse en 2024.
35 paix en tant que l’une des valeurs clés européennes sont les deuxièmes thèmes les plus fréquemment cités, avec 39 codages chacun. D’autres valeurs explicitement mentionnées, telles que la solidarité et la cohésion ou la liberté , l’ idée de communauté, de partenariat ou de liens amicaux , ainsi que différentes formes de coopération ou d’échange (p. ex. entre nations ou au niveau transrégional) sont souvent citées (entre 20 et 25 fois). Illustration 1 : nuage de mots sur les associations avec l’Europe des maires interrogés Réponses des maires de Sarre, du département de la Moselle et du Grand-Duché de Luxembourg à la question ouverte « Qu’associez-vous spontanément à l’Europe ? », n = 116, plusieurs réponses possibles, réponses encodées. La taille du texte est déterminée par le nombre de codages, les mentions les plus fréquentes sont associées à une taille de police plus grande. Source : propre représentation basée sur https://www.nuagesdemots.fr. Il ressort de ce nuage de mots que la possibilité de franchir librement les frontières nationales au sein de l’espace Schengen est considérée comme une caractéristique essentielle de l’Europe. Les formes de coopération transfrontalière sont également d’une importance centrale pour les maires interrogés. D’autres associations reviennent souvent, notamment les valeurs et les aspects économiques. Les entretiens menés montrent également que l’Europe est synonyme de frontières ouvertes, qui doivent être franchissables librement afin de pouvoir se rencontrer sans difficulté de part et d’autre des frontières (p. ex. Ent_LU_1 ; également Ent_FR_4). En outre, déclarer « aimer » l’Europe et les possibilités qu’elle offre (Ent_FR_4) s’accompagne d’une charge émotionnelle. Cependant, des défis sont également pointés concernant le manque de réglementations communes au sein de l’Union européenne dans des domaines comme la sécurité (Ent_LU_2). Certaines ambivalences se font donc sentir malgré un cadre de base positif. Les laboratoires de l’intégration européenne et l’Europe vécue Qu’en est-il concrètement de la relation entre les régions frontalières et les processus de développement européens ? La Commission européenne justifie le narratif des laboratoires en particulier par le fait que « c’est souvent là [dans les régions frontalières] que sont expérimentées pour la première fois de nouvelles idées et solutions pour l’intégration européenne »13 (Europäische Kommission, 2021, p. 1). Interrogés sur la mesure dans laquelle ils adhèrent à cette affirmation, près de 70 % des maires allemands et près de 80 % 13 Les citations en allemand ont été traduites en français.
36 des maires français et luxembourgeois ont déclaré être tout à fait d’accord ou plutôt d’accord (cf. Illustration 2). Avec respectivement près de 30 % (DE et FR) et 41 % (LU) de personnes tout à fait d’accord, le soutien à ce narratif est certes élevé dans l’ensemble, mais moins généralisé. Illustration 2 : les régions frontalières en tant que laboratoires de l’intégration européenne Source : propre enquête et représentation en 2024. Au vu de cette adhésion plutôt mitigée, on peut se demander dans quelle mesure la métaphore est explicite ou connue des maires de la région SaarLorLux, et dans quelle mesure ils partagent l’idée à l’appui de leur expertise. Les entretiens approfondis révèlent les raisons de cette ambivalence : au-delà de la simple affirmation – « nous sommes vraiment un laboratoire de la question européenne, un terrain d’expérimentation » (Ent_FR_4) – la tentative de « vivre ici sur place de telle manière que l’on perçoive aussi un peu cela comme un rôle de modèle » (Ent_DE_2) est également évoquée, mais il ne faut pas rester en surface : « Ce n’est pas si mal en fait. Il faudrait juste développer, car il ne faut pas s’arrêter à la métaphore. Le laboratoire doit vivre. Il a besoin d’inputs pour pouvoir servir à la recherche. Et la simple observation ne suffit pas. Les États doivent investir un peu pour promouvoir les échanges, je dirais » (Ent_FR_3). Le scepticisme se manifeste par le fait que le « laboratoire européen » ne devrait pas se limiter aux régions frontalières (Ent_DE_1) ou par le fait qu’il induit une certaine discrimination : « Nous ne voulons pas non plus être des citoyens spéciaux ou quelque chose dans ce goût-là » (Ent_FR_2). La réticence résulte principalement de l’excès de restrictions maintenues jusqu’à présent, qui a empêché les régions frontalières d’être considérées comme un « véritable » laboratoire avec des enseignements pour et en Europe : • « Il y a toujours cette frontière, surtout celle des lois. Et ce serait un laboratoire si l’on disait que l’on se donne aussi les moyens de ne pas se contenter de se réunir entre politiciens pour se concerter et essayer de trouver une carte commune, une définition pour l’aménagement et des moyens financiers communs ainsi que des législations et des réglementations communes, mais si l’on pouvait aussi réellement décider ensemble. » (Ent_LU_1) • « Si l’Europe nous considérait vraiment comme des laboratoires, alors elle devrait déjà bien mieux fonctionner. […]. [N]ous parlons de l’Europe, c’est un ensemble de pays où les gens doivent vivre ensemble. Je dis toujours que nous parvenons à vivre ensemble ici, dans un petit espace. Nous vivons l’Europe ici à petite échelle, on doit donc aussi pouvoir la vivre à grande échelle. » (Ent_LU_2) L’idéal et la réalité sont donc (encore) considérés comme partiellement divergents. Si l’on associe dans le même temps l’idée d’un laboratoire, les représentant·e·s communaux interrogés sur le plan quantitatif présentent des taux d’approbation élevés. Si l’on s’appuie sur les fonctions de laboratoire formulées par Bertram et al. (2023, p. 9) pour leur étude dans le contexte transfrontalier germano-tchèque, la proximité (per41% 30% 31% 38% 50% 38% 21% 15% 15% 2% 8% 4% 8% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% LU (n=34) FR (n=54) DE (n=26) tout à fait d’accord plutôt d’accord plus ou moins d’accord plutôt pas d’accord pas du tout d’accord je ne sais pas La Commission européenne qualifie les régions transfrontalières de « laboratoires vivants de l’intégration européenne », car « c’est souvent là que sont expérimentées pour la première fois de nouvelles idées et solutions pour l’intégration européenne ». Dans quelle mesure êtes-vous d’accord avec cette affirmation ?
37 sonnelle) agit également dans l’espace frontalier SaarLorLux comme un incubateur d’idées, une « expérimentation » axée sur les problèmes du quotidien (p. ex. accords sur la santé, projets transfrontaliers de transports en commun), la coopération dans la zone frontalière permet d’apprendre du voisin, les régions frontalières apprennent également les unes des autres ( best practice ) et la coopération innovante et ses résultats augmentent la visibilité de la région frontalière (p. ex. au niveau national). Dans l’analyse commune des trois régions partenaires, le taux cumulé des réponses « très importante » et « plutôt importante » pour qualifier la fonction de laboratoire atteint plus de 80 %, et se situe ainsi légèrement au-dessus de celui de l’enquête menée auprès des parties prenantes dans la région frontalière germano-tchèque. Des effets et impacts positifs spécifiques à la région frontalière sont donc perçus. L’Europe vécue dans les régions frontalières La distinction entre la région frontalière concrète et une Europe parfois un peu plus vague et abstraite se manifeste également ou persiste lorsque l’on examine l’affirmation suivante selon laquelle, du point de vue de la Ministre-Présidente de la Sarre, Anke Rehlinger, l’Europe est « très concrète » dans la Grande Région. Le taux d’approbation est sans conteste élevé (cf. Illustration 3), mais seuls 52 % sont « tout à fait d’accord » côté luxembourgeois. Le fait que l’Europe soit vécue au niveau transfrontalier n’est pas partagé sans réserve par tous. Illustration 3 : les régions frontalières en tant qu’Europe « vécue » Source : propre enquête et représentation en 2024. Les entretiens menés indiquent que la vie transfrontalière s’est peu à peu établie pour devenir la norme. L’Europe est « vécue » de cette manière, sur la base des acquis de l’idée européenne (cf. également Brodowski et al., 2023), mais ce quotidien n’est pas nécessairement présent en permanence en tant qu’acquis de l’UE. Un exemple illustre concrètement les réalités de la vie transfrontalière d’aujourd’hui (Ent_LU_2) : « Nos chemins de randonnée traversent la région de toutes parts. Ils forment des boucles à travers le Luxembourg, la France et l’Allemagne. Notre piste cyclable, [...] oui, si vous allez à [village X], [alors vous] revenez par la piste cyclable du côté allemand. C’est toujours le Luxembourg, puis le côté allemand et retour. Dans l’autre sens, on peut aussi aller jusqu’à Trèves à vélo. Certains passent par le côté allemand, d’autres par le côté luxembourgeois. Tout est imbriqué. Cela ne fonctionnerait pas autrement. C’est ancré dans la tête des gens. […]. [D]ans une région comme celle-ci, où les gens vivent vraiment côte à côte : les boulangers ne sont pas ouverts ici le dimanche, tout le monde le sait et va là-bas, de l’autre côté du pont, où on trouve tout. Nous n’avons pas de distributeur de pizzas ou de viande ici, parce que nous savons qu’il y en a un à 52% 38% 32% 35% 38% 44% 10% 13% 8% 3% 10% 8% 2% 8% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% LU (n=31) FR (n=48) DE (n=25) tout à fait d’accord plutôt d’accord plus ou moins d’accord plutôt pas d’accord pas du tout d’accord je ne sais pas Dans une déclaration gouvernementale en janvier 2023, la Ministre-Présidente de la Sarre, Anke REHLINGER, a déclaré : « Si ‹ Bruxelles ›, en tant que symbole de l’Union européenne, semble souvent une entité abstraite, ici, dans la Grande Région, l’Europe est très concrète. C’est ici que se trouvent les points de jonction du rapprochement. C’est ici que l’Europe est vécue. » Dans quelle mesure êtes-vous d’accord avec cette affirmation ?
38 [village Y]. Nos habitant·e·s le savent, nous devons communiquer en conséquence, donc c’est ce que nous faisons. Mais oui, c’est du vécu. » En revanche, lorsqu’il s’agit concrètement de l’Europe et plus précisément de l’Union européenne, les défis suivants sont évoqués : dans les régions frontalières, les pompiers s’entraident en cas d’urgence, « quoi qu’il arrive » (Ent_DE_1), mais il n’y a pas de sécurité juridique pour l’assistance apportée (voir aussi Schäfer, 2025). Cinq ans après le début de la pandémie de Covid-19, on se souvient en particulier de l’action non coordonnée en matière de protection des frontières (cf. not. Weber et al., 2021 ; Wille & Kanesu, 2020) : « car fermer la frontière dans l’Europe vécue » (Ent_DE_1) est considéré comme une erreur. L’attachement à l’Europe L’attachement à l’Europe est néanmoins fort (Illustration 4). Les résultats de l’enquête montrent une position globalement positive à l’égard de cet attachement. Ainsi, l’estimation de Rehm et al. (2024) selon laquelle il n’existe pas de corrélation forte entre le fait de vivre dans une région frontalière et l’intensité de l’attachement à l’Europe peut être remise en question. Avec 48 % (très attaché·e), c’est à nouveau au Luxembourg que l’attachement est le plus explicite. L’extrait d’un entretien offre une explication à ce sujet (Ent_LU_2) : « Eh bien, je peux seulement vous dire qu’au Luxembourg, nous savons ... je le sais aussi, que sans l’Europe, le Luxembourg n’existerait pas ou ne fonctionnerait pas comme il le fait. Donc, nous savons que nous avons besoin de l’Europe. » Ces résultats peuvent être comparés avec ceux de l’enquête Eurobaromètre de 2023 (European Commission, 2024) : seules 68 % des personnes interrogées en Allemagne (n=1527), 60 % en France (n=1025) et 85 % au Luxembourg (n=503) se sentent très attachées ou attachées à l’Europe, ce qui signifie que les estimations sont globalement plus frileuses que dans la région frontalière SaarLorLux (très attaché·e et attaché·e dans les trois régions au-dessus de 89 %, Illustration 4). Illustration 4 : attachement à l’Europe Source : propre enquête et représentation en 2024. La situation géographique des communes devient une variable déterminante lorsqu’il s’agit de l’attachement à l’Europe (Illustration 5) : si l’on fait une distinction entre les communes situées directement à la frontière avec le ou les pays limitrophes et les autres communes, il apparaît que 56 % des représentant·e·s des communes frontalières expriment un attachement très fort. 22% 39% 48% 74% 50% 50% 4% 7% 3% 4% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% DE (n=27) FR (n=56) LU (n=40) Dans quelle mesure vous sentez-vous attaché·e à l’Europe ? très attaché·e attaché·e pas très attaché·e pas du tout attaché·e je ne peux pas le dire
39 Illustration 5 : attachement à l’Europe des communes frontalières par rapport aux communes non frontalières Source : propre enquête et représentation en 2024. En résumé, il ressort clairement que les maires interrogés associent l’Europe aux frontières ouvertes de l’espace Schengen, mais qu’à l’inverse, le transfrontalier au quotidien n’est pas systématiquement associé dans une mesure comparable à l’Europe ou à l’UE. La situation géographique joue un rôle particulièrement important, avec des évaluations plus positives de l’attachement à l’Europe pour les communes situées à proximité immédiate de la frontière. Considérations sur la vie dans la région frontalière Les explications précédentes suggèrent l’importance de la proximité géographique avec le pays voisin, qui sera abordée plus en détail ci-après. Après des références plutôt européennes, nous nous concentrerons sur la vie et le travail dans la région frontalière SaarLorLux du point de vue des représentant·e·s communaux et nous mettrons l’accent sur les avantages de la situation géographique, mais aussi sur les défis rencontrés. La situation frontalière est-elle considérée comme déterminante ou ne joue-t-elle aucun rôle majeur dans le quotidien ? Dans quelle mesure la situation dans la région frontalière est-elle un avantage ou un inconvénient ? Quel effet/quelle fonction associe-t-on au fait de vivre à la frontière d’un État national ? Estce plutôt un facteur d’union ou de division ? Attachement à la région frontalière À l’instar de l’attachement à l’Europe, nous avons posé la question de l’attachement à la région frontalière (Illustration 6) et obtenu un résultat très prévisible ainsi qu’un résultat surprenant : les représentant·e·s des communes françaises en particulier se sentent très attachés à la région frontalière, ce qui peut s’expliquer, entre autres, par des liens étroits en matière de travail et d’achats. En revanche, les taux d’approbation du côté luxembourgeois sont relativement mitigés et inférieurs à ceux concernant l’attachement à l’Europe (Illustration 4), sans qu’il y ait une explication immédiate à ce sujet. Des analyses plus approfondies sont nécessaires. Les deux entretiens avec des maires luxembourgeois révèlent une position très positive et un fort attachement vis-à-vis de la région frontalière. Cependant, l’Europe ou la région frontalière ne sont logiquement pas les seules références possibles : dans les trois régions partenaires, nous avons constaté que les taux d’attachement les plus élevés concernaient le lieu de résidence (entre près de 80 % et plus de 90 % se sentent très attachés à leur lieu de résidence). Le sentiment d’attachement régional est plus fort en Allemagne (63 %) et en France (57 %) qu’au Luxembourg (46 %), l’attachement à son propre pays est plus élevé en France et au Luxembourg (plus de 75 % sont très attachés) que dans l’Allemagne fédérale (52 % sont très attachés). 56% 32% 41% 64% 4% 3% 1% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Commune frontalière (n=27) Pas de commune frontalière (n=75) Dans quelle mesure vous sentez-vous attaché·e à l’Europe ? très attaché·e attaché·e pas très attaché·e pas du tout attaché·e je ne peux pas le dire
40 Illustration 6 : attachement à la région frontalière Source : propre enquête et représentation en 2024. C’est là que la situation géographique des communes entre en jeu : les communes qui sont directement limitrophes d’un des pays voisins présentent un attachement plus étroit que la moyenne avec la région frontalière (Illustration 7) : 67 % des représentant·e·s des communes frontalières se sentent très proches de la région frontalière – space matters . Illustration 7 : attachement à la région frontalière des communes frontalières par rapport aux communes non frontalières Source : propre enquête et représentation en 2024. Importance de la proximité de la frontière Dans quelle mesure la proximité avec le pays voisin est-elle considérée comme déterminante dans l’attachement à la région frontalière ? Dans la première enquête menée en Sarre et en Moselle en 2020, les représentant·e·s communaux avaient déjà été invités à s’exprimer sur le sujet et des différences notables entre les deux pays étaient apparues. La proximité était considérée comme « très importante » dans le département de la Moselle (44 %), soit deux fois plus qu’en Sarre (22 %) (Illustration 8). 30% 45% 23% 59% 44% 62% 7% 11% 15% 4% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% DE (n=27) FR (n=55) LU (n=39) Dans quelle mesure vous sentez-vous attaché·e à la région frontalière ? très attaché·e attaché·e pas très attaché·e pas du tout attaché·e je ne peux pas le dire 67% 28% 26% 61% 7% 9% 1% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Commune frontalière (n=27) Pas de commune frontalière (n=75) Dans quelle mesure vous sentez-vous attaché·e à la région frontalière ? très attaché·e attaché·e pas très attaché·e pas du tout attaché·e je ne peux pas le dire
41 Illustration 8 : importance de la proximité avec le pays voisin en 2020 Source : propre enquête et représentation en 2024. En 2024, on note une progression de l’évaluation « très importante » en Sarre, qui passe à 33 %, un recul à 31 % en Moselle, suivie par le Luxembourg avec 26 % (Illustration 9). Les réponses sont justifiées dans les textes libres par la quotidienneté et la normalité des passages de frontières p. ex. : « Nous pratiquons tous les jours cette appartenance par la proximité de nos voisins. Travail, commerce, tourisme » (Enq_FR_24). Le marché du travail transfrontalier devient un facteur central, le pouvoir économique et le pouvoir d’achat des pays voisins sont également mis en avant de manière positive, mais les dépendances qui en découlent sont également abordées. En outre, les possibilités touristiques et culturelles font partie de l’évaluation positive, notamment : « L’expérience de la frontière est un enrichissement culturel » (Enq_DE_7). En ce qui concerne les réponses côté français, on peut supposer que les effets de la pandémie de Covid-19, avec le renforcement des contrôles aux frontières par l’Allemagne, sont une cause possible de ce recul (cf. aussi Freitag-Carteron, 2021). Illustration 9 : importance de la proximité avec le pays voisin en 2024 Source : propre enquête et représentation en 2024. Comme on pouvait s’y attendre à la lumière des différenciations précédentes, l’évaluation de la proximité varie très fortement lorsque l’on distingue ici aussi les communes frontalières et les communes non frontalières (Illustration 10). En 2020 comme en 2024, environ trois quarts des communes frontalières considèrent la proximité comme très importante, contre 17 % pour les communes qui ne sont pas situées directement à la frontière. Ces dernières ont rendu des évaluations plus mitigées en 2024 qu’en 2020. 22% 44% 26% 41% 35% 11% 13% 4% 4% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% DE (n=23) FR (n=27) Selon vous, quelle est l’importance de la proximité de l’Allemagne/de la France pour votre commune (2020) ? très importante plutôt importante plus ou moins importante plutôt peu importante pas du tout importante je ne sais pas 26% 31% 33% 13% 33% 15% 33% 27% 37% 23% 5% 11% 5% 4% 4% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% LU (n=39) FR (n=55) DE (n=27) Selon vous, quelle est l’importance de la proximité de l’Allemagne/de la France/du Luxembourg pour votre commune (2024)? très importante plutôt importante plus ou moins importante plutôt peu importante pas du tout importante je ne sais pas
48 Régression, impulsion ou ni l’un ni l’autre ? En termes simples, la question fondamentale est de savoir si la pandémie est plutôt considérée comme une régression ou comme une impulsion pour la future coopération transfrontalière. En fin de compte, une crise pourrait donc aussi être considérée comme une opportunité (Dittel & Weber, 2024b ; Theis, 2021). En 2024, les représentant·e·s communaux considèrent que la pandémie est moins une impulsion qu’une régression (Illustration 14). C’est dans le département de la Moselle que l’optimisme est encore le plus marqué. Sur cette question, il n’y a pas non plus de différence significative entre les communes frontalières et les communes non frontalières. Illustration 14 : la pandémie de Covid-19, régression ou impulsion ? Source : propre enquête et représentation en 2024. Comment expliquer et situer ce résultat ? Les maires justifient le fait qu’ils considèrent en partie la pandémie comme une « régression » par les restrictions mises en place à la frontière et leurs effets, qui persistent dans les esprits p. ex. : « Alors c’est comme ça. Je n’étais pas non plus content·e des Allemands. C’était vraiment intimidant quand je voulais rendre visite à mes beaux-parents et qu’ils étaient là, à la frontière, avec leurs mitrailleuses » (Ent_LU_1). De manière générale, les contrôles renforcés aux frontières, ainsi que la fermeture temporaire de certains postes-frontières, sont qualifiés dans les textes libres de « fermetures des frontières », ce qui souligne comment celles-ci ont été perçues. Parallèlement, la réaction initiale de cloisonnement, qui allait à l’encontre de la réalité de la vie dans la région frontalière, est critiquée. Dans ce contexte, les répercussions sur les frontaliers et frontalières constituent un aspect particulier. L’action était clairement contraire à l’idée européenne, comme l’a souligné un maire luxembourgeois (Ent_LU_2) : « Quand on parle [de] l’Europe et qu’on voit qu’il n’y a qu’une rivière de 50 mètres de large, voire rien du tout, et qu’on agit différemment, cela ne fédère pas une région. Et du coup, les gens pensent différemment. Il serait donc absolument nécessaire d’harmoniser bien plus de choses officiellement. Parce que je pense que dans nos mentalités ou dans nos organisations ou dans ce que nous faisons, l’harmonie est plus grande que sur un bout de papier officiel. C’est comme ça, c’est tout. » Les maires du département de la Moselle interrogés font également état de ressentiments parfois enflammés qui ont laissé des traces durables : « Étranger, reste chez toi ! » (Enq_FR_8). Les maires luxembourgeois, en particulier, ont évoqué le défi que représente l’arrêt ou le ralentissement des contacts et de la dynamique de la coopération transfrontalière en raison de la pandémie. En conséquence, les coopérations ont dû être relancées après la fin de la pandémie, sachant que de leur point de vue, les dynamiques de ces nouveaux départs n’atteignent pas le niveau d’avant la pandémie : « Avant la pandémie, il y avait des rencontres régulières entre des communes de ma région et des communes françaises voisines. Après la fin de la pandémie, il a été parfois difficile de reprendre là où on s’était arrêté. Il a fallu recommencer à zéro sur de nombreux points, ce qui n’a pas toujours été possible jusqu’à aujourd’hui, et ce bien que les frontières entre la France et le Luxembourg n’aient jamais été fermées » (Enq_LU_11). En ce qui concerne les enseignements, on trouve également des considérations cri36% 48% 43% 52% 26% 39% 12% 26% 18% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% DE (n=25) FR (n=42) LU (n=28) La pandémie de Covid-19 a-t-elle eu plutôt un effet de régression ou d’impulsion pour la coopération transfrontalière dans la région SaarLorLux ? régression ni l’une ni l’autre impulsion je ne sais pas
49 tiques comme celle ci-après, qui s’interroge sur la résilience : « J’ai le sentiment que, quelle que soit la nouvelle pandémie qui pourrait se présenter, on agirait de la même manière dans les hautes sphères. De manière ad hoc, sans réfléchir » (Ent_FR_3). La neutralité sur la question de la régression ou de l’impulsion est justifiée par la levée des restrictions, le retour à la normale et l’absence d’impact à long terme de la pandémie : « Je pense qu’on est sensibilisé, qu’on sait ce qu’on fait. Mais je dirais que l’on ne voit pas de grand changement pour l’instant » (Ent_DE_2). Par la mise en évidence des interdépendances, la pandémie s’est avérée pénalisante sur le moment, mais est considérée comme un enseignement positif à long terme qui laisse espérer leur prise en compte à l’avenir. La pandémie a été considérée par quelques maires interrogés aussi comme une impulsion, car elle a montré la nécessité d’une action commune. Elle a fait prendre conscience du besoin de coordination. Le principal enseignement est qu’il faut à l’avenir éviter de fermer les frontières. La solidarité et la coopération avaient déjà été évaluées positivement pendant le pic de la pandémie (cf. également European Parliament, 2021, p. 64), par exemple avec le centre de test Covid-19 franco-allemand au poste-frontière de la Brême d’Or et l’échange dans le domaine de la santé : « Il y a eu aussi des choses positives, comme le grand centre de test à la Brême d’Or. Il ne faut pas toujours tout voir en noir ou en négatif. Il y a aussi de bonnes choses et ce centre en était une » (Ent_FR_1). Solidarité et conviction européenne Pendant la pandémie de Covid-19, la gestion de crise sociopolitique dépendait directement de décisions prises au niveau national et n’a que partiellement été coordonnée au niveau européen. Les maires de Sarre, de Moselle et du Luxembourg considèrent la première phase de la pandémie de ce point de vue comme une « période éprouvante sur le plan émotionnel » à des degrés comparables et donc de manière transversale pour les trois régions partenaires (Illustration 15). C’est précisément dans de telles périodes qu’un soutien mutuel et une solidarité transfrontalière sont nécessaires (70 % sont tout à fait d’accord). Il s’agit non seulement d’une conviction européenne, mais aussi d’un avantage très pratique pour une région frontalière aussi imbriquée. L’affirmation selon laquelle les régions frontalières sont les « parents pauvres » des États nationaux recueille un peu moins d’adhésion, mais 42 % des personnes interrogées sont tout à fait d’accord avec elle. Pour les maires, le maintien de l’ouverture sans restriction des frontières en temps de crise est une évidence, tout comme l’entraide au-delà des frontières nationales, ce qui témoigne de facettes concrètes d’une « Europe vécue ». Illustration 15 : considérations sur la pandémie de Covid-19 Source : propre enquête et représentation en 2024. 58% 42% 70% 58% 27% 28% 25% 31% 8% 22% 4% 7% 5% 8% 4% 2% 1% 1% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% En tant qu’Européen(ne) convaincu(e), les premières semaines et les prem. mois de la pandémie ont été une période éprouvante sur le plan émotionnel, car ici, à la … Les régions frontalières sont encore aujourd’hui les parents pauvres politiques des priorités des États nationaux, comme l’a montré le début de la pandémie de Covid-19. (n=101) Dans les situations de crise, il faut un soutien mutuel et une solidarité transfrontalière. (n=110) Les plaidoyers en faveur de la suppression des contrôles aux frontières n’étaient pas seulement le fruit d’une convict. europ.. Il s’agissait notamment du fait que la rég. dans … La pandémie de Covid-19 a temporairement remis en cause l’ouverture des frontières et a représenté un défi majeur pour les régions frontalières. Dans quelle mesure êtes-vous d’accord avec ces affirmations ? tout à fait d’accord plutôt d’accord plus ou moins d’accord plutôt pas d’accord pas du tout d’accord je ne sais pas
50 L’avenir de la coopération transfrontalière et ses contributions à l’Europe La dernière partie du présent document est consacrée à l’avenir de la coopération transfrontalière du point de vue des communes et à ses contributions potentielles au développement européen. Quelles sont les possibilités envisagées par les représentant·e·s communaux interrogés pour renforcer la coopération transfrontalière dans l’Europe vécue ? Besoins d’amélioration et d’adaptation L’enquête quantitative et les entretiens approfondis révèlent six domaines dans lesquels des besoins d’amélioration et d’adaptation ont été identifiés : éducation et langues, réduction des obstacles bureaucratiques, renforcement des compétences communales, renforcement de la proximité avec la population, procédures pragmatiques et « une attitude de facilitation » de la coopération transfrontalière (cf. Illustration 16). Illustration 16 : aperçu des améliorations et des adaptations nécessaires Source : propre aperçu et représentation en 2025. De manière générale, les maires allemands et français mentionnent notamment les thèmes de l’éducation et des langues (cf. p. ex. aussi Crossey & Weber, 2021, p. 14-15) : « favoriser l’apprentissage des langues pour couper les barrières linguistiques » (Enq_FR_33), p. ex. via des « échanges scolaires » (Enq_FR_24). À cela s’ajoutent, par exemple, des cours de langue pour le personnel administratif (Enq_DE_28) et une mise en œuvre plus cohérente des objectifs de la stratégie France de la Sarre. Cette dernière est parfois perçue comme manquant de cohérence : « un programme d’études contraignant est nécessaire », avec un enseignement du français continu et ambitieux (Enq_DE_3). Le développement de la stratégie France en 2025 va dans ce sens (Landesregierung des Saarlandes, 2025). Un deuxième thème très dominant est celui de la « facilitation » de la coopération transfrontalière par des simplifications avec la « réduction des obstacles bureaucratiques dans de nombreux domaines très concrets » (Enq_DE_29) et la « simplification des procédures » (Enq_LU_35). Deux citations tirées des entretiens illustrent l’urgence de cette question tant d’un point de vue général que spécifiquement pour le projet : • « Pour d’autres choses, c’est trop compliqué et c’est là que je me demande pourquoi ? Et pourquoi toujours faire autant de problèmes ? On pourrait peut-être envisager de faire un test avec certaines choses ici ou en Moselle-Est et en Sarre à certains endroits [...]. Et on verra comment ça se passe, si ça marche. Et plus tard, on pourra peut-être modifier les lois ou voir comment le faire. » (Ent_FR_1) • « Les projets Interreg sont une bonne chose, mais la charge administrative est beaucoup trop élevée. » (Enq_LU_37)
51 La possibilité de principe d’adapter les dispositions juridiques et administratives inscrite dans le Traité d’Aixla-Chapelle (Bundesrepublik Deutschland & Französische Republik 2019, chap. 5, art. 13 (2)) – mot-clé « clause expérimentale » (Frey & Müller, 2023) – offre une base pour expérimenter des simplifications, qui ne pourraient cependant être « que difficilement mises en œuvre dans des cas concrets réels » (Enq_DE_17). Par conséquent, les obstacles persistent. Des réflexions sont en cours (Dittel et al., 2024, p. 36) dans le cadre de la discussion sur les analyses d’impact transfrontalier et la vérification sur place des effets des nouvelles lois. Il s’agit de les mettre en pratique. Le renforcement des compétences communales joue également un rôle important d’un point de vue local. Dans l’enquête quantitative, 86 % des personnes interrogées dans les trois régions partenaires sont « tout à fait d’accord » ou « plutôt d’accord » avec l’affirmation selon laquelle il faut renforcer les compétences régionales et communales. Souvent, les obstacles viennent de niveaux supérieurs et pourraient être éliminés si les communes disposaient d’une plus grande marge de manœuvre : « Il y a toujours quelqu’un pour dire : ‹ Non, ça ne va pas. On ne peut pas faire ça. › […]. Normalement, tout devrait fonctionner, tout devrait être simple, mais ce n’est pas le cas. […]. Tout ce que les communes sont autorisées à décider elles-mêmes se passe sans accroc. Et sans faire de vagues. Mais dès qu’il faut obtenir une autorisation pour quelque chose, [ça se complique] » (Ent_FR_1). Du point de vue des maires, ce sont les communes qui, grâce à leurs compétences et à leur expérience, pourraient davantage agir : « Le principe est le suivant : plus la commune a de compétences, plus c’est facile. En principe. Bien sûr, je suis conscient·e qu’il faut respecter certaines compétences. Mais l’idée de base est la suivante : plus les communes ont de compétences, plus il est facile de mettre en œuvre et de régler les choses. On le voit très bien lors [d’une fête transfrontalière], car ce sont précisément les communes qui sont responsables » (Ent_FR_2 ; également Enq_DE_4). Dans ce contexte, il faudrait « plus de lobbying au niveau national » (Enq_DE_29), c’est-à-dire dans les capitales : « Il faut que la voix des élus locaux soit entendue au niveau central : BERLIN, PARIS, ... » (Enq_FR_14). Parallèlement, il apparaît indispensable d’améliorer les ressources financières ou de les renforcer, ainsi que les ressources en matière de personnel en faveur du développement, de la mise en œuvre et de la gestion de projets (Ent_DE_2 ; Ent_FR_3 ; cf. également Dittel et al., 2024, p. 39-41). La coopération et les échanges transfrontaliers peuvent également profiter d’une plus grande proximité avec la population. Il faut des « résultats concrets sur le terrain » (Enq_DE_3). Cela vaut en fin de compte pour « tous les domaines qui touchent le quotidien des gens » (Enq_FR_6). Les transports publics/la circulation, la santé, la formation professionnelle transfrontalière et le développement durable/la protection de la nature/l’utilisation des ressources figurent parmi les exemples concrets cités. La nécessité d’agir doit être communiquée encore plus fortement aux niveaux supérieurs, en tenant compte des compétences en vigueur : « Au niveau du pays, au niveau de nos ministères, il faudrait beaucoup plus d’initiatives pour simplifier la vie quotidienne. Les citoyen·ne·s font beaucoup de choses entre eux, les associations aussi, les organisations, les entreprises, tous. Mais dans les textes de loi ou dans les textes officiels eux-mêmes, on trouve peut-être une phrase qui peut être interprétée de manière très large » (Ent_LU_2). Sur place, on peut obtenir des engagements appropriés par des réunions encore plus régulières ainsi que par une « intensification et une amélioration des échanges communs » (Enq_LU_16), associés à une meilleure connaissance du voisin et de ses systèmes politiques (cf. également Dittel et al., 2024, p. 36-38). Les besoins d’amélioration et d’adaptation systématisés jusqu’à présent du point de vue communal permettent de définir les procédures pragmatiques souhaitées : « Quel que soit le sujet, je vois surtout une charge administrative. Que tout soit fait de manière plus simple, moins bureaucratique et plus conviviale. Où l’on se dit simplement : qu’est-ce qui facilite la vie sur place ? Et nous ne rendons pas les choses inutilement compliquées et nous voulons les mettre en œuvre. Nous aurions des solutions. Nous dirions comment nous faisons. Sans complications » (Ent_DE_1). Il s’agit donc d’une action axée sur la facilitation, comme ce fut le cas pendant un certain temps lors de la première phase de la pandémie de Covid-19, lorsque des solutions ont été recherchées et trouvées au-delà des réglementations rigides. Cela pourrait p. ex. permettre la mise en place d’un corridor sanitaire (Ent_FR_4). Enfin, on constate le souhait d’une « attitude de facilitation » fondamentale envers la coopération transfrontalière : « Il ne devrait plus y avoir de domaine où la coopération transfrontalière n’est pas possible, dans la mesure où elle est souhaitée par la population, les communes ou les gouvernements régionaux »
52 (Enq_LU_11). Au lieu de chercher des objections, il faudrait plutôt consacrer toute son énergie à la recherche de réglementations qui tiennent compte de la vie quotidienne transfrontalière et qui font des régions frontalières de véritables laboratoires européens. Contribution des régions frontalières au développement de l’Union européenne Ce sous-chapitre a jusqu’à présent porté principalement sur la région frontalière elle-même. Quelle contribution les régions frontalières peuvent-elles apporter au développement de l’UE du point de vue communal ? Tout d’abord, c’est une « quotidienneté européenne » qui est vécue sur place. Depuis 1995, les frontières ne sont plus perçues au quotidien dans la région SaarLorLux. Au contraire, leur franchissement a ouvert de nombreuses possibilités très concrètes : « Dans les régions frontalières, l’idée européenne, ses objectifs et ses projets sont mis en œuvre de manière parfois modeste, mais très concrète et moins abstraite. Dans la région frontalière, il existe le marché du travail de la Grande Région, des écoles communes, des projets transfrontaliers de services publics, etc. Malheureusement, cela est souvent considéré comme allant de soi et n’est plus toujours associé à l’unification européenne » (Enq_LU_11). En ce sens, l’Europe est vécue au quotidien (Enq_LU_22). 84 % des maires interrogés sont tout à fait ou plutôt d’accord avec l’affirmation selon laquelle ils vivent « l’idée européenne à petite échelle ». La région frontalière devient une zone de transition entre pays ayant des mentalités similaires, des préoccupations identiques, des racines historiques communes, ce qui en fait des « points de jonction » (Enq_FR_27) : « Elles font se rencontrer les populations, elles font se développer les amitiés, les liens » (Enq_FR_14). La coopération et le rapprochement, qui sont également des objectifs européens, sont mis en œuvre dans les régions frontalières : « C’est justement la création d’espaces de rencontre qui rassemble les gens au-delà des frontières, sans pathos » (Enq_DE_4). Outre les similitudes, certaines différences et divergences peuvent également avoir un effet positif, à commencer par l’Europe à petite échelle : « Dans les régions frontalières, les différents systèmes et règlements nationaux se rencontrent, tout comme les traditions sociales et culturelles. De nombreuses frontières en Europe sont des zones d’interdépendance transfrontalières, dans lesquelles les avantages et les problématiques de ces points de jonction sont évidents. Les expériences faites ici sont une impulsion importante pour le développement européen » (Enq_DE_17). En rapprochant les gens, on peut générer des effets positifs pour l’UE, de l’avis général (Enq_DE_11 ; Enq_LU_6). Ces avantages concernent également p. ex. le développement économique européen : les acquis européens liés à l’accord de Schengen ont fait de la Grande Région avec ses frontaliers et frontalières le plus grand marché du travail transfrontalier de l’UE, dont la population lorraine profite tout particulièrement (Enq_FR_33 ; cf. Nienaber et al., 2023). Cela s’accompagne d’un déséquilibre perçu par certains, qui témoigne de défis européens : « Le problème de la Grande Région, c’est que ce n’est pas un espace d’intégration, voire notamment les différences salariales, fiscales, sociales avec le Luxembourg. Les frontaliers contribuent à la richesse du Grand-Duché et les collectivités où ils résident n’en profitent pas, au contraire elles subissent toutes les externalités » (Enq_FR_28). Ces défis et d’autres similaires doivent être pris en compte, pris au sérieux et traités. Du point de vue des décideurs et décideuses communaux, les régions frontalières pourraient et devraient jouer un « rôle exemplaire » et servir de « région modèle pour la grande Europe » : « ce qui fonctionne à petite échelle peut aussi réussir à grande échelle. Les amitiés transfrontalières constituent le fondement d’une coopération transfrontalière durable. Montrer par des projets concrets que l’Europe en vaut la peine ! » (Enq_DE_16). 85 % des maires interrogés sont tout à fait d’accord ou plutôt d’accord avec le fait que la coopération transfrontalière est « un moteur pour le développement de l’Union européenne », 87 % y voient une « fonction symbolique pour le processus d’unification européenne dans son ensemble ». Après tout, ce sont les régions frontalières qui incarnent « les valeurs de l’Europe » (Enq_LU_13). Au-delà de l’idée de laboratoire, les régions frontalières deviennent ainsi un « terrain d’expérimentation de la convergence » (Enq_DE_29) ou du « vivre ensemble en Europe » (Enq_FR_18 ; similaire à l’exemple Enq_LU_9 ; Ent_LU_1), ce qui pourrait faire avancer le développement futur de l’UE.
53 Conclusion : coopération transfrontalière et dynamisation de l’Europe au niveau local La région SaarLorLux fait partie des régions frontalières d’Europe qui, à la lumière des rapprochements postérieurs à 1945, peuvent déjà se prévaloir de plusieurs décennies de développement de relations, d’institutions et de projets transfrontaliers (cf. également Lorig et al., 2016 ; Weber & Dörrenbächer, 2022 ; Wille, 2015). Il n’est donc pas surprenant qu’elle soit volontiers considérée comme un « modèle » pour d’autres régions d’Europe, où la coopération s’est intensifiée, entre autres, depuis la chute du rideau de fer. En même temps, comme indiqué, certains problèmes persistent ici aussi et font obstacle à un approfondissement de la coopération. La pandémie de Covid-19 a mis en lumière, d’une part, la diversité des interdépendances transfrontalières (Weber et al., 2021) et, d’autre part, les obstacles. Rétrospectivement, la crise a également servi de « terrain d’essai », montrant qu’il est en principe possible de mettre en œuvre un renforcement des contrôles aux frontières en Europe. Le récent renforcement des contrôles aux frontières dans l’espace Schengen pourrait conforter cette interprétation. Comme le montrent nos résultats, ce sont précisément les frontières ouvertes, associées à la paix, à l’union monétaire et à la solidarité/cohésion, qui, du point de vue des maires interrogés en Sarre, dans le département de la Moselle et au Grand-Duché de Luxembourg, constituent les piliers centraux de l’Europe. Le fait que les régions frontalières ne soient pas davantage perçues comme des « laboratoires de l’intégration européenne » n’est pas lié à un rejet plus fort de cette idée, mais aux restrictions persistantes qui font encore obstacle à un « véritable laboratoire ». L’idéal et la pratique doivent être davantage harmonisés. L’attachement à l’Europe est fort et l’idée d’une Europe vécue dans un contexte transfrontalier est largement partagée, en particulier dans les communes frontalières. Dans le même ordre d’idées, l’attachement à la région frontalière est également marqué, ici aussi en particulier dans les communes frontalières. Malgré un léger recul par rapport à 2020, la proximité avec les pays voisins et la frontière nationale est toujours considérée en 2024 par un grand nombre de personnes interrogées comme un cordon de soudure plutôt qu’une ligne séparation. Nous constatons également dans les textes libres et les entretiens approfondis que la pandémie de Covid-19 a laissé des traces qui n’ont pas encore été effacées. Les nombreux contacts avec les communes des pays voisins ainsi que les structures formelles et informelles témoignent en même temps des échanges transfrontaliers vécus. Il est difficile d’en faire plus en raison de différents défis, notamment les autres tâches courantes, les obstacles bureaucratiques, les ressources financières et humaines insuffisantes ou inégalement réparties, mais aussi les barrières linguistiques, ces dernières concernant les parties allemandes et françaises. Avec le recul, la pandémie de Covid-19 a eu un effet moins stimulant que ce que l’on espérait. L’action pragmatique, qui avait temporairement repris le dessus, a de nouveau cédé la place à l’immobilisme face aux obstacles bureaucratiques, ce qui interroge sur la mesure dans laquelle la région frontalière se révélerait résiliente en cas de nouvelle crise, de quelque nature que ce soit. Dans le même temps, la pandémie reste gravée comme une période où la solidarité locale a été mise en pratique. Pour la coopération transfrontalière de demain, les décideurs et décideuses communaux souhaitent plus d’engagement dans les domaines de l’éducation et des langues, une réduction des obstacles bureaucratiques avec des procédures pragmatiques ainsi qu’un renforcement des compétences communales et de la proximité avec la population, l’objectif global étant de permettre une coopération transfrontalière dans tous les domaines. L’Europe, et plus particulièrement l’UE, deviennent les symboles d’une coopération vécue, qui peut être mise en pratique de manière exemplaire dans un cadre transfrontalier, non pas comme une évidence, mais comme une perspective qui nécessite un engagement constant. En 2025, soit cinq ans après le début de la pandémie de Covid-19, notre Working Paper illustre les interdépendances étroites entre les développements transfrontaliers, qui ne seraient pas envisageables sans le processus d’unification européenne. Parallèlement, il ressort, d’une part, que la coopération transfrontalière a besoin d’un nouvel élan pour de plus amples approfondissements et, d’autre part, qu’elle peut être contrecarrée et entravée par des aspirations nationalistes et populistes. Dans le cadre de ce réseau multiniveau, l’engagement des décideurs et décideuses politiques à tous les échelons, de même qu’une prise de conscience claire de la spécificité des régions frontalières européennes sont nécessaires. La coopération transfrontalière peut et doit être encouragée et renforcée « par le bas », mais cela ne peut se faire qu’avec le soutien de l’UE, ainsi que des niveaux national et régional. C’est ainsi que l’on peut continuer à donner corps à une « Europe vécue ». Si la tendance à renforcer les contrôles aux frontières dans l’UE se poursuit et mine
54 l’idée européenne de frontières ouvertes, les régions frontalières risquent de ne plus être des laboratoires vivants de l’intégration européenne, mais de devenir des musées de l’histoire européenne (d’après Chilla, 2022, pas d’indication de page).
55 REFERENCES Andersen, D.J. & Prokkola, E.-K. (Eds.), (2022) Borderlands Resilience. Transitions, Adaptations and Resistance at Borders, Routledge, Abingdon, New York. Bertram, D., Chilla, T. & Hippe, S. (2023) ‘The Laboratory Dimension in Cross-Border Development: Insights from the Czech-German Border Region’, Trendy v podnikání – Business Trends , Vol. 13, No. 2, pp.4–16. Biemann, J. & Weber, F. (2020) ‘ Energy Borderlands – eine Analyse medialer Aushandlungsprozesse um das Kernkraftwerk Cattenom in der Großregion SaarLorLux’, in Weber, F., Wille, C., Caesar, B. & Hollstegge, J. (Eds.), Geographien der Grenzen. Räume – Ordnungen – Verflechtungen , Springer VS, Wiesbaden, pp.73–94. Böhm, H., Boháč, A., Novotný, L., Drápela, E. & Opioła, W. (2023) ‘Resilience of Cross-border Cooperation in the Neisse-Nisa-Nysa Euroregion after the Pandemic: Bouncing In-between’, Journal of Borderlands Studies online first, pp.1–17. Braun, D., Connor, U. & Höfer, K. (Eds.), (2025) Grenzregionen als Laboratorien der Europaforschung. Multidisziplinäre Perspektiven auf gesellschaftliche Herausforderungen in europäischen Grenzregionen, Nomos, Baden-Baden, in press. Brodowski, D., Nesselhauf, J. & Weber, F. (Eds.), (2023) Pandemisches Virus – nationales Handeln. Covid19 und die europäische Idee, Springer VS, Wiesbaden. Bundesrepublik Deutschland & Französische Republik (2019) ‘Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik über die deutsch-französische Zusammenarbeit und Integration (kurz: Vertrag von Aachen)’. https://bmdv.bund.de/SharedDocs/DE/Anlage/G/elysee-vertrag.pdf?__blob=publicationFile (Accessed 05 May 2025). Chilla, T. (2022) ‘Border Studies: Zusammenhalt an den innereuropäischen Grenzen’. https://www.geistesund-sozialwissenschaften-bmbf.de/de/cobo-forschungsprojekt-territorialer-zusammenhalt-deutschlands-grenzregionen-2708.html (Accessed 05 May 2025). Crossey, N. & Weber, F. (2024 [2023]) ‘Borderlands of Governance – Multilevel Cross-border Governance and Trajectories of Local Cross-border Ties in the Franco-German Moselle-Saarland Region’, Journal of Borderlands Studies , Vol. 39, No. 6, pp.1061–1081. Crossey, N. & Weber, F. (2024) ‘“Borderlands of Governance” in the Saarland-Moselle Border Region: The Role of Municipalities within Current Dynamics of Cross-Border Cooperation’, in Wassenberg, B. (Ed.), Frontières en mouvement (Frontem): Which Models of Cross-Border Cooperation for the EU? A comparative analysis from a Euro-Atlantic perspective , Peter Lang, Lausanne, Brüssel, pp.41–58. Crossey, N. & Weber, F. (2022) ‘Die Frankreichstrategie des Saarlandes als multisektoraler Impuls für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit’, in Mangels, K. & Briegel, D. (Eds.), Strategien und Konzepte grenzüberschreitender Raumentwicklung und Raumplanung , Borders in Perspective 7, UniGR-Center for Border Studies, pp.23–41. Crossey, N. & Weber, F. (2021) Handlungsempfehlungen zur weiteren Gestaltung der grenzüberschreitenden Kooperation im deutsch-französischen Verflechtungsraum | Recommandations d‘action pour les orientations futures de la coopération transfrontalière dans le bassin de vie franco-allemand . UniGR-CBS Policy Paper 4. UniGR-Center for Border Studies. Damm, G.-R. (2018) ‘Herausforderungen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Großregion – Interviews mit Handlungsträgern’, in Pallagst, K., Hartz., A. & Caesar, B. (Eds.), Border Futures – Zukunft Grenze – Avenir Frontière. Zukunftsfähigkeit grenzüberschreitender Zusammenarbeit , Arbeitsberichte der ARL 20, Selbstverlag, Hannover, pp.56–69. Defrance, C. & Pfeil, U. (2014) ‘Der Elysée-Vertrag und die deutsch-französischen Beziehungen: Vom Ereignis zum Erinnerungsort’, in Gilzmer, M., Lüsebrink, H.-J. & Vatter, C. (Eds.), 50 Jahre Elysée-Vertrag (19632013) / Les 50 ans du traité de l’Elysée (1963-2013). Traditionen, Herausforderungen, Perspektiven / Traditions, défis, perspectives , transcript Verlag, Bielefeld, pp.81–106. Dittel, J., Opiłowska, E., Weber, F. & Zawadzka, S. (2024) Résilience de la coopération transfrontalière en Europe – Recommandations d‘action pour les régions frontalières germano-polonaises et franco-allemandes | Resilienz grenzüberschreitender Kooperation in Europa – Handlungsempfehlungen für deutsch-polnische und deutsch-französische Grenzräume | Rezyliencja współpracy transgranicznej w Europie – Rekomendacje dla polsko-niemieckiego i francusko-niemieckiego pogranicza . UniGR-CBS Policy Paper 5, UniGR-Center for Border Studies.
56 Dittel, J. & Weber, F. (2025) ‘Die Covid-19-Pandemie als Impulsgeber? Zur Resilienz grenzüberschreitender Kooperation im Verflechtungsraum SaarLorLux’, in Weber, F. & Dittel, J. (Eds.), Beyond Borders. Zur Krisenfestigkeit grenzüberschreitender Verflechtungsräume , Arbeitsberichte der ARL 38, Selbstverlag, Hannover, pp.49–65. Dittel, J. & Weber, F. (2024a) ‘A Living Lab of European Integration? Cross-Border Developments in the Greater Region during the Covid-19 Pandemic’, in Wassenberg, B. (Ed.), Frontières en mouvement (Frontem): Which Models of Cross-Border Cooperation for the EU? A comparative analysis from a Euro-Atlantic perspective , Peter Lang, Lausanne, Brüssel, pp.59–87. Dittel, J. & Weber, F. (2024b) ‘Solidarität in Europa: Die Covid-19-Pandemie als Impuls für eine resilientere grenzüberschreitende Kooperation?’, in Oster, P., Giegerich, T., Weber, F. & Höfer, K. (Eds.), Solidarität in Europa | Europäische Solidarität. Akten zur 3. Saarbrücker Europa-Konferenz , Nomos, Baden-Baden, pp.121–149. Dörrenbächer, H.P. (2020) ‘Die Entwicklung grenzüberschreitender Berufsausbildung im Spannungsfeld unterschiedlicher Dimensionen von Distanz – das Beispiel der Großregion’, in Weber, F., Wille, C., Caesar, B. & Hollstegge, J. (Eds.), Geographien der Grenzen. Räume – Ordnungen – Verflechtungen , Springer VS, Wiesbaden, pp.117–142. Dörrenbächer, H.P. (2014) ‘Grenzüberschreitende polyzentrische Metropolregionen im deutsch-französischen Grenzraum’, in Gilzmer, M., Lüsebrink, H.-J. & Vatter, C. (Eds.), 50 Jahre Elysée-Vertrag (19632013) / Les 50 ans du traité de l’Elysée (1963-2013). Traditionen, Herausforderungen, Perspektiven / Traditions, défis, perspectives , transcript Verlag, Bielefeld, pp.161–180. Europäische Kommission (2021) ‘Bericht der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschaftsund Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen: Grenzregionen in der EU: Reallabors der europäischen Integration’. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52021DC0393&from=DE (Accessed 05 May 2025). European Commission (2024) ‘Eurobarometer 100.2 (2023)’. https://europa.eu/eurobarometer/surveys/detail/3053 (Accessed 05 May 2025). European Parliament (2021) ‘Eurobarometer 95.1: Resilience and recovery. Public opinion one year into the pandemic’. https://www.europarl.europa.eu/at-your-service/files/be-heard/eurobarometer/2021/spring-2021-survey/report.pdf (Accessed 05 May 2025). Filipová, L. (2015) Erfüllte Hoffnung. Städtepartnerschaften als Instrument der deutsch-französischen Aussöhnung, 1950-2000, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen. Freitag-Carteron, S. (2021) ‘Deutschland, Frankreich, COVID-19 – das Virus und die Grenzregion’, in Weber, F., Theis, R. & Terrollion, K. (Eds.), Grenzerfahrungen | Expériences transfrontalières. COVID-19 und die deutsch-französischen Beziehungen | Les relations franco-allemandes à l‘heure de la COVID-19 , Springer VS, Wiesbaden, pp.295–308. Frey, M. & Müller, R.A. (2023) ‘Experimentierklauseln in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit’. https://www.auswaertiges-amt.de/blob/2593508/de9c4cdba39f490bc4e436d03117d46e/230419studie-experimentierklauseln-data.pdf (Accessed 05 May 2025). Funk, I. (2017) ‘Grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung im Grenzraum Saarland-Lothringen: Aktueller Stand, Herausforderungen, Potenziale’, in Lüsebrink, H.-J., Polzin-Haumann, C. & Vatter, C. (Eds.), »Alles Frankreich oder was?« – Die saarländische Frankreichstrategie im europäischen Kontext / »La France à toutes les sauces?« – La ›Stratégie France‹ de la Sarre dans le contexte européen. Interdisziplinäre Zugänge und kritische Perspektiven / Approches interdisciplinaires et perspectives critiques , transcript Verlag, Bielefeld, pp.177–191. Helfferich, C. (2014) ‘Leitfadenund Experteninterviews’, in Baur, N. & Blasius, J. (Eds.), Handbuch Methoden der empirischen Sozialforschung , Springer VS, Wiesbaden, pp.559–574. Hippe, S. (2024) ‘Finanzund Coronakrise in Grenzregionen und innerstaatlichen Regionen: Vergleich der Resilienz’, in Weber, F., Kühne, O. & Dittel, J. (Eds.), Transformation Processes in Europe and Beyond. Perspectives for Horizontal Geographies , Springer VS, Wiesbaden, pp.459–479. Hippe, S., Bertram, D. & Chilla, T. (2023) ‘Convergence and resilience in border regions’, European Planning Studies online first, pp.1–22. Hippe, S., Bertram, D. & Chilla, T. (2022) ‘The COVID-19 pandemic as a catalyst of cross-border cooperation? Lessons learnt for border-regional resilience’, Europa XXI , Vol. 43, pp.5–26.
57 IBA-OIE (2024) ‘Die Grenzgängerströme der Großregion (2023)’. https://www.ibaoie.eu/themen/grenzgaengermobilitaet/grossregion/grenzgaengerstroeme-in-der-grossregion (Accessed 05 May 2025). Just, T. & Plößl, F. (Eds.), (2021) Die Europäische Stadt nach Corona. Strategien für resiliente Städte und Immobilien, Springer Gabler, Wiesbaden. Korhonen, J.E., Koskivaara, A., Makkonen, T., Yakusheva, N. & Malkamäki, A. (2021) ‘Resilient cross-border regional innovation systems for sustainability? A systematic review of drivers and constraints’, Innovation: The European Journal of Social Science Research , Vol. 34, No. 2, pp.202–221. Landesregierung des Saarlandes (2025) ‘Frankreichstrategie+: Eine Frankophonieund Frankreichstrategie für das Saarland’. https://www.saarland.de/SharedDocs/Downloads/DE/stk/europa/dld_frankreichstrategie-de-2025.pdf?__blob=publicationFile&v=4 (Accessed 05 May 2025). Landesregierung des Saarlandes (2014) ‘Eckpunkte einer Frankreichstrategie für das Saarland’. https://www.saarland.de/SharedDocs/Downloads/DE/mfe/Gro%C3%9Fregion_und_Europa/Eckpunkte_Frankreichstrategie_D.pdf?__blob=publicationFile&v=1 (Accessed 05 May 2025). Lenz, J., Uhrweiller, C. & Weber, F. (2024) ‘ Hydrogen Borderlands : Wasserstoff als verbindendes Element in der Grenzregion SaarLorLux’, in Bonin, S., Gailing, L., Mangels, K., Schank., T. & Zinkhahn-Rhobodes, D. (Eds.), Linking Borderlands. Komplexität – Dynamik – Interdisziplinarität , Nomos, Baden-Baden, pp.85– 96. Lorig, W.H., Regolot, S. & Henn, S. (Eds.), (2016) Die Großregion SaarLorLux. Anspruch, Wirklichkeiten, Perspektiven, Springer VS, Wiesbaden. Mayring, P. (2022) Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken , 13th ed., Beltz, Weinheim, Basel. Nienaber, B., Funk, I., Dörrenbächer, H.P., Pigeron-Piroth, I. & Belkacem, R. (2023) ‘Auswirkungen der Grenzschließungen auf die systemrelevanten Arbeitskräfte und den grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt in der Großregion während der Covid19-Pandemie’, in Brodowski, D., Nesselhauf, J. & Weber, F. (Eds.), Pandemisches Virus – nationales Handeln. Covid-19 und die europäische Idee , Springer VS, Wiesbaden, pp.271–290. Pallagst, K. (2018) ‘Ausgewählte grenzüberschreitende Kooperationsformen und die INTERREG-Förderung in Europa’, in Pallagst, K., Hartz, A. & Caesar, B. (Eds.), Border Futures – Zukunft Grenze – Avenir Frontière. Zukunftsfähigkeit grenzüberschreitender Zusammenarbeit , Arbeitsberichte der ARL 20, Selbstverlag, Hannover, pp.353–361. Peyrony, J. (2024) ‘Europe: Towards Cross-Border Regions and Multi-level Governance of Borders’, in Wassenberg, B. (Ed.), Frontières en mouvement (Frontem): Which Models of Cross-Border Cooperation for the EU? A comparative analysis from a Euro-Atlantic perspective , Peter Lang, Lausanne, Brüssel, pp.555– 592. Rehlinger, A. (2023) ‘Für den Frieden vereint: Eine Großregion der guten Nachbarn: Regierungserklärung der Ministerpräsidentin des Saarlandes Anke Rehlinger im Vorfeld des 60. Jahrestages des Élysée-Vertrages’. https://www.saarland.de/DE/presse-informationen/informationen/regierungserklaerungen/_documents/2023-01-18-regierungserklaerung-elysee.pdf?__blob=publicationFile&v=4 (Accessed 05 May 2025). Rehm, M., Schröder, M. & Wenzelburger, G. (2024) ‘Border Regions as Nuclei of European Integration? Evidence From Germany’, JCMS: Journal of Common Market Studies online first, pp.1–22. Reitel, B., Wassenberg, B. & Peyrony, J. (2018) ‘The INTERREG Experience in Bridging European Territories. A 30-Year Summary’, in Medeiros, E. (Ed.), European Territorial Cooperation. Theoretical and Empirical Approaches to the Process and Impacts of Cross-Border and Transnational Cooperation in Europe , Springer International, Cham, pp.7–23. Schäfer, T. (2025) ‘Grenzenlose Katastrophen – Herausforderungen und Chancen des Katastrophenschutzes in Grenzregionen am Beispiel der Feuerwehr im Saarland und im Département Moselle’, in Weber, F. & Dittel, J. (Eds.), Beyond Borders. Zur Krisenfestigkeit grenzüberschreitender Verflechtungsräume , Arbeitsberichte der ARL 38, Selbstverlag, Hannover, pp.194–212. Scholz, G. (2016) ‘Das Bild vom Nachbarn – wie die Bewohner die Großregion SaarLorLux wahrnehmen’, in Lorig, W.H., Regolot, S. & Henn, S. (Eds.), Die Großregion SaarLorLux. Anspruch, Wirklichkeiten, Perspektiven , Springer VS, Wiesbaden, pp.95–113. Schulz, C. (1997) ‘Saar-Lor-Lux: Die Bedeutung der lokalen grenzüberschreitenden Kooperation für den europäischen Integrationsprozeß’, Europa Regional , Vol. 5, No. 2, pp.35–43.