Jahresbericht / Rapport d'activité 2001
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Jahresbericht 2001 1. Das Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung TA-SWISS 2. TA-Studien und Aktivitäten im Bereich «Life Sciences» 3. TA-Studien und Aktivitäten im Bereich «Informationsgesellschaft» 4. TA-Studien und Aktivitäten im Bereich «Mobilität» 5. Partizipative Methoden: PubliForum über Transplantationsmedizin 6. Öffentlichkeitsarbeit 7. Nationale und internationale Tätigkeiten 8. Leitungsausschuss 9. Administratives 10. Anhang - Aktivitäten 2001 - Publikationen 1996-2001 12.07.2002 Zentrum für Technologiefolgen - Abschätzung beim Schweizerischen Wissenschaftsund Technologierat Centre d’évaluation des choix technologiques auprès du Conseil suisse de la science et de la technologie Centro per la valutazione delle scelte tecnologiche presso il Consiglio svizzero della scienza e della tecnologia Centre for Technology Assessment at the Swiss Science and Technology Council Birkenweg 61, CH–3003 Bern
TA-SWISS Jahresbericht 2001 - 2 - 1. Das Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung TA-SWISS Das Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung (TA-SWISS) untersucht die Chancen und Risiken neuer technologischer Entwicklungen in den Bereichen «Life Sciences», «Informationsgesellschaft» und «Mobilität». Seine Studien richten sich sowohl an die Entscheidungstragenden in Politik und Wirtschaft als auch an die breite Öffentlichkeit. Ausserdem fördert TA-SWISS den Informationsund Meinungsaustausch zwischen Fachleuten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und der breiten Bevölkerung durch Mitwirkungsverfahren (z.B. PubliForum und publifocus). Das Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung ist dem Schweizerischen Wissenschaftsund Technologierat (SWTR) angegliedert. Der SWTR berät den Bundesrat in wissenschaftsund technologiepolitischen Belangen. 2. TA-Studien und Aktivitäten im Bereich «Life Sciences» 2.1. TA-Studie und Veranstaltung: Functional Food Durch ihre gezielte Wirkung auf einzelne Körperfunktionen sollen Functional Food Produkte im Vergleich zu konventionellen Lebensmitteln einen zusätzlichen Nutzen („added value“) aufweisen. In den USA und in Japan besteht bereits ein grosser Markt dafür. Die Verkaufszahlen entsprechender Produkte lassen auch in der Schweiz auf eine gute Akzeptanz schliessen. Wirksamkeit, Sicherheit und Notwendigkeit von Functional Food Produkten werden allerdings kontrovers beurteilt; zudem besteht Regelungsbedarf insbesondere hinsichtlich der Werbemöglichkeiten (Erwähnung medizinischer Argumente) für solche Lebensmittel. Eine umfassende Analyse der Situation zu Functional Food, insbesondere hinsichtlich Wirksamkeit (potenzieller gesundheitlicher Nutzen), Wirtschaft und Recht, wurde bereits im Herbst 2000 in einem sehr detaillierten Bericht (TA 37/2000) vorgelegt, der von einer Arbeitsgruppe unter der Leitung von Herrn Dr. Klaus Menrad am Fraunhofer Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI in Karlsruhe erarbeitet wurde. Im Januar 2001 stand dieser Bericht auch im Mittelpunkt einer Fachtagung, die von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährungsforschung (SGE) und der Schweizerischen Vereinigung für Ernährung (SVE) in Zusammenarbeit mit TA-SWISS organisiert wurde, und die den Stand und die Perspektiven der Ernährungsforschung in der Schweiz
TA-SWISS Jahresbericht 2001 - 3 - thematisierte. Als Ergebnis dieser Veranstaltung wurde eine Verstärkung der Forschung im Bereich der Humanernährung in der Schweiz gefordert, z.B. durch den Aufbau eines Vollstudiums und die Schaffung von drei Lehrstühlen in diesem Fachgebiet. Publikationen: TA 37/2000 Martina Menrad et.al., Functional Food TA 37A/2000 Lucienne Rey, Zwischen Küche und Apotheke: Functional Food – Lebensmittel in der Grauzone; Entre cuisine et pharmacie: Les aliments fonctionnels en zone gris; Between the Pantry and the Pharmacy: Functional Food – A Grey Area. Kurzfassung, Résumé, Short version. 2.2. TA-Studie: Zelluläre Xenotransplantation Im Unterschied zur viel diskutierten Xenotransplantation von Organen – der Übertragung von Tierorganen auf den Menschen – wird die zelluläre Xenotransplantation in der Öffentlichkeit kaum zur Kenntnis genommen. Doch dürfte gerade die Verwendung von Tierzellen zur Therapie von vergleichsweise häufigen Krankheiten wie Diabetes als erste Anwendung der Xenotransplantation für die klinische Praxis bereit sein. Man geht davon aus, dass durch die Möglichkeit, Zellen einzukapseln, beispielsweise das Risiko einer Infektion durch Krankheitserreger tierischen Ursprungs vermindert werden könnte. Zur Vertiefung der bereits vorliegenden Studie „Xenotransplantation“ (TA 30/1998) wurde deshalb die Untersuchung des Themas „zelluläre Xenotransplantation“ in Auftrag gegeben. Der Bericht zum Projekt wurde unter der Leitung von Dr. Bärbel Hüsing am Fraunhofer Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI in Karlsruhe erarbeitet. Die ethischen Fragestellungen wurden von der Philosophin Prof. Eve-Marie Engels (EberhardKarls-Universität, Tübingen) untersucht. Im Verlauf der Studie wurden zahlreiche Akteure, die sich in der Schweiz v.a. im Bereich der universitären und ausseruniversitären Forschung mit der zellulären Xenotransplantation bzw. verwandten Gebieten befassen, in ausführlichen persönlichen Interviews befragt. Die Ergebnisse der Interviews dienten als Basis für die Bewertung der zellulären Xenotransplantation. Im Bericht werden Chancen und Risiken der zellulären Xenotransplantation umfassend dargestellt, wobei insbesondere die naturwissenschaftlich-klinischen und die ethischen Aspekte vertieft analysiert werden, dies auch im Vergleich zu alternativen Technologien wie z.B. der Verwendung embryonaler Stammzellen. Der Bericht „Zelluläre Xenotransplantation“ (TA 39/2001) und die Kurzfassung (TA 39A/2001) wurden im Herbst 2001 veröffentlicht und interessierten Politikern und Politikerinnen vorgestellt.
TA-SWISS Jahresbericht 2001 - 4 - Publikationen: TA 39/2001 Bärbel Hüsing et al., Zelluläre Xenotransplantation TA 39A/2001 Lucienne Rey, Bärbel Hüsing, Keimzelle neuer Heilungsverfahren - Artfremde Zellen zur Therapie menschlicher Erkrankungen; Nouvelle souche thérapeutique – Des cellules d’autres espèces pour traiter des maladies humaines; The birth of a new type of treatment – Cells extracted from other species for use in treating diseases in humans. Kurzfassung, Résumé, Short version 2.3. TA-Studie: Psychosoziale Aspekte der Ultraschall-Untersuchung in der Schwangerschaft Zur Bereitstellung von Entscheidungsgrundlagen bezüglich der Kostenübernahme von Ultraschall-Untersuchungen durch die Krankenversicherungen liess das Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) bis Ende 2001 die Anwendung der Ultraschall-Untersuchung in der Schwangerschaft breit evaluieren. Neben technischen Fragestellungen mussten dabei auch die psychosozialen Auswirkungen dieser Technologie untersucht werden. Der entsprechende Auftrag vom BSV und vom Zentrum für TechnologiefolgenAbschätzung ging an eine Projektgruppe am Universitätsspital Zürich. Das Team unter der Leitung von Prof. Claus Buddeberg, Dr. Lutz Götzmann und PD Roland Zimmermann untersuchte in der Studie, inwiefern die Ultraschall-Technologie von schwangeren Frauen und ihren Partnern als eher hilfreich oder belastend erlebt wird bzw. wie werdende Eltern die Diagnose einer fetalen Entwicklungsstörung ihres Kindes verarbeiten. Im Verlauf der Studie wurden 128 Frauen mit Verdacht einer fetalen Entwicklungsstörung ihres Kindes mittels Interviews und Fragebogen zur UltraschallTechnologie befragt. Frau lic. phil Stephanie Schönholzer (Universitätsspital Zürich) hat die Ergebnisse im Rahmen ihrer Dissertation ausgewertet und einen Bericht (TA 40/2001) erarbeitet, der im Dezember 2001 interessierten Politikerinnen und Politikern sowie Medienschaffenden zusammen mit der Kurzfassung (40A/2001) vorgestellt wurde. Publikationen: TA 40/2001 Forschungsgruppen der Abteilung für Psychosoziale Medizin und Klinik für Geburtshilfe, UniversitätsSpital Zürich, Psychosoziale Aspekte der Ultraschall-Untersuchung in der Schwangerschaft. TA 40A/2001 Lucienne Rey, Baby in Sicht – Auffällige Ultraschall-Befunde und ihre Folgen; Bébé en vue – Résultats visibles et cachés des échographies; Baby Sighted – Conspicuous Ultrasound Findings and their Consequences. Kurzfassung, Résumé, Short version.
TA-SWISS Jahresbericht 2001 - 5 - 2.4. TA-Studie: Menschliche Stammzellen Erst seit 1998 ist es möglich, menschliche embryonale Stammzellen im Labor zu kultivieren. Den Stammzellen wird ein enormes Potenzial für die Therapie zahlreicher Erkrankungen und für die Behandlung von Verletzungen zugebilligt. Im Vordergrund stehen dabei die Transplantation von Zellen sowie die Regeneration von Geweben (Tissue Engineering). Das Interesse und das Engagement der Industrie an der Entwicklung entsprechender Verfahren bzw. Produkte ist gross. Ethische Fragen kommen kaum bei der Verwendung, wohl aber im Zusammenhang mit der Gewinnung von menschlichen embryonalen Stammzellen zur Sprache. Neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass in einigen Anwendungsbereichen möglicherweise auch aus „erwachsenen“ Geweben gewonnene, sogenannte adulte Stammzellen verwendet werden könnten. Dies wäre in ethischer Hinsicht weit weniger problematisch. Das Potenzial der unterschiedlichen Typen von Stammzellen ist aber noch unzureichend bekannt, weshalb es verfrüht sein dürfte, auf die Option der embryonalen Stammzellen zu verzichten. Die rechtliche Situation wurde in einzelnen Ländern bereits auf die viel versprechenden Entwicklungen ausgerichtet, d.h. die Regelungen im Bereich der Embryoforschung wurden gelockert. TA-SWISS hat – nach einer öffentlichen Ausschreibung der Studie Anfang 2001 – den Auftrag an ein Projektteam unter der Leitung von Frau Dr. Bärbel Hüsing (Fraunhofer Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe) erteilt. Die rechtlichen Fragestellungen werden von Herrn Prof. Rainer J. Schweizer (Universität St. Gallen), die ethischen Aspekte von Frau Prof. Eve-Marie Engels (Eberhard-KarlsUniversität, Tübingen) untersucht. In der Studie werden die Potenziale menschlicher Stammzellen zu Therapiezwecken abgeschätzt. Darzustellen sind Chancen und Risiken, soweit sie aus den aktuellen Forschungsergebnissen – namentlich aus Erkenntnissen von Tierversuchen – hergeleitet werden können. Dabei sollen alle derzeit diskutierten Verfahren, menschliche Stammzellen zu gewinnen bzw. „herzustellen“ (therapeutisches Klonen), berücksichtigt werden. Bei der Abklärung der ethischen und gesellschaftlichen Fragen soll der Stand der Diskussion ethischer Aspekte systematisch zusammengefasst werden. Im Sinne einer Güterabwägung soll der zu erwartende Nutzen der verschiedenen Methoden den damit einhergehenden ethischen Problemen gegenübergestellt werden. Von grosser Bedeutung ist auch der Bezug zur rechtlichen Situation in der Schweiz, insbesondere hinsichtlich der aktuellen Gesetzgebung (Embryonenforschungsgesetz). Im September organisierte TA-SWISS im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit und der Gruppe für Wissenschaft und Forschung ein Hearing zum Thema Stammzellen unter
TA-SWISS Jahresbericht 2001 - 6 - Beizug englischer Experten. Zu dieser Veranstaltung existiert ein Tagungsbericht (TA DT 29/2001). Bedingt durch die aktuelle Debatte zur Stammzellenforschung wurden Politiker/innen bereits im Dezember 2001 in einer frühen Phase des Projekts zum Thema informiert, zudem wurde im Frühjahr 2002 ein Zwischenbericht zur Studie veröffentlicht. Der Abschluss der Studie ist für Herbst 2002 geplant. Publikationen: TA 41Z/2002 Bärbel Hüsing et al., Menschliche Stammzellen, Zwischenbericht TA DT 29/2001 Forschung am Menschen, Bericht zum Expertenhearing vom 24.9.2001 2.5. TA-Studie: Nanotechnologie in der Medizin Nanotechnologie wird als die Zukunftstechnologie bezeichnet. Sie umfasst alle Technologien und Produktionsweisen, bei denen der Mensch Stukturen auf atomarer Ebene schafft, beeinflusst oder verändert. Ein wichtiges Anwendungsgebiet der Nanotechnologie ist die Medizinaltechnik. Neue Filter und Membranen für medizinische Geräte, neue, empfindlichere Sensoren für bessere Diagnosen oder körperverträglichere Oberflächenmaterialien für Implantate – das sind kurzund mittelfristige Erwartungen an die Nanotechnologie in der Medizin. Längerfristig werden neuartige Diagnoseund Therapiemöglichkeiten dazu kommen, die denen der klassischen Medizin überlegen sein sollen. Die vom Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung bei der Basics AG, Zürich, in Auftrag gegebene Studie soll einen Überblick über die zu erwartenden medizinischen Anwendungen der Nanotechnologie geben. In zwei Mini-Delphi Befragungen werden die in 15 bis 20 Jahren realisierbaren Verfahren von Visionen – wie beispielsweise Reparatur-Roboter in Blutgefässen – separiert und die Auswirkungen einer NanoMedizin aufgezeigt. Dabei werden medizinische, gesellschaftspolitische, wirtschaftliche, ethische und rechtliche Aspekte erörtert und mögliche Konsequenzen der Nanotechnologie in der Medizin auf das Gesundheitssystem, dessen Akteure sowie auf die Einzelne / den Einzelnen dargestellt. Die Studie wird Schlussfolgerungen zu möglichen Konfliktpotenzialen, zu politischen und gesellschaftlichen Eingriffsmöglichkeiten, zum rechtlichen Rahmen und zu Forschungsfragen ziehen. Der Abschluss der Studie ist für Ende 2002 geplant.
TA-SWISS Jahresbericht 2001 - 7 - 3. TA-Studien und Aktivitäten im Bereich «Informationsgesellschaft» 3.1. TA-Studie: Der gläserne Kunde Die Studie «Der gläserne Kunde», welche im November 2000 abgeschlossen wurde, hat im Jahr 2001 ein starkes Interesse von verschiedener Seite hervorgerufen. In Genf stand die TA-Studie im Februar im Mittelpunkt eines «Café scientifique», organisiert von Bancs publics. Aufgrund der Publikation der TA-Studie hat das Konsumentenforum kf im Juni 2001 ein Seminar zum Thema «Der gläserne Kunde» organisiert. Die Informatikschule Digicomp hat die Thematik gläserner Kunde ebenfalls aufgenommen und unter Beteiligung von TA-SWISS zwei spezielle Veranstaltungen durchgeführt. Im November veranstaltete TA-SWISS erstmals zwei Tagungen im Tessin. An der Scuola superiore di informatica di gestione in Bellinzona und im Radiostudio in Lugano diskutierten die Teilnehmenden die Resultate der TA-Studie. Schliesslich wurde TA-SWISS von Arthur Andersen eingeladen, anlässlich eines Seminars zum Schutz der Privatsphäre im ECommerce die Resultate der Studie vorzustellen. Publikationen: TA 38/2000 Anne Eckhardt et al. Der gläserne Kunde – Elektronische Erfassung und Auswertung von Kundendaten. TA 38A/2000 Lucienne Rey, Einkaufsbummel im digitalen Glashaus. Elektronische Erfassung und Auswertung von Kundendaten; Lèche-vitrines dans la galerie de verre du numérique. Saisie et analyse informatiques des données clients. Shopping nella vetrina digitale. Registrazione e analisi elettronica di dati sui clienti; Shopping spree in the digital glass-house. Electronic recording and evaluation of customer data. 3.2. TA-Studie: Mobile Arbeit Unter dem Titel «Flexible Zeiten, mobile Orte: Arbeitswelt in Bewegung» organisierte TASWISS gemeinsam mit dem Eidg. Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann eine Konferenz am 16. Januar 2001 in Bern. Die 180 Teilnehmenden diskutierten Chancen und Probleme von Telearbeit ebenso wie die Anforderungen an Arbeitnehmerinnen und Arbeitgeber. Swiss Re, IBM Schweiz sowie das Eidg. Personalamt berichteten von ihren Erfahrungen mit neuen Arbeitszeitmodellen und dem Desksharing. Die Behandlung des Themas zeigte einmal mehr, dass auch im Bereich der Arbeitswelt technische Innovationen erst in Begleitung sozialer Innovationen zu grundlegenden Veränderungsprozessen führen werden. Für die Organisation der beruflichen Tätigkeit, die Motivation der Arbeitenden und die Arbeitsteilung in der Gesellschaft wird deshalb
TA-SWISS Jahresbericht 2001 - 8 - die zunehmende Ortslosigkeit der Arbeit in Zukunft weitreichende Folgen haben (vgl. Publikation Rey, 2002). Publikationen: Lucienne Rey (Hg.) Mobile Arbeit in der Schweiz, vdf, 179 S., 2002 TA 35a/2000 Martine Buser, Télématique et nouvelles formes de travail. TA 35b/2000 Bernhard Pulver, Aspects juridiques du télétravail. Annexe au rapport TA 35a TA 35c/2000 Lucienne Rey, Vom Schwinden der Sesshaftigkeit. Mobile Arbeit in der Schweiz. Du déclin de la sédentarité. Le travail mobile en Suisse. The disappearence of fixed work-places. Mobile work in Switzerland. Kurzfassung, Résumé, Short version. TA DT 24/2000 Thomas M. Schwarb, Mobile Arbeitsformen: Verbreitung und Potenzial von Telearbeit und Desksharing. 3.3. TA-Studie: Computerbasierte Patientendossiers Aufgrund der Studie «Computerbasierte Patientendossiers – Chancen und Risiken», welche im Jahr 2000 abgeschlossen wurde, organisierte TA-SWISS im Februar 2001 in Zusammenarbeit mit der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte FMH und der Schweizerischen Akademie der medizinischen Wissenschaften SAMW eine nationale Konferenz unter dem Titel «Ärzte auf dem Netz». Die Teilnehmer haben das grosse Potenzial der Digitalisierung der Patientendossiers betont (Nützlichkeit in der Pflege, Beitrag zu epidemiologischen Studien usw.). Es ist jedoch deutlich geworden, dass die elektronische Erfassung der medizinischen Geschichte zahlreiche Fragen aufwirft, die insbesondere den Datenschutz und die Entscheidungsfreiheit des Patienten betreffen. Die Resultate der Studie wurden ebenfalls in Berlin im Rahmen der internationalen Konferenz über Informationstechnologie und Kommunikation «Innovations for an esociety» vorgestellt. Der an dieser Veranstaltung gehaltene Vortrag über die TA-Studie erhielt den Preis für den besten Beitrag. Im weiteren wurden die Resultate der Studie an einer Tagung des BSV zur Patientenkarte in Bern, an der Tagung Medicus Vadis, Bern, und an einer Konferenz über e-Health in Zürich dem Fachpublikum vorgestellt. Publikationen: TA 36/2000 Anne Eckhardt et al. Computerbasierte Patientendossiers: Chancen und Risiken. TA 36A/2000 Lucienne Rey, Der Patient im Datennetz – Chancen und Risiken computerbasierter Patientendossiers; Les patients sur réseau – avantages et risques des dossiers informatisés de patients; The patient in the data network – advantages and risks of computer-based patient records. Kurzfassung, Résumé, Short version.
TA-SWISS Jahresbericht 2001 - 9 - 3.4. Auslegeordnung zur Informationsgesellschaft Der leitende Ausschuss von TA-SWISS hat sich dazu entschieden, die Problematik der neuen Entwicklungen der Kommunikationsund Informationstechnologien näher zu beobachten. Prof. Albert Kündig ist beauftragt worden, eine Übersicht über die Technologien und Anwendungen, die momentan in den Forschungszentren entwickelt werden, zu erstellen, mit einem besonderen Focus auf pervasive computing (oder ubiquitous computing, der totalen Vernetzung von Mensch und Maschine). Sein Überblick muss ergänzt werden durch eine Diskussion über die Problematik der neuen Entwicklungen der Informationsund Kommunikationstechnologien wie etwa Datenschutz, Informatiksicherheit oder Kontrollverlust des Menschen über die Maschine. Eine erste Version des Berichtes «A Basis for IT Assessment. An overview of the underlying technologies and their applications» ist anlässlich eines Hearings mit verschiedenen Experten aus unterschiedlichen Fachgebieten diskutiert worden. Der Schlussbericht wird dem leitenden Ausschuss von TA-SWISS 2002 vorgelegt. Publikation: Albert Kündig, A Basis for IT Assessment. An overview of the underlying technologies and their applications. (in Vorbereitung) 4. TA-Studien und Aktivitäten im Bereich «Mobilität» 4.1. TA-Studie: Verkehrstelematik Verkehrstelematik bietet einerseits Lösungen für derzeitige und künftige Verkehrsprobleme. Anderseits zeigt die Vernehmlassung des Leitbilds Strassenverkehrstelematik, wie kontrovers in der Gesellschaft beispielsweise flächendeckende Kontrollen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit oder Road-Pricing beurteilt werden. Um Verkehrstelematik umfassend einzuschätzen, hat die Arbeitsgemeinschaft ASIT/econcept/ETH Zürich/TA-Akademie drei Szenarien entwickelt, die Verkehrstelematik zu verschiedenen Zwecken einsetzen: 1) Optimierung der Transportkette – Personen und Güter sollen ihre Zielorte auf die für sie bestmögliche Weise erreichen; 2) Sicherheit und Zuverlässigkeit – Fahrten und Transporte sollen unfallfrei und termingerecht abgewickelt werden; 3) Nutzung der Verkehrswege –