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Empfehlung für die Schaffung von Rahmenbedingungen zur optimalen Entwicklung und Nutzung von Technologien der Künstlichen Intelligenz

Austrian Council for Sciences, Technology, and Innovation; KI Beirat

Abstract

Künstliche Intelligenz (KI) ist die transformative Technologie des Jahrzehnts und wird nahezu alle Bereiche des gesellschaftlichen und Arbeitslebens nachhaltig verändern. Europa und Österreich sind in der Entwicklung dieser Technologie wenig präsent. Kompetenzaufbau an allen Schulen, Hochschulen, Unternehmen und Ämtern ist unabdingbar.

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Seite 1 von 2 Beirat für Künstliche Intelligenz Empfehlung für die Schaffung von Rahmenbedingungen zur optimalen Entwicklung und Nutzung von Technologien der Künstlichen Intelligenz gemeinsame Empfehlung des Rates für Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung (FORWIT) und des Beirates für Künstliche Intelligenz WIEN, AM 7. OKTOBER 2024 Künstliche Intelligenz (KI) ist die transformative Technologie des Jahrzehnts und wird nahezu alle Bereiche des gesellschaftlichen und Arbeitslebens nachhaltig verändern. Europa und Österreich sind in der Entwicklung dieser Technologie wenig präsent – keines der führenden Unternehmen ist europäisch. Kompetenzaufbau an allen Schulen, Hochschulen, Unternehmen und Ämtern ist unabdingbar. Diese Ansicht teilt nicht zuletzt auch der kürzlich erschienene Draghi-Bericht zur Zukunft der europäischen Wettbewerbsfähigkeit. Das Ziel der nächsten Bundesregierung muss es sein, Österreich so zu positionieren, dass die Chancen der KI bestmöglich für den Wirtschafts-, Forschungsund Lebensstandort genutzt werden können. In diesem Bestreben müssen Chancen im Vordergrund stehen und Risiken entsprechend adressiert werden. Nach einer Phase der Regulierungsdefinition auf europäischer Ebene, aus der der AI Act hervorging, ist nunmehr eine europäisch einheitliche und zielführende Implementierung dieses Acts notwendig. Die sinnvolle Nutzung von KI-Technologien muss in allen Bereichen – insbesondere bei KMU – ganz oben auf der Agenda stehen. Die nächste Bundesregierung muss die entsprechenden Rahmenbedingungen für eine effiziente Entwicklung und Nutzung schaffen. Gleichzeitig muss der Strombedarf der neuen Technologien mitgedacht werden und dürfen die gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen des digitalen Wandels nicht unbeachtet bleiben. Damit Österreich für diese Entwicklung gerüstet ist und im europäischen Verbund den größtmöglichen Nutzen daraus ziehen kann, empfehlen der Rat für Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung und der Beirat für Künstliche Intelligenz: 1. Eine komplette Überarbeitung der KI-Strategie Artificial Intelligence Mission Austria 2030 (AIM AT 2030), in der neue Entwicklungen wie large language models (LLM) abgebildet werden. Auf Basis einer neuen Strategie sollte dann mit allen Bundesministerien ein konkreter Umsetzungsplan erarbeitet werden. 2. Die Schaffung eines eigenen Staatssekretariats für Digitalisierung, das mit ausreichenden Kapazitäten unterlegt ist, um innerhalb der Bundesregierung die zentrale Koordinierung für digitale und KI-Agenden ausführen zu können. Seite 2 von 2 Beirat für Künstliche Intelligenz 3. Die Gründung eines unabhängigen nationalen Kompetenzzentrums für Künstliche Intelligenz, das die Öffentlichkeit bei der „KI-Literacy“ und private wie öffentliche Einrichtungen bei der Weiterbildung von Mitarbeiter:innen (inkl. Pädagog:innen) und bei der Transformation von Organisationen tatkräftig unterstützt. Dieses Kompetenzzentrum muss immer am neuesten Stand der Technologie sein und seinen Partnerorganisationen leistungsfähige Hardware gebündelt und ausreichend zur Verfügung stellen. Mit dem Multi-Site Computer Austria (MUSICA) entsteht bis Sommer 2025 eine erste für KI optimierte Hardwareplattform. Ziel muss es sein, auf dieser Plattform Experimentierumgebungen für Schulen, Hochschulen, Unternehmen und Ämter aufzubauen und einen einfachen Zugang und modernste Services zu ermöglichen. Dazu gehören auch die kontinuierliche Weiterentwicklung der Plattform und eine ausreichende Besetzung des KI-Zentrums mit Fachpersonal. Dies könnte beispielsweise im Rahmen einer europäischen AI Factory geschehen – eine Initiative, an der sich Österreich unbedingt beteiligen sollte. 4. Die Berücksichtigung neuester kryptographischer Technologien in der Umsetzung der kürzlich verabschiedeten österreichischen Datenstrategie. Um Datenoffenheit für das Training von KI – und andere statistische Zwecke – mit dem Schutz der Privatsphäre zu vereinbaren, müssen moderne technische Lösungen im Rahmen dieser Datenstrategie implementiert werden (Stichwort Differential Privacy). 5. Teilnahme an allen europäischen Initiativen zum Thema KI. Der Draghi-Bericht und die neue EUKommission schlagen mehrere solche Projekte vor. Sollte sich Europa etwa für die Errichtung eines „CERN for AI“ entscheiden, ist es wichtig, dass Österreich darin von Anfang an ein key player ist. Das Ziel muss sein, gemeinsam ein technologisch starkes Europa zu schaffen, das im globalen Wettbewerb bestehen kann. 6. Es sollte jede Anstrengung unternommen werden, um ein attraktives Umfeld für Forschung und Entwicklung zu schaffen und global agierende KI-Unternehmen zu motivieren, Forschungsund Entwicklungshubs in Österreich anzusiedeln (wie es beispielsweise in Zürich und München gelungen ist). 7. Die Stärkung des KI-Standortes Österreich ist nicht nur eine wirtschaftliche und technologische Herausforderung, sondern eine gesamtgesellschaftliche. Für eine funktionierende Demokratie ist das Vertrauen der Öffentlichkeit unerlässlich. Von zentraler Bedeutung sind daher auch Maßnahmen zur Sicherung des Vertrauens in elementare gesellschaftliche Institutionen, zur Sicherheit gegenüber hybriden Bedrohungen sowie zur Stärkung von Medienvielfalt und Medienkompetenz. Wie jede transformative Technologie wird KI sowohl bei der Adressierung dieser Themen als auch beim Missbrauch eine zentrale Rolle spielen. für den Rat für Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung Thomas A. Henzinger Vorsitzender für den Beirat für Künstliche Intelligenz Horst Bischof Vorsitzender